Literaturgefluester

2020-01-05

Der Gesang der Fledermäuse

Während sich alle Welt mit Olga Tocarzcuks „Jakobsbücher“ beschäftigt, das Buch Nummer eins der Jänner ORF-Bestenliste, es wurde auch in der Leseauslese in der „Gesellschaft für Literatur“ im Dezember vorgestellt, beschäftige ich mich mit dem „Gesang der Fledermäuse“, das mir „Schöffling und Co“ nach der „Nobelpreis-Bekanntgabe“, als E-Book schickte, ein Buch das schon 2009 erschienen ist, von Doreen Daume übersetzt und 2017 auch verfilmt wurde und ich muß sagen, es ist ein sehr interessantes und sehr ungewöhnliches Buch. Ein philosophischer Krimi  über eine geheimnisvolle Tierschützerin könnte man vielleicht sagen. Eines mit einer sehr ungewöhnlichen Heldin einer schrulligen alten Frau als Ich-Erzählerin, die die verschiedensten Macken und Leiden hat und manchmal plätschert es auch sehr langatmig dahin und man kann keine Struktur erkennen, obwohl sich zum Schluß alles wendet und manches klar wird.

Ich habe von der 1962 geborenen Olga Tokarczuk, die auch Psychologin ist, noch nichts gelesen. Ihr Name ist mir aber seit 2000, als Polen Gastland in Frankfurt war, ein Begriff und ich kann die Lektüre des Buches, das in einer unwirtlichen Gegend an der polnisch-tschechischen Grenze spielt und einen sehr ungewöhnlichen Tonfall hat, wirklich  sehr empfehlen.

Es beginnt im Winter und da wird in dem Dorf, das im Winter nur von drei Personen bewohnt wird, der Ich-Erzählerin Janina, die eigentlich Brückenbauerin ist, später aber als Englischlehrerin arbeitete, einem Big Foot genannten Unglustl und Wilderer und einen  alten Mann, den sie Matog nennt, was ein bisschen an Kurkovs „Graue Bienen“ erinnert und es beginnt, daß Big Foot tot im Schnee gefunden wird.

Im Halse steckt ein Rehknöchelchen und am Tatort waren Rehe, was Janina oder Frau Duszejko zu der Theorie veranlaßt, die Tiere haben ihn aus Rache, umgebracht.

Diese Theorie untermauert sie mit astrononomischen Studien, sie legt Horoskope, um die Todesstunden zu berechnen, außerdem übersetzt sie mit einem ehemaligen Schüler Blake und hütet auch die Häuser im Dorf, die nur im Sommer bewohnt werden.

Sie hat noch weitere Seltsamkeiten, so sieht sie im Heizungskeller ihres Hauses  die tote Mutter und Großmutter, was ein bißchen an Sophie Reyers Shortlistbuch erinnern könnte und sie spricht auch ständig von „ihren „Mädchen“,  man bekommt erst gegen Ende des Buches heraus, daß das ihre zwei im Vorjahr verschwundenen Hunde sind und ist ansonsten trotz ihrer Schrullen erstaunlich modern, fährt ein Auto, hat ein Handy.

Im Laufe des Buches, das innerhalb eines Jahres spielt, kommen noch weitere Menschen zu Tode, ein Kommissar, ein Vorstand, ein Besitzer einer Fuchsform, später muß auch noch der Pfarrer, der ebenfalls ein militanter Jäger war, daran glauben.

Frau Janina, die ihren Namen nicht leiden kann, verbreitet das Gerüchte mit der Rache der Tiere, schreibt auch Briefe an die Polizei, die sie aber nicht ernst nimmt und für verrückt hält.

Es gibt noch weitere sonderbare Gestalten in dem Dorf, einen trinkenden Zahnarzt, einen arabischstämmigen Hautarzt, der die kranke Janina behandelt, eine Verkäuferin aus einem Second Handshop, einen Käfersammler und am Schluß stellt sich noch Janina als die Täterin heraus, die ihre verschwundenen Tiere rächte und man kann  raten, ob das jetzt ein Buch jetzt ein Krimi ist oder als Pamphlet für den Tier- und Umweltschutz interpretiert werden könnte. Ich habe auch schon gelesen, daß es sich für die Rechte der älteren Frauen einsetzt und  auf jeden Fall ein sehr ungewöhnliches Buch gelesen und eine sehr ungewöhnliche Schriftstellerin entdeckt, auf das und die ich durch den „Nobelpreis“, der mich sehr freut, obwohl ich auch Peter Handke gratuliere, aufmerksam wurde und politisch habe ich gehört, ist Olga Tokarczuk, was mir ebenfalls sehr sympathisch ist, auch.

2019-12-01

Keine Angst bei den Fried-Tagen

Jetzt geht es gleich zum nächsten Festival, von der „Alten Schmiede“ ins Literaturhaus, vom „Utopischen Raum“ zu den Strategien der Angstüberwindung, was eigentlich ein sehr ähnliches Thema und in Zeiten in diesen, wo wir ja von der Angst gebeutet werden, äußerst wichtig ist.

Es gibt in in Österreich eine „Erich Fried-Gesellschaft“, die sich den Werken Erich Frieds widmet, den „Fried-Preis“ vergibt und jedes zweite Jahr finden im Literaturhaus auch die „Erich Fried-Tage“ statt.

Symposium hat es, glaube ich, unter Heinz  Lunzer noch geheißen und hat sich da der „Exilliteratur“ gewidmet.

Jetzt ist es international geworden und das heurige Thema lautet, wie schon erwähnt „Keine Angst“, was für eine sehr politische denkende Psychologin und Psychotherapeutin, die sich schon seit jahren mit den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigt, natürlich besonders interessant ist und heuher gibt es auch ein Novum, nämlich eine Ausstellung zu diesem Thema und zwar wurden da zwanzig Mitglieder der Gesellschaft, man kann da ja nicht beitreten, sondern wird ausgewählt und eingladen, ein Objekt oder einen Text zu diesem Thema zu verfassen..

So hat sich Elfriede Jelinek  mit den Angststörungen beschäftigt, Ursula Seeber, die früher die Exilliteratur im Lithaus leitete, mit dem Exil, etcetera und Robert Schindel der derzeitige Präsident und Friederike Mayröcker, die grande dame, die demnächst ihren fünfundneuzigsten Geburtstag feiert haben Texte gelesen, da habe ich seit lange wieder einmal Christel Fallenstein gesehen.

Am Dienstag gab es die feierliche Eröffnungsreden und Begrüßungen von Robert Huez und Anne Zauner, die die Tage kuratierte und dann die Key Note von Aminatta Forna, das ist eine 1964 in Glaskow geborene Schriftstellerin, die eine schottische Mutter und einen Vater aus Sierra Leone hat, so das sie ihre Kindheit dort verbrachte und 2002 mit ihrem Memoir „The devil  that danced on the water“ bekannt oder berühmt wurde, in dem sie ihre Kindheit beschreibt.

Ihr  Vater, ein Arzt, war politisch tätig, wurde zuerst Finanzminister, später hingerichtet und ider Titel ihres Vortrags hieß „Why the world needs  new Stories“, wo es um die narrative Indentität und das Neuschreiben der Geschichte geht, was fürchte ich, da es die Rechtem ja auch betreiben, vielleicht gar nicht so ungefährlich ist, wenn die dann beispielsweise den Linken, den Holocaust in die Schuhe schieben wollen oder den Klimawandel leugnen.

Am Mittwoch ist es offensichtlich mit dem Verlesen der „Angstkärtchen“, die man an das Literaturhaus schicken konnte „Wovor haben Sie keine/Angst?“, weitergegangen und dann präsentierten Rainer Merkel und Claudius Lazzeroni ihre „Angstmaschine“, die sie für die  Veranstaltung konstruierten und die auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Dann wurde es interessant, denn dann kam erstmals in Österreich, die 1982 in Damaskus geborene Dima Wannous, die in London lebt und präsentierte im Gespräch mit Peter Zimmermann ihren Roman „Die Verängstigten“, der in Syrien nicht erscheinen darf und in dem eine junge Frau einem Arzt und Dichter ihre Geschichte erzählt.

Die 1963 in Jamaika geboroene und in den USA lebende Claudia Rankine ist, glaube ich, auch das erste Mal in Österreich, sie präsentierte „Citizen – An american lyrik,“ wo es um den Alltagsrassismus, die Frage der weißen Privilegien, Diskriminierung und Gewalt geht, die anhand von Texten und Bildern präsentiert wurden.

Am Donnerstag gab es dann um halb fünf die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs, den es zu diesem Thema für Schüler wieder gegeben habe. Den habe ich versäumt, so daß ich erst Teresa  Präauer die „Fried-Preisträgerin“ von 2017 mit ihrem Ausstellungsbeitrag, der sehr interessant war, hörte, hat sich doch auf einem Flohmarkt einmal eine Schachtel gefunden und in dieser war eine ganze Anzahl von Heiligenbildchen, die von 1920 bis 1980 datiert waren, etwas, wo mich  Geschichte der Besitzer sehr interessieren würde. Zeitgeschichtliche Betrachtungen gibt es auch dazu, war doch 1938 der passende Bibelspruch „Möge dieser Kelch an uns vorübergegehen!“, hat nicht ganz geklappt und dann ging es in den Krimiabend und wieder lauter österreichische Erstaufführungen.

Begonnen hat es mit dem Iren John Connolly, der allerdings noch nicht auf Deutsch übersetzt sein dürfte, so hielt er eine Rede, wo es um die Angst im Schreiben ging und der letzte Satz lautete „Die größte Angst, die wir haben sollten, ist die vor uns selbst!“

Stimmt nicht so ganz denke ich, aber statt einem Krimi hat es dann von John Connolly eine Tasche und eine Hörspiel-CD gegeben und der nächste Krimiautor war auch sehr interessant, interessiere ich mich ja sehr für die nichtdeutschsprachige Schweizer Literatur und bin da weder in Basel, noch in Bern und Zürich und auch nicht wirklich in Genf und Locarno fündig geworden, aber der 1969 in Lausanne geborene Joseph Incardona ist mit seinen Krimis vor allem in Frankreich berühmt geworden.

Jetzt wurde einer im „Lenos-Verlag herausgebracht, der „Asphaltdschungel“ heißt. Auf der Autobahn spielt, wo einmal ein Kind entführt wurde. Jetzt lebt der Vater, um den Täter auf die Spur zu kommen dort, während sich die Mutter ins Koma trinkt und ihren Schmerz durch Masturbieren zu vertreiben versucht.

Dann wurde es koreanisch, obwohl laut Jeong Yu-jeong einer koreanischen Krankenschwester, die Koreaner gar keine Krimis mögen. Sie hat sich auch bei elf Literaturbewerben oder so beworben, bis es zum Durchbruch kam und der „Der gute Sohn“ ist, wahrscheinlich auch kein richtiger Psychothriller, weiß man da ja schon von Anfang an, wer der Täter ist und es wird eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung geschildert.

Am Freitag ist es dann endlich mit Erich Fried weitergegangen, beziehungsweise mit einem Übersetzungsprojekt, wo Frieds Angstgedichte in, glaube ich, achtzehn Sprachen übersetzt und auf der Bühne die französische, italienische, persische und norwegische Übersetzung präsentiert wurde. Dann kam Kathrin Röggla mit einem Text, der die Angst im Flugzeug vor einem möglichen Terroranschlag thematisierte und danach  zum Thema „Angstmache“ Jörg Ulrich Albig mit seinem Roman „Zornfried“, der die neuen Rechten thematisierte, sowie Sherko Fatah mit „Schwarzer September“, wo es um eine Terrorgruppe geht, die den jordanischen Premierminister in den Siebzigerjahren ermordete, die unter der Leitung von Wolfgang Popp mit der 1991 geborenen Extremismusexpertin Julia Ebner diskutierten.

Um neunzehn Uhr dreißig wäre Josef Haslinger gekommen, da bin ich aber schon zur Poet-Night ins Siebenstern gegangen, obwohl ich dort erst um halb elf gelesen habe, aber mit einigen Leuten dort verabredet war.

Am Samstag ist nach dem neuen Konzept Comic-Tag, ob das  Erich Fried freuen oder interessieren würde, weiß ich nicht. Das Literaturhaus ist dann jedenfalls sehr voll und nach der Lesung bzw. dem Gespräch stauen sich  die Schlangen vor dem Signiertisch, ich finde es auch sehr interessant und habe auch erst vor kurzem ein Buch gefunden, das vor zwei Jahren sehr promotet wurde.

Jetzt war zuerst die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg mit ihrem Zombie-Novel „Endzeit“ daran,  erzählte  von ihrem Studium, den Workshops, die sie besuchte und zeigte Fotos ihren Arbeitsplatz.

Dann ging es nach einer längeren Pause, nach Kanada, beziehungsweise zu der Kanadierin Emily Carroll, die sehr lustig war und viel lachte, obwohl sie  Horror-Comics zeichnet und am Schluß nach wieder einer langen Pause, wo ich mich mit dem Fried-Gesellschaftsmitglied Karin Ivancsics  unterhielt und Robert Huez meine „Magdalena Kirchberg“ gab, die ja auch im Literaturhaus spielt und da der Leiter die Lesung der Maria Mattuschek einleitet, Joe Sacco und Chris Ware beide aus der USA die sich mit Thomas Ballhausen, der offenbar nicht nur Film, sondern auch Comic-Spezialist ist unterhielten und ihre Bilder zeigten.

Am Sonntag gab dann die Preisverleihung, die seit 1990 zum dreißigsten Mal vergeben wird. Damals war Chrstoph Hein der Preisträger, Hans Mayer war der Laudator. Jetzt war der Christoph Hein. Es gibt da nur immer einen, der den Preis an Steffen Mensching vergab, der 1958 in Ost-Berlin geboren wurde, Theaterindentant ist und den Roman „Schermanns Augen “ geschrieben hat, der sowohl in Wien, als auch in einem Gullag handelt.

Es gab die üblichen Begrüßungsreden. Der Musikbeitrag stammte von Hans-Eckhardt Wenzel, den ich schon einmal bei den „Kramer-Preisverleihungen“ hörte und der mit Steffen Mensching befreunded war und mit ihm einmal in Ostberlin bei einer Fried-Lesung war und dann von ihm noch zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer eingeladen wurden. Steffen Mensching erinnerte in seiner Dankesrede daran und las auch ein Gedicht, das aus dem Buch stammte, das ihm Fried damals schenkte.

Danach gabs Sekt zum Anstoßen und Gespräche und hiermit sind die „Erich Fried-Tage“ mit dem Thema Angst vorbei.

2019-09-08

Entführung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:31
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Wieder ein Krimi und eigentlich ein Nachtrag meines Schweizer Lesens, denn Petra Ivanov von der ich im Vorjahr schon „Alte Feinde“ gelesen habe, wurde 1967 in Zürich geboren, lebte aber in Amerika und ihr neues Buch, Ende August erschienen, gefiel mir besser als das letzte, obwohl ich mir auch hier mit dem Ermittlerteam schwertat.

Denn Petra Ivanov schreibt Serien und setzt da vieles voraus, was in den vorigen Büchern geschah.

Es geht hier, um einen Anwalt mit kosovarischen Wurzeln, einem Moslem namens Pal Palushi, der wurde zum Pflichtverteidgers eines Entführers, einem zum Islam konvertierten eher unsicheren Burschen, der jetzt Mustafa, vormals Daniel, heißt, der hat eine Studentin entführt, wurde aber geschnappt, weil er sich so ungeschickt anstellte.

Jetzt weiß man nicht,wo die Entführte ist, der Entführer schweigt und Palushi gerät in das Fahrwasser der Presse, wird beschimpft, weil er sich des Täters animmt und er gerät auch in große Schwierigkeiten, was seine Schweige- beziehungsweise Berufsverletzungspflicht betrifft, unternimmt er doch Ermittlungen, um an den Fall, beziehungsweise an die Entführte heranzukommen, was er ja eigentlich nicht darf.

Aber tut er nichts, kommt das Opfer vielleicht um.Interessante Fragen, die hier aufgeworfen werden und ich spoilere gleich, daß es am Ende zu einem Berufsverbot kommt, was ich eigentlich nicht ganz verstanden habe, daß Petra Ivanov das Buch so enden läßt, denn eigentlich hat sich Pal Palushi nichts zu schulden kommen lassen und der Fall wurde auch glücklich aufgeklärt.

Es geht aber weiter, begiehungsweise ist vorher noch so einiges geschehen. So hat Pal Palushi eine Lebensgefährtin, die ExpolizistinJasmin Meyer, die offenbar in einem vorigen Fall entführt wurde. Ihr Entführer sitzt im Gefängnis, Jasmin zu Beginn des Buches in Thailand. Sie kommt aber zurück nach Zürich, wo der Fall offenbar spielt, um Pal zu helfen und der hat auch noch einen Neffen namens Rinor, der sich plötzlich verändert, von seiner Mutter verlangt, daß sie ein Kopftuch trägt und offenbar in die Fänge eines radikalen Imans oder Gebetgruppe geriet und den Onkel aushorchen soll und dann gibt es immer wieder Kapitel, die von einer Ich-Erzählerin handeln, die ein Fotoalbum durchblättert, in dem Fotos ihrer Tochter Delia zu sehen sind. Die wurde, bekommt man nach und nach heraus, Opfer eines islamischen Terroranschlags und nun versucht der Vater sich zu rächeln, der heißt eigentlich Richter, was auf Arabisch Faisal bedeutet. Der will auf einer islamischen Friedenskonferenz eine Bombe schmeißen und Jasmin und Pal haben sehr viel zu tun, den Anschlag zu verhindern und die entführte Lara Blum auch heil in ihrer Familie zurückzubringen.

Das entzweit das Paar während des Geschehens, sie haben Geheimnisse voreinander, kommen am Schluß aber doch wieder zusammen. Nur Pal bleibt über und muß sich rehabilitieren, aber vielleicht gelingt ihm das in einem späteren Buch, das Petra Ivanov gerade schreibt oder schon geschrieben hat und wir haben  einiges über den Islam, die Islamfeindlichkeit und das mulitkulturelle Leben, das offenbar nicht nur in Deutschland und in Österreich, sondern auch in der Schweiz vorherrscht, gelernt, so daß ich das Buch wirklich sehr empfehlen kann.

2019-08-14

Itlimoos

Bücherschrank

Bücherschrank

Nachdem ich am Montag mit dem Peter Stamm, meinem fünften Urlaubsbuch fertig geworden bin, hatte ich noch drei Bücher von Schweizer Autoren in meiner Büchertasche. Alain Claude Sulzers „Privatstunden“, Adolf Muschgs „Das gefangene Lächeln“ und Martin Suters „Letzter Weynfeldt“ und begann zu überlegen, welches davon ich noch lesen sollte, bevor es wieder nach Hause geht und ich mit Gertraud Klemms „Hyppocampus“, das ich ja auch noch im Gepäck hatte, weitermachen würde?

Zwischen dem Sulzer und den  Suter wollte ich mich entscheiden, da mich die Geschichte von dem Josef in Ägypten in der Sommerfrischenwelt von Locarno doch nicht so passend erschien und war auch des Timings wegens fast bei Martin Suter angelangt, von dem ich, glaube ich „Business Class“ gelesen habe, aber sonst nicht viel, obwohl ich einiges von ihm gefunden habe, als wir bei nicht sehr guten Wetter in den kleinen Bergdörfchen herumfuhren und ich in einem solchen Caff bei Castaneda plötzlich einen Bücherschrank beziehungsweise eine diesbezüglich umfunktionierte Telefonzelle stehen sah.

„Da halten wir an!“, habe ich zum Alfred gesagt und noch dazu gefügt „Da wird es wahrscheinlich  nur was auf Italienisch geben!“, stand dann vor einem gefüllten Schrank, ähnlich, wie der in Altmannsdorf. Italienische Bücher hat es auch gegeben, aber auch ein Buch von einer Silvia Götschi und deren neuen Krimi „Itlimoos“ habe ich ein paar Tage vorher in der Buchhandlung beim Bahnhof in Locarno in mehren Exemplaren stehen gesehen, also habe ich danach und noch nach einem Paul Auster gegriffen und wußte, was ich als sechstes Buch der Urlaubslektüre lesen würde.

Das Buch, das ich in den nächsten Tagen in meine ohnehin sehr volle Handtasche stopfte, um es auf der Piazza Grande, während ich auf den Filmbeginn wartete, zu lesen, ist auch einige Male naß geworden und schaut jetzt ziemlich ramponiert aus, ein Einwegkrimi sozusagen, stammt  von einer 1958 in Stans geborenen Autorin, die sich sehr für Psychologie interessiert, wie in der Beschreibung steht, die schon mehrere Valerie Lehmann-Krimis geschrieben hat.

„Itlimoos“, ist der fünfte und 2019 bei „Emons“ einem deutschen Verlag, erschienen und Itlimoos ist, glaube ich, ein Ort am Zürichersee.

Das Buch spielt, nicht ganz passend, im Winter und da wird eine Leiche gefunden. Vorher gibt es  ein Kapitel, wo man den nicht sehr sympathischen Tobias Bauer kennenlernen kann, der in Itlimoos oder am Zürichsee eine Luxusvilla hat, wo er jeden Freitag wilde Parties mit viel Sex und jungen Frauen, die er mit Schmuck beschenkt, aber sonst mies behandelt, feiert. Beruflich ist er der Chef einer IT-Firma und das untersuchende Team ist eine  Frau Leuntnant namens Valerie Lehmann, die Silvia Götschi schon vier Fälle aufklären hat lassen. So gibt es schon einiges an Vorwissen, in das die Neuleserin eher informiert hineingeworfen wird.

So hatte Valeries Kollege Louis etwas mit einer Kollegin, die sich gerade kurz vor einer Geburt befindet, der Chef hat ein Burn-Out und soll abgelöst werden und eine neue Kollegin namens Dodo übernimmt, die Stelle der bald gebärenden Fabia. Da gibt es viel Konkurenzkampf und Geplänkel und man ist sich nicht sicher, wer jetzt der neue Chef werden wird?

Dazwischen wird ermittelt. Die Haushälterin wird  verletzt, man hat versucht ihr die Hand aufzuschneiden und, wie sich später herausstellen wird, ihr von dort einen Chip herausimplantiert, in der Villa aufgefunden. Tobias Bauer hatte zwei Partner. Roger Bulliard, der für das Wirtschaftliche zustäbdig war und dann einen Phil Williams mit Rasterlocken, der im Keller der Villa ein 6 D- Studio eingerichtet hat.

Dorthin war es zuerst für die Poizei unmöglich hineinzudringen.Später führt Phil Valerie hinein und läßt sie einen Flugzeugabsturz erleben, was in der Buchbeschreibung, als große Sensation angekündigt wird, aber eigentlich eher flach und gar nicht so sensationell neu geschildert wird.

Es ist auch nicht ganz klar, warum Tobi Bauer ermordet wurde, war es wegen des 6 D-Programms oder doch, weil er seine letzte Freundin brutal hinausgeschmissen hatte?

In der Villa gibt es auch eine Galerie mit den Portraits der verflossenen Freundinnen Bauers und das Gerücht, daß er eine neue, namens Madeleine haben sollte, die aber niemand kennt und deren Portrait auch verschwunden ist.

Der Maler wird ermordet und am Schluß stellt sich eine Polizistin, als Täterin heraus und ich schreibe wieder, es war äußerst spannend das Buch zu lesen.

Ich mag Krimis ja eigentlich gerne, obwohl ich auf der anderen Seite Gewalt ja ablehne und deshalb auch nicht wirklich welche schreiben kann. Freue mich, eine neue Schweizer Krimiautorin entdeckt zu haben und als ich mit dem Alfred in der Buchhandlung war, wurde ich wieder erinnert, daß auch Petra Ivanov Schweizerin ist, von der ich das neueste Buch im Wiener Badezimmer liegen habe und es Ende August lesen werde.

2019-05-31

Das Schlangenmaul

Filed under: Bücher — jancak @ 00:45
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Jetzt kommt ein Krimi des 1944 geborenen und 1987 auf einer Autobahn verunglückten Jörg Fauser.

Jörg Fauser habe ich eigentlich für einen eher experimentellen sprachschöpferischen Autor, so ungefähr a la Marcel Beyer gehalten, hat ja Michael Köhlmeier, als er die Bachmannrede gehalten hat, sich auf ihn und den Veriß, den er als er in Klagenfurt gelesen hat, durch MRR erhalten hat, bezogen.

Gelesen hatte ich bisher noch nicht von ihm, aber zwei Bücher auf meiner Liste, die ich mir bei Abverkäufen gekauft habe, bei Thalia in St. Pölten und Würzburg wahrscheinlich und jetzt hat „Diogenes“, das  „Schlangenmaul“ wieder aufgelegt und ich bin daraufgekommen, das ist ja ein Krimiautor. Friedrich Ani hat das das Nachwort geschrieben und wahrscheinlich ist er nur ein halber oder ein satirischer, denn es gibt in dem Buch, das in Berlin in den Neunzehnachtzigerjahren spielt durchaus ungewöhnliche Elemente, Einfälle und Wendungen, obwohl die Handlung oberflächlich ganz banal ist und man sie wahrscheinlich hundertmal bei Agatha Christie oder sonst wo gelesen hat.

Das heißt, so ganz banal beginnt es doch nicht. Denn es taucht im ersten Kapitel ein Steuerfahnder bei Heinz Harder auf und mahnt ihn an seine Schuld und der ist ein abgehalfteter Journalist und dann wieder doch nicht, hat er doch eine Anzeige aufgegeben, in der er sich als „Bergungsspezialist für außergewöhnliche Fälle, was offenbar Fausers satirische Umschreibung für eine Detektivtätigkeit ist.

Als der Steuerfahnder verschwunden ist, meldet sich schon die erste Klientin, eine Nora Schäfer-Scheunemann und die sucht ihre verschwundene Tochter Miriam.

Das Besondere an dem Buch ist auch, daß  Fauser in die einzelnen Kapitel immer mit einem Handlungsvorsprung einsteigt. Das heißt, er ist in dem einen bei der Klientin, im nächsten steht er dann im Boxring und so weiter und so fort.

Eine weitere Besonderheit ist vielleicht auch, daß hier außer Whisky auch viel Milch und Kamillentee getrunken wird und das würde ich auch als das satirisches Element, das sich Lustigmachen über das Genre bezeichnen, denn eigentlich ist dieser Harder, der geschieden ist und eine Tochter hat, ein harter Bursch.

Es taucht aber auch seine Ex auf und mit ihr besucht er einen Klub, vorher hat er ein Bordell besucht und, als der Stuerfahnder bei ihm war, tauchte plötzlich eine nackte Frau aus dem Badezimmer auf, die ist eine thailändische Prostiuiterte und wird später ermordet.

Aber erst einmal sucht Harder ganz konventionell den Vater Miriams auf, das ist ein ehemaliger Baulöwe und Politiker, liegt aber jetzt in einer Entziehungsklinik gefangen.

Nora Schäfer-Scheunemann hat ihm auch ein paar Hinweise gegeben, beziehungsweise Namen genannt und Bilder gezeigt und einen Hinweis, daß sich Miriam in Berlin befinden könnte, gibt es auch.

Die Spur führt dann über das schon erwähnte Bordell zu einem Institut für physio-soziale Therapie. Da fragt man sich natürlich, was das ist?

Die Antwort ist wieder so ein Einfall wie der „Bergungsspezialist“, das Bordell heißt „Kamasutra“ und der Hinweis auf eine „Farm für freie Entfaltung“ gibt es auch.

Dort soll sich Miriam befinden und dort wird auch mit Schlangen hantiert und so schleust sich Harder mit seiner Ex zu einem Abend der offenen Tür dort ein. Eine Frau Doktor Frenkel-Ahisma hält einen Vortrag. Miriam, die sich jetzt Shiva nennt, tanzt in Trance mit einer Schlange und das Ganze führt, in Zeiten, wie diesen, höchst aktuell, wie  imKlappentext und am Buchrücken steht: „Hinein in das Berlin der windigen Geschäftmänner, illegalen Clubs und dubiosen Politik-und Finanzmachenschaften.“

Eine Morddrohung und ein abgebranntes Nachbarhaus, gibt es dabei auch,  Nuchali, die thailändische Prostituierte wird ermordet und einen Besuch beimPolizeirat Smetana und noch einige andere höchst dramatsche Wendungen, wie das Abhören durch ein spezielles Tonbandgerät, in Zeiten wie diesen auch höchst aktuell, gibt es auch, bis Harder Miram-Shiva wieder zu ihrer Mutter zurückbringt, aber die ist natürlich, wen wundert es, auch in die kriminellen Machenschaften verstrickt und Heinz Harder am Schluß des Buches. als spannende Wenung wieder Besuch von seinem Steuerfahnder bekommt.

Da liegt dann ein Scheck ausgestellt auf zwanzigtausend deutsche Mark am Küchentiscvh. Der Steuerfahnder will begierig danach greifen:

„Der ist leider faul“, sagte ich und zeriß den Scheck“, lautet der letzte Satz des Buches und man kann das Nachwort des Krimiautors Friedrich Ani lesen oder sich informieren, welche Bücher Jörg Fauser noch geschrieben hat.

2019-05-18

Im Netz

Filed under: Bücher — jancak @ 09:32
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Jetzt kommt der letzte Eva Rossmann Krimi, den mir der Alfred kaufte, als wir im September bei der Buchpräsentation waren. Ich bin ja sozusagen ein Eva Rossmann-Fan, zumindestens habe ich die meisten ihrer Mira Valensky Krimis gelesen, die seit, ich glaube, 2000 Jahr für Jahr zu einem aktuellen Thema erscheinen.

Eva Rossmann scheint eine fleißige Schreiberin zu sein und sie scheint, das habe ich auch schon geschrieben, nach einem bestimmten Schema vorzugehen. So stellt sie viele Fragen, deutet an, ohne, wie beispielsweise bei den „Patrioten“, zu direkt zu sein. Aber das war ja kein Mira Valensky-Krimi und vielleicht ist sie auch schon etwas ausgeschrieben.

So viele neue brisante Themen gibt es ja dann wahrscheinlich doch nicht, so ist, denke ich, auch „Im Netz“, eine Mischung von dieser Themenvielfalt. Aus jedem Dorf ein Hund könnte man sagen, oder ein Mix aus verschiedenen Fällen und was mich besonders an diesem Buch nervte, war, daß bei der direkten Rede, die Anführungszeichen fehlten und durch Bindestriche ersetzt waren.

Das scheint jetzt modern zu sein, zumindest wurde ich schon ermahnt, doch nicht mehr so altmodisch zu sein und „sagte er, „sagte sie“, zu schreiben, aber ich fürchte, man kennt sich dann besser aus und ich habe bei Eva Rossmanns direkter Rede oft nicht mehr gewußt, wer da eigentlich spricht und worum es geht war mir eigentlich auch nicht immer klar, hüpfte Eva Rossmann meiner Meinung nach zu viel und zu schnell von einem Thema zum anderen, stellt sich Fragen, die oft nicht wirklich wichtig sind und mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Also drei vier Krimis in einem und Mira Valenksy, die Heldein, die wir ja schon fast zwanzig Jahren begleiten, ist in diesen auch älter und fetter geworden, hat vielleicht ein Burn-Out, zumindestens ist mit ihrem „Magazin“ nicht mehr zufrieden und mit ihrem Chefredakteur auch nicht, denn der hat ziemlich abgehalftert, so überlegt sie ständig, ob sie in Pension oder woanders hingehen soll, aber wohin soll man, wenn es den Qualitätsjournalismus nicht mehr gibt und durch Internetforen ersetzt worden sind?

Der Kater Gismo ist inzwischen auch schon gestorben und wurde durch einen anderen ersetzt, der sich ständig auf Miras Computer setzt, weswegen sie ihn „Kish“ nennt und vermutet, daß er die Inkarnation eines Reporters ist.

Ein anderes Klischee ist und ich vermute, das ist wegen der bundesdeutschen Leser, auch das Motiv vom „Dritten Mann“, aber warum geht es, werden meine Leser jetzt wissen wollen?

Gute Frage! Mira sitzt in der U-Bahn, beobachtet die Leute, denkt herum und erfährt Carlo Neuhaus hat sich umgebracht. Das war ein Importeur von italientischen Lebensmitteln und ein guter Mensch, der allen helfen wollte. So wurde er verdächtigt, Kopf einer Schlepperbande zu sein und ein Shitstorm brach los.

Es gibt eine Witwe, die sich zwar von ihm scheiden ließ, ihn aber trotzdem beerben möchte und einer seiner Mitarbeiter, der Hacker Simon ist auch verschwunden.

Das führt zu Fran, den Sohn von Miras Freundin Vesna, denn der ist auch ein Computerspezialist und der klärt Mira auf, was im Netz alles geschehen kann.

Simon hatte eine Zweitwohnung, sie gehen hin, um  zu recherchieren und werden überfallen.

Nun gut, die Krimielemente müssen sein, obwohl sie meiner Meinung nach zu aufgesetzt wirken, denn Mira kocht und denkt sich inzwischen weiter, interviewt einen Rechtsanwalt und findet heraus, daß die drei Somalis, die Neuhaus angeblich geschleppt hat, den Auftrag bekommen haben, in den Lastwagen zu steigen und seinen Namen zu nennen.

Jetzt kommt noch ein anderer Fall dazu und zwar den, daß einer beschuldigt wurde, eine Frau vergewaltigt und dann liegengelassen zu haben und Quereleien mit dem Chefredakteur gibt es ständig auch.

Dann taucht der sympathische Chef eines Internetforumus auf, macht ein verlockendes Angebot und Mira reist zuerst nach Stuttgart und dann nach Sardinien, um Simon auf die Spur zu kommen. Da bekommt sie die Infos von einer Cyberorganisation, die hinter allem steckt, setzt mit Hilfe von Fran falsche Fährten und verbreitet einige Fakes, um an die Fakt zu kommen.

Am Schluß klärt sich auf, wer der Böse war und in dem Buch, das Eva Rossmann  Alfred signierte, ist auch Fakt und „Fake“ hineingedruckt.

„Fakt“, hat Eva Rossmann mit einem gezeichneten Smiley angekreutzt, aber daß alle Schriftsteller lügen und daß alle Romane gefakt, also erfunden sind, hat glaube ich Daniel Kehlmann einmal gesagt, beziehungwweise schreibt man das selbst hinein, um keine Rechtsschwierigkeiten zu bekommen.

Eva Rossmann schreibt sicher schon am nächsten Buch, so daß wir raten können, welches Thema da  bearbeitet wird. Zuviel Neues wird es wohl nicht geben oder doch vielleicht, hat sich ja in Österreich gerade die Regierung umgebildet und Neuwahlen wurden ausgerufen. Aber das wird bis zum Erscheinen des Buches vielleicht schon wieder ein alter Hut und nicht mehr so interessant sein.

2019-05-01

Schwanenkuss

Filed under: Bücher — jancak @ 00:08
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Ich habe ja, wie ich immer schreibe, mit den Krimis meine Schwierigkeiten, obwohl ich ganz gerne welche lese, weil das ja meistens zügig vor sich geht und sie sehr spannend sind, in letzter Zeit das Lokalkolorit und die politischen Situation mitberücksichtigen, aber, das ist mein großer Einwand, eigentlich unrealisitisch sind, wenn pro Exemplar ein bis zwei Morde passieren, da geht man am schönen Traunsee oder auch am Donaukanal spazieren und schon stolpert man über Leichen, was im richtigen Leben Gotteseidank nicht so ist, daß die Nachbarin ermordert wird, der Freund oder der Geschäftspartner….

Deshalb habe ich auch beim Schreiben solcher, meine Schwierigkeiten, weil meine Morde keine sind. Aber dann ist es ja kein Krimi und die Leser stöhnen, habe ich bisher gedacht und mich auch geärgert, wenn sich manche Krimiautoren damit brüsten, daß Mord ihr Metier ist und sie die gezückte Messer beispielsweise  auf ihrer Website haben.

Bei der 1976 in Steyr geborenen und in Linz aufgewachsenen Lisa Grüner, die jetzt bei „Gmeiner“ den Kriminalroman „Schwanenkuss“, wie auch am Cover steht, herausgebracht hat, ist das anders, denn eigentlich ist es keiner, obwohl der Beschreibungstext durchaus danach klingt und auch sehr neugierig macht.

Die Krimihandlung, wenn es überhaupt eine ist, beginnt aber erst auf circa Seite dreihundert und da werden drei Schwäne tot im Traunsee bei Gmunden aufgefunden und die junge Unternehmensberaterin Carina Senner, wird verdächtigt, sie ermordet zu haben.

Die hat eine Erinnerungslücke und einen Schnitt auf ihrer Hand und ist nach Gmunden gekommen, um einen dort ansäßigen Konditor zu überzeugen, daß sie das Patent für die „Schwanenbussis“, die er erzeugt, in der Hand hat, was, wie auch am Buchrücken steht, heftige Turbulenzen in der Traun- und Schwanenstadt auslöst.

So weit, so gut und auch sehr spannend, in den vorherigen dreihundert Seiten erzählt Carina, wie sie zu Schwänen steht. Da gibt es Kindheitserinnerungen. Sie kommt dann nach Wien, studiert mit ihrem Freund Stefan, der sehr ehergeizig ist und sie eigentlich antreibt, Betriebswissenschaft. Sie wäre eher lockerer und betrinkt und betrügt ihn öfter. Aber er ist nur ihr guter Freund und so gehen wir mit Carina durch einige Romanzen und fahren mit ihr nach Frankreich, bis sie ihren Job, als Unternehmensberaterin antritt, von ihrem Chef gepisackt wird und dann ihren Traum auslebt, das Besondere, nämlich die „Schwanenbussis“ zu erzeugen.

Sie läßt sich, weil sie gerne Schokolade mag und auch den „Schokomichi“ kennt, das patentieren, fährt deswegen auch mit Stefan nach Gmunden, um herauszufinden, ob das Schwierigkeiten machen könnte.

Aber dann stagniert das Ganze. Carina kommt wegen ihrem Chef nicht dazu sich, um die Sache zu kümmern, findet auch keinen Chocolatier, der ihr die dazu nötigen Prototypen erzeugt, betrinkt sich mehrmals dazwischen, was zu einigen sehr skurillen und meiner Meinung nach, eher unnötigen Szenen führt, bis ihr der schon erwähnte Gmundener Konditor zuvorkommt und Spannung in die Geschichte bringt.

Carina wird durch den Mordverdacht zu den wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens gebracht, steht im Buchtext. Das passiert dann auch auf eher normale Art und Weise, daß sie sich mit dem Konditor einigt. Eher unlogisch habe ich gefunden, daß sie am Schluß bei einem ganz anderen Traummann landet und der Freund Stefan, der ihr bisher immer zur Seite stand und auch gehörig eifersüchtig war,  plötzlich unwichtig wird.

Kein wirklicher Krimi also, was mir aber eigentlich sehr angenehm ist, daß die Schwäne am Ende der Geschichte auch auf sehr natürliche Art und Weise gestorben sind und spannend ist das Buch eigentlich zu lesen und auch sehr leicht und angenehm, obwohl mich die Tolpatischigkeit der Carina, die auch noch Alpträume hat, wo symbolträchtige schwarze und weiße Schwäne vorkommen,  die mir  auch nicht sehr logisch erschienen und sich ständig und nicht erst am Traunsee verletzt und schneidet, aber trotzdem keine Borderlinerin ist, manchmal nervte und auch, daß sie soviel säuft.

Vielleicht sollte man das Buch also etwas kürzen. Daß ein Kriminalroman aber ganz ohne Tote auskommt, finde ich sehr spannend und würde ich unbedingt zur Nachahmung empfehlen, weil es so, wie ich hoffe, doch viel realistischer ist.

2019-04-28

Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Filed under: Bücher — jancak @ 00:21
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Jetzt kommt ein Krimi oder auch der dritte Roman des 1985 in Genf geborenen Joel Dicker, der mit „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ einen Bestseller geschrieben hat.

Das habe ich nicht gelesen und auch das Nachfolgerbuch „Die Geschichte der Baltimores“ nicht, dafür hat mir „Piper“ die „Stephanie Mailer“ geschickt und ich muß sagen, ich habe in drei bis vier Tagen ein wahrhaft amusantes Buch gelesen, das eigentlich an vielen Stellen in seiner Vielfalt von über sechshundert Seiten, wo eigentlich mehrere Handlungstränge in zwei zeitlichen Ebenen erzählt werden, sehr platt ist, dafür aber so spannend geschrieben, daß man sich gerne darüber hinwegliest und auch ein bißchen erstaunt ist, daß es in einem Krimi so viel über den Literaturbetrieb geht und, daß eigentlich, die meisten der vielen Protagonisten einen Roman schreiben oder ihr Leben für ein Theaterstück hergeben und wenn diese Person dann noch ein Polizeichef ist, schüttelt man den Kopf und denkt „Hut ab, ich hätte mich wieder nicht getraut, so platt vor mich hinzuschreiben.

Die „Amazon-Kunden“ und es gibt schon sehr viele, die das Buch gelesen habe, haben das zum Teil auch bemerkt, sich aber mit den vielen Personen, die in den Buch vorkommen, was mich ein wenig wunderte, ein wenig schwer getan, aber wenn man vorher „Coming of Karlo“ gelesen hat, dann fällt einem das Lesen wahrscheinlich gar nicht schwer.

Warum geht es? Um eigentlich zwei Fälle beziehungsweise zwei Zeitebenen, denn imJahr 1994 wurden in dem öden Kleinstädtchen Orphea an der amerikanischen Ostküste, nicht am Genfer See, während dort ein Theaterfestival stattfand, vier Personen ermordet, die Familie des Bürgermeisters und dann noch eine vor ihrem Haus vor sich hinjoggende Frau.

Im Jahr 2014 will einer der Polizisten, die den Falls damals aufgeklärt haben, in Pension gehen, auf seiner Abschiedsparty tritt plötzlich die Journalistin Stephanie Mailer auf und erklärt ihm, daß er sich damals geirrt hat und es eigentlich ganz anders war.

Die verschwindet dann, wie schon der Titel sagt, und Jesse Rosenberg, das ist der Polizist, beschließt, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet, er ist erst fünfundvierzig und damals war es sein erster Fall, den Fall aufzuklären und kehrt nach Orphea zurück.

Dort wird dann bald die Leiche der Journalistin gefunden, ihre Wohnung wurde vorher durchwühlt und man kommt darauf, daß sie ein ungeheurees Interesse an den Fall hatte, aber eigentlich hat sie ein Buch darüber geschrieben, denn sie wollte  Schriftstellerin werden, hat vorher auch in einem renomierten New Yorker Literaturmagazun gearbeitet und dort spielt es sich wirklich irre ab.

Es gibt nämlich einen gefürchteten Kritiker, der allen erzählt, daß Kritiker keine Bücher schreiben können, hat er Wolfgang Herles oder Helmuth Karasek nicht gelesen?, könnte man da fragen.

Aber halt, er schreibt natürlich auch oder will das gerne, traut es sich aber nicht. So hat er Stephanie Mailer den Auftrag gegeben, die gerade aus der Redaktion entlassen wurde und das wird Meta Ostrowski dann auch, weil der Chefredaktuer einer ehemaligen Postsortiererin namens Alice hörig ist und sich ihretwegen hoch verschuldet hat.

Die beiden ehemaligen Aufklärer klären jetzt den Fall mit einer jungen Polizistin, namens Anna, die der jetztige Bürgermeister geholt hat, damit sie Polizeichefin werden kann, wenn der derzeitige in Pension geht, was aber natürlich nicht gelingt, weil die männglichen Polistien das nicht zulassen und der ehemalige Polizeichef, der von 1994 hat sich auch sehr seltsam benommen, hat er doch auch ein Theaterstück geschrieben, das „Die schwarze Nacht“ heißt und ist  besessen das Stück weiterzuschreiben, obwohl er nichts zusammenbringt.

Jetzt lebt er in Los Angeles,  probt das Stück seit Jahren und wird von dem neuen Bürgermeister nach Orphea zurückgeholt, um das Theaterfestival zu retten, das nach dem Stephanie Mailer gefunden wird, eigentlich abgesagt werden sollte.

Jetzt passiert die Farce in der eher banalen Krimihandlung, denn der Polizeichef probt und holt sich als Darsteller sämtliche Protagonisten, die 1994 in den Fall verwickelt waren und versprich auch, während der Aufführung den Mörder zu enthüllen.

„Der Mörder ist…!“, echot also die neunzehnjährige drogensüchtige Dakota, die ihre Freundin am Gewissen hat,  auch Schriftstellerin werden wollte und deshalb Schuldgefühle hat und wird während der Vorstellung angeschoßen. Das Ermittlerteam sucht weiter nach dem Mörder, der auch der von 1994 ist, weil der Schuß aus der gleichen Waffe kam.

Am Schluß klärt sich alles auf. Vorher werden noch ein paar andere Leute erschoßen.  Steven Bergdorf erschlägt  seine Alice und vergräbt sie im Yellowstone Nationalpark, wohin er mit seiner Familie und einer stinkenden Leiche im Kofferraum fährt.

Aus Schuldgefühlen schreibt er dann einen Roman darüber, der zum Bestseller wird und ich muß sagen, trotz der  Ein- und Zweisstern-Rezensionen, die bei „Amazon“ zu finden sind, mir hat es gefallen, denn ich mag ja Romane über den Literaturbetrieb und ich mag auch ganz gerne Krimis, obwohl ich die, wie ich ja immer schreibe, eigentlichnicht zusammenbringe, weil ich  keinen Leichen und keine Mörder und Ermordeten mag.

2018-10-21

Alte Feinde

Wieder ein Buch aus der dritten oder vierten Kategorie meiner Herbstleseliste, diesmal ein Krimi und spannend, weil ich mich ja vor kurzem mit der Schweizer Literatur beschäftigt habe, einer von der 1967 in Zürich geborenen Petra Ivanov, die mehrere Jahre in den USA gelebt hat und mit „Alte Feinde“, den zehnten Fall der Flint – Cavalli Reihe vorlegt.

Regina Flint ist eine Schweizer Staatsanwältin, ganz habe ich nicht verstanden, was die bei einem Mordfall recherchieren, dachte ich doch eher, die träten erst bei den Gerichtverhandlungen auf. Aber vielleicht ist das in der Schweiz anders und Bruno Cavalli,  ist ein Erimttler mit indianischen Wurzeln und in diesem Fall gibt es auch noch Spuren zum amerikanischen Bürgerkrieg, 1861 oder so.

Ganz schön verwirrend, da in diese Reihe einzusteigen, könnte man so sagen und war auch so, denn während der ersten Kapitel schwirrte mir der Kopf und ich habe mich bei der Namensvielfalt nicht ausgekannt.

Aus diesem Grund hat mir wohl der Verlag freundlicherweise Band 1, „Fremde Hände“, der 2005 erschienen ist, dazugeschickt. Da meine Leseliste aber solang ist und ich beim dBp erst bei Buch zehn, habe ich das Lesen aufgeschoben und umgekehrt angefangen, was wohl auch den meisten Lesern passieren wird, wenn sie das buch kaufen oder geschenkt bekommen und bin nach und nach mit der Handlung vertraut geworden.

Für besonders spannend würde ich sie wegen der oben erwähnten Gründe nicht halten und dann versucht  „Petra Ivanov gehört zur Elite unter den zeitgenössischen Krimiautoren“, steht am Klappentext, die gelobte Autorin noch, was ich immer höre, daß man das nicht soll, die Genres miteinander zu verbinden.

So gibt es drei Handlungsstränge und wahrscheinlich brauchen auch die Leser, die die ersten neun Bände kennen, vielleicht etwas, um in die Spannung zu kommen, denn zuerst sind wir in North Carolina und dort  wird Bruno Cavalli, der halbe oder ganze Indianer, dazu braucht man wohl das Vorwissen, der in Zürich mit Regina Flint lebt, ermittelt und ein Kind von ihr hat, hingeschickt, um beim Fall des Blasrohrmörders zu ermitteln.

Da hat nämlich einer im Reservoir einige Leute umgebracht und man braucht einen Vermittler, der sich mit den Indianern auskennt und dann waren die Opfer auch noch alle mit Bruno Cavalli bekannt. Das nächste Opfer soll die Krankenschwester Emma werden, die seine Mutter pflegt, so geht er am Beginn mit ihr essen, wird angeschossen und taucht für die nächsten hundert Seiten oder so unter.

Genauer ausgedrückt, das ist im April passiert, während in Zürich im August, Regina hat da von Cavalli schon monatelang nichts mehr gehört, ein Albert Gradwohl mit einer Flinte erschoßen wurde, die im amerikanischen Bürgerkrieg verwendet wurde. Der stellt sich heraus, ist ein Enkel oder Urenkel eines Heinrich Wirz und das war eine real gelebt habende Person. Ein Schweizer, der nach Amerika auswanderte und im Bürgerkrieg Kommandant eines Lagers war und erschossen wurde.

Die Waffe aus der geschossen wurde, wurde im Bürgerkrieg verwendet, es wurde aber vor einger Zeit auch eine andere Nachfahrin des Heinrich Wirz von einem Nachfahren der Gegenseite erschossen und der dritte Strang geht in den Bürgerkrieg hinein und wir erfahren seitenlang von Personen, die damals dort tätig waren. Das denke ich, wird die meisten Krimileser, die ja Spannung wollen, nicht so interessieren und ich brauchte, wie schon geschrieben, lang in die Handlung hineinzukommen.

Man erfährt aber, glaube ich, auch erst auf Seite zweihundert oder so, daß die beiden Fälle zusammenhängen und, daß Regina dadurch nach Amerika und auf die Spuren von Bruno Cavalli, dessen alter Feind, ihn wie schon der Titel, sagt, ihn verfolgt und nun alles, um ihn herum Ratzebutz auslöschen will, gelockt wird.

Was nicht so einfach ist, denn Bruno Cavalli ist sehr gewitzt, allerdings ist das FBI auch nicht so ohne und, wie die Schweizer Polizei mit dem FBI zusammenarbeit, habe ich auch nicht ganz begriffen, hat also Verräter und Unterläufer und so passiert sehr viel auf  dreihundersiebzig Seiten, bis alles klar ist, und Regina und Bruno mit ihren Kindern wieder in die Schweiz zurückreisen und weiter ermitteln können.

Auffällig in dem Buch sind, wie die Überwachungsmethoden geschildert werden, mit denen gearbeitet wird.

Da könnte einer das Gruseln kommen und auch die zarten Hinweise, wie Petra Ivanov, den Polizistenalltag beschreibt.

Bruno Cavalli ist monatelang in Amerika und hat den Kontakt zu seiner Familie verloren und kann ihr nur versteckte Hinweise geben, in dem er ein Handy klaut, in Zürich einen Asia-Imbiß anruft und dort Erbsen und Reis für Lily bestellt, weil die das gern verzehrt und, die wird von einer spanischen Tagesmutter betreut, so daß sie spanisch zu sprechen anfängt und Regina sich immer öfter nur telefonisch erkundigen kann, wie es ihr geht, weil sie ja mit der Aufklärung ihrer Fälle beschäftigt ist.

Das hat mich, muß ich gestehen, mehr beeindruckt, als die Ereignisse im amerikanischen Bürgerkrieg, obwohl Petra Ivanov in einem Video-Clip, glaube ich, sagte, daß sie auf einer ihrer Armerikareisen, ein Monument dieses Schweizers gesehen hat, das sie auf die Idee brachte, dieses Buch zu schreiben und ihm ein Denkmal zu setzen.

2018-10-12

Walter muss weg

Filed under: Bücher — jancak @ 00:23
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Die nächste Neuerscheinung abseits der Buchpreislisten ist ein Krimi und zwar „Walter muß weg“, der erste Fall der „Frau Huber ermittelt-Reihe“ des 1970 geborenen Thomas Raabs, der mit seiner „Metzger-Reihe“ bekannt geworden ist und jetzt offenbar etwas Neues beginnt und es ist, wie soll ich schreiben, ein sehr bizarrer Krimi, im Stil eines Wolf Haas oder Thomas Raab natürlich, in dem sehr viel passiert und weil es sehr abgehoben geschrieben ist, ist das Mitkommen gar nicht so einfach.

Die Heldin ist die alte Hannelore Huber die in einem Dorf namens Glaubenthal lebt, die typische Dorfidylle halt, mit Pfaffer, Gemeindearzt, der gleichzeitig der Bürgermeister ist, einem Dorf oder Kleinstadtbordell und die ist Witwe geworden von ihrem Mann Walter und freut sich darüber.

Endlich kann sie aufblühen, ihr Leben genießen. Mitnichten denn beim Begräbnis passieren schon die skurrillsten Sachen. Da taucht zum Beispiel eine andere Witwe auf und weint vor sich hin und ein Staatssekreätr schmeißt Rosen in das Grab. Dann kommt  noch der Sohn des Bürgermeisters, der kleine Kurti, der Sarg geht auf und oh Schreck, es liegt nicht der Walter, sondern der Totengräber selber drin.

Auf diese Idee muß man erst kommen. Es geht aber munter weiter. Denn der Walter ist in besagten Bordell in den Armen einer Svetlana, die auch verschwunden ist, gestorben. Aber auch das ist nicht so, wie man glaubt, denn die Puffmutter erkärt der ermittlenden Hannelore, ihr Mann hätte Krebs im letzten Stadium gehabt und die Witwe keine Ahnung davon, nun ja nun ja.

Es gibt einen pensionierten Dorfschuldirektor, der in einem Cafe in der nahegelegenden Kleinstadt in der Nähe des Bordells, den Damen dort kostenlosen Deutschunterricht gibt.

Nun ja, die politische Lage wird  nicht nur in der Person des Staatssekretärs vorsichtig thematisiert. Es gibt  noch einen Wolf, der eigentlich einHund ist und ein kleines Mädchen namens Amelie, deren Mutter im Rollstuhl stitzt und das einersetzt sehr altklug ist, andererseits einen Sprachfehler hat, so sagt es immer „Witzkí“. Svetlanas Leiche wird im Moor gefunden, ein roter Socken und eine Beinprothese und es ist gar nicht so leicht, das Ganze zu spoilern, weil man die Handlung immer erst nach und nach erfährt, so daß die Berurteilung derselben gar nicht so einfach ist.

Die Handlung ist also an den Haaren herbeigezogen und blanker Nonsens, könnte ma sagen. Wahrscheinlich nicht und Thomas Raab hat beim Schreiben wahrscheinlich großen Spaß gehabt. Vieles wird angerißen und thematisiert, worüber man nachdenken kann.

Ob es den üblichen Krimileser gefällt, bin ich mir nicht so sicher. Aber spannend ist das Lesen allemal, so kann man auf die Fortsetzung der Reihe gerspannt sein. Den Adrian Metzger habe ich übrigens nie gelesen, sondern Thomas Raab nur bei einigen Lesungen daraus gehört und da hat er immer gefragt, ob es jemanden gibt, der kein Handy hat?

„Ich!“, könnte ich noch immer antworten. Aber das wird in diesem buch wahrscheinlich nicht thematisiert.

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