Literaturgefluester

2017-07-16

Wien in Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:10
Tags: , ,

Eigentlich habe ich „Wien in Cartoons“, das kleine rote Büchlein mit dem furzenden Kaiser Franzl am Cover gar nicht bestellen wollen, habe ich ja schon „Cartoons über Wien“, gelesen die „unnützen-Wien Bücher“ durchgeblättert und zuletzt das schöne Wien auch noch angeschmiert.

Aber dann bin ich mit der Ute und dem Andreas aus Leipzig vom Naschmarkt kommend durch das Museumsquartier zum Bus zur Kirche am Steinhof gegangen und dort in den „Shop der komischen Künste“, das die „Wien-Cartoons“ gerade ausstellt, um meinen Gästen auch dieses Stück von Wien zu zeigen und habe nicht widerstehen können, denn ich bin  nun einmal eine waschechte Wienerin mit der berühmten böhmischen Omama, habe mein Strohwitwendasein für verschiedene Wien-Spaziergänge verwendet und mit der Ruth, die beim Spaziergang durch das MQ auch dabei war, fünfmal den öffentlichen Raum erforscht, was liegt also näher sich mit den Wien-Klischees zu beschäftigen, schon um nachher zu schreiben „Aber bitte, so ist es ja wirklich nicht!“ und dann hat mich auch noch der „Picus-Verlag“ mit einem anderen Wien-Klischee- Buch versorgt, mit dem ich mit dem Joseph Kaiser in die Normandie zu seiner Elisabeth gefahren bin.

Also durch die Cartoons von denen ich beim ersten Durchsehen dachte, daß ich die meistens schon kenne und dann darauf gekommen bin, daß das gar nicht stimmt.

Es sind auch einige neue  dabei und so ist das wohlfeile fünf Euro Buch allen Wien-Fanatikern oder „Hassern“, die sich das wahrscheinlich teuerere „Cartoons über Wien“ nicht leisten wollen, sehr zu empfehlen.

„Der Himmel voller Geigen,  die Straßen voller Arschgeigen – so kennt man Wien. In dieser einmaligen Cartoon-Sammlung lernen Sie die Stadt nun auch auch von ihrer unbekannten Seite kennen und erfahren endlich alles über kaiserliche Fürze, die Sacher-Masoch-Torte und vieles mehr. – Mit komischen Bildern von Bernd Ertl, Clemens Ottawa, Daniel Jokesch, Harald Havas, Katzl, Michael Dufek, Oliver Ottisch und vielen anderen“, verspricht der Buchrückentext und oben ist ein Wiener Schaf zu sehen, das natürlich „Schmäh!“, meckert.

Ach richtig „Schimpfen wie ein echter Wiener“ gibt es auch und das kann man in dem kleinen fünfzig Seiten Büchlein auch bestens lernen.

Nach dem vielleicht nicht sehr geschmackvollen Cover, ein Kaiser mit nackten Hintern, finde ich es schon besonders lustig, denn da sagt ein alter Mann zum Gevatter Tod „Der Tod muß ein Wiener sein!“ und der kontert sarkastisch „I bin aus St. Pölten“ und dazu habe ich  auch meinen Bezug, beziehungsweise schreibe ich diesen Wien-Rundgang gerade von dort.

Dann liegt der Tod bei Gevatter Freud auf der Couch und sagt „Und dann fühle ich mich immer so…Mist, ihre Zeit ist um“, auch das ist neu und gekommt witzig von Ari Plikat gezeichnet, obwohl der durch Adolf Hitler, der in dem Büchlein auch noch auf die Couch kommt, in London gestorben ist.

Der Mozart scheißt natürlich Mozartkugeln und stammt eigentlich aus Salzburg, hat aber auch in Wien gelebt und beim Opernball marschiert natürlich der Herr Lugner mit seinen Mausis und Katzis auf.

„Die Einführung der Schulpflicht war nicht nur eine Frage der Zeit“, schreibt Bruno Haberzettl und zeichnet Maria Theresia mit allen ihren Kindern, wie sie das Amtshandeln behindern, aber da denke ich, gibt es ja die Ausnahme des häuslichen Unterrichts, das ich  bei der Anna die ersten vier Jahre benützte, die sicher den kleinen Erzherzogen und Erzheroginnen zu Gute kam.

Sigmund Freud analysiert, wie beschrieben Hitler und schreibt in seinen Block „Total blemblem!“, was  vielleicht stimmte und trotzdem viel auslöste.

Daniel Jokesch, den ich ja von den „Letzten Tagen der Menschheit kenne“, skizziert „Ikea“ und schreibt „Freud“ darunter „Lebst du noch oder analysiert du schon?“ und für alle, die sich vor dem Halbmond auf dem Stephansdom fürchten und da soll es  in Wien nicht so wenige geben, gibt es die ensprechenden Cartoons auf Seite 17 und 46 und dann gibt es  noch die beliebten Graphiken, nämlich eine Kugel, die in drei Fragezeichen verrät, was man über den 23. Bezirk weiß.

Der heißt Liesing und liegt am Rande, also vielleicht einmal ein „Unnützens Liesing-Büchlein“ schreiben und interessant ist auch „Was ich auf dem Donauinselfest mache?“ oder „Wann die Wiener tatsächlich Walzer tanzen?“

Das Wiener „U-Bahn Netz“ auf Englisch gibt es auch und dabei erlebt man manche Überraschungen.“

Und Maria Antonia Graf behauptet, daß sich Papa Freud in der Berggasse 19 seine Studien über „Charakter und Analerotik“ von den schimpfenden Wienern aus der Nachbarschaft abgeguckt hat.

Die „Wiener Antwort auf alles ist „oasch“ und das, was sich „Hitler im Cafe“ bestellt hat, finde ich wieder nicht besonders geschmackvoll,  gehört aber sicher auch zu Wien.

„Die herzlichen Urlaubsgrüße aus Wien“ habe ich, glaube ich, schon mal gesehen und da kann man sich die Antworten aussuchen und ankreuzen, ob man beispielsweise ein „Hallodri, Zniachl oder Deschek“ ist.

„Wien für Afrikaner“, sowie die „Wienbergschnecke“ mit dem Riesenrad am Rücken gibt es auch und sehr gut gelacht geht es mit Michael Dufek, der uns erklärt, warum „Wien nicht aus der EU austreten sollte“.

Denn wer will schon einen „Wixit“ haben?“

Dann kommt ein bißchen schon bekanntes von Oliver Ottisch, nämlich der Witz mit der „Sacher-Masoch-Torte“ und dem „Sackerl für das Gackerl“, bevor es zur schon zitierten Seite 46 geht, wo die Türken mit ihrer Döner-Bude vor der Stadtmauer stehen und die die Stadt bewachenden Soldaten seufzen: „Lang kömmer nimmer standhalten!“

Das ist es ein bißchen anders gekommen und ich habe mich in Harland bei St. Pölten jetzt wieder durch das schöne rote oder auch für die Touristen noch kaiserlich gelbe und hoffentlich nicht doch so blaue Wien cartoonisiert und bin schon gespannt, was ich da von „Holzbaum“ noch alles lesen und besprechen werde.

2017-07-10

Besoffen Deutsch

Filed under: Bücher — jancak @ 00:52
Tags: ,

Der „Holzbaum-Verlag“, der mich ja seit einigen Jahren getreulich beschickt, so daß  im „Literaturgeflüster“ fast die ganze Buch-Produktion zu finden ist, ist ja ein Spezialist von Cartoons und Wien Spezialitäten. so gibt es das „Unnütze-Wien-Wissen„, das „Unnütze Habsburg Wissen“, aber auch „Wien zum Anschmieren“, etcetera und jetzt ist Harald Havas, der, wie ich den biografischen Angaben entnehme ein „Autor von Büchern, Comics und Spielen ist, aber manchmal auch abgrundtieen Nonsens“ schreibt, gelungen einen „Wiener Sprachführer“ für die Kommunikation mit Betrunkenen zu schreiben.

Auf diese Idee muß man erst kommen. Zwar gibt es das „Schimpfen wie ein echter Wiener“ schon, aber wie spricht nun ein Betrunkener und was ist das spezifisch Wienerische daran?

Er lallt, würde ich mal vermuten und habe vor einigen Tagen mit dem Alfred, der Ute und dem Andreas aus Leipzig beim musikalischen Abschlußabend des Heurigen Hengl-Haselbrunner auch diesbezügliche Studien gemacht. Das Kollegium Kalksburg führte mir das auch in Bregenz vor und sicher auch viele andere Wiener Liedsänger und live kann man es wahrscheinlich täglich in der U-Bahn oder am Würstlstand erleben.

Was liegt also näher, als beispielsweise den deutschen Gästen einen Wiener Sprachführer zu schreiben, den man ja  auch herrlich in das heimische Berlin oder nach Wuppertal mitnehmen kann?

So gibt es ein Vorwort des Autors und am Buchrücken des sehr kleinen natürlich blauen Büchlein mit dem gelben W am Cover, kann man lesen, daß „Man kann ihm immer und überall und völlig überraschend begegnen, dem Homo viennensis ebrius, dem betrunkenen Wiener, auch als „gemeiner Bsuff“ bekannt. Daher empfiehlt es sich vorbereitet zu sein! Dieses kleine Büchlein soll dazu dienen, bei einer unverhofften Begegnung mit einem betrunkenen Wiener, die Verständigung zu erleichtern. In 20 kurzen aus dem Leben gegriffenen, beispielhaften Lektionen wird archetypisch die Ausdrucksweise der Spezies vermittelt.“

Nun denn, durch die achtunddreißig Seiten und zwei Bonustracks sprich Rätselfragen gibt es auch und ich sage gleich, bei mir hat es mit der Verständlichkeit ein wenig gehapert.

Wahrscheinlich begegnene ich doch nicht so vielen „Bsuffs“, so ist ein erfundener oder ausgedachter Sprachführer durch die Welt des Rausches und der Räusche sicher hilfreich und man kann die Dialoge  auch Romanhaft lesen und wenn man nichts versteht, hat man auch die Übersetzung dabei.

So geht es also auch gleich in den „Club der einsamen Herzen“ „Hiasi“ heißt „Hallo“ und an der „Supermarktkasse“ wird schon mal ein „Magenbitter“ verlangt.

In der „U-Bahn“ fragt der „Gsuff“ vielleicht höflich „Isso Nofre?“, wenn er sich setzten will.

„Besetzt!“, wird wegen der Geruchsbelästigung da wohl meist die Antwort lauten, denn sonst kann es auch passieren, daß der „Gsuff“ vielleicht auch noch „Haubimus Noameu Schbeim“ , was hier  mit „Ich befürchte, ich muß mich erneut übergeben“ etwas gespreizt übersetzt wird.

Lustig wird es höchstwahrscheinlich auch am Arbeitsamt. Mit „Dog“ „Einen schönen guten Tag wünsche ich!“, beginnt da vielleicht die Vorstellungsrunde und dem bemühten Betreuer wird erklärt, daß man natprliuch den Termin wahrgenommen aber nicht aufgenommen wurde „Woreduad“,-“ Sisinigswuarn“ und so weiter und so fort. Alles verstanden?

Ich nicht, aber vielleicht das das Büchlein auch den AMS-Beratern zu empfehlen.

Im Freibad wird dann der „Nackbadebereich“ gesucht, im Eissalon „Eine Kugel Schokolade verlangt“ und man hat sich  durchgearbeitet durch das Besoffenenleben.

„Auf die Skipiste“ geht es natürlich auch ,auf den „Strand“ und auf den „Fussballplatz“.

Da gibt es diesbezüglich ja besondere Vorurteile, beziehungsweise Kontrollmaßnahmen und beim Kapitel über den „Würstelstand“ wird vorsorglich das meiste blau geschrieben.

Spannend auch die Konversation in der Buchhandlung:

„Oisnes?“ „A Buhanun?“

„Welche Ware führen Sie denn hier?“ „Bücher“ „Und was noch?“ „Ausschließlich Bücher also“ „Verstehe“  „schn Dog no“

In der Blumenhandlung wird nach einem Blümlein für die geschätzte Gattin am Muttertag gefragt und dann kann man, wie schon angedeutet noch erraten, welche Wienerlieder beim Heurigen mitgesungen werden.

Da haben wir ja beim „Hengl-Hasenbrunner“ Agnes Palmisano gehört und es wurde auch ordentlich mitgesungen und wenn ich auch bei Harald Havas Sprachführer nicht sehr viel verstanden habe, ist es vielleicht doch eine interessante Idee, sich vorzustellen, was ein Besoffener  am Würstelstand und in der Blumenhandlung verlangt und ich würde  jetzt nur noch gern wissen, wie Harald Havas zu seinen Feldstudien kam?

2017-05-28

Babys in leiwanden Grafiken

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
Tags: , , , ,

Ich bin ja eine eifrige Leserin der „Holzbaum-Publikation“ und habe sehr viele, fast alle sogar von ihnen gelesen, seit mir Clemens Ettenauer vor ein paar Jahren das erste Heftchen zuschickte.

Finde den kleinen Verlag, der seinen Shop im Museumsquartier hat sehr fein und bedaure nur, daß er kaum mehr literarische Publikationen, statt dessen WienBücher, Cartoons und in letzter Zeit vermehrt die „Leiwanden Grafiken“ bringt, wo das Weltgeschehen in Kugeln und Strichlinien beschrieben wird. Da habe ich, glaube ich, nur ein Buch gelesen, weil das ja nicht wirklich literarisch ist.

Jetzt sind Katja und Clemens Ettenauer, die Herausgeber, Eltern geworden und haben, wen wunderts, dazu ein Büchlein mit den leiwanden Baby Grafiken herausgebracht und richtig, das ist auch nicht literarisch, absolut nicht, das Gegenteil davon und trotzdem, das wundert vielleicht auch, kann die Psychologin in mir das Buch allen, die sich für Kinder interessieren oder welche haben, sehr empfehlen.

Denn es ersetzt, glaube ich, so manchen Ratgeber, obwohl es ja nur aus Kugeln und Strichen und richtig, aus vielen weisen Überschriften ersteht, die einen nachdenken, schmunzeln, nicken oder was auch immer lassen.

Dabei bin ich für das kleine Heftchen wahrscheinlich gar nicht die richtige Zielgruppe, denn ich gehöre  weder zu den „frischgebackenen“ oder den „werdenden Eltern“.

Aber da ist die Grafik vielleicht werbemäßig gleich verteilt. Zwanzig zu zwanzig, kommen da noch die „noch nicht Eltern“, „deine Eltern“ und „überhaupt alle Eltern“ vor.

Also für jeden etwas, obwohl ich es den frischgebackenen und den werdenden Eltern und vielleicht auch noch den Freunden und Verwandten von diesen am wärmsten empfehlen würde.

Also wieder ein Gang durchs Buch, ein kurzer nur, wer mehr wissen will, sollte es selber lesen. Das geht schnell. Es ist auch klein und handlich und hat in jeder Tasche Platz. Teuer ist es mit fünf Euro auch nicht und das kommt noch dazu. Es ist als Geschenk für frischgebackenen Eltern bestens geeignet, steht doch auf der ersten Seite „Zur Geburt von:…“ und man kann den Namen des Kindes eintragen.

Also die Sprüche, die der Psychologin in mir am besten gefallen und die sie „So ist es!“, denken ließen.

„Wann beginnt das Baby also zu schreien?“ Natürlich nicht, wenn es naß ist oder Hunger hat, sondern „wenn sich die Eltern gerade aneinander kuscheln.“

Selektive Wahrnehmnung nennt man das, glaube ich.

Welches ist das schönste Baby?“. Das Eigene natürlich. Da gibt es keinen Zweifel und als man noch keine Kinder hatte, brauchte man nur den Schlüßel, die Geldbörse und das Handy mitnehmen. Jetzt kommt noch sehr viel anderes dazu.

Babyeltern brauchen natürlich keinen Wecker mehr und wieder selektiv subjektiv, für das Baby, wahrscheinlich ist da schon ein größeres Kind gemeint, ist das Spielzeug am interessantesten, „was ich gerade wegräume“ und die Eltern, kaufen dem Kind am öftesten die Spielsachen, die sie selber einmal haben wollten und bauen wahrscheinlich auch den „Stapelturm“ öfter das das Kind zusammen.

Was ich nicht ganz glasube ist, daß das Baby nur den Mund verzieht, wenn es das erste Mal Karotten zum Essen bekommt, das passiert bei anderen Sachen, Spinat, vielleicht, wahrscheinlich auch, aber wahrscheinlich haben das die Ettenauer beim Ettenauer-Baby so erlebt.

Und statt sich zu freuen, daß das Baby endlich schläft, kontrolliert man vielleicht alle fünf Minuten nach, ob es noch atmet. Ja, am Anfang ist man noch unsicher. Später kommt die Routine und natürlich schadet man sich selbst damit, aber wahrscheinlich lernt man beim zweiten Kind dazu und nimmt es gelassener, sofern man eines hat.

Und klar fürchten sich die Eltern vor der ersten Impfung mehr, als das Kind. Denn dieses weiß ja nicht, was das ist und schreit erst nachher.

Und so geht es weiter fort und durch das unnummerierte Heftchen. Die Eltern patzen sich beim Füttern an, obwohl nur Baby ein Lätzchen trägt und die besten Eigenschaften hat es natürlich nur vom Vater und nur von der Mutter und von beiden wird das natürlich gleichzeitig behauptet.

Man kann sich ein bißchen selber reflektieren, wenn man das Buch gelesen hat, obwohl es ja hauptsächlich aus bunten Kugeln besteht. Das habe ich schon geschrieben und möchte es noch einmal betonen und vielleicht auch dazu setzen, daß ich daraus, obwohl meine Tochter ja schon über dreißig ist und ich mich schon über vierzig Jahre mit Entwicklungspychologie beschäftige, einiges aus dem Buch gelernt habe, von dem ich vorher nicht dartüber nachgedacht habe, daß es so ist.

2017-04-16

Cartoons zum Ruhestand

Filed under: Bücher — jancak @ 00:25
Tags: , , , ,

Nach den Cartoons über Wien, Literatur, Kunst, Katzen, Hunde, Fußball, Weihnachten, etcetera, kommt nun richtig, etwas über den „Ruhestand“ und interessant, daß es sich dabei, um kein Hochglanzbuch, wie bei den genannten Bänden, sondern ein eher kleines Heftchen, um fünf Euro handelt.

Ob das eine Frage des Themas oder der Sparsamkeit ist?

Des letzteren würde ich vermuten, denn der Ruhestand ist ja ein Thema, das uns früher oder später wahrscheinlich alle erreichen wird.

Ein Thema für alle sollte man also meinen, das auch alle interessiert und das kleine Cover, merke ich, die über sechzigjährige, die keine Brillen hat, noch an, ist vielleicht für die ältere Generation gar nicht so gut lesbar, wie das größere Format.

Egal, egal, Ari Plikat, Christian Habicht, Dorte Landschulz, Elisabeth Semrad, FEICKE, HUSE, Johann Mayr, Karl-Heinz Brecheis, KATZI, Marko Finkenstein, Markus Grolik, Martin Zak, Matrattel, Michael Dufek, Miriam Wurster, Pascal Heiler, Petra Kaster, Rainer Schwalme, Rene Lehner, Schilling & Blum, Steffen  Gumpert und Uwe Krummbiegel, alles mehr oder weniger Bekannte, haben ihre Cartoons zu dem Büchlein beigetragen, das wie der Rücken verrät, Fragen wie „Was machen eigentlich Staatsanwälte im Ruhestand? Wie sieht die Sturm und Harnandrangperiode aus? Ist ein Arbeitssiumlator das richtige Geschenk zur Pensionierung? Und warum werden manche Menschen 278 Jahre alt?“, beantwortet.

Alos wieder ein Gang durch die Cartoons, die mir, ich kann es gleich verraten, zum Teil sehr gut, zum Teil gar nicht gefallen haben und einige von ihren habe ich auch nicht verstanden.

Was vielleicht auch am Thema und an der Betroffenheit dazu liegen könnte. An den Vorstellungen vielleicht, die jüngere Leute  zum Thema Alter haben und den Vorurteilen, die uns wahrscheinlich alle plagen oder plagten. Ist das ja ein Thema, das man leicht verdrängt und so wirken die Witzchen darüber vielleicht auch sehr leicht platt, geschmacklos und abgedroschen, aber manches, vielleicht das noch nicht so oft gehörte, wirkt wieder gut und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

Martin ZAK hat das Cover beigesteuert. Ein alter Mann sitzt mit einer fetten Katze am Polstersthuhl, daneben stehen zwei Prothesengläschen. Nun ja, nun gut, so wars einmal und wird vielleicht noch immer kommen und auch die Katzen werden älter. Selbstverständlich, kann ja gar nicht anders sein.

„Einer geht noch!“, denkt sich vielleicht die Frau Blauensteiner,  als sie mit ihrem Hündchen, die Grabsteine vom „Erwin“, „Karl“ und „Heinz“ verläßt. Aber vielleicht ist sie eine ganz gewöhnliche Dreifachwitwe und wir haben ihr nur etwas Schlechtes unterstellt.

„Unheilbar? Und wenn ich reich wäre?“, fragt der Patient den Arzt. „Dann wären Sie länger unheilbar krank!“, antwortet der kryptisch.

„Wie wahr!“, denke ich und merke ich  an, daß mir dieser Cartoon von Ari Plikart ausgezeichnet gefällt.

Der von Christian Habicht, wo ein alter Herr neben seinem Geburtagskörcbchen zum Achtziger sitzt und von seinem Sohn oder Enkel eine gute und eine schlechte Nachricht „Gleich kommt eine  Striptease-Tänzerin. Sie ist in deinem Alter“, bekommt, gefällt mir natürgemäß dagegen nicht.

Dagegen finde ich den von Dorthe Landschulzu, wo sich zwei alte Damen über den Sex unterhalten, wieder witzig:

„Ich bin für meinen Mann ja nur noch die Krankenschwester!“, klagt die eine.

„Oh je, ist er pflegebedürftig?“, fragt die andere.

„Nein, Quatsch. Er steht auf  diese albernen Verkleidungspielchen beim Sex!“

Dazu gleich der nächste worst case, beziehungsweise Geschmacklosigkeit, die auch von Dorthe Landschulzu, uje, uje, stammt.

Denn da zieht sich der Prinz am Zopf zum Rapunzel hoch, aber  uje, die ist eine alte Dame mit Brille und empfängt ihn grimmig lächelnd mit ihrer Brille „Hallo, mein Hübscher!“

Ob er jetzt loslassen wird?

Ach ja und was machen jetzt die Staatsanwälte im Ruhestand.

FEICKE verrät es uns auf Seite 12. Sie fordern ihre Gattin, zu einer „klitzekleinen Straftat auf, damit sie ermitteln können“.

Und Frage, ist es jetzt witztig, wenn die Frau im Rollstuhl „keinen Altenplfeger, sondern einen jungen!“, fordert. Der Gleichberichtigung wegen, müßte man auch das wahrscheinlich anmahnen. Aber ja, ich gebe es zu, ich hab geschmunzelt.

Und wieder sehr grimmig und hoffentlich nicht ganz wahr, die Statistik: „Ruhestand vor dreißig Jahren“, teilte sich gleichmäßig zwischen „Geld, Familie und Freizeit „auf. In dreißig Jahren wird man dann nur noch, befürchtet Katzi die „Ruhe haben.

Michael  Dufeks Cartoon, der die Frage beantwortet soll, warum „Herr Weber letztendlich 278 Jahre alt wurde“, ist einer, den ich nicht verstanden habe.

Oder sollte sich Gevatter Tod, wirklich durch die Aufforderung „Weißt was, geh scheißen!“, abhalten lassen. Wär schön, wenn das so einfach wäreoder auch nicht, denn alle Leute wollen vielleicht auch nicht dreihundert werden.

Wir erfahren dann noch etwas über die „Biologische Uhr des Mannes“ und welche Geschichten, die Enkel nerven werden.

Ein solcher Cartoon war auch schon auf Seite vier von Ari Plikat zu sehen und kann man Teenager  wirklich schocken, wenn man ihnen was über den Sex im Alter erzählt?

Ich denke eher, wenn sie erfahren, daß es das dann auch noch gibt, denn zu meiner Zeit, glaubte man vielleicht noch, das hört automatisch im Ruhestand auf, wäre das  eine Veränderung, wozu das „Holzbaum Büchlein“ einige witzige und einige ein wenig klischeehafte Cartoons anzubieten hat.

Neugierig geworden? Also auf zum Lesen. Wenn man schon älter ist, wird man vielleicht eine Brille brauchen, um das Kleingedruckte zu entziffern und Uwe Krummbiegel bringt es ganz am Schluß noch auf den traurigen Punkt. Auch ein Cartoon, den ich sehr empfehlen könnte.

„Benachrichtigung: Sie gehören ab sofort keiner Zielgruppe mehr an!“, steht in dem Brief, den  der Senior aus dem Postkasten zieht.

Aber so sollte es eigentlich nicht sein. Denn wir alle werden älter und wenn man dann nicht nur die Ruhe, sonder auch noch ein wenig Spaß, Gesundheit und Freude hat, wäre schon viel gewonnen und vielleicht gibt es dann auch Cartoons zum Ruhestand, die nur mehr klischeefrei sind.

Aber dazu muß man sich wohl schon in jungen Jahren mit dem Alterwerden auseinandersetzen. Also wieder ein Grund das Büchlein zu lesen und sich seine Gedanken darüber zu machen.

 

2017-04-08

Ach, Wien

Filed under: Bücher — jancak @ 23:19
Tags: , , ,

Während meines Pendels von Harland nach Göttweig oder Krems, lese ich Maximilan#bezirkowitschZirkowitschs „Hommage an das Zufällige in der Stadt“, ein Büchlein aus, wie könnte es anders sein, dem „Holzbaum-Verlag“, denn das ist der junge Mann, der bei den Präsentationen von „Kafee“, Frühstück“ etcetera „in Wien“ mit einem Bällchen an der Spitze steht, es in die Menge wirft und nachher an die glücklichen Gewinner Goodietüten verteilt.

Das Buch des Fotografen, der durch die Stadt marschiert, den Alltag abknipst und seine Geschichten dazu schreibt, scheint es schon länger zu geben, denn Maximilian Zirkowitsch hat beim „Buchquartier“ im Dezember daraus gelesen. Jetzt ist es auch zu mir gekommen und so kann ich, bevor es zur Sektmartinee nach Krems geht, ein bißchen darin schmökern und meinen Flüstereindruck geben.

„Maximillian „Bezirkowitsch“-Zikowitsch fotografiert gern komische Alltagsbegebenheiten, die Geschichten erzählen. Seine liebsten Bilder hat er hier gesammelt. Herausgekommen ist ein Stadt- und Landportrait der etwas anderen Art, eine Liebeserklärung an den Alltag“, steht am Rücken  des achtundvierzig Seiten Heftchens das um wohlfeile fünf Euro zu haben ist.

Also gehen wir es an und schauen hinein:

„I love  VOLKSTOD“ steht auf einem Pickerl. „Wien 15; Märzstraße #RHSH bleibt real und hat keine Angst“, hat Maximilian Zirkowitsch draunter geschrieben.

„#Opfa“ ist offenbar ein beliebter Hashtag-Index, denn da gibt es ein überklebten H.C.Strache-Plakat. Am Donaukal steht „I love you“ auf einen Stein und auf einem anderen „Opfa-Foto“, ist „Dein Vater“ zu lesen.

Weiter geht es mit den „Maggi-Suppen“, die offenbar ihre Faschingseditionen haben. „Prinzessinnn“ und „Feuerwehr“, steht auf den rosa und blauen Tüten.

„Jetzt neu im Angebot: schwule Suppe und Heterosuppe“, hat der Bezirksflaneur dazugeschrieben.

Es gibt Fotos von Kinderwägen und eines, wo auf der Kleiderbox der „Caritas“ das Wörtchen „kills“ dazu geschrieben steht und für alle, die es noch nicht wissen: „NOTHING WILL MAKE YOU PERFEKT EXCEPT ALLAH“.

„Aha!“

Und wenn man wissen möchte, was Maximilian Zirkowitsch von der Werbung hält;: „WILLST DU GUT UND BILLIG KAUFEN, MUSST DU ZUM SOCKENKAISER LAUFEN“

Wiederum „Aha!“ und weiter in dem Alltagsbüchlein, das nicht nur Fotos, sondern auch Texte anzubieten hat.

In einem, den Maximilian Zirkowitsch, glaube ich, auch im Museumsquartier gelesen hat, geht es, um den Fund einer „Seekuh“ in seiner „Heimatgemeinde Bad Vöslau“.

Es gibt aber auch politische Texte, beziehungsweise solche, die sich mit den Zeitungsmeldungen nach den Terroranschlägen in Frankreich von 2015 beschäftigen und sehr erbaulich, das Alltagsgespräch zweier künftiger Sozialarbeiter: „In welchen Bereich soll ich als Sozialarbeiter gehen, wenn die FPÖ Präsident und Kanzler stellt und alles kürzt?“ Sozalarbeiter im Burnout „Gefängnissozialarbeit“

Zum dritten Mal aha und alles ändert sich oder doch nicht so ganz, beziehungsweise sind wir noch nicht so weit und als die Neonazis von der Polizei in Plauen in der Höhe der Karl-Marx-Grundschule von der Polizei mit Wasserwerfern gestoppt wurden, haben sich die Kinder mit Zäunen auf den Plakaten gewehrt.

Es gibt also auch ein bißchen Hoffnung in unserem neoliberalen Leben und Facebool-Postings von unserem Alltagsmeister, der offenbar auch U-Bahn fährt, gibt es natürlich auch.

Denn da will eine junge Mutter ein Kind beim Ausziehen stoppen, schreit es an und erklärt den staunenden Passanten „Ich glaub nicht, dass die Leute das sehen wollen.“ Das Kind bleibt unbeirrt bei seinem Vorhaben. Darauf wird sie wieder lauter. „Hast du die Mama schon einmal so was machen gesehen?“ Das kind schaut und murmelt „Ja.“ „Da prustet eine alte Frau neben mir los „Heit is haaß, Leiite denkt nix!“, hat Maximilian Zirkowitsch offenbar dazu geschrieben und macht sich auch Gedanken, wie man den „Bachmann“ oder sogar den „Mörike-Preis“ mit Hilfe seines Handies gewinnen kann.

„Aus meinen ganzen ‚Autocorrect Fehlern könnte ich auch einen lyrischen Text machen“,gibt es dazu zu lesen, den Rest müßte man sich wohl anschauen, um ganz zu verstehen.

Spannend  also in Maximilian Zirkowitsch literarisches Nähkästchen zu sehen und mit ihm auf eine Wiener Alltagstour zu gehen.

Ob es auch eine Buchpräsentation gegeben hat, in dem man, wenn man das Bällchen fing, das Buch gewinnen konnte, weiß ich nicht.

In dem Bananenblatt übers Reisen, habe ich aber, glaube ich, auch eine diesbezügliche Werbung gesehen und jetzt auf  nach Krems, wo ein bißchen „geFIANT“ und „geJANDELT“ werden wird, was wohl auch zum  literarischen Alltag von Wien gehört.

2016-07-01

Literarische Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:50
Tags: , ,

Nach den „Brot und Spielen“ wird es literarisch, denn „Klagenfurt“ ist ja herangekommen, was ja eigentlich auch eine Kampfarena ist, wie der Holzbaum-Verlag und seine Herausge ber Clemens Ettenauer und Johanna Bergmayer genau wissen werden und  so gibt es pünktlich zum Termin die „Literarischen Cartoons“ mit, wie am Buchrücken steht „Bildern von BECK, Dorte Landschulz, Greser & Lenz, Miriam Wurster, Nicolas Mahler, Oliver Ottisch, Rudi Hurzlmeier, Schilling & Blum, Till Mett u.v.m.“

Das ist natürlich ein Buch für die literarisch Interessierte und die kann gleich verraten, daß sich die Zeichner auch mit den aktuellen Themen, wie E-Books, Digitalisierung, etcetera beschäftigen.

Zuerst gehts zu einer sogenannten Wasserglaslesung, aber zu einer ganz besonderen, denn „Wenn das Pathos nicht wirkt, hab ich noch immer Tränengas!“, droht die Autorin.

Wir werden es uns merken, aber wieder ein Blick durch das Buch, bevor es nach Klagenfurt zum Kampfrichten geht.

Ja, das habe ich noch vergessen, die Bücherverbrennung, ist auch ein wichtiges Thema für unsere Karikaturisten, in Zeiten des E-Books geht das sehr einfach mit „Delete! auf dem Kindle“, während der Herr Hitler noch „verbrennen mußte, um sich selbst auf der Bestsellerliste zu sehen!“

So einfach war das, glaube ich, gar nicht oder noch viel einfacher, denn die Bücherverbrennungen wurde ja von der deutschnationalen Hochschülerschaft organisiert und „Mein Kampf“ damals allen Bräuten und Bräutigamen las Hochzeitsgabe überreicht. So bin ich jedenfalls zu diesem Buch bekommen, da meine Eltern 1940 heirateten.

Der Dichter dichtet aber mit der Buchstabensuppe und die Braut oder Frau ißt das Gedicht dann auf und der „Pop-Literatu“ schreibt seine auf die Handtuchrolle des WCS, wo sich dann der bürgerliche Klobenützer nicht abtrocknen kann.

Zu Vater Tod kommt keiner zur Signierstunde und läßt sich „Das wars“ signieren und „Zettls Alptraum“ gibt es auch.

Aber Hand aufs Herz, wer hat den wirklich gelesen?

Ines Häufler bringts auf den Punkt, wenn der „Ulysses“ zu „Fifty Shades of greys“ triumphierend „Mich hat wenigstens wirklich niemand gelesen?“, sagt.

Ein paar unentwegte Literaturwissenschaftler oder Dissertanten werdens schon gewesen sein. Auf meiner Leseliste steht es, nachdem es die Anna mir zurückgegeben hat. Das andere, das böse, sadomasochistische aber auch und im Buchregal von BAES stehen zwei Liebesromane.

„Na, wie wärs?“, fragt das Taschenbuch das Hardcover „Sorry, bin gebunden!“, lautet die Antwort.

Die Buchhandlung bei BECK hat geschlossen.

„Das ist bestimmt wegen Amazon!“, vermutet die Kundin.

„Und wo hole ich mir jetzt meinen Coffee to go?“

Verdammt, verdammt, das Leben ist schon schwer, obwohl uns BECK auch noch verrät, daß „Für das gedruckte Wort allein schon spricht, daß man am Ende eines Buches keine lange Liste wiederwärtiger Kommentare findet!“

Na, ja, ein kleiner Trost oder, wie wahr, könnte man da sagen.

Dann gehts zu den Literaten oder doch noch nicht so ganz, denn zuerst kommt die „Warteschlefenlyrik“ auf dem Klo, wo die Klofrau n „…vom Plätschern zum Toben fließe stetig das Nass- stürzt drängend zu wogenden Gischten erhoben“, den schon ungeduldig Anstehendenen vorliest.

Es gibt aber auch den „Nachmittageines Bleistifts „13.00-, 14.00-, 15.00- 16.00- 17.00 Peter Hande verspäter sich“ und der belesene Hund der „Böll“t.

Günther Grass schaut aus dem Himmel und hat sich schon ins „Grass gebissen“ und das „Literatirische Quartett“ besteht bei Dorthe Landschulz aus nur drei Personen.

„Haben Sie die alle gelesen?“, fragt ein Ungläubiger den Bibliotheksbesitzer.

„Kein einziges, aber ausmalen kam zu teuer!“, lautet die Antwort.

„Von der Bücherbrbrennung 2.0“, habe ich schon geschrieben,  also weiter zur „Signierstunde mit Reinhold Messner“ und zur „Chaosforschung“.

Es gibt die „Kapital Sonderausgabe Goldschnitt!“ für den Kapitalisten und im „Literatenhaushalt will „Goethe mit Lotte Gassi gehen!“, so behauptet jedensfalls der Dichter vor dem Laptop wenn das Hundchen der Leine naht.

Schlimm ists, wenn man die Buchmesse mit dem Kirmes verwechselt oder so könnte Frankfurt oder Leipzig auch aussehen und Martin Zak hat es wieder zum Psychiater gebracht. Da liegt dann der „Cartoon“ auf der Couch und klagt „Herr Doktor alle lachen mich aus!“,

Nun ja, das Leben ist schwer, das habe ich schon festgestellt, mit den literarischen Karikaturen wird es aber vielleicht ein bißchen leichter, das Leben oder der Zugang zur Literatur, denn da kan man erstens herzlich lachen und zweites hat man das neunzig Seiten schwere Büchlein sicherlich in einer Stunde durchgeblättert und sich so seinen Grass, Böll, Joyce, Bernhard, Handke, etcetera, erspart, wenn man nicht nach Klagenfurt switschen will, um nachzuschauen, wer heuer den „Bachmannpreis“ gewinnt, aber, Scheiße, das ist ja erst übermorgen soweit!

2016-06-30

Brot & Spiele

Filed under: Bücher — jancak @ 00:04
Tags: , ,

„Holzbaum“ sorgt für Fußball und Olympia und gibt Cartoons & Karikaturen zu den zwei wichtigsten Themen der Welt heraus und zur „Arena“, beziehungsweise  zum „Buffet“ marschieren auf der einen Seite, die Gladiatoren, auf der anderen warten schon die Löwen, denn „32 Zeichner haben die angewärmten Couchplätze verlassen und ihren gedopten Humor in die Arena geschickt.“

Einige der Zeichnungen, wie beispielsweise das Cover hat die routinierte „HolzbaumStammleserin“ schon in anderen Verlagspublikationen gesehen, denn wieder haben schon bekannte Zeichner, wie Oliver Ottisch, Uwe Krummbiegel, Matrattel, HUSE, Jürgen Marschall, Jean la Fleur, Dorte Landschulz und andere mitgemischt und am Anfang ist man etwas verwirrt, wenn man sich Fußball und Olympia erwartet, denn da geht es erstmals „nur“ ums Essen.

Denn der „Bäcker verarscht uns!“, knurrt der Mann, wenn die Frau die Brötchen aus der Tüte zieht und „Würdest du woanders fasten!“, sagt eine andere beim Dinner, wenn ihr der Mann mit heraushängender Zunge gegenübersitzt.

Der „Health Angel“ faßt den Kleinen mit dem Hamburger in der Hand, der ihm daraufhin sofort entfällt „Weißt du nicht, was du deinem Körper da antust!“ und „So, Schluß für heute, ich habe Hunger!“, sagt Mister Freud zum Würstchen, ja Ari Plikat ist genial und weiter geht es mit Dorthe Landschulzs „Ernährungspyramide“, die uns weiter hinten von Uwe Krumbiegel nochmals vorgestellt wird.

Dazwischen wirds dann auch noch sportlich, denn „Ihr Mann hat Fußballfieber! Schnell holen Sie kaltes Bier und stellen Sie den Fernseher an!“, sagt der Arzt zur Frau des zu untersuchenden Patienten und der umgeschulte Fußballkommentator, führt seine Gruppe natürlich zum „Brandenburgertooooor!“

Der südamerikanische Fußballnachwuchs wird auf der Straße trainiert und ist wahrscheinlich deshalb so unschlagbar, behauptet Dorte Landschulz weiter, die Feuerwehr rennt mit dem Schlauch dem olympischen Feuer beziehungsweise seinen Träger nach und um die Siegerplatzierungen geht es  auch.

Pech  natürlich, wenn die bei der „Parlympics“ nicht barrierefrei sind und der Designer der „Verlierertreppchen“, hat das auch, denn keiner will in der Leistungsgesellschaft, wo sich alle dopen müßen, um schneller und besser zu werden, das sein und dann fragt, um wieder zum Brot zurückzukommen, die Riesentaube, nach dem „genmaipulierten Vogelfutter“, das ist ein Cartoon von Martin Zak, der noch die Eltern der „Familie Fleisch“ irritiert, wenn ihnen Töchterchen einen aus „Tofu“, als neuen Freund  vorstellt.

Ja, so ist das mit den „Brot und Spielen“ zwischen Fußball und Olympia, Papa sitzt mit dem Bier vor der Glotze und die Frauen “ quatschen beim Kaffee über den Irak“.

Man kann sich aber während der W- und der EM auch sehr gut, die von Clemens Ettenauer und Matthias Hütter herausgegeben Cartoons und Karikaturen „Chips in der Wampe und Fußball im Fernsehen – Mehr braucht`s nicht zur Glückseligkeit“, stehtam Bu chrücken, ansehen und weil es zwischen EM und Olympia auch nach Klagenfurt geht, wirds auch demnächt literarisch, wie ich schon verraten kann.

Bloggen auf WordPress.com.