Literaturgefluester

2016-06-10

Gebrauchsanweisung für Kroatien

Filed under: Bücher — jancak @ 21:20
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Der Alfred schenkt mir ja immer vor den Reisen literarische Reiseführer und so ist schon länger „Die Gebrauchsanweisung für Kroatien“ von Jagoda Marinic zu mir gekommen, die ich aber, wie ich das immer tue, erst auf der Reisen gelesen habe und diesmal war das auch  ein bißchen komplizierter.

Denn wir sind am ersten Reisetag nur bis Leibnitz gekommen und dort ein Buch über Kroatien lesen, wenn man noch keine Ahnung vom wie, wo und warum hat, ist vielleicht ein bißchen schiweirig, habe ich mir gedacht und hatte auch gleich eine Alternative im Gepäck beziehunsweise  ins Hotelzimmer mitgenommen, denn den Namen Jagoda Marinic, kenne ich, hat doch,  die 1977 in Waiblingen geborene Autorin, 2007 beim Bachmannpreis gelesen und ihr erstes Buch, den Geschichtenband „Eigentlich ein Heiratsantrag“ habe ich mir einmal bei einem „Buchlandungs-Abverkauf“ um einen Euro gekauft.

So habe ich die ersten drei Geschichten daraus in Leibnitz gelesen und mit dem Lesen der „Gebrauchsanweisung“, einen Tag später begonnen. Dann aber, als ich gerade bei der Bechreibung von Zagreb war, an dem wir an der Autobahn oder Autoput, wie Jagoda Marinic schreibt, nur vorübergefahren sind, waren wir schon in Montenegro und da erschien mir eine Beschreibungvon Zagreb durch das ich gar nicht gekommen bin, nicht sehr passend, so habe ich unterbrochen,   Bora Cosic und dann ein Stücken in dem „Mimikry-Buch“ weitergelesen und  erst wieder in Dubrovnic nach dem Buch gegriffen.

Jagoda Marinic, die die Tochter von dalmatinischen Eltern ist, die aus einem kleinen Dorf an der Küste kommen und ihre Sommer, wie in dem Buch steht, als Kind jedes Jahr dort verbrachte, hat eine frische, fast schnippische Sprache und mit der zappt sie durch das Buch und erzählt Geschichten über das Land und gibt Gebrauchsanweisungen für den Urlaub, beziehungsweise erzählt sie auch sehr viel von dem, was ein normaler, nicht kroatisch sprechender Tourist, wahrscheinlich nicht erfahren und sehen wird.

Und so habe ich das Buch, als Touristin auf dem Campingplatz, die in Englisch oder Deutsch, ihren Fisch oder ihre Cevapcici, die in kroatien, wie Jagoda Marninic erzählt, Cevape heißen, bestellt, auch als sehr interessant gefunden, die etwas schnippische Art ist mir zwar manchmal auf die Nerven gegangen, aber jetzt weiß ich  mit Sicherheit mehr über das Land, als ich ohne die „Gebrauchsanweisung“ wüßte.

Das Buch beginnt, wie auch die Reise, mit der Autobahn, hier erzählt Jagoda Marinic, deren Vorname auf Kroatisch Erdbeere heißt, von ihrer Kinheit, beziehungsweise den Eltern ihrer deutschen Freunde, die sich durch sie immer an das Erdbeereis erinnerten, das sie auf ihren meist frisch verliebten Kroatienreisen verzehrten und die „Svabo-Jugo-Jugendliche“ ist mit ihren Eltern jedes Jahr mit einem vollbepackten Auto in das dalmatinische Dorf zu den Verwandten gefahren, wo es dann meistens Streit gab, denn in das Auot passte nur eine Packung „Pampers“, die sehr begehrt waren, gab es in dem Dorf damals noch keine Wegwerfwindeln. So war immer eine der Tanten beleidgt. Die Kinder, die dicker, als die dalatinischen Verwandten waren, hat das aber nicht gestört, auch nicht, daß sie „Dickerchen“ gerfufen wurden. Sie spielten miteinander und Jagoda wurde ausgebessert, wenn sie das altmodische Kroatisch ihrer Eltern sprach. Verwndete sie dann die neuen Wörter in deutschland, besserten sie wieder die Gastarbeiter aus.

Ja so ist das mit den Veränderungen, das hat mir schon einmal Illir Ferrir bei einem „Dialekt Poetry Workshop“ erzählt und Jagoda, die als Kind Jaga gerufen wurde, was Hexe oder alte Frau, Baba Jaga, bedeutet, studierte später in Zagreb. So erzählt sie auch sehr ausführlich von der Stadt, die ich auf dieser Reise nicht gesehen habe und gibt dann den Küsten-Reisenden Rat, nicht nur die „Autoput“ entlangzufahren, sondern auch auf der Küstenstraße, weil dort die zahnlosen alten Frauen, mit den schwarzen Kleidern am Straßenrand sitzen und irgendetwas verkaufen, die man unbedingt kennenlernen sollte.

Der Kroatien-Tourist macht dann meistens Bekanntschaft mit den Zimmervermittern und die Kroaten an der Küsten leben von ihren Appartmanis. So gibt Jagoda Marinic auch gleich eine Einführung in die Typologie der Zimmervermieter,  erzählt weiter von der kroatischen Seele und der Herzlichkeit der Kroaten, die natürlich nicht der Balkan sind und auch nicht dort wohnen, denn der Balkan beginnt immer erst ein Land später, als dort, wo man wohnt und ich hätte gedacht, das wäre der Name eines Gebirges?

Oder nein, stimmt nicht, denn als ich Schülerin der Straßergasse war, machten wir eine Excursion in die Firma Henkel und dort erklärte uns eine freundliche Dame, daß wenn man nicht „Persil“ verwendet, die Leute glauben würden, daß der Balkan auf der Simmeringer Hauptstraße begänne und die Kroaten, schreibt Jagoda Marinic, sind sehr freundlich und sehr herzlich, was ich bestätigen kann und erzählt dann von einem Problem, das der Alfred in Pula tatsächlich hatte.

Nämlich kein Geld für den Parkautomaten, wenn man dann den Fehler macht, in einem Geschäft wechseln zu wollen, wird das nicht gehen, denn die Kroaten sind kein Wechselinstitut, wenn man aber einen Kaffee bestellt oder eine Zeitung kauft, bekommt man das  benötigte Kleingeld und die Leute sind wieder sehr freundlich zu dir.

Etwas gibt es aber, was Jagoda Marinic nicht leiden kann und das ist das Camping. Sie hat zwar ein paarmal mit ihrer Familie und einmal mit einer Freundin einen solchen Urlaub gemacht, aber das war ein Reinfall, denn einmal lag das Zelt zu nahe an der Disco, das zweite Mal fing es, als es endlich aufgestellt war, zu regnen an und dann machte sie noch ihre Erfahrungen mit den deutschen Urlaubern, die einen Stoß Chitlits oder Krimis, also keine hochwertige Literatur, wie die, die beispielsweise Hexchen Erdbeere schreibt, lesen und so ihre Tage am Strand ohne miteinander zu reden, verbringen, was Jagoda Marinic nicht verstehen kann und da sie keinen Campingurlaub mehr macht, hat sie mich mit ihrer „Gebrauchsanweisung“  und ihren Geschichten dort nicht sehen können, aber das ist schon eine andere Geschichte, über die ich eigentlich eine eigene Glosse schreiben, bziehungsweise in meinem neuen Roman verwenden wollte.

Also zurück nach Kroatien und da springt Jagoda Marinic auch von Kapitel zu Kapitel oder von Ort zu Ort, nachdem sie eine allgemeine Einführung in das Wesen der Kroaten gegeben hat.

Sie erzählt, was die Krawatte mit Koratien zu tun hat und warum alle Zagreber Männer angeblich immer eine solche tragen, erzählt dann von Motovun, dem Zauberberg, von dem sie ihren Lesern eigentlich nichts erzählen wollte, schreibt von der istrischen Toskana und gibt den Rat sich in Opatija auf eine der Hotelterassen zu setzen und dort Kaffee und Kuchen zu bestellen.

Von der Meeresorgel in Zadar, der „morske orgulje“ erzählt sie und von Porec und Rovinji, Orte an denen wir gewesen sind und tut das oft in sehr  kurzen Kapiteln, was wieder die Frage aufwirft, wann man das Buch jetzt lesen soll? Vor, während oder nach der Reise?

Eine eindeutige Antwort wird es wohl nicht geben. Liest man es stattdessen hat man wahrscheinlich einen ungefähren Eindruck von dem Land am Meer, das einmal ein Teil Jugoslawiens war, bekommen.

Liest man es während der Reise, tut man sich wahrscheinlich schwer, weil Jagoda Marinic nicht wirklich viel von Split, Dubrovnic, etcetera erzählt und dann der eine Ort am Anfang, der andere in der Mitte des Buches beeschrieben wird, so daß man wahrscheinlich, wie ich das Lesen unterbrechen muß oder wenn man in der bewußten Stadt angekommen ist, das Kapitel wiederholen sollte.

Aber spannend die Eindrücke von einer kroatisch sprechenden Kennerin serviert zu bekommen und „Eigentlich ein Heiratsantrag“ habe ich, als ich mit den „Gebrauchsanweisungen“ und den „Lesereisen“ fertig war, im Hotel Kastel in Motovun, zu Ende gelesen,denn das war ein Ort, den der Alfred ausgesucht und gebucht hat und weil er dort schon im September mit dem Karl gewese ist, hat ihn Jagoda Marinic nicht auf die Idee zu ihren Geheimtip gebracht.

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2016-06-06

Eigentlich ein Heiratsantrag

Filed under: Bücher — jancak @ 23:59
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Geschichten von Jagoda Marinic, die ich mir einmal mit einem Stoß anderer Taschenbücher gekauft habe, als es bei der „Buchlandung“ einen Abverkauf von Ein Euro Bücher, viele „Suhrkamp-TB-Bändchen“ dabei, gegeben hat und ich kaufe mir ja gerne Bücher von Autoren, deren Namen ich kenne.

Den von der 1977 in Wablingen geborenen Autorin kannte ich, hat sie ja 2007 beim Bachmannpreis gelesen.

Also ist das Büchlein zu mir gekommen, auf mein Regal gewandert, dann habe ich es auch auf meine Leseliste geschrieben und nicht gelesen, denn erstens habe ich ja schon so viele Bücher, zweitens lese ich nicht so gern Geschichten und dann kam der Alfred und brachte mir für den Urlaub die „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ von Jagoda Marinic, die  die Tochter von dalmatinischen Einwanderern ist und ich war ja auf der Suche von Bücher von kroatischen Autoren für meinen Urlaub.

Bei Jagoda Marinic trifft das zwar nicht ganz zu, wurde sie ja in Deutschland geboren und hat sicher die Staatsbürgerschaft, weil ich aber nicht ganz sicher war, wieviel ich im Urlaub lese und das Buch ja hatte, packte ich es  ein und  habe es gelesen.

Gleich als erstes noch in Leibnitz angefangen, weil ich da  noch nichts über Kroatien lesen wollte und war sehr beeindruckt über den frischen, beziehungsweise poetischen Ton der Autorin, die sehr seltsame und auch nicht so leicht verständliche Geschichten scheibt.

In der Beschreibung steht etwas von „Irrungen und Wirrungen“ und  „die seltsamen Wege der Liebe und Begegnungen voller Zauber, die oft in Fluchten münden.“

„Fast ein Heiratsantrag“, ist Jagoda Marinics erstes Buch, 2003 bei „Suhkamp“ erschienen und das hundertfünfundzwanzig Seiten Bändchen, fasst an die vierundzwanzig Geschichten, wenn ich mich nicht verzählt habe. Viele sind nur einige Seiten lang. Eine hat über fünfzig und die „Ich wünschte, er hätte  nie geredet davon, daß man  nur eine lieben kann“, fand ich auch sehr schwer verständlich.

Da fährt eine im Zug, spricht von ihrer Mutter, hat dann eine Begegnung mit einem Mann, der sie betrügt und das alles in wechselnden Perseptiven, die „Ich Form“ wechselt ins „sie“ und wenn ich auch nicht alles verrstanden habe,  die Sprache war poetisch schön.

Es gibt eine Geschichte von der Gleichgülkitigkeit des Lebens, die darin endet, daß eine Frau einen Heiratsantrag annimmt und die Titelgeschichte, die man dafür halten könnte, ist eigentlich ein Abschiedsbrief.

Ja, Jagoda Marinic macht es spannend und erzählt sehr poetisch von den Alltäglichkeiten des Lebens.

So gibt es zum Beispiel einen Text über das Einkaufen. Da will sich eine gesund ernähren und geht in den Supermarkt. Aber das Joghurt, das halbwegs gut schmeckt, hat drei komma fünf Prozent Fett und als sie danach greift, sieht sie die Silhouette einer Dicken sich über die Gefriertruhe neigen. So greift sie zu ein Prozent Joghurt, das dann im Kühlschrank vergammelt und bei den Tomaten ist das ähnlich. Sie greift zuerst nach der Dose. Als sie an der Kasse warten muß, liest sie die Indegrenzien, die lassen sie verschreckt nach den frischen Tomaten greifen, aber die kommen aus Holland, so flüchtet sie ohne Einkäufe aus dem Supermarkt.

Am meisten haben mich naturgemäß, die Geschichten interessiert, die vom Dorf, also von Kroatien, obwohl das Wort nie vorkommt, erzählen. Da gibt es eine von „Josip“. Da geht ein Mädchen zu einem alten Mann, fängt an für ihn zu kochen und zu putzen, aber die Nachbarn dulden das nicht, fangen zu reden an, etcetera.

Es gibt auch die Geschichte von der Großmutter, die im Dorf zurückgeblieben ist, als die Familie nach Deutschland ging und sich über das grüne Telefon freut, das man ihr istallierte, so daß sie die Anrufe ihrer Lieben entgegennehmen kann. Sie hat nichtviel zu verschenken, nur die Trauben und die Kartoffeln aus den Garten, trägt schwarze Kleider und hat abgarbeitete Hände und so wird auch die Frau in dem „Selbstportrait“ beschrieben, die für ihre Enkel, die sie nie gesehen hat, strickt, während sie für ihre Kinder keine Zeit hatte, weil sie da in einer Gärtnerei arbeiten mußte, um das Geld für das Haus das sie bauen wollten, zu verdienen. Dann ist der Mann gestorben und die Kinder sind in Deutschland geblieben.

Jagoda Marinic ist eine sehr poetische Erzählerin, die das sehr wohl in ihren Dorf- als auch in ihren sehr verwirrenden Liebes- und Beziehungsgeschichten vom modernen Leben tut.

Da gibt es noch eine, die michverwirrte und die nicht in die obige Beschreibung passt.

„Aura“ heißt sie und erzählt von einem Mädchen, das so schön ist, daß sie alle auf ihren Schoß sitzen haben möchten. So engagierten die Eltern einen jungen Mann für sie, der sie beschützen soll. Der folgt ihr überall hin, sie flieht in der Nacht aber in ein Zimmer und schreibt alles auf,  während sie sonst nie spricht. So geht ihr nach und findet eine Tote, ihre Erzählungen und bleibt mit  Schuldgefühlen über.

So kann man Kindesmißbrauch wahrscheinlich auch beschreiben, owohl mir die realistische Art und Weise lieber ist.

Bei den „Short-Cuts“ habe ich gerade nachgelesen, habe ich auch schon eine ihrer „geheimnisvollen“ Geschichten gehört, jetzt ist „Made in Germany-Was ist deutsch in Deutschland“ von ihr erschienen, aus dem sie Ende Mai auch in Wien gelesen hat.

 

2016-05-29

Vom Campen

Autokamp "BORIK" (Zadar)

Autokamp „BORIK“ (Zadar)

Jagoda Marinic schreibt in ihrer „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ auch über das „Camp kucice“

„Deutsche Urlauber sind in Kroatien oft Camper“ beginnt ihr Kapitel, in dem sie erzählt, daß sie damit nur schlechte Erfahrungen machte, weil zuerst stand das Zelt bei einer Disco und als sie es dann mit ihrer Freundin wieder aufbaute, fing es zu regnen an und aus der Traum vom schönen Urlaub, den die deutschen Familien mit ihren Campingbussen  oft wochenlang machen und sich dann mit ihren Krimis an den Strand legen und nicht miteinander reden, was Jagoda Marinic oder ihren Cousin sehr amüsierte.

Als ich an dieser Stelle angelangt war, fuhren wir das zweite Mal in Trogir in den  „Rozak-Camp“ ein und der hat, wie von Jagoda Marinic beschrieben, ein sehr schones Restaurant, eigentlich eine Anreihung von Bänken im Freien, wo man auf das Meer hinaussehen kann, denn der ganze Campingplatz ist eine Insel, in etwa zehn Minuten geht man um ihn herum und auf den Wiesen dazwischen stehen die großen Campingbusse mit den deutschen oder holländischen Kennzeichen und da urlauben wahrscheinlich auch die Familien, die eine eigene Küche haben, daher nicht das Restaurant besuchen, außer es gibt vielleicht einen dalmatinischen Abend.

Den Kaffee fürs Frühstück kochen sie sich aber selber und dazu holen sie sich von der „Pekarna“, die vor dem Camp ihren Wagen hat, das Brot und die Kipferln und dann kann es vielleicht auch passieren, daß die Tochter im Bikini ihr ChickLits auspackt und der Bruder seinen Krimi und sie verbringen den Urlaub lesend, denn das soll man ja im Urlaub tun und sich erholen, wie der Hauptverband des Buchhandels sicher rät.

Reiseführer hat man wahrscheinlich auch dabei und vielleicht auch die „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ der Jagoda Matrinic. Da die ja nicht mehr auf Campingplätzen Urlaub macht, sondern sich stattdessen lieber in Appartmanis einquartiert, kann sie, wie sie selber schreibt, das nicht nachprüfen und ich mußte an dieser Stelle schmunzeln, beziehungsweise an meine volle Büchertasche denken, auf die ich mich  sehr vorbereitet habe, obwohl es dann gar nicht soviel kroatische Autoren waren, die darinnen Platz fanden, beziehungsweise der Inhalt eine bunte Durcheinandermischung von dem, was sich so in meinen Bücherregalen angesammelt habe, ist, denn ich bin ja keine Germanistin und Slawistik habe ich auch nicht studiert, sondern eine verbissen seit über vierzig Jahren erfolglos schreibende Autorin, die jetzt mit einer offenbar sehr mangelhaften Orthographie bloggt, was manche meiner nicht sehr zahlreichen Leser sehr erregt.

Nun ja, lieber Hans Raimund, ich habe vielleicht von der kroatischen, slowenischen und vielleicht auch Kärtner Literatur nicht so viel Ahnung, bemühe mich aber sehr und habe also eine bunte Mischung an Büchern, die irgendwie etwas mit Kroatien zu tun haben könnten, in den Urlaub mitgenommen und keine ChickLits, obwohl mir Anna Fischer und Annika Bühnemann noch am Mittwoch vor der Abreise ihr neues Buch als PDF schickten, aber den Computer nehme ich ja nicht auf den Campingplatz mit und das E-Book lag in Harland und wir sind von Wien losgefahren, sonst hätte es sicher gepasst.

Für alle Fälle hatte ich aber auch „Mimikry“ dabei, das mir Christine Seiler ungefähr zeitgleich mit dem PDF vor meiner Abtreise schickte und natürlich Jagoda Marinic und die gleich zweimal, weil ich mir ja „Eigentlich ein Heiratsantrag“ vor Jahren einmal um einen Euro aus einer Abverkaufskiste zog.

Manche meiner Leser mag mein Leseverhalten vielleicht ärgern, ich finde es lustig so „unbedarft“ Urlaub zu machen und hängen bleibt, wie man gleich merken kann, allemal was, denn da kam zuerst die Frage, was Jagoda Marinic zu meiner bunten Büchertasche sagen würde, Marica Bodrozic, neben Bora Cosic und zwei „Gebrauchsanweisungen“ oder „Lesereisen“ gab es auch und dann kam schon die Idee von der deutschen Buchpreisjurorin, die vielleicht im Juni oder Juli mit einem E-Bookreader, wo alle hundertsechzig oder hundertachtig, die genaue Zahl müßte ich nachschauen, Nominierungen darauf sind, die sich damit mit ihren blauen Bus, einer Kaffeemaschine, eiinem Handy und den Laptop vielleicht auf den Campingplatz Rozak im Badeanzug vor das Wasser legt und liest und liest. Dazwschen kann sie auch ein bißchen schwimmen gehen, im Restaurant ein Glas Wein trinken und wenn ihr fad ist, sucht sie sich eine illustre Runde zusammen und spielt mit ihr eine Runde „Mimikry“

Jagoda Matrinic ist wahrscheinlich nicht dabei, hat aber, wie ich herausgefunden habe, gerade in Wien ihr neues Buch vorgestellt und, daß die Jurorin vielleicht Klara heißen könnte, ist mir ein paar Tage später, schon in Zadar, eingefallen, aber das ist eine andere Geschichte, beziehungsweise ein Romankonzept, das ich zum nächsten „Nanowirmo“ oder auch schon vorher, wenn ich zu ungeduldig und schneller fertig bin, schreiben könnte und auf jedenfall ein Sovenier, das ich in meinen grauen Notizbuch mit vielen Anmerkungen und Beilagezetteln zurückgebracht habe.

Jetzt also nur ein paar Anmerkungen zum Campingurlaub, der für mich die reiseunlustige Konsumverweigerin gerade richtig ist.

Ein paar Wochen Minimalleben in einem Zelt, mit einer Reisetaschen, wo die kurzen und die langen Leiberln, die kurzen und die langen Hosen drinnen sind, der bunt zusammengewürfelten Büchetrtasche, keiner Kaffeemaschine und keinen Spirituskocher, statdessen auf der Suche nach einem Morgenkaffee und einem Kipferl zum Frühstück und einem guten Mittagessen, diesmal waren es vor allem Calamari, Fischplatten und auch ein paar Cevapcici und einem Glas Wein am Abend verbringe.

Das ist es, was der Reiseunlustigen, die dann auch immer ein paar Impressionen mitbringt und ein paar Glossen darüber schreibt, gefällt und so habe ich Dank Jagoda Marinic auch eine sehr stimmige Campingplatzgeschichte und vielleicht die Idee zu einen Roman nach Hause gebracht, denn ich wenn die „Berührungen“ fertig sind, schreiben kann….

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