Literaturgefluester

2016-06-11

Tito ist tot

Filed under: Bücher — jancak @ 15:55
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Jetzt kommt wieder ein Buch einer Deutsch-Kroatin, nämlich der erste Geschichtenband, der, laut Klappentext 1973 in Jugoslawien geborenen Marica Bodrozic „Tito ist tot“, der 2002 bei „Suhrkamp“ erschienen ist.

Inzwischen gibt es, glaube ich, eine Neuauflage und Marica Brodozic ist literarisch  bekannt geworden.

Mein Buch habe ich, was ich eigentlich sehr selten tue, bei einem Antiquar in der Kirchengasse, um dreißig Cent aus einer Kiste herausgezogen, ein Daniel Kehlmann war auch dabei und ein Buch der Rosemarie Poiarkov , das mir dann die Annta davon getragen hat

„Beerholms Vorstellung“ habe ich gelesen, „Tito ist tot“ nicht, denn als ich es aufschlug, erkannte ich, es sind Geschichten und Geschichten mag ich ja nicht, lautete das Vorurteil, das ich inzwischen überwunden habe.

So ist das Buch auch auf meine Leseliste gekommen, ich wollte es, glaube ich, nächstes oder übernächstes Jahr lesen. Aber jetzt habe ich es vorgezogen und in den Urlaub mitgenommen, denn Marica Bodrozic, wurde ja die ersten zehn Jahre ihres Lebens in der Nähe von Split von ihrem Großvater aufgezogen,  bis sie 1983 nach Deutschland kam, dort eine Buchhändlerlehre absolvierte, Frankfurt Kulturantropologie und Slawistik studierte und 2001 für ihren Debutband das „Hermann-Lenz-Stipendium“ bekam.

Wenn ich mich nicht irre, habe ich in Ex Libris das erste Mal von der jungen Autorin gehört, die mich sehr beeindruckt hat, inzwischen wurde, glaube ich, von Cornelis Hell oder Katja Gassner in der „Gesessllschaft für Literatur“ auch ein neuerer Band von ihr der über Kroatien handelt besprochen.

„Tito ist tot“, sind sehr kunstvolle poetische Geschichten, vielleicht ähnlich kunstvoll, wie die der Jagoda Marinic könnte man sagen oder doch anders.

Marica Brodicic bezieht sich mehr auf das kroatische Dorf, auf den Großvater, die Lilien auf dem Feld, die Schmetterlinge, etcerta, tut das aber in einer sehr sehr poetischen Art, was auch der Grund wohl ist, daß sie mit ihren Geschichten so berühmt geworden ist.

„Tito ist tot“, autet auch die Titelgeschichte und der Josip Broz ist am vierten Mai 1980 in Ljubiana gestorben, als die kleine Mariza wahrscheinlich bei ihrem Großvater im Dorf mit der Schule begann.

Sie erzählt davon, von Tito und vom Großvater und  denVeränderungen, die dieses Ereignis für die Kinder und wahrscheinlich ganz Jugoslawien hatte.

Dann gibt es die Geschichte vom Onkel Jeoseph, dem Gastarbeiter, der in der Fremde, in Deutschland zu saufen begann, weil ihm sein Frau im Heimatdorf betrog und seine Kinder ihn nicht mehr sehen wollte und die von der Katarina Jadrova, die in das Dorf der Eltern ihres Ehemannes mit einem Sack voll Hochzeitsfotos, als Beweis kommt und immer eine Fremde bleibt, während der Mann in Deutschland, wie so viele andere arbeitet und die Kinder, der Zurückgebliebenen mit den Schmetterlingen spielen oder die Lilien bewundern, die ein Sonderling im Dorf züchtet. Sein Garten ist sehr schön. Er tut nichts anderes, als Lilien zu züchten, das halten die Dorfbewohner nicht aus, so zerstören sie sie, als er einmal krank im Beet liegt.

Ja, die Poetik kann auch ganz schön grausam sein und wir können uns das alles, die Lilien in dem Dorf, der hart arbeitenden Menschen, wo es keine Pampers gibt und die Wäsche noch mit der Hand gewaschen wird, gut vorstellen. Die Kinder werden von den Großeltern aufgezogen oder später nachgeholt, bis das soweit ist, schicken die Eltern Geschenke, schöne Shuhe zum Beispiel der Freundin der Ich-erzählerin, die vielleicht Marica Brodozic ist oder auch nicht, denn das Erzähler-Ich haben wir ja gelernt ist selten autobiografisch.

Die Schue verschwinden aber, die Nachbarn beschuldigen die Erzählerin sie aus Neid genommen und im Garten vergraben zu haben. Der Großvater tröstet und später als die Mädchen erwachsen ist, ist alles vergessen und die Freundin kann sich nicht mehr erinnern.

Von der „Fischersfrau und ihren Toten“ wird erzählt, eine der schwarz gekleideten hart arbeitenen Frauen, die wir schon bei Jagoda Marinic kennenlernten und das „Mutternmerkmal“ ist auch sehr interessant. Denn da stellt sich das kleine Mädchen in einer viel komplizierten poetisch schönen Geschichte vor die deutsche Schulklasse hin, sagt „Muttermerkmal“ weil das  ein so schönes und auch treffendes Wort ist und wird von den anderen ausgelacht.

„Der Kriegsheimkehrer“ hat das Ende des Krieges versäumt oder nicht mitbekommen und, um die Auseinandersetzung mit der Religion, dem Beichten und dem Fasten, sowie der Abgrenzung von der Lehre der Mutter geht es auch.

Sehr poetische Geschichten und es ist schön sie am Campingplatz von Trogir oder Zadir beispielsweise zu lesen, wo gelegentlich die Fledermäuse herumfliegen, der wilde Lavendl wächst und auch Schmetterlinge zu sehen sind.

So schön poetisch ist es am Campingplatz natürlich nicht, auch das kroatische Dorfleben, das soviele Männer in die Fremde getrieben hat, die jetzt zurückgekommen sind und die Appartmanis an die Touristen vermieten, ist es  wahtrscheinlich nicht.

Aber ich kann mir das Buch als Alternative zu den Krimis, den ChitLts oder auch der Reiseführer, als Lektüre auf dem Campingplatz vorstellen und habe das Buch auch in Trogir aus oder zumindestens angelesen.

Ja, etwas muß ich noch erwähnen, nämlich, daß mein Buch einen Vorleser hatte, der auch sehr aktiv im Unterstreichen und Anmerken war. Leider konnte ich die Bleistiftschrift zuwar nicht ganz entziffern.

„Ein Stoff aus dem Gedichte sind“, steht aber, glaube ich am Schluß vermerkt. Mehrere Fragezeichen sind auch zu entdecken, so daß ich nicht ganz sicher bin, ob es dem Leser, der Leserin gefallen hat.

„Übertrieben“, steht jedenfalls an einer Stelle, wo Marica Brodocic schreibt, „Innerhalb kürzester Zeit war die ganze Fläche von mehreren hundert Hektar Land dem Erdboden gleichgemacht.“

Die Stelle stammt aus dem schon erwähnten „Lilienliebhaber“, eine sehr poetische Geschichte und da könnte ich antwortet, die als hehr geltende Literatur ist das meistens. Abgehoben könnte man auch sagen, deshalb ist Marica Bodozic mit ihrem Debutband vielleicht auch so bekannt geworden und mir, die ich ja viel weniger poetisch schreibe, hat es eigentlich gefallen.

2016-06-08

Frühstückssorgen

Filed under: Glosse — jancak @ 23:00
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Frückstücke sind wichtig und tue ich  eigentlich auch sehr gern, denn man soll ja den Tag voll Energie beginnen und dazu gehört ein gutes Frühstück, das ich in Wien und in Harland jeden zweiten Tag mit einem selbstemachten Müsli zu beginnen pflege und dazwischen ein Butterbrot mit Marmelade oder was es gerade gibt, konsumiere.

Bei den Urlauben ist das aber anders, denn wenn man die im Hotel, wie beispielsweise dem in Bük im Bad, wo wir die letzten Jahre öfter mit der Oma waren, beginnt, hat man ein Frühstücksbuffet.

Auf den Camps ist das oft schwieriger, denn als wir in Polen und im Baltikum urlaubten, gab es dort zwar meist ein Restaurant, aber das öffnete erst gegen Mittag und die meisten Camper haben in ihrem Bussen eine Küche und sind auf die Restaurants nicht angewiesen.

Aber wir nehmen inzwischen keinen Kocher und keinen Löscafedose mehr mit und so wäre es ganz gut, wenn es am Campingplastz ein Cafe für den Cappuccino oder den Caffe Latte gibt und einen Markt, wo man sich das Kipferl kaufen kann.

„Wie war es bei diesen Urlaub?“, werden meine Leser vielleicht fragen.

„Gut!“, lautet die Antwort. Denn die erste Nacht haben wir in einem Hotel verbracht und da gab es das entsprechende Buffet, mit Wurst und Käse und Gebäck. Kuchen hat es, glaube ich, auch gegeben, den ich aber nicht genommen habe.

Und als wir am Donnerstag in Trogir ankamen, gab am Campingplatz Rozak ein Restaurant, wo sich der Alfred am Abend ein Cevapcici-Sandwich kaufte und da stand angeschreiben, daß es zwischen neun und zwölf verschiedene  Frühstückssorten, wie Ham und Egss, Omletts oder einfach ein Schokolandecroissant geben würde.

Ein Bäckereiwagen stand auch am Eingang. Also konnte nichts schiefgehen. Wir standen um acht auf, bauten das Zelt ab und warteten dann, um fünf vor neun in dem Restaurant auf die Kellnerin oder den Kellner, die uns den Kaffee und das Kipferl servieren würden.

Als die nicht kamen, besorgten wir uns das Schokocroissant selbst bei der Bäckerei, die geöfnet hatte, die Putzfrau erzkörte, die Kellnerin käme um zuehn und etwas später kam die Dame aus der Rezeption, um uns den Kaffee zu kochen und wir reisten weiter nach Montenegro zu den Fjords, wo uns der sehr freundliche und sehr gut Deutsch sprechende Campingwart erlärte, daß jeden Morgen, um acht der Mann mit dem Brotwagen käme und daß es zweihundert Meter weriter unten ein Cafe und ein Restaurant zu moderaten Preisen gäben würde.

Das Strandcafe auf dessen Terrasse dem wir am Abend saßen und auf den Fjord hinaussahen, der mich ein wenig an den Wolfgangsee erinnerte, öffnete um acht, so konnte nichts schiefgehen. Wir waren am Samstag um halb neun dort und bestellten Frühstück, Monenigrinisches, Süßes, Englisches etcetera stand auf der Karte.

Ich wollte ein normales, der Kellner nickte und  kam später wieder, um uzu erklären, daß der Koch erst um neun käme. Der kam dann schon ein bißchen früher und ich nickte als mich dann der Kellner fragte, ob ich ein montenegrinisches Frühstück wolle?

Das war dann auch sehr gut. Drei Spiegeleier, montenegrinischer Schinken, Käse, der Cafee Latte war extra zu bestellen und das Brot war aus Pizzateig und als ich das am Sonntag dann wieder wollte, kam der Koch erst um zehn und der Mann mit dem Brotwagen, wo sich der Alfred ein Plundergepäck gekauft hatte, war schon weg. Zum Glück gab es aber noch einen Market, wo ich ein Schokocroissant um achtzig Cent bekam.

Am Montag kaufte ich das dann beim Brotwagen und wir fuhren zu dem teueren feinen Campingplatz in Dubrovnik, wo die Schokcroissants im Market besser schmeckten und es einen Automaten bei der Rezeption gab, die angeschriebene Caffe Bar haben wir nicht gefunden.

In der Stadt war bei den Restaurants überall Frühstück angeschrieben, aber dorthin sind wir mit dem Bus gefahren und hatten das Kipferl schon gegessen.

Die nächste Station war dann wieder Trogir, wo die Saison mit dem dalmatinischen Abend eigentlich schon begonnen hatte, die Köchin um halb zehn auch schon anwesend war und uns nach einer Weile erklärte, daß der Kellner leider, leider im Stau stecken geblieben ist, was aber nicht sehr viel machte, gab es ja den Bäückereiwagen und im Ort das Nightcafe Monaco, das auch am Morgen geöffnet hatte und dort war der Cappuccino sehr gut und auch sehr billig.

In Zadar war das Restaurant ebenfalls geschlossen, die ersten Kipferln haben wir uns  Samstag Abend noch in der Stadt gekauft und am Montag hatte  der Bäckereiwagen gegenüber geöffnet und ein Cafe das, um acht öffnete für den Cappucino gab es auch und in den Führer habe ich auch gelesen, daß das Frühstück in Montenegro, wie in Italien meistens aus einem Caffee und einem Hörnchen bestehen würde.

Wie das in Kroatien ist, weiß ich nicht so genau, denn in Moscenica, der nächsten Station gab es einen „Konzum“ mit sehr billigen Kipferl und das Cafe am Strand, wo der Alfred nach der Ankuft während meines Mittagschlafes, sein erstes Bier getrunken habe, hatte schon um sieben offen und servierte sogar einen Keks zum Kaffee.

Dann ging es weiter nach Rovinji auf einen schönen Campingplatz mit einem Restaurant, das um vierzehn Uhr aufsperrte und das Cevapcici mit Spinat im Angebot um fünfzig Kunar  hatte. Ein paar Meter weiter gab es  ein paar Lokale, die „Breakfast“ auf einer Tafel angeschrieben hatten, als wir aber hinkamen, hatte es gerade einen Stronmaufall gegeben, so daß wir das Kipferl wieder in der Bäckerei nebenan kauften und den Cappuccino im nächsten Ort tranken und am nächsten Tag, gab es wieder Strom für den Kafffe und den Krapfen, beziehungsweise den Strudel, hat schon ein Mann vorher, als wir gerade das Zelt abbauten, am Campingplatz herumgetragen und angeboten und am nächsten Tag waren wir in Motovon, wo wir zwei Nächte im Hotel Kastel logierten, wo es ab sieben ein Frühstücksbuffet mit Spiegeleier, verschiedenen Cornflakessorten, Obst, Kuchen, Schinken, Käse etcetera, gegeben hat.

2016-06-06

Eigentlich ein Heiratsantrag

Filed under: Bücher — jancak @ 23:59
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Geschichten von Jagoda Marinic, die ich mir einmal mit einem Stoß anderer Taschenbücher gekauft habe, als es bei der „Buchlandung“ einen Abverkauf von Ein Euro Bücher, viele „Suhrkamp-TB-Bändchen“ dabei, gegeben hat und ich kaufe mir ja gerne Bücher von Autoren, deren Namen ich kenne.

Den von der 1977 in Wablingen geborenen Autorin kannte ich, hat sie ja 2007 beim Bachmannpreis gelesen.

Also ist das Büchlein zu mir gekommen, auf mein Regal gewandert, dann habe ich es auch auf meine Leseliste geschrieben und nicht gelesen, denn erstens habe ich ja schon so viele Bücher, zweitens lese ich nicht so gern Geschichten und dann kam der Alfred und brachte mir für den Urlaub die „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ von Jagoda Marinic, die  die Tochter von dalmatinischen Einwanderern ist und ich war ja auf der Suche von Bücher von kroatischen Autoren für meinen Urlaub.

Bei Jagoda Marinic trifft das zwar nicht ganz zu, wurde sie ja in Deutschland geboren und hat sicher die Staatsbürgerschaft, weil ich aber nicht ganz sicher war, wieviel ich im Urlaub lese und das Buch ja hatte, packte ich es  ein und  habe es gelesen.

Gleich als erstes noch in Leibnitz angefangen, weil ich da  noch nichts über Kroatien lesen wollte und war sehr beeindruckt über den frischen, beziehungsweise poetischen Ton der Autorin, die sehr seltsame und auch nicht so leicht verständliche Geschichten scheibt.

In der Beschreibung steht etwas von „Irrungen und Wirrungen“ und  „die seltsamen Wege der Liebe und Begegnungen voller Zauber, die oft in Fluchten münden.“

„Fast ein Heiratsantrag“, ist Jagoda Marinics erstes Buch, 2003 bei „Suhkamp“ erschienen und das hundertfünfundzwanzig Seiten Bändchen, fasst an die vierundzwanzig Geschichten, wenn ich mich nicht verzählt habe. Viele sind nur einige Seiten lang. Eine hat über fünfzig und die „Ich wünschte, er hätte  nie geredet davon, daß man  nur eine lieben kann“, fand ich auch sehr schwer verständlich.

Da fährt eine im Zug, spricht von ihrer Mutter, hat dann eine Begegnung mit einem Mann, der sie betrügt und das alles in wechselnden Perseptiven, die „Ich Form“ wechselt ins „sie“ und wenn ich auch nicht alles verrstanden habe,  die Sprache war poetisch schön.

Es gibt eine Geschichte von der Gleichgülkitigkeit des Lebens, die darin endet, daß eine Frau einen Heiratsantrag annimmt und die Titelgeschichte, die man dafür halten könnte, ist eigentlich ein Abschiedsbrief.

Ja, Jagoda Marinic macht es spannend und erzählt sehr poetisch von den Alltäglichkeiten des Lebens.

So gibt es zum Beispiel einen Text über das Einkaufen. Da will sich eine gesund ernähren und geht in den Supermarkt. Aber das Joghurt, das halbwegs gut schmeckt, hat drei komma fünf Prozent Fett und als sie danach greift, sieht sie die Silhouette einer Dicken sich über die Gefriertruhe neigen. So greift sie zu ein Prozent Joghurt, das dann im Kühlschrank vergammelt und bei den Tomaten ist das ähnlich. Sie greift zuerst nach der Dose. Als sie an der Kasse warten muß, liest sie die Indegrenzien, die lassen sie verschreckt nach den frischen Tomaten greifen, aber die kommen aus Holland, so flüchtet sie ohne Einkäufe aus dem Supermarkt.

Am meisten haben mich naturgemäß, die Geschichten interessiert, die vom Dorf, also von Kroatien, obwohl das Wort nie vorkommt, erzählen. Da gibt es eine von „Josip“. Da geht ein Mädchen zu einem alten Mann, fängt an für ihn zu kochen und zu putzen, aber die Nachbarn dulden das nicht, fangen zu reden an, etcetera.

Es gibt auch die Geschichte von der Großmutter, die im Dorf zurückgeblieben ist, als die Familie nach Deutschland ging und sich über das grüne Telefon freut, das man ihr istallierte, so daß sie die Anrufe ihrer Lieben entgegennehmen kann. Sie hat nichtviel zu verschenken, nur die Trauben und die Kartoffeln aus den Garten, trägt schwarze Kleider und hat abgarbeitete Hände und so wird auch die Frau in dem „Selbstportrait“ beschrieben, die für ihre Enkel, die sie nie gesehen hat, strickt, während sie für ihre Kinder keine Zeit hatte, weil sie da in einer Gärtnerei arbeiten mußte, um das Geld für das Haus das sie bauen wollten, zu verdienen. Dann ist der Mann gestorben und die Kinder sind in Deutschland geblieben.

Jagoda Marinic ist eine sehr poetische Erzählerin, die das sehr wohl in ihren Dorf- als auch in ihren sehr verwirrenden Liebes- und Beziehungsgeschichten vom modernen Leben tut.

Da gibt es noch eine, die michverwirrte und die nicht in die obige Beschreibung passt.

„Aura“ heißt sie und erzählt von einem Mädchen, das so schön ist, daß sie alle auf ihren Schoß sitzen haben möchten. So engagierten die Eltern einen jungen Mann für sie, der sie beschützen soll. Der folgt ihr überall hin, sie flieht in der Nacht aber in ein Zimmer und schreibt alles auf,  während sie sonst nie spricht. So geht ihr nach und findet eine Tote, ihre Erzählungen und bleibt mit  Schuldgefühlen über.

So kann man Kindesmißbrauch wahrscheinlich auch beschreiben, owohl mir die realistische Art und Weise lieber ist.

Bei den „Short-Cuts“ habe ich gerade nachgelesen, habe ich auch schon eine ihrer „geheimnisvollen“ Geschichten gehört, jetzt ist „Made in Germany-Was ist deutsch in Deutschland“ von ihr erschienen, aus dem sie Ende Mai auch in Wien gelesen hat.

 

2016-06-04

Grenzübertritte

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 08:04
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Der heurige Urlaub geht nach Kroatien, ganz klar, denn dort ist es schön, man kann baden, die Küste entlangfahren, sich erholen, Wellnessen, Spas besuchen etcetera. Die Anna war mit ihren Klienten das letzte Jahr, glaube ich dort und der Alfred mit dem Karli im September und der fragt mich immer, wo fahren wir das nächste Jahr hin?

Ich bin, das schtreibe ich immer, nicht so ein besonderer Reisetyp und einer der gerne badet auch nicht. Es ziehen mich, glaube ic,h auch gerne die östlichetren Gebiete, als die Strände von Italien und Griechenland an, obwohl mit Griechenland und der Krise habe ich mich ja im letzten Sommer in Harland auf der Terrasse und via You Tube sehr beschäftigt, früher waren wir mit der kleinen Anna sehr oft in Italien beziehungsweise in der Toscana.

Als wir 1987 mit ihr in der Türkei waren, haben wir auf der Rückfahrt die Tante Dora in Belgrad besucht und das 1998, kurz vor dem Kosovokrieg noch einmal der schon größeren Anna wiederholt und da sind wir schon beim Thema.

Denn ich habe mich ohne viel von dem Land zu wissen, für Kroatien entschieden, macht doch dort auch der Thomas Wollinger mit seiner Schreibegruppe seine Screibeurlaube, Camps oder Workshops und so hat sich der Alfred, ich glaube schon im Februar oder März nach der Ferienmesse von der er einen Rucksack voll Prospekte nach Hause brachte, hingesetzt und die Route geplant.

Zuerst wollte er über Triest und mit dem Schiff fahren, dann hat er einen anderen sehr detailierten Plan gemacht, den ich nicht besonders angeschaucht habe, denn bevor ich nicht dort bin, interessieren mich die Reisehandbücher und die Gebrauchsanweisungen nicht sehr.

Daß man damit einfahren kann, habe ich vor ein paar Jahren in Riga bemerkt, denn da suchte der Alfred den Campingplatz, den „best Camp of town“ und ich schaute in einem seiner Reiseführer nach und sah, daß dort „Die Hunde von Riga“ als passende Reiselektüre empfohlen wurden und shit, das hatte ich ja vor einiger Zeit im Schrank gefunden und nicht mitgenommen, verdammt!

So habe ich mich schon diesmal vorher nach der passenden Lektüre umgeschaut und nicht viel gefunden oder Schwierigkeiten  mit der Einordnung gehabt, wer denn jetzt ein kroatischer Autor ist? Marica Bodozic wurde dort geboren, ist aber in Deutschland aufgewachsen, Jagoda Marinic wurde überhaupt schon dort geboren, hat aber ein Kroatienbuch geschrieben, Bora Cosic, der heurige Gewinner der Leipziger Buchmesse wurde in Zagreb geboren, lebt in Rovinji und Berlin und viele Autoren, die mir vom Namen her passend schienen entpuppten sich als Slowenen.

Von denen habe ich im Literaturhaus  schon einiges gehört und auf den Messen auch diverse Vorschauen und Leseproben mitgebracht, meine Kroatienliteraturausbeute war also eher dürftig und die Autoren lebten dann eher woanders und jetzt, wo ich schon in Harland bin, bin ich noch darauf gekommen, daß ich außer „Tito ist tot“ auch noch „Titos Brille von Adriana Altaras, die 1960 in Zagreb geboren wurde, aber 1967 in Italien lebt, über meinen Bett liegen habe.

Aber ich wollte über Grenzen schreiben und die sind nicht nur im Kopf, sondern auch auf der Straße und jetzt viel mehr als je, denn obwohl wir ja in der EU sind, werden die jetzt, wo soviele Flüchtlinge nach Österreich und Deutschland wollen, ẃieder verstärkt kontrolliert, was ich schon letztes Jahr als wir in Salzburg in den Zug nach Ulm einstiegen, merken konnten. Heuer im Jänner in Salzuburg noch einmal und als wir im März in Leipzig waren, wurden wir an der deutschen Grenze zwar nicht angehalten, mußten aber an der Polizei vorbei im Schritttempo fahren.

Aber jetzt wollten wirnach Kroatien und mußten da gleich nach Leibnitz unserem ersten Tagesreiseziel  durch Slowenien fahren. Das war früher, als es die EU noch nicht im heutigen Umgang gab, jugoslawisches Staatsgebiet und als ich vor vielen Jahren einmal mit dem Herrn Benesch und der Sigrid ein paar Tage in der Steiermark verbrachte, gerieten wir beim Schwammerlsuchen irrtümlich ins slowenische Grenzgebiet und hatten keine Päße mit.

Jetzt fuhren wir zuerst einmal eine Stunde durch Slowenien, bevor wir nach Kroatien kamen und als ich dort,  mit dem Lesen der kroatischen Gebrauchsanweisung begonnen habe, waren wir schon wieder weg, denn der Alfred wollte das Wochenende in Kotor in Montenegro verbringen, weil es dort die berühmten Fjorde gibt.

Um dorthin zu gelangen mußten wir noch einmal über eine Grenze, nämlich durch Bosnien-Herzegowina und der Alfred begann, obwohl er sich doch einen so tollen Reiseplan machte, davon zu reden, daß er sich die berühmte Brücke von Mostar, die es ja nicht mehr oder nicht mehr in derursprünglichen Form gibt, ansehen will.

Die haben wir dann nicht gesehen, sondern sind von Kotor, Mentenegro, das im Gegensatz zu Kroatien nicht in der EU ist, aber den Euro als Zahlungsmittel hat, wieder nach Kroatien zurück und daß es dort in den Neunzigerjahren einen Krieg gegeben hat, der die jugoslawische Föderation auseinanderbrach, war vielleicht auch daran zu merken, daß überall gebaut wurde, aber vielleicht betraf das auch nur die Appartmanis für die Touristen, die ja in Scharen nach Kroatien kommen.

In Dubrovnik steht an der Stadtmauer aber genau geschrieben, was der Krieg alles zerstörte und in der Geschichte, die man in den Reisehandbüchern nachlesen kann, ist auch sehr viel von Kriegen, Zerstörungen und Grenzversciebungen zu erfahren.

Über die Grenze ging es aber von Montenegro wieder ein Stück durch Bosnien und dann fuhren wir auch von Dalmatien nach Istrien, das aber zum selben Land gehört, während die Städte Opatija, Rieka, Rovinji, Dubrovnic früher anders geheißen haben, weil sie offenbar zu Italien gehörten und die Spuren der K und K Monarchie soll zumindest laut Führer auch überall zu merken sein, der Wiener Einfluß auf den Hotelterrasse  von Opatija, wohin sich früher die Wiener Künstlerschickeria in den Urlaub verzog, aber auch heute urlauben  sehr viele Österreicher in Kroatien, offenbar weil es billiger, als Italien ist und die Kellner sprechen meistens, vielleicht weil sie ehemalige Gastarbeiter waren, auch sehr gut Deutsch und ob sie jetzt Bosnier, Serben, Kroatier, etcetera sind, ist vielleicht nicht so leicht auszunehmen, wie auch dieSprache, die einmal serbokroatisch hieß und wahrscheinlich immer noch in beiden Ländern mit Ausnahme der verschiednen Dialektausdrücke, die ja auch das österreichische vom Deutschen unterscheidet, wie ich merken kann, wenn ich in Leipzig auf der Messe nach einem Sackerl frage, obwohl die auch dort schon manchmal antworten, „Aha, Sie komme4n aus Österreich!“, zu verstehen ist.

Das Sprachproblem fiel aber weg, da ich weder kroatisch noch serbisch spreche und auch nicht tschechisch, obwohl meine Gropßmutter, glaube ich, von dort genauso, wie die Tante Dora herkam, die sich ja  nach Serbien verheiratete, so daß mich der Grenze 1998 einige Male so ansprach, weil er mich dem Namen nach vielleicht für eine Slowenin hilt,

Jetzt wurden wir meistens  auf Englisch angesprochen, bevor die Kellner auf das Deutsche überwechselten und in Pula sind die Straßentafeln, wie in Kärtnen, wo es deswegen immer noch große Probleme gibt, zweisrachig. Deutsch und Italienisch, die Leute sprechen dort oft auch so und die Kellner versuchen es mit einem „Bon Giorno!“ und vor hundert Jahren hat die Stadt Wien in Rovinji oder Rovingo ein Erholungsheim oder ein Seespital mit einer Dr. Luegner Warte, der damals ja in Wien Bürermeister war, errichtet.

Interessant die Spuren der Geschichte, die man in Kroatien finden kann, die Türken sind auch einmal eingefallen und ganz vorher waren die Römer da, so daß man immer noch durch Tempeln wandern und Mosaike bewundern kann. Die meisten Toruisten kommen aber zum Baden, was wir nicht so machten und die letzten Urlaubstage hat es auch sehr viel geregnet und das letzte Stück, als wir von Motovun abreisten, ging auch wieder durch Slowenien an Ljubiana und Maribor in Richtung Graz vorbei und im „Ex Libris“ wurde gerade, als wir in Harland in die Endergasse einbogen ein neuer Roman eines Slowenen, der über den Krieg geschrieben hat, vorgestellt und interessant dazu ist vielleicht auch, daß der Bosnier Sasa Stanisic im „Merian-Heft über Kroatien“ einen Artikel hat.

2016-06-01

Dubrovnik

Filed under: Bücher,Glosse,Reisebericht — jancak @ 23:53
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Dubrovnik, Aufstieg auf den Brdo Srd

Dubrovnik, Aufstieg auf den Brdo Srd

Das uralt Büchlein über „Dubrovnik und Umgebung“ aus dem Jahr 1976 aus dem Druckhaus „Tiskara Turistkomerc, Zagreb“, habe ich vor ein paar Wochen im offenen Bücherschrank gefunden und den Alfred gefragt, ob wir bei unserer Kroatienreise, ich bereite mich vorher ja nie besonders vor, auch dorthin kommen?

Sonst hätte ich es nicht genommen. So habe ich es aber in meine Büchertasche gepackt und dann, als wir von dem Montengrinischen Wochenende wieder zurückkamen und in Dubrovnic auf einem sehr teuren Camp übernachteten, es herausgezogen und in die Stadt mitgenommen.

Inzwischen wird es ja dort ganz anders sein, habe ich, glaube ich in meinem Büchervorbereitungsartikel geschrieben und das stimmt und stimmt auch nicht, denn die Kirchen und die Klöster schauen noch genauso aus und einige habe ich auch nach dem Führer wieder erkannt, sind aber trotzdem nicht mehr ganz dieselben, denn im Krieg wurde ja einiges zerstört.

Wenn man mit dem Bus vom Camp in die Stadt fährt und  durch das Stadttor in die Altstadt geht, kann man das auf einer Tafel nachlesen und die Föderation Jugoslawien, als Teil des sochender Band vom Touristenverein herausgegeben wurde, gibt es auch nicht mehr.

„Jugoslawien-Kroatien-Dubrovnik“, steht auf der Schmallseite geschrieben und ist wahrscehinlich Teil einer Reihe. Ein kleines Büchlein, das man gut in die Tasche stecken und zum Stadtbummel mitnehmen kann, mit vielen Abbildungen und das habe ich auch getan.

Die Professoren Dubravka Beritic und Tomislav  Sulja, haben denn Text geschrieben. Es gibt sieben Fotografen, die ich jetzt gar nicht alle anführe und am Cover die Stadtansicht, die man auch auf der Busfahrkarte und sogar auf dem Erfrischungstüchlein, das man in dem Restaurant bekam, wo wir eine Fischplatte aßen, sehen kann.

Dann gibts ein Motto von Hanibal Lucic:

„Dubrovnik, du Ruhm unserer Sprache Du sollst immer und in Ewiigkeit blühen. Gerechtigkeit ist deine Grundlage, Vernuft deine Nahrung. Darum kannst du in Ruhe leben.“

Und Dubrovnik hat ja auch überlebt und sich verändert, ist inzwischen wahrscheinlich ganz tredy geworden. Aber das, was in dem Büchlein steht ist immer noch aktuell.

Geht es da ja um die historischen Schätze und so beginnt es  nach einer kurzen Erläuterung der geografischen Lage mit der Geschichte. Die Gründung der Stadt wird erzählt und das Verhältnis zu Venedig und einen Exkurs in die Dubrovniker Literatur gibt es auch.

Dann beginnt schon der Bildteil und man kann die Hauptstraße  mit ihrem Marmorboden, wo es keine Autos gibt, bewundern. Gut, die abgebildeten Menschen sind jetzt anders gekleidet. Die Minikleider sind verschwunden, dafür gibt es Turnschuhe und Baseballmützen. Aber einige Kirchen habe ich, wie schon beschrieben, nach den Abbildungen erkannt.

Man sieht den Rektorenpalast, an den kann ich mich nicht erinnern, aber vielleicht heißt er jetzt auch anders und dann den alten Stadthafen, bei dem wir  gewesen sind. Das alles wird dann auch genau beschriebrn. Das Dominikaner- und das Franziskanerkloster und ein Bild von der Franziskaner-Apotheke gibt es auch.

Über die Stiege zu der Jesuitenkirche sind wir gegangen und auch auf der Stadtmauer die Stadt entlang und haben auf die Dächer von Dubrovnik hinuntergeschaut, wo es, wie auch in den anderen kroatischen Städten und Dörfern, das muß ich jetzt erwähnen, damit ich es nicht vergresse, viele Katzen gibt, die herumlaufen und sich verstecken, wenn man sie anlocken und streicheln will.

Ich tue das ja nicht so gerne, denn ich bin ja keine so besondere Katzenfreundin, beziehungsweise mag ich sie nicht auf meinen Schoß sitzen haben.

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Der Alfred ist da anders und so hatte er oft etwas zum Streicheln, sofern die Katzen sich das ließen und in einigen Kirchen sind wir auch gewesen, obwohl ich als Nichtkatholikin, das Kirchenbewundern auch nicht so gerne mag.

Es sind aber Kulturschätze und  haben den Kommunismus überlebt und sind auch in dem kleinen Büchlein zu bewundern, das dann auch einige Abbilungen von den Hotels hat, die es vielleicht nicht mehr alle gibt und wenn schon vielleicht nicht mehr von den Tourismusbüros betreut werden, die in dem Buch angegeben sind.

Die Festung Minceta haben wir aber gesehen, beziehungsweise bestiegen. Dort waren auch sehr viele Japaner die ihre Handies auf langen Stangen vor sich hertrugen und damit, was den Alfred, der aber ebenfalls fotografierte, ärgerte, ihre Selfies machten und jetzt weiß ich endlich, wie das geht.

Sommerfestspiele gibt es auch, aber die werden heuer wahrscheinlich erst eröffnet, so kann ich mich mit der Abbildung der Vostellung von „Dundo Maroje“ begnügen.

Dann geht es in die Umgebung, wo wir wahrscheinlich auch nicht waren. Man sieht das Hotel „Adriatic“ und den Hafen Gruz.

Die Museen werden beschrieben und wie schon erwähnt, die Hotels in allen ihren Kategorien. Dann sieht man noch die Tänzerinnen bei einer Folklore-Veranstaltungen mit ihren weiß schwarzen Dirndlähnlichen Kostürmen. Eine Frau mit einer weißen gestärkten Haube und eine andere vor einem reichgedeckten Restauranttisch, ist ebenfalls zu sehen

Spannend also die Geschichte mit der Gegenwart zu vereinen und mit einem uralten Büchlein durch eine Stadt zu gehen, die es so nicht mehr gibt oder doch natürlich, ganz genau nachgebildet und wahrscheinlich doch ganz anders. Eineinhalb Tage sind wir dort gewesen, über die Stadtmauer marschiert, haben einmal Fischplatte und einmal im Panoramarestaurant Tuna-Salat gegessen, bevor wir mit der Seilbahn wieder hinunterfurhen.

Hinauf sind wir gegangen, weil wir die Station nicht so schnell fanden. Das war aber sehr schön und bei der Seilbahnstation ganz oben, wo man die Tickets bekam, gab es auch einen Shop mit wahrscheinlich aktuelleren Dubrovnik-Führern. Mir hat aber mein alter Fund genügt und ich kann mich auch erinnern, daß meine Schwester in den Sechziger oder Siebzigerjahren dort gewesen ist und als Souvenier eine Tasche und einen ähnlichen Führer mitgebracht hat.

2016-05-31

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution

Der 1932 in Zagreb geborene, in Rovinji und in Berlin lebende Bora Cosic hat heuer mit seinen „Tutoren“ den Preis für die beste Übersetzung beim Leipziger Buchpreis gewonnen und seine „Rolle meiner Familie in der Weltrevolution“ ist 1994 bei „Rowohlt“ erschienen und wurde in der von Elke Heidenreich betreuten „Brigitte-Edition“ wieder aufgelegt, wo das Buch mit anderen aus dieser Reihe vor einigen Jahren bei der „Buchlandung“ in der Abverkaufskiste lag, wo ich es mir um einen Euro kaufte, in mein Bücherregal stellte und jetzt, als ich mich auf meinen Kroatienurlaub vorbereitete, herausnashm.

Daß das nicht so leicht ist, herauszufinden, wer ein kroatischer Autor ist, habe ich schon geschrieben.

Bora Cosic wurde in Zagreb geboren ist aber in Belgrad aufgewachsen. ei „Wikipedia“ steht auch etwas von einem serbischen Schriftsteller, der während des Krieges Belgrad „Der Stadt aus der heraus der Krieg regiert wird“ aus Protest verlassen hat und sich nach Rovinji begab, das in Istrien liegt, wo wir auch zwei Tage auf einem Campingplatz übernachtete. Er lebt auch in Berlin und hat, wie ich in „Wikipedia“ sehe, schon viel geschrieben.

Allein der Titel macht schon aufmerksam und neugierig und Elke Heidenreich schreibt auf den Buchrücken „Was soll denn das? Etwa ein Familienroman? Sagen wir lieber: eine absurde Collage über alles, was einer Familie, die sich irgendwie durchwurschtelt, in einem diktatorischen Staat passieren kann“

In der „Biographischen Notiz“ kann man  lesen, daß das Buch zuerst 1969 in einem Selbstverlag herausgekommen ist, danach erschien es 1969 in Belgrad, 1980 gab es eine zweite editierte Fassung, weil der Autor das Buch mehrmals umgeschrieben hat, in Deutsch ist es, wie schon erwähnt bei „Rowohlt“ herausgekommen und ein „Selbstportrait“ das der Autor am 19. September 1993 in Rovinji geschrieben oder unterzeichnet hat, gibt es auch.

Ich habe das Buch ja während meines montenegrinischen Wochenende gelesen und die Weltrevolution geht offenbar in die „kommunistische  Diktatatur“ zurück, wo eine Familie, Vater, Mutter, Onkel, Tanten, Großvater, in einer Belgrader Wohnung lebt und  das neue System des Staates, das den Sohn zu einem Pionier oder auch zu einem Spitzel macht, während die Mutter Kleider näht, der Vater trinkt, die Tanten ihre Hüte ausprobieren, „Stille Post“ wird auch grespielt, erlebt.

„Der Sekretär forderte uns auf  „Jeder sagt jetzt seinem Nebenmann ein geheimes Wort zur Probe!“ und nennt das „Informationskette“.

Die Sätze werden scheinbar zusammenhanglos in zwanzig Kapiteln, auf hundertfünfunddreißig Seiten locker oder auch absurd  aneinandergereiht.

Es beginnt mit „Mama näht einen Beutel. Auf den Beutel stickt sie die Buchstaben „Für Zeitungen“ und endet mit „Der Onkel wechselte siebenundzwanzigmal den Beruf, den wichtigsten, den des Liebhabers, nicht mitgezählt. Der Onkel zählt seine Miezen bis fünfhundert, dann gab er es auf. Mama zählte ihre Küchenmaschinen Marke „Aleksanderverk“ ,  Opazählte die Streichhölzer ab, aus einer Schachtel, einer gsnhz kleinen. Das war in einem großen Gedränge. All das geschah in einem durcheinander, aber so war es. So, oder noch schlimmer.“

Damit das Durcheinander nicht zu groß wird gibt es im Anhang eine „Transkription und Hinweise zur Aussprache“.

Anmerkungen gibt es auch, das Selbstportrait und den schon erwähnten Hinweis, daß das Buch mehrmals umgeschrieben wurde.

Gelesen habe ich es in Montenegro, als ich von Rovinji und daßich dort auch hinkommen würde noch keine Ahnung hatte, weil ich mich vor denm Urlaub ja nie besonders vorbereite und alles auf mich zukommen lasse und es hat mich in das Belgrad der Nachkriegsjahre  zurückversetzt, als der Sohn oder auch Bora Cosic groß wurde, der Belgrad dann verlassen hat und den ich in Leipzig auf der Messe sah, als seine Übersetzerin den Preis für die beste Übersetzung bekam.

„Die Tutoren“ sind, habe ich gehört, schwer zu lesen und noch nicht zu mir gekommen.

Dank Elke Heidenreich und der „Buchlandungsabverkaufskiste“ habe ich jetzt aber einen interessanten Autor kennengelernt und, daß das mit der Unterscheidung, ob jetzt serbisch oder kroatisch, nicht ganz so einfach ist, habe ich vielleicht schon vorher gewußt und irgendwie gehört vielleicht auch dad zusammen, was später auseinandetrbrach, nach dem zweiten Weltkrieg kam der Kommunismus und dann der Krieg und ich bin jetzt wieder neugierig, ob und was ich noch von Bora Cosic hören und lesen werde.

2016-05-30

Montenegrinisches Wochenende

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 15:13
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Morinj (Kotor)

Morinj (Kotor)

Wir sind  bei unseren heurigen Urlaub, nicht nur, wie ich eigentlich glaubte und es so angekündigt habe,  in Kroatien gewesen, sondern sind am ersten Freitag für das Wochenende gleich nach Montenegro, nämlich nach Morinj auf den Autokamp Naluka gefahren, weil es dort die schönsten Fjorde zu bewundern gab.

Morinj ist ein keines Kaff oder ein Campingplatz auf einer Wiese mit einem sehr freundlichen Campingwart, aber das sind die Kroaten, beziehungswese die Montenegriner alle, der uns in einem guten Deutsch alles, sehr genau erklärte.

Um acht kommt der Mann mit dem Brotwagen und zweihundert Meter weiter unten gibt es die Post, einen Shop, ein Strandcafe und ein Restaurant.

Daß es hinter einem Parkplatz versteckt, ein Spitzenrestaurant gibt, erzählte er nicht, das hielt er wohl für zu teuer.

Der Alfred war aber schon mit dem Karli da und so sind wir, nachdem das Zelt aufgestellt war und der Campingwart inzwischen auf den Platz herumging und von allen Campern die  Meldedaten aufnahm. Das muß man so, las ich im Reiseführer oder eigentlich sollte man als Camper auch auf die Polizei gehen und sich anmelden, durch den Ort gegangen.

Auf dem Camp waren, wie eigentlich überrall auf unserer Reise sehr viele Österreicher. Ein jungres Paar aus Sankt Georgen hat uns später auch angesprochen, ein paar Engländer waren da und Wiener und Linzer, die sich am Morgen ganz früh im breiten Dialekt unterhalten haben.

Aber noch ear es nicht so weit. Noch war erst das Zelt aufgestellt und wir sind die zweihundert Meter hinunter  und den Strand sondieren gegangen. Eine Aussicht, die mich an den Wolfgangssee erinnerte, aber natürlich viel größer und Meer, kein See.

Deshalb gab es  auch ein Beach Cafe mit modernen Korbstühlen, in Montenegro, beziehungsweise dort, wo wir waren ist, alles sehr modern und schick und dann irgendwie auch ein bißchen schlampig, beziehungsweise unfertig.

So wurde neben dem Spielplatz gerade gebaut,  die Arbeiter liefen herum und kletterten auf das Dach, während sich die Urlauber sonnten und Caffee Latte oder Cocktails konsumierten, obwohl im Führer stand, der Caffe Latte wäre noch nicht in Montenegro angekommen.

Stimmt nicht so ganz. In Kroatieen wurde einem stattdessen meist ein Cappucchino serviert. Hier gab es sogar ein stilechtes Caffee Latte Glas und dann sind wir ein Stück den Strand entlang gegangen, bis zu einem Haus mit Spielplatz, das einmal vielleicht ein Gasthaus war.

Kotor

Kotor

Überall mehr oder weniger improvisierte Badeplätze und am Rückweg sind wir zu dem Restaurant, über den Parkplatz, wo es auch Betonmischmaschinen, beziehungsweise Hendln hinter einem Zaun mit schönen Blumen gab und haben uns nach den Preisen erkundigt.

Die Calamari kosteten vierzehn Euro. Das muß man in Wien auch bezahlen. So haben wir uns für den Samstag Mittag angemeldet, denn ich eße ja nicht so gern am Abend und sind inzwischen ein bißchen in dem Park herumspaziert, der mit seinen japanischen Brücken  an den Lederletiner erinnerte. Alles sehr fein und elegant, mitten in der Wildnis und der tolle Park grenzte auch an den Campingplatz.

Durchgehen konnte man aber  nicht. So sind wir auf der Straße zurück und am Morgen nach dem montenegrinischen Frühstück mit den drei Eiern, das wir doch bekommen haben, um den Fjord herumgefahren, ein Stück auf einen sehr schmalen Weg, wo man aufpassen mußte, nicht ins Wasser zu fallen. Über eine Fähre ging es auch und dann auf den Camp, beziehungsweise in das Restaurant  zum Mittagessen.

Fischsuppe habe ich gegessen und Calamari, Rotwein und nachher einen Caffe Latte, der, glaube ich, ein Cappuchino war und dann noch einmal nach Kotor, wo, weil Samstag Nachmittag sich schon die Bräute am Peer gruppierten. Eine Hochzeitsgesellschaft ist auch gerade in das Restaurant gekommen, als wir mit dem Essen fertig waren und hat sich vielleicht in dem schönen Park für die Fotos posiert.

Am nächsten Tag ging es dann nach Cetinje, das ist eine Stadt am Berg und noch schwieriger zu erreichen, als das Konoba genannte Spitzenrestaurant.. Denn die Baustelle war viel größer und der Weg zu der Stadt war auch bis ein Uhr geperrt oder nur von der anderen Seite zu befahren, was uns ein Taxifahrer erklärte, der uns dann auch einen Grill zeigte, wo es sehr gute Cevapcici gab.

Schließlich sind witr doch hinaufgekommen und herumgefahren. Aie Aussicht schön und sehr beeindruckend. Die Abfahrt war ein bißchen schwierig, denn plötzlich war es sehr voll, alles verstopft. Denn unten gab es ein Autorennen, so daß wir etwas warten oder nur in die andere Richtung, als geplant, fahren konnten.

Am Abend besuchten wir dann das andere Restaurant, wo die Kellner wieder sehr freundlich waren. Inzwischen kamen Polen auf den Campingplatz und stellten ihre Zelte auf und eine schwarze und eine weiße Katze gab es auch und am Montag haben wir das Zelt abgebaut, auf den Brotmann gewartet, noch einen Abschiedskaffee im Strandcafe getrunken und sind nach Dubrovnik gefahren.

2016-05-29

Vom Campen

Autokamp "BORIK" (Zadar)

Autokamp „BORIK“ (Zadar)

Jagoda Marinic schreibt in ihrer „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ auch über das „Camp kucice“

„Deutsche Urlauber sind in Kroatien oft Camper“ beginnt ihr Kapitel, in dem sie erzählt, daß sie damit nur schlechte Erfahrungen machte, weil zuerst stand das Zelt bei einer Disco und als sie es dann mit ihrer Freundin wieder aufbaute, fing es zu regnen an und aus der Traum vom schönen Urlaub, den die deutschen Familien mit ihren Campingbussen  oft wochenlang machen und sich dann mit ihren Krimis an den Strand legen und nicht miteinander reden, was Jagoda Marinic oder ihren Cousin sehr amüsierte.

Als ich an dieser Stelle angelangt war, fuhren wir das zweite Mal in Trogir in den  „Rozak-Camp“ ein und der hat, wie von Jagoda Marinic beschrieben, ein sehr schones Restaurant, eigentlich eine Anreihung von Bänken im Freien, wo man auf das Meer hinaussehen kann, denn der ganze Campingplatz ist eine Insel, in etwa zehn Minuten geht man um ihn herum und auf den Wiesen dazwischen stehen die großen Campingbusse mit den deutschen oder holländischen Kennzeichen und da urlauben wahrscheinlich auch die Familien, die eine eigene Küche haben, daher nicht das Restaurant besuchen, außer es gibt vielleicht einen dalmatinischen Abend.

Den Kaffee fürs Frühstück kochen sie sich aber selber und dazu holen sie sich von der „Pekarna“, die vor dem Camp ihren Wagen hat, das Brot und die Kipferln und dann kann es vielleicht auch passieren, daß die Tochter im Bikini ihr ChickLits auspackt und der Bruder seinen Krimi und sie verbringen den Urlaub lesend, denn das soll man ja im Urlaub tun und sich erholen, wie der Hauptverband des Buchhandels sicher rät.

Reiseführer hat man wahrscheinlich auch dabei und vielleicht auch die „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ der Jagoda Matrinic. Da die ja nicht mehr auf Campingplätzen Urlaub macht, sondern sich stattdessen lieber in Appartmanis einquartiert, kann sie, wie sie selber schreibt, das nicht nachprüfen und ich mußte an dieser Stelle schmunzeln, beziehungsweise an meine volle Büchertasche denken, auf die ich mich  sehr vorbereitet habe, obwohl es dann gar nicht soviel kroatische Autoren waren, die darinnen Platz fanden, beziehungsweise der Inhalt eine bunte Durcheinandermischung von dem, was sich so in meinen Bücherregalen angesammelt habe, ist, denn ich bin ja keine Germanistin und Slawistik habe ich auch nicht studiert, sondern eine verbissen seit über vierzig Jahren erfolglos schreibende Autorin, die jetzt mit einer offenbar sehr mangelhaften Orthographie bloggt, was manche meiner nicht sehr zahlreichen Leser sehr erregt.

Nun ja, lieber Hans Raimund, ich habe vielleicht von der kroatischen, slowenischen und vielleicht auch Kärtner Literatur nicht so viel Ahnung, bemühe mich aber sehr und habe also eine bunte Mischung an Büchern, die irgendwie etwas mit Kroatien zu tun haben könnten, in den Urlaub mitgenommen und keine ChickLits, obwohl mir Anna Fischer und Annika Bühnemann noch am Mittwoch vor der Abreise ihr neues Buch als PDF schickten, aber den Computer nehme ich ja nicht auf den Campingplatz mit und das E-Book lag in Harland und wir sind von Wien losgefahren, sonst hätte es sicher gepasst.

Für alle Fälle hatte ich aber auch „Mimikry“ dabei, das mir Christine Seiler ungefähr zeitgleich mit dem PDF vor meiner Abtreise schickte und natürlich Jagoda Marinic und die gleich zweimal, weil ich mir ja „Eigentlich ein Heiratsantrag“ vor Jahren einmal um einen Euro aus einer Abverkaufskiste zog.

Manche meiner Leser mag mein Leseverhalten vielleicht ärgern, ich finde es lustig so „unbedarft“ Urlaub zu machen und hängen bleibt, wie man gleich merken kann, allemal was, denn da kam zuerst die Frage, was Jagoda Marinic zu meiner bunten Büchertasche sagen würde, Marica Bodrozic, neben Bora Cosic und zwei „Gebrauchsanweisungen“ oder „Lesereisen“ gab es auch und dann kam schon die Idee von der deutschen Buchpreisjurorin, die vielleicht im Juni oder Juli mit einem E-Bookreader, wo alle hundertsechzig oder hundertachtig, die genaue Zahl müßte ich nachschauen, Nominierungen darauf sind, die sich damit mit ihren blauen Bus, einer Kaffeemaschine, eiinem Handy und den Laptop vielleicht auf den Campingplatz Rozak im Badeanzug vor das Wasser legt und liest und liest. Dazwschen kann sie auch ein bißchen schwimmen gehen, im Restaurant ein Glas Wein trinken und wenn ihr fad ist, sucht sie sich eine illustre Runde zusammen und spielt mit ihr eine Runde „Mimikry“

Jagoda Matrinic ist wahrscheinlich nicht dabei, hat aber, wie ich herausgefunden habe, gerade in Wien ihr neues Buch vorgestellt und, daß die Jurorin vielleicht Klara heißen könnte, ist mir ein paar Tage später, schon in Zadar, eingefallen, aber das ist eine andere Geschichte, beziehungsweise ein Romankonzept, das ich zum nächsten „Nanowirmo“ oder auch schon vorher, wenn ich zu ungeduldig und schneller fertig bin, schreiben könnte und auf jedenfall ein Sovenier, das ich in meinen grauen Notizbuch mit vielen Anmerkungen und Beilagezetteln zurückgebracht habe.

Jetzt also nur ein paar Anmerkungen zum Campingurlaub, der für mich die reiseunlustige Konsumverweigerin gerade richtig ist.

Ein paar Wochen Minimalleben in einem Zelt, mit einer Reisetaschen, wo die kurzen und die langen Leiberln, die kurzen und die langen Hosen drinnen sind, der bunt zusammengewürfelten Büchetrtasche, keiner Kaffeemaschine und keinen Spirituskocher, statdessen auf der Suche nach einem Morgenkaffee und einem Kipferl zum Frühstück und einem guten Mittagessen, diesmal waren es vor allem Calamari, Fischplatten und auch ein paar Cevapcici und einem Glas Wein am Abend verbringe.

Das ist es, was der Reiseunlustigen, die dann auch immer ein paar Impressionen mitbringt und ein paar Glossen darüber schreibt, gefällt und so habe ich Dank Jagoda Marinic auch eine sehr stimmige Campingplatzgeschichte und vielleicht die Idee zu einen Roman nach Hause gebracht, denn ich wenn die „Berührungen“ fertig sind, schreiben kann….

2016-05-28

Stau in Trogir

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 11:49
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Trogir

Trogir

Unser Kroatienurlaub hat ja nach der Nacht im Hotel Post in Leibnitz, in Trogir auf dem Campingplatz Rozak, das ist eine Insel auf der Insel begonnen, wo man eine halbe Stunde am wilden Lavendl und wilden Rosmarin, den ich mir natürlich abpflücken und mitnehmen mußte, begonnen.

Eine Nacht haben wir zuerst dort geschlafen, bevor wir für ein Wochenende lang nach Monenegro zu den berühmten Fjorden gefahren sind.

Für eine Nacht das Zelt aufgrestellt und in die Stadt gegangen, dort, wo überall vor den Restaurant die Kellner oder Kellnerinnen mit ihren Speisekarten stehen und dich hinein- beziehungsweise auf einen der Straßentische locken wollen.

Du koannst dort Fisch essen oder auch nur ein Eis oder einen Kaffee, beziehungsweise ein Bier trinken. Ich habe in einer Bar einen sehr teuren Pina Colada getrunken und der Alfred hat am Abend auf der Terasse des Camp-Restaurants sein erstes Cevapcici-Sandwich gegessen.

Da habe ich mich dann schon auf das Frühstück, Kaffee und Schokocroissant gefreut, daß es zwischen neun und zwölf geben würde.

So sind wir um acht aufgestanden, haben das Zelt abgebaut und dann gewartet und gewartet, bis uns die Frau von der Rezeption einen Kaffee kochte und wir in Richtung Monetnegro über Bosnien-Herzegowina abgereist sind, was sich nicht als so einfach erweisen sollte.

Zuerst steckten wir einmal im Stau, denn die Wege vom Campingplatz in die Stadt sind sehr eng und schmal und alle wollen dorthin und brausen an dir vorrüber. Die Motrräder tun das, während du hinter einer Betonmischmaschnie oder einem Lastwagen stehst und nicht weiterkommst und geht es dann doch ein Stückchen, kommt aus einer Ecke sicher ein Auto herbei und stellt sich vor dich hin.

So geht die Fahrt nur langsam, langsam weiter und dauert wahrscheinlich länger, als wenn man zu Fuß gegangen wärst. Aber da gibt es einen anderen Weg, am Lavendel und am Rosmarin vorbei, wie schon beschrieben.

Auf der Straße fährt man an den Bäckereien und den Geschäften vorbei und sieht die Männer schon in den Cafes sitzen und sich unterhalten. Die Touristen kaufen inzwischen ihr Brot, alle reden laut und langsam, ganz langsam geht es weiter.

Bis du dann irgendwann bei der Brücke bist, die die Inseln voneinander teilt, und du weiterfahren kannst, am Markt und am „Konzum“ vorbei.

Langsam, ganz langsam in Richtung Monenegro, wo wir  das Wochenende vebrachten. Dann zwei Tage in Dubrovnik waren, bevor wir wieder nach Trogir zum dalmatinischen Abend zurückgekommen sind, mit dem Schiff nach Split fuhren und während wir auf es warteten, beziehungsweise der Kellner vom Rozac-Camp im Stau steckte im Night-Cafe Monaco an der Ecke vor der Brücke, wo alle an dir vorbei brausen, einen sehr guten Cappuccino bekamen.

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