Literaturgefluester

2020-05-10

Lily und Jack

Filed under: Bücher — jancak @ 00:47
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Jetzt das zweite Buch, das seit der „Buch-Wien“ auf mich wartet, neben der Lamarr-Biografie und dem Kriemi, hatte ich es auch in den Winterurlaub nach Salzburg mitgenommen, aber vorher „luna luna“ gelesen, dann kam „Middlemarch“ und in Wien warteten außer der Corona-Krise noch weitere Neuerscheinungen auf mich, die ich mir zuerst vorgenommen habe, denn „Lily und Jack“ ist eigentlich keine Rezensionsexemplar, habe ich es doch auf der „Buch-Wien“ mit  Ulrike Winkler-Hermaden getauscht, die ich ein paar Tage vorher im Casino Schwarzenberg bei der Verleihung des „Österreichischen Buchpreises“ kennengelernt habe und wahrscheinlich hat sie mein Buch auch nicht früher gelesen, zumindestens habe ich seither nichts mehr von ihr gehört und, wie das mit der nächsten „Buch-Wien“ wird, ist ja wahrscheinlich fraglich.

Gibt es ja Gerüchte Veranstaltungen nur für relevante Personenkreise und keine Risikogruppen und mit einer Maske vor dem Mund gehe ich wahrscheinlich auch nicht dorthin. Aber warten wir aber, wieviele Wellen es noch geben wird und bis dahin war es sicher gut in die Kriegs- und Zwischenkriegszeit einzutauchen und sich ein bißen mit dem Leben der 1931 in Graz geborenen Lily zu beschäftigten, die als Liesl zur Welt kam und sich später Emma nannte.

Das ist interessant, die Erzählerin erklärt nicht genau, wie es zu der Emma kam, nur daß sie diese im Burgenland kennenlernte und als sie sechzig war, eine Zeitlang begleitete und Ulrike Winkler-Hermaden ist in Güssing aufgewachsen.

Das buch ist in der „Ediion Winkler-Hermaden“ erschienen. Den Verlagsstand habe ich im November auch besucht, nicht nur mit dem Ehepaar bei den Empfängen Wein getrunken und das eher dünne Büchlein beginnt in Braunschweig, als die Peperl, die dort Köchin ist, schwanger wird. Die Herrschaft schickt sie nach Graz zu ihren Karl zurück. Es wird geheiratet, das Kind heißt Liesl, wächst in der Barackensiedlung auf, wo Karl Steinmetz ist. Später gibts eine bessere Wohnung, mit zwei Nachbarfrauen, wo eine Schneiderin ist, die andere ist fromm, der Anschluß kommt und Liesl, die nun Lily heißt, weil ein anderes Mäderln in der Barackensiedlung auch so hieß und immer kam, wenn Peperl nach ihrer Kleinen rief, wird ein eifriges Jungmädel. Sie lernt auch gut, so kommt sie in die Lehrerbildungsanstalt, lernt dort ihren Jack aus dem Burgenland kennen, der ein paar Semester über ihr ist und sie als „Köchin und Hausfrau“ zu sich nach Güssing holt. Er trinkt auch viel, ist begeisteter Fußballspieler.

Ob die Ehe so gut war, wurde von Ulrike Winkler-Hermaden nur angedeutet, denn das buch endet eigentlich nach der Hochzeit der Achtzehnjährigen. Es wird nur noch kurz der Tod des Ehemannes etwa 1990 erwähnt und die Träume, die sich wohl nicht verwirklicht haben und auch von der Zeit des Krieges, über die Lily Emma nicht so gern sprechen und sich auch nicht daran erinnern wollte.

„Emma, du wolltest nicht mehr daran denken. Ich erinnere mich für dich.“, lautet so auch der letzte Satz.

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