Literaturgefluester

2019-01-26

Therapeutische Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:04
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Beim „Holzbaum-Verlag“, wo ich mich ja schon so durch alle seine Cartoons und auch das Literarische gelesen habe, habe ich mich wegen meiner elendslangen Leseliste ja  zurückhalten wollen, bin eigentlich kein lustiger Typ, habe aber hier ein bißfchen Humor gelernt und bei den therapeutischen Cartoons kann die Psychotherapeutin natürlich nicht aus, obwohl man hier natürlich den Papa Freud in allei seinen Formen und Facetten begegnet und ich ja Verhaltenstheraueptin bin.

„Wie sieht Psychoanaylse beim Werbepsychologen aus? Woran erkennt man einen Psychiater beim Blind Date? Und was machen Löffel bei der Sexualberatung?“

Diese und andere Fragen beantwortet das Buch beziehungsweise haben die „Besten Cartoonisten“ des In und Auslands ihre Phantasien dazu preisgegeben, verrät der Text am Rücken und das Cover von Dan Piraro ziert ein Hündchen auf der Couch, das lustig vor sich hinplappert „Eigentlich geht es mir gut, ich möchte nur einen Platz, wo ich auf der Couch erlaubt bin.“

So ist oder könnte es sein, denkt sich der listige Cartoonist. Ja und das Freud 1905 eine Studie über den „Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“ geschrieben hat, hat der Beschreibungstext auch noch verraten.

Also blättern wir uns durch das Buch und schauen uns den Sigmund, der ja leicht oder wahrscheinlich durch seinen charakteristischen Bart eher schlecht zu karkieren ist, in allen seinen Farben und Formen an und erfahren ein bißchen was über Sinn und Unsinn der Therapien beziehungsweise die menschlichen Schwächen an:

„Auch Künstler?“, läßt Ari Plikart den Maler den „gewöhnlichen Herrn Doktor“, fragen, als der ihn sein Röntgenbild präsentiert.

Dann sitzt bei ihm sitzt der Papa noch oben auf der Sessellehne und fragt den offensichtlichen Kollegen auf der Couch, der mit einem offensichtlichen Überwachungsgerät auf ihn zielt: „Sie Sie ein Kontrollfreak?“

Das habe ich nicht so ganz verstanden, während ein anderer Psychiater „So, Schluss für heute – ich habe Hunger“ zum Würstchen sagt.

Der mir durch „Holzbaum“ sehr bekannte Daniel Jokesch, hat den Satz „Lebst du noch oder analysierst du schon?“, offenbar von „Ikea gestolhlen“ obwohl „Freud“ auf dem Werbeemblem steht.

Und beim „Deprimat“ von Dorthe Landschuz, hängen vier Affen traurig am Baum herum.

In der „Selbsthilfegruppe der anonymen Harmoniesüchtigen“ lernt man  das Streiten. Die Trainer freuen sich darüber, wenn das ordentlich gelingt, da könnte man natürlich an Heimito von Doderer und seine „Merowinger“ denken und bei der „Klangschalentherapie“, wirft die Frau ihrem Mann die Schale an den Kopf und sagt „Es wirkt! Ich fühle mich schon ein bißchen besser!“, ob das wirklich der Sinn der Therapie sein sollte?

Und noch viel treffender ist der Cartoon, wo der Therapeut „Nun, ich hatte Sie ja gebeten, Ihre Paarprobleme einmal getrennt von einander zu notieren“ und die Frau sitzt vor dem großen Stapel, während der Mann nur ein Blättchen mit „Zu wenig Sex“ vor sich hat.

Beim „Jahrestreffen für Menschen mit sozialen Ängsten“ sind alle Plätze und auch das Vortragspult natürlich leer, hat sich Fussel ausgedacht und HUSE ist auch schön hintergründig „Wie soll denn bitte schön diese langweilige Bootstherapie, „alle meine Probleme auf einen Schlag lösen“, Doc?!“, fragt der Klient im Boot und merkt gar nicht, daß dieser ihn in den Abgrund steuert.

Dann geht bei Kai Flemming der Meister Freud zu Meister Klimt, sieht sein Portrait mit einer Penisnase rügt entsetzt oder belustigt „Nana, was soll das denn Klimt?“, worauf dieser „Pardon, war eine freudsche Fehlleistung!“, sagt und ärgerlich wahrscheinlich, wenn man in den Therapeutin verliebt ist und von ihm statt einen Liebesbrief nur eine Rechnung kriegt, wie Katharina Greve listig zeichnet.

„Ich bin ein Hypochonder Herr Doktor!“, läßt Lo Graf von Blickendorf seinen Patienten sagen, worauf der Psychiater „Ach, das bilden Sie sich nur ein!“, antwortet und Martin Zak dagegen meint, daß „Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen“ ein Schildchen mit „Niemand an Bord“ auf ihren Auto haben

Wahr der Satz von Michael Dufek „Ich könnte meine Sexsucht natürlich therapieren lassen. Ich könnte das Geld für die Therapie aber auch sparen und stattdessen damit in Bordell gehen!“

Das mag sich schon manch einer listig gedacht haben. Zum Glück gibts aber die Therapie auf Krankenschein und Michael Hochschulte nimmt es dagegen zynisch, wenn er Jesus „Mein Vater nimmt ständig Einfluß auf mein Leben sagen und den Therapeuten „Glauben Sie das wirklich?“ fragen läßt, während er zu der Klientin, die lachend auf der Coach „Mir geht es gut!“, meint, „Wahnvorstellungen, also!“, sagen läßt.

Ich würde meinen, sie hat vielleicht eine Manie, sonst wäre sie ja nicht auf der Coach, sondern im Vergnügungspark und Oliver Ottisch mit dem ich ja, glaube ich, bei „Holzbaum“ angefangen habe läßt ein junges Bäumchen den Stumpf „Wie erträgt man nur all die Gewalt in dieser Welt?“ fragen. „Mit der Zeit stumpft man eben ab!“, lautet die Antwort über die es sich auch nachdenken läßt und böse, böse wird es, wenn der Klient „Das ist doch Gehirnwäsche was sie da betreiben!“, sagt und der Therapeut „Wir nennen es Psychoanalyse!“, antwortet. Das kann man wohl nur mit Humor nehmen und sich vielleicht fragen, was Papa Freud wohl dazu gesagt hätte?

Böse, böse und auch ein wenig lustig also. Ein Buch, das sich vielleicht als Weihnachtsgeschenk für den Therapeuten eignen könnte. Der strenge Analytiker, habe ich gehört, dürfte es dann nicht nehmen und ich habe mir überlegt, ob ich es nicht auf den Bücherstapel in mein Vorzimmer für die wartenden Klienten oder Angehörige legen könnte, aber was ist, wenn es mir jemand klaut?

Am Schluß gibts noch ein paar Ankündigungen, für die, die die „Wissenschaftlichen Cartoons“ und die „Kunst in Cartoons“ noch nicht gelesen haben.

Die Namen und die Biografien der sich beteiligt habenden Cartoonisten gibt es natürlich auch.

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2019-01-02

Dein Fleisch und Blut

Filed under: Bücher — jancak @ 00:02
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Nun kommt ein Buch aus dem „Holzbaum-Verlag“, der mir ja immer so getreulich seine Bücher schickt und zur Abwechslung ist es, was mich besonders freut, kein Cartoon, da liegt noch einer in meinem Badezimmer, sondern ein Thriller, ich bin ja mehr für die Literatur, als die Satire, denn der „Holzbaum-Verlag! hat einen Thrillerwettbewerb ausgeschrieben und den hat die 1976 in Wien geborene Journalistin Nicole Marcarewicz gwonnen, die ich  aus Thomas Wollingers „Texthobelwerstatt“ kenne und auch ihren Erzählband „Jede Nacht“ gelesen habe.

Aus dem Vorliegenden Buch habe ich sie beim letzten „Buchquartier“ lesen hören und jetzt habe ich mich ein bißchen durch das Kinderpornographiethema gelesen und ich muß sagen, es ist eigentlich kein Thriller, obwohl die Handlung Spannungselemente von mindestens drei ausweist, die mehr oder weniger geglückt ineinander verwoben sind.

Es geht, denke ich, Nicole Makarewicz, wie auch im Vorwort steht, um das Thema, das sie gekonnt aufgebreiten wollte. Im Vorspann wird auch noch genau erwähnt, daß alles an der Handlung und an den Personen erfunden ist. Recherciert scheint es dennoch genau zu sein. Im Anhang ist auch weiterführende Literatur und die Adressen von den entsprechenden Beratungsstellen angegeben.

Ein Thema also, das mich als Psychologin sehr interessiert und wo ich denke, daß alles, was hier geschildert wird, sehr realistisch ist.

Sehr viel Psychologisches kommt auch darin vor, die Heldin Leah ist keine Superfrau, sondern eine mit sehr viel Kanten und Schwächen, Emotionen, Allergien und psychischen Zusammenbrüchen. Trotzdem erscheint mir viel zu viel in die zweihundertzwanzig Seiten hingeingepackt zu sein und einiges an der Handlung auch unlogischk, so wußte ich schon in etwa der Mitte, wer der Täter ist, denn Leah hat ja nur einemMenschen von ihrem Verdacht erzählt und auch so ist die Leah, die Journalistin, die sich für das Thema Kinderpornographie interessiert und ein Buch darüber schreiben will, viel zu viel von den Fakten umgeben, als, daß es abgesehen von der Sachlage, wirklich realistisch sein könnte.

Es beginnt mit einem sehr beeindruckenden Bild, ein kleines Mädchen mit leeren Augen wird am Straßenrand gefunden, an ihm hängt ein Zettel „An Leah Sebelia“ , aber eigentlich hat es schon viel früher begonnen. Nämlich mit Leahs Recherchen für ihr Buch, in die sie sich verbeißt und sie bekommt auch einen Zugang zu einen Pädophilenforum geschickt.

Es passiert aber noch etwas anderes. Sie liest plötzlich in der Zeitung, daß ein Mann, der den Namen ihrers Vaters trägt und von dem ihr ihre Mutter immer erzählte, daß er gestorben ist, als sie ein Kleinkind war, jetzt wirklich verstarb. Sie geht zum Begräbnis und lernt da ihre gehörlose Halbschwester Mara kennen, die als Hackerin sehr erfolgreich ist.

Von ihrer Mutter erfährt sie dann noch, daß der Vater sie als Baby mißbraucht  hat, so daß sie sich von ihm trennte, was schon einmal zu einem psychischen Zusammenbruch Leahs führt.

Das ist aber nur eine Nebengeschichte, denn Leah bekommt auch seltsame Mail von einem, der sie auf eine Fährte führen will und wenn sie das tut, Mara heckt für sie die Mitglieder des Pädophilenrings, die alle Namen aus Kinderbücherm, wie „Sindbald“ oder „Baloo“, der Bär tragen, werden die dann ermordet und die Polizei findet Leah am Tatort, während der Täter entwischt.

Sie hat aber einen Zugang zur Polizei, nämlich den Leiter der Kinderportnograhieabteilung, der sie unterstützt und dem sie vertraut und sie hat auch einen Freund namens Max und dann noch einen anderen mit dem sie recherchieren geht.

Aber Max, der, glaube ich, Jurist ist, ist über Leahs verbissene Recherche nicht so erfreut, so trennt er sich von ihr. Sie kommt ihm aber, als sie wegen ihres Vater in der Krise steckt besuchen und da entdeckt sie eine „Winniepuh-Figur“, beginnt ihn zu verdächtigen, teilt ihren Verdacht auch mit und er wird dann auch ermordet, obwohl es offenbar ein Irrtum war.

Der Täter wird dann schließlich entlarvt. Vorher gibt es aber noch eine Spur zu dem entführten Kind einer ukrainischen Prostituierten. Das ist das kleine Mädchen an der Autobahn. Leah recherchiert in „Wolfis Bar“, wo sie arbeitete. Eine andere Ukrainierin, die ihr einiges erzählt, wird ermordet und die Spuren führen und das ist, glaube ich, nach einem realen Fall erzählt, der schon länger her ist, zu einem höheren Beamten eines Ministeriums, der an den entführten Kindern der Prostiuierten, die dann dem Ring als „Frischfleisch“ zur Verfügung gestellt werden, beteiligt sein könnte, wobei hier einiges auf Leahs Speukaltionen beruht und nicht wirklich aufgeklärt wird.

Es geht trotz der vielen Mordfälle gut aus. das heißt die kleine Elina wird gerettet, bekommt eine Psychotherapie und eine Pflegefamilie und Leah besucht sie einmal in der Woche, um mit ihr zu spielen und wir haben viel über das Thema Kinderponrographie in allen seinen Facetten erfahren und einen sehr spannenden, ein wenig zu klischeehaften Krimi gelesen von dem mir vor allem gefallen hat, daß diese Leah ein Mensch mit Emotionen und Schwächen ist, die auch mal zusammenbricht, aber eigentlich viel zu viel erlebt, als daß es realistisch sein könnte.

Aber das lernt man ja in den Schreibwerkstätten und Romanschulen, daß alles spannend und übertrieben sein soll und so hat sich Nicole Markarewicz wahrscheinlich an dieses Prinzip gehalten.

Ich hätte es realistischer gefunden, wenn kurz der Mißbrauch als Baby erwähnt werden würde, um Leahs Besessenheit für dieses Thema zu erklären, statt nach dem Show not tell Prinzip ein Begräbnis und eine gehörlose Schwester zu erschaffen.

2018-05-20

Cartoons zur Hochzeit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:59
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Jetzt kommt wieder was aus dem „Holzbaum-Verlag“, der zu meiner Freunde wieder etwas literarischer  wird, hat er doch im Vorjahr einen Thrillerwettbewerb ausgerufen und da wird im Herbst das Siegerbuch erscheinen.

jetzt geht es aber weiter mit der Cartoon-Reihe von der ich ja schon eine ganze Sammlung in den verschiedensten Größen habe und die „Cartoons zur Hochzeit“ sind ein grün gehaltenes kleines Heftchen, in dem drei Heuchschrecken auf dem Cover zu sehen sind und die Pfarrerschrecke zur Braut „Sie dürfen jetzt den Bräutigam fressen!“, aha, gut in der Naturgeschichte aufgepasst oder jetzt wieder was dazu gelernt und das Thema Hochzeit scheint in Zeiten, wie diesen, wo es ja regelrechte Brautplanungsgesellschaften und solche Geschäfte gibt, die meine Klienten, wenn sie zu solchen Hochzeiten eingeladen sind, mehr als einmal stöhnen ließen, ein heißes Thema und das Büchlein ist sicher auch sehr gut als Präsent zur Hochzeitsfeier geeignet, man kann es ja in ein quadratischen Kuvert stecken und den meist dazugewünschten größeren Schein dazulegen oder es zu einem Röllchen formen und mit einer schönen Schleife dekorieren.

Herausgegeben ist es wieder von Clemens Ettenauer, gezeichnet haben die üblichen Wiederholungstäter Ari Plikat, der den Bräutigam die Braut praktischerweise gleich in die Küche tragen läßt, Dorthe Landschulz, wo sich der wahrscheinlich noch nicht Bräutigam, als beziehungsunfähig erklärt, weil er ihr beim Beziehen der Bettwäsche helfen soll, aber vielleicht ist es auch schon der Ehemann.

Egon forever ist, glaube ich, neu im Bunde der Holzbaum-Cartoonisten, HUSE läßt die Schnecken „zu mir oder zu dir?“, fragen und Jean la Fleur macht sich über die Burkaträgerinnen lustig in dem er „Jeder Topf findet seinen Deckel“ postet, Katzi macht sich an die Statistiken und klärt dabei ein paar wichtige Fragen, etwa die „Wer bei der Hochzeit den meisten Spaß hat“ oder „Was Singlemänner öfter kaufen als die die in festen Beziehungen leben“.

Marco Finkenstein klärt in seinem Bild die Eßgewohnheiten.  Markus Grolik führt den „Heirat-O-Mat“ in das Büchlein ein und erklärt uns auch  wie „Bäcker ihre Heiratsanträge machen?“.

Cartoons von Matrattel und und Michael Dufek gibt es auch. Das Coverbild stammt von Olga Hopfauf.

Schilling & Blum läßt Pinguine verwirre „So, so – ich sehe also aus wie deine Deine-Ex“, aber vielleicht sind das auch Burkaträgerinnen, die diese Frage stellen können? Uwe Krumbiegel läßt „die Pfunde purzeln“, ein böser Cartoon füge ich die politisch korrekte Gutmenschin gleich hinzu, am Schluß erfahren wir noch etwas über „Jin und Jan inder Ehe“ und wär es noch genauer will, kann sich am Beschreibungstext orientieren:

„Wie sieht der Heiratsantrag eines Bäckers aus? Warum beenden Polygamisten eine Beziehung? Wie arbeiten Scheidungsfotografen? Und wer hat bei der Hochzeit eigentlich am meisten Spaß? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet.“

„Aha!“, kann man da nur sagen und nach dem Büchlein greifen, das auch nur wohlfeile fünf Euro kostet.

2018-02-04

Schnackseln wie ein echter Wien

Filed under: Bücher — jancak @ 00:25
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Ich bin ja mittlerweile eine „Holzbaum-Spezialistin“ und habe viele, nicht alle Publikationen dieses kleinen, aber feinen Verlages, der sich  2012 bei mir gemeldet hat und mir fortan seine Bücher anbietet, gelesen.

Zuerst waren noch ein paar literarische Publikationen dabei, dann kamen die Cartoons und die „Unnützen Wien-Bücher“ in allen Varianten und Formen. Graphiken und Sprachführer sind auch dabei.

Für jeden Geschmack etwas könnte man sagen und  durch „Holzbaum“ zumWienspezialisten werden. Denn da gibt es mittlerweile sehr viel und so kann man inzwischen nicht nur „Schimpfen wie ein echter Wiener“, sondern von dort auch das „Schnackseln“ lernen, beziehungsweise wieder viel über Wien,  seine erotischen Begegnungen in Kunst, Musik und Architektur erfahren und- das kann ich auch noch erwähnen, es passt zufälligerweise hervorragend zu meinem zuletzt gelesenen Buch, nur daß die Erotik hier sinnlicher beschrieben wird und der Sex lustvoller ist.

Aber eigentlich geht es hier aber auch nicht darum, sondern eher, um das erotische Wien und ein kleines Vokabular wie der Wiener den Geschlechtsverkehr nennt, gibt es auch.

Denn man kann ja hier vögeln, ficken oder pudern oder eben schnackseln, der, wie das Buch behauptet, sanfte freundliche Wiener Ausdruck für den Geschlechtsakt, der daher kommt, daß beim „Liebessport“ die Bettstatt manchmal ordentlich wackelt oder zum Schaukeln kommt.

Die Sinnlichkeit wird in dem Buch mit dem Barock in Verbindung gebracht. Aber halt, das ist nicht weit entfernt von Maria Theria, die zwar sechzehn Knder hatte, also wohl auch öfter GV betrieb, aber gleichzeitig eine Sittenkommission einführte, die die Wiener in ihrem Liebesleben beschnüffelte und ordentlich vernaderte.

Maria Theresia hatte auch einen Sohn, nämlich den berühmten Josef II und der soll am Spittelberg, wo es  das Amerlinghaus gibt, aus einem Bordell hinausgeflogen sein.

Aha, sehr interessant, wie auch die Tatsache, daß sich am berühmten Wahrzeichen Wiens, dem „Steffel“ Sexsymbole am Eingang befinden, was mag sich da wohl der Baumeister gedacht haben?

Also vielleicht doch einmal für einen kulturellen oder auch erotischen Besuch nach Wien kommen. Und damit man das  gut informiert tun kann, befinden sich im Buch gleich die besten Sexadressen. Denn da gibt es ja das „Orient Hotel“, für die Liebesstunden und es werden auch Lokale angeführt, in denen man  gut essen kann.

Manche haben einen schönen Ausblick auf die Stadt, wie die Villa Auroraam Wilhelminenberg. Da waren wir auch schon einge Male und haben mit der Anna und der Hilde Schmölzer Geburtstag gefeiert. Da war natürlich nicht erotisch. Aber dort gibt es auch einen schönen Park und da können  die Paare des Nachts herumflanieren und mit ihren Date beginnen.

Aber wie fängt man es an? Was sagt man zu der schönen Frau, deren Augen sind so blau? Richtig, da gibt es Anbahnungslieder von Falco, erster allgemeine Verunsicherung bis zum Nino aus Wien.

Wenn man die Liebste zu Hause antörnen will, kocht man ihr am besten heiße Chilli Schokolade und trinkt sie aus einer Tasse. Das Rezept ist natürlich angefügt und schöne scharfe Illustrationen gibt es auch.

Ein  paar Ausdrücke aus der Sex Anmach Sprache gefällig?

Also was sind Duttln, Gigaritschn und Gogerln?

Mit einem Ausdruck hätte ich allerdings Verständisschweirgkeiten, da für mich „in die Kisten hüpfen“ gestorben sein, beziehungsweise die Kiste nicht das Bett sondern der Sarg bedeuten würde.

Aber gut, der 71, der zum Zentralfriedhof fährt, wird ja auch als Anbahnungsort beschrieben.

Man kann es auch in der Gondl im Riesenrad machen aber da muß man sich beeilen, weil eine Runde übern Wiener Prater nur etwa zehn Minuten dauert und will man es im Park oder in der U-Bahn treiben, muß man aupfassen von der „Kieberei“ nicht erwischt zu werden und eine Strafe wegen Errregen öffentlichen Ärgernisses zu bekommen. Das ist vielleicht noch ein Überbleiblsel aus Maria Theresias Zeiten.

Und die Erotik in der Literatur? Natülich ja, die ist in einem literarischen Blog selbstverständlich auch nicht zu vergessen. Also so viel ich weiß, weiß man noch immer nicht so genau, ob Felix Salten jetzt wirklich die „Josefine Mutzenbacher“ geschrieben hat.

Das Buch ist aber sicherlich empfehlenswert, um zu erfahren, wieviel Mißberauch und Gewalt, die süßen Mädeln von anno dazumal aus den unteren Schichten ausgesetzt waren.

Und da sind wir schon bei Arthur Schnitzler. Der hat den Reigen 1920 geschrieben, die „Liebelei“ auch und dort gibt es ja das süße Mädel.

Die Marianne aus den „Geschichten aus dem Wienerwald“ wird in dem Buch nicht erwähnt. Also füge ich sie hinzu und eine kleine Sexgeschichte, wie sich der im Laufe der Jahrhunderte von der Keuschheitspolizei bis hin zur sexuellen Freihzügigkeit der 1968 verändert hat, gibt es auch  und dann natürlich einen kleinen Ausflug durch das lesbische und quere Wien.

Das gibt es ja auf der Wienzeile, die berühmte „Rosa lila Villa“ mit dem Cafe Willendorf und Dessousgeschäfte und Sexshops gibt es natürlich auch und ein Kapitel mit dem unnützen Sex-Wissen, womit sich der Reigen wieder schließt und man vermutlich sehr viel über das erotische Wien von anno dazumal bis 2017 oder 18 erfahren hat.

2018-01-02

Wir haben nämlich beide eine Zahnspange, aber er nur oben

Filed under: Bücher — jancak @ 00:45
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Das etste Buch im neuen Jahr ist eines, das schon auf meiner Leseliste für 2017 gestanden ist, ein schönes kleines rosa Büchlein aus dem „Holzbaum-Verlag“ mit Herzchen auf dem Cover.

Diana Köhles gesammelte Einträge aus den Tagebuchslams, die sie neben den Poety Slams, von mir verborgen, offenbar seit vier Jahren moderiert.

Aber, daß Tagebuch schreiben oder vorlesen seit einigen Jahren „in“ ist, weiß ich, denn da gibt es ja eine Dame, die ich, glaube ich, einmal bei der Ruth kennenlernte, die den sogenannten „Tagebuchtag“ veranstaltet. Da kann man eine Lesung daraus halten oder organisieren und sie sammelt das dann in einem Programm.

Da habe ich mich nie angemeldet, obwohl das „Literaturgeflüster“ ja auch ein öffentliches Tagebuch ist, eines über mein Schreiben, mein Lesen und mein Leiden am Literaturbetrieb, wie man es etwas pathetisch ausdrücken könnte.

Richtiges Tagebuch habe ich auch schon immer geschrieben und kann mich erinnern, daß ich, als ich etwa zehn war, ein solches zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekommen habe. Ich hab dann etwa hinein geschireben: „Ich will mir mein Tagebuch schön gestalten“, habs dann zugemacht und das Schloß nicht mehr aufbekommen.

So daß ich meine Eltern zur Hilfe rufen mußte, wie peinlich, denn die haben das natürlich gelesen und das wäre dann wahrscheinlich etwas für den Tagebuchslam, wo wenn ich das richtig verstanden habe, die Leute aus ihren Tabebücher lesen und die Zuhörer beklatschen einem dann und wählen den Sieger aus, der, wenn ich es wieder richtig verstanden habe, symbolisch oder echt tausend Schilling dafür bekommt, denn den Schilling gibt es ja schon lang nicht mehr.

Ich war, wie schon geschrieben, nie auf einer Tagbebuchslamveranstaltung, wohl aber im November  auf der über den „Open Mike“ im  Literaturhaus, an dem Tag hat mir „Holzbaum“ glaube ich „Den allerletzten Tage der Menschheit“ geschickt, sowie den Katalog und da bin ich, glaube ich, auf das schöne rosa Büchlein, das mir dann im Literaturhaus die neben mir sitzende ältere Dame zeigte, die bei diesen Slams mitbmachte und, glaube ich, sogar die Texte ihrer 1916 geborenen Mutter vorgelesen hat.

Jetzt habe ich das kleine Buch gelesen und bin immer noch ein wenig skeptisch, ob man sich über seine Tagebücher lustig machen soll? Ich würde das nicht tun, aber die Leute, die dort lesen, tun das ja freiwillig, während ja schon Tagebücher veröffnentlicht wurden, wo man nicht sicher sein kann, ob die Schreiber das wirklich wollten?

Heinrich Bölls „Kriegstagebücher“ wären so ein Beispiel und bei der Anne Frank kann man sich auch nicht sicher sein, ob sie das wirklich so veröffentlicht haben hätte wollen, obwohl sie sie ja, glaube ich, bearbeitet hat und auch Schriftstellerin werden wollte.

Bei den Slams ist das aber so und da wird wahrscheinlich auch viel gelacht und Diana Köhle, hat sich, glaube ich, bei der Herausgabe viel Mühe gemacht, ein Vorwort dazu geschrieben und eine kleine Statistik über das Alter der Teilnehmner, die meisten sind sehr jung, die alte Dame mit der Mutter gibt es aber und einen vierzigjährigen Hans, in dem ich den Hans Kantischar vermuten würde, den Psychologen, der über dem Literaturhaus wohnt und bei den Poety Slams auftritt und auch bei dieser Flüchtlingsveranstaltung gelesen hat, gibt es auch.

Die Einträge sind in verschiedene Kapitel aufgeteilt und bei manchen, nicht bei allem, kann man anschließend selbst dazu schreiben, wie man seinen „Skikurs“ empfunden hat oder kann über seine „Lieblingsbands“ schwämren.

Das erste Kapitel heißt „Höhepunkt“ und da schreibt und das ist ganz interessant eine elfjährige Lore, ist das die alte Dame aus dem Literaturhaus, am 11.12 1950 „Unser Bundespräsident  Dr. Karl Renner feiert am Donnerstag seinen achtzigsten Geburtstag“

Das klingt jetzt ein bißchen brav und bierder, aber um nichts mißzusverstehen und das Buch vielleicht gar nicht erst aufzuschlagen, es gibt noch andere Einträge in diesem Kapitel, wo sich beispielsweise eine Tanja, 17, 2010 um „ihre Entjungferung“ sorgt.

Dann gehts zur „Schule, Skilager & Lernen“ und zu „Musik, Stars, Fernsehen & Film“, wo man, wie schon erwähnt seine eigenen Erlebnisse niederschreiben kann.

Da erwähnt eine Gabriele beispielsweise, daß sie  1998 den Film „Titanic“ gesehen hat.

„Er war sehr trauig, es hat immer jemand geweint“ und „Am 26. Juni 2009 ist Michael Jackson, der  King of Pop gestorben.“, wie die dreizehnjährige Lea am 9. 7. 2009 schreibt.

Man sieht, das sind die Einträge, die die Schreiber bewegten. Übers Rauchen, was ja inzwischen unter achtzehn streng verboten ist, geht es bei „Freunde und BFF“ auch und da wundert sich 2001 beispielsweise eine Anja, 13 Jahre, daß das „so total einfach“ ist.

Jetzt habe ich aber auf das Kapitel „Familie“ total vergessen, wo Jules 13, seine Eltern stöhnen hörte, was aber „macht (glaub ich) nix. Is ja normal, was Eltern so tun. Und es ist auch kein Verbrechen, dass ich was gehört hab.“

Da tritt dann auch der Hans auf, der 1992, mit vierzig, den Dialog zwischen Antonia und ihrer Oma beschreibt, wo die erstere, der zweiten auf den „Busi“ schauen will, was die Großmutter  streng verwehrt und bis zur Morddrohung, beziehungsweise Messer holen geht, was der Enkelin nichts macht, daß sie dann keine Oma hätte, wenn sie die aufschneiden würde, weil es ja noch eine andere gibt.

Na ja, die Jugend ist brutal, könnte man denken, 1992 wahrscheinlich genauso wie 2018, was man dann wahrscheinlich bei den nächsten oder übernächsten Slams wird hören können,

Im Buch gehts dann sehr lang, nämlich über sechzig Seiten zu „Love, sex, boys & girls“, wo wir Dinge erfahren, die schon zum beispiel bei den „Höhepunkten“ angeschnitten wurden, wie das Zungenküssen geht, zum Beispiel oder wie die ersten Liebeserfahrungen waren.

„Ich finde Manuel irrsinnig deppert. Ich liebe jetzt jemanden  anderen“, meint die elfjährige Constanze, da zum Beispiel am 27. 11. 1991 und so weiter und so fort, bis es in den „Urlaub“ geht.

Von dort geht es dann über den „Glauben & Feiertage“

„Hallo, liebes Tagebuch! Morgen kommt der Osterhase, ich glaube nicht mehr daran! Tschüss, liebes Tagebuch“,  schreibt,“ Charlotte, 8 Jahre“ sehr lakonisch, zu den „Zeitgeschnissen“, wo der elfte September 2001 und noch einiges andere thematisiert wird und man sehen kann, wie sich das auf die Kinderseelen auswirkte, über einiges andere zu den „Listen &Aufzählungen“:

„Steckbrief von David Duchovny

Name: ist doch wohl klar

Geburtsdatum: 7. August 1960 (Shit!“)

Geburtsort: New York

Hat ne Tochter (Shit)

Und eine Frau  (Shit! Shit“)

Paola, 13 Jahre“

und  den „Tagebuchanfängen & Enden“.

Dann kommt man gleich zu den „Infos  zum Tagebuchslam“, wo man genau nachlesen kann, wann und wo die stattgefunden haben.

Einen Lebenslauf der Herausgeberin mit einem Foto, wo man sie als Fünfzehnjährige mit der Zahnspange sieht, gibt es auch und eine Mailadresse, wenn man selber an einem Tagebuchslam mitmachen will: diana@liebestagebuch.at.

Die kann man, wenn man will, gebrauchen, denke ich und für alle die noch nie ein Tagebuch geführt haben, gibts dann Platz für den ersten Eintrag.

Da kann man dann genau aufschreiben, was am 5. 4. 2018, 2019 und 2020 war, kann seine Krisen, Höhepunkte und noch vieles andere angeben und hat, wenn man das Büchlein durchgelesen hat, wohl auch einen kleinen Einblick über das Tagebuchschreiben der letzten Jahre bekommen.

Interessant denke ich, denn jetzt weiß ich, daß es einen Tagebuchslam gibt, meine Tagebücher würde ich, wie schon erwähnt, dort noch immer nicht vorlesen, habe sie aber, als die Anna das Haus am Almweg verkauft hat und ich sie dort vergessen hatte, vom  Käufer zurückbekommen, sonst hätte der sie vielleicht dort vortragen können und ich würde wohl „Shit“, in Anlehnung an das Obige schreiben und würde sonst, glaube ich, auch nicht so gerne über die „ersten Lieben“ und die „ersten Zahnspangen“, bin aber, wie ich schon öfter erwähnte, auch ein eher humorloser Typ.

 

2017-12-28

Kunst in Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Nach dem Weihnachtsbuch für alle Schwiegermütter geht es zwischen Weihnachten und Silvester mit ein bißchen Kunst beziehungsweise Cartoons weiter, denn „Holzbaum“ hat da einen neuen Karikaturenband herausgebracht.

„Kunst in Cartoons“ gibt es das nicht schon?“, denke ich und blättere in meiner Karikaturensammlung, da gibt es die über Katzen, Hunde, Weihnachten, Wien, Fußball und richtig, ja natürlich die „Cartoons über Kunst“ gibt es auch und sie sind vor fünf Jahren vor Weihnachten herausgekommen.

Aber über Kunst kann man immer Cartoons machen, haben sich die Herausgeber wohl gedacht oder vielleicht auch, das zieht immer und passt für alle Kunstinteressierten bestens unterm Weihnachtsbaum.

Also ein neues Cover, ein schönes schwarz-weiß Design, eine Ausstellung im „Shop der Künste“ gibt es auch. In der Ltzten waren wir, glaube ich. Seit da hängt ein Bild in meinem Wartezimmer, das der Alfred zuerst seinem Chef schenken wollte, sich das dann aber doch nicht traute.

Seither stehen die Kinder davor und fragen begierig ihre Mütter „Mama schau, was ist denn das?“

Ernst ist das Leben, eitel die Kunst!“, steht am Buchrücken und „Höchste Zeit, dass sich mal wieder eine Riege erstklassiger cartoonisten dem Thema KUNST widmet. Erfahren sie endlich alles, was Sie schon immer darüber wissen wollten: Müssen Aktmodelle etwas Anziehendes haben? Wie verhält man sich korrekt an der Schlacht am Eröffnungsbuffet? Wie viele Künstlerohren muss man abschneiden, um Inspiration zu erlangen? Und wo kann man die schönsten Kunstfälschungen kaufen?

Treten Sie ein in die bilderwelt von Ari Plikat, Bruno Haberzettl, BURKH, Daniel Jokesch, Dorthe Landschulz, HUSE,  Katharina Greve, Mattratel, Oliver Ottitsch, Stefan Kahlhammer, Til Mette und vielen mehr. Denn erst ist das Leben, heiter die Cartoons!“

„Aha!“, denke ich wieder und schlage das Bändchen auf, um mich auf einen Rundgang zu begeben und da ich da an meinen zwei Praxistagen tue und das Vorgängerbuch in Harland stehen habe, kann ich die beiden Bücher nicht direkt vergleichen.

Ein paar Bilder erscheinen mir bekannt. Eines habe ich, wie erwähnt in meinem Wartezimmer und da es vielleicht das Vorgängerbuch auch noch zu erwerben gibt, kann man die Bände selbst vergleichen  und seine „Holzbaum-Cartoon Sammlung“ vielleicht um ein oder zwei Bände erweitern.

Es beginnt also im Museum mit dem Coverbild, geht dann zu „BottiShelli“, zu Gustav Klimt und dann zu einem Schrei, der leider nur ein „Gähnen“ geworden ist und die Steinzeitmama ist entsetzt, ob der Zichnung, die das Steinzeitkind an die Wand gemalt hat.

„Das geht ja in 10000 Jahren nicht wieder weg!“, sieht man sie stöhnen und sich an den Kopf greifen.

„Kein Angst!“, könnte man ihr antwortet. Dann wird es ein „Holzbaum-Karikaturenband“ und berühmt und „Tiere zum Anmalen“ gibt es für alle nicht-Steinzeitkinder natürlich auch.

Adolf Hitler wird wieder karikiert und in der „Langen Nacht der Museen“ schlafen alle ein.

Der „Kunstdünger“ istnatürlich viel viel teuer, als das Original und  „Michelangelo 2.0“ gibt es auch zu bewundern.

Auf Seite 29 gibt es den schon zweimal erwähnten Cartoon von Dorthe Landschulz zu bewundern, der in meiner Praxis hängt. Ein Nitsch an der Wand, der Chef unter Schreibtisch und die Sekretärin sagt ungerührt „Sieh an, sieh an, der Hinrichs hat ein neues Gemälde. Dafür ist also Geld da!“

Dann malen Maler „Pampelmusen“, die keine richtigen haben und der „Tatorumrisszeichner“ wird auch selber einmal kreativ.

Die Kunstfälscher unterhalten sich, wie schon in der Beschreibung steht, ob sich ein Rembrandt besser als ein Mondrian fälschen läßt. Das eine merke ich für die, die es nicht wissen sollten, an, dauert viel länger. Gehört also wahrscheinlich zur brotlosen Kunstfälscherkunst und weil wir gleich beim Thema sind, hat sich der brotlose Künstler oder Dorthe Landschulz gleich selber das Brot auf seine Bilder gemalt.

Dann geht es natürlich zu den Grafiken, denn da gibt es ja auch schon ein paar schöne „Holzbaum-Bändchen“.

Aso wer es wissen will „Was Künstler über den Galeristen sagen, wenn er ihre Arbeiten nicht gut findet?“, schaut am besten auf Seite 54 nach und auf Seite 55 kann man erfahren „Warum die Leute ins Museumsquartier gehen?“

Ich gehe im Sommer wegen der „O – Töne“ und im Winter wegen des „Ohrenschmauses“

Und, merke ich mal an,  gehöre da, wie sich herausstellt, zu einer Minderheit.

Und dann kommen wir, weil man ja nicht alles spoilern und sich jeder sein Bild selber machen soll, schon zu Oliver Ottitsch, den ich ja auch bei „<holzbaum“ kennengelernt habe.

Da geht es in die „Steinzeit-Vernissage“ und das Cover vom letzten Band, kann man,  glaube ich, auf Seite 88 sehen.

„Also ich finds primitiv!“, sagen die Steinzeitmenschen, vielleicht zu dem, was auf Seite7 das „Steinzeitkind“ schon malte und Rudi Hurzlmeier bittet auf Seite 93 zum Steinzeitbuffet.

Den „dürren Feldhasen“ gibt es auf Seite 100 von Stefan Kahlhammer gemalt und seit der „Weinkontor“ zum „Künstlerbedarf“ wurde, boomt das Geschäft. Auch ein böses Vorurteil könnte man so sagen, sich ärgern oder aufs „Modern ART WC“ gehen, wo die „Kleine Kunst fünfzig Cent, die Große dageben einen Euro“, kostet.

Und wir bleiben in der „Steinzeit“ oder gehen bei Tom Toro auf Seite 111 aus dieser hinaus.

„He`s done it all. there`s nothing left to draw“, sagen die Steinzeitmenschen und wir sind und bleiben auf Band drei der „Cartoons über Kunst“ oder der „Kunst in Cartoons“ gespannt, denn da bleibt und gibt es, denke ich, sicher noch sehr sehr viel zu karikieren.

2017-12-26

Der allerletzte Tag der Menschheit

Pünktlich zum Jahreswechsel und nach der Regierungsumbildung gibts hier etwas vom „Holzbaum-Verlag“, der es ja gerne satirisch hat.

So hat sich Daniel Jokesch doch 1914 den „Letzten Tagen der Menschheit“ angenommen, der 1981 in Klagenfurt geborene Hosea Ratschiller hat 2016 ein Kabarettprogramm mit dem Titel „Der allerletzte Tag der Menschheit – jetzt ist wirklich Schluß“ gemacht und wurde dafür 2017 mit dem „Salzburger Stier“ ausgezeichnet.

„Holzbaum“ hat ein Buch daraus gemacht, Stefanie Sargnagel die Cartoons dazu gezeichnet und so erfahren wir zwischen den Jahren, wie das doch so schön heißt, was alles an diesem letzten Tag passieren kann.

„Ein Protikoll über den allerletzten Tag der Menschheit. Österreich an einem  heißen Sommertag“, steht am Buchrücken.

Zugegeben das passt nicht ganz zur Jahreszeit. Am Cover sieht man im schönsten Türkis eine Landstraße und da rennt, was wieder passender ist, mit einer Flasche Champus in der Hand, dafür im offenen schwarzen Anug und ohne Schuhe wahrscheinlich der Kabaretist und Autor entlang und führt uns vor, was alles an diesem Tag, wo sich alle vor dem dritten Weltkrieg fürchten, wo sich der kleine dicke Mann aus Nordkorea und der mit der komischen Frisur in Amerika nichts schenken, passieren könnte.

In drei Teilen wird das auf über sechzig Seiten geschildert und weil sich Hosea Ratschiller offenbar an sein großes Vorbild angelehnt hat, ist das Büchlein einem „Venustheater“ zugedacht.

„Tadellos bespielbar“ steht noch datzu in einer Klammer und ein Motto gibt es  auch.

„Natürlich ist auch bei uns nicht alles tadellos gelaufen. – Karl Habsburg 2014“

Band 1 beginnt am Vormittag, besser um 4.20 in der Früh, da erwacht der Chefredakteur der auflagenstärksten Bouvardzeitung Österreichs gerade schweißgebadet, dann geht auf einen Bauernhof nach Kärnten, wo Herr und Knecht gerade frühstücken. Stefanie Sargnagel hat immer sehr schöne Figuren dazu gezeichnet, die lustig den Abgrund entlangschlendert, auf der letzten Seite sieht man sie dann hinunterpurzeln.

Um 6.45 kommt der Professor stockbesoffen im Frack nach Hause, findet einen Dissertaten im Schrank und der erzöhlt ihm freudestrahlend, daß er seine Dis über das „Tarnverhalten bei Edelfalter in der Paarungszeit“ nicht für sich selber sondern für einen Minister schreibt, weil man als solcher ja einen Titel haben muß.

Eine Eli Schalek, wiederum wahrscheinlich dem Vorbild geschuldet, gibt es natürlich auch, die erscheint in Band 2 am Nachmittag um 12.32 um genau zu sein und eröffnet die Diskussion zwischen dem „Regional erfolgreichen Goa Dj und dem Bilanhzanalyst Funny Günter zu einem Facebookpost mit der Überschrift „Weltkrieg heute sehr wahrscheinlich“

Es geht dann, wie man auch am Buchrückentext erlesen  kann, in eine leicht renovierungsbedürftige Altbauwohnung nach Linz, wo die Geiseln mit Handschellen an die Heizung gekettet sind und begierig die Münder öffnen, wenn die Hausfrau mit der Gießkanne kommt und in das „Wellness Spa „Namaste“ geht es um 14. 22 auch. Da läßt sich dann ein Minister massieren und schreit ständig nach der Polizei.

Einen niederösterreichischen Redewettbewerb „ER WIN“ gibt es scho den ganzen Vormittag und wir können noch um 15. 20 in Mödling Kostproben daraus hören.

Am Kebabstand steht, nach Stefanie Sargnagel offenbar eine Frau in schwarzen Mantel mit Kopftuch und wetzt das Messer, während ihr Bruder als Transvestit erscheint.

In Salzburg werden die Festspiele eröffnet, richtig es ist ja Sommer und da gibt es auch ein Interview zwischen einem Waffenhändler und einer Journalistin.

Der Abend beginnt um  18.22 in einem Pfarrhaus, während im Gefängnis, die als Minisistranten auserkorenen Häftlinge auf ihren Hochwürden warten.

Um 20.20 kommt der Bundeskanzler von Österreich ausnahmsweise einmal früher heim und wird von seiner Gattin mit „Spaghetti Cabornara“ erwartet und in der Hofburg wird in einer Gala, der „Schauspieler des Jahres“ ausgezeichnet, der ist ganz schön gemein zu seiner Gattin, aber die ehemals Feministin, weiß sich zu rächen, stößt ihm eine Füllfeder in die Kehle und sitzt schließlich um 23.20 mit Bljutspritzern am Heldenplatz und spricht ins Mobiltelefon.

Geschafft, geschafft, die nächste Seite gehört, wie schon erwähnt, Stefanie Sargnagel, wo alle Schäfchen oder Ratten brav in den Abgrund voranmarschieren und wer neben den üblichen Jahresrückschauen etwas Satirisches zum Lesen oder Verschenken haben will, dem kann ich das Büchlein nur empfehlen.

Vielleicht kommt es, wenn man es rasch bestellt noch vor dem Jahreswechsel, so daß man es sich zwischen Sekt und Walzerklängen noch rasch einschieben kann und wer es erst 2018 bekommen sollte, macht ja nichts, da sieht man dann ja nu wahrschein, daß die Welt trotz allem noch immer nicht untergegangen ist und sich lustig weiterdreht.

2017-07-16

Wien in Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:10
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Eigentlich habe ich „Wien in Cartoons“, das kleine rote Büchlein mit dem furzenden Kaiser Franzl am Cover gar nicht bestellen wollen, habe ich ja schon „Cartoons über Wien“, gelesen die „unnützen-Wien Bücher“ durchgeblättert und zuletzt das schöne Wien auch noch angeschmiert.

Aber dann bin ich mit der Ute und dem Andreas aus Leipzig vom Naschmarkt kommend durch das Museumsquartier zum Bus zur Kirche am Steinhof gegangen und dort in den „Shop der komischen Künste“, das die „Wien-Cartoons“ gerade ausstellt, um meinen Gästen auch dieses Stück von Wien zu zeigen und habe nicht widerstehen können, denn ich bin  nun einmal eine waschechte Wienerin mit der berühmten böhmischen Omama, habe mein Strohwitwendasein für verschiedene Wien-Spaziergänge verwendet und mit der Ruth, die beim Spaziergang durch das MQ auch dabei war, fünfmal den öffentlichen Raum erforscht, was liegt also näher sich mit den Wien-Klischees zu beschäftigen, schon um nachher zu schreiben „Aber bitte, so ist es ja wirklich nicht!“ und dann hat mich auch noch der „Picus-Verlag“ mit einem anderen Wien-Klischee- Buch versorgt, mit dem ich mit dem Joseph Kaiser in die Normandie zu seiner Elisabeth gefahren bin.

Also durch die Cartoons von denen ich beim ersten Durchsehen dachte, daß ich die meistens schon kenne und dann darauf gekommen bin, daß das gar nicht stimmt.

Es sind auch einige neue  dabei und so ist das wohlfeile fünf Euro Buch allen Wien-Fanatikern oder „Hassern“, die sich das wahrscheinlich teuerere „Cartoons über Wien“ nicht leisten wollen, sehr zu empfehlen.

„Der Himmel voller Geigen,  die Straßen voller Arschgeigen – so kennt man Wien. In dieser einmaligen Cartoon-Sammlung lernen Sie die Stadt nun auch auch von ihrer unbekannten Seite kennen und erfahren endlich alles über kaiserliche Fürze, die Sacher-Masoch-Torte und vieles mehr. – Mit komischen Bildern von Bernd Ertl, Clemens Ottawa, Daniel Jokesch, Harald Havas, Katzl, Michael Dufek, Oliver Ottisch und vielen anderen“, verspricht der Buchrückentext und oben ist ein Wiener Schaf zu sehen, das natürlich „Schmäh!“, meckert.

Ach richtig „Schimpfen wie ein echter Wiener“ gibt es auch und das kann man in dem kleinen fünfzig Seiten Büchlein auch bestens lernen.

Nach dem vielleicht nicht sehr geschmackvollen Cover, ein Kaiser mit nackten Hintern, finde ich es schon besonders lustig, denn da sagt ein alter Mann zum Gevatter Tod „Der Tod muß ein Wiener sein!“ und der kontert sarkastisch „I bin aus St. Pölten“ und dazu habe ich  auch meinen Bezug, beziehungsweise schreibe ich diesen Wien-Rundgang gerade von dort.

Dann liegt der Tod bei Gevatter Freud auf der Couch und sagt „Und dann fühle ich mich immer so…Mist, ihre Zeit ist um“, auch das ist neu und gekommt witzig von Ari Plikat gezeichnet, obwohl der durch Adolf Hitler, der in dem Büchlein auch noch auf die Couch kommt, in London gestorben ist.

Der Mozart scheißt natürlich Mozartkugeln und stammt eigentlich aus Salzburg, hat aber auch in Wien gelebt und beim Opernball marschiert natürlich der Herr Lugner mit seinen Mausis und Katzis auf.

„Die Einführung der Schulpflicht war nicht nur eine Frage der Zeit“, schreibt Bruno Haberzettl und zeichnet Maria Theresia mit allen ihren Kindern, wie sie das Amtshandeln behindern, aber da denke ich, gibt es ja die Ausnahme des häuslichen Unterrichts, das ich  bei der Anna die ersten vier Jahre benützte, die sicher den kleinen Erzherzogen und Erzheroginnen zu Gute kam.

Sigmund Freud analysiert, wie beschrieben Hitler und schreibt in seinen Block „Total blemblem!“, was  vielleicht stimmte und trotzdem viel auslöste.

Daniel Jokesch, den ich ja von den „Letzten Tagen der Menschheit kenne“, skizziert „Ikea“ und schreibt „Freud“ darunter „Lebst du noch oder analysiert du schon?“ und für alle, die sich vor dem Halbmond auf dem Stephansdom fürchten und da soll es  in Wien nicht so wenige geben, gibt es die ensprechenden Cartoons auf Seite 17 und 46 und dann gibt es  noch die beliebten Graphiken, nämlich eine Kugel, die in drei Fragezeichen verrät, was man über den 23. Bezirk weiß.

Der heißt Liesing und liegt am Rande, also vielleicht einmal ein „Unnützens Liesing-Büchlein“ schreiben und interessant ist auch „Was ich auf dem Donauinselfest mache?“ oder „Wann die Wiener tatsächlich Walzer tanzen?“

Das Wiener „U-Bahn Netz“ auf Englisch gibt es auch und dabei erlebt man manche Überraschungen.“

Und Maria Antonia Graf behauptet, daß sich Papa Freud in der Berggasse 19 seine Studien über „Charakter und Analerotik“ von den schimpfenden Wienern aus der Nachbarschaft abgeguckt hat.

Die „Wiener Antwort auf alles ist „oasch“ und das, was sich „Hitler im Cafe“ bestellt hat, finde ich wieder nicht besonders geschmackvoll,  gehört aber sicher auch zu Wien.

„Die herzlichen Urlaubsgrüße aus Wien“ habe ich, glaube ich, schon mal gesehen und da kann man sich die Antworten aussuchen und ankreuzen, ob man beispielsweise ein „Hallodri, Zniachl oder Deschek“ ist.

„Wien für Afrikaner“, sowie die „Wienbergschnecke“ mit dem Riesenrad am Rücken gibt es auch und sehr gut gelacht geht es mit Michael Dufek, der uns erklärt, warum „Wien nicht aus der EU austreten sollte“.

Denn wer will schon einen „Wixit“ haben?“

Dann kommt ein bißchen schon bekanntes von Oliver Ottisch, nämlich der Witz mit der „Sacher-Masoch-Torte“ und dem „Sackerl für das Gackerl“, bevor es zur schon zitierten Seite 46 geht, wo die Türken mit ihrer Döner-Bude vor der Stadtmauer stehen und die die Stadt bewachenden Soldaten seufzen: „Lang kömmer nimmer standhalten!“

Das ist es ein bißchen anders gekommen und ich habe mich in Harland bei St. Pölten jetzt wieder durch das schöne rote oder auch für die Touristen noch kaiserlich gelbe und hoffentlich nicht doch so blaue Wien cartoonisiert und bin schon gespannt, was ich da von „Holzbaum“ noch alles lesen und besprechen werde.

2017-07-10

Besoffen Deutsch

Filed under: Bücher — jancak @ 00:52
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Der „Holzbaum-Verlag“, der mich ja seit einigen Jahren getreulich beschickt, so daß  im „Literaturgeflüster“ fast die ganze Buch-Produktion zu finden ist, ist ja ein Spezialist von Cartoons und Wien Spezialitäten. so gibt es das „Unnütze-Wien-Wissen„, das „Unnütze Habsburg Wissen“, aber auch „Wien zum Anschmieren“, etcetera und jetzt ist Harald Havas, der, wie ich den biografischen Angaben entnehme ein „Autor von Büchern, Comics und Spielen ist, aber manchmal auch abgrundtieen Nonsens“ schreibt, gelungen einen „Wiener Sprachführer“ für die Kommunikation mit Betrunkenen zu schreiben.

Auf diese Idee muß man erst kommen. Zwar gibt es das „Schimpfen wie ein echter Wiener“ schon, aber wie spricht nun ein Betrunkener und was ist das spezifisch Wienerische daran?

Er lallt, würde ich mal vermuten und habe vor einigen Tagen mit dem Alfred, der Ute und dem Andreas aus Leipzig beim musikalischen Abschlußabend des Heurigen Hengl-Haselbrunner auch diesbezügliche Studien gemacht. Das Kollegium Kalksburg führte mir das auch in Bregenz vor und sicher auch viele andere Wiener Liedsänger und live kann man es wahrscheinlich täglich in der U-Bahn oder am Würstlstand erleben.

Was liegt also näher, als beispielsweise den deutschen Gästen einen Wiener Sprachführer zu schreiben, den man ja  auch herrlich in das heimische Berlin oder nach Wuppertal mitnehmen kann?

So gibt es ein Vorwort des Autors und am Buchrücken des sehr kleinen natürlich blauen Büchlein mit dem gelben W am Cover, kann man lesen, daß „Man kann ihm immer und überall und völlig überraschend begegnen, dem Homo viennensis ebrius, dem betrunkenen Wiener, auch als „gemeiner Bsuff“ bekannt. Daher empfiehlt es sich vorbereitet zu sein! Dieses kleine Büchlein soll dazu dienen, bei einer unverhofften Begegnung mit einem betrunkenen Wiener, die Verständigung zu erleichtern. In 20 kurzen aus dem Leben gegriffenen, beispielhaften Lektionen wird archetypisch die Ausdrucksweise der Spezies vermittelt.“

Nun denn, durch die achtunddreißig Seiten und zwei Bonustracks sprich Rätselfragen gibt es auch und ich sage gleich, bei mir hat es mit der Verständlichkeit ein wenig gehapert.

Wahrscheinlich begegnene ich doch nicht so vielen „Bsuffs“, so ist ein erfundener oder ausgedachter Sprachführer durch die Welt des Rausches und der Räusche sicher hilfreich und man kann die Dialoge  auch Romanhaft lesen und wenn man nichts versteht, hat man auch die Übersetzung dabei.

So geht es also auch gleich in den „Club der einsamen Herzen“ „Hiasi“ heißt „Hallo“ und an der „Supermarktkasse“ wird schon mal ein „Magenbitter“ verlangt.

In der „U-Bahn“ fragt der „Gsuff“ vielleicht höflich „Isso Nofre?“, wenn er sich setzten will.

„Besetzt!“, wird wegen der Geruchsbelästigung da wohl meist die Antwort lauten, denn sonst kann es auch passieren, daß der „Gsuff“ vielleicht auch noch „Haubimus Noameu Schbeim“ , was hier  mit „Ich befürchte, ich muß mich erneut übergeben“ etwas gespreizt übersetzt wird.

Lustig wird es höchstwahrscheinlich auch am Arbeitsamt. Mit „Dog“ „Einen schönen guten Tag wünsche ich!“, beginnt da vielleicht die Vorstellungsrunde und dem bemühten Betreuer wird erklärt, daß man natprliuch den Termin wahrgenommen aber nicht aufgenommen wurde „Woreduad“,-“ Sisinigswuarn“ und so weiter und so fort. Alles verstanden?

Ich nicht, aber vielleicht das das Büchlein auch den AMS-Beratern zu empfehlen.

Im Freibad wird dann der „Nackbadebereich“ gesucht, im Eissalon „Eine Kugel Schokolade verlangt“ und man hat sich  durchgearbeitet durch das Besoffenenleben.

„Auf die Skipiste“ geht es natürlich auch ,auf den „Strand“ und auf den „Fussballplatz“.

Da gibt es diesbezüglich ja besondere Vorurteile, beziehungsweise Kontrollmaßnahmen und beim Kapitel über den „Würstelstand“ wird vorsorglich das meiste blau geschrieben.

Spannend auch die Konversation in der Buchhandlung:

„Oisnes?“ „A Buhanun?“

„Welche Ware führen Sie denn hier?“ „Bücher“ „Und was noch?“ „Ausschließlich Bücher also“ „Verstehe“  „schn Dog no“

In der Blumenhandlung wird nach einem Blümlein für die geschätzte Gattin am Muttertag gefragt und dann kann man, wie schon angedeutet noch erraten, welche Wienerlieder beim Heurigen mitgesungen werden.

Da haben wir ja beim „Hengl-Hasenbrunner“ Agnes Palmisano gehört und es wurde auch ordentlich mitgesungen und wenn ich auch bei Harald Havas Sprachführer nicht sehr viel verstanden habe, ist es vielleicht doch eine interessante Idee, sich vorzustellen, was ein Besoffener  am Würstelstand und in der Blumenhandlung verlangt und ich würde  jetzt nur noch gern wissen, wie Harald Havas zu seinen Feldstudien kam?

2017-05-28

Babys in leiwanden Grafiken

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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Ich bin ja eine eifrige Leserin der „Holzbaum-Publikation“ und habe sehr viele, fast alle sogar von ihnen gelesen, seit mir Clemens Ettenauer vor ein paar Jahren das erste Heftchen zuschickte.

Finde den kleinen Verlag, der seinen Shop im Museumsquartier hat sehr fein und bedaure nur, daß er kaum mehr literarische Publikationen, statt dessen WienBücher, Cartoons und in letzter Zeit vermehrt die „Leiwanden Grafiken“ bringt, wo das Weltgeschehen in Kugeln und Strichlinien beschrieben wird. Da habe ich, glaube ich, nur ein Buch gelesen, weil das ja nicht wirklich literarisch ist.

Jetzt sind Katja und Clemens Ettenauer, die Herausgeber, Eltern geworden und haben, wen wunderts, dazu ein Büchlein mit den leiwanden Baby Grafiken herausgebracht und richtig, das ist auch nicht literarisch, absolut nicht, das Gegenteil davon und trotzdem, das wundert vielleicht auch, kann die Psychologin in mir das Buch allen, die sich für Kinder interessieren oder welche haben, sehr empfehlen.

Denn es ersetzt, glaube ich, so manchen Ratgeber, obwohl es ja nur aus Kugeln und Strichen und richtig, aus vielen weisen Überschriften ersteht, die einen nachdenken, schmunzeln, nicken oder was auch immer lassen.

Dabei bin ich für das kleine Heftchen wahrscheinlich gar nicht die richtige Zielgruppe, denn ich gehöre  weder zu den „frischgebackenen“ oder den „werdenden Eltern“.

Aber da ist die Grafik vielleicht werbemäßig gleich verteilt. Zwanzig zu zwanzig, kommen da noch die „noch nicht Eltern“, „deine Eltern“ und „überhaupt alle Eltern“ vor.

Also für jeden etwas, obwohl ich es den frischgebackenen und den werdenden Eltern und vielleicht auch noch den Freunden und Verwandten von diesen am wärmsten empfehlen würde.

Also wieder ein Gang durchs Buch, ein kurzer nur, wer mehr wissen will, sollte es selber lesen. Das geht schnell. Es ist auch klein und handlich und hat in jeder Tasche Platz. Teuer ist es mit fünf Euro auch nicht und das kommt noch dazu. Es ist als Geschenk für frischgebackenen Eltern bestens geeignet, steht doch auf der ersten Seite „Zur Geburt von:…“ und man kann den Namen des Kindes eintragen.

Also die Sprüche, die der Psychologin in mir am besten gefallen und die sie „So ist es!“, denken ließen.

„Wann beginnt das Baby also zu schreien?“ Natürlich nicht, wenn es naß ist oder Hunger hat, sondern „wenn sich die Eltern gerade aneinander kuscheln.“

Selektive Wahrnehmnung nennt man das, glaube ich.

Welches ist das schönste Baby?“. Das Eigene natürlich. Da gibt es keinen Zweifel und als man noch keine Kinder hatte, brauchte man nur den Schlüßel, die Geldbörse und das Handy mitnehmen. Jetzt kommt noch sehr viel anderes dazu.

Babyeltern brauchen natürlich keinen Wecker mehr und wieder selektiv subjektiv, für das Baby, wahrscheinlich ist da schon ein größeres Kind gemeint, ist das Spielzeug am interessantesten, „was ich gerade wegräume“ und die Eltern, kaufen dem Kind am öftesten die Spielsachen, die sie selber einmal haben wollten und bauen wahrscheinlich auch den „Stapelturm“ öfter das das Kind zusammen.

Was ich nicht ganz glasube ist, daß das Baby nur den Mund verzieht, wenn es das erste Mal Karotten zum Essen bekommt, das passiert bei anderen Sachen, Spinat, vielleicht, wahrscheinlich auch, aber wahrscheinlich haben das die Ettenauer beim Ettenauer-Baby so erlebt.

Und statt sich zu freuen, daß das Baby endlich schläft, kontrolliert man vielleicht alle fünf Minuten nach, ob es noch atmet. Ja, am Anfang ist man noch unsicher. Später kommt die Routine und natürlich schadet man sich selbst damit, aber wahrscheinlich lernt man beim zweiten Kind dazu und nimmt es gelassener, sofern man eines hat.

Und klar fürchten sich die Eltern vor der ersten Impfung mehr, als das Kind. Denn dieses weiß ja nicht, was das ist und schreit erst nachher.

Und so geht es weiter fort und durch das unnummerierte Heftchen. Die Eltern patzen sich beim Füttern an, obwohl nur Baby ein Lätzchen trägt und die besten Eigenschaften hat es natürlich nur vom Vater und nur von der Mutter und von beiden wird das natürlich gleichzeitig behauptet.

Man kann sich ein bißchen selber reflektieren, wenn man das Buch gelesen hat, obwohl es ja hauptsächlich aus bunten Kugeln besteht. Das habe ich schon geschrieben und möchte es noch einmal betonen und vielleicht auch dazu setzen, daß ich daraus, obwohl meine Tochter ja schon über dreißig ist und ich mich schon über vierzig Jahre mit Entwicklungspychologie beschäftige, einiges aus dem Buch gelernt habe, von dem ich vorher nicht dartüber nachgedacht habe, daß es so ist.

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