Literaturgefluester

2020-08-24

Wieder ein Joe Berger Abend

Podium

Podium

Von den 1939 in Kaltenleutgeben geborenen und 1991 gestorbenen Joe Berger habe ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren etwas gelesen und gehört, sein „Plädoyer für den Alkohol“ einmal in einer Abverkaufkiste gefunden und dann wieder etwas von ihm gehört, als die Wien-Bibliothek eine Ausstellung und ein Symposium über ihn machte.

Da wurden dann auch ein paar neue Bände seiner Werke herausgegeben und dann bin ich im Zuge der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl des ersten Wiener Lesetheaters wieder auf ihn gestoßen, weil die ihm jedes Jahr eine ihrer Veranstaltungen widmen.

Der 2013 verstorbene Rolf Schwendter hat das, glaube ich, so eingeführt, jetzt hat Christian Katt die Organisation übernommen und ich bin bei einigen der Veranstaltungen gewesen, denn ich mag das urige Original, das er gewesen sein muß, eigentlich sehr.

Heuer hat es sich eigentlich zufällig ergeben, daß ich beim Joe Berger Abend war, denn ich wollte die Sommermontage eigentlich in Harland verbringen, aber manchmal will der Alfred früher zurückfahren, so bin ich Ende Juni beim ersten Abend gewesen, dann bei der Andreas Okopenko- Aufführung, den ich eigentlich auch gern mag, sonst nicht, weil im Juli ja alternierend die Podiumsommerlesereihe im Cafe Prückl war und morgen feiert der Alfred in der WU seinen Abschied, weil er sich ja Ende August in Pension begibt, da hat es sich gut getroffen und das Wetter war auch wieder schön.

Publikum

Publikum

Viele Leute, die sich nicht vor Corona fürchten und eigentlich viele mir unbekannte Gesichter, am Podium Eva Filip, Gabriele Stöger, Claudius Kölz, Ottwald John, den schon erwähnten Christian Katt, der die Einleitung hielt und das mit der jährlichen Veranstaltung erklärte und Richard Weihs mit seiner Gitarre.

Dann begann es mit dem „Plädoyer für den Alkohol“, Richard Weihs sang einen der von Ernst Kölz vertonten Texte, Claudius Kölz die „Wiener Depressionen“ und Ottwald John improvisierte wieder in dem er eine einführung in seine Joe Berger Erinnerungen gab und schon spoilerte, daß er den Schweizer Jazzmusiker Mathias Rüegg dazu gewonnen hat, daß er im nächsten Jahr mit einigen Vertonungen auftritt.

Jetzt lobte Ottwald John die „Ironischen Zettel“ als bestes Berger Werk und erzählte, wie er die Bücher in einer Salzburger Buchhandlung gefunden, aufgekauft und dann entweder verschenkt oder teuer weiter verkauft hat.

Ansonsten gibt es von Joe Berger noch „Die Märchen für Konsumkinder“ „Die Märchen für die Satten und die Irren“ und dann das von Julia Danielcyck, die früher in der Wien-Bibliothek war und Thomas Antonic herausgegebenen Irosatexte aus dem Nachlaß „Hirnhäusl“, die bei „Ritter“ erschienen sind.

Ein interessanter schöner Sommerabend, eine gute Stimmung und auch viele Berger Fans, die ihre Erinnerungen austauschten.

2019-09-02

Joes Achtzigster

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:59
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Georg Biron

Georg Biron

Sara Berger

Sara Berger

eim Lesetheater scheint es einige Joe Berger Fans zu geben, schließt doch die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl ziemlich regelmäßig mit einer solchen Veranstaltung und diesmal galt es den achtzigsten Geburtstag des am zweiundzwanzigsten Oktober 1939 in Kaltenleutgeben geborenen und am dreißigsten Mai 1991 in Wien verstorbenen Lyriker, Dramatiker, Erzähler, Schauspieler, Journalist und Aktionisten, wie in „Wikipedia“ steht zu geben.

Bei einigen dieser Veranstaltungen war ich und auch bei dem „Hirnhäusl-Symposium“ in der „Wienbibiothek“, denn  ich mag das Wiener Original sehr und seine Witwe Sara hat diesen Abend auch veranstaltet.

Susanna Schwarz-Aschner, Gerhard Jaschke, Christian Katt und Georg Biron haben seine Märchen, wie das vom „Rotkäppchen“ und von Vampir, sowie Gedichte gelesen und dabei immer wieder ihre eigenen Bezugspunkte zum Joe eingeworfen.

Musikalische Begleitung gab es von Gidon Öchsener und Claudius Jelinek. Claudius Kölz hat wieder die „Wiener Depressionen“, Joe Berger Gedichte, die von seinem Vater Ernst vertont wurden, vorgetragen.

Gerhard Jaschke

Gerhard Jaschke

Claudius Kölz

Claudius Kölz

Weil das Wetter nicht mehr ganz so schön, wie am Volksstimmefest war, hat die Veranstaltung im <pelikan-Stüberl stattgefunden. Es waren wieder einige Bekannte da und damit ist die Sommerlesereihe des ersten Wiener Lesetheaters bendet und der heiße oder kühle Herbst kann beginnen.

Anmerken kann ich noch, daß ich das „Pläydoyer für den Alkohol“ woraus Gerhard Jaschke einige Texte vortrug in meinen Regalen habe und die „Wiener Depressionen“ gesungen von Ernst Kölz habe ich auch, hat er mir die doch einmal auf eines meiner Geburtstagsfeste mitgebracht.

2018-09-03

Hofnarr und Poet

In der Sommerreihe des Wiener Lesetheaters, wird wie Susanna C. Aschner in der Einleitung erklärte, jedes Jahr Joe Berger aufgeführt. Drei dieser Veranstaltungen habe ich mir angehört, bin ich ja irgendwie auch ein Fan des von 1939 bis 1991 lebenden Autors und Schauspielers, der irgendwie auch einen sehr skurrilen Experimentellismus hatte. In dem „Hirnhäusl-Symposium“ in der Wien-Bibliothek war ich auch einmal und was das Lesetheater betrifft, so hat der Sommer für mich heuer mit zwei Lesetheaterveranstaltungen mit Ruth Aspöcks  Nicolas Guillen-Aufführung und mit dem „Zauner-lesen“ begonnen und mit Joe Berger geendet.

„Denken Sie!“, hat eine Lesetheateraufführung geheißen, in einer anderen wurden seine Songs aufgeführt und diesmal hat Sara Berger, die Witwe mitgestaltet und mitgelesen und ich denke, sie hat sehr beeindruckende Texte aufgeführt, so daß mir diese Veranstaltung, glaube ich, am besten gefallen hat, denn manchmal ist mir Bergers Humor auch skurril und zu ordinär, diesesmal war es aber nicht so.

Es ging sehr viel um Wien und um den Österreicher, es ging auch um zwei Poeten, wo wie Sara Berger erklärte, Andre Heller und Erika Pluhar gemeint sein könnten.Jedenfalls liegt ein Paar im Beet, die Frau will schlafen, der Mann ist sehr poetisch, enthusiastisch „Du meineSonne!“ oder noch ärger und springt,  als er die Frau auch aufgestachelt hat aus dem Fenster hinaus.

Es ging um „Wien als die Stadt der Hausmeister“, was fast ein wenig an Heimito von Doderer erinnern könnte und da wird Wien in Berger skurrilen Humor mit Moskau, wo es die Birken und mit New York, das es noch nicht gibt, verglichen.

Sehr beeindruckend war auch der Text mit dem „Hausaufgaben“, wo immer Schulaufsätze vorgelesen werden, die dann von der Lehrerin korrigiert wurden. Die Ausätze stammen von einer Elfi, die den Nachmittag bei der Großmutter verbringt, weil die Eltern arbeiten, die Mutter im Büro, der Vater will auch dorthin und als sie Syvester oder Geburtstagfeiern ist die Elfi bei der Großmutter, die erlebt einen Schlaganfall. Elfi kann sie durch Pulver retten, sie stirbt aber trotzdem. Elfi beschreibt im schwarzen Kleid das Begräbnis, spielt dann mit ihren Puppen sterben und mischt sich selbst das Pulver, während die Eltern wieder feiern und die Lehrerin hat dann den letzten Aufsatz zu bewerten.

Beklemmend skurril  diese Textauswahl und sehr literarisch und ein Text aus einer Anthologie, die 1990 Thomas Bernhard parodierte, wurde am Schluß  auch noch vorgelesen, den ich, die ich Thomas Bernhard ja einmal sehr liebte und ihn jetzt als zu negativ empfinde, sehr köstlich fand, wird doch da das Kaffeehaus als der fürchterlichste aller Orte beschrieben, wo man sich jeden Vormittag hinbegibt, um einen kleinen Braunen, auch was fürcherliches, zu trinken, dabei wird man von einem Keller in einem muffelnden Frack bedient und verbrennt sich noch dieZunge, was auch sehr fürchterlich ist, die Parodie aber sehr großartig.

En großartiger Joe Berger Abend, der noch von Musik untermalt wurde, so daß ich mich schon auf das nächste Jahr und den nächste Joe berger freuen kann.

Bekannte waren auch im Weinhaus Sittel, wie Ottwald John, der diesmal im Publkum saß, Hahnrei Wolf Käfer und meine liebe Hauptschulfreundin Christa U. mit der wir uns noch länger unterhielten und die immer sehr gute Tips hat, was man in Wien alles literarisch, filmtechnisch, fotografisch etcetera erleben kann.

2015-08-17

Joe Berger im Sommerlesetheater

Joe Bergers Prosatexte aus dem Nachlaß und verstreut Publiziertes wurde 2009 vom „Ritter Verlag“ unter dem Namen „Hirnhäusl“ herausgegeben, da war ich bei der Buchpräsentation in der Wien Bibliothek, ich glaube, es gab sogar ein Symposium und eine Ausstellung und jetzt wurde der „von der Presse als Querkopf, Provokateur und Poseur“ bezeichnete 1939 geborene und 1991 verstorbene Autor vom Lesetheater aufgeführt und das Pelikanstüberl des Gasthaus Sittls war bummvoll als ich es erreichte.

Hilde Schmölzer, Hilde Langthaler und und und Christian Katt, der vor zwei Wochen den „Einstein“ gelesen hat, war der Veranstalter und gelesen wurde in zwei Blöcken mit einer Pause, einen Frauen und einen Männerblock, ob Zufall oder Absicht weiß ich nicht, aber zuerst lasen Helga Eichler, Eva Fillipp, mit der ich unter Schwarz  Blau einmal bei einer Widerstandslesen in Eisenkappl gelesen und bei Longo Mai übernachtet habe, Heidi Hagl und Hanna  Held und es begann mit einem Text namens die „Wiederholung“, da hat sich einer verheiratet und trifft seine Jugendliebe und alles wiederholt sich oder beginnt von vorn, obwohl er ja der Einfachkeit halber nur mehr mit einer Person Sex haben wollte.

Dann kamen Notizen aus einem Kalender, wo alles aufgeschrieben wurde, mit wem er den Maiaufmarsch verbrachte, daß die Ruth ein Kind von ihm will und seine Mutter ein Verhältnis mit einem Delikatessenhändler hatte, der zur Begrüßung einen Obstler mitbrachte.

Briefe an das Christkind gab es auch und Texte zum österreichischen Provinzialismus beziehungsweise zur österreichischen Seele, die sich dann im Männerblog, wo Ottwald John, Richard Weihs, Christian Katt und Thomas Northoff gelesen haben wiederholte.

Da gab es dann auch einen Störer oder Stänkerer, der zuerst allgemeinen Unmut und Geschrei erregte, dann von Christian Katt hinausgeworfen wurde, während Ottwald John meinte, daß man das aushalten müße, wahrhschein hat der Joe zu seinen Lebzeiten, wie ja, glaube ich, auch der Hermann Schürer ebenfalls sehr oft gestänkert und wurde oft hinausgeschmießen.

Jetzt hat Letzterer ein Ehrengrab neben Wilhelm Szabo am Zentralfriedhof, der Joe wird wohl in Kaltenleutgeben begraben sein, wo er auch geboren wurde und lebte.

Es kamen dannTexte zur österreichischen Seele, die von einem Professor Sigmaul Leid erläutert wurden und dann Texte zu Bilder eines Vorarberger Malers, der Joe Berger ein Honorar dafür zahlte, daß er, wie Ottwald John erläuteterte bei der Fahrt von Dornbirn nach Wien im Speisewagen versoffen hätte.

Ich bin ja auch einmal mit dem Koffer von Werner Kofler im Abteil nach Klagenfurt gefahren, der sich dann die ganze Zeit nicht mehr blicken ließ und Joe Bergers zerstreute Texte sind manchmal scharf zynisch, manchmal lustig, manchmal skurril und manchmal auch ein bißchen unverständlich.

Ottwald John und Christian Katt wiesen auch auf die Bücher, sowie auf die Festveranstaltung zu fünfundzwanzig Jahre Lesetheater hin, die am siebzehnten September um siebzehn Uhr stattfinden wird.

Bei der Zwanzigjahrfeier war ich ja sehr involviert, die fünfundzwanzigste ist bis jetzt dagegen eher an mir vorbeigegangen.

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