Literaturgefluester

2020-06-14

Autofahren in leiwanden Grafiken

Filed under: Bücher — jancak @ 00:56
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Jetzt kommt wieder etwas vom „Holzbaum-Verlag“, der mir ja seit 2012 so getreulich seine Bücher schickt und mir daher den Humor und die Ironie ein wenig näherbrachte, der aber auch eine eigene Grafik-Reihe hat, wo er die verschiedensten Themen mit Kugeln und Statistiken humorvoll aufzuarbeiten suchtl

Da habe ich nur ausgewählte Büchlein und nicht alles durchgeblättert, bei den Katzen bin ich, glaube ich, ausgestiegen, aber in Choronazeiten und den ernsthaften Büchern, die sie behandeln, kann ein wenig Leichtigkeit nicht schaden.

Also habe ich mir das „Autobüchlein“ von Clemens Ettenauer, Katja Ettenauer und Hanna Jungwirth herausgegen bestellt, auf dem am gelben Cover schon eine rot grüne Kugel mit der Frage „Was ich mache, nachdem ich an der Radarkontrolle vorbeigefahren bin?“, zu sehen ist.

„Aufs Gas steigen!“, haben da angeblich die meisten Befragten geantwortet. Also steigen wir auch und rasen durch das Buch, das uns verrät, ob „Autofahrer in Wien beim Abbiegen“ blinken oder nicht und auch behauptet, daß der ÖBB, die besagte Werbung für die Autoindustrie ist.

Ja, wenn man nur mit Maske in den Zügen fahren darf, füge ich aktuell hinzu und, die Bundesbahn angeblich sehr verspätet ist. Also weiter mit dem Kugelreihen.

„Wann steht ein Polizeiauto im Halteverbot?“, lautet da eine Frage. Dann gehts ein bißchen von den Autos weg, wenn die Grafikkugel darüber Ausschluß gibt, welche Jobs sich „Michi Häupl“, der ehemaligen Bürgermeister „gut vorstellen kann“?

Taxifahren ist dabei, spoilere ich mal, obwohl ich mir ihn eigentlich eher als Fiaker vorstelle und so weiter und so fort, verraten uns die sechsundfünzig Seiten und im beigelegten Beschreibungskärtchen steht noch zu lesen „Autofahren in leiwanden Grafiken“ thematisiert humorvoll und ziemlich ehrlich den Alltag auf vier Rädern zwischen Hupkonzert und Schimpftiraden.“

Neugierig geworden? Die Nichtautofahrerin kann das Buch allen solchen und auch allen Verweigerern, Fahradfahren oder Fußflaneuren sehr empfehlen und eine Ausstellung im „Shop der komischen Künste“ im Museumsquartier gibt es seit dem 23. Mai bis zum 11. Juli auch, wo man sich die Grafiken wahrscheinlich ansehen und das Bchlein besorgen kann.

2020-01-26

2019 in Cartoons und Graphiken

Ein weiterer Jahresrückblick und ein weiteres „HolzbaumBuch“, diesmal trotz des Titels, das erste aus dem neuen Jahr gekommene, sozusagen und eine weitere typische „Holzbaum-Reihe“, die ja sehr gerne alles auch in Graphiken abbildet und auch ein politisches Buch und da war ja in diesem noch sehr jungen Jahr schon einiges los von der Regierungsbildung bis zu der Gründung einer neuen Linkspartei, also schauen wir uns das Jahr 2019 und seine politischen und unpolitischen Gechehnisse noch einmal in  Cartoons und Graphiken an.

Katzi, Daniel Jokesch und Michael Dufek haben das Buch gestaltet und beginnen tut es gleich am Cover mit den Sommerhits, denn die bestanden ja wohl angeblich oder auch tatsächlich aus den Vengaboys und dem „We`re going to Ibiza“, dann geht es zu Ex-Minister Kikl, der übrigens inzwischen eine neue Brille hat und seinem „Multifunktionalen Asylpferd“, dann wird dem Bundeskanzler, dem neuen und dem alten, füge ich hinzu „H.C. Straches Handy Entsperrmuster“ präsentiert.

Den Tagesverlauf von Wolfgang Fellner kann man auf einer Tabelle ersehen und man kann auch erfahren „Wie schnell die Österreicher auf der Autobahn fahren“, welche Slogans die SPÖ bei ihrem Wahlkampf verwendete, beziehungsweise die „Antworten des Kaptitalismus auf unser  2 Klassen-Gesundheitssystem“.

„Was tust du eigentlich gegen den Klimawandel?“, fragt dann eine Frau die andere.

„Ich trinke jetzt immer stilles Minieralwasser. Da ist weniger Co2 drin“, lautet die Antwort,  diesmal nicht in Form von Graphikkugeln dargestellt.

In diesen werden dagegen sowohl „Die Gedanken der Grünen vor der Nationalratswahl dargestellt“ , als auch „Wer laut FPÖ an den Skandalen ihrer eigenen Partei schuld ist?“, was beides interessant zu sehen ist.

Dann geht es zu der „Keine Inhalt-Speisekarte“ und zum „Kreislauf von Politikverdrossenheit, Demokratiedefizit, niedriger Wahlbeteiligung und journalistischen Versagen“, man sieht die Cartoon wechseln sich mit den Graphiken lustig ab.

Zwei Pfeile stehen auf der Straße. Auf der einen steht „Mehr Käse“ auf der anderen „Weniger schwarze Mäuse“ mit einer Katzengestalt. Raten wir mal in welche richtung die weißen Mäuse rennen?

Der „Wahlduellanseher“ geht zum Psychiater, denn er braucht ebenfalls eine Analyse und dann wird analysiert, ob der berühmte H. C. für das Ibiza- Video Spesen verrechnet hat.

Und sehr zu empfehlen die Cartoons, in denen die SPÖ beweist, daß die Richtung stimmt.

Kanzler Kurz nicht mehr oder noch nicht im Amt, geht ins Museum, um sich die möglichen Koalitionsvarianten bildlich anzusehen, während Elvis Presley und Bruno Kreisky im Himmel spazierengehen.

Das Schuhmodell für „Die Richtung stimmt“, wurde auch erfunden, dem „Brexist“ wird ein Fußtritt gegeben und zwei Frauen, eine rosa eine blau gekleidet, spazieren  auch immer fragend durch das Buch:

„Was ist eigentlich der Unterschied zwischen links und rechts? – Bei den Rechten sind die Ausländer an allem Schuld, bei den linken die Männer!“

Und am Schluß noch einmal zu Ex-Minister und jetzigen Klubobmann  Kickl, der die FPÖ-Wahlplakate inspziert und sich einen „Straxit jetzt“, wünscht.

„Ein langweiliges Jahr  war 2019 in Österreich sicher nicht – Ibiza-Gate, Neuwahlen und natürlich tonnenweise illegale Teigtascherl, – die Wiederauferstehung des türkisen Messias oder der Sommerhit der Vengaboys – hier bleibt kaum ein Moment unvergessen!“, wirbt der Buchrücken und ich füge hinzu, das Büch,ein ist ein Katalog für die dazugehörige Ausstellung, die bis heute in der „Galerie der komischen Künste“ im Museumsquartier  läuft, die man noch bis achtzehn Uhr sehen kann.

2020-01-21

Der Ball ist nicht aus Kuchen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Das vorläufig letzte „Holzbaum-Buch“ ist mit etwas mehr Text versehen, da habe ich auch schon einige gelesen und ganz am Anfang hat es sogar ein bißchen was Literarisches gegeben, in letzter Zeit eher nur, die „Tagebuchslam-Texe“, „Stilblüten eines Lehrers“ oder wie jetzt die Aufzeichnungen eines Vaters „Der ersten drei Jahre mit Kind“, des Bäckers und Humoristen Jan Dosenwerfer.

Das Cover des kleinen Büchlein ist schön mädchenhaft rosa obwohl der Basti oder Bastian ja ein Knabe ist.

Ein blauer Kreis ist darauf zu sehen, umrandet mit ein paar niedlichen Kinderspielsachen und der  Sohn Bastian wurde im März 2016 geboren, wird also jetzt bald vier.

Die übrigen handelnden Personen des hundert Seiten Büchleins bestehen aus dem Vater Jan, der Mutter Katja, der Katze Felix. Schöne Zeichnungen gibt es zwischendurch immer wieder auch und die  erste Aufzeichnung stammt von 1. 10. 2015: „Wenn man Vater wird, zeigt einem facebook Werbung für den „<kinderwagen Turbo 4 an.“, klingt gut, die letzte vom 27. 10. 2019, so schnell wird ein „Holzbaum-Buch“ gemacht, das ich jetzt ja schon einigeZeit bei mir liegen habe:

„Ich: Du solltest wieder mal zum Friseur gehn, deine Haare sind schon wieder ur lang. Sohn: Nein, ich will die Haare wachsen lassen! Ich: Wie lange? Bis wir zum Friseur gehen.“

Ja, wenn ein Kind sprechen lernt, kommt man auf viele urgute und komisch klingede Wendungen, die eigentlich und genau genommen, ganz logisch sind und ich kann mich da an einen Satz der Anna erinnern, die sagte, wir sollten irgendetwas nicht heiß, sondern nur warm kochen und der Enkelsohn der Bruni, hatte, glaube ich, keine Zeit zum spazierengehen, weil er zu beschöftigt war.

Jan Dosendorfers Basti hat auch einige so schöne Wendungen, drei vier sind besonders orginelle, der Vater hzeichnet aber viel mehr auf so, daß man vor allem. wenn man selber Vater oder Mutter ist oder, wie ich, vor kurzem Oma eines noch nicht sprechenden Kindes, die Entwicklung des kleinen Basti beobachten und mit der des eigenen Sprößlings gut vergleichen kann.

Ein paar Beispiele gefällig?

Da gibt es mal das Eingangzitat, aber auch das, was am Buchrücken steht:

„Der Sohn (nachdem er eine Ribisel gegessen hat): Oh sauer! Aber das macht nix, es ist nur schlimm.“

Jan dosenwerfer zeigt auch widersprüchiges auf, wie das Zitat mit dem Friseur oder „Ich: Bist du müde? Sohn: (verzweifelt) Ja!! Ich: willst du schlafen gehn? Sphn:verzwifelt: Nein!!“

Jan Dosenwerfer freut sich aber auch, daß der kleine Basti so bescheiden ist und sich über eine Semmel mit Paradeier freut oder, daß er im Supermarkt die Milchschnitte gegen Erdbeeren austauscht.

Lustig auch, wenn er auf die Frage, ob er eine Schwester oder einen Bruder möchte, mit  „1 Banane“ antwortet oder in den „Elefanten-Kindergarten“ gehen möchte. Er spielt auch gerne Arzt und wünscht sich zum Geburtstag zuerst eine Kerze, später dann nicht mehr ganz so bescheiden, eine Torte und seine Eltern tyrannisiert er manchmal auch.

„Ich: Trinkst du deinen Milchshake noch? Sohn schüttelt den Kopf. Ich: Darf der Papa den Rest haben? Sohn schüttelt den Kopf. Ich: Darf der Felix den Rest haben? Sohn nickt.

Lustig diese Aufzeichnungen über das Aufwachsen und die ersten Lebensjahre des ersten, zweiten oder dritten Kindes und spannend auch, wenn man am Heimweg vom Kindergarten vom Sohn gefragt wird: „Wo warst du? Warst du im Park? Ich: Nein, ich hab an dem Buch über dich gearbeitet. Es kommt nämlich jetzt dann mal ein Buch, wo es um dich geht. Sohn (ungläubig) Waaaaas?“

Ja, lieber Bastian, da hat dein Vater über dich geschrieben und du kannst das Buch später, wenn du lesen kannst, in dein Regal stellen, während ich vor kurzem erst ein anderes gelesen habe, wo ein Urgroßvater seiner Urenkelin Matilda einen Brief über sein Leben geschrieben hat.

2020-01-18

Cartoons für Juristen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:32
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Weiter geht es mit dem „Holzbaum-Lesen“ und den Cartoons, denn da gibt es jetzt, neben den für „Therapeuten“, zum „Ruhestand“, zur „Hochzeit“, für „Hunde“, „Katzen“, „Fußball“, „Wien“, „Kunst“, „Weihnachten“, etcetera, jetzt auch die für „Juristen“, ein kleines blaues Heftchen, gibts die „Holzbaum-Cartoons“ ja in unterschiedlicher Größe und Stärke.

Die „Cartoons für Juristen“, sind schmal und zart,  wieder blau geprägt und vor dem Richter sitze eine Taube.

„Sie sind angeklagt wegen Sachbeschädigung in 6000 Fällen!“, sagt die Richterin streng.

„Als ob Sie nie bescheißen“, motzt Täubchen zurück.

„Das perfekte Geschenk für Juristen (und alle, die wegen ihnen einsetzen)

Was machen Juristen, wenn sie beim Fremdgehen erwischt worden sind? Wie sieht ein Verjährungshelfer aus? Und was passiert, wenn Existentialisten vor Gericht stehen? Die Antworten liefert dieses kleine Buch“, steht am Rücken.

Neugierig geworden, schauen wir hinein.

„Was war dein persönlichster Fall?“, fragt da einer den anderen.

„Einmal habe ich mich selbst verklagt!“, lautet die Antwort.

Das „Fertiggericht“ gibt es auch und bei einer Scheidungssklage, zeigt der Junior dem Richter seinen Wunschzettel:

„Ich will bei dem wohnen, der mir diese Sachen kauft!“

„Es tut mir leid, daß wir verloren haben, aber mit etwas Glück werden Sie nur die Hälfte Ihrer zweihunder Jahrte absitzen müßen!“, sagt der Verteidiger zum Sträfling in der Zelle. Wahrscheinlich nicht einmal das, sondern nur zwanzig, dreißig Jahre setzte ich hinzu.

Bei der „Juristischen Früherziehung“ kann man wählen, ob man sein Zimmer aufräumen, soll, muß, darf, kann oder will.“

Und wenn ein Jurist heiraten will, fragt er die Ausgewählte „Willst du mit mir einen Ehevertrag unterzeichnen?“

Stimmt ja irgendwie.

Dann kommen zwei Polizisten zu dem Sandler  und der juristisch geschult, will den „Hausdurchsuchgsbefehl“ sehen. Es ist aber nur eine Brücke da, füge ich wieder hinzu.

„Wir haben ihn Dragoslav Juri genannt. Da braucht er später nicht zu studieren und kann sich trotzdem Dr. Jur abkürzen!“, sagt die klevere Mutter mit dem Kinderwagen.

Wie werden Richter geweckt? Natürlich mit „Erheben sie sich!“

„Danke ich kann klagen!“, antworten die Richter auf die Frage, wie es geht?

Matrattel hat wieder seine Schattenmännchen gezeichnet und Michael Dufek läßt den lieben Herrgott klagen „Da schicke ich ihnen zehn einfache Gebote und was machen sie draus?“ – „100.000 Paragraphen!“, lautet die Antwort.

Der „Paragraphendschungel“ endet auch einmal, in dem kleinen blauen Buch auf Seite neununddreißig, wieder von Michael Duffek gezeichnet und ich kann der Vollständigkeit noch anfügen, daß die übrigen Cartoons von Adam, Andreas Prüstel, Bettina Bexte, Clemens Ottawa, Daniel Jokesch, Elisabeth Semrad, Erich Rauschenbach, Erik Liebermann, Feicke, Greser & Lenz, Gunga, La Razzia, Lo Graf von Blickendorf, Markus Grolik, Michi Brezel, von dem auch die Covertaube stammt, Petra Kaster, Reibel, Rene Lehner, Ruedi Widmer, Ruth Hebler, Tobias Schülert, und Uwe Krumbiegel stammen und wer die dazugehörenden Cartoons sehen will, muß sich das Büchlein besorgen.

 

2020-01-04

Cartoons von Elisabeth Semrad und Matrattel

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Mit dem „Holzbaum-Verlag“ und seinen Cartoons geht es gleich weiter, weil man ja das neue Jahr mit Witz und Ironie beginnen soll und sich bei mir ja einiges aus dieser Verlagsreihe, der mich immer so getreulich beschickt, angesammelt hat.

Da gibt es die „Cartoons“ der 1984 geborenen Elisabeth Semrad „Die Waldorf-Hundeschule“ genannt und da sieht man gleich am Cover den Unterschied der Schulsysteme.

„Sitz“ heißt es bei der gewöhnlichen, tanz bei „Waldorf“ und  gar nicht so hündisch geht es weiter mit dem „Adventkalender für Ungeduldige“, wo einfach „1-24“ steht.

Dann gehts zu den „Anonymen Vegetariern“: „Hallo, ich bin Josef. Ich bin Fleischermeister und esse seit 8 Wochen kein Fleisch!“, bekennt da einer mit einer langen Nase und einer blutigen Schürze.

Es gibt das „Österreichische Heilmittel Nummer 1“- das „Anti-Debezinum“, als Kontrast und wenn die Sportsocken auf Wohnungssuche gehen, suchen sie nach einer Sandale.

Bei den Socken bleibts dann gleich, denn da macht sich der Waschmiaschinenfabrikant mit dem Sockenerzeuger einen Deal aus: „Mach, dass die Socken in der Waschmaschine verschwinden und ich beteilige dich an meinen Gewinn!“

Nach einem Christbaumbrand im Vorjahr“ wird im Swimmingpool von einem Schneemann beobachtet, gefeiert und, um wieder zu den Hunden zurückzukommen, ab kann man bei „Hundebedarf Pospischil“, sich das „Sackerl für das Gackerl in ein ein Tascherl packen lassen oder gleich hier scheißen.“

„Keine Angst er will nur spielen!“, sagt die Frau mit Hund zum Straßenmusikant und das Hündchen nimmt dann diesem die Geige weg und die Zuhörer sind begeistert.

Krippenmotive gibt es auch. Da hindert Maria Josef zuerst die Türe aufzumachen „Nicht aufmachen! Da ist ein Schwarzer dabei!“ und dann mokiert sie sich, daß nur mehr eine „Einsternkrippe“ frei war und und maunzt „Nie wieder Restplatzböse!“

Ja, so kann es gehen mit der politischen Correktness!

Während der Filmcartoon „Ich bin Schauspieler!“

„Interessant!  Und wo kellnern Sie?“, hier auf den Schriftsteller umgezeichnet wurde. Wird es auch wohl geben und den Cartoon von der „Mariahilferstraße im Jahr 2050“, habe ich auch schon mal gesehen.

Bei der „Paralympics“ gibts immer noch „keine Barrierefreien“ Siegerrampen.

Und „Im Hause Santa Claus muß das Cläuschen aufgeklärt werden, daß es kein Christkind gibt.

Und wenn vor der „Hundeschule“ „Wir müssen draußen bleiben“, angeschlagen steht, darf sich der Besitzer mit Recht der „Schlechteste Unternehmer aller Zeiten“, nennen und der, der in seinen „Vorgarten nicht von Hunden verunstalten lassen will“, hat diesen mit vielen Verbotstafeln vollgepflastert, was ihn auch nicht schöner macht und last not least, ein Cartoon wie für mich gemacht. Ein Zimmer voll mit Bücherwänden.

„Haben Sie die alle gelesen?“, fragt der neugierige Besucher

„Kein einziges. Aber Ausmalen kam zu teuer.“, lautet die Antwort. Wenn man dafür die Bücherschränke frequentiert, wird es stimmen, sonst würde ich das bei einem Hardcoverpreis von fünfundzwanzig Euro das Stück bezweifeln und kann meine Leser beruhigen, daß das sehr empfehlenswerte Semrad-Heftchen nur fünf Euro kostet und das kann man sich sehr schnell durchschauen.

Während Elisabeth Semrads Spezialität die langen Nasen sind,  sind es bei dem an einem fünften März geborenen Matrattel in seinem gleichfalls fünf Euro kostentend Heftchen „Darf ich dir eine Pikante von mir vorstellen“, die Männchen mit den runden uhrförmigen Köpfen. Die Wurst ist am Titelbild zu sehen. Dann gibt es den „Fall der Berliner Mauer“ und ein Haus aus dem aus jeden Fenster ein Baum herausragt.

Die Bibliothekarin hat in ihrer Bibliothek die entsprechenden Wegweiser. Da gehts zu den „Reiseführern“ und der „Belletristik“ in der einen Richtung, während die andere zu „Schund und „Scheißdreck“ führt.

Es gibt einen Cartoon über  „S. Freud in der Straßenbahn“, der vergessen hat „sein „Es“ anzuleinen und deshalb aussteigen muß.

Und einen über den „Schatten der Europäischen Union, der am 25. März 1957“ angeblich das erste Mal nachweisbar war.

Dann werden „Neoliberale Flirtstrategien“ „Darf ich dich auf was zu Trinken einladen?“ – „Nein, aber ich nehm das Geld“ angeführt, wieder mit den runden Kopffiguren, die ihre schwarzen Schatten werfen.

„Am sechsten Tag der Schöpfung schuf Gott flexible Arbeitszeiten, sodaß er am siebten Tage durcharbeiten konnte!“, kann man lesen und die Gottfigur am PC tippen sehen und Grean Peace kommt an den Tisch und fragt gefährlich „Essen Sie den Fisch noch? Ansonsten würde ich den jetzt nämlich jetzt gerne in mein Labor mitnehmen?“

Es gibt die „Perspektivenlosigkeit in der Landwirtschaft“. Bei den „Jenseitsreisen“ hat es sich einer anders überlegt und will gerne „stornieren“. Ob das wohl geht, könnte man da fragen und ein anderer beschwert sich in „Santiago di Kompostela“ „Und für den Scheiß war ich jetzt sieben Wochen zu Fuß unterwegs?“

Die „Existenzielle Sinnkrise der Plätzchenteige“ ist zu sehen und am Schluß beschwert sich der Meister selbst über seine Fälschungen:

„Eine klassische ungarische Matrattel-Fälschung, die sehr leicht an den verräterischen Paprikas zu erkennen ist. Das Bild ist außerdem schlecht gezeichnet und überhaupt nicht witzig. Auch die Signatur ist viel zu groß.“

Und am Büchleinrücken kann man lesen:

„Cartoons für Feinschmecker: Unter Kunstfreunden gilt Matrattel schon länger als Geheimtipp, nicht zufälle verkaufen sich seine absurd-komischen Bilder wie die warmen Semmeln bzw. wie geschnitten Brot.“

Auf zum Lesen kann ich nur empfehlen und ein paar „Holzbaum-Büchlein“ folgen noch.

2020-01-03

Filmreife Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:26
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Mit dem „Holzbaum-Verlag“ und den Film ins neue Jahr, soll man da ja ins Kino gehen und der „Holzbaum-Verlag“ war, 2012 ist das gewesen , der erste der mir seine Bücher zur Rezension anbot.

So ist das „Literaturgeflüster“ auch ein wenig komisch geworden und ich habe mir die „Therapeutischen Cartoons“, „Cartoons mit Hunden“, „Katzen“ „Fußball“, „Kunst“ und „Wien“, etcetera gegeben, bin mit dem Verlag oder seinen Kooperationen auch durch Wien marschiert, habe gefrühstückt und noch vieles mehr, die Rezensionsexemplare und das „Buchpreislesen“ hat dann zugenommen, so hat es im letzten Jahr nur einmal Cartons gegeben.

im Herbst hat mich dann wieder die „Holzbaum-Sehnsucht“ gepackt, so daß sich  so einiges angesammelt hat, was ich im neuen Jahr besprechen will, was ja auch sehr gut passt, da Ironie und Humor in Zeiten, wie diesen, ja sicherlich besonders wichtig sind.

Zuerst aber ins Kino und zu den „Filmreichen Cartoons“, die auch in der Ausstellung im „Holzbaum-Shop“ im MQ zu sehen waren oder sind und durch die ich auch während des „Buchquartiers“ gegangen bin.

Und so sehen wir die „Titanic“ auf dem blauen Titelbild, das titelgebende Paar steht an der Rampe. Sie sagt „Ich kriege für den Film eine halbe Million weniger als du!“ Er kontert „Ich bin der König der Welt!!!“

Ja, so ist das Leben, nicht nur im Film, würde ich vermuten.

„Die besten Witzezeichner des deutschen Sprachraums haben sich mit dem Thema Film auseinandergesetzt – das Ergebnis ist eine wunderbar komische Cartoonsammlung, in der Filmklassiker von Casablanca über Fight Club bis Pulp Fiction durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen werden“, steht am Buchrücken und hier das Best off:

„Du bringst eigene Getränke ins Kino“, fragen also, die mit den Colabechern entsetzt die Kuh.

„Naschferatu“ greift nach der Keksdose und im trauten Wohnzimmer fragt der Kreuzwort rätselnde Mann, die Frau vor dem Bildschirm nach der „Schönsten Paarbeschäftigung? Der zweite Buchstabe ist ein W, der letzte ein X?“

„Netflix!“, ist natürlich die Antwort. Was hätten Sie gedacht?

Elisabeth Semrat führt uns wieder in die Realität des Lebens.

„Ich bin Schauspieler!“, sagt der junge Mann zu der Schönen an der Bar. „Interessant, wo kellnern Sie?“, fragt sie zurück.

Dann gibt es noch etwas über den Schauspielerischen Zweitberuf etwas weiter hinten.

Man kann an der Bar aber auch „Wie finden Sie den neuen James Bond?“ fragen. „Mich hats gerührt, nicht geschüttelt!“, antwortet hier die Schöne.

Der „Bergdoktor“, läßt den Vesuv natürlich in sein Sprechzimmer kommen und durch eine Burka sieht man alles „Cinemascope“, wie Holga Rosen meint.

„Goethe für kids“, gibts natürlich auch und wieder ein bißchen depressive realistisch, denn da wartet „Hartmut seit fünfundzwanzig Jahren vergeblich auf einen Anruf aus Hollywood“.

Ja, so soll es auch manchen Literaturen gehen, die sind dann zwar mehr auf Stockholm fixiert.

Jean le Fleur, der ja auf der letzten „Buchquartier“ den „Cartoon-Preis“ gewonnen hat, läßt das „Arschloch“ zur Rolle eines seines eines anderen Leben machen und von ihm ist auch der zweite Schauspielerwitz.

„Ich bin eigentlich auch Kellner. Aber ich schlag mich zur Zeit mit Schauspielerjobs durch“

„Sie habrn die Rolle!“, jubelt die Kassiererin an der Supermarktkasse und hat damit die „Klorollen“ gemeint.

Dann gehts zu den Graphiken, denn das ist ja auch eine bewährte „Holzbaum-Qualität“ und hier wird der „Österreichische Heimatfilm“  und die der „Rosamunde Pilcher“auseinandergenommen.

Zu den Filmplakaten geht es auch. Da gibt es die „Kalb Fiction“, die „Molkerei auf der Bounty“, „Vom Rinde verschmäht“, alles von Klaus Puth gezeichnet und Mario Lars läßt eine Frau „Und weshalb sollen wir unseren Sohn Oscar nennen?“, fragen und Meikel Neid läßt eine Frau ihrer Freundin „Ich habe vor zehn Jahren einen Oscar bekommen. Dann Lola, Cesar und dann noch die Zwillinge!“, erklären. Also wieder ganz schön depressiv, das Filmgeschäft aus der Cartoonsicht, wo am Ko die „Haupt- und die Nebenrollen“ und der entsprechenden Größe aufgereiht sind.

Michi Brezel hat die schon erwähnte „Cover Titanic-Zeichnung“ gezeichnet und  von Nicolas Mahler, dem Meister der Cartoons und Graphic Novels gibt es auch was, wie ich gleich spoilern möchte.

Oliver Ottisch, mit dem meine Cartoon-Rezensionen ja einmal angefangen haben, hat auch etwas beigegtrgen „In drei Tagen bist du Kot“, heißen ja die Horrorfilme für Brötchen“ und „Schilling  & Blum“ läßt eineMutter ihren Sprößling „Na, wie wars im Kino?“ fragen. „Wie you tube, nur länger“, lautet die Antwort im modernen Leben.

Uwe Krumbiege. verrät uns wo James Bond begraben liegt.

„Sie haben was verwechselt Mister Bond. Das ist ein Schweißerpass. Also die <linzen zum Löten1“, lautet sein zweiter Cartoon.

Und so sind wir durch das Buch gewandert. Die Kurzbiografien der Künstlerinnen sind am Ende auch zum Lesen und das Buch kann ich noch verraten, hat auch den „Österreichischen Cartoonpreis“ bekommen.

2019-01-26

Therapeutische Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:04
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Beim „Holzbaum-Verlag“, wo ich mich ja schon so durch alle seine Cartoons und auch das Literarische gelesen habe, habe ich mich wegen meiner elendslangen Leseliste ja  zurückhalten wollen, bin eigentlich kein lustiger Typ, habe aber hier ein bißfchen Humor gelernt und bei den therapeutischen Cartoons kann die Psychotherapeutin natürlich nicht aus, obwohl man hier natürlich den Papa Freud in allei seinen Formen und Facetten begegnet und ich ja Verhaltenstheraueptin bin.

„Wie sieht Psychoanaylse beim Werbepsychologen aus? Woran erkennt man einen Psychiater beim Blind Date? Und was machen Löffel bei der Sexualberatung?“

Diese und andere Fragen beantwortet das Buch beziehungsweise haben die „Besten Cartoonisten“ des In und Auslands ihre Phantasien dazu preisgegeben, verrät der Text am Rücken und das Cover von Dan Piraro ziert ein Hündchen auf der Couch, das lustig vor sich hinplappert „Eigentlich geht es mir gut, ich möchte nur einen Platz, wo ich auf der Couch erlaubt bin.“

So ist oder könnte es sein, denkt sich der listige Cartoonist. Ja und das Freud 1905 eine Studie über den „Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“ geschrieben hat, hat der Beschreibungstext auch noch verraten.

Also blättern wir uns durch das Buch und schauen uns den Sigmund, der ja leicht oder wahrscheinlich durch seinen charakteristischen Bart eher schlecht zu karkieren ist, in allen seinen Farben und Formen an und erfahren ein bißchen was über Sinn und Unsinn der Therapien beziehungsweise die menschlichen Schwächen an:

„Auch Künstler?“, läßt Ari Plikart den Maler den „gewöhnlichen Herrn Doktor“, fragen, als der ihn sein Röntgenbild präsentiert.

Dann sitzt bei ihm sitzt der Papa noch oben auf der Sessellehne und fragt den offensichtlichen Kollegen auf der Couch, der mit einem offensichtlichen Überwachungsgerät auf ihn zielt: „Sie Sie ein Kontrollfreak?“

Das habe ich nicht so ganz verstanden, während ein anderer Psychiater „So, Schluss für heute – ich habe Hunger“ zum Würstchen sagt.

Der mir durch „Holzbaum“ sehr bekannte Daniel Jokesch, hat den Satz „Lebst du noch oder analysierst du schon?“, offenbar von „Ikea gestolhlen“ obwohl „Freud“ auf dem Werbeemblem steht.

Und beim „Deprimat“ von Dorthe Landschuz, hängen vier Affen traurig am Baum herum.

In der „Selbsthilfegruppe der anonymen Harmoniesüchtigen“ lernt man  das Streiten. Die Trainer freuen sich darüber, wenn das ordentlich gelingt, da könnte man natürlich an Heimito von Doderer und seine „Merowinger“ denken und bei der „Klangschalentherapie“, wirft die Frau ihrem Mann die Schale an den Kopf und sagt „Es wirkt! Ich fühle mich schon ein bißchen besser!“, ob das wirklich der Sinn der Therapie sein sollte?

Und noch viel treffender ist der Cartoon, wo der Therapeut „Nun, ich hatte Sie ja gebeten, Ihre Paarprobleme einmal getrennt von einander zu notieren“ und die Frau sitzt vor dem großen Stapel, während der Mann nur ein Blättchen mit „Zu wenig Sex“ vor sich hat.

Beim „Jahrestreffen für Menschen mit sozialen Ängsten“ sind alle Plätze und auch das Vortragspult natürlich leer, hat sich Fussel ausgedacht und HUSE ist auch schön hintergründig „Wie soll denn bitte schön diese langweilige Bootstherapie, „alle meine Probleme auf einen Schlag lösen“, Doc?!“, fragt der Klient im Boot und merkt gar nicht, daß dieser ihn in den Abgrund steuert.

Dann geht bei Kai Flemming der Meister Freud zu Meister Klimt, sieht sein Portrait mit einer Penisnase rügt entsetzt oder belustigt „Nana, was soll das denn Klimt?“, worauf dieser „Pardon, war eine freudsche Fehlleistung!“, sagt und ärgerlich wahrscheinlich, wenn man in den Therapeutin verliebt ist und von ihm statt einen Liebesbrief nur eine Rechnung kriegt, wie Katharina Greve listig zeichnet.

„Ich bin ein Hypochonder Herr Doktor!“, läßt Lo Graf von Blickendorf seinen Patienten sagen, worauf der Psychiater „Ach, das bilden Sie sich nur ein!“, antwortet und Martin Zak dagegen meint, daß „Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen“ ein Schildchen mit „Niemand an Bord“ auf ihren Auto haben

Wahr der Satz von Michael Dufek „Ich könnte meine Sexsucht natürlich therapieren lassen. Ich könnte das Geld für die Therapie aber auch sparen und stattdessen damit in Bordell gehen!“

Das mag sich schon manch einer listig gedacht haben. Zum Glück gibts aber die Therapie auf Krankenschein und Michael Hochschulte nimmt es dagegen zynisch, wenn er Jesus „Mein Vater nimmt ständig Einfluß auf mein Leben sagen und den Therapeuten „Glauben Sie das wirklich?“ fragen läßt, während er zu der Klientin, die lachend auf der Coach „Mir geht es gut!“, meint, „Wahnvorstellungen, also!“, sagen läßt.

Ich würde meinen, sie hat vielleicht eine Manie, sonst wäre sie ja nicht auf der Coach, sondern im Vergnügungspark und Oliver Ottisch mit dem ich ja, glaube ich, bei „Holzbaum“ angefangen habe läßt ein junges Bäumchen den Stumpf „Wie erträgt man nur all die Gewalt in dieser Welt?“ fragen. „Mit der Zeit stumpft man eben ab!“, lautet die Antwort über die es sich auch nachdenken läßt und böse, böse wird es, wenn der Klient „Das ist doch Gehirnwäsche was sie da betreiben!“, sagt und der Therapeut „Wir nennen es Psychoanalyse!“, antwortet. Das kann man wohl nur mit Humor nehmen und sich vielleicht fragen, was Papa Freud wohl dazu gesagt hätte?

Böse, böse und auch ein wenig lustig also. Ein Buch, das sich vielleicht als Weihnachtsgeschenk für den Therapeuten eignen könnte. Der strenge Analytiker, habe ich gehört, dürfte es dann nicht nehmen und ich habe mir überlegt, ob ich es nicht auf den Bücherstapel in mein Vorzimmer für die wartenden Klienten oder Angehörige legen könnte, aber was ist, wenn es mir jemand klaut?

Am Schluß gibts noch ein paar Ankündigungen, für die, die die „Wissenschaftlichen Cartoons“ und die „Kunst in Cartoons“ noch nicht gelesen haben.

Die Namen und die Biografien der sich beteiligt habenden Cartoonisten gibt es natürlich auch.

2019-01-02

Dein Fleisch und Blut

Filed under: Bücher — jancak @ 00:02
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Nun kommt ein Buch aus dem „Holzbaum-Verlag“, der mir ja immer so getreulich seine Bücher schickt und zur Abwechslung ist es, was mich besonders freut, kein Cartoon, da liegt noch einer in meinem Badezimmer, sondern ein Thriller, ich bin ja mehr für die Literatur, als die Satire, denn der „Holzbaum-Verlag! hat einen Thrillerwettbewerb ausgeschrieben und den hat die 1976 in Wien geborene Journalistin Nicole Marcarewicz gwonnen, die ich  aus Thomas Wollingers „Texthobelwerstatt“ kenne und auch ihren Erzählband „Jede Nacht“ gelesen habe.

Aus dem Vorliegenden Buch habe ich sie beim letzten „Buchquartier“ lesen hören und jetzt habe ich mich ein bißchen durch das Kinderpornographiethema gelesen und ich muß sagen, es ist eigentlich kein Thriller, obwohl die Handlung Spannungselemente von mindestens drei ausweist, die mehr oder weniger geglückt ineinander verwoben sind.

Es geht, denke ich, Nicole Makarewicz, wie auch im Vorwort steht, um das Thema, das sie gekonnt aufgebreiten wollte. Im Vorspann wird auch noch genau erwähnt, daß alles an der Handlung und an den Personen erfunden ist. Recherciert scheint es dennoch genau zu sein. Im Anhang ist auch weiterführende Literatur und die Adressen von den entsprechenden Beratungsstellen angegeben.

Ein Thema also, das mich als Psychologin sehr interessiert und wo ich denke, daß alles, was hier geschildert wird, sehr realistisch ist.

Sehr viel Psychologisches kommt auch darin vor, die Heldin Leah ist keine Superfrau, sondern eine mit sehr viel Kanten und Schwächen, Emotionen, Allergien und psychischen Zusammenbrüchen. Trotzdem erscheint mir viel zu viel in die zweihundertzwanzig Seiten hingeingepackt zu sein und einiges an der Handlung auch unlogischk, so wußte ich schon in etwa der Mitte, wer der Täter ist, denn Leah hat ja nur einemMenschen von ihrem Verdacht erzählt und auch so ist die Leah, die Journalistin, die sich für das Thema Kinderpornographie interessiert und ein Buch darüber schreiben will, viel zu viel von den Fakten umgeben, als, daß es abgesehen von der Sachlage, wirklich realistisch sein könnte.

Es beginnt mit einem sehr beeindruckenden Bild, ein kleines Mädchen mit leeren Augen wird am Straßenrand gefunden, an ihm hängt ein Zettel „An Leah Sebelia“ , aber eigentlich hat es schon viel früher begonnen. Nämlich mit Leahs Recherchen für ihr Buch, in die sie sich verbeißt und sie bekommt auch einen Zugang zu einen Pädophilenforum geschickt.

Es passiert aber noch etwas anderes. Sie liest plötzlich in der Zeitung, daß ein Mann, der den Namen ihrers Vaters trägt und von dem ihr ihre Mutter immer erzählte, daß er gestorben ist, als sie ein Kleinkind war, jetzt wirklich verstarb. Sie geht zum Begräbnis und lernt da ihre gehörlose Halbschwester Mara kennen, die als Hackerin sehr erfolgreich ist.

Von ihrer Mutter erfährt sie dann noch, daß der Vater sie als Baby mißbraucht  hat, so daß sie sich von ihm trennte, was schon einmal zu einem psychischen Zusammenbruch Leahs führt.

Das ist aber nur eine Nebengeschichte, denn Leah bekommt auch seltsame Mail von einem, der sie auf eine Fährte führen will und wenn sie das tut, Mara heckt für sie die Mitglieder des Pädophilenrings, die alle Namen aus Kinderbücherm, wie „Sindbald“ oder „Baloo“, der Bär tragen, werden die dann ermordet und die Polizei findet Leah am Tatort, während der Täter entwischt.

Sie hat aber einen Zugang zur Polizei, nämlich den Leiter der Kinderportnograhieabteilung, der sie unterstützt und dem sie vertraut und sie hat auch einen Freund namens Max und dann noch einen anderen mit dem sie recherchieren geht.

Aber Max, der, glaube ich, Jurist ist, ist über Leahs verbissene Recherche nicht so erfreut, so trennt er sich von ihr. Sie kommt ihm aber, als sie wegen ihres Vater in der Krise steckt besuchen und da entdeckt sie eine „Winniepuh-Figur“, beginnt ihn zu verdächtigen, teilt ihren Verdacht auch mit und er wird dann auch ermordet, obwohl es offenbar ein Irrtum war.

Der Täter wird dann schließlich entlarvt. Vorher gibt es aber noch eine Spur zu dem entführten Kind einer ukrainischen Prostituierten. Das ist das kleine Mädchen an der Autobahn. Leah recherchiert in „Wolfis Bar“, wo sie arbeitete. Eine andere Ukrainierin, die ihr einiges erzählt, wird ermordet und die Spuren führen und das ist, glaube ich, nach einem realen Fall erzählt, der schon länger her ist, zu einem höheren Beamten eines Ministeriums, der an den entführten Kindern der Prostiuierten, die dann dem Ring als „Frischfleisch“ zur Verfügung gestellt werden, beteiligt sein könnte, wobei hier einiges auf Leahs Speukaltionen beruht und nicht wirklich aufgeklärt wird.

Es geht trotz der vielen Mordfälle gut aus. das heißt die kleine Elina wird gerettet, bekommt eine Psychotherapie und eine Pflegefamilie und Leah besucht sie einmal in der Woche, um mit ihr zu spielen und wir haben viel über das Thema Kinderponrographie in allen seinen Facetten erfahren und einen sehr spannenden, ein wenig zu klischeehaften Krimi gelesen von dem mir vor allem gefallen hat, daß diese Leah ein Mensch mit Emotionen und Schwächen ist, die auch mal zusammenbricht, aber eigentlich viel zu viel erlebt, als daß es realistisch sein könnte.

Aber das lernt man ja in den Schreibwerkstätten und Romanschulen, daß alles spannend und übertrieben sein soll und so hat sich Nicole Markarewicz wahrscheinlich an dieses Prinzip gehalten.

Ich hätte es realistischer gefunden, wenn kurz der Mißbrauch als Baby erwähnt werden würde, um Leahs Besessenheit für dieses Thema zu erklären, statt nach dem Show not tell Prinzip ein Begräbnis und eine gehörlose Schwester zu erschaffen.

2018-05-20

Cartoons zur Hochzeit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:59
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Jetzt kommt wieder was aus dem „Holzbaum-Verlag“, der zu meiner Freunde wieder etwas literarischer  wird, hat er doch im Vorjahr einen Thrillerwettbewerb ausgerufen und da wird im Herbst das Siegerbuch erscheinen.

jetzt geht es aber weiter mit der Cartoon-Reihe von der ich ja schon eine ganze Sammlung in den verschiedensten Größen habe und die „Cartoons zur Hochzeit“ sind ein grün gehaltenes kleines Heftchen, in dem drei Heuchschrecken auf dem Cover zu sehen sind und die Pfarrerschrecke zur Braut „Sie dürfen jetzt den Bräutigam fressen!“, aha, gut in der Naturgeschichte aufgepasst oder jetzt wieder was dazu gelernt und das Thema Hochzeit scheint in Zeiten, wie diesen, wo es ja regelrechte Brautplanungsgesellschaften und solche Geschäfte gibt, die meine Klienten, wenn sie zu solchen Hochzeiten eingeladen sind, mehr als einmal stöhnen ließen, ein heißes Thema und das Büchlein ist sicher auch sehr gut als Präsent zur Hochzeitsfeier geeignet, man kann es ja in ein quadratischen Kuvert stecken und den meist dazugewünschten größeren Schein dazulegen oder es zu einem Röllchen formen und mit einer schönen Schleife dekorieren.

Herausgegeben ist es wieder von Clemens Ettenauer, gezeichnet haben die üblichen Wiederholungstäter Ari Plikat, der den Bräutigam die Braut praktischerweise gleich in die Küche tragen läßt, Dorthe Landschulz, wo sich der wahrscheinlich noch nicht Bräutigam, als beziehungsunfähig erklärt, weil er ihr beim Beziehen der Bettwäsche helfen soll, aber vielleicht ist es auch schon der Ehemann.

Egon forever ist, glaube ich, neu im Bunde der Holzbaum-Cartoonisten, HUSE läßt die Schnecken „zu mir oder zu dir?“, fragen und Jean la Fleur macht sich über die Burkaträgerinnen lustig in dem er „Jeder Topf findet seinen Deckel“ postet, Katzi macht sich an die Statistiken und klärt dabei ein paar wichtige Fragen, etwa die „Wer bei der Hochzeit den meisten Spaß hat“ oder „Was Singlemänner öfter kaufen als die die in festen Beziehungen leben“.

Marco Finkenstein klärt in seinem Bild die Eßgewohnheiten.  Markus Grolik führt den „Heirat-O-Mat“ in das Büchlein ein und erklärt uns auch  wie „Bäcker ihre Heiratsanträge machen?“.

Cartoons von Matrattel und und Michael Dufek gibt es auch. Das Coverbild stammt von Olga Hopfauf.

Schilling & Blum läßt Pinguine verwirre „So, so – ich sehe also aus wie deine Deine-Ex“, aber vielleicht sind das auch Burkaträgerinnen, die diese Frage stellen können? Uwe Krumbiegel läßt „die Pfunde purzeln“, ein böser Cartoon füge ich die politisch korrekte Gutmenschin gleich hinzu, am Schluß erfahren wir noch etwas über „Jin und Jan inder Ehe“ und wär es noch genauer will, kann sich am Beschreibungstext orientieren:

„Wie sieht der Heiratsantrag eines Bäckers aus? Warum beenden Polygamisten eine Beziehung? Wie arbeiten Scheidungsfotografen? Und wer hat bei der Hochzeit eigentlich am meisten Spaß? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet.“

„Aha!“, kann man da nur sagen und nach dem Büchlein greifen, das auch nur wohlfeile fünf Euro kostet.

2018-02-04

Schnackseln wie ein echter Wien

Filed under: Bücher — jancak @ 00:25
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Ich bin ja mittlerweile eine „Holzbaum-Spezialistin“ und habe viele, nicht alle Publikationen dieses kleinen, aber feinen Verlages, der sich  2012 bei mir gemeldet hat und mir fortan seine Bücher anbietet, gelesen.

Zuerst waren noch ein paar literarische Publikationen dabei, dann kamen die Cartoons und die „Unnützen Wien-Bücher“ in allen Varianten und Formen. Graphiken und Sprachführer sind auch dabei.

Für jeden Geschmack etwas könnte man sagen und  durch „Holzbaum“ zumWienspezialisten werden. Denn da gibt es mittlerweile sehr viel und so kann man inzwischen nicht nur „Schimpfen wie ein echter Wiener“, sondern von dort auch das „Schnackseln“ lernen, beziehungsweise wieder viel über Wien,  seine erotischen Begegnungen in Kunst, Musik und Architektur erfahren und- das kann ich auch noch erwähnen, es passt zufälligerweise hervorragend zu meinem zuletzt gelesenen Buch, nur daß die Erotik hier sinnlicher beschrieben wird und der Sex lustvoller ist.

Aber eigentlich geht es hier aber auch nicht darum, sondern eher, um das erotische Wien und ein kleines Vokabular wie der Wiener den Geschlechtsverkehr nennt, gibt es auch.

Denn man kann ja hier vögeln, ficken oder pudern oder eben schnackseln, der, wie das Buch behauptet, sanfte freundliche Wiener Ausdruck für den Geschlechtsakt, der daher kommt, daß beim „Liebessport“ die Bettstatt manchmal ordentlich wackelt oder zum Schaukeln kommt.

Die Sinnlichkeit wird in dem Buch mit dem Barock in Verbindung gebracht. Aber halt, das ist nicht weit entfernt von Maria Theria, die zwar sechzehn Knder hatte, also wohl auch öfter GV betrieb, aber gleichzeitig eine Sittenkommission einführte, die die Wiener in ihrem Liebesleben beschnüffelte und ordentlich vernaderte.

Maria Theresia hatte auch einen Sohn, nämlich den berühmten Josef II und der soll am Spittelberg, wo es  das Amerlinghaus gibt, aus einem Bordell hinausgeflogen sein.

Aha, sehr interessant, wie auch die Tatsache, daß sich am berühmten Wahrzeichen Wiens, dem „Steffel“ Sexsymbole am Eingang befinden, was mag sich da wohl der Baumeister gedacht haben?

Also vielleicht doch einmal für einen kulturellen oder auch erotischen Besuch nach Wien kommen. Und damit man das  gut informiert tun kann, befinden sich im Buch gleich die besten Sexadressen. Denn da gibt es ja das „Orient Hotel“, für die Liebesstunden und es werden auch Lokale angeführt, in denen man  gut essen kann.

Manche haben einen schönen Ausblick auf die Stadt, wie die Villa Auroraam Wilhelminenberg. Da waren wir auch schon einge Male und haben mit der Anna und der Hilde Schmölzer Geburtstag gefeiert. Da war natürlich nicht erotisch. Aber dort gibt es auch einen schönen Park und da können  die Paare des Nachts herumflanieren und mit ihren Date beginnen.

Aber wie fängt man es an? Was sagt man zu der schönen Frau, deren Augen sind so blau? Richtig, da gibt es Anbahnungslieder von Falco, erster allgemeine Verunsicherung bis zum Nino aus Wien.

Wenn man die Liebste zu Hause antörnen will, kocht man ihr am besten heiße Chilli Schokolade und trinkt sie aus einer Tasse. Das Rezept ist natürlich angefügt und schöne scharfe Illustrationen gibt es auch.

Ein  paar Ausdrücke aus der Sex Anmach Sprache gefällig?

Also was sind Duttln, Gigaritschn und Gogerln?

Mit einem Ausdruck hätte ich allerdings Verständisschweirgkeiten, da für mich „in die Kisten hüpfen“ gestorben sein, beziehungsweise die Kiste nicht das Bett sondern der Sarg bedeuten würde.

Aber gut, der 71, der zum Zentralfriedhof fährt, wird ja auch als Anbahnungsort beschrieben.

Man kann es auch in der Gondl im Riesenrad machen aber da muß man sich beeilen, weil eine Runde übern Wiener Prater nur etwa zehn Minuten dauert und will man es im Park oder in der U-Bahn treiben, muß man aupfassen von der „Kieberei“ nicht erwischt zu werden und eine Strafe wegen Errregen öffentlichen Ärgernisses zu bekommen. Das ist vielleicht noch ein Überbleiblsel aus Maria Theresias Zeiten.

Und die Erotik in der Literatur? Natülich ja, die ist in einem literarischen Blog selbstverständlich auch nicht zu vergessen. Also so viel ich weiß, weiß man noch immer nicht so genau, ob Felix Salten jetzt wirklich die „Josefine Mutzenbacher“ geschrieben hat.

Das Buch ist aber sicherlich empfehlenswert, um zu erfahren, wieviel Mißberauch und Gewalt, die süßen Mädeln von anno dazumal aus den unteren Schichten ausgesetzt waren.

Und da sind wir schon bei Arthur Schnitzler. Der hat den Reigen 1920 geschrieben, die „Liebelei“ auch und dort gibt es ja das süße Mädel.

Die Marianne aus den „Geschichten aus dem Wienerwald“ wird in dem Buch nicht erwähnt. Also füge ich sie hinzu und eine kleine Sexgeschichte, wie sich der im Laufe der Jahrhunderte von der Keuschheitspolizei bis hin zur sexuellen Freihzügigkeit der 1968 verändert hat, gibt es auch  und dann natürlich einen kleinen Ausflug durch das lesbische und quere Wien.

Das gibt es ja auf der Wienzeile, die berühmte „Rosa lila Villa“ mit dem Cafe Willendorf und Dessousgeschäfte und Sexshops gibt es natürlich auch und ein Kapitel mit dem unnützen Sex-Wissen, womit sich der Reigen wieder schließt und man vermutlich sehr viel über das erotische Wien von anno dazumal bis 2017 oder 18 erfahren hat.

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