Literaturgefluester

2021-05-30

Leipzig im Mai liest extra

Die Leipziger Buchmesse findet immer im März statt und seit den späten Neunzehnneunzigerjahren sind wir immer mehr oder weniger regelmäßig dabei, hat der Alfred doch Freunde dort,die uns eingeladen haben, ihren Dachboden zu benützen. Ein paarmal war der Alfred verreist, so habe ich gestreamt und im März 2019 hatte ich schon meine Akkredierungsunterlagen und meine Termine denn seit 2015 habe ich das immer getan und mir dann beim Sonntagsausflug auf die Rudolfshöhe den Knöchel gebrochen und mit Gips wollte ich auf keine Messe.

Im Jahr darauf war es dasselbe. Termine ausgemacht, die Akkreditierung ist gekommen, aber auch die Nachrichten aus Wuhan und so wurde ich schon im Februar im Literaturhaus gefragt, bist du sicher, daß es stattfindet?

„Nein!“, habe ich geantwortet und beim „DichtFest“ in der „Alten Schmiede“ hat mich Monika Vasik gefragt, ob wir fahren? Wenn es stattfindet schon!“, habe ich geantwortet. Die Nachrichten häuften sich und Tobias Nazemi vom“ Buchrevier“ hat gepostet, daß man in Leipzig nur mit Mund- oder Ohrenschutz hingehen könnte.

“ Achtung Satire!“, hat er darunter geschrieben.

„Mit so was soll man keinen Spaß machen!“, habe ich gedacht oder geantwortet. Am Dienstag oder Mittwoch wurde dann abgesagt. Die Buchmesse fand online statt und postete überall „Nächstes Jahr wieder, wir freuen uns, dieTermine stehen schon fest!“

rrrDie Termine waren im März natürlich, wie geplant. Wurde dann auf den Mai verschoben, denn dann kann man viel im Freien machen. Die Frankfurter Buchmesse hat zum größten Teil digital stattgefunden. Die „Buch Wien“ überhaupt abgesagt und weil es ja bis vor kurzem die dritte oder vierte Welle gab, wurde das Ganze dann auch ins digitale Netz verschoben.

Julia Lücke, die Pressesprecherin der Messe hat mir immer eifrig die Pressemeldungen geschickt, so die über den „Preis der Leipziger Buchmesse“, wo die Nominierten ja Anfang April bekanntgegeben wurden und ich inzwischen sechs Bücher von den fünfzehn gelesen habe. Statt der Eröffnung oder zeitgleich mit ihr soll am Mittwoch der „Preis der Europäischen Verständigung“ in der Nikolaikirchen an Johny Pitts als auch an Laszlo F. Földeny, der den Preis im letzten Jahre bekommen hätten sollen, vergeben werden und ein „Leipzig Extra Lesefest“ teils digital teils vor Ort in verschiedenen Buchhandlungen natürlich nur mit den strengen Covidbestimmungen sollte es auch geben und die Antiquitätsmesse digital.

Das alles ein bißchen verwirrend. Was findet jetzt digital, was real statt und wo finde ich die Streams um hineinzukommen? Ein bißchen Klärung brachte dann die Pressekonferenz, um elf, zu der mich Julia Lücke auch eingeladen hat. Ditial ode rvor Ort mit Mundschutz etcetera. Ich habe natürlich das Netz gewählt. Mir dann die Statesments von Direktor Oliver Zille, einer Vertreterin der unabhänigen Verlage, die erklärte daß der „Kurt Wolff-Preis wieder vergeben würde und einigen anderen, die das Programm erklärten, angehört.

Ich habe mich inzwischen auch im Netz ein bißchen kundig gemacht. Das „Blaue Sofa“ wird es wieder geben, wo überraschung, auch Daniel Wisser auftreten wird und so habe ich mir die Termine freigeschaufelt, um ab Abend digital dabei zu sein und wieder einmal eine Messe Online zu erleben, was wie ich aus Erfahung weiß, natürlich nicht dasselbe ist. Der Wein und die Gespräche fehlen, aber eigentlich ganz informativ ablaufen können.

Was dann gar nicht so einfach war den Stream zu finden,der mich in die Nikolaikirche, wo die Eröffnung stattfand, führt, sonst hätte die wohl im Gewandhaus stattgefunden. Da aber nur wenig Zuhörer,die sich auf den Kirchenbänken verteilten,war der Rahmen wohl angemessen und die Nikolaikirche sehr schön. Als ich mich dann verspätet einfand oder plötzlich, nach unzähligen Versuchen das Video hatte, kam ich in eine Gesprächsrunde,wo ein Reinhard Bärenz von MDR-Kultur mit der neuen Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt-Friderichs, Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten des Freistadt Sachsens über Corona, abgesagte Buchmessen und die diesbezüglichen Verluste, sowie über den Wert des Lesen und natürlich über die europäische Verständigung unterhielt. Ein Preis, der jedes Jahr im Vorabend der Messe vergeben wird, wo ich früher bei den Hundertmarks im Wohnzimmer saß und diesmal, wie schon erwähnt doppelt, denn im Vorjahr hat der 1952 in Debrecen geborene Laszlo Födenyi mit seinem Buch „Lob der Melancholie“ bekommen hat. Die Laudatio ist ausgefallen, kann aber im Programmheft nachgelesen werden. Der mir bisher unbekannte Autor, der auch Bücher über Kleist und Kafka geschrieben hat und gut Deutsch sprach, hielt die Dankesrede.

Dann gab es ein Musikstück, bevor es mit dem heurigen Preisträger, den in England lebenden Johny Pitts für sein Buch „Afropäisch“ weiterging, der aber Corona bedingt, da gibt es ja die britische Variante, nicht aus England kommen konnte, sondern zugeschaltet war und in seiner Dankesrede, sein Buch vorstellte, wo es, glaube ich, um eine Reise des jungen Autors durch Europa ging, der auf diese Art und Weise, die afrikanische Diaspora erforschen wollte, denn er ist der Sohn eines afrikanischen Soulmusikers und einer weißen Mutter, also ein spannendes Stück europäische Vielfalt. Die Laudatio hat Elisabeth Ruge gehalten und in der Jury ist, glaube ich, auch Daniela Strigl gesessen und am Schluß gab es noch eine Bach Fuge zu hören, bevor es in Leipzig warhscheinlich doch zu einemt Buffet ging und ich hatte ein Glas Wein mit Orangensaft, wie ich es gerne habe, neben mir stehe

Am Donnerstag bin ich dann, weil von zehn bis zwanzig Uhr Stunden, nicht viel nach Leipzig gekommen, aber das „Blaue Sofa“ streamte ohnehin erst ab fünfzehn Uhr und dann gab es in der Moritzbastei auf drei Bühnen eine Lesenacht, wo Raphaela Edelbauers „Dave“, Shida Bazyar aus ihrem neuen Roman „Drei Kameradinnen“ Michael Decar aus der“Kobra von Kreuzberg“, Lisa Krusche, Tiljan Sila und Fabian Neidhardt aus „Immer noch wach“ unter anderen gelesen haben.

Der „Seraph“ ein Fantasypreis wurde auch vergeben und beim „Lesekompaß“ die besten Kinder und Jugendbücher vorgestellt.

Am Freitag wurde dann in der Kongreßhalle beziehungsweise über das „Blaue Sofa“ der Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble über sein neues Buch, die Grenzen Euopas oder auch über die Corona-Krise interviewt.

Dann habe ich mir Lisa Krusches gestrige Lesung aus ihrem Debutroman „Unsere anarchistischen Herzen“ nachgehört, bevor ich wieder auf das „Blaue Sofa“ ging, wo die 1946 geborene Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Armin ihr Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zusatand“, wo es um den Schlaganfall ihres Mannes geht, vorstellte.

Um vier wurde dann ebenfalls in der Kogreßhalle der„Preis der Leipziger Buchmesse“ vergeben, wo ich ja vier Bücher der Sparte Belletristik und zwei der Übersetzung gelesen habe. Die „USA-Trilogie“ liegt mit ihren fünfzehnhundert dünnen Seiten noch auf meinen Harlander Schreibtisch. Die Jurymitlieder saßen am Podium. Oliver Zille, der Direktor und der Jurysprecher Jens Bisky standen links und rechts am Pult. Die Nominierten waren zugeschaltet. Friederike Mayröcker nur mit Bild. Wahrscheinlich hat sie kein Internet und ich dachte, dann wird sie nicht gewinnen, denn dann müßte sie sich ja bedanken und da hätte sich vielleicht die „Alte Schmiede“ eingeschaltet. Ich hätte sie mir in diesen Punkt patriotisch als Siegerin gewünscht, obwohl ich ihr Buch nicht gelesen habe, dachte aber, in Leipzig ist Helga Schubert näher dran und dann, als schon die Übersetzer vorgestellt wurden, aber wahrscheinlich wird es Iris Hanika, obwohl mir ihr Buch am wenigstens gefallen hat, obwohl ich es nicht glaubte.

Von der Sparte Übersetzung habe ich zwei Bücher gelesen. „Apropos Casanova“ und „Die Vögel“ von Tarjei Vesaas, das mir so gut gefallen hat, daß ich mir noch das „Eis-Schloss“ bestellt habe.

Die Bücher wurden kurz vorgestellt und vorher gabs ein Filmchen mit den Gewinnern vom Vorjahr. Da wurde der „Preis“, glaube ich per Radio vergeben und dann kam ein Messemensch, öffnete das Kuvert und verkündete die 1978 in Leipzig geborene Timea Tanko mit dem „Casanova“ ist es geworden, die sich sehr freute und ihre maskierten Verleger umarmte.

Bei der Sparte Sachbuch/Essayistik mußte ich aussteigen, weil nichts gelesen. Gewonnen hat die Afrikanistin Heike Behrend mit ihrem „Menschwerdung eines Affens“, was offenbar eine Biografie ihres Schaffens ist und dann wurde es spannend, denn ich fand die Belletristik-Auswahl ja für sehr interessant und dann traf das ein, was ich nicht wirklich geglaubt habe.

„Nun ja!“, habe ich vor mich hingemurmelt und die Achsel gezuckt. „Daheim“ hat mir am besten gefallen. Iris Hanika hat sich aber sehr gefreut und Friederike Mayröcker die nicht zugeschaltet war, konnte ihre Enttäuschung nicht zeigen und ich denke, da sieht man vielleicht wieder wie fragwürdig es ist, aus fünf sehr verschiedenen Büchern eines auszuwählen, aber so funktioniert halt der Literaturbetrieb.

Oliver Zille beendete die Veranstaltung in dem er alle für das nächste Jahr in die Messehalle einlud, wo die BM ganz sicher stattfindet und da ist Österreich das Gastland, obwohl es sich das, glaube ich, noch mit einem anderen Land zu teilen scheint und ich bin aufs „Blaue Sofa“zurückgehüpft, wo es um die sozialen Plattformen ging und darüber diskutiert wurde, bevor der Leipziger Buchpreis vorgestellt wurde und zwei der Juroren über ihre Erfahrungen sprachen. Da hat es einen offenen Brief gegeben, die auch Persons of colours nominiert haben wollen, wo Jens Bisky betonte, daß es nur um die Qualität und nichts anderes gehe, aber wie schwierig das ist, die Geschmäcker verschieden und man Iris Hanika wahrscheinlich nicht mit Friederike Mayröcker vergleichbar ist, habe ich gerade festgestellt, so daß man nur wieder fordern kann, nichts auswählen, sondern alles lesen.

Der Man of Black und Preisträger für europäische Verständigung Johny Pitts trat dann als nächstes am Sofa auf oder wurde aus England zugeschaltet und ich konnte mich wieder auf die drei Bühnen der langen Nacht der Moritzbastei hinüberswitschen, wo Jovana Reisinger deren „Stillhalten“ ich ja für den Debutpreis gelesen habe, ihrneues Buch „Spitzenreiterinnen“ wo es, glaube ich, um die Gewalt an Frauen ging, vorstellte. Dann gings auf eine andere Bühne, weil ich den Stream zu Dana Grigorcea nicht fand und hörte dem Roman des1975 in Hagen geborenen mir bisher unbekannten Simon Urban „Wie alles begann und wer dabei umkam“ zu, das sehr dick und eine etwas aggressive Familiengeschichte zu sein scheint, weil der Protagonist gegen seine Großeltern prozessiert.

Katharina Schaller stellte auf einer anderen Bühne ihr bei „Haymon“ erschienenes“Unterwasserflimmern“ vor“, das mir schon bei meinem Wiener livestreaming untergekommen ist.

Die mir ebenfalls unbekannte, 1969 in Hamburg geborene Tina Uebel las aus ihrem Buch „Dann sind wir Helden“

Die acht Uhr Moritzbastei-Runde habe ich ausgelassen und mir stattdessen eine Corona-Diskussion angehört, die mich zwar auch nicht wirklich weiterbrachte und um neun gab es auf der zweiten Bühne Daniel Wisser,den ich schon in der „Schreibart Online“ und vorige Woche bei „Rund um die Burg“ hörte und in Raum eins war der Stream ausgefallen. Dafür gab es aber auf der Bühne drei ein interessantes Buch und einen interessanen Autor, nämlich den Aktionskünstler und Journalisten Jean Peters, der im gelben Pullover und rosa Kappel aus seinem „Geschichten aus dem subversiven Widerstand – Wenn die Hoffnung stirbt, geht es trotzdem weiter“, las und einen interessanten Kontrast zu Daniel Wissers Familienroman, wo es statt um die Zwischenkriegszeit um die AfD und einen Tortenwurf ging, bildete undJean Peters anschließend den Unterschied zwischen journalistischer Arbeit und Aktivismus erklärte.

in der nächsten Stunden switschte ich dann „Von der K-Frage“ – Kinder oder keinevon Johanna Dürrholz und dem Roadtrip von Frederic Zwicker zu Ester Beckers Debutroman „Wie die Gorillas“, der im „Verbrecher-Verlg“ erschienen ist und von der Identitätssuche junger Frauen handelt.

Mit Amanda Lasker Berlins „Iva atmet“ wurde die lange Lesenacht beendet.

Am Samstag bin ich wieder auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo die 1991 in Ostberlin geborene Autorin Mirna Funk mit ihrem Roman „Zwischen du und ich“ eröffnete, wo es um eine traumatsierte Frau geht, die nach Israel geht und dort auf einen ebenfalls Traumatisierten trifft.

Den ganzen Tag hat es, glaube ich, in Leipzig ein „Autorenforum“ gegeben, für das man aber ein Ticket brauchte, so bin ich am Sofa geblieben, wo Christoph Hein seinen neuen Roman „Guldenberg“ vorstellte, wo es um Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan und um Fremdenhaß geht.

Dann kam der dreißigjährige Dirigent Vitali Alekseenok, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt auf die Bühne der sich mit seinem Buch „Die weißen Tag von Minsk“ für ein freies Belarus einsetzt und etwas über die Zustände in Belarus erzählte.

Ein Sachbuch von einer schwarzen Deutschen hätte für den Leipziger Buchpreis nominiert werden können, nämlich „Mist, die versteht mich ja“ von der 1967 in Hamburg geborenen Schulleiterin Florence Brikowsi-Shekte, die das Kind nigerianischer Eltern hatte, drei Jahre in Lagos lebte, mit zwölf wieder nach Deutschland zurückkam, Lehramt studierte eine Agentur für interkulturelle Kommunikation gründete, in der sie sich mit den klassischen Fragen „Wo kommen Sie her und warum sprechen Sie so gut Deutsch!“, auseinandersetzt, mit denen ich mich schwer tue, wenn sie gleich als rassistisch ausgelegt werden.

Mit Fragen ging es dann gleich weiter in der“Blauen Stunde“, wo es um den „Neustart Wirtschaft“ging und Fränzi Kühne Männern, die Fragen stellte, die sonst von ihnen gestellt bekommt „Welche Schuhe ziehen Sie für die Aufsichtskonferenz an und wer passt inzwischen auf Ihre Kinder auf“, beispielsweise und der Politiker Alexander Graf Lambsdorff erzählte, daß afrikanische Kinder, die aufgefordert wurden, einen Chef zu zeichnen, dicke weiße alte Männer darstellten.

Dann habe ich mich ein bißchen mit dem Gastland Portugal beschäftigt und bin in ein Gespräch mit der Übersetzerin von Antonio Lobo Antunes über sein neues Buch „Bis die Steine leichter sind als Wasser“ hineingekommen und mir dann ein Video angehört, wo Ingrid Brodnig an Hand ihres Buches „Einspruch Verschwörungsmythen und Fake News kontern in der Familie und im Freundeskreis über die Corona Demos spracDann bin ich noch ein bißchen in die Lesung von Christoph Heins „Guldenberg“ hineingekommen, ein Livesream von einer Lesung bei der relativ viel Publlikum zu sehen war

Auf diese Weise habe ich dann Daniel Wisser auf dem Blauen Sofa versäumt und bin erst wieder dahin gekommen, als der 1971 geborene Steffen Kopetzky von dem ich schon „Risko“ gelesen habe, seinen neuen Roman „Monschau“ vorstellte, in dem es um eine Liebesgeschichte, aber auch um eine Pockenepidemie im Jahr 1962 in der Stadt Monschau in der Eifel geht, die es wirklich gegeben hat.

Etwas über Ungarn gab es in Leipzig auch. So hat Naomi Kiss, die ich ja schon in der „Gesellschaft“ hörte, ihr Buch über den Balaton vorgestellt.

Am „Blauen Sofa“ trat am Sonntag um zehn AndreasPlatthaus auf, der nicht nur in der Jury des „Leipziger Buchpreises“ ist, sondern auch ein Buch über den Maler und Bauhausmitglied Lyonel Feininger geschrieben hat.

Am „Blauen Sofa“ wurde dann der geborene 1943 in Dresden Kabarettist Gunter Böhnke mit seinem Buch „Das mach ich doch im Schlaf“ vorgestellt, während es auf der Ungarn-Schiene, die Poesie aus der Vojvodian bzw. den Gedichtband „Tote Frauen“ der 1984 in der Vojvodina geborenen Anna Terek, die in Budapest Schulpschologin ist, gab.

Tha Dorn, die jetzt auch das „Literarische Quartett“ moderiert, hat ein Buch namens „Trost“ geschrieben, dassehr interessant scheint, da es um eine wütende Journalistin geht, deren Mutter an Corona gestorben ist und die dann in der Philosophie Trost findet

Das wars dann wohl, obwohl es auf dem „Blauen Sofa“ noch bis Drei Programm gab und man sicher auch noch einiges nachhören kann. Jetzt endlich kanntee ich mich auf der Programmseite ein bißchen aus. Aber es ist Sonntag und da gehen oder radeln wir ja immer auf die Rudolfshöhe, was jetzt wohl auch besonders spannend ist, herauszufinden, wie das mit dem Takeaway in der drei G-Gastronomie ist und was dieBuchmesse betrifft, fand ich diese Digital Extraausgabe spannend, obwohl, wenn man es mit früher vergleicht, da bin ich immer wieder auf alte Videos gestoßen, wo man die Menschenmasseen sah, die sich beim Sofa oder auch woanders drängen, draufkommt, daß es natürlich ganz anders war, die Bloggerberichten, die Bloggertreffen und natürlich auch vieles anders, wie die Abende mit den Hundertmarks natürlich fehlen.

2016-03-21

Leipziger Buchmessenreport

Sacha Batthyany

Sacha Batthyany

20160319-142734

In Leipzig war ich jetzt seit wahrscheinlich 1998, anders als in Frankfurt, wo ich nur 2000 und 2002 war, so an die zehn bis fünzehnmal. Seit 2009 blogge ich darüber, seit dem vorigen Jahr als akkredierte Bloggerin sohzusagen offiziell.

Man könnte auch lakonisch sagen, ich kann jetzt gratis hinein und die Bloggerlounge für Treffem, beziehungsweise fürs Kaffeetrinken benützen und gewohnt haben wir wieder, wie seit Anbeginn bei den Hundertmarks am Schmetterlingsweg.

Wie es war?

Spannend und, wie erwartet auch ein wenig frustrierend, obwohl eigentlich alles klappte, beim „Aufbau Verlag“ bin ich zu einem Sektempfang zurechtgekommen, in der Bloggerlounge habe ich mit Tobias Nazemi gesprochen, Mara Giese habe ich die Hand gegeben,  mit Olga Martinova und Olek Jurew im selben Messerestaurant zu Mittag gegessen, im „Leipziger Literaturinstitut“ war ich auch und eine Menge Bücher habe ich  ebenfalls aus Leipzig mitgebracht, wann ich die wohl lesen werde? Aber wieder schön der Reihe nach:

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Marlen Schachinger

Marlen Schachinger

Am Mittwoch sind wir am Morgen mit den Auto losgefahren, haben am Abend, während die Messe in Gewandthaus eröffnet wurde und der „Preis für europäische Verständigung“ an den Historiker Heinrich August Winkler vergeben wurde, mit den Hundertmarks zu Abend gegessen und sind am Donnerstag losgezogen.

Mit der Akkredierung gab es diesmal keine Probleme und so bin ich bis zum Mittagessen ersteinmal so ziemlich planlos durch die Hallen gezogen.

Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn als ich in der Halle vier das „Österreich Kaffee“ erreichte, hat gerade Ilse Kilic, von der ich eigentlich dachte, das sie am Mittwoch bei der „Lyrik im März“ in Wien lesen wird ihr neues „Ritter-Werk „Das sich selbst lesende Buch“, das, glaube ich, auch von einer Ilse Kilic handelt, vorgestellt und ich habe mich hingesetzt und ihr zugehört. Sie hat dann von mir wissen wollen, wo ich in Leipzig wohne und mir erzählt, daß sie auch eine Stunde Fahrtzeit hat. Dann habe ich beim „Amazon Kindle Publisher Stand“ ein paar Bücher eingesammelt oder war das erst am Freitag?

Egal, man vergißt ja soviel, obwohl ich mir brav alles in in mein rotes Büchlein aufgeschrieben habe und bin dann auch irgendwann beim „blauen Sofa“ gelandet, wo Nora Gomringer gerade mit Begeisterung von ihrer lesenden Mama erzählte, dann kam Heinz Strunk an die Reihe, der mit der „Der goldene Handschuh“ ja für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert war.

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Ulf Stolterfoht

Ulf Stolterfoht

Dann kamen Joe Lendle und Tilmann Rammstedt auf das „blaue Sofa“ um über ihr „Morgen mehr“ Projekt zu erzählen. Ich habe mich aber mit dem Alfred zum Essen getroffen und danach habe ich mich bald in die Glashalle gesetzt, um bezüglich der Preisverleihung nichts zu versäumen.

Mit meinem Presseausweis hätten sie mich wahrscheinlich auch durch das Absperrband durch gelassen, aber auch so habe ich gut gesehen und war nah daran und kann jetzt gleich verkünden, daßn der Kategoerie Übersetzung Brigitte Döbert für ihre Übersetzung von  Bora Cosic „Die Tutoren“ und bei den Sachbüchern,  Jürgen Goldstein für seine Biografie „Georg Forstner. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“ gewonnen hat.

Bücher, die mir nicht viel sagen und auch die in der Abteilung Belletristik waren für mich nicht so bekannt.

Da war, wie schon erwähnt Hein Strunk, der in den Blogs sehr gelobt wurde, nominiert, dann Marion Poschmann mit einem Lyrikband, Roland Schimmelpfennig  und Nis  Nomme Stockmann mit „Der Fuchs“, das wurde in den Blogs auch besprochen und dann noch der mir völlig unbekannte Guntram Vesper mit seinem Opus Magnum „Froburg“, der den Preis auch gewonnen hat.

Das ist ein Herr über siebzig und „Froburg“ ist ein Städtchen in der Nähe von Leipzig, wo er, glaube ich, auch aufgewachsen ist.

Jörn Dege

Jörn Dege

Thomas Podhostinik

Thomas Podhostinik

Also eine große Überraschung und damit bin ich dann in die Halle vier zum „Österreich-Empfang“ gegangen, wo es diesmal Schnitzeln zum Wein gegegeben hat, wurde doch der neue „Österreichische Buchpreis“, für den sich die Verlage nun bewerben können und der am Vorabend der nächsten „Buch Wien“,  vergeben wird, angekündigt.

Selbupublischer und Selbstverlage dürfen sich natürlich nicht bewerben, aber bloggen kann und werde ich natürlich darüber und interessante Gespräche hat es am Stand auch gegeben. Wir haben sogar den früheren Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gesehen, den ich allerdings fast nicht erkannt hätte.

Am Freitag ist es dann weitergegangen. Diesmal bin ich, glaube ich, in der Halle fünf, bei den „Kindle Selfpublishern“ gesessen und habe einer jungen Frau mit schwarzen Hut und bunter Bluse zugehört, die aus ihrem Buch „Tieffliegende Liebe“ las, das von einer Fritzi handelt. Sie nennt sich Charly von Feyerabend, was wohl ein Pseudonym sein dürfte und  um zwölf hat es dann ein Bloggertreffen in der Bloggerlounge gegeben, dann habe ich wieder den Alfred getroffen und Tilmann Ramstdet diesmal auf der Bühne des „Literatucafes“ versäumt.

Dann ging es wieder nach Österreich und zu einer Lesung von Karin Ivancsics neuem Buch und bei den Rumänen bin ich auch zu einem Empfang zurechtgekommen, wo der Messedirektor war, Dana Grigorcea und wahrscheinlich noch eine Menge anderer wichtiger Personen, beim „Aufbau Stand“ habe ich dann mit Frau Seiler gesprochen, Robert Misik und Ronja von Rönne gesehen. Dann war es schon Zeit für das „blaue Sofa“, wo es diesmal wieder am Abend eine „blaue Stunde“ gab, am Freitag zum Thema „Flucht, Angst und Integration – Stößt Europa auf seine Grenze“, denn das war heuer das Messe Spezialthema. Danach wurde der „Preis der Literaturhäuser“ an den eperimentellen Lyriker Ulf  Stolterfoht vergeben, der diesmal auch im „Wiener Literaturhaus“ lesen wird und irgendwo in der Glashalle gab es einen Chor, wahrscheinlich auch zum Thema Freiheit und Integration, der so laut war, daß man den Preisträger und den Moderator nicht mehr recht verstanden hat.

Franziska Gesternberg

Franziska Gesternberg

Janko Marklein

Janko Marklein

Zu den Brezeln gab es diesmal nur Weißwein oder Wasser, aber ich hatte mein Glas Rotwein schon bei den Rumänen getrunken und außerdem noch etwas vor, hatte mich doch Jörn Dege, der mir auch die „Doppelte Biografieführung“ geschickt hat, zur „Institutsprosalesung“ ins „Leipziger Literaturinstitut“ in die Wächterstraße, neben der amerikanischen Botschaft gelegen, eingeladen, wo Thomas Podhostinik, Franziska Gesternberg, Janko Marklein, Luise Boege, Kristina Schilke und Sascha Macht, alles Absolventen, ihre neuen Romane vorstellten und in einer Vitrine konnte man die anderen Bücher berühmter LL-Studenten, drunter die von Clemens Meyer, Sasa Stanisic, etcetera, bewundern.

Am Samstag ist es weiter mit einem kurzen Kennenlernen von Martina Gercke am „Meet und Greet Stand“ und einem längeren Gespräch mit Tobias Nazemi in der „Blogger Lounge“ weitergegangen.

Ich habe Anna Jung und Nellja Veremej die ihr neues Buch „Nach dem Sturm“ am Stand der „Unabhängigen“ vorstellte, gehört und Ronja von Rönne am „blauen Sofa“ versäumt.

Da bin ich gerade zum „Krimi Speed Dating“ zurechtgekommen, wo Dora Heldt, Sebastian Fitzek, Friderich Ani, und Elisabeth Herman ihre neueren und älteren Krimis vorstellten und an sich gegenseitig verschenkten, zurechtgekommen und bin am Abend nicht mehr zu einer Lyrik Lesung mit der Ute ins Cafe Tunichtgut gegangen, sondern am Schmetterlingsweg verblieben und den Sonntag habe ich hauptsächlich vor dem „blauen Sofa“ verbracht, hat da ja Michael Kumpfmüller seinen neuen Roman „Die Erztiehung des Mannes“ vorgestellt. Ich habe die offenbar Bestsellerautorin  Theoa Dorn und ihren „Faust-Roman“ „Die Unsterblichen“ kennengelernt und Antje Ravic Srubel hat, glaube ich. auch etwas über „Transgender“geschrieben.

Luise Boege

Luise Boege

Kristina Schilke

Kristina Schilke

Dzevad  Karahasan ist mit seinem neuen Roman „Der Trost des Nachthimmels“ weit in die Vergangenheit zurückgegangen. Dann wurde es wieder voll, denn dann kam Sarah Kuttner mit ihrem Hund, sprach über ihre neues Buch „180 Grad Meer“ und beantwortete, die Kritikerfrage, die ich auch auf den Blogs schon hören konnte, ob das was sie da schreibt, denn literarisch ist, mit ihrer wahrscheinlich bekannt sehr lockeren Art „Es ist das. was ich kann!“ und bekam sehr viel Apllaus dafür.

Dann bin ich ich zum Mittagessen in die „Blogger Lounge“ gegangen, habe mir dort kein Frankfurter, sondern ein  Paar Wiener Würschen, denn die heißen dort so, gekauft und es war etwas leerer, hat es ja anderswo, eine große Blogger Konferenz gegegen, wo auch Mara Giese ihren Blog vorstellte, für die man aber dreiißig oder sechzig Euro zahlen hätten müssen.

Dann bin ich noch ein bißchen durch die Halle drei gewandert, habe mich bei dem toskanischen Stand, wo es Wurst, Wein und Käse gab,  ein bißchen durchgekostet, die angeboteten Bibeln und christlichen Bücher verschmäht und bin dann wieder zum „blauen Sofa“ gewandett, wo „Fünfundzwanzig Jahre Leipzig liest“ mit Clemens Meyer, Kerstin Hensel und Jan Böttcher gefeiert wurden.

Dann gings  zur Ulrike, die ja um die Zeit ihren Geburtstag hat und heute sind wir mit zwei vollen Büchertaschen zurückgefahren und ich kann mein Resume ziehen, beziehungsweise mich bei den anderen Blogs so umsehen, wie die die Leipziger Buchmesse erlebten und, daß El Awadalla, die erforderten sechtausend Unterschriften nicht zusammenbekommen hat und daher nicht die nächste österreichische Bundespräsidentenin werden kann, hat mich ein bißchen enttäuscht.

20160319-142621

Sascha Macht

Sascha Macht

Es gibt aber viel zu Lesen und in Leipzig habe ich Nele Neuhaus „Schneewittchen muß sterben“, ein Fund aus dem Bücherschrank durchgenommen, von deren großen Erfolg, ich auf einer der Fachkonferenzen, die es für Buchhänderschüler, beziehungsweise  Studenten gab, ebenfalls hören konnte.

 

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