Literaturgefluester

2019-12-31

Romane schreiben

Filed under: Bücher — jancak @ 18:24
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Jetzt bin ich zwischen Weihnachten und Neujahr, als ich mit dem vierfachen Buchpreisbloggen so langsam fertig war und auch meine Empfehlungen für das beste Debut 2019 abgegeben habe und bevor Jurenka Jurk mit ihrem kostenlosen Miniwebinar  zum Romanjahr 2020 beginnt, während des Korrigierens meiner Schreibartikel meines zweiten „Literaturgeflüsterbuchs“ wo ich mein Schreiben ja kontinuierlich reflektiere, zu Gustav Ernst und Karin Fleischanderls, den Gründern der „Leondinger Akademie“, wie auf dem blauen Cover steht, Schreibratgeber „Wie schreibe ich einen guten Roman? Profis geben Antwort“ gekommen, den ich angefragt habe, als ich bei der Präsentation von „Romane schreiben“ in der „Gesellschaft für Literatur“ war.

Ein Buch, das ich mir ja, wie man vielleicht meinen könnte, gar nicht bestellen bräuchte, schreibe ich ja schon über fünfundvierzig Jahre, habe ab 1973 mit dem literarischen Schreiben angefangen und beschäftigte mich, da ich damit offensichtlich nicht so erfolgreich bin, auch kontinuierlich damit und habe auch schon einige Schreibratgeber gelesen.

James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ war der erste davon, den ich mir in einer dieser Weltbuchhandlungen vor zwanzig oder so Jahren einmal verschämt kaufte und mit seinen Prämissenregeln  nicht so warm geworden bin.

Seit ich in Jurenka Jurks Mailverteiler gekommen bin, beschäftige ich mich auch mit der Frage wie man einen Roman spannend gestalten kann und, wieso  meine Texte, das nicht sind und den 1944 geborenen Gustav Ernst kenne ich auch schon lange, war er doch, als ich 1980 war das, glaube ich, einen meiner ersten Texte in diesem „Literatureck“ in der „Alten Schmiede“ vorstellte, gemeinsam mit Marie Therese Kerschbaumer, die ich damals schon vom Arbeitskreis kannte, einer der beiden Kritiker, die den Text, den ich damals vorgelesen habe, auch gehörig verissen haben, war aber, glaube ich, immer ein Fan von ihm und habe auch einiges von ihm gelesen, ist er ja ein realistischer Autor, schreibt also so, wie ich es auch gern will und treffe ihn auch immer regelmäßig im Literaturhaus, wenn er beispielsweise, die Laudation für den neuen „Prießnietz-Preisträger“ hält, denn gemeinsam mit Robert Schindel war oder ist er ja soetwas, wie derMentor der österreichischen Literatur, hat die besagte „Leondinger Akademie“ mitbegründet aus der Autoren, wie Anna Weidenholzer aber auch Luis Stabauer hervorgengen ist, hat mit Robert Schindel auch den „Hochschullehrgang für Sprachkunst“ gegründet und nun mit seiner Frau, der Italienischübersetzerin Karin Fleischanderl einen Schreibratgeber herausgegeben.

Einen literarischen Schreibratgeber, füge ich gleich hinzu, obwohl sich der Aufbau des Buches wahrscheinlich nicht so sehr von dem unterscheidet, wie auch James Frey seinen Lesern das Romanschreiben beibringen will oder Jurenka Jurk ihren „Romanfahrplan“ gestaltet hat.

Die Ausdrücke, die er und Karin Fleischanderl dabei gebrauchen sind nur, das ist mir schon während der Präsentation aufgefallen, ein wenig anders.

Das Wort „Heldenreise“ wird, glaube ich, nicht erwähnt und auch nicht das berühmte „Show not tell“, das wird nur in der Einleitung oder gleich danach, an dem Beispiels eines Autounfalls, wo zwei der beteiligten Personen miteinander zu raufen beginnen, so beschrieben und in der Einleitung wird erklärt, warum sich die Beiden entschloßen haben, jetzt auch einen Romanratgeber zu schreiben.

Weil eben so viele Leute nach ihrem Studium oder neben ihrem Beruf oder in der Pension zu schreiben beginnen wollen und dazu das nötige Know how brauchen. Da wird dann auch erklärt, daß das in der Musik und in der bildenend Kunst immer schon so war, daß man das Handwerk lernen mußte und konnte,  bei der Literatur war das nur im angelsächsischen Raum so, bei uns nicht, aber natürlich mußte man das Schreiben durch Üben, durch Lesen, durch Gespräche mit Kollegen oder Lektoren erlernen.

Dann beginnt es, was mich ein wenig verwunderte mit einem Kapitel, das sich „Autorenschaft“ nennt und da wird der Typ des Autors beschrieben und auch erklärt, daß man Geduld und ein gutes Zeitmanagement benötigt und sich auch über seine Motive des Schreibens klar werden sollte.

Das ist ja ein Punkt, über den ich manchmal stolpere oder ein bißchen Widerwille bei der Frage, warum will ich schreibe, verspüre.

Aber Gustav Ernst führt das Beispiel an, daß es wahrscheinlich kein edles Motiv ist in einem  Schlüßelroman seine schlechte Ehe oder seine Kindheit zu verarbeiten.

Das sehen Josef Winkler oder Florjan Lipus wohl ein wenig anders und interessant ist auch, daß die Beiden schreiben, daß die erste Fassung wahrscheinlich immer mißlingt und man sich an Kritik gewöhnen oder sie auszuhalten lernen muß, beziehungsweise bei Kritik, die Person vom Text zu trennen, nicht „Ich bin ein schlechter Autor!“, sondern „Der Text ist noch nicht gut und wenn ich ihn besser haben will, muß ich mich hinsetzten und ihn überarbeiten, eine zweite, dritte, vierte Fassung schreiben, etcetera!“, denken soll.

Das ist auch ein Punkt bei dem es bei mir vielleicht ein wenig hapert, aber auch ich bemühe mich und arbeite daran besser zu werden.

Dann springen die Beiden  hinein in das Medias Res und beginnen von der literarischen Sprache zu sprechen, die der Autor braucht oder, um die er sich bemühen muß und soll.

Da scheinen die Beiden sehr streng zu sein und erlauben keine schiefen Metaphern und auch keine Grammatikfehlern. Nun gut, damit hapert es vielleicht bei mir ebenfalls und dann kommen sie gleich zu dem schon erwähnten Beispiel mit dem Autounfall, den man beschreiben soll.

Man sieht, es ist ein sehr praktisches Buch und bevor es noch an die Figuren und die Dramaturgie geht, fahren die Beiden mit einem noch in einem Schnellverfahren durch die ganze Romanarbeit, erklären, daß der erste Satz gut sein muß, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln, zitieren dabei Kafkas „Prozeß“, man sieht die Latte liegt hoch, sie warnen aber auch vor der „Fetischierung des ersten Satzes“ und wenn ich an meine Romananfänge denke, dann muß ich gestehen, daß sich bei mir die ersten Sätze sehr oft gleichen, nun gut, ich bin ein wenig schlampert und habe vielleicht  deshalb keinen Verlag gefunden.

Das regelmäßige Schreiben wird auch erwähnt, das man braucht, um das Ding fertigzukriegen und von der Lust wird gesprochen, sich dabei zwei doer drei Jahre an der Stange zu halten, bis es eben so gut ist, daß man es an einen Verlag schicken kann.

Beim Thema bleiben, nicht abschweifen, sich immer wieder Figuren, Handlung und Konflikt in Erinnerung rufen und vor allem den Roman erst dann an den Verlag zu schicken, wenn man wirklich glaubt, daß er fertig ist, wird geraten, etwas was ich vor zwanzig dreißig Jahen wahrscheinlich nicht gemacht habe und deshalb wohl auch keinen gefunden habe.

Dann wirds konkreter, denn dann gehts, ab Seite 59 in die „Dramaturgie“ und hier erklären die Autoren sehr genau, daß „Dramaturie, die optimale Organisation der spezifischen Elemente und Materalien eines Mediums in einer bestimmten Zeiteinheit mit dem Ziel daraus ein spannendes und attraktives in sich geschlossenen Ganze herzustellen“, darstellt.

Im Roman heißt das meistens  „Erzähl- oder Romanstruktur“ und die Autoren sprechen  davon, daß „die Figuren in manchen Romanen flach und papierern, die Handlung an den Haaren herbeigezogen und die Geschichte chaotisch erzäht wird“.

Ein Grund mehr sich mit der Dramaturigie seines Romans zu beschäftigen, ober besser, was Gustav Ernst auch seinen Lesern rät, ein Drehbuchworkshop zu besuchen und da kann ich gleich aus meiner Schule plaudern, daß die IG Autoren einmal, ich glaube, das war in den Neunzigerjahren und ich bin noch nach Harland gependelt, ein solches Symposium angeboten haben, Gustav Ernst war sicher dabei und dann konnte man sich auch, um ein solches Workshop bewerben. Ich habe, glaube ich, dazu eine einer meiner damals eher flachen  Geschichten eingereicht und wurde nicht auserwählt.

Im Buch geht es jetzt ans Ganze, sprich an die Figuren, die ja innere und äußere  Schwierigkeiten, sprich einen Konflikt haben müßen, um den Leser an der Stange zu halten.

Man braucht die Hauptfigur, sprich den Protagonisten und seinen Gegenspieler, den Antogonisten, da kann ich gleich wieder plaudern, daß es bei mir meistens daran hapert und mir der meistens fehlt.

Passive Helden erklären die Autoren, gibt es nicht, außer sie liegen auf der Intensivstation und dann wird die Geschichte meist von einem Angehörigen, einem Arzt oder einem Pfleger erzählt.

Man soll oder kann sich eine Biografie für seine Figuren anlegen, wird geraten, ich verwende da die Charakterbögen der Jaqueline Vellguth von der „Schreibwerkstatt“ und dann kommt es schon zur Handlung. Das Wort Plot wird nicht erwähnt, aber von einer Dreiaktstruktur gesprochen und die am Beispiels eines Romans über eine Scheidung, dargestellt.

„Eine Frau (A) hat Probleme in der Beziehung mit ihrem Mann (B), dem Antagonisten, führe ich an und möchte sich von ihm trennen. Dabei treten weit mehr Schwierigkeiten auf, als A gedcht hat. Aber schließlich gelingt die Trennung doch. A beginnt ein neues Leben.“

Das könnte man nun auch als „Heldenreise“ darstellen, mit der ich ja bisher immer meine Schwierigkeiten hatte. Hier wird die Handlungsstruktur an einigen Beispielen durchexerziert und am Schluß die Erzählperspektiven erklärt.

Da gibt es den allwissenden auktorialen Erzähler oder den Ich-Erzähler, was meistens die Frau sein wird. Es gibt die personale Erzählweise, sowie den verschwundenen Erzähler und die Autoren raten, es sich vor allem für den Anfang nicht zu schwer zu machen und sich nicht zu viel vorzunehmen.

Den autobiografischen Roman gibt es auch. Da erzählt man oder möchte es, von seinem eigenen Erleben erzählen. Muß dabei aber, wie die Autoren erwähnen, vieles weglassen und neu ordnen, weil ja nicht alles, was man für sich selbst für wichtig hält, auch den Leser interessiert.

Dann geht es zum Dialog, auch nicht gerade meine Spezialität, aber sicher die von Gustav Ernst und der führt in dem Buch auch genau auf, welche Dialogformen, den epischen, den funktionalen, den Konfrontationsdialog, den Interwiew-Dialog, den Erklärungsdialog, den redseligen, den spielerischen, den absurden, es gibt und führt Beispiele in Bezug auf seinen fiktiven Scheidungsroman an.

Dann werden noch die Schreibweisen und die Textformen erklärt. Es gibt da ja beispielsweise die Montagetechnik. Alexeander Döblin hat seinen „Berlin Alexanderplatz“ in dieser Form geschrieben und John Dos Passos sein „Manhattentransfer“.

Komik, Ironie und Humor werden erläutert, bevor es zu den Katastrophen im Text, beispielsweise den Kitsch, kommt. Natürlich soll man auf seine Sprache achten. also nicht zuviele Adjektive verwenden und überhaupt das schlechte Deutsch vermeiden, bevor es an die Verlagssuche geht.

Da gibt es auch ein paar Hinweise, worauf man da achten soll und ein paar Adressen werden angegeben und nun auf zum Romanschreiben würde ich sagen.

Bei meinem „Fräulein No“ kann ich ja noch ein bißchen auf die Spannung und die Sprache achten und es ist sicherlich auch interessant zu beobachten, ob beispielsweise „Haymon“ wo Gustav Ernsts Ratgeber ja erschien, in einem Jahr mehr Manuskripte bekommt, die nach Gustav Ernsts Empfehlungen geschrieben wurde und ich weiß nicht genau, was es bewirkt oder verändert hätte, wenn ich das Buch beispielsweise dreißig oder vierzigJahre früher in die Hände bekommen hätte.

Bin mir nicht einmal sicher, wieviel ich damals von dem was darin steht, verstanden hätte, denn Schreiben lernt man wahrscheinlich doch durch Erfahrung und das tun.

Trotzdem kann ich das Buch allen Schreibwilligen und Schreibinteressierten sehr empfehlen und werde es sicher auch weiterverwenden.

2019-09-26

Übers Romane schreiben

Der September, Oktober, wo die Schulen und die Universitäten wieder beginnen, ist auch bezüglich Schreiben und der Frage, ob und wo man dieses lernen kann, produktiv.

So gab es letztes Wochenende wieder im „Writersstudio“, die Gratisworkshops, wo ich diesmal, weil in Harland, nicht hingegangen bin, aber ich kann ja, obwohl es Leute gibt, die mir das nicht glauben, schreiben und auch ins „Werkl in Goethehof“, wo mich Sascha Wittmann, mit der ich ja bei der „Westendlesung“ ins Gespräch gekommen bin, freundlich eingeladen hat, bin ich  zu der Veranstaltung über das „Für und wieder des literarischen Schreibens“ mit Marlen Schachinger, Doris Fleischmann, Sascha Wittmann, Daniel Zipfl, Doris Nussbaumer und und nicht hingegangen, obwohl ich das eigentlich wollte, weil mich Diskussionen über das Schreiben, obwohl ich es, wie oben behauptet, zumindestens ein bißćhen kann, nicht hingegangen, denn in der „Gesellschaft für Literatur“ gab es eine Konkurrenzveranstaltung haben dort doch Gustav Ernst und Karin Fleischanderl ihr neues bei „Haymon erschienenes Buch „Romane schreiben“ vorgestellt, haben doch der 1944 in Wien geborene Gustav Ernst und seine zweite Frau, die 1960 in Steyr geborene Karin Fleischanderl 2005 die „Leondinger Akademie“ gegründet, bei der Autoren, wie Bettina Balaka, Anna Weidenholzer, Luis Stabauer und und hervorgegangen sind, oder sie besuchten.

Die Zeischrift „Kolik“ haben sie auch gegründet, vorher war Gustav Ernst, der Romancier und Dramatiker beim „Wespennest“.

Jetzt ist er auch Lehrer an der „Sprachkunst“ und jetzt das Buch übers „Schreiben“ und das hat ja Saison, weil das  immer mehr Leute tun oder lernen wollen, weil man heute schon so weit ist, daß man sich zugesteht, daß man das kann und muß und daher die Schreibseminare, wie ich immer schreibe, wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden schießen.

Im Internet kann man auch Schreibinfos zu Hauf finden und wenn man sich da einmal gemeldet hat, bekommt man Einladungen zu Seminaren und Schreibschulen, wie beispielsweise von Annika Bühnemann,Jurenka Jurk, Julia K. Stein und kann da das Handwerk wie die berühmte „Heldenreise“, das „Zeitmanagement“ etcetea lernen.

Schreibratgeber gibt es auch und wenn man sich ein bißchen fürs Schreiben interesssiert oder es versucht, kommt man nicht umhin sich damit zu beschäftigen.

So war die „Gesellschaft“ auch gut gefüllt, Margit Heumann, die ich schon länger nicht gesehen habe, war da und wahrscheinlich auch ein paar Sprachkunststudenten aber auch ältere Hobby- oder Profischreiber und Gustav Ernst und Karin Fleischanderl plauderten sich, moderiert von  Ursula Ebel auch locker durch das Buch.

Erzählten, wie sie zu der „Akademie“ und zu dem Buch gekommen sind, das auch wieder Anleitungen gibt, wie man einen Roman schreiben soll, damit er gelingt, gut oder spannend wird.

Das wort „Heldenreise“ ist dabei nicht gefallen, auch nicht das Wort „Plot“, dafür aber die „Dramaturgie“. Dann kam es schon zur Frage, ob die „Figur“ ein Eigenleben haben sollen oder sie der Autor streng und unerbittlich durch das Buch führt.

Da meinte ich, daß das wohl verschieden, mal so oder so passieren wird, manche Figuren machen sich selbstständig und führen zu veränderten Handlungsverläufen, andere halten sich an den „Plot“ und da waren wir schon bei der Frage, ob man, das Wort habe ich genannt, nach der „Schneeflockenmethode“ Szene für Szene planen und dann in drei Tagen das Buch hinunterschreiben soll. Dann wird es langweilig, dem stimme ich, die das ja auch nicht tut, zu und Karin Fleischanderl meinte, daß man es  den Romanen ansehen würde, daß sie konstruiert worden sind.

Spannend war für mich, daß Gustav Ernst meinte, daß man merkt, wenn etwas im Plot nicht passt, wenn es langweilig ist, dann muß man Spannung einbauen.

Das berühmte „Show not tell“, wurde am Beispiel genannt, daß man nicht schreiben soll „Sie ist sehr ehrgeizig!“ sondern das in einer Szene zeigen und ein Herr im <publkum meinte, daß man nur in der Literatur darüber schreiben kann, während man in der bildenden Kunst und in der Musik, die Gefühle sowie so zeigen muß.

Am Schluß gings dann noch, um die Verlagsförderung und darum, daß man sich für die nächste Akademie noch anmelden kann. Da wird man, glaube ich, auch ausgewählt und Karin Fleischanderl meinte am Beginn, daß es Leute gibt, die das Schreiben nicht lernen können, während Gustav Ernst, da optimischer ist und ein Herr fragte, ob Adalbert Stifter heute wohl noch einen Verlag finden würde?

Was mich dann  die Fragen stellen ließ, wer das alles, was die Leute  in den Seminaren und Akademien schreiben wird?

Es gibt immer weniger Leser meinte ich, die ich ja derzeit am dreifachen Buchpreislesen bin, und da kann ich gleich anmerken, daß ich jetzt alle nominierten Bücher, sowohl in Print, als auch in E-Bookform habe und da sind ja einige Debuts dabei, die vielleicht auch in „Leonding“ oder im „Instiut für Sprachkunst“, wo es ja auch einige Absolventen auf der Liste gibt, konzipiert wurden und ich beschäftigje mich außer dem Lesen ja auch mit dem Schreiben, beziehungsweise korrigiere ich  derzeit an meinem zweiten „Literaturgeflüsterbuch“, wo es um „Meine Bücher und um meine Schreibartikel“ im Blog geht.

Das Buch habe ich übrigens vorhin angefragt, um mich auch damit zu beschäftigen und vielleicht mein „Fräulein No“ danach konzipieren kann. Mal sehen, ob es zu mir kommt und die „Magdalena Kirchberg“ kann ich denen, die es interessiert, flüstern, kann an die Druckerei gehen. Jedenfall habe ich das „Dummie“ schon durchgesehen.

2016-04-13

Dunkles Italien

Heute bin ich wieder einmal in die Hauptbibliothek gewandert und habe dort einen Italiener kennengelernt, der mir sonst entgangen wäre.

Gioaccino Criaco, 1965 in Africo, Aspromonte Gebirge geboren, in Mailand Rechtsanwalt gewesen, stellte, wieder assistiert von Robert Reinagl und vorgestellt vom Italien Korrespondent Andreas Pfeifer moderiert, seinen von Karin Fleischanderl übersetzten und bei „Folio“ erschienenen Roman „Schwarze Seelen“ vor.

Deshalb bin ich einmal gleich Gustav Ernst fast in die Arme gelaufen, den ich schon lange nicht gesehen habe und Andreas Pfeifer stellte dann die Gegend des Aspromonte, eine schöne aber auch offenbar gefährliche und sehr arme Gegend, denn in dem ersten Stück das gelesen wurde, erzählt einer, wie er als Kind mit seinem Vater und seinem Bruder ein „Schwein“ durch  die bergige Gegend führ, das stellt sich bald als ein entführter reicher Industrieller vor. Sie gehen mit ihm in eine Hütte, geben ihm zum essen, sperren es dann in den Stall, dann fahren oder gehen sie zurück in ihre Wohnung, um am nächsten Morgen mit dem Schulbus in die Stadt zu fahren. Denn sie sind arme Ziegenhirten und brauchen solche Geschäfte offenbar zum Überleben.

Später gehen sie zum Studium nach Mailand, geben das aber  bald auf und leben vom Drogenhandel, werden reich dabei, sind aber getriebene und kehren noch ein bißchen später in das Heimatdorf zurück.

Das waren die drei Leseblöcke.

Dazwischen gab es Gespräche über die Mafia, die Geschichte des Landes und die Karriere des Autors, von dem im Programm steht, daß sein Vater in einer Blutfehde ermordet wurde und sein  Bruder einer der meistgesuchten Kriminellen war.

Er hat es aber geschafft, als Rechtsanwalt und jetzt als Autor auf der „richtigen Seite“, die auch diskutiert wurde, zu bleiben. Das Buch wurde inzwischen verfilmt und die zahlreichen Fragen aus dem Publikum erkundigten sich nach der Rolle der Kirche, der Frauen und, wie man es schafft die Kinder von der Kriminalität wegzubringen.

„Die Literatur!“, war glaube ich ein Vorschlag, des charmanten und auch sehr selbstbewußten Moderators.

So konnte man das Buch auch kaufen und signieren lassen und ich habe wieder etwas gelernt, obwohl mich die kitalienische Mafia ja nicht so besonders interessiert. Von der alltäglichen Gewalt, in der, weil so armen Gegen offenbar schon schon Kinder zu Kriminellen werden und ganz selbstverständlich in den Neunzehnsiebziger bis neunziger Jahren tausende Reiche entführt wurden, habe ich allerdings nichts gewußt.

2015-09-23

Koliken in der alten Schmiede

Die „Alte Schmiede“ hat ja eine „Zeitschriftengalerie“und auch eine Reihe, wo Lena Brandauer, Paul Dvorak und Daniel Terkl, die österreichische Literaturzeitschriftenlandschaft präsentieren.

Da war ich schon bei einigen Veranstaltungen und die Zeitschrift „Kolik“, 1997 von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl gegründet, beziehungsweise aus der Zeitschschrift „Wespennest“, als die, wie Karin Fleischaderl erzählte zu  „glänzend“ wurde,  hat auch einige Auftrittsorte, wo sie sie ihre Nummern, es gibt, glaube ich inzwischen sechsundsechzig und die siebenundsechzigste ist im Entstehen präsenitieren und ihre Autoren vorstellen.

Da war ich zweimal in der „Gesellschaft für Literatur“ und ein paarmal im „Schauspielhaus“ und in der „Alten Schmiede“ wird Gustav Ernst auch öfter präsentiert, beziehungsweise kann ich mich, glaube ich, an eine Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ vor langer langer Zeit erinnern, wo Gustav Ernst entweder seine Zeitschrift präsentierte oder von ihrer Planung erzählte und im Jahr 2003 gab es, glaube ich, eine große Präsentation im Literaturhaus und da man sich bei diesen Gelegenheiten, die Zeitschrift „Kolik“, die, weil die  Idee des „Wespennestes“ von den beiden Herausgegeben, wie Karin Fleischaderl in der Einleitung erzählte, weitergeführt wurde, ja eine „brauchbare“ ist, meistens frei entnehmen kann, habe ich auch schon eine umfangreiche und  „Kolik-Sammlung“.

Karin Fleischanderl las weiter das Impressum aus Heft 1 vor,  nämlich, daß die Zeitschrift ein Forum für Texte jenseits des Marktes und des Kommerz sein soll, jenseits aller „Long und Shortlists“, obwohl Antonio Fian mit seinem „Polykrates-Syndrom“ ja im Vorjahr auf der LL gestanden ist und Karin Fleischaderl eine Zeitlang „Bachmann-Jurorin“ war.

Die Übergänge sind aber wahrscheinlich fließend.

Karin Fleischaderl und Gustav Ernst haben  auch die „Leoninger Akademie für Nachwuchsautoren“ ge- oder mitbegründet und Judith Nika Pfeifer und Renate Silberer beide in Oberösterreich geboren oder lebend, beide Jahrgang 1975, haben diese auch besucht, während Karin Fleischaderl, den 1956 in Klagenfurt geborenen Antonio Fian als Autodidakt vorstellt und der gehört ja zu den eher sich am Markt bestehenden, erfolgreichen Autoren.

Daniel Terkl und Karin Fleischanderl leiteten ein und erzählten etwas zu den Heften, dann las Judith Nika Pfeifer Gedichte aus der Kolik 66 und ihrem neuen Gedichtband und Renate Silberer hatte eine Geschichte, die sich auch beim Sommerfestival im „Readingroom“ lesen hätte können, nämlich „Sommer in Wien“, wo, glaube ich, sehr poetisch dieser heiße Sommer aufgearbeitet wurde, bis hin zu Performances, wo man einer Gebärenden mit einer Taschenlampe in die Vagina schauen soll und zu der Frage, ob man sein Recht auf Grundsicherung verliert, wenn man sich als Saisonarbeiter verdingt und Antonio Fian hatte  wieder einen seiner sprachgewaltigen Texte, den ich, glaube ich, schon gehört habe, „Nachrichten aus dem toten Hochhaus“, wo  der Erzähler ein Monat Stadtschreiber in Pecs ist und dort seine Poetikvorlesung über Werner Kofler an der Klagenfurter Uni vorbereiten will.

Nachher gab es eine Diskussion, wo es um den „Kafka-Käfer“ ging, ein Stück, ich glaube, „Zotterschokolade“, das die Zeitschrift „Kolik“ eine Zeitlang vertrieb, den habe ich, glaube ich, auch einmal bei Elisabeth von „Leselustfrust“ gewonnen und Gustav Ernst dann selbst die launige Frage stellte, wie lange es diese Zeitschrft noch geben würde?

Solange der Mitherausgeber mitmacht, lautete Karin Fleischanderls Antwort und Antonio Fian meinte, bis zum zwanzigsten Jubiläum und der fünfundsiebzigsten Nummer wegen des Festessens und der Feier und ich habe früher auch meine Text hingeschickt, aber  irgendwann damit aufgehört.

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