Literaturgefluester

2018-11-15

Jahre später

Buch vierzehn des dBps und das war eine Überraschung, hatte ich mir ja von dem dritten Teil der Trilogie der 1958 in Ahrensburg geborenen Angelika Klüssendorf, sehr viel erwartet, ist sie doch schon mit Teil eins „Das Mädchen“ und Teil zwei „April“ jeweils auf der Shortlist des DBps gestanden.

Das Buch wurde überall hoch gelobt, manche sahen in  der Frühjahrsneuerscheinung auch das Preisbuch. Es kam aber nicht auf die Shortlist und ich stellte fest, daß es schwer ist, in den dritten Teil einzusteigen und hätte mir wahrscheinlich leichter getan, wenn ich die zwei anderen Bücher gekannt hätte, aber 2011 und 2014 habe ich noch nicht Buchpreis gebloggt, so blieb ich etwas überrascht, wenn nicht enttäuscht zurück, denn ich schreibe es gleich, ich bin in das Buch nicht hineingekommen, habe es vielleicht auch nicht verstanden, auf jeden Fall aber den großen literarischen Wert nicht erkannt, ließ es mich doch eher verwirrt zurück.

Der erste Teil, entnehme ich dem Klappentext oder dem, was ich schon vorher gehört habe, handelt vom schwierigen Aufwachsen eines Mädchensj in der ehemaligen DDR, das heißt April, wie auch im zweiten Teil das Aufwachsen und das Entwicklen zur Schriftstellerin beschrieben wird, aber eigentlich behandelt, es das Leben der Autorin und bei einem Interview mit Dennis Scheck habe ich sie sagen gehört, daß das fiktive Ich natürlich nicht sie selbst, sondern eine Kunstfigur ist. Angelika Klüssendorf war jedenfalls mit Frank Schirrmacher, dem berühmten Journalisten, verheiratet und in „Jahre später“ lernt April, die inzwischen einen Sohn namens Julius hat, was wahrscheinlich in Teil zwei beschrieben wurde, bei einer Lesung einen seltsamen Mann, sie schreibt von einem „Kindergesicht“ kennen, einen Chirurgen namens Ludwig, kennen, den sie dann heiratet.

Das hundertfünzig Seiten schmale Büchlein schildert nun, ich gebe es zu, in poetisch schönen Skizzen, die Ehe der beide, die scheitern mußte, weil sie beide sehr schwierige Persönlichkeiten sind. Ich habe sie aber eher seltsam und auf jeden Fall unrealistisch empfunden und das ist ja etwas, mit dem ich bekanntlich Schwierigkeiten habe, so daß ich eine eher unangenehme Überraschung erlebte.

Denn mir wurde nicht klar warum die Beiden heiraten. Sitzt sie doch bald nach ihrer Hochzeit vereinsamt in der großen Wohnung und hat die Geister von den Filmen, die sie sich am Abend mit ihrem Chirurgengatten ansieht in der Küche.

April zieht mit ihrem sohn, zu dem sie auch eine schwierige Beziehung hat, von Berlin nach Hamburg, dann wieder nach Berlin zurück. Der Chirurg mit dem Kindergesicht ist auch seltsam. Die Beiden machen seltsame Sachen, zum Beispiel Kollegen des Arztes mit verstellter Stimme anrufen. Der Sohn zieht dann zu seinem Vater. April wird nochmals schwanger. Die Ehe geht schief und am Schluß beginnt sie offenbar ihre Geschichte aufzuschreiben und das Buch endet mit dem Satz mit dem Buch eins begonnen hat.

Dennis Scheck und andere waren von dem Buch begeistert, aber das habe ich schon beim Buchmessensurfen festgestellt, daß sich mein und sein Geschmack offenbar unterscheiden. Ich habe die literarische Qualität nicht entdeckt und weil ich mir wahrscheinlich zu viel erwartet habe, war ich nachher auch enttäuscht, bin aber gespannt, ob ich Buch eins und zwei auch noch finde und da zu einem anderen Ergebnis kommen werde?

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2018-11-08

Ich war Diener des Hauses Hobbes

Vor zwischen und nach dem österreichischen Buchpreislesen beziehungsweise der „Buch-Wien“ komme ich jetzt zur österreichischen Literatur und zwar zum dritten Roman der 1979 in Blundenz geborenen Verena Rossbacher und es ist einer, den ich eigentlich mit in die Schweiz nehmen hätte können, wenn ich nur vorher den Kappentext und die Beschreibung gelesen hätte. Aber das tue ich ja nur selten und so bin ich erst während meines Buchmessensurfings daraufgekommen, daß das Buch nicht nur in Feldkirch, sondern auch in Zürich spielt.

Dachte ich da ja wahrscheinlich des Titels wegens, es wäre vielleicht ein Fantasyroman und als das Buch bei den O-Tönen vorgestellt wurde, bin ich ja in Zürich im Zelt beim See gelegen und habe wahrscheinlich den „Auftritt-Schweiz“ gelesen.

Jetzt bin ich aber doch dazu gekommen und  muß sagen, es spannendes Buch. Ich habe von der Vorarlberger Schriftstellerin noch nicht sehr viel gelesen, nur ihren Auftritt in Klagenfurt gehört und beim Doderer Symposium wurde ihr „Verlangen nach Drachen“ besprochen, das sehr starke Ähnlichkeiten mit einem von Doderers Romanen hat.

Verena Rossbacher, die im Leipziger Literaturinstitut studierte, ist eine belesene Frau. Kommen  doch Stefan Zweig und seine letzten Worte in den Buch vor, über den „Ulysses“ wird ein bißchen geschimpft und es taucht auch ein österreich-amerikanischer Schriftsteller namens John Wray auf und von dem habe ich mir gestern ein Buch bestellt. Ob es das ist, was in Rossbachers Roman geschrieben wird, werde ich herausfinden. Am Klappentext steht aber, daß das Buch ein „betörend leichfüßiger und vertrackt unheimlicher Roman ist, in dem nichts ist, wie es zunächst scheint.“

Worum geht es? Eigentlich ist die Handlung, die das auf den dreihundertsiebzig Seiten aufgeblättert ist, kitschig zu nennen. Es geht um Mord und Totschlag, um, wie bei Agatha Christie aufgefundenen Leichen, die dann der Butler im Pavillon findet. Es geht um unterschobene Kinder, um Kunstfälschung und sonstigen Betrug, wie das in den Herrschaftsvillen, die vielleicht in den Groschenromanen beschrieben werden, so üblich ist.

Und es geht um Christian oder Krischi, denn er ist ein Vorarberger. Der macht nach der Matura in den Niederlanden eine Dienerausbildung und läßt sich dann in Zürich am Berg von der Anwaltsfamilie Hobbs. Das sind Jean -Pierre und sein Bruder Gerome, ein Maler, der immer in weißen Kitteln durch die Villa läuft, die Frau Bernadette und die beiden Kinder Raphael und Aurelia und weil Frau Hobbs Vater Christian heißt, wird er im Hause Hobbs, wie es bei den feinen Familien üblich ist, Robert genannt. Es gibt eine Köchin, einen Gärtner, eine Nanny für die Kinder und ein polnisches Ehepaar für das Grobe.  Christian hat in Feldkirch noch drei Freunde den Gösch, den Isi und den Olli und als das Buch beginnt, sitzt er schon wieder in Feldkirch und schreibt alles auf.

Die Handlung aus einem Agatha Christie Buch oder einem Groschenhefterl entnommen, habe ich oben schon erzählt oder angedeutet. Ich soll ja vielleicht nicht so viel spoilern. Das Zitat „Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus!“, hat der Isi im Vorlberger Gymnasium dem Mathematiklehrer Andre gesagt, als er die Schularbeit abgegeben hat, beziehungsweise von ihm hinausgeschmissen wurde und, daß Stefan Zweig am dreiundzwanzigsten März 1918 am Feldkirchner Bahnhof war, als der letzte Kaiser Österreichs  mit seiner Frau Zita das Land verlassen hat, wird auch erwähnt und das kann man wahrscheinlich in keinen Groschenroman finden.

Es ist auch keiner, sondern wie am Buchrücken steht: „Der dritte Roman von Verena Rossbacher ist ein literarisches Ereignis -voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und doppelbödigen Humor“. Dem stimme ich gerne zu.

2018-11-03

Die Fahne der Wünsche

Jetzt kommt das zweite Buch, des 1981 in Sarajevo geborenen Tiljan Sila, der seit 1994 in Deutschland lebt und als Berufsschullehrer arbeitet, dessen „Tierchen unlimited“ mir sehr, den anderen weniger gefallen hat und man jetzt sicher über seinen zweiten Roman und die Frage, wie wichtig, ein solcher für die Karriere ist und wie gut, die meistens nach den Debuts gelingen, diskutiert.

Es ist, denke ich, ein Jugendbuch, ein dystopischer Roman, der den Jugendlichen, das System einer Diktatur ala DDR oder auch die in Albanien, Rumänien, Bugarien etcetera näher bringen könnte. Denn das Buch spielt in einer osteuropäischen Dikataur namens „Crocutanien“, das von den „Spiroisten“ beherrscht wurde und es hat, ein der Berufsschullehrer wird es schon wissen, ein die Jugend interessierendes, nämlich den Sport zum Thema.

Ein älterer Mann, der Goldene, wegen seiner ersetzten Goldzähne, genannter ehemaliger Radrennsportler blickt im Westen auf seine Jugend zurück. Das heißt, er bekommt einen Anruf aus seiner ehemaligen Heimat, die sich jetzt offenbar mehr oder weniger von der Diktatur erholt, der ihm von Tod seiner Mutter berichtet und die Geschichte beginnt:

„Crocutanien, ein tolatlitärer Staat am Rande Europas, versinkt im Chaos. Mittendrin ein junger Rennradfahrer, der lernt, nicht aufzugeben, auch wenn es scheinbar nichts mehr zu gewinnen gibt.“, steht am Buchrücken.

Ich würde den Ambrosio als Mitläufer und daher als eher unsympathische Figur beschreiben. Aber so war es halt in den sozialistischen Dikataturen. Man konnte nicht aus, wenn man überleben, seine Familie schützen, etcetera, wollte, würde man heute sagen.

Ambrosio hat und das ist interessant, weil es meiner Meinung nach eher die heutige Realität, als die vor vierzig Jahren, Ambrosio ist im Eingangskapitel sechzig und erinnert sich an dieZeit zurück, wo er etwa sechzehn oder siebzehn war, entspricht, eine depressive, er nennt sie „irre“ Mutter, die ihm feindlich gegenübersteht und sich sonst eher, die wie von Helene Hegemannns Heldin benimmt.

Der Trainer des Siebzehnjährigigen erkennt die Misere, holt ihn zu sich und verschafft ihm später einen Platz in einem eher lockeren Internat, wo er ähnlich, wie der Held in Andre Kubitscheks „Skizze“ eines Sommers“ die Freuden eines Siebhehnjährigen  erlebt. Er liebt Betty, ebenfalls eine Leistungsportlerin, die sich später in den Westen absetzt, kennen und er begegnet mit einem Freund einem Flipperautomaten. Ein harmloses Vegnügen könnte man meinen. Nicht in einer Dikatur, die den Leuten alles verbietet. Er wird deshalb von den „Mäntel“ also der Geheimpolizei zusammengeschlagen und als sich der Trainer auch ins Ausland absetzt, verliert er seine Zähne, die ihm später durch die „Goldenen“ ersetzt werden und dafür muß er zum Spitzel werden.

Er lernt dann noch ein paar Jungs und Mödel vom Kader kennen, Kinder der Familie, die in der Diktatur aufgestiegen ist, das ist ähnlich wie in Nordkorea. Es kommt zu einem Putsch. Ambrosio kann sich mit seinem Rennrad in den Westen ansetzen und nun erfährt er vom Tod seiner Mutter, die er zurücklassen mußte, die auch in eine berüchtigte Anstalt gebracht wurde und dort verhungerte, was ihm den letzten Rest gibt oder auch nicht, denn:

„Manche überlebten und schämten sich – aber ich nicht.

„Und was machst du jetzt?“, fragte der Taxifahrer.

„Jetzt gehe ich wieder.“, lauten die letzten Sätze.

Schwer zu sagen, wie ich das Buch einordnen soll. Es ist ein Jugendbuch, das die Jugend von heute wahrscheinlich vom Rechtsruck abhalten und ihnen ein bißchen beibringen soll, wie es damals in der DDR oder auch im kommunistischen Jugoslawien, von wo Tiljan Sila ja herkommt, war.

Ich werde demnächst fünfundsechzig und habe schon viele dieser Bücher gelesen. So daß  mich dieses eigentlich weder überraschen noch vom Sessel reißen konnte.

Das Neue, was ein gutes Buch ja angeblich haben muß, war für mich also nicht darin enthalten, was vor vierzig Jahren aber sicher anders gewesen wäre und der gute Ambrosio war mir ein bißchen unsympathisch.

Aber so wars halt das Leben in der DDR-Diktatur oder in der  Ex-Jugoslawiens und das arbeitet Tiljan Sila, glaube ich, gut heraus, obwohl er es nicht so benennt und den Ambrosio eigentlich als Helden einführt.

2018-07-18

Der Pfau

Filed under: Bücher — jancak @ 00:26
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Weiter gehts mit meiner Backlistleseliste und da bin ich jetzt bei meinem Harlander Bücherstapel und einem Buch gelandet, das 2015 oder 16 von den Blogs hochgelobt wurde.

Isabel Bogdans „Der Pfau“ und dann bin ich 2017 nach Salzburg gefahren, habe dort gelesen und mit Margot Koller deren eigene offene Bücherkoje besucht und was habe ich dort gefunden, richtig von einer Salzburger Agentur hineingelegt und jetzt ein bißchen auf meinem Bücherstapel über dem Bett gelegen oder abgehangen, wie es in dem Buch, der 1968 geborenen Autorin, Übersetzerin und, ich glaube,, auch Bloggerin, so heißt und dort hängt in einer Speisekammer in den schottischen Highlands der namensgebende Pfrau und das Buch wird von den Kritikern, als eines, das die englische Spannung in die deutsche Literatur hineinbringt, hochgelobt.

Wie warh, schreibe ich bestätigend hinzu, denn es hat einen Ton, der heute vielleicht schon  ein bißchen wagemutig klingt. Heinrich Spoerl hat, glaube ich, in „Wenn wir alle Engel wären“ so geschrieben und mich hat das Buch auch ein bißchen an Agatha Christies „Zehn kleine Negerlein“, die heute wahrscheinlich nicht mehr so heißen, erinnert, obwohl  es  kein Krimi ist und ich ich habe es auch als Sommerbuch glesen, obwohl es im Noember spielt und tiefster Schnee in den schottischen Highlands liegt. Es liest sich aber leicht und locker dahin und ist sehr vergnüglich, obwohl es eigbentlich um nicht wirklich Aufregendes geht.

Worum geht es also? Um ein altes verfallenes Schloß oder Herrenhaus in den besagten Highlands, das Lord und Lady McIntosh, die es bewohnen, vermieten müssen, um die Instandhaltungskosten zu bewältigen und da mietet sich im November eine Bankerin mit vierKollegen, einer Psychologin und einer Köchin ein, um ein verlängertes Wochenende lang dort Gruppendynamik zu betreiben.

Schön und gut, es gibt nur ein Problem, der Lord hat ein paar Pfaue herumlaufen und einer ist verrückt oder kurzsichtig. Er greift alles an was blau ist und zerstört es.

Also gibt der Lord, Ryszard, dem polnischen Mann für alles, dem Auftrag, die Pfaue dreimal am Tag in den Wald hinauszutreiben. Aber das klappt nicht ganz, denn am nächsten Morgen ist das Auto der Bankerin beschädigt und der Lord treibt nun selbst den Pfau in den Wald hinaus und erschießt ihn dort. Läßt ihn auch dort liegen, denn er kann ja nicht gut mit einem toten Pfau ins Schloß zurückkehren und die Bankergruppe macht einen Morgenspaziergang und der Hund der Chefbankerin bringt ihr den toten Pfau und sie glaubt, er hat ihn erlegt.

Das traut sie sich dem Lord nicht zu sagen, wie er sich nicht traut, ihr zu gestehen, daß das Auto von dem Pfau beschädigt wurde. So gibt sie David, einem jungen Banker, den Autrag ihn zu beseitigen. Der nimmt Helen, die energische Köchin mit und die hat gleich den Plan, ihn ihrer Truppe vorzusetzen.

Das geht auch nicht ohne Heimlichkeiten und so erklärt sie zuerst, sie macht ein Fasancurry, später aber, als einer der Banker, das in der Speisekammer hängende Tier für eine Gans hält, disponiert sie um.

Inzswischen wird die besagte Gruppendynamik betrieben, ein Schiff gezeichnet, eine Hütte gebaut, die Chefbankerin holt sich eine Verkühlung, einer der Banker verstaucht sich den Fuß, als er vom Etagenbett hüpft und Liz, die Chefbankerin, lädt zu allem Überfluß noch das Vermieterpaar zu dem Abendessen ein, als der Pfau serviert wird. Der wird zwar als Gans ausgegeben, was aber auch zu einem Problem führt, ist doch die Gans der Gastgeber, die auch zum Inventar gehört, plötzlich verschwunden und die Banker glauben nun, der Hund hat auch sie erlegt.

Köstlich, köstlich, könnte man so sagen. Leicht zu lesen und sehr vergnüglich, das gruppendynamische Wochenende wird natürlich ein Erfolg, die Gans wird wiedergefunden und nur der Pfau, den der Lord dann im Wald suchen geht, bleibt wohl ein ewiges Räsel, aber so soll es ja auch sein.

2017-12-16

Unsere leeren Herzen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:54
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Das nächste Buch ist auch von „Kiwi“ und  handelt auch von Literatur, nämlich Essays des 1964 geborenen Thomas Herttche, von dem ich „Ludwig muß sterben“, gelesen habe und der mit der „Pfaueninsel“ 2014 auf der Long oder Shortlist gestanden ist und ich habe ihn glaube ich 1996 kennengelernt, als ich auf eigene Kosten nach Klagenfurt fuhr, denn da war er, glaube ich, Juror.

Die Essay sind eher kurze Stückchen, wo sich der Autor auf ein Werk bezieht, ein bißchen was dazu sagt, das Buch angibt und auch dazu schreibt, wann und unter welchen Umständen er es gelesen hat.

Thomas Mann, glaube ich, als er auf Lesereise war, da beginnt das Stück mit „Etwas erzählen, aber ich weiß nichts“, und Hettche dachte, es wäre aus der Erzählung „Das Eisenbahnunglück“ es war aber aus dem „Kleiderschrabk“.

So kann man sich täuschen. Dann geht es zu der Sprache der Fische“, das ist aus den „Sonnetten an „Orpeus“ von Rainer Maria Rilke und da ich ja erst vor kurzem „Träumer“ gelesen haben, sind mir beide Namen auch vertraut.

Danach beschäftigt sich Thomas Hettche mit Wilhelm Raabe,  dem Romanschreiben und versucht zu erforschen, warum der Autor derzeit eher wenig gelesen wird.

„Komm an meinen Schreibtisch voll von meinen Träumen!“, hat Wolfgang Koeppen an den Verleger Sigfried Unseld, der „Autoren und keine Bücher“ machte, geschrieben und Thomas Hettche sinniert sowohl darüber, was ein solcher Satz bedeutet und erinnert sich daran an seine Begegnung mit dem berühmten Verleger, der ihm flankiert von zwei schweigsamen Autoren in ein teures Lokal eingeladen hat.

Dann kommen drei Essays, die die Verbindung von Literatur zur Freiheit, Konvention, Zweck und Moral aufzeigen sollen, wobei sich Thomas Hettche sowohl auf Experimente, wie Facebook etwa die Stimmungslage seiner Benützer manipulieren kann oder, wie die Hamster auch in der Freihit die für sie aufgestellten Räder benützen bezieht, als auch Schlüße auf Vladimir Nabokov und Louis Stevenson zitiert und Schlüße zieht, die beim schnellen Drüberlesen gar nicht so leicht zum Nachvollziehen sind.

In „Das Bild einer Toten“ bekommt Hettche das Foto seiner ersten Freundin geschickt und swippt zu Karl Ove Knausgard über, der glaube ich, seine Befindlichkeit in einen Haufen Bücher verpackt und damit ein großes Publikum hat. Interessant, daß er nicht zitiert wird, aber ach ja, das ist ja trotz des Millionenpublikum wahrscheinlich nicht die richtige Literatur.

Thomas Hettches literarische Gelehrtheit, die er mit genialen Rundumschlägen durch die Literatur begründet, sieht man auch an seinen Essay zu Ovid, wo er über Franz Fühmann zu Franz Kafka kommt, dann geht es nach Paris zum Terror, Charlie Hebdo und Michel Houllebeqs „Unterwerfung“ und er zieht auch da Verbindungen zu Bader-Meinhof, Ernst Jünger und vielem mehr.

In „Mitsou“ beschreibt er ein Interview, das David Bowle mit dem Maler Balthus in Genf führte, hier kommt es wieder zu einem Irrtum, Hettche stelt sich nämlich vor wie Bowei aus London kommend in Gef landet, bevor er daraufkam, daß dieser in dieser Zeit schon längst am Genfer See lebte.

Mit einem Seitenhieb auf das Netz, wo ja angeblich jeder jeden Unsinn schreiben kann, geht es weiter und dann geht es in ein Schloß, wo an Künstler Stipendien vergeben werden, Hettche hat, als er jung war, auch einen Aufenthalt dort gehabt, jetzt unterhält er sich älter geworden, mit dem ebenfalls schon älteren Institutsleiter und befragt ihn zu den Veränderungen, die es seither gibt.

In der „Eberjagd“ setzt Hettche sich mit Ernst Jünger auseinander, dessen „Marmorklippen“ ich erst lesen muß.

Dann geht es um „Peter Schlemihl“ seinen Schatten und den Berliner Intellektuellen um 1800 zu denen außer Chamissos auch E.T.A Hofmann gehörte und interessant dieses Motiv oder Figur taucht auch in der „Pfaueninsel“ auf, die ich auch noch nicht gelesen habe.

Dann gehts  zur „Ohm“ oder zu Thomas Hettches Heimatdörfchen, wo er Peter Kurzek bei seiner ersten Lesung hörte und Paulus Böhmers Gedicht „Die Ohm“, der Fluß der Gegend, wird auch zitiert.

In „Theorie“ geht um Kant beziehungsweise um den Briefwechsel, den eine junge Frau aus Klagenfurt mit ihm führte und wo sie von ihm glaube ich die Erlaubnis zum Selbstmord haben wollte. Ob er ihr sie gegeben hat, habe ich nicht ganz mitbekommen, Thomas Hettche ist ja sehr heoretisch und zitert auch aus einem Buch einer Literaturwissenschaftlerin. Maria von Herberts hat sich aber  im Mai 1803 in der Drau ertränkt.

Und in „Wir Barbaren“ habe ich mir den Satz „Lesen bedeutet etwas zu begreifen und dabei stets mitzubegreifen, daß dieses Verstehen die Zeit nicht aufhält, sondern die Geschichte, gerade begriffen, einem schon wieder entgleitet“.

So ganz habe ich dieses Satz, wie vieles andere in Thomas Hettches Essays nicht verstanden und das ist beim schnellen Drüberlesen wohl gar nicht möglich und wer nimmt sich schon die Zeit genauer in die oft sehr kurzen Essays einzulassen, die munter von einem zum anderern Jahrhundert beziehungsweise Buch wechseln, wenn im Badezimmer schon die Bücher von den Frühjahrsneuerscheinungen warten?, habe ich gedacht, während meine Augen über die den letzten Essay, der die „Liebe“ behandelte, geglitten sind und da war noch die Frage, wie das jetzt mit den „Leeren Herzen“ aussieht?

Mein Kopf rauscht, weil ich jetzt einen Parcour durch die ganze Literaturgeschichte in drei Tagen hinter mich gebracht habe und bei jedem dachte,  das und das sollte  ich noch lesen und während ich mich noch fragte, ob sich die Herzen sich dabei gefüllt haben?, habe ich das Buch von seiner Hülle befreit, die mir  Gerda Löffler vor zig Jahren in der Straßergasse einmal zu Weihnachten geschenkt hat  und den einzigen Satz, der am Buchrücken steht, gelesen „Welche Tröstung kann Literatur unseren leeren Herzen heute noch sein?“, gelesen.

„Aha!“, und an meinen Bücherstapel im Badezimmer gedacht und daran, daß ich wahrscheinlich gar nicht so oft Tröstung brauche und meinHerz eigentlich gar nicht so leer ist, sondern pumpt und pumpt und wenn ich von Thomas Hettches Geisteskraft, bei dem ich als Kritikpunkt anbringen könnte, daß er mir manchmal sehr elitär und abgehoben erschien, auch nicht alles verstanden habe,  habe ich doch einen sehr interessanten Parcour durch die Literarugeschichte gemacht, den ich weiterempfehlen kann.

2017-12-14

Träumer

Weiter geht es mit den Literaten, aber jetzt gehen wir um einen Krieg zurück oder in den November 1918,  wo in München die Räterepublik vorbereitet wurde und da für eine kurze Zeit, die Dichter oder „Träumer“ wie es der „Spiegel- Redakteur“ und jetziger Gastgeber des „Literarischen Quartetts“, der  1969 in Darmstadt geborene Volker Weidermann, von dem ich schon „Ostende“ gelesen habe, nannte.

Bei „Kiepenheuer und Witsch“ ist das Sachbuch über eine Utopie, wie man es nennen könnte, herausgekommen und Volker Weidermann hat sich, glaube ich, wieder sehr genau in die Tagebücher und Schriften der damals ortsansäßigen Dichter eingelesen und eine Narration daraus gemacht.

Vielleicht könnte man auch Krimi oder Thriller dazu sagen oder nein, vielleicht nicht, weil die Räterepublik, der ja für kurze Zeit Ernst Toller vorstand und Gustav Landauer Minister oder Volksbeauftragter für Bildung war, war ja gegen Gewalt, obwohl natürlich sehr viel Blut dabei geflossen ist.

Aber erst geht es in den siebenten November 1918 und auf die Münchner Theresienwiese, wo glaube ich, auch die Oktoberfeste stattfinden.

Jetzt ist der Krieg vorbei und die Soldaten rennen noch in Uniformen herum, von denen die Rangabzeichen heruntergenommen wurden und der Journalist und Schriftsteller Kurt Eisner steht da wohl an einem Podium und spricht die revolutionären Massen an. Von ihnen wird er auch getragen, zum ersten Ministerpräsidenten Bayerns gemacht, der König mußte mit seiner Familien fliehen, aber schon im Februar darauf, als er gerade wieder abdanken wollte, weil er die Wahlen nicht gewonnen hat, ermordet wurde.

Seine Kampfgenossen wie Erich Mühlsam, dem er zu wenig revolutionär war, waren dagegen, aber der bekommt, als sich im April eine neue Regierung, eben jene Räterepublik mit dem Schriftsteller Ernst Toller an der Spitze bildet, kein Ministeramt, das bekommen eher schrullige Gestalten, wie ein Dr. Ernst Lipp, der den Papst kennet und ihm seltsame Telegramme schickt, so daß er gleich wieder zurücktreten muß und in ein Sanatorium geschickt wird.

Vergleiche zu schwarz blau I in Österreich können aufkommen, werden in dem Buch aber nicht gezogen, denn Volker Weidermann geht es ja in die damalige Dichterschaft ein und da hat Thomas Mann mit seiner Frau und seinen <kindern in einer Villa  am Herzogpark bei München, das Geld dafür stammte von seiner Schwiegermutter, gelebt, gerade seine „Betrachtungen eines Unpolitischen“ herausgegegben und am siebenten November war er in einem Konzert, das sein Freund der „ultranationale und Antikdemokrat“ Hans Pfitzner, der die Oper „Palästrina“ gegschrieben hat, die mich in meiner Studentenzeit sehr beeindruckt, dirigierte.

Er erlebt die politischen Umwälzungen also am rande mit, genauso wie Rainer Maria Rilke, der am ersten Weltkrieg fast gescheitert wäre, Stephan Zweig hat ihm, glaube ich, eine Stelle im einem Kiegsarchiv verschafft, damit er nicht an die Front mußte, der aber offenbar von den Umwälzungen angetan war, genauso wie vielleicht oder angeblich ein Gefreiter und erfolgloser Kunstmaler namens Adolf Hitler, der zwar bestritten hat, am Eisler Begräbnis dabei gewesen zu sein, aber angeblich auf einer Fotografie zu sehen war.

Thomas Mann Bruder Heinrich war dagegen politisch revolutionärer und sein  dreizehnhähriger Sohn Klaus, hat ein Theaterstück über die Machtergreifung Eislers geschrieben.

Es gab aber noch andere,  mehr oder weniger damit befaßte Dichter, wie  zum Beispiel Erich Mühsam, der zwar die Villa eines Holländers zur zur  „Unabhängigen Räterepublik“ ausrief, um weiter mit dem Freund ungestört trinken zu können, aber ebenfalls ministerlos vom Wittelsbacher Palais zurückkehrte und Hermann Hesse gab es auch oder eigentlich ein Manuskript namens „Deminan“ das Aufsehen erregte und von einem Debütanten namens Emil Sinclair geschrieben worden sein soll, der mußte den „Fontane-Preis“ den er dafür bekommen sollte,  aber wieder zurückgeben, denn Hesse war damals  einundvierzig Jahre alt und hatte schon Werke, wie „Unterm Rad“ und „Peter Camenhind“ geschrieben.

Ein gewisser Ret Martut der den „Ziegelbrenner“ herausgegeben hat und der sich später nach Mexiko zurückgezogen hat, wird auch erwähnt. Volker Waidermann meint, er hätte dort Romane unter dem Namen B. Traven herausgegeben, aber so viel ich weiß,  weiß man noch immer nicht wer  B. Traven war.

Man sieht also, Volker Weidermann führt sehr genau in die Zeit hinaein und läßt uns mitschnuppern, wie es damals in München vielleicht war, als die Dichter und die Träumer für eine Zeitlang die Macht übernahmen und die gewaltfrei ausüben, das Geld abschaffen und noch vieles andere, wollten.

Gegen die Gewaltfreiheit waren seltsamerweise die Kommunisten, die meinten, daß man so keine Revolution machen kann und sdaher die Regierungsbeteiligung verweigerten, Toller schon ein paar Tage später wieder absetzen wollten und das in einerm Bierkeller beschlossen Ernst Toller ging hinüber, wollte reden, durfte nicht, tat es doch,wurde dann verhaftet, kam aber wieder frei und es ging noch eine Zeitlang weiter mit der Unsicherheit, wo jeder seine eigene Räterepublik gründete und Erich Mühsam mit einem Lastwagen Rundfahrten auf Münchens Straßen machte, von dem herunter er dann seine Gedichte , wie „Die Sonne der Freiheit“,  das er gar nicht geschrieben hat, deklamierte.

Am Palmsonntag kommt es dann zum Putsch, die Kommunisten übernehmen die Regierung und werden im Mai schon von der weißen Garde abgelöst, es kommt zu Verhaftungen und Erschießungen. Gustav Landauer wird erschoßen, Ernst Toller, der sich versteckt hält, bekommt fünf Jahre Festungshaft, wo er 1924 entlassen wird, nach Amerika emigriert und sich 1939 im Hotel Mayflower in New York erhängt.

Erich Mühsam wurde von den Nazis ermordet, Oskar Maria Graf, der ja 1933 bedauerte, daß die Nazis ihm nicht auch verbrannten, emigrierte ebenfalls nach Amerika.

Thomas Mann und Rainer Maria Rilke, die bürgerlichen, die nur am Rand an dieser Revolution beteiligt waren, verließen ebenfalls München. Der eine übersiedelte nach Lübek, der andere ging in die Schweiz und die Geschichte ging weiter.

Überrollte die Republik der Träumer, die sich nicht lange halten konnte. Das Weitere ist wahrscheinlich bekannt, man lernt es in der Schule und kann  hier an verschiedenen Stellen  auch nachgelesen werden.

„Lustig, aufregend, viel Neues, tolle Recherche. Das wird Furore machen.“, schreibt Hans Magnus Enzensberger am Buchrücken und ich antworte, wie meine Leser vermuten werden, daß ich das Buch zwar nicht lustig, aber interessant gefunden hatte und Volker Weidermanns Recherche für mich tatsächlich viel Neues enthielt.

2017-12-12

Heinrich Böll und die Deutschen

Filed under: Bücher — jancak @ 09:11
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Von dem 1917 geborenen und 1985 verstorbenen Nobelpreisträger Heinrich Böll habe ich vor kurzem seine posthum herausgegebenen und eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmten „Kriegstagebücher“ gelesen.

Denn er würde am einundzwanzigsten Dezember seinen hundertsten Geburtstag feiern und so sind bei „Kiwi“ zwei Bücher über oder von ihm herausgekommen.

Das erste sind die schon erwähnten Tagebücher, das zweite ist die Biografie oder der Essayband „Heinrich Böll und die Deutschen“, des 1943 in Oldenburg geborenen Literaturprofessors Ralf Schnell, den ich in Frankfurt bei „3-Sat“ über die Bücher reden hörte.

Das Buch ist in dreizehn Themenkapitel gegliedert. Das erste „Ich bin ein Deutscher“, das sich auf eine Tagung bezieht, die 1974 in Jerusalem stattfand, befaßt sich mit  „Fremdsein, Heimat, Sprache.“

Dann wird in „… das Herz eines Künstlers“ Bölls Herkunft der in einer christlichen Familie mit sieben älteren Geschwistern aufgewachsen ist, beschrieben und dann geht es schon in den Krieg.

Heinrich Böll wurde ja 1939 einberufen, seine Briefe aus dem Krieg, die er an seine Familie, sowie an seine Frau Annemarie geschrieben hat, wurden 2001 ebenfalls posthum herausgegeben und werden in dem Buch als „Entwicklungsroman“ bezeichnet. Klar, der junge Mann wuchs an der Front heran und wurde dadurch geprägt.

1945 ist er dann mit dem Wunsch Schriftsteller zu werden, zurückgekommen. Geschrieben hat er, glaube ich, schon vorher. Es wird eine Kurzgeschichte erwähnt, in den Kriegstagebüchern gibt es auch einen Bezug darauf.

Das dritte Kapitel „..das Brot der frühen Jahre“, beschftigt sich mit dem literarischen Aufstieg, der schon früh durch die Gruppe 47 gelungen ist. Zuerst wird aber ein Brief eines Verlags erwähnt, an den er den Roman „Der Engel schweigt“ schickte.

Der junge Familienvater hat sich nach dem Krieg zuerst als Hilfsarbeiter verdingt, die Frau Annemarie als Lehrerin die Familie erhalten und ihren Mann literarisch beraten, sie hat auch mit ihm übersetzt.

Der erwähnte Roman  wurde erst viel späterveröffentlicht. Denn Böll hat ihn wieder zurückgenommen und ihn in Kurzgeschichten, wohl des erhöhten Honororas und der Steigerung des Bekanntengrads verteilt, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden.

1951 hat er dann mit der Erzählung „Die schwarzen Schafe“ den Preis der „Gruppe 47“ gewonnen und der literarische Aufstieg begann.

Dann kommt ein Kapitel über Heinrich Bölls Katholizismus, der 1976 mit seiner Frau „aus der römisch katholischen Kirche in ihrer Eigenschaft als Körperschaft“ ausgetreten ist, aber sich schon als Schüler sehr mit den Werken des französischen Theologen  Leon Bloy beschäftigt hat.

Der Stadt Köln, in der Böll lebte und der er auch in seinen literarischen Werken ein Denkmal setzte, ist ein Kapitel gewidmet und mit dem Judentum hat Böll sich auch sehr auseinandergesetzt.

So war er mit Paul Celan, dessen „Todesfuge“ ja bei der „Gruppe 47“ nicht sehr gut angekommen ist, befreundet und hat auch die „Germania Judaica“ gegründet.

Es gibt ein Kapitel über Bölls Beziehung zu Konrad Adenauer, dessen Erinnerungen er im „Spiegel“ kritisierte und dort hat er auch einen Artikel über die Bader Meinhof- Gruppe nicht Bande mit dem Titel „Soviel Liebe auf einmal“ veröffentlicht, was ihm jahrelang den Vorwurf ein „RAF- Sympathisant“ zu sein einbrachte und ihm verschiedene Hausdurchsuchungen bescherte, wie er  1977 in einem Brief an seinen Freund Lew Kopelew bemerkte.

Das Verhältnis zur DDR des sehr politischen Autors, der zu vielen gesellschaftspolitischen Themen Stellung genommen hat wird analysiert und dann geht es zu Marcel Reich Ranicki,der zu Böll ein ambivalentes Verhältnis hatte und eines seiner Bücher auch verrissen hat.

„Die fürsorgliche Belagerung“ und „Frauen vor Flusslandschaft“ wurden sehr kritisiert und im letzten Verhältnis geht es, um Bölls Nachruhm. Da meint der Autor, daß die Bücher in großer Auflage immer noch erscheinen und wahrscheinlich in vielen Buichhandlungen zu finden sind, zitiert aber auch einen FAZ-Bericht von 2008, wo MMR schreibt: „Reden wir offen: Schon jetzt ist nur wenig geblieben. Es wird naturgemäß immer weniger werden. Seine Romane sind inzwischen allesamt in Vergessenheit geraten.“

Wenn ich dagegen zu meinem Bibliothekskatalog gehe, finde ich viele Bölls , ob ich alle gelesen habe, kann ich nicht sagen, denke aber, daß dieser thematisch gegliederte Streifzug durch die Biografie, den Bezug zu den „Deutschen“ konnte ich nicht immer finden, außer, daß es das Land war, in dem Heinrich Böll lebte und die Nation der er angehörte, eine Aufforderung zur literarischen Wieder- oder Neuentdeckung sein kann.

Also lesen, lesen, lesen und ich bin gespannt, was ich außer den beiden „Kiwi-Büchern, „Kiepenheuer und Witsch“ ist ja Bölls Verlag und es gibt, glaube ich, eine siebenundzwanzigbändige Gesamtausgabe, noch vom Böll hören oder lesen werde.

2017-12-10

Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind

Filed under: Bücher — jancak @ 00:26
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Am 21. Dezember 1917 wurde Heinrich Böll geboren, der 1972 den Nobelpreis bekommen hat und inzwischen, wie man meinen könnte, fast ein wenig vergessen wurde, während ich ihn in meiner Studentenzeit und auch nachher relativ viel gelesen habe.

So kann ich mich erinnern, daß ich den Frühling 1984 mit der kleinen Anna in dem Häuschen am Almweg verbracht habe und dort „Gruppenbild mit Dame“ gelesen habe.

An die „Verlorene Ehre der Katharina  Blum“ kann ich mich auch erinnern. Die habe ich aber schon vorher gelesen und ich habe sicher auch noch ein paar andere Bölls in meiner Bibliothek und sehe solche auch gelegentlich in den Bücherschränken.

Das mit der Vergessenheit wird sich jetzt ein bißchen ändern, hat doch „Kiwi“ zwei neue Bücher über und von ihn herausgebracht  und zufälligerweise habe ich auch vor kurzem, als ich sehr erschöpft von dem langen Marathonschreibens vom „Writersstudio“ nach Hause gegangen bin, im Bücherkasten den es vor der Buchhandlung Kuppitsch gibt, Werner Höfers „Deutsche Nobel Galerie“ gefunden, die anläßlich der Nobelpreisverheihung von 1972 herausgegeben wurde und ein großes Böll-Spezial enthält.

Ralf Schnel,l der den Band „Heinrich Böll und die Deutschen“ herausgebracht hat, habe ich bei meinem Frankfurter Buchmessensurfing, ich glaube bei „3-Sat“ gehört und der ist auch auf die von dem Bölls Sohn und Nachlaßverwalter Rene herausgegebenen Kriegstagebucher von 1943 bis 1945 eingegangen und hat erwähnt, was auch im Vorwort steht, daß die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Dann hat  sich die Familie aber doch entschlossen, daß man sie der Öffentlichkeit vorenthalten sollte und Böll es wahrscheinlich ohnehin so gewollte , weil er sie sonst vorher vernichtet hätte, etcetera.

Bei Thomas Bernhard habe ich  etwas Ähnliches erlebt und gehört und da ich mir das Buch in Leipzig bestellt habe, als ich mit Uli Meier die Herbstvorschau durchgegangen bin, hatte ich auch keine Wahl, als das Buch zu lesen, obwohl es wahrscheinlich schon  sehr private Momentaufnahmen des jungen Wehrmachtsoldaten sind, der 1939 knapp seiner Matura, er hatte da gerade eine Buchhändlerlehre abgebrochen und Germanistik zu studieren begonnen hat, eingezogen wurde.

Er hat, wie ich in den Erläuterungen lesen konnte, seit Beginn des Krieges Tagebuch geführt, die ersten sind aber verloren gegangen und jetzt sind in dem schönen schwarzen Buch drei Tagebücher wiedergegeben die, das muß ich lobend erwähnen, von Rene Bölls Frau digitalisiert wurden, so daß man zuerst die Originalseiten sieht und darunter die abgedruckte Form lesen kann.

Das erste Tagebuch ist ein in Belgien gekaufter Kalender und es ist schön, die alten Tagebücher zu sehen. Die beiden anderen scheinen auch eher kleine Bchlein zu sein, so daß eigentlich nicht sehr viel Platz für die Eintragungen ist, die oft nur aus groß geschriebenen Worten, wie „Das Gelübde! Anne-Marie“ „Post von Anne-Marie“ oder „Ich darf in Urlaub fahren „Das Messer“ „Das Messer“ bestehen, was mich eigentlich auch bestätigt, daß es wohl eher eine Privateintragung ist.

Annemarie ist die Frau, die Ehe wurdem glaube ichm während des Krieges geschlossen, das erste Kind, das schon 1945 gestorben ist, in dieser Zeit geboren und die große Gläubigkeite und das Klammern an Gott ist auch immer wieder zu merken.

„Gott allein kann mir helfen! Gott allein kann mir helfen“, am17. 4. 44 beispielsweise oder am 18. 4. 44 „Das absolute Elend in den Kasernen“ Gott helfe mir!“

Es sind drei Tagebücher, das erste 1944 bis 1945, dasnn eines von 1944 bis 1945,  das dritte betriff nur das Jahr 1945 bis zum Kriegsende.

„Entlassung in Bonn“ lautet  der letzte Eintrag.

Das Buch ist gut kommentiert. so wird im Anhang immer wieder an die Briefe aus dem Krieg hingewiesen, die Böll ebenfalls geschrieben hat und die schon veröffentlicht wurden. Da kann man das Geschehen auch genauer verfolgen, hier kann man wahrscheinlich eher die unmittelbare Emotion mitnehmen.

Das Titelzitat stamm vom 29. Jänner 1943: „Man möchte vor Dreck und Müdigkeit manchmal wimmer wie ein Kind“ und auf den Dreck und den Hunger wird  noch öfter hingeweisen.

Im Nach- oder Vorwort steht noch, daß der junge Böll kein aktiver Kriegsverweiger war, sich aber von der Front öfter durch Urlaube und Krankheiten drücke. Davon kann man auf den Seiten auch lesen. Die Route erfährt man eher aus den Erläuterungen. So war Böll zuerst in Frankreich, kam dann in die Ukraine, war dort auch in den berühmten Stanislau über deren Vernichtung, ich im Vorjahr gelesen habe.

Interessant ist es also schon die unmittelbare Emotionen, die Verzweiflung, die Sehnsucht nach der Geliebten, nach Gott und der Erlösung so hautnah mitzuerleben.

Es gibt im Anhang auch Landkarten und ein paar Fotografien, wo man Böll in der Uniform sehen kann. Ich habe in Harland ja auch ein Album mit Kriegsfotografien meines Vaters und meine Mutter hat auch ein Tagebuch geschrieben, das wir gefunden haben, als wir die Wohnung in der Wattgasse auflösten.

Also interessant ist das Buch allemal und während man noch überlegt, ob man es lesen oder nicht lesen soll, weil man damit vielleicht doch eine Privatsphäre verletzt, kann man zu dem gleichzeitig erschienenen „Heinrich Böll und die Deutschen“ greifen, wo es diese Bedenken nicht gibt und ich werde mich auch noch ein bißchen in das Nobelpreisdossier einlesen und am besten ist es wahrscheinlich überhaupt zu den Originalwerken zu greifen und sie wieder oder vielleicht  erstmals zu lesen.

2017-11-25

Die Datei und die zweite Datei

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Jetzt kommt die Fortsetzung des „Circles“ könnte man so sagen. Arnon Grünbergs „Datei“, schließt aber auch ein bißchen an Doron Rabinovicis „Außerirdische“ an und den 1971 in msterdam geborenen Autor, der glaube ich sowohl da, als auch in New York und Berlin lebt, habe ich vor Jahren einmal bei „Rund um die Burg“ gehört.

Voriges Jahr als Niederland das Gastland in Frankfurt war, ist sein „Muttermale“ erschienen, daraus habe ich ihn dann bei den „Fried Tagen“ lesen gehört, das Buch nicht mehr bekommen, aber entdeckt, daß ich einen anderen Grünberrg mal gefunden habe und jertzt ist bei „Kiwi“ als Taschenbuch die „Datei“ und daran anschließend, noch „die zweite Datei“, eine kürzere Erzählung, erschienen.

Es geht um Lillian, Mitte zwanzig und sie ist ein Nerd, das heißt in ihren Fall, eine ditgtal Native, die eine Menschenallergie hat, weil ihr Leben fast ausschließlich im Netz stattfindet.

Damit macht sie ihren Eltern, einem Lehrer und einer Sozialarbeiterin, bei denen sie, obwohl schon erwachsen, noch lebt, große Sorgen. Denn sie sperrt sich tagelang in ihr Zimmer ein und frißt sich vorm Computer mit Paprikachips fett, so daß sie einen dicken Hintern hat, auf dem sie sich noch die Namen ihrer Eltern, mit denen sie kaum spricht, eintätowieren lassen will.

Das war früher einmal, als sie einen Pädophilen, der sie zu einem Nacktfoto erpresste, mit Hilfe von drei Hackern in den Selbstmord trieb.

Jetzt gibt es einen Freund im Netz namens Banri Watanuki, der sie überredet, eine Stelle als Rezeptionistin in einer Internetfirma, die wohl ein bißchen dem Circle ähnlich ist, anzunehmen.

Alex, der Gründer, stellt sie ein und will sie später zu seiner Assistentin ausbilden lassen und eines Tages setzt sich in der Kantine, hier wird, wie das auch Lillian tut, kein Fleisch gegessen, nur Obst und Gemüse, Seb zu sich, der Nerd, der in den oberen Etagen hackt und  eigentlich keinen Kontakt zu ihr haben soll.

Denn in der Firma wird nicht viel miteinander gesprochen, weil alles ein Geheimnis ist. Er bringt sie aber am Abend, Lillian ist Radfahrerein und es regnet, nach Hause. Beide wohnen in Den Haag, die Firma ist in Delft. Sie darf aber seine Wohnung nicht sehen, denn die ist geheim, trotzdem kommt sie am nächsten Tag dorthin mit, weil sie in ihn Banri zu erkennen glaubt. Sieht seine Katzen, er streicht ihr über die Schenkel und sie bekommt prompt Quaddeln, wegen ihrer Menschenallergie, die sie zu einerÄrtzin treibt, bei der sie seit Jahren nicht mehr war.

Jetzt kommt Alex an den Plan und lädt sie zu einem vegetarischen Abendessen ein.Er erzählt ihr von seinen Plönen und nimmt sie mit auf eine Konferenz und als Seb, der eigentlich Sebastian heißt, ein paar Tage lang nicht zur Arbeit erscheint, kauft sie Muffins und bringt sie in seine Wohnung. Dort sind die Katzen, seine lieben, tot.Er hat sie getötet, weil er sich von der Firma übernommen und sich von ihnen bedroht und auspioniert glaubte und verschwindet in den Untergrund oder in die portugiesische Botschaft, während Lillian ein paar Tage mit Alex in einer  Hütte an der Cote d` Azur, wo man sich nackt aufhält, verbringt  und er ihr anvertraut, daß er eigentlich Almond, einer der früheren Hacker ist.

Ein wenig geheimnisvoll und verwirrend und vielleicht auch nicht ganz logisch, diese Geschichte, die mich aber trotzdem sehr beeindruckt hat.

In der zweiten Geschichte die noch surrealer beziehungsweise unverständlicher ist, geht es um einen Christus-Virus. Den will Lillian, die sich inzwischen nicht mehr so nennt, arbeitslos geworden ist, aber immer noch im Haus ihrer Mutter lebt, in die Welt setzt. Der nicht sie, kommuniziert mit der Mutter, die sich darüber freut und Lillian ist, Vater unbekannt, schwanger. Sie sagt es ist der Virus, die Polizei kommt, beschlagnahmt den Computer, läßt sie aber frei und die Hebamme hält nichts von einer Hausgeburt. So wird Lillian von der Feuerwehr in den Krankenwagen gehieft. Die Gynäkologin mit der häßlichen Brille bedauert, daß sie nichts mehr tun konnte.

„Dein Sohn ist gestorben!“, sagt die Mutter, die nunmehr alte Frau genannt wird. Lillian aber drückt fest den Arm der Gynäkologin und betdeuert „Der Virus lebt!“

Vielleicht ist es das, wie sich der 1971 geborene Schriftsteller, die moderne Computerwelt und ihre Sprachlosigkeit vorstellt, die Nerds, die sie betreiben sind voll gestört und sehnen sich doch nach Liebe, verstehen sie aber nicht auszudrücken.

Dem Buch ist übrigens, lese ich im Beschreibungstext ein Experiment vorausgegangen, wo man sich die Hirnströme bei der Lektüre messen lassen konnte.

Interessant, denke ich darüber, obwohl ich den Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen kann.

2017-09-10

Ikarien

Jetzt kommt ein Buch, das nicht auf der LL steht, ich das aber eigentlich erwartet hätte, ist doch der 1940 geborene Uwe Timm, 2013, glaube ich, mit „Vogelweide“ dort gestanden.

Ich habe noch kein Buch von ihm gelesen, wohl aber, glaube ich, einige Bücher in meinen Regalen und gehört natürlich schon sehr viel und das Thema ist sehr interessant, das Buch aber wahrscheinlich insgesamt zu leise, zu linear und zu chronologisch, um auf die erwähnte Liste zu kommen.

Wir gehen in das Jahr 1945 zurück, in den Frühling, der Krieg ist gerade vorbei und es rücken die amerikanischen Besatzer an, einer von ihnen ist ein junger Literaturwissenschaftler, in Deutschland geboren, aber sein Vater schon 1932 aus beruflichen Gründen nach Amerika immigriert  und nun wird der deutschsprechende Michael Hansen, obwohl er kein Mediziner ist, dem medizinischen Ressort zugeteilt und er soll über die Eutanasie und die Rassenhygenik die im dritten Reich betrieben wurde, recherchieren.

Das Biuch ist vielleicht doch ganz raffiniert geschrieben, beginnt es doch mit einem von seinen Eltern wahrscheinlich versteckten, behinderten Kind, das von den anderen gehänselt wird von Hansen oder seinen Chauffeur einen Kaugummi geschenkt bekommt und den mit dem Papier in den Mund schieben will.

Der Kaugummi, das, was die Amerikaner in das zerbomte Deutschland brachten, spielt in dem Buch auch eine große Rolle und die Vogelstimmen, vielleicht ein Steckenpferd von Uwe timm.

Der junge Amerikaner wird jedenfalls in die Nähe von München geschickt, er soll dort einen alten Mann verhören, einen Widerstandskämpfer, der mit dem Rassenhygieniker Alfred Ploetz befreundet war.

Der, erfährt man, wenn man nachgooglet und das kann man, wie bei Christine Wunnike, hat von 1860 bis 1940 gelebt, wurde sogar einmal für den Nobelpreis vorgeschlagen und war mit Gerhard Hauptmann befreundet.

„Die Reise nach Ikarien“ erfährt man, wenn man weiter googlet, ist ein  utopioscher Roman des Frühsozialisten Etienne Cabet und der Roman von Uwe Timm erzählt nun in zwei Strängen einmal das Lebens und die Frauenbeziehungen von Michael Hansen im frühen Nachkriegsdeutschland und zweitens, vereinfacht ausgedrückt, wie es dazu kommen konnte, daß das Volk der Denker und Dichter, dem Rassenwahnsinn und noch einigem anderen verfiel und im Besonderen, auf die beiden aus Breslau stammenden Freunde Ploetz und Wagner bezogen, wie man von einem Sozialisten zum Nazi werden konnte.

An dreizehn Tagen besucht Michael Hansen nun den alten Mann, einen Antiquar, der in Dachau war und sich auch lange im Keller des Antiquariats verstecken mußte, und der erzählt ihm von der Jugend der Freunde und dem Geheimbund, der Ikarier, dem sie mit den Brüdern Hauptmann am Anfang des Jahrhunderts angehörtetn.

In Amerika gab es auch solche Ikarier. Dort reiten die Freunde auch hin und lebten eine zeitlang die sozialistische Utopie, wo Frauen allerdings kein Mitspracherecht hatten.

Langsam langsam verwandelt sich Alfred Ploetz, der dem Alkohol abgeschworen hat und auch nachweisen will, daß er das Gerhin und die Erbmasse verändert zum Rassenhygieniker und lieferte damit die Grundlage zu dem was im dritten Reich zur Vernichtung des angeblich nicht lebenswerten menschlichen Lebens führte.

Das wird an Beispielen erzählt und dazwischen beschlagnahmt Hansen Autos, verteilt an Kindern Kaugummi und trifft sich mit Frauen, die ihn aber nur ausnützen und eigentlich nichts von ihm wissen wollen.

Nach den dreizehn Gespräch, wird Ploetz Forschungskartei und anatmomischen Sammlungen mit den in Alkohol eingelegten Hirnschnitten  abtransportiert und auch Hansen wird abgezogen und anderen Aufgaben zugeführt.

Verglichen mit den Longlistenromanen wahrscheinlich ein stilles Buch, das  trotzdem auf eine sehr literarische Weise von der Eutanasie und wie es dazu kommen konnte, erzählt und eines mit dem sich Uwe Timm offensichtlich sehr lang beschöftigt hat.

Im Anhang schreibt er, daß er schon in den Siebzigerjahren damit begonnen hat  und er führt, obwohl, wie er schreibt „Ein Roman keine Dissertation ist“, auch einen genauen Nachweis der Werke an, mit denen er sich  für die Recherche beschäftigt hat und führt dabei neben Hauptmann und Ploetz, was ich besonders interessant finde, auch „Wikipedia“ an und da habe auch ich  nachgegooglet, schon um zu verstehen, was das Wort „Ikarien“ und damit der Titel bedeutet.

Als kleinen Nachtrag kann ich noch anmerken, daß Uwe Timm mit dem Buch, zwar nicht auf die LL des dBp aber auf die Shortlist des Wilhelm Raabe Preises gekommen ist. Ich wünsche ihm viel Glück für den Gewinn.

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