Literaturgefluester

2020-11-02

In Memorian und zweiter Nanotag

Die vorläufig letzte Literaturhausveranstaltung, Livestreams soll es ja weitergeben, am Allerseelen Tag und da hat, glaube ich, vor Jahren, die Elfriede Gerstl die Memoriam-Veranstaltung zum Gedenken verstorbener GAV-Mitglieder eingereicht, die später von Karin Ivancsics weiter organisiert wurde und so auch heute, am Vorabend des zweiten Lockdowns stattfand und der Alfred am Friedhof von St. Pölten, ich selber bin keine so besondere Friedhofgeherin, seinen Schulfreund Heribert getroffen hat, sind wir erst sehr spät nach Hause gekommen, so daß ich das Ernst Jandl Video, wo er, glaube ich, in der Carengee Hall stand und unter tobenden Applaus laut „Napoleon“ brüllte und das ich einmal im Wien-Museum hörte, fast versäumte. Dann kam Rosa Pock auf die Bühneund las H. C. Artmann-Texte gefolgt von Verena Stauffer, die den angekündigten Andreas Unterweger der jetzt ja, glaube ich, die „Manuskripte“ leitete, vertrat und Texte in Memoriam zu dem am 29. Mai verstorbenen Alfred Kolleritsch las, der wie sie sagte, auch einer von denen war, der alleine sterben mußte und den man nicht besuchen durfte.

Ich schreibe ja immer, daß ich lange Texte an die „Manuskripte“ schickte und dem Herrn Kolleritsch einmal schrieb „Einmal werden Sie mich schon nehmen!“, wenn ich jetzt schon einen Text im „Wespennest“ habe!“

„Welch ein Irrtum!“, würde Ernst Jandl wohl dazu sagen und dabei das „lechts mit den rinks“ verwechseln und ich habe auch einmal mit Alfred Kolleritsch wegen meines „Stadt Wien-Manuskripte-Abos“ telefoniert, das ich noch jahrelang bekommen habe, obwohl die Stadt Wien das Abo schon längst gekündigtigt hat.

Dann ging es mit Gabriele Petricek weiter, die Texte von der 2010 im Freiburg im Breisgau verstorbenen Adelheid Dahimene las, deren „Rauchernovelle“,die Gabriele Petricek erwähnte, ich gelesen habe und die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, als sie dort beim „Bachmann-Preis“ las, im Herbst darauf, hat sie bei „Rund um die Burg“ gelesen und Gabriele Petricek erwähnte, daß sie sie öfter im Cafe Westend getroffen hat und sie ihr einige Gedichte geschickt oder gewidmet hat.

Axel Karner, der mich auch zu der Veranstaltung eingeladen hat, las drei Gedichte des ebenfalls 2010 verstorbenen Kärntner Dichters C. H. Bünker und der hat 1989 den „Preis der Arbeit“ in Klagenfurt bekommen, den es dort eine Zeitlang gegeben hat und wo ich mit meiner „Slavica“ auch Finalistin war.

Herbert J. Wimmer folgte und er hat diesmal keine Gerstl-Texte, sondern die, des im Jänner verstorbenen Hermann j. Hendrich und da war ich gerade in der Regionalversammlung der IG-Autoren, als ich von seinem Tod erfahren habe, die Ruth, die, glaube ich, heute auch bei Veranstaltung war, bei den Livestreams kann man ja die Besucher nicht gut sehen, nur die Mitarbeiter, die zwischen den Lesungen mit ihren Masken zum Desinfizieren auftauchten, hat ein Buch in ihrer „Editon-die Donau hinunter“ von ihm herausgebracht und Herbert J. Wimmer hat einen Textteil von einer Fahrt nach Graz in den Sechzigerjahren daraus gelesen bei dem mich die vielen Wortwiederholungen, daß er beim „Spiegel“ lesen schwarze Finger bekam und auf einer Matrazze in einer Galerie schlafen wußte, wo ihm ein Freund, der den Schlüßel dazu hatte, auch immer einsperrte, verwunderte und ich habe Hermann J. Hendrich auch ganz gut gekannt und ihn bei vielen Lesungen getroffen.

Dann kam Dominika Meindl und erinnerte an den im Februar2020 verstorbenen Atterseer Fischer und Dichter, Hans Eichhorn, den ich, glaube ich, auch schon in der „AS“ hörte und las aus einem Buch Gedichte, die offenbar von ihm für eine Lesung vorgereitet wurden und auch ein paar Stücke aus Marlen Haushofers „Wand“,die in Zeiten, wie diesen wahrscheinlich besonders beklemmend waren, zuminderst habe ich es so empfunden, Dominika Meindl war aber auch ganz gerührt und zuletzt folgte Karin Ivancsiscs und erzählte über ihre Begegnungen mit dem ebenfalls 2010 verstorbenen Andreas Okopenko, da bin ich ja zu seinem Achtziger im Literaturhaus zu spät gekommen und war dann auch an einem sehr heißen Sommertag bei seinem Begräbnis am Grinzinger Friedhof wo ich noch lange und vergeblich das Bernhard Grab suchte.

Das war es dann, die vorletzte Live-Literaturhausveranstaltung.

„Bleibt gesund!“, sagten Karin Ivancsics und Barbara Zwiefelhofer, die erste noch, bis zum nächsten Jahr,wo vielleicht wieder einige GAV-Kollegen gestorben sind und ich kann noch ganz kurz von meinem „Zweiten Nano-Tag“ berichten.

Wir sind ja am Samstag ganz spät, als ich von der Demo und der Alfred von Italien zurück war, nach Harland gefahren, so daß ich erst gestern dazu gekommen bin, mich auf der „Nanoseite“ anzumelden und die Daten für das neue Projekt einzutragen. Trotzdem habe ich da schon 15 000 Worte hochgeladen. Zum Weiterschreiben bin ich gestern aber nicht gekommen, weil eine Buchbesprechung und dann waren wir noch auf der Rudolfshöhe warscheinlich auch das letzte Mal essen.

Aber heute habe ich zwei Szenen geschrieben und zwar bezeichnenderweise, die, wo am ersten Juli, als der Lockdown vorläufig beendet war, am Karlsplatz bei der „Demo für Kunst und Kultur“ standen, Rosa ihren ersten Praktikumstag bei „Picus“ hinter sich hat und die Mar sich an der „Angewandten“ beworben hat, 17 000 Worte habe ich jetzt, bin also, weil ja geschummelt und fast ein Monat vorgeschrieben, weit voraus, aber wieder etwas unsicher oder weit weg von meinem Text, obwohl ich mir schon am letzten Freitag einen vorläufigen Handlungsplan notierte, aber die Ereignisse überschlagen sich ja und halten mich im Bann, so daß mein innerer Kritiker wieder schreit „Ich kann es nicht!“ oder ich nicht recht weitezukommen scheine, obwohl ja eine der nächsten Stationen, die Wiedereinführung der Maskenpflicht sein könnte, da bekommt Rosa ihren Einkaufsauftrag wieder, die Zahlen steigen, irgendwann wird Benedikt positiv getestet und und bis zum zweiten Lockdown und bis dahin, wo die Mathilde dann ins „Nicht Geimpfte-Ghetto“ zieht, hätte ich ja Stoff genug ud wahrscheinlich auch Zeit, obwohl ich jetzt, Anbetracht der besonderen Umstände, die einen ja zu schaffen machen kann, wieder neue Klienten nehmen kann.

Und während ich das geschrieben habe, war in der Wiener Innenstadt der Teufel los, ein Terroranschlag hat stattgefunden, fünfzehn Verletzte, einige Tote und ein enormer Polizeieinsatz, der die Ruth fast nicht in ihre Wohnung ließ und so, wie es scheint auch den Lockdown ein bißchen verschob oder unwichtig machte.

2015-11-02

In Memoriam und zweiter Nanowrimo-Tag

Die „In Memoriam- Veranstaltung“ zum Gedenken der verstorbenen Kollegen und Kolleginnen, von der GAV veranstaltet, gibt es seit 2004.

Elfriede Gerstl hat sie mit Andreas Okopenko initiert und sie dann an Karin Ivancsics weitergegeben, die sie nach Andreas Okopenkos, Tod 2010, glaube ich, allein veranstaltet.

Immer mit Musik meistens mit Renald Deppe, heute mit Michael Bruckner und Simon Zöchbauer und ich bin nicht sehr oft dabei gewesen, weil ja auch der „Nanowrimo“ im November beginnt und heute hätte ich eigentlich eine sechs Uhr Stunde gehabt und dann war auch ein sehr hektischer Tag.

Der Alfred hat die Bäume im Garten zurückgeschnitten, der neue Drucker ist gekommen und mein „Nanowrimo-Pensum“ wollte ich auch schreiben und vielleicht auch weiter in Rafael Chirbes „Am Ufer“ lesen, der auch am 15. August, an dem Tag an dem meine Mutter ihren hundertsten Geburtstag hatte und der Alfred seinen sechziger feierte gestorben ist.

Dann ist es sich aber doch ausgegangen und es war wieder sehr interessant, eine Erinnerung an die Kollegen, wie Karin Ivancsisc, deren „Blumendiebin“ ich vor kurzem gelesen habe, am Schluß erklärte, auch eine Neuentdeckung und wieder eine schmerzhafte Erfahrung, denn daß Ernst Kölz im letzten Dezember gestorben ist, ist auch irgendwie an mir vorbeigegangen.

Ruth Aspöck hat an Eugienie Kain, die Tochter von Franz Kain erinnert, die ich am Volksstimmesest kennenlernte, dann ist ist es ihr ein bißchen gelungen in den Literaturbetrieb einzusteigen und 2010 ist sie an Krebs gestorben.

Ihren „Schneckenkönig“ habe ich vor einiger Zeit im Bücherschrank gefunden und steht auf meiner Leseliste.

Der nächste Autor Mario Rotter 1959-1995, es stimmt viele Autoren werden nicht sehr alt, war mir bisher unbekannt, bei „Ritter“ sind ein oder zwei Bände von ihm erschienen, die Ralph Klever herausgegeben hat, so hat er einen Text, der in den „Manuskripten“ erschienen sind gelesen, war mir bis jetzt unbekannt.

Reinhard Priessnitz, 1945-1985, kenne ich hauptsächlich durch den „Priessnitz-Preis“, habe  bei den „Büchertürmen“ aber mal ein Buch von ihm gefunden, das ich noch lesen muß.

Herbert J. Wimmer hat aus seinen „44 Gedichten“ einige gelesen, die er auch einmal in der „Alten Schmiede“ bei einer Gedenkveranstaltung gelesen hat.

Dann kam Günter Brödl, der die „Dr. Ostbahn-Krimis schrieb und für Willi Resetarits, glaube ich, auch Texte. Peter Hiess hat aus einem Krimi, der in einer Peep-Show handelt, ein Stück gelesen und die Musiker dann ein OstbahnKurti-Lied gesungen und Anton Herzl hat einen wahrhaft makabren Text von Wolfgang Bauer 1941-2005 gelesen.

Dann kam die H.C. Artmann Vertonung „Blauboat“ von Ernst Kölz „Ich bin ein Ringelspielbesitzer und hob schon sieben Weiber erschlagn“ von Michael Bruckner gesungen und Michael Hotschnig hat ein Stück aus „Wir töten Stella“ ein Buch das auch auf meiner Leseliste steht, von Marlen Haushofer 1920-1070 gelesen.

Am Schluß hath Karin Invacsics über ihre Beziehung zu Andreas Okopenko auf dessen Begräbnis ich ja war, gesprochen und was den „Nanowrimobericht“ betrifft, kann ich das von der Bipolaren Depression wiederholen.

Habe ich ja gestern morgen sehr euphorisch viertausend Worte beziehungsweise, das erste Dezember Kapitel geschrieben und heute noch mal dreitausend Worte, wurde dabei aber ein paar Mal unterbrochen und stocke ein bißchen mit der Krimihandlung, denn wie gehe ich die an?

Wenn ich die Nika immer im Kostüm auf der Straße stehen lasse, den Obdachlosen sehen, mit Jessica plaudern, sich über den Widerling ärgern und den Krimi über ihre Schwester, Harald Schwabeneder, etc erleben lassen, wirds ein bißchen fad, bezeihungsweise auch kurz, weil irgendwann ist das Kapitel aus und ich drücke mich vielleicht wieder um die Handlung herum, beziehungsweise um den heißen Brei, und habe das show not tell wieder nicht verstanden.

Vielleicht sollte ich es doch mehrdimensional anlegen und ein bißchen genauer plotten. Also wieder ein bißchen „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“, obwohl ich gestern sehr zufrieden war.

Mal sehen wie es weitergeht, die nächsten zwei Tage komme ich wahrscheinlich nicht sehr viel zum schreiben und verliere meinen Vorsprung vermutlich wieder, ich habe aber jetzt drei Buddies, nämlich Nina Dreist, Klaudia Zotzmann und Luisa Rabenschwarz und kann im Dezember ja, korrigieren, zu Ende schreiben, noch einmal von vorne anfangen,etcetera und es ist auch sicher spannend, wie es mit meinen bipolaren Schwankungen und meiner Krimihandlung weitergeht.

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