Literaturgefluester

2019-04-09

Heinz und sein Herrl

Filed under: Bücher — jancak @ 00:29
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Nach den vergessenen Dichterinnen geht es jetzt wieder nach Österreich, zu den Debuts und zu „Kremyr&Scheriau“, wo ich Dank Veranstaltungspause jetzt schon die zweite Frühjahrsneuerscheinunglese, nämlich Eva Woska-Nimmervolls „Heinz und sein Herrl“ und die 1969 in Mödling geborene, habe ich ja schon bei den „Wilden Worten“ aus ihrem damals noch unvollendeten roman lesen höre und habe, glaube ich, mit ihr auch schon am Volksstimmefest gelesen und muß sagen, es ist ein interessantes Buch, ein spannendes Debut.

Bei der Lesung habe ich den Inhalt nicht so mitbekommen und mir gedacht, „Was soll das? Ein Roman wo ein Hund die Hauptrolle spielt, so was „Lustiges“, mag ich eigentlich nicht!“

Irrtum, es ist ein sozialkritischer Roman, in der Manier, wie ich auch schreibe. Am Buchrücken steht zwar etwas von „raunzig bis romantisch, die Geschichte von Heinz und seinem schrullig-paranoiden Besitzer“.

Da bin ich wieder einma voll nicht d àccord, denn ich mag es eigentlich nicht, wenn man alles, was irgendwie abseits des Mainstrreams ist, als „schrullig komisch“ bezeichnet.

Denn da ist der, glaube ich, namenloser Besitzer des Heinz, des Hundes, der lebt in einen Gemeindebau in Floridsdorf, lebt vom Arbeitsamt, hat Panickattacken oder ist ein Hypochonder, so daß ihm die Ärtzin zu der er immer geht, um sich zu erkundigen, ob er nicht vielleicht doch Krebs hat und sie das endlich erkannt hat?, zur Kriseninverention schickt.

Dort fährt er hin, geht jedoch nicht hinein, kommt nicht dazu, denn er landet mit seinem Hund, der Heinz wie sein Nachtbar heißt, auf einer Hundedemonstration, dort lernt er die Krankenschwester Irene kennen, so weit so gut.

Oder doch nicht so gut, denn als er vorher mit seinem Hund nach Hause ging, traf er den Nachbarn im Hof. Heinz, der Hund wollte hin, das Herrl rief „Hein komm her!“

Der Nachbar war beleidigt, das Herrl griff zum Besenstil,  der Nachbar stürzte und irgendwer rief aus dem Gemeindebau:“Ich habe alles gesehen!“

So weit, wieder gut, blöd nur, daß der Nachbar etwas später an einem Schlaganfall stirbt und das Herrl, der Hypochonder bildet sich nun ein, schuld daran zu sein.

Er macht sogar Anzeige auf der Polizei. Dazu nimmt er, Sigrid, seine Anwältin mit. Ansonsten ist das Herrl eher ein sozialschwacher Typ, der nicht einmal einen Computer hat, so daß er zu einem Freund oder anderen Nachbarn geht, um sich von ihm eine E-Mail- Adresse einrichten zu lassen, auf der er Irene <nachrichten schicken kann.

Dort kommt es aber zu einem Erpressungsversuch von einem Sheriff, der nun fünfhundert Euro vom  Herrl haben will, sonst würde er der Polizei alles erzählen.

Aber keine Angst, alles geht gut aus und, ich habe, würde ich sagen, endlich einmal einen Roman gelesen, der, wie ich es mir wünsche, nicht so abgehoben ist, sondern von seinen feinen kleinen Andeutungen lebt und trotzdem oder gerade deshalb, sehr unterhält.

Dem Buch war ein „K&S“ Programmheftchen beigelegt. Die Literaturschiene dieses eigentlich sehr großen „Indie-Verlages“ gibt es ja schon seit 2015 und seither sind, wie darauf steht, 6099 Seiten, 29 Bücher, 21 Autorinnen und 17 Debuts erschienen.“

„Wui ganz schön beachtlich!“, könnte man sagen und um ein wenig anzugebendreiundzwanzig habe ich davon  gelesen. Und noch ein weiteres Detail, alle davon waren von jungen Frauen, obwohl es auch einige männliche Autoren gibt.

Vielleicht noch etwas zum Cover und zur optischen Getaltung, die bei „K&S“, meistens, nicht immer, manchmal sind die Covers auch ganz schön kitschig, sehr schön gestaltet sind.

Diesmal ist es wieder eines nach meinem Geschmackt, nämlich ein stilisierter Hund als Titelbild und ein solcher auf jeder Seite und die Seiten sind rotgefärbt, „Mach Platz!“, steht darauf, was vielleicht auch schön stimmig ist.

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2019-03-28

No more Bullshit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:12
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Durch mein vorläufiges Veranstaltungsstop komme ich dazu meine Frauentagsbücher etwas zügiger hinunter zu lesen und ich muß feststellen, eas lohnt sich, weil das zweite aus dem „K & S“ Verlag „No more Bullshit – Das Handbuch gegen sexistische Stammbuchweisheiten“, herausgegeben von dem Frauennetzwerk „Sorority“, hat es in sich und ist vor allem optisch mit seiner schwarz weißen graphischen Gestaltungn und seinen fetzigen Illustrationen ein Lichtblick.

Was den Inhalt betrifft, muß man es vielleicht ein wenig differenzierter sehen, denn ich komme ja aus der Frauenbewegung der Siebzigerjahre und kann jetzt hautnah miterleben, wie die Frauen, die die „AUF“ gründeteten, sich mit ihren „Zündenden Funken“ langsam von der Bühne verabschieden.

Jüngere sind nachgekommen. Sind sie oder sind sie nicht. Da bin ich mir gar nicht einmal so ganz sicher, denn die Zeiten in denen wir leben sind ja sehr neoliberal, rechtspopulistisch und von den prekären Arbeitsverhältnissen geprägt, wo man zwar viel können muß, aber  trotzdem nur befristete Arbeitssverträge bekommt und wenn ich mir so anschaue, was es gerade jetzt für ein Geschrei, um das Gendern und beispielsweise, die gegenderte Bundeshymne gibt, kann man nur den Kopf schütteln,  auch wenn man den Rechten so zuhört, die ihren „Frauen und Mädels“ ja beschützen wollen und dabei recht reaktionäre Vorstellungen zu haben scheinen.

„Frauen wollen ja gar nicht in Führungspositionen“, „Qualität statt Quote“ „Verstehst du keinen Spaß?

„Verschlägt es Ihnen angesichts solcher Sprüche manchmal die Sprache? Schluss damit! „No more Bullshit!“, fordert die Sorority und gibt allen, die auf absurde, sexistische Stammtischweisheiten mit mehr antworten wollen als einem Augenrollen nun ein Buch in die Hand, das einlädt – zum Aufschlagen – Nachschlagen und Zurückschlagen“, steht am Buchrücken und in diesem Sinn geht es  durch das hundertfünfundsechzig Seiten Buch, an dem auch männliche Autoren, wie beispielsweise Romeo Bissuti von der Männerberatungsstelle, den ich von psychologischen Fortbildungen kenne, mitgearbeitet haben und das in zwei Teile aufgegliedert ist.

Im ersten Teil geht es um „Bullshit“ entlarven. Ihn also aufdecken und erkennen und im zweiten, um das Entkräften und da werden fünfzehn Weisheiten auseinander genommen, von denen ich bei einigen mit den Anglizismen schon meine  Schwierigkeiten hatte, denn, was bitte ist ein „Pay Gap?“

Ach ja, da geht es immer noch darum, daß die Frauen, obwohl sie jetzt  schon hundert Jahre wählen dürfen und statistisch  gebildeteter als die Männer sind, immer noch weniger, als letztere verdienen.

Dann geht es um die Ausrede, das man keine Frau für das Podium, die Stelle, etcetera, gefunden hat und gegen die „Quote“ wird ja überhaupt von männlicher und rechter Seite derzeit sehr angekämpft.

„Qulität statt Quote!“, heißt es da oft mehr als scheinheilig und jetzt hätte ich fast auf die „Rabenmütter“ vergessen und interessant ist in dem Kapitel,  daß da geschrieben wird, daß es diesen Ausdruck nur im Deutschen gibt.

Ein Vater, der den ganzen Tag arbeitet, um seine Familie zu ernähren und seine Kinder deshalb nur schlafend oder am Sonntag sieht, ist kein solcher. Die berufstätige Mutter aber schon, obwohl man das auch differenhzierteer sehen kann und ich eigentlich noch immer an die entwicklungspsychologischen Regeln glaube, die ich in meinem Studium gelernt habe, daß man die Kinder nicht vor drei Jahren in den Kindergarten geben sol..

„Ich bin für Humanismus nicht Feminismus“, heißt das Kapitel das die Soziologin Laura Wiesböck geschrieben hat, von der ich das erste Frauentagsbuch gelesen habe und das ist ein Argument, das man in rechten Kreisen sehr oft hört und die ja sehr gegen jede Quote sind.

„Ich fühl mich nicht unterdrückt!“, japsen dann vielleicht manche Frauen zwischen ihre befristeten Dienstverträgen und den Männenr, die ihnen, ja eh, bei der Hausarbeit helfen, sich ihn aber nicht mit ihr teilen und „Sei nicht so sensibel!“, hört man auch oft von Männern, wenn sich Frauen über etwas beschweren.

Da sind wir bei den Klischees oder den „Buben die nicht weinen und den Mädchen, die nicht pfeifen dürfen!“ und da waren wir schon in den frühen Neunzehnachtzigerjahren, als Johanna Dohnal mit dem „Jugend und Volk- Verlag“, zu einem nicht rollenspezifischen Frauenbuch aufgerufen hat, wo ich mit meinen „Güler will kein Kopftuch mehr“, gewonnen und später einen Teil des österreichischen „Kinderbuch-Preises“ bekommen habe.

Die Frau sind  gefühlsbetonter und wollen mehr reden, während man den Männern, das vielleicht noch immer  austreibt und ein „Indianer weint nicht!“, sagt.

Aber nein, das darf man in den sprachkorrekten Zeiten wahrscheinlich nicht mehr sagen und dann bleiben, die starken schwachen Helden über, betrinken sich oder bringen sich viel öfter um, als ihre angeblich so sensiblen Frauen, die inzwischen neben Beruf und Kindern, den Haushalt schupfen.

„Da wären wir schon bei dem „Sei nicht so hysterisch“ und haben das „Alle Türen stehen euch doch eh offen, aber ihr wollt doch gar keine Führungaspositionen“ übersprungen, obwohl das sicher ein noch lange nicht erledigtes Thema ist.

„Feminsmus ist mir zu extrem!“, sagen manche Frauen, und ich wundere mich, ganz ehrlich immer, wenn mir eine Frau „Ich bin Arzt!“, erklärt und mich dann erstaunt anguckt, wenn ich „Nein, sind Sie nicht!“, antworte und auf meine Erklärung vielleicht noch kontert „Ach hören Sie doch zu gendern auf!“
Ich bin jedenfalls eine Frau und eine Psychologin. Gegen das „Frau Doktor!“, habe ich nichts einzuwenden und ich schreibe auch manchmal „man“, wenn es mir im Text passend erscheint.

Sage auch gern „Gutmenschin“, denn das halte ich, jawohl immer noch für kein Schimpfwort, sondern für etwas, was eigentlich sehr sehr wichtig ist aber da wären wir  schon beim nächsten Thema, obwohl gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskrimierung geht es in diesem Buch auch und ich bin froh über die „K& S – Frauenreihe“, da wir ja in Zeiten leben, wo gegenwärtig  viel passiert, was nicht schön ist und von beiden Seiten Kränkungen und Mißverständnisse vorhanden sind, die das miteinander reden, was ich für sehr wichtig halte, oft verhindern.

Aber das denke ich, muß und soll sein, so daß es gut ist, mit den Männern und den Frauen, die nicht gendern und keine Quote wollen, zu reden und natürlich ist es auch wichtig, die Frauen selbst bestimmen zu lassen, was sie anziehen wollen und wenn das ein Kopftuch ist, dann denke ich, daß kein  kein Politiker und auch keine Feminstin etwas dagegen haben darf, was allerdings auch umgekehrt gilt, daß man niemanden dazu zwingen darf und deshalb sind Bücher, wie dieses, in den Zeiten, in denen wir leben sehr sehr wichtig und ich bin froh, daß ich es während meines letzten Ambulanzbesuchs fast ausgelesen habe.

2019-03-26

In besserer Gesellschaft

Jetzt kommt ein gesellschaftspolitisches Sachbuch nämlich „In besserer Gesellschaft – Der selbstgerecht Blick auf die anderen“, der Soziologin Laura Wieböck, die ich auf der letzten Donnerstag-Demo auf der ich war, sprechen hörte.

Da hat mir „K&S“ das Buch schon zum „Frauentag“ angeboten und da ich mich ja für den Feminismus, die Gesellschaft interessiere und außerdem auch ein paar Semester Soziologie im Nebenfach studierte, bevor ich zur Humanbiologie wechselte, geht es jetzt ein bißchen an das Sachbuchlesen und ich muß sagen, das ist sehr interessant.

In acht Kapitel wird der selbstgerechte Blick abgehandelt und in einem Vorwort auch kurz die Probleme der multikulturellen, immer mehr nach rechts abweichenden Neid- und Hetzgesellschaft erklärt.

Dann geht es in Kapitel eins um die Arbeitswelt, die heute höchstwahrscheinlich ganz anders ist, als ich sie in den soziologischen Studien der Siebzigerjahren erlebte oder ein Jahrzehnt später zuerst als Assistentin an der II HNO-Klinik- Sprachambaulanz und  später in meine Praxis einstieg.

Denn inzwischen gibt es ja die prekären Arbeitsverhältnisse und die Generation Praktikum, wofür beispielsweise eines im Kulturbereich „ein perfektes Englisch und ein Mc Book“ Vorraussetzungen ist und hat man dann ein solches mt einem Zehnstundentag, „zieht man es am Abend vor Yoga zu machen oder einen Avocadosalat zu essen, statt sich an an einer Demonstration zu beteiligen, so daß nach den Worten von Byung Chul Han, sich Burnout und Revolution ausschließen.“

Ganz ist das vielleicht doch nicht so, sind die Donnerstagsdemos neben den „Omas gegen Rechts“ auch von recht vielen jungen Leuten bevölkert. Die Gesellschaft ist aber sicher verwöhnt und hat hohe Ansprüche, wie man gleich im nächsten Kapitel, nämlich in dem, wo es über die Geschlechter geht, sieht.

Da ist in unserer Gesellschaft heute auch sehr viel in Umbruch. Es dreht sich sehr viel um die Transgender-Identität und um das dritte oder noch andere Geschlechter.

Trotzdem werden an die Frauen immer noch erhöhte Ansprüche gestellt, sie haben in Richtung Bildung, die Männer zwar schon auf oder sogar überholt, haben aber einen größeren Leistungsdruck bezüglich Schönheit und die Hygieneartikel, die sie beispielsweise für ihre Menstruation benötigen, fallen steuerlich in die Luxusklasse und dann zahlen sie vielleicht beim Friseur auch noch mehr als Männer.

Die Männer haben auch einen hohen Druck, müssen stark sein, dürfen nicht weinen, sondern müssen ihre Männlichkeit beweisen und gerade bei den Rechten kann man merken, daß sie sich wieder als die Beschützer gegen „die Mädels und die Frauen“ aufspielen und die Lehrerinnen beispielsweise  von den Schulen wegdrängen wollen, weil die sich angeblich nicht gegenüber den Ausländern durchsetzen können.

Das nächste Kapitel „Wer ist es wert zu bleiben“, widmet sich dann der Immigration und da zeigt Laura Wiesböck, wie auch in den anderen Kapiteln, die Unterschiede auf, die es dabei gibt.

Die „Experten“ sind die Immigranten erster Klasse, während die Flüchtlinge und die Kopftuchfrauen draußen bleiben müssen.

Aber die sind ja 2015 in großen Scharen gekommen und haben, was ich hautnahm miterleben konnte, die Stimmung sehr verändert, von der Refuge Welcome  Bewegung, die ich ich auf einigen Konzerten und Demonstrationen mitverfolgen konnte, damals reichlich gab, wird jetzt auf die Gutmenschen geschimpft, jede  einzelne Gewalttat von rechten Bloggern genüßlich aufgezählt und den Menschen Angst vor der Kriminalität gemacht.

Da wären wir erst beim übernächsten Kapitel, denn das nächste ist der Armut gewidmet und auch da gibt es kein Miteinander, weil die unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen  nicht miteinander sprechen und die Billa-Verkäufererin beispielsweise nicht mit einer WU-Absolventin befreundet ist.

Die Arbeitslosigkeit wird als etwas Selbstgemachtes definiert und den Arbeitslosen die Starts upsund die Selbständigkeit eingeredet, wo man dann, wie Laura Wiesböck listig schreibt „selbst“ und „ständig“ arbeiten kann, aber dabei die Freiheit hat, sie sich, sofern man eine hat, selber einzuteilen.

Im Kapitel Kriminalität zeigt Laura Wiesböck, die Klassenunterschiede ebenfalls sehr genüßlich auf, denn der größte Schaden besteht durch die Korruption,  Finanzbetrug, Bilanzfälschungen, etcetera, aber den Herrn Flöttl, der im Bewag-Skandal verwickelt war, hat man laufen lassen, während  Laura Wiesböck von einer Supermarktkassiererin berichtet, die von ihrer Firma angezeigt wurde, weil sie die Salzstangerln, die sie wegschmeißen sollte, selber eingesteckt hat.

Dann geht es über zu den Sexualstraftaten und der Frage, ob die Frauen selbst an ihren Vergewaltigungen schuld sind, weil sie sich zu aufreizend angezogen haben oder nicht aufgepasst haben, wer ihnen was ins Glas kippte.

Da denke ich doch, daß man da ein bißchen aufpassen sollte, obwohl die letzte Kapitelsätze: „Wenn du eine Frau alleine auf der Straße siehst, lass sie einfach in Ruhe“ oder „Wenn eine Frau betrunken ist, nutze das nicht aus, um sie für deine sexuellen Interessen zu benutzen“, natürlich stimmt, eigentlich selbstverständlich und nicht in Frage gestellt werden sollten.

Dann geht es zum Konsum und das ist auch schön kompliziert, wo die einen zwar durch die Welt jetten, zum Ausgleich dafür ihr Gemüse aber nur aus den Bio-Kisterln beziehen, kein Fleisch essen, nur Fair-Trade-Produkte beziehen und auf die Sozialhelfeempfänger, die mit ihrer Chipstüte vor dem Fernseher sitzen, verächtlich hinuntersehen.

Die „Aufmerksamkeit“ ist das nächste und da geht es im ersten Teil darum, daß die Introversion in unserer Zeit, wo man sich ständig präsentieren muß, als etwas Verächtliches gesehen wird, daß man sich unbedingt abcoachen lassen muß, um seine Chancen nicht zu verlieren, während ich, die ich mich auch dafür halte, im Studium gelernt habe, daß unter dieser Gruppe die größten Denker und Dichter sind und im zweiten Teil läßt Keith Lowell Jensen „Was Orwell nicht vorausgesagt hatte, ist daß wir die Kameras selbst kaufen würden, und daß unsere größte Angst, wäre, das uns niemand zuseht!“, ausrichten.

Das ist über die Generation Facebook, Twitter und Instagram schon sehr viel gesagt, denke ich und kann zum nächsten Kapitel übergehen, wo es, um die Meinungsmache geht und mit der steht, es wie ich häufig lesen und hören kann, im Argen, denn nur die eigene Meinung ist wichtig. Wir hören dem anderen nicht mehr zu, sagen er verbreitet Fake-News und ist ein Links- oder auf welcher Seite man steht,- Rechtsextremist. Daß es so nicht gehen kann, zeigt Laura Wiesböck mit ihren Studien und Beispielen sehr eindrücklich auf,  ein Nachwort und zu jedem Kapitel sehr schöne ironische Zeichnungen von Pia Wiesböck.

Also Leute, könnte ich am Ende flappsig schreiben, lest dieses Buch und überprüft eure Einstellungen zu den anderen, verächtlich auf den vermeintlich Schwächeren heruntersehen und ihn ausgrenzen oder sogar weghetzen, kann nicht gehen, denn das Miteinander denke ich, ist immer noch das Beste und daneben ist es auch sehr wichtig seine eigene Meinung zu haben und diese nicht zu verlieren.

2019-03-13

Es ist unangenehm im Sonnensystem

Filed under: Bücher — jancak @ 18:44
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Jetzt kommt passend zum Monat der „Lyrik im März“ ein Gedichtband aus dem „Kremayr & Scheriau-Verlag“, des 1968 geborenen Martin Amanshauser, von dem ich schon drei Bücher gelesen habe, „Alles klappt nie“, „Nil und die „Amerikafalle“ und der in Salzburg geborene Sohn des alten „Residenz-Autors“ Gerhard, ist sicher ein interessanter Mensch, Autor, Übersetzer und Reisejournalist.

Begonnen hat er, glaube ich, mit Romanen im „Deuticke-Verlag“, da habe ich  einen im „Standard“ gewonnen und würde ihn, ähnlich wie Radek Knapp, als eher skurillen Autor, etwas, was ich ja nicht so besonders mag, einschätzen, dann hatte oder hat er, glaube ich, im „Kurier“ eine Reisekolumne und richtig, um die lyrische Seite nicht zu vergessen, ein Buch mit dem provokanten Titel „100.000 tausend Exeemplare“ gibt es auch.

„Es ist unangenehm im Sonnensystem“, Gedichte der letzten zwanzig Jahre, ist der Nachfolger davon, steht im Buchrücken, ich war einmal in der „AS“, als es um das Reisen ging und habe im letzten Jahr „Die Amerikafalle“ gelesen, die in meiner Familie sehr begehrt war.

Jetzt also Martin Amanshausers Lyrik und das, die eine ganz Besondere ist, geht wahrscheinlich aus dem vorher Geschriebenen hervor.

Oder  doch nicht so ganz, denn wenn man jetzt meinen könnte, Jandl und Mayröcker wären dem Dichter fremd, der irrt gewaltig, ist in dem Buch doch auch der Text enthalten, der er für die Anthologie geschrieben hat, die Erika Kronabitter zum neunzigsten Geburtstag der „Fritzi“ herausgegeben hat und da beschreibt er, daß er eine Zeitlang immer in das Gasthaus essen ging, in dem sie ihr Mittagessen einnahm, sich an ihren Tisch setzte und zu dichten begann.

Sagt auch etwas aus, über den Sohn des Gerhard Amanshauser, der sich leicht und locker scheinend in mehreren Sparten des Literaturbetrieb herumtreibt.

Es gibt neun Abteilungen, die Erste lautet „Kein Roman vom armen M. A. und ist auch schon so eine witzig skarastische Anspielung an den Literaturbetrieb.

„Dabei bezahlen sie mir den Roman besser als das Gedicht.

Nur schreibt er sich mühsam. Ich schreib wieder grad keinen.

Reime so rum, fürcht mich, werd langsam ein bisschen alt.

Und alle fragen mich nach einem.“, lautet  die letzte Stropühe, geschrieben in Friedrichshafen am 9. 8. 18.

Da ist dann auch „Rudis Beisl“, das Gedicht zu Ehren der F.M. enthalten, ein „Friedgedicht“ gibt es auch.

Die Zweite heißt „Ich hätte meinen Schmerz am liebsten idiotisch und unter jedem Abteilungsanfang gibt es eine Zeichnung, wo ein Mensch auf einem Sofa liegt, sitzt oder kauert. Was das bedeuten soll, hab ich nicht ganz verstanden, aber beim liegenden und lesenden Mann geht es, um den Schmerz:

„psychischer Schmerz, oh psychischer schmerz.

Ich hab dich satt, ich hätte so gerne

den anderenden körperlichen schmerz“, lautet hier der Anfang von „Wenn der Schmerz kommt“.

Dann gibt es eines, das „mit dem schmerz abendessen“ heißt. Ganz schön passend, wenn man das Buch, wie ich mit einem Gips im Krankenbett gelesen hat, aber das konnte Martin Amanshauser, den ich gelegentlich bei Veranstaltungen treffe, nicht wissen und so gehe ich  weiter zu

„(3)Heimische Investoren und Immo-Entwickler“, zugegeben ein ungewöhnlicher Name für eine Gedichtkapitel, aber M.A. ist ja auch ungewöhnlicher Dichter, das habe ich schon festgestellt und hier steht der Mann am Sofa auch am Kopf und wieder erstaunlich „die gedichte müssen kommen,“ lautet da das erste Gedicht, ist Julya Rabinowich gewidmet und beginnt

„die gedichte müssen kommen

war der steinharte gedanke

des österreichischen lyrikers

in seinem dichterzelt

im alpenvorland“.

Also wieder Kiteraturbetrieb, trotz des eher technisch wirtschaftlichen Titels, aber auch Dichter

„wollten ihr honorar sehen

verrechnen 13% umsatzsteuer

sie tranken ihre weinflaschen leer“

geht es gleich weiter.

Es gibt ein Gedicht das „Ein Cornflake lang“ heißt und eines mit dem Titel

„ich spreche Deutschland

Eine Roma-Frau sagt mir:

Ich spreche Deutshland.

Aber nur klein.“ So schade“.

Martin Amanshauser ist also ein vielseitiger Lyriker und haut in seinen Abteilungen viel hinein, bleibt aber wieder bei der Literatur und bei der Frage „wieso ich lieber lyrik als romane schreibe“.

Man sieht, dem kommen wir nicht aus.

„Ich möchte niemals sterben.Gott behüte“, heißt die nächste Abteilung, da sitzt der Mann im rechten oder linken Eck und beginnt mit einem „jambus“ und geht zu „Die Milch wird kalt im Kühlschrank“ über.

Dann gibt es das Titelgedicht oder das, was daraus wurde, nämlich „Kafkas Callshop“.

„Kafkas Callshop ist das Buch nach 100.000 Exemplaren

Kafkas Callshoü heißt der Supermarkt, in dem ich vegetier.

„100.000“ hieß ein Buch vor Jahren,** Kafka-Callshop-Exemplare

drucken sie nach dieser Schaffenspause nur noch vier,

oder zwölfudachtzig?“

Mit dem „Das Mondkalb singt diesen traurigen Song“ geht es weiter, das gibt es das „Mensch-Müsli“

„Mensch Müsli, komm im Mai zu mir und mach mich

zu einem Amans-Schopenhauser jeden Tag.“, heißt es da, wieder skurril komisch anspielend.

„ringelnatz und morgenstern“ werden auch erwähnt

„morgenstern und ringelnatz

dichten voll erbittert

demolieren den arbeitsplatz

morgenstern:er twittert.“

Ob das die großen Vorbilder sind?

Vielleichtm denn das nächste Poem heißt

„palmenström traf malmström

verkehr war gut

pulver, kondome

und lippenblut“

Der an hochgeistige Lyrik, wird sich hier wohl etwas schwer tun, kann aber zu Abteilung 6 weitergehen. Wo es heißt:

„Unterwegs zu sein reduziert das Risiko keinen Lebensauf zu haben“

Da sind wir  schon beim Reisen. Es gibt ein Gedicht, das in „Altaussee“ geschrieben wurde, eines das „Sudoku in Warschau“ heißt und ein „cable car gibraltar“ genanntes.

Sieben heißt „Die tiefsten Enttäuschungen sind mir zu heavy, zu arg“, da widmet sich eines den „facebook gedichten, den googhle  tänzen und den  whatsapp oden“, also ganz schön modern und in Lisabonn, im August 2018 wurde das Gedicht „Dichter sein“ geschrieben.

„Ein Dichter sein, das bedeutet größer zu sein,

die Menschen zu überragen. Zuzubeißen

wie jemand, der küsst.“

Also ganz schon überheblich, der M.A, könnte man ihm unterstellen.

Also gehen wir zur „Letzten Lockerung“ über.

Da gibt es einen „jandlversuch“

„findest du dich ich?

sagen se zu dich ich?“ zu

(9) Wieso ein Tierarzt selbstverstänlich ein Tier sein muss“ über und wir haben einen interessanten Rundgan durch Martin Amanshauser Lyrik der letzten zwanzig Jahre gemacht, ein bißchen über Literatur und vielleicht auch über seine Vorlieben, seine Gedanken und Charakterzüge erfahren.“

Wie gesagt, die Hardcorelyrikfans werden vielleicht die Nase rümpfen. Die Psychologin findet das Ouvre des Sohnes eines bekannten Dichters, sehr interessant und ist gespannt, was sie von A. M. noch  alles lesen wird.

2019-03-12

Biedermeiern

Da ich die nächste Zeit infolge meines Knöchelbruchs vom Sonntag derzeit nicht auf die Donnerstagdemos gehen kann, passt das folgende Buch, nämlich Livia Klingls „Biedermeiern“, das ich im Krankenhaus von St. Pölten gelesen habe, ganz besonders, geht es da doch um die Facebookeintragungen, der 1956 in Wien geborenen Journalistin und Publizistin, die, glaube ich, seit ihrer Pensionierung auch Romane schreibt, die sie schön mit Zeichnungen garniert, Strache, Kurz und co sind da zu sehen, seit sechzehnten Oktober 2017, einen Tag nach der Wahl, die uns die zweite schwarz blaue Regierung bescherte, begonnen hat.

„Biedermeiern – politisch unkorrekte Betrachtungen“, heißt das kleine im Stil einer altmodischen Tapete, mit dem kleinen Guckloch in der Mitte aus dem Kurz und Strache mit einer Zigarette herausschauen, gestaltete Büchlein, das Livia Klingls Facebookeintragungen bis zum vierzehnten November 2018 wiedergeben.

„übrigens: an diesem Wahlergebnis sind die INländer schuld! na gut, dann werde ich eben biedermeiern lernen, diesen Rückzug ins private, weil das politische nicht dem entspricht, was es sein sollte: zukunftsmutig statt zukunftsverdrossen. viel glück, euch wählern und innen, mit der neuen truppe!“, heißt es etwa am ersten Tag.

So sollte es natürlich nicht sein und ist es auch nicht, denn es gibt ja Livia Klingls Facebookeintragungen, die Donnerstagsdemo und am Samstag eine Großdemonstration, die ich leider versäumen werde, die „Omas gegen rechts“, die den Unmut der deutschen Patrioten erregen und noch vieles andere und so schauen wir uns kurz oder eher lang durchs Buch, um nicht mißverständliche Assoziationen zu wecken, um den Wiederstand  zu stärken.

Sebastian Kurz, der ja nach wie vor eher wie ein Schüler, als ein Bundeskanzler ausschaut, wird kurz oder lang „Bubenkanzler“ genannt und am vierten Tag heißt es wieder bündig „ich höre dauernd „ich will nicht ins rechte eck gestellt werden“ ganz einfach: dann stell dich nicht dorthin!“, während die Botschaft von Tag 24 lautet „früher hatte ich keinen respekt vor politikern, weil ich jung und ahnungslos war. heute hbe ich keinen, weil die jung und ahnuingslos sind.“

Das wurde am neunten November 2017, also an meinem Geburtstag geschrieben, wo ich wieder auf der „Buch-Wien“ war.

Am 17. November17 wird geschrieben „am effektivsten in österreich ist das burka-gesetz. hab`schon ewig keine gesehen. genau genommen seit 2002, seit ich aus afghanistan zurück bin.“

Ja so ist es mit dem „getrübten“ oder sehr verschiedenen Blick, je nach dem von welcher Seite man das Ganze betrachtet und ich kann hinzufügen, in der „Unsichtbaren Frau“ geht es auch, um das Verschleierungsverbot, das ja im Oktober 2017 kurz vor der Wahl eingeführt wurde, um die Wähler wahlfreudiger zu stimmen.

Am achtzehnten Dezember, am Tag der Regierungsangelobung, gibt es die Gesichter „der Regierungsmitglieder, also die, die mir irgendwie aufgefallen sind“ und am 24. Dezember die Karrikatur der „Ersten Weihnachtsansprache des neuen im Kanzleramt“

„biedermeinr, tag 78“, dem ersten Jänner 18, lautet „meine wünsche sind bescheiden. ich hätte gern ein weiches ei und weltfrieden“.

Das erste ließ sich sicher erfüllen, das zweite höchstwahrscheinlich leider nicht und dann setzt sich „die neue Regierung gleich ins schloss seggau und setzt den sparstift an“

Am 9. Jänner heißt es lapidar „liebe junge, erwerbt eigentum! was sonst können wir euch wegnehmen, wenn ihr  mit 50 ausschuß am arbeitsmarkt seid? euer Sebi“ und am 23. April ätzt Livia Klingl „der praterstwern ist lebensgefährlich. aber kabul ist ein sicherer herkunftsort, auch für die, die gar nicht aus kabul kommen“

Das Eine bezog sich auf die Reform der Minderssicherung, das Zweite auf den Praterstern, als Hochsicherheitszone und am 24. Mai wird es etwas friedlicher, denn da heißt es „baba mei Buagamasta-Michael Häupl geht nach einem vierteljahrhundert.“

Am Tag 323 , dem zweiten September, wird es wieder sarkastischer „ehrlich gesagt waren mir die zeiten lieber, als viele wenigstens so taten, als wären sie zivilisiert“.

Mir auch, obwohl, wenn es am Tisch liegt, weiß man was gespielt wird und kann darauf reagieren.

Am 22. September gibt es ein eher „angefressenes Konterfei des neuen Bürgermeisters, mit der Unterschrift „herr Ludwig kann seine  begeisterung über die neue spö-chefin kaufm verhehlen“, denn da es gab es bei der SPÖ einen Führungswechsel, Ex-Kanzler Kern hat sich verabschiedet, Pamela Rendi-Wagner ist ihm nachgefolgt und muß sich in der >Männerriege durchsetzen lernen.

Und am Tag 357 heißt es „ein pferd ersetzt zehn beamte“, sagt herr Strache und ich frage mich: wobei“, das bezieht sich auf die berittene Polizei, die sich Minister Kickl wünschte und am Tag 361 heißt es „liebe österreicherinnen und österreicher, ich bitte euch, ruhig zu bleiben und nicht in panik zu geraten, nur weil frauen jetzt auch frauen heiraten dürfen und männer männer. niemand wird dazu verpflichtet! es gibt keinen zwang! ich selber machs ja zum beispiel auch nicht. euer fiktiver <kanzler“

Am 31 Oktober heißt es „habe gelesen, der 1. november wird aus rücksicht auf die muslimische minderheit in Allaheiligen umgetauft (wer aller  schnappt jetzt gleich über?)“ und wir sind durch ein Jahr schwarz türkis blau gegangen.

Ein interessantes Buch, denke ich, die Facebook-Nachrichten werden wahrscheinlich weitergehen, wir haben ja inzwischen schon März 2019 und da ist inzwischen viel geschehen und wem es interessiert, in der „Viertagebuchfrau“, habe ich die ersten hundert Tage von schwarz-blau eins beschrieben und wer es aktueller haben will, dem ist Michael Ziegelwagners „Sebastian, Ferien im Kanzleramt zu empfehlen.

2018-04-29

Die Amerikafalle

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Jetzt kommt ein Buch, das ein wenig abseits meines üblichen „Beutschemas“ liegt, wie man unken könnte und eines, um das ich mich mit dem Alfred gestritten habe.

Er hat es jedenfalls, während es auf meiner Warteliste stand, nach Harland mitgenommen und ist auch am Dienstag in den „Thalia“ gegangen, als es dort vorgestellt wurde. Als es Martin Amanshauser in der „Gesellschaft für Literatur“ vorstellte, habe ich in der „Alten Schmiede“ gelesen, also war der Alfred nicht dort.

Aber er fliegt ja in einem Monat wieder nach Amerika, während ich an dem 1968 in Salzburg Geborenen und Sohn des alten „Residenz-Autors“ Gerhard Amanshauser bezüglich seiner literarischen Seite interessiert bin. Hat er doch auch einige eher lustige Romane geschrieben und einen Gedichtband mit dem Bezeichnenten Titel „100 000 verkaufte Exemplare“, hat sich aber in letzter Zeit eher als Reiseschriftsteller etabliert.

In dieser Funktion hat er auch in der „Alten Schmiede“ gelesen und ich bin hingegangen und  jetzt also auch am dem Buch mit dem Untertitel „oder, wie ich lernter, die Weltmacht zu lieben“ sehr interessiert.

Und das ist  schon ein bezeichneter Titel, denn spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, distanzieren sich alle von Amerika, auf der anderen Seite sind wir aber immer noch davon geprägt und fasziniert. Tragen Jeans, trinken Cola und reden „Denglisch“ mit amerikanischen Akzent und ich war auch ein paar Mal in Amerika und als ich das erste Mal 1989 in New York war, war ich von der Stadt mit ihrten Wolkenkratzern fasziniert. Jetzt würde ich schon wegen der Sicherheitskontrollen nicht mehr hinfliegen.

Martin Amanshauser war aber, wie so viele andere Autoren im letztenJahr vier Monate „Writer in Residence“ und in dieser Funktion läßt sich natürlich für einen Reiseschriftsteller mit Humor oder Sarkasmus, wie Martin Ammanshauser wahrscheinlich ist, ein herrliches Kolumnenbuch schreiben, das in mehrere Kapitel unterteilt ist.

Das erste heißt „Ankommen & Losfahren“ und da beschreibt Martin Amanshauser ausführlich, die amerikanische Kleinstadt in der er temporär zurm Lehrpersonal gehörte und schildert, die Sturheit einer Verkäuferin, die sich weigert ihm Bier zu geben, da er nur über einen ausländischen Paß verfügt und deshalb scheint es Ausländern offenbar verboten in Amerika Biert zu trinken, etwas, was ich eigentlich so nicht glaube, von Martin Amanshauser aber genüßlich dargestellt wird und auch die Football Begeisterung der Amerikaner wird von ihm verrissen.

Unter „Amerikafalle“ sind, wie man bald versteht, offenbar die Widersprüche gemeint, die einem begegnen, wenn man das Land bereist oder den Studenten Unterricht im kreativen Schreiben oder Reiseschriftstellern gibt.

Denn der Alltag in US, der hier beschrieben wird, besteht wahrscheinlich zu einem großen Teil aus ungesunden Essen, über das sich der Durchschnittseuropäer wahrscheinlich nur wundern oder den Kopf schütteln wird. Hört man doch so viel von der Dickleibigkeit der Amerikaner, dann macht Amanshauser, der mit seinen Kindern die vier Monate in den USAwar und sie dort natürlich in die Schule schicken mußte, die Erfahrung, daß das Schulbuffet nur aus Fastfood, daß sich   aus viel Fett und Zucker zusammensetzt besteht und, daß das Mineralwasser verteufelt wird, während die Amerikaner, das Zuckerwassernamens Coca Cola ungefiltert in sich hineinschütten, so daß der Ältere nach Österreich zurückgekommen, in seinen Schulaufsatz schreibt: „Ich bin mit meiner Familie nach america für 4 monate lang und ich Bin in die Schule gegangen in America und am ersten Tag gonnte ich nichts verstehen und die Schule is ganz anders und das Essen is grauslich auser am mittwoch  gibt es Pizza“.

Über die mangelnde Nachhaltigkeit und das mangelnde Umweltbewußtsein wird philosophiert. So werden einen die Plastiktüten in den Supermärkten offenbar noch immer nachgeschmissen, während man sie hier vor allem in den Billigläden schon bezahlen muß und Martin Amanshauser packte sich offenbar aus mangelnder Amerikakenntnis soviel in eine hinein, daß er sich die Zehe dabei verletzte, überlegte, ob er den Staat klagen und dadurch zum Millionär werden könnte, aber auf jeden Fall ordentlich vor sich hinfluchte, was aber niemand hörte.

Nach dem „Ankommen“ werden die ersten Reisen in das Land, die offenbar später erfolgten beschrieben, bevor es zum Kapitel „Aklimatisieren und Wundern“ geht, aus dem vorwiegend die letzten von mir zitierten Beispiele stammen.

Amanshauser fuhr also, mit oder ohne Familie, das wurde mir nicht so ganz klar, nach New Orelans, dem Land der Musik, wo es ja 2005 den Hurrican Katrina gab, der alles oder viel verwüstete und nach San Fransico und da war ich auch 1989. Da haben mich vor allem die Weihnachtsgeschäfte, die es dort im Sommer gab,  etwas das ich damals nicht kannte, fasziniert. Ich habe begierig, die Gutscheine, die verteilt wurden, eingelöst und schmücke in Harland immer noch mit den dort bekommenen Dekorationen, beispielsweiße einen grauen Plastikapfle, einer Plastikerdbeere und einem Cable Car Aufhänger, die Zimmer. Denn mit dem berühmten Cable Cars sind wir auch gefahren und die berühmte Golden Gate Bridge haben wir ebenfalls bewundert.

Die Weihnachtsgeschäfte haben Martin Amanshauser, den vielgereisten, offenbar nicht mehr verblüfft, dafür zitiert er die Museen, nennt Allen Gisberg und sein „Geheul“ das in den Fünfzigerjahren einen Skandal ausllste und heute höchstwahrscheinlich auch niemanden mehr rührt und zitiert auch Jack Kerouac, dessen biografischen Roman von Anthony Mc Carten ich ja gerade gelesen habe, so daß mich das auch verblüffte, beziehungsweise ich sehr begierig diese Stellen las.

Die Reisen gehen dann auch nach New York, wo er mit seinen Kindern den Ground Zero besucht und Schwieriigkeiten mit den Sicherheitsdiensten hat, denn nein, man kann die Kinder aus Pietätsgründen nicht auf die Namensschilder der dort Umgekommen setzen und, als er mit seinen Kindern Fußallspielen will, kommt wieder ein Sicherheitsguard, denn es naht ein Gewitter und da gibt es angeblich ein Gesetzt, daß den Kindern dann verbietet sich aus Sicherheitsgründen draußen aufzuhalten.

Wie es überhaupt mit den Sicherheitsgründen recht schwierig zu sein scheint, denn zu seiner eigenen Sicherheit darf man vieles nicht. Beispielsweise Fußballspielen oder Wein trinken. Als Amanshauser mit einer Flasche Wein an der Rezpetion auftaucht, um nach einem Korkenzieher zu fragen, starrt ihn die diensttuende Studentin entsetzt an.

Aber man darf Motorradfahren ohne Helm, was der Europäer nicht ganz versteht, darf Waffentragen und, füge ich hinzu, es gibt auch keine Sozialversicherung für alle.

So testet Amanshauser, wie er in seiner launigen Art schreibt, für seine Leser das Gesundheitssystem der USA aus. Das heißt, er schneidet sich in den Finger und alles bestens. Die Ärzte und die Schwestern reden mit ihm, er wird gut versorgt, das dicke Ende naht dann erst nach der Rückkehr nach Wien, nämlich die Kranknhausrechnung. Aber da habe ich schon vorgegriffen. Amanshauser war noch in Las Vegas, hat hier die Spielhöllen beobachtet und in Mexiko und Kanada obwohl er das, wieder so eine absurde Vorschrift, sowohl seiner Bank als auch seiner Universität melden mußte.

Hat vieles vom Amerikanischen way of life verstanden und kritisiert und sich schließlich auch eingewöhnt, so daß er auf den letzten Seiten schreibt, daß er schließlich und endlich mit den Amerikanern warm geworden ist und  vielleicht sogar ein richtiger Amerikaner geworden wäre.

Ein spannendes Buch, ist mein Fazit, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob das jetzt etwas für Amerikareisende oder zu Hausegebliebene, die mehr über das Land wissen wollen ist und bin auch ein bißchen verblüfft, daß ich vieles, was in dem Buch beschrieben wird, 1989, als ich das erste Mal dort war, auch so erlebte.

„For your safety, Sir!“, sagte die Stewardess zum Alfred, als er sich nicht Anschnallen oder sein Gepäck im Sicherheitsfach verstauen wollte.

War verblüfft über die mir inzwischen nur oberflächlich etscheindene Freundlichkeit der Amerikaner, die zu allen „honey“ oder „sweety“ sagen und auch über die Buschauffeure, die mit den Worten, daß sie keinen  Ärger wollen, die Sandler oder Unangepassten auf die Straße setzten und auch unsere Reiseroute war ziemlich ähnlich, so daß ich vieles, was Amanshauser beschreibt, bestätigen kann.

Bur Donald Trump hat es nicht als Präsident gegeben und die Twin Towers sind noch gestanden. Ich bin nicht hinaufgefgahren, sondern den Broadway entlangmarschiert. Dafür der Alfred mit der Anna auf der Suche nach dem besten Coffee shop, den Annas beste Freundin Anna L. ihr empfohlen hat.

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