Literaturgefluester

2015-04-24

Der Konvertit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:03
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Jetzt kommt ein Thriller des Spiegelbestsellerautors Stefan Schubert, ehemaliger Polizist und Hooligan, der schon einige Bücher über den Polizeieinsatz und kriminelle Banden Deutschlands geschrieben hat, der „Konvertit“ bei „Lago“ der „Müncher Verlagsgruppe“ erschienen, mit der ich durch Judiths Grohmann „In geheimer Mission“ in Verbindung gekommen bin, ein gerade erst erschiener Roman, was in Deutschland passieren könnte, in dem schon Charly Hebdo und die Anschläge in Kopenhagen erwähnt werden.

Stefan Schubert ist also ein sehr schneller Meister und sein Thriller ist auch sehr interessant und spannend, aber da sehr vielschichtig angelegt, vielleicht nicht ganz einfach zu lesen.

Zumindest habe ich mir bei den verschiedenen Namen und Ebenen schwer getan, obwohl ich mir die Realistät des Ganzens durchaus vorstellen kann, obwohl ich keine Anhängerin von Verschwörungstheorien bin.

Es beginnt an einer deutschen Militärbasis. Da parkt ein Auto falsch und als der Wacheposten aus seinem Postenhäuschen tritt, wird er in die Luft gesprent, es war erfährt man, ein Konvertit, deutscher Abstammung, Carsten Bramschar a la Isam Ali Ahmed, hat er geheißen.

Dann schwenkt es um zu Toni Sander, das ist ein Polizist, der strafversetzt wurde, manchmal etwas abwesend wirkt, jetzt wird er in die Terrorabwehreinheit geholt und der Kollegin Karin Langenscheidt zugeteilt.

Der Kriminaldirektor heißt Vogts und es gibt noch einen scharfen Staatssekretär mit dem Spitznamen Edgar, der packelt mit den Amerikanern, sprich CIA und schon geht es los mit dem ersten Einsatz.

Ein Frankfurter Hochhaus wird observiert, in dem vorwiegend Sozialhilfeempfänger wohnen, dort war eine Terrorwohnung, die ist zwar inzwischen leer, aber das Gebäude wird wochenlang observiert, die Bewohner in ihrer Freiheit behindert, nur die junge Kommissarin kann vermittelnd eingreifen und Konflikte schlichten.

Dann gibt es noch einen zweiten Konvertiten, Mark Schmidt, mit der typischen Karriere, Schulabbruch, alleinerziehende Mutter, die sich Sorgen macht, aus lauter Schuldgefühlen zu Tabletten und Alkohol greift, aber sie hat sich mit ihrem Sohn zerworfen, als der von ihr verlangte, daß sie ebenfalls konvertieren sollte.

Die Radikalisierung erfolgt in einer bestimmten Moschee und die Kommissarin muß wieder vermittelnd eingreifen, die Mutter trösten, während ihr Kollege die Wohnung verwanzt, falls sich das Söhnchen melden sollte, der tut das aber nicht, sondern wird zum Trainingseinsatz nach Afghanistan ausgeflogen, dann fliegt er über Amsterdam zurück und fällt dort der Paßkontrolle auf, so wird nach ihm gefahndet, während er sich unter Bewachung mit einem anderen Konvertiten in Kaiserslautern in einem schäbigen Gebäude einmietet, einmal in der Woche einkaufen geht, ansonsten die Sterne beobachtet, denn es wurde auch eine Drohne eingeschleust und Kaiserlautern ist ein wichtiger amerikanischer Stützpunkt.

Die Polizei, bzw. die CIA und Edgar forschen unterdessen weiter, planen einen Anschlag auf einen Marokkaner, um an sein Handy heranzukommen, alles unverhältnismäßig und den Gesetzen nicht entsprechend, wie Schubert genau beschreibt, am Ende kommt es zu einem Kampf bzw. einem Kräftemessen, die Abwehreinheit ist den Konvertiten, die schon die Drohne starten auf der Spur. Sie werden regelrecht hingemetztelt, die Drohne geht trotzdem los und Zufall oder nicht, an der spannensten Stelle habe ich im Buch zwei Leerseiten und kann rätseln, was inzwischen geschehen ist.

Es kommt jedenfalls zu vielen Toten, Amerikanern und zivile Opfer, Toni Sanders reicht es, er droht mit einem Abschlußbericht, wird wieder strafversetzt und der Polizeidirektor, der von Edgar unter Druck gesetzt wurde, die Illegalität zuzulassen, muß zum Minister zum Report, Edgar steht stumm daneben, der Direktor wird entlassen und erschießt sich mit seiner Dienstpistole und wir stehen staunend daneben und denken wahrscheinlich wieder, daß wir gar nicht soviel von den geheimen Methoden der Terrorspezialeinheiten wissen wollen, weil wir dann nicht mehr schlafen könnten oder natürlich nicht, denn sonst wäre Schubert  kein Bestsellerautor und so wird warhscheinlich auch der „Konvertit“ auf der Spiegel Bestsellerliste landen und wir können nur hoffen, daß das nicht wirklich bei uns passiert und, daß wir wegen des IS Terrors nicht noch mehr an unserer persönlichen Freiheit verlieren, als wir seit nine elefen ohnehin schon veroren haben.

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