Literaturgefluester

2018-01-27

Buch der Zahlen

Jetzt habe ich wieder eine Woche für ein Buch gebraucht und mich mühsam von Seite zur Seite, noch dazu elektronisch, durch das neue Opus eines amerikanischen Wunderkindes gequält.

Ein Buch, das sie wie ein Sturmflug liest und mich stellenweise an Arno Schmidts „KAFF  mare Krisium“ erinnerte, die „Handlung ist ein Datenstrom“, habe ich bei Deutschland Radio Kultur gelesen, der Verlag hat es, glaube ich, als den neuen „Ulysses“ angekündigt und die „New York Times“ hat geschrieben „Josuhas Cohens „Buch der Zahlen“  liest sich, als hätte jemand die Werke von Philip Roth zusammen mit einem von  David Foster Wallace in einen Teilchenbeschleuniger geschmissen“ und bei der Verlagsbeschreibung kann man noch lesen: Autobiografie, Familiengeschichte, Ghostwriting für Anfänger, Sillicon Valley Historie, internationalerThriller, Sexkomödie – Buch der Zahlen ist ein überschäumendes Buch und in Amerika Kult.“

Worum geht es also in dem bei „Schöffling & Co“ neuerschienenes Buch des 1989 in Jew Jersey geborenen Josuhua Cohen von dem auf Deutsch, glaube ich, schon „Solo für Schneidermann“, dessen Cover ich schon bei verschiedenen Blogs gesehen habe und das sehr eindrucksvoll ist und „Vier neue Nachrichten“ erschienen sind.

Der Klappentext verrät das auch, denn, wie schon geschrieben, ist das Lesen äußerst schwierig und wahrscheinlich, wie das so schön heißt, nur für geübte oder die anspruchsvollen Leser.

Es geht also um einen gescheiterten Schriftsteller, der interessant Josuha Cohen heißt, der nach nine eleven, Schwierigkeiten mit der Herausgabe seines Buches und mit seiner Frau Ava hat und da den Auftrag  bekommt, die Autobiografie eines Medienmogul, der ungefähr „Facebook“ und „Googl“e auf einmal erfunden hat, nur, daß das hier „Tetration“ heißt und der Gründer, der auch der „Große Vorsitzende “ genannt wird, heißt zufälligerweise auch noch Josuha Cohen.

So weit, so gut und man könnte hier an eine Größenphantasie, wahrscheinlich auch an etwas anderes denken und wenn man das Buch noch dazu, wie ich elektronisch liest, aber mit E-Books nicht so gut umgehen kann, hat man gleich seine Schwierigkeiten und quält sich durch das Buch, ohne etwas zu verstehen.

Denn die Kritiken haben es schon angedeutet, es liest sich wie ein Sturmflug, eine Fahrt durch einen Teilchenbeschleuniger oder eine Hochschaubahn und dann ist es wieder erstaunlich konkret, fast banal konventionell, bevor es wieder an die Zeichen, Zahlen, durchgestrichenen Sätze über, die die kritiker sich dann streiten, ob man das jetzt lesen soll oder nicht, etcetera, geht.

Die Handlung springt vom Tausendsten zum Millionsten, wie das im World Wide Net eben so ist, könnte man so sagen, springt durch die Weltgerschichte, kommt von Moses zur Shoah und reist dann auch noch durch die ganze Welt, reist von Dubai, Palo Alto, Wien, Berlin, Frankfurt, London, Paris, etcetera überall hin, hat sehr viel Unverständliches und auch einige, mich sehr beeindruckt habende, konkrete Stellen.

Ein Buc,h das man weder lesen noch bloggen kann, habe ich, in der letzten Woche, glaube ich, mehrmals geschrieben und das auch einigen Leuten erzählt, die ich auf literarischen Veranstaltungen gegtroffen habe.

Ich versuche es trotzdem, habe ich das ja auch bei Arno Schmidt versucht und damit ist das Buch und sein Autor wahrscheinlich nicht zu vergleichen, auch nicht mit James Joyce und meiner Meinung nach überhaupt nicht mit Philip Roth zu vergleichen, aber weil ich mit dem Lesen  nicht weitergekommen bin, habe ich am Donnerstag einen Füllartikel über die großen Amerikaner und Amerikannerinnen geschrieben, die ich seit ich blogge, gelesen habe und da kommt Philip Roth, der ewige  Nichtnobelpreisträger vor.

Beeindruckend ist auch die Sprache, sie liest sich, wie das internet, haben die Kritiker geschrieben und sie ist neumodern und unverständlich mit vielen Neuschöpfungen, vielen Sprachen, so wie der Digital Nerd und globalisiert Aufwachsende eben ist, der mal in Asien, mal in Dubai und mal nur in Wien ist und dort auf der Ringstraße spazieren geht, wo einmal die Stadtmauer stand, die laut Cohen errichtet wurde, um die Türken abzuwehren und wo sich die ehemaligen Würstelstände befinden, die zu Kkebabbuden wurden und die Türken  ihre Böreks, etcetera verkaufen.

Vielleicht sollte ich, die mich beeindruckenden Stellen erwähnen, das ist einmal die, wo Josuha Coben, der gescheiterte Schriftsteller, mit seinem Lektor Ron oder Aron, glaube ich, in ein Deli  geht, wo man sich Beagles bestellt und die Getränke in Pappbecher bekommt. Sie haben, weil ja gerade den Ghostwritervertrag unterschrieben, eine Flasche Schampus mit, die sie dann heimlich, weil man das ja da nicht darf, in die Pappbecher gießen. Dann kommt auf einmal die gepearcte Kellnerin herbei, der man laut Cohen, die Medikamente und Drogen ansieht, die sie nimmt. Sie hat  zwei Pappbecher in der Hand, bedient sich am Schampus, um ihn dann gemeinsam mit der Schankkraft auszutrinken.

Das hat mich beeindruckt, vieles andere war und ist mir, wie schon beschrieben, unverständlich. Aber im Netz versteht man auch nicht alles und hat nicht die Zeit und auch nicht die Möglichkeit all das zu lesen. Vielleicht ist es das, was Jousha Cohen ausdrücken wollte.

Das Buch ist am 23. Jänner erschienen, am 18. war in Berlin eine Preview mit dem Autor, der ja, glaube ich, derzeit in Berlin Gastprofessor ist. Ich hätte mich dazu anmelden und hinfahren oder fliegen können, um jetzt vielleicht etwas mehr über das Buch zu wissen. Aber ich bin ja nicht so global, wie sein Autor und seit der Jahrtausendwende nicht mehr geflogen, die neuen Sicherheitsmassnahmen halten mich davon ab. Mein letzter Flug war aber und das ist, glaube ich, interessant, 1998 und da waren wir vierzehnTage in New York. Sind dort herumspaziert, ich bin den  Broadway entlanggelaufen, habe die berühmten Zwillingstürme besichtigt, wo es laut Anna Lindner den besten Kaffee gegeben hat. Hinaufgefahren bin ich nicht und habe vielleicht dabei auch berühmte Schriftsteller, wieJosuha Cohen, der aber damals warhscheinlich noch Student oder Schüler war, getroffen oder auch nicht.

Die beiden Cohens reisen aber viel herum, der Ghostwriter muß dabei, um seine Spuren zu verwischen, auch verschiedene Pässe benützen und verschiedene Flügen nehmen oder auslassen. Er ist von seiner Frau Ava getrennt, die er bevor er den Auftrag annimmt, ja, glaube ich, auch auf einer Bank im Central Park mit den Schauspieler Adam, ihrem späteren Lebensgefährten sitzen sieht, der ihm dann wütende E-Mails  und Klagsandrohungen schickt, weil er meint, Josuha hätte mit der Kreditkarte seiner Frau arabische Nutten bezahlt und ihnen Unterwäsche gekauft.

Es gibt auch eine Beziehung zu einer Araberin namens Izi, dann noch einen Besuch auf der Frankfurter Buchmesse und über das Lesen, beziehungsweise das Nichtlesen in Zeiten des Internets, wo die E-Books, die richtigen Bücher, die man riechen und schmecken kann, wird auch viel geschrieben.

In den schon erschienenen Rezensionen habe ich vergleiche zu dem „Circle“ gefunden, aber da geht es zwar um eine Internetfirma, ist aber viel, viel konventioneller erzählt und ich würde eher das im Vorjahr sehr gehypte „Ich hasse dieses Internet“ dazu empfehlen.

Neugierig geworden? Einen Versuch hineintzulesen, ist das Buch sicher wert. Ich bin auch sehr gespannt, wie andere das Mammut- Monster- oder Jahrhundertwerk empfunden haben und, wie weit sie durch die siebenhundertfünfzig Seiten gekommen sind?

„Ein abenteuerliches Buch um Identitätsverlust und die Macht der neuen Meden“, hat Christoph Schröder vom Journal Frankfurt auch noch geschrieben und  Felix Stephan von der „Literarischen Welt“ meinte „Der große Epochenroman der Zehnerjahre“, wie wahr.

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2016-12-15

Mirror

Jetzt kommen ein paar Nachträge aus dem „Aufbau-Verlag“ und um die Spannung zu erhöhen, beginnt es mit einem Thriller. Mit Karl Olsbergs „Mirror“.

Das ist die Fortsetzung oder zeitangepasste Neuschreibung des „Systems“, das ich mir einmal aus einer „Thalia-Abverkaufskiste“ zog und den 1960 in Bielefeld geborenen  Freiherr von Wendt, habe ich vor einigen Jahren auf dem „Literaturcafe“ kennengelernt. Er hat über künstliche Intelligenz promoviert und schreibt daher bevorzugt solche Romane.

„Schwarzer Regen“ habe ich einmal in einem der Schränke gefunden, hatte es, glaube ich, auch heuer oder im Vorjahr auf meiner Leseliste, dann ist aber „Mirror“, die „Aufbau-Neuscheinung“ dieses Herbstes dazugekommen und Karl Olsberg erklärt in seinem Nachwort auch genau, warum es ein neues Buch geworden ist.

Denn seit 2005 hat sich in Bezug der Technik ja soviel geändert, es gibt Smartphones, Twitter, Instagramm, etcetera und so etwas wie ein „Mirror“, wäre schon technisch möglich, man sollte aber vorsichtig bei der Anwendung sein, selber denken und nicht zu viel persönliche Daten preisgeben….

Da habe ich ja erst kürzlich einen andern Herbstschlager gelesen und Dave Eggers „Circle“ gibt es natürlich auch, Georges Orwells „1984“, Huxleys „Schöne neue Welt“ und und und….

In Amerika gibt es Carl Poulsen, der hat in seinen Studententagen mit seinem Freund Eric, das „Mirror-System“ entwickelt, das ist ein Computer oder Smartphone, der sich auf Knopfdruck als persönlicher Freund und  bester Ratgeber erweist, erfunden.

Im Prolog befindet sich das System in der Testphase und rettet auch Carls Vater das Leben. Dann verkauft er die Firma an die Geldgeber und sitzt nur mehr pro Forma im Vorstand und es werden vier Nützer des „Mirrors“ vorgestellt, die neben Carl Poulsen auch die Handlungsträger sind.

Da ist einmal der Asperger Autist Andy, gab es im System nicht auch einen Autisten, aber das sind ja, höre ich, die besten Programmentwickluler.

Andy bekommt zum einundzwanzigsten Geburtstag von seiner Mutter einen „Mirror“ geschenkt und der hilft ihm auch vorerst vortrefflich, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen und die Mutter staunt, lernt Andy durch den „Mirror“, der bisher nur über Computerspiele saß, ein Mädchen kennen und will dieses, weil ja gefühlsunerfahren gleich heiraten.

Dann gibt es Freya, das ist eine in London lebende Journalistin und die recherchiert in Tschernobyl dreißig Jahre nach dem Unfall und macht da bezüglich ihres „Mirrors“, der ihr ja eigentlich dabei helfen soll, eine unangnehme Erfahrung, findet sie doch heraus, das Gerät fürchtet sich vor Spinnen und greift ihren Freund Terry mit einer Drohne an.

Dann gibt es zwei Kleinkriminelle bzw. einen solchen und einen geistig minderbemittelten Hartz vier Empfänger. Olsberg habe ich in kritischen „Amazon-Kommentaren“ gelesen macht bevorzugt, die Schwachen der Gesellschaft zu den „Mirror-Jüngern“, weil die glauben ja jeden Blödsinn oder können vielleicht nicht anders, als hineinzufallen.

Nun da ist jedenfalls Lukas, der bekommt vom Freund der Mutter einen „Mirror“ geschenkt und der Kleinkrimellle Jack bekommt einen solchen durch einen Raubüberfall und wird dann vom freundlichen „Mirror“ in eine Nobelvilla, die der „Mirror-Gesellschaft“ gehört geleitet und soll ihr dafür hilfreiche Dienste tun.

Denn zuerst passiert etwas in Hamburg. Viktoria, der es auf die Nerven ging, daß Andy alle gut gemeinten Liebessätze des „Mirrors“ nachplappert und ihn bittet, diesen bei ihr auszuschalten, macht sich zum Feind des  „Mirror-Nets“ und Andy bekommt fortan nur mehr Botschaften von seinem „Mirror,“ daß sie ihn nicht mehr sehen will.

Mit Hilfe eines freundlichen Schriftstellers, der Liebeschnulzen schreibt, wird das Miüßverständnis aufgeklärt, der schreibt einen „Mirror“ kritischen Blogartikel und bekommt daraufhin ein paar tausend Trollmeldungen und Haßpostings, obwohl seine Leserinnen ja meistens alte Damen sind, die noch gar nicht wissen, was das Internet oder ein „Mirror“ ist.

Freya, die inzwischen auch vor dem „Mirror“ wahrnt, wird auf diesen Artiel aufmerksam, während Lukas und seine neue Freundin inzwischen zum „Mirror Fan-Club“ zählen und Punkte sammeln, in dem sie solche Postings schreiben.

Sehr bald explodiert das System und die Geschichte.

In Amerika wächst sie Carl einmal über den Kopf und, als Freya nach London zurückfliegen will, bekommt ihr Flugzeug auch den Angriff einer Drohne, trotzdem mobilisiert sie alles, was sie kann, dreht, was ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich für sehr gefährlich fand, Andy und Viktoria.  Die Videos erscheinen in allen Netzen, werden gesperrt, und Freya wird in Paris auch verhaftet und für eine Terroristin gehalten, beziehungsweise bekommt Jack den Auftrag Carl zu töten.

Nun wird es rassant, die Ereignisse überschlagen sich, bevor die Regierung, die Gefahr erkennt und der Konzern gezwungen wird, die „Mirrors“ abzuschalten.

Das führt zwar auch zu einigen Demonstrationen, denn die User wollen sich nicht so einfach von ihrem Gerät trennen. Carl wird seine dadurch verdienten Millionen wahrscheinlich durch die folgenden Klagsdrohungen und Prozesse verlieren und Scherz am Rande, ein Buch über den „Mirror“ schreiben.

Nicht umsonst hat er ja einen ähnlichen Namen, wie sein Autor und im Epilog verhandelt das amerikanische Militär über die Erprobung eines „Smart Solders System“ und der General, der dagegen ist, wird niedergestimmt und höchstwahrscheinlich in Pension geschickt, denn das Leben geht weiter mit der friedlichen und unfriedlichen Nutzung der hochtechnisierten künstlichen Intelligenhzsysteme.

In diesem Sinne ist es spannend, was Karl Olsberg wohl im Jahr 2026 oder 27 darüber schreiben wird, wie ich auch bei „Amazon“ gefunden habe und denke, daß Maschinen, die den Autisten sagen, wie sie Gefühle deuten sollen, höchstwahrscheinlich sehr nützlich sind, es sie, glaube ich, schon gibt und wenn ich mich nicht sehr irre, die Aktion „Licht ins Dunkel“ in den letzten Jahren auchdafür geworben hat.

Und natürlich mu man mit den künstlichen und auch anderen Inteliigenzen sehr vorsichtig sein, verhindern werden wir sie, wie auch der Epilog beschreibt, höchstwahrscheinlich nicht können, denn wie heißt es da so schön: „Unterschätz die Duznmmheit der Menschen nicht. Sie vergessen schnell“ und Karl Olsberg schreibt ja selbst in einem Nachwort „Wenn eines Tages jemand ein Gerät wie den „Mirror“ erfindet, werde ich einer der ersten sein, die es kaufen.“

Bei „Amazon“ gibt es sowohl viele drei als auch fünf Stern Rezensionnen und ich habe das Buch auch sehr spannend gefunden und es sogar, in die „Gesundheitskonferenz ins Rathaus“ mitgenommen, wo auch mehr Transparenz und Wissen gefordert wurde, um der Gesundheit dienen zu können, dann aber auch einige kritische Punkte gefunden.

So denke ich, daß die Tasache, daß sich die Geräte vor Spnnen fürchten, ja eigentlich etwas Liebenswertes ist. Aber natüürlich, künstliche Intelligenz entgleitet der Herrschaft der Menschheit und dann haben wir den Salat bzw. die Katastrophe und dann denke ich auch, daß einige der Charaktere sehr oberflächlich und klischeehaft gezeichnet sind. Zum Beispiel, die Personen der beiden Unterschichtler,  vor allem, der dumme sexbesessene Lukas, während mir einige Beschreibungen sehr packend und spannend erschienen sind.

Wie Andy dank seines „Mirrors“ in das Leben hineingeht, erschien mir sehr spannend und gut geschildert, ebenso Freyas Filmaufnahmen in Tschernobyl.

Daß sich Viktoria wirklich vor einem Zug stürzen will, weil der „Mirror“ sie vor Andy warte und meinte, daß sie bestraft werden wird, erscheint mir dageben zu platt und dann zuerst erscheint alles aussichtslos und auf einmal kommt die große Wende?

Nun ja es ist ein Triller, ein wenig klischeehaft oder auch sehr spannend geschrieben, vielleicht, aber allemal etwas zum Nachdenken und selber denken ist höchstwahrscheinlich immer noch das beste.

Aber dazu braucht man gute Schulen und Lesen und Schreiben sollte man da vielleicht noch lernen und nicht alles den Computern beziehungsweise, den künstlichen Intelligenzn überlassen, weil diese ja, wie nicht erst Karl Olsberg schreibt, sehr leicht zu mißbrauchen sind.

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