Literaturgefluester

2019-05-19

Von den kritische Literaturtagen zum Ballhausplatz

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Die „Kritischen Literaturtage“, die alternative  Literaturmesse, der eher linken Kleinverlage, gibt es schon seit einigen Jahren. Sie wird von Ulli Fuchs jetzt in derr Brunnenpassage veranstaltet, einmal war ich auch im Gewerkschaftshaus an der Donau und habe sie nicht immer, aber einige Male besucht und heuer vor, mir mit Ausnahme der Abendveranstaltungen das ganze Programm zu geben, so bin ich , etwas zu spät, zu der  Eröffnung durch die Bildungssekretärin des ÖGBs Isabelle Ourny gekommen, die gerade etwas von der Wichtigkeit, in Zeiten, wie diesen, der kritischen Literatur erzählte und dann kam der Lokalmatador Uwe Mauch, der immer im „Augustin“ schreibt und der jetzt seine Sozialreportagen in zwei Büchern herausgegeben hat.

Ulli Fuchs meinte, sie würde ihm den „Max Winter-Preis“ verleihen, hat er doch über die „Armut von Wien“ und das „Working pur“ geschrieben und las einen Text über einen slowakischen vierundzwanzig Stunden-Betreuer mit Rückenschmerzen vor, der sich mit seiner Alzheimer-Patientin Valerie herumquält. Ein  interessanter Text, der zeigt, wie schwierig das Problem ist, denn die alte Frau, die in ihrer Verwirrung der Betreuer quält und beschimpft, braucht Betreuung. Herr Vlado ist aber nicht mehr arbeitsfähig, muß das aber, weil er nur ein paar hundert Euro Pension hat und in der Slowakei die Lebensmittel fast teurer, als in Österreich sind.

Der zweiten Text aus dem zweiten Buch, ein Portrait des „Augustin- Verkäufers “ Helmerl,  wurde dann von diesem selbst gelesen.

Dann kam wieder Christa Stippinger von der „Editon Exil“ mit  Magdalena Diercks und Thomas Perle, die ich beide schon bei der Kleinverlagsmesse im Museumsquartier im Dezember gehört habe und außerdem auch noch ihre Bücher auf meinem Lesestapel habe.

So bin ich ein bißchen durch die Brunnenpassage geschlendert, um mir die ausstellenden Stände anzusehen und ein wenig zu plaudern, habe da Gernot Ragger vom „Der Wolf Verlag“ getroffen und bin darauf gekommen, daß ich ihn 1989 in Klagenfurt kennengelernt habe, als ich dort mit meiner „Slavica“ zum „Preis der Arbeit“ eingeladen wurde.  Er hat dabei gewonnen, ich nicht und  inzwischen  viele Bücher herausgeben.

Zu Thomas Perles Lesung, wo er seine Kindheit im Rumänien Ceausescus beschreibt, bin ich aber zurechtgekommen und  von seinem klaren Stil mit denen er seine Erlebnisse, die Mutter wird inhaftiert, weil sie kritisch ist, er bekommt schlechte Noten und als er sich weigert, ein Gedicht auswendig zu lernen,  das seiner Mutter nicht gefallen würde, wird der Vater verhaftet und es wird ihm ein Zahn ausgeschlagen, sehr beeindruckt.

Dann folgte Alice Harmer, die nicht nur ein Stipendium bei der Stadt Wien bekommen hat, sondern als Burgenländerin auch bei der „Edition  Lex Liszt 12“ verlegt mit ihrem sehr poetischen Buch „Die Farbe der Veränderung“.

Dann wurde die steirische Literaturzeitschrift „Perspektive“ vorgestellt, beziehungsweise das Heft 96/97 „Bildtestbild – Bild – Störbild“, das offenbar auch eine deutsche Verbindung hatte, wurde es doch sowohl von Silvia Stecher, als auch von Ralf B. Korte vorgestellt und im Heft sind auch viele deutsche Autoren enthalten. Die Texte, die vorgestellt wurden, hatte aber einen starken Wien- Bezug, beziehungsweise beschäftigten sie sich, sowohl mit dem Rechts- und dem Linkspopulismus, als auch mit den Schulen des Schreibens, die es in Österreich gibt.

Dann wurde es politisch, kam doch Gerhard Senft der sich in der „Edition FZA“ mit der ungarischen Räterepublik beschäftigte und als letzter am Freitag kam dann noch Georg Fingerlos und stellte sein bei „Bahoe-Books“ erschienenens Buch „Verlottertes Blaublut. Entadelte Schwerverbrecher in Österreich 1912-1918“ vor.

Dann hätte es noch im Kunstraum Ewigkeitsgasse  Ramona Kasheer ihre Lavant-Vertonungen vorgetragen, aber die habe ich schon bei der letzten Kritlit und vor einer Woche im Literaturhaus bei der Eröffnung der Lavant-Auwstellung gehört und am Donnerstag hat Eva Geber im Weinhaus Sittl über Rosa Mayreder gesprochen  und ihr Buch „Die Anarchistin und die Menschenfresser“ szenisch vorgestellt.

Aber da war ich ja beim „Literarischen Lenz“, kann aber anmerken, daß ich die Buchvorstellung schon in der „Alten Schmiede“ hörte und mir beim Mandelbaum-Stand aus der Abverkaufskiste „Das Haus in der Landskrongasse“ gekauft habe, das ja ein Vorwort von Eva Geber hat.

Als ich am Samstagfrüh das Radio aufdrehte, hörte ich als erstes, daß am Freitagabend ein Video aufgetaucht ist, das Vizekanzler Strache im Sommer 2017 in einer Villa in Ibiza zeigte, wo er einem Lockvogel aufgesessen ist, der sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgab und es verfängliche Aussagen, wie die Übernahme der Kronenzeitung, etcetera, gab.

Bis cirka elf habe ich mir sämtliche Radiosendungen und Fernsehsendungen, die ich auftreiben konnte, angehört, hörte, daß ein Rücktritt und Neuwahlen wahrscheinlich seien und es auch eine Demo geben würde.

Ich hatte allerdings die „KritLlit“, die ja auch eine politische Veranstaltung ist, vor, dort war es aber, als ich um cirka halb eins in der Brunnenpassage eintraf, ziemlich ruhig, der angekündigte Frühschoppen des „Septime-Verlags“ fand nicht statt und ich hörte, als, um eins Gernot Ragger mit einer Verlagsautorin auftauchte, daß sich die meisten am Ballhausplatz befanden, die Lesung vor allem der Text von Rhonda Lamberty, die einen Kärntner Nachwuchspreis gewollen hat und der von Meeresmenschen handelte, war aber sehr spannend.

Dann gab es wieder eine Pause, weil auch Dieter Bregg, der um vierzehn Uhr auftreten sollte, nicht anwesend war und den Hinweis auf den Ballhausplatz, so daß ich diese nutzte, mich auch dorthin zu begeben, meine erste Demo seit meinem Unfall, aber das Stehen macht mir ja keine Probleme und der Ballhausplatz war auch sehr voll.

Susanne Toth ist mir entgegen gekommen, Peter Clar, habe ich gesehen, „Widerstand!“, wurde geschrieeen, eine „Oma gegen Rechts“ sang das „Omalied“ und, als die politischen Reden beendet waren und nur mehr Partystimmung, bis es zu der Pressekonferenz oder der erwarteten Kanzlerrede, kommen würde, bin ich, da auch Uli Fuchs, die übertragen wollte, wieder in die Brunnengásse zurückgefahren, wo gerade Verena Mermer, die unter dem Psedonym Louise Werner erschienenen Lebenserinnerungen „Aber mir hat der  Marxismus besser gefallen“ vorstellte, ein Buch, der zu diesem politischen Tag hervorragend passte, hat doch die 2018 verstorbene Autorin,  es für sich selbst geschrieben und berichtet hier vom „Lichtermeer“ , dem Austeig der Rechten, die Plakate, der FPÖ aus den Neunzigerjahren „Lieben Sie, Scholten, Peymann, Jelinek oder Kunst und Kultur?“

Danach kam Thomas Griesel mit einem ähnlichen Buch, hat er doch in zweiunddreißig Bilder, das Leben und die Kriegserfahrungen seines Onkels, in dem Buch „Sehr geehrtes Fräulein Reli!“, beschrieben.

Dann kam der „Mandelbaum-Verlag“ beziehungsweise Margit Appel und Martin Birkner mit dem Buch „Digitalisierung? Grundeinkommen!“, wo die Politikwissenschaftlerin vor allem die Rolle der Frauen herausarbeitete.

Am Ende des Samstag kam wieder die Redaktion von „PS“, also vier engagierten Frauen, die ihr neues Heft in Formen einer szenischen <lesung sehr engagiert und feministisch vor stellten und dabei Thomas Frechberger, der auch am Freitag seine Gedichte vortrug, und darüber diskutierten wollten, ignorieren beziehungsweise sich von ihm nicht stören ließen.

Das wars dann für den Samstag, obwohl es noch zwei Abendveranstaltungen gegeben hat, aber ich wollte nach Hause und bin da zu der Pressekonferenz zurechtgekommen, wo Sebastian Kurz, Neuwahlen ankündigte, etwas, was eine sehr postive Überraschung ist.

Am Sonntag ist es dann wieder um zwölf mit dem Buch von Gernot Trausmuth über Adelheid Popp weitergegangen. Da wurde eine theatralische Überraschung von Susita Fink angekündigt und so sang diese gerade auch „Ach, Adelheid, ach, Adelheid!“ und hatte eine große Puppe, die offenbar die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene sozialistische Politikerin, darstellen sollte, aufgebaut, der sie nach jeder Strohe eine Tafel in die Hand drückte „Für Frauenrechte“ oder „Gleiche Bildung“ stand beispielsweise darauf. Dann kam der Autor des Buches, erzählte den Lebenslauf der Autorin und zitierte einige Texte, darunter dievon Alfons Petzold, die sich darauf bezogen.

Dnn kam die „fabrik transit“, das ist eine bosonderer Kleinverlag, wo auch Doris Nussbaumer ihreTexte hat. Außer ihr, die gar nicht im Programm angekündigt war, haben noch Martin Winter, Eleonore Weber und Sonja Gruber gelesen.

Die nächsten zwei Stunden warem dem Schwerpunkt Afrika gewidmet. Da las zuerst der ehemalige Botschafter von Marokko und Senegal, Gerhard Deiss, aus seinem bei der „Edition Atelier“ erschienenes Buch „Rückkehr nach Europa“ und dann kam Esperance  Bulayumi aus dem Kongo und stellte zwei Bücher vor, die sich sowohl mit der kolonialen Aufteilung Afrikas, als auch mit der Migrationsbewegung gbeschäftigen und zum Schluß kam Bekanntes, nämlich das Lesetheater „Tarantl“ sprich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und Franz Blaha, stellten ihre Texte, die zum größten Teil aus Dialektgedichten bestanden vor und damit war die KritLit 2019 beendet und ein Erfolg geworden und ich auf dem Sprung zur nächsten Veranstaltung.

 

2016-12-11

Mittagessen bei Ruth und Besuch des Buchquartiers

Die Ruth ist ja für ihre Advent und Saisonschlußeinladungen, sowie für ihre Geburtstagsfeste bekannt, im nächsten Jahr wird es der siebzigste sein und da wollen wir ja mit ihr, in Gedenken an die Dichterradkarawane vor zehn Jahren um den Bodensee radeln und das haben wir heute auch ein bißchen besprochen, als wir bei ihr bei einem festlichen Mittaggessen waren, weshalb wir früher von Harland zurückgekommen sind.

Ein sechgängiges Menu hat es gegeben, eine Wintersuppe, als Vorspeise pochierte Pute, dann einen Fleischstrudel und einen Nudelsalat, danach Mohnkuchen und Mangotopfencreme, adventlich bescheiden, wie die Ruth erwähnte, aber doch sehr reichhaltig und wir sind zu acht gewesen, Erika Brunngraber mit ihrem Hündchen, Peter Czak, dann die Jasminka, die schon einmal bei einem kulturpolitischen Arbeitskreis einen Vortrag gehalten hat, ein mir bisher unbekanntes Ehepaar, der Alfred und ich und ich war recht froh darüber am Vormittag nach Wien gekommen zu sein, gab es ja schon zum vierten Mal im Museumsquartier das „Buchquartier“, den Markt der „Independent und Kleinverlage“.

Der „Holzaum-Verlag“ist so nett und schickt mir immer das Programm dafür, aber bisher ist es sich nie ausgegangen hinzugehen, möglicherweise weil wir immer an dem Wochenende, wo sich die Kleinverlage über der Ovalhalle des Museumsquartiers ausbreiteten in Harland waren.

Ich habe aber immer sehr viel lobendes über die Veranstaltung gehört, so daß ich eigentlich immer etwas neugierig war und auch immer so was, wie ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl ich ja gerne zu Kleinverlagsmessen gehe und das xxxxsmall eine Zeitlang auch zu meinen Adventaktivitäten gehörte.

Das gibt es nicht mehr, ich war aber im September bei „ottak ottak“ und bei einer Kleinverlangsschau im Amtshaus Hietzing wo ich Luis Stabauer kennenlernte bin ich auch einmal gewesen.

Jetzt also um vier mit der Jasminka, nachdem die letzten Gäste gegangen waren, die Ruth wollte nicht mitkommen, sondern noch auf zwei Gäste warten, ins Museumsquartier aufgebrochen.

Und dann ein wenig enttäuscht, denn so groß war diese Kleinverlagschau eigentlich nicht. Oder doch vielleicht, eigentlich schon, hatten ja eine Reihe Verlage ihre Bücher auf Tische aufgereiht, die gar nicht so klein waren, so sah ich Jürgen Lagger vom „Luftschacht-Verlag“, mit Reto Ziegler habe ich mich unterhalten, der Herr vom „Arco-Verlag“ mit dem ich wegen „Kurz nach vier“ korrespndierte, hat ausgestellt, aber auch „Picus“, „Mandelbaum“ und und und, die richtigen kleinen, wie das fröhliche Wohnzimmer, der Gerhard Jaschke, etcetera waren gar nicht da, wohl aber die „Edition Exil“, der Ralph Klever fehlte diesmal hat Reto Ziegler mir noch erzählt und ein Programm mit einer Lesebühne gab es auch, das war auch, zwar nicht so besonders übersichtlich, in dem mir zugeschickten Programmheftchen abgebildet, aber ich bin gerade zu Maximilian Zirkowitschs Präsentationen, den ich von einigen „Holzbaum-Veranstaltugen“, kenne,  von „Ach, Wien“, ein Buch das mir bisher entgangen ist, zurechtgekommen.

Dafür gibt es im Shop der komischen Künste eine Ausstellung der „Wissenschaftlichen Cartoons“, ein Buch, das ich demnächst besprechen werden und Goodie-Tüten des Verlags in denen es entweder das „Very best of song contest“ oder Rudi Hurzlmeiers „Land der Berge“ steckten, gab es auch.

So bin ich ein bißchen zwischen den Verlagsständen herummarschiert, habe Jürgen Lagger erzählt, daß mir Sonja Harter „Weißblende“ gut gefallen hat, ob es den „Blogger-Debutpreis“ gewinnt, werden wir am Donnerstag wissen.

Es ging aber weiter mit dem Programm, Wolfgang Eicher stellte sein bei „Duotinka“ einem Berliner Verlag erschinenes Buch „Die Insel“ vor, in dem es sowohl um die Psychiatrie als auch um eine Reise nach Kroatien geht.

Dann kam Patrick Addai, der, glaube ich, aus Ghana stammt und schon viele Kinderbüber geschrieben hat, mit denen ich ihn manchmal auf Messen sehen.

Er stellte das Buch „Worte sind schön, aber Hühner legen Eier“ vor, in dem es um agrikanische Sprichwörter, Mythen und Geschichten geht und spielte auf seiner Trommel und wir haben uns entschloßen den Kleinverlagmarkt zu verlassen und im Museumsquartier noch einen Punsch zu trinken. Aber jetzt kann ich mir unter dem „Buchquartier“ im Museumsquartier etwas vorstellen und vielleicht es sich im nächsten Jahr für einen längeren Besuch aus.

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