Literaturgefluester

2019-03-14

Schiff oder Schornstein

Filed under: Bücher — jancak @ 00:31
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Jetzt kommt schon die Frühjahrsproduktion der „Kremayr & Scheriau-Literaturschiene“, diesmal war ich etwas schneller, nämlich Andrea Stift, die sich jetzt Stift-Laube nennt, neuer Roman, „Schiff oder Schornstein“, das ich, glaube ich, für eines ihrer besten Bücher halte, obwohl es keinen wirklichen Plot, aber sehr eindrucksvolle Szenenschilderungen hat.

Ich bin ja vielleicht sowas, wie eine Andreas Stift Expertin, jedenfalls habe ich sehr viel von ihr gelesen und ich habe sie auch über meinen Blog kennengelernt und da hat sie mich einige Zeit sehr intensiv begleitet. Denn als ich zu Bloggen angefangen, war der Otto eine Zeitlang mein Follower, der hat Literaturzeitschriften gelesen, wo Andrea Stift ihre Texte hatte, er hat darüber gebloggt.

Ich habe dann auch einmal ihren Namen erwähnt, um zu schauen, ob das funktioniert, daß man so die Leute auf seinen Blog bekommt?

Damals hat es, heute glaube ich nicht mehr, Andrea Stift ist dann auch in die GAV gekommen, ich habe sie persönlich kennengelernt, sie hat bei den „Mittleren“ gelesen, ich einmal mit ihr in der „AS“ und „Ohrenschmaus-Jurorin“ war sie eine Zeitlang auch, dann Sekreätrin bei den „Mansuskripten“, jetzt ist sie das bei den „Lichtungen“ und ihr neues Buch geht über den Umweltschutz, beziehungsweise den Umgang mit Tieren.

Ein sehr aktuelles Thema, wie man an den Aufregungen um Greta Thunberg und den Freitagsdemonstrationen der Schüler sehen kann und Andrea Stift tut das auch auf sehr gekonnte ironische Art, die sehr deutlich, den ambivalenten Umgang zeigt, den wir mit Tieren haben.

„Franzi ist verschwunden“, lautet der erste Satz im Klappentext und auch das ist sehr originell, denn diese Franzi taucht im Laufe des Buches nicht mehr auf. Es wird über sie nur von ihrer Schwester Ila und ihrem Freund Konstantin erzählt.

Franzi und Ila sind Arzttöchter und Tiere spielen bei ihnen eine große Rolle. Ila hat eine Katze, die als sie trächtig ist, der Vater nicht mehr haben will. So zieht sie zu der umweltbewußten Großmutter, die zwar Schnecken tötent, beziehungsweise sie als Delikatessen zubereitet, aber sonst sehr umweltbewußt ist und die beiden Schwestern sind das auch.

Franzi wird Umweltschutzaktivistin und reist daher, um Tiere zu retten, um die Welt, von daher kommt auch der Titel, obwohl ich den nicht ganz verstanden habe.

„Schiff“ ja, mit dem „Schiff“ kommt man in die Anarktis und zum Südpol. Aber wieso man beim Umweltschützen einen Schornstein braucht, weiß ich nicht so genau oder doch, denn der Vater wird, als er gestorben ist, verbrannt und das verbraucht offenbar so viel C02, daß sich die Töchter dafür schämen und die umweltschonenste Art ist, wie Andrea Stift ironisch schreibt, keine Kinder in die Welt zu setzen.

Franzi wird also Umweltschützerin. Ila arbeitet am Tag im Bioladen, in der Nacht in einem Tierasy, dort päppelt sie zum Beispiel Igel auf und wenn sie sie dann freiläßt, werden sie wahrscheinlich auf der Straße überfahren und Lucky, die Katze, deretwegen Ila zur Großmutter zog, bringt ihr immer alle möglichen toten Tiere ins Haus und als Kind mußte sie auch einmal zusehen, wie ein Frosch explodierte.

Es geht auch, um das Fleisch das man essen soll oder nicht und um vieles andere mehr. Und das wird sehr plastisch von Andrea Stift beschrieben und dann verschwindet Franzi, und wie schon geschrieben, das wie und warum und wohin erfährt man nie so genau.

Ila gibt irgendwann ihre Todesanhzeige auf und gründet mit Konstantin, das ist der Freund Franzis mit dem sie einmal in einer Hofgemeinschaft lebte, eine Kunstaktkion, bei der sie um die Leute vom Fleischverzehr abzubringen, Katzenfleisch vermarkten wollen.

Das ist auch so eine Idee Andrea Stifts und vielleicht auch nicht sehr genau beschrieben, der Clou ist aber und das ist originell, die Chinesen springen darauf an, wollen das Patent aufkaufen und das Fleisch vermarkten und die Beiden könnten lebenslang sehr reich werden und fortan nur mehr teures Bioessen kaufen. Ila widersteht, Konstantin nicht und Franzi wird nie gefunden.

Man hat aber, wenn man das Buch gelesen hat, sehr viel über den Umweltschutz erfahren, kann sich seine Gedanken darüber machen und Katzenspuren gibt es in dem Buch immer wieder auch.

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