Literaturgefluester

2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

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2018-03-18

Bloggersessions und Kirchenlesung

Seit 2015 gibt es bei der Leipziger Buchmesse die Blogger-Lounge, damals hat Wolfgang Tischer vom Literaturcafe auf die Möglichkeit sich als Blogger akkreditieren zu lassen, aufmerksam gemacht, es gab die Bloggerpaten, wo man sich darum bewerben konnte, eines der nominierten Bücher zu rezensieren und in der Bloggerlounge, kann ich mich erinnern, gab es ein ausgewähltes Programm mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ansprache des Messedirektors.

In den Jahren danach gab es die Bloggersessions im Congreßzentrum, für die man exta Eintritt zahlen mußte und ausgewählte Blogger, wie beispielsweise „Buzzaldrin“ Vorträge übers Bloggen hielten.

Heuer wurden die Bloggersessions vom Congreßcenter in die Fachforen der Halle 5 gleich neben der Bloggerlounge verlegt, so daß sozusagen jeder daran teilnehmen konnte und ich den heutigen Tag auch der Fachkonferenz übers Bloggen widmete, die zum großen Teil von Wolfgang Tischer moderiert wurde.

Es gab nach der Begrüßung des Messedirektors, Oliver Zille, ein Parallelprogramm auf den zwei Bühnen, das jeweils für Anfänger und Fortgeschrittene angekündet war, sich aber teilweise überschnitt.

So begann das Anfängerprogramm mit einem Interview, das Wolfgang Tischer mit Linus Giese unter dem Titel „Mehr Mut beim Bloggen“ über sein Outing und darauf folgendenden Konsequenzen führten,  das Fortgeschrittenenprogramm beschäftigte sich inzwischen mit dem Storytelling, während es für die Anfänger mit den Rechtsfragen weiterging.

Ich bin munter von Bühne eins zu Bühne zwei gewechselt,  habe mir zwischendurch Kaffee geholt, beziehungsweise zu Mittag eine Leberkässemmel, die hier als Brötchen gehandelt wird, gekauft.

Es ging um das „Alleinstellungsmerkmale für Blogger“ und die Forderung von Elif Kavadar und Mareike Hansen, daß die Blogger politischer werden müßten.

Das bin ich, glaube ich, ohnehin schon, ich bin aber keine reine Buchbloggerin, blogge auch nicht, wie die meisten anderen, wie ich später von Wolfgang Tischer hörte, über Fantasy oder New Adult, sondern vermische meine Buchbesprechungen mit meinem literarischen Schreiben und meinem Veranstaltungskalender.

Ich blogge inzwischen täglich und nicht, wie die meisten anderen, einmal in der Woche, führe ein literarisches Tagebuch,  bin dabei, wie auch eine Forderung an die Blogger lautet, sehr offen und persönlich, habe also eigentlich drei Blogs in einem und reich werden will ich mit meinen Blog eigentlich auch nicht, sondern mich literarisch präsentieren.

Es ging  auf beiden Bühnen mit der Zusammenarbeit mit Verlagen weiter, die „Netgalley“, wo man elektronische Leseexemplare anforern kann, wurde vorgestellt und die hat im vorigen Sommer auch den ersten Blogger Award ausgerichtet.

Darüber gab es auf der Anfängerseite wieder einen Vortrag, der von Wolfgang Tischer moderiert wurde „Buchblogger im Vergleich: Listen, Rankings und Awards“ und da zitierte er auch eine Studie, daß die meisten Blogger am Sonntag ihre Artikel schreiben würden, zweiundneunzig Prozent der Blogger weiblich sind, während und das ist sehr interessant und wurde von den beiden Frauen, die mehr Politik forderten, erwähnt, der Buchblog-Award von zwei Männern gewonnen wurde.

„Hören wir auf zu kuscheln, laßt uns laut und stachelig werden“, forderten dann die zwei ehemaligen Buchpreisblogger Tobias Nazemi und Jochen Kienbaum, sowie die Bloggerin Katharina Hermann und meinten, daß die Blogger qualitätsvoller schreiben und ihre Artikel gegenseitig lektorieren sollten, was vielleicht mit einem verminderten Kuschelkurs gar nicht so viel zu tun hat, aber sicher sehr interessant war, die verschiedenen Aspekte des Bloggens kennenzulernen.

Inzwischen gibt es in Deutschland, glaube ich, zweitausenfünfhundert literarische Blogs, die oft sehr schnell wieder verschwinden.

Mara, beziehungsweise Linus Giese hat vor sieben Jahre zu bloggen angefangen und ist sehr schnell sehr erfolgreich damit geworden. Jetzt bloggt er weniger, weil er als Buchhändler nicht mehr die Zeit dazu findet  und ich feiere im Sommer  mein zehntes Jubiläums,  bin also eine der sehr viel und, wie manche meinen nicht sehr qualitätsvoll bloggen, aber ich verstehe das Bloggen ja mehr, als mein persönliches Archiv und meine Erinnerungshilfe, als, als Geldquelle und möchte auch mit den Verlagen nicht so sehr zusammenarbeiten, obwohl ich Rezensionsexemplare beziehe und mich am Freitag, sowohl mit einem Verlagsmenschen getroffen, als ein Bloggertreffen besucht habe.

Es ging dann wieder von Wolfgang Tischer moderiert, um Blogtouren in Buchblogs, die kritisch beleuchtet und das Pro und Conta diskutiert wurden und da habe ich einmal an einer als Leserin teilgenommen, als das Buch von Martina Gercke und Katja Schneid „Alles nur kein Mann“ vorgestellt wurde. Da tun sich ein paar Blogger zusammen und stellen alternierend eine Woche lang ein Buch vor und man kann es dann meistens, wenn man einige Fragen bewantwortet, gewinnen.

Bis halb vier gingen die alternierenden Seessins durch, dann gab es noch ein Coming together mit Getränken und Butterbrezeln und ich habe die Messe verlassen und bin mit der Straßenbahn bins zur Huttenstraße gefahren, wo es in der Aposteltkriche in Großzschocher wahrscheinlich auch im Rahmen von Leipgzi liest oder im Rahmen der offenen Kirchentage eine Lesung gegeben hat und zwar hat da die Journalistin Adrienne Friedlaender ihren Bestseller „Willkommen bei den Friedlaenders“ vorgestellt, wo sie das das Chaos beschriebt,  das in ihr Leben gekommen ist, als sie in ihren Haushalt mit drei Söhnen, einer Großmutter, einen Hund und und einer Katze, einen jungen syrischen Flüchtling aufgenommen hat.

2018-03-16

Leipziger Messeimpressionen II

Gretchen Dutschke im Gespräch mit Susanne Führer

Gretchen Dutschke im Gespräch mit Susanne Führer

Superman bei Energiezufuhr

Superman bei Energiezufuhr

Mit der Messe und mit dem Winterwetter geht es weiter, Regen am Morgen, der sich dann in leichten und später in dichten Schnee umeandelte, der auch auf der Straße liegenblieb. Ziemlich kalt für Mitte März und auf der Messe hatte ich ein dichtes Programm.  Hatte ich mich doch um elf mit einem Herr vom „Rohwolt-Verlag“ verabredet, dann hat noch Bozena Anna Badura ein Treffen der Debutpreisblogger, die auf der Messe waren, um elf in der Bloggerlounge angesetzt, also habe ich versucht das Treffen nach vorzuverlegen, was auch gelungen ist, ich habe zwar ein bißchen auf ihn gewartet, dabei aber einen Herrn beobachtet, der eifrig in Daniel Kehlmanns „Tyll“ geblättert hat und Georg Klein, der auch für den Leipziger Buchpreis nominiert war, habe ich auch am Stand gesehen.

Allerdings ist es mir dann nicht so schnell gelungen von der Halle vier in die Halle fünf zu kommen, wo schon fünf oder sechs der Debutpreisblogger und Bozena Anna Badura wartete und es auch die „leckeren Kekse“ zum Knabbern gab und um zwölf gab es schon wieder ein Bloggertreffen, so daß ich diesmal das gemeinsame Mittagessen mit dem Alfred ausfallen ließ.

Ich hatte aber noch vom Vortag Brezeln und Croissants und Susanne Bühler von „Diogenes“ hat den Bloggern, die den gesamten Vortragssaal füllten, ich habe auch einige bekannte Gesichter entdeckt, das Herbstprogramm vorgestellt. Da wird es einen neuen Erich Hackl geben, „Liebwies“ errscheint als Taschenbuch und und…

Leider waren die Namen der Neuproduktionen nicht immer leicht zu verstehen und die Cover ohne Projektionshilfsmittel,  das Programmheft wurde nur in die Höhe gehalten, nicht immer so leicht zu erkennen. Der Herbst ist aber noch weiter entfernt und es gab  auch eine Kurzlesung von und mit Anneke Reineckes „Leinsee“, was manche Blogger schon erwartet hatten und ich bin wieder in die Halle vier hinübergegangen.

Schlecky Silberstein

Schlecky Silberstein

Preis der Literaturhäuser

Preis der Literaturhäuser

Denn da gab es es einen Festakt. Wurde doch das europäische Übersetzternetzwerk „Traduki „vor zehn Jahren ins Leben gerufen“, so daß ein deutscher Politiker und eine albanische Politikerin eine Rede hielten und Chrstoph Ransmayr, der österreichische Schriftsteller  in einem Essay erklärte, wie wichtig  das Übersetzen  für die Verständigung wichtig ist.

Es gab ein Glas Wein, bevor das Programm im Cafe Europa mit einem ungarischen Roman weiterging und ich bin zum blauen Sofa hinuntergegangen, wo der Preis der Literaturhäuser an den Teschechen Ladislav Rudis vergeben wurde, den ich, glaube ich, einmal in Krems bei der „Literatur und Wein“ kennenlernte. Leider war im Programm  als Ort das Cafe Traduki angegeben, so war ich vorher dort bei einer Lesung und habe da meinen schönen Block mit den Schneeglöcken und meinen Kugelschreiber vergessen. Ich habe zwar inzwischen ein anderes Schreibeheftchen, aber all meine Notizen sind verloren und so zitiere ich aus dem Gedächtnis.

Es gab dann  noch eine „Blaue Stunde“ zum Thema 1968, mit Gretchen Dutschke und Wolfgang Kraushaar.  Die Messe war zu Ende, das Programm von „Leippzig liest“ ging aber weiter und wir mit der Ute in ein Hospitz, beziehungsweise in  ein „Haus des Lebens“, da ja die Ute ehrenamtliche Sterbebegleiterin ist, wo es auch, um die Verständigung, wenn auch auf eine andere Art und Weise ging und zwar hat der Arzt und Schriftsteller Jalid Sehouli, der auch schon literarische Texte geschrieben hat, sein Buch „Von der Kunst schlechte Nachrichten gut zu überbringen“ vorgestellt, was wahrscheinlich auch eine Kunst des Übersetzen ist, die Nachricht des Krebes mit Achtung und Wertschätzung dem Patienten und seinen Angehörigen zu überbringen und  genauso an Grenzen stoßen wird, wie die Kunst des Übersetzens, wohl nicht immer zum Miteinander führt, da es  auch in Leipzig, wie im Herbst in Frankfurt rechte Verlage gibt, die das Messegeschehen dominieren und vielleicht mehr Aufrmerksamkeit erzeugen, als das Bemühen um Verständnis und Toleranz. Hat es doch schon bei der Eröffnung diesbezüglich Prosteste gegeben und Armin Baumgartner hat mich, als ich ihm in der Halle 4 zufällig getroffen habe, auch gleich darauf angesprochen.

2018-03-15

Leipziger Messeimpressionen I

Am Mittwoch sind wir also nach Leipzig zu den Hundertmarks gefahren und am Donnerstag hat die Buchmesse begonnen. Ich bin wahrscheinlich circa das zwanzigste Mal in Leipzig und kann mich erinnern, daß wir das erste Mal in den Neunzigerjahren gefahren sind.

Da war noch Traude Korosa bei den IG Autoren und hat mir einen Kaffee gegeben, Walter Baco hat eine Österreichschiene veranstaltet und Milo Dor hat mich nach dem Weg gefragt und wir sind seither nicht jedes Jahr, aber ziemlich regelmäßig nach Leipzig gefahren.

Mal kürzer und mal länger und seit 2015 lasse ich mich als Bloggerin akkreditieren und inzwischen ist auch alles regelrecht geplant. Ich habe schon ein paar Verlagstermin und Bloggertreffs ausgemacht und einige Fixpunkte, die ich gern besuchen wil. Sonst lasse ich mich eher treiben  und so begann es auch heute.

Ziemlich genau um zehn sind wir eingetroffen und ich bin den Vormittag in der Halle 5 herumgeschlendert. Habe Malte Bremer vom Literaturcafe angesprochen und ihm die zwei Bücher gezeigt, die ich in meiner Tasche hatte. Er will sie besprechen und mir sein Urteil darüber sagen. Mal sehen, ob er länger als dreißig Sekunden braucht, um sie in den Mist zu befördern. Daß er sie aber genommen hat, ist schon fein, denn die meisten Blogger winken  schon hier ab und sagen „Selfpublischer nein, damit können wir uns nicht beschäftigen, denn das stiehlt uns unsere Lebenszeit!“

Ich habe aber einen Teul des Vormittags in der Selfpzulkischerzone der Halle fünf verbracht, habe mir  einige Lesungen und eine Diskussion angehört, bis ich den Alfred getroffen habe, um mit ihm Mittag zu essen.

De Restaurants auf der Messe sind mir schon von den letzten Jahren bekannt, man muß sich wie in den DDR-Zeiten einen Platz zuweisen lassen, dann bekommt man eine Speisekarte und die Kellner wuseln herum, sehen einen aber dabei nicht an, so daß es ziemlich anstrengend ist, bis man die Bestellung abgeben kann.

Dann geht es schnell und das Essen ist auch recht gut, es hat aber ziemlich lange gedauert, sodaß ich die Verleihung des „Alfred Kerr-Preises“ bei den unabhängigen Verlagen versäumte.

Das heißt, ich bin nur zum Sekt und den Croissants zurechtgekommen, habe die Ursula Seeber dabei gesehen und dann war es schon bald Zeit mich in die Glashalle aufzumachen, um zur Verleihung des  „Leipziger-Buchpreises“ zurechtzukommen. Da habe ich auch einige Zeit gebraucht daraufzukommen, daß ich mit meiner Akkredidierungt in die heiligen abgegrenzten Hallen hineingehen kann, vorher bin ich immer draußen gesessen und ganz früher naiv ein Buch lesend so lange drinnen, bis sie mich vertrieben haben.

Diesmal klappte es aber und ich habe sogar einen schönen Platz bekommen und von den fünfzehn nominierten Büchern,  je fünf in den Kategorieen Sachbuch, Belletristik, Übersetzung habe ich nur eines bekannt, nämlich Josuah Cohens „Buch der Zahlen“, das dann aber nicht gewonnen hat, denn der Preis für die beste Übersetzung ging an Sabine Stöhr und Juri Durkot für Serhij Zadahrs  „Internat“, den Sachbuchpreis hat Karl Schlögl gewonnen und der Preis für Bellestritik ging an Ester Kinskys „Hain“.

Danach gab es Sekt und Brezeln, ich habe mir ein Glas genommen, mich damit kurz an den Tisch gestellt, wo schon Daniela Strigl stand, den Sekt ausgetrunken und dann hinauf zum Österrreich- Cafe, wo es wieder den traditionellen Empfang mit Wein und seit einigebn Jahren Schnitzelstücken gegeben hat.

Nette Gespräche und ich habe bei den IG Autoren und bei Walter Famler auch nach den neuen „Hammer“ gesucht, wo meine und Ruths Texte zur „Kunst im öffentlichen Raum“ enthalten sind, den es schon seit zwei Tagen gibt, in Lleipzig aber offensichtlich nicht, beziehunsweise sind die dreißig Exemplare, die Walter Famer mit hatte schon alle weg.

Nun gut, macht ja nichts, Kurt Neumann hat mir ja das PDF geschickt, das der Alfred schon den Hundertmarks, Bozena Anna Badura und seiner Cousine Hannelore samit Familie, die wir am Dienstag Nachmittag besuchten. zeigte und jetzt ist der erste Messetag beendet und ich bin entsprehcend müde und erschöpft. Morgen wird es wieder weitergehen, weil ich diesmal ja meinen Laptop mithabe und daher täglich bloggen kann.

2017-03-27

Von der Leipziger Messe

Margot Koller, Eva Jancak

Margot Koller, Eva Jancak

Und wieder sind wir aus Leipzig zurückgekommen. Das nächste Mal, ich schwöre, neheme ich meinen Laptop mit, aber diesmal muß ich wieder alles in einer Wurst hinunterschreiben und dann auch noch die vier Taschen auspacken, in denen Bücher, Karten, Zeitungen, Prospekte und vier Kaffeehäfern von der Kaisermelange die man ja in der Autobahngaststätte Rosenberger, wo wir hin und zurück Halt machten, mitnehmen kann, enthalten sind.

Wir fahren seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahre mehr oder weniger regelmäßig zur Messezeit nach Leipzig, weil wir ja bei der Ute und dem Andreas wohnen können. Das erste Mal waren wir über das Wochenende dort, als Bulgarien Gastland war. Das Jahr weiß ich jetzt nicht, kann man aber sicher nachgooglen. Vielleicht tun es meine Kritiker für mich, statt sich immer nur über meine Schlampigkeit zu ärgern. Da haben wir in der Straßenbahn oberösterreichischen Dialekt gehört und dann habe ich am Stand der Oberösterreicher wo ich zufällig hinkam, ein Linzertörtchen und einen Kaffee bekommen.

Doris Knecht

Doris Knecht

Martin Schulz im Gespräch

Martin Schulz im Gespräch

Damals war alles ziemlich anders als heute, Walter Baco hat aber Lesungen für die obersöterreichischen Autoren organisiert und ich habe Milo Dor, das erinnere ich mich auch noch den Weg dorthin gezeigt.

Dann waren wir zweimal 2000 und 2002 in Frankfurt, da fahren wir glaube ich nicht mehr hin, außer ich werde mal eingeladen, nach Leipzig aber schon, habe mich jetzt auch zum dritten Mal akkredidieren lassen und mit der Anfahrt hat alles gut geklappt.

Am Mittwoch sind wir losgefahren, am späteren Nachmittag bei der Ute und dem Andreas angekommen,  ich hatte diesmal auch einige Termine und Pläne und Ferdiun Zaimoglus Lutherroman „Evangelio“ als Lektüre mitgenommen. Ursprünglich wollte ich ja einen Leipziger Autor mitnehmen und dachte an Clemens Meyer „Im Stein“, aber da noch sieben Rezensionsexemplare auf mich warten und ich dachte, das Eisenach in der Nähe von Leipzig ist, so nah ist das nicht, hat mich die Ute dann belehrt, habe ich umdisponiert und mich auf der Fahrt sozusagen durch ein mittelalterliches Deutsch eines türkischen Autors gelesen. War gar nicht so leicht.

Mechthild Podzeit-Jonke

Mechthild Podzeit-Jonke

Am Donnerstag sind wir vom Bahnhof mit einem Bus auf die Messe gefahren, war ein anderer Weg, aber auch nicht schneller, man mußte diesmal durch eine Sicherheitsschleuse und dann hatte ich gleich, um elf einen Termi bei Ulrike Meier von „Kiepenheuer und Witsch“, die mir das Herbstprogramm vorstellte, wo ich mir gleich wieder eine ganze Menge wünschte.

„Aufbau“ lag daneben, die Frau Seiler war aber nicht da und ich bin zum blauen Sofa hinuntergegangen, wo gerade der Buchpreisträger zur europäischen Verständigung Mathias Enard, beziehungsweise sein Buch „Kompass“ vorgestellt wurde.

Dann kam der Alfred und ich ging mit ihm wieder in eines der Restaurants, wo man plaziert wird essen. Beef Stroganof und ein Glas Rotwein und dann gings zu den „Unabhängien“ in die Halle fünf, wo ich schon am Vormittag kurz war, wo  der „Alfred Kerr Preis“ an den Journalisten Andreas Breitenstein vergeben wurde.

Norbert Gstrein hielt die Laudatio. Es gab was zum Trinken und ein paar Brötchen, ich habe Josef Haslinger die Hand gegeben und bin dannn die Glashalle zur  Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ gegangen. Da habe ich mich in den letzten zwei Jahren immer zu den Restauranttischen an die Seite gesetzt, diesmal habe ich gedacht, schaue ich, ob sie mich mit meinem Presseschildchen hineinlassen. Sie ließen und es gab mir sogar Benedikt Föger, vom österreichischen Hauptverband, die Hand und es war wieder sehr spannend, die Preisträger mit den Erwartungen zu vergleichen.

Preis der Literaturhäuser an Terezia Mora

Preis der Literaturhäuser an Terezia Mora

Eugen Drewermann, Hans Dieter Heimendahl

Eugen Drewermann, Hans Dieter Heimendahl

Da liege ich ja meistens falsch und hier ist es besonders schwer, weil ja auch die Kategorien Übersetzung und Sachbuch, wo ich nicht so viel Ahnung habe oder Bücher kenne, verliehen werden.

Aber das Buch „Kompass“ war für den Übersetzerpreis nominiert, bekommen, hat den Preis dannEva Lüdi Kong für die Übersetzung die „Reise in den Westen“ und den Sachbuchpreis hat Barbara Stollberg-Rilinger für ihr Buch über „Maria Theresia“ bekommen, die ja jetzt ein Jubiläumsjahr hat. Das ist ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde und bei der Belletriktik, wo Lukas Bärfuß, Brigitte Kronauer, Steffen Popp, Anne Weber und Natascha Wodin nominiert waren hat dann die letztere für ihr Buch über ihre Mutter „Sie kam aus Mariupol“ gewonnen und das habe ich mir eigentlich gewünscht.

Jörn Dege

Jörn Dege

Fabian Hischmann

Fabian Hischmann

Nachher gab es Sekt und Brezeln, ich habe schnell ein Glas getrunken und von einem Brezel abgebissen und bin zur Happy Hour nach Österreich in die Halle vier, wo schon der Alfred und Margot Koller auf mich warteten. Dort gab es wieder Schnitzel und ich habe die Frau vom „Wortreich-Verlag“ angesprochen, deren Buch ich ja vor einer Woche beim „Indie Bookday“ gewonnen habe. Aber ich wurde auch vor einiger Zeit von einem österreichischen Verlag angeschrieben, der mir sagte, daß er sich gründen wird und ich habe nachgefragt, ob das „Wortreich“ war, weil ich nie wieder etwas von ihm hörte. Aber bei der „Wortreich- Präsentation“ war ich, als dort Judith Gruber-Rizy ihr letztes Buch vorstellte.

„Kann sein!“, hat sie mir gesagt und mir gleich drei Bücher mitgegeben, so daß mir der Lesestoff nicht ausgehen wird, obwol ich noch immer auf Olga Grjasnowas neues Buch warte, auf das ich schon sehr neugierig bin.

Am Freitag ging es dann weiter mit der Halle vier, denn dort gab es ja nicht nur Österreich, sondern auch die Broschüren und Bücher des Gastlandes Litauen. Da habe ich mir sehr viel mitgenommen. Zu einer Lesung habe ich es dann nicht geschafft, denn ich war wieder mit dem Alfred essen und, um halb drei gab es  das Bloggertreffen von „Kiepenheuer und Witsch“, wo Susann Pasztor ihr Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, wo es um einen Sterbegegleiter und seinen Sohn geht, vorstellte.

Isabelle Lehn

Isabelle Lehn

Andreas Stichmann

Andreas Stichmann

Ein ganzer Tisch voll Blogger und Bloggerinnen und es waren durchaus nicht nur junge Mädchen. Jochen Kienbaum und Tobias Nazemi habe ich erkannt. Es wurde dann sowohl über die Sterbegleitung, als auch über die Funktion des Bloggerns diskutiert und ich schließe mich der Meinung einer Bloggerin an, daß ich mit meinen Blog nichts verdienen will, die Rezensionesexemplare durchaus als Belohnung sehe, aber eigentlich für mich blogge und für niemanden Werbung machen will.

Dann gings wieder zum blauen Sofa, denn da wurde  der „Preis der Literaturhäuser“ an Terezia Mora vergeben und anschließend gab es statt des Weins und der Brezeln, wie sonst, eine „Blaue Stunde“ über Luther, denn der hat ja heuer ein Jubiläumsjahr und war daher sehr prominent mit sehr vielen Bücher vertreten.

Wir sind aber früher von dort weg, weil wir wieder zur Absolventenlesung ins „Literaturinstitut“ wollten zu der mich wieder Jörn Dege eingeladen.

Es war sehr voll und ein dichtes Programm, dreimal drei Lesungen von Autoren, die ich vom „Bachmannpreislesen“ oder von sonst her kannte.

Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa

Jens Eisel

Jens Eisel

Nur von ganz wenigen habe ich noch nichts gehört, wie zum Beispiel von Fabian Hischmann, auf dessen Seite ich zwar kam, weil mein Patriot aus dem „Frühstück“ ja ganz ähnlich heißt, aber natürlich wieder nichts mit ihm zu tun hat. Der war der erste Leser. Dann kam Isabell Lehn, deren „Binde zwei Vögel zusammen“ ja in meinen Badezimmer auf mich wartet. Andreas Stichmann hat auch einmal in Klagenfurt gelesen. und Olga Grjasnowa die mit „Gott ist nicht schüchtern“ auf der Messe ein dichtes Programm hatte und auch gleich wieder weg mußte, habe ich schon erwähnt.

Martin Becker dessen Roman „Marschmusik“ heißt, war dagegen einer der für mich Unbekannten, während ich ja Clemens Meyers Shortlist Roman nach Leipzig mitnehmen wollte. Jetzt hat er einen Erzählband „Die stillen Trabanten“ und hat daraus auch auf der Messe sehr viel und im „Literaturinstitut“ am Schluß gelesen.

Dazwischen waren noch Roman Ehrlich und Kerstin Preiwuß an der Reihe, sehr viel „geballte Instiutsprosa“, wie es Jörn Dehne anzukündigen wußte, also und den Samstag habe ich hauptsächlich, mit einer Untetbrechung zu Mittag in der Bloggerlounge, wo ich mir Wiener Würstchen, wie dort ja die Frankfurter heißen und einen Milchreis mit Beeren kaufte,vor dem „Blauen Sofa“ verbracht. Dort war es auch sehr voll, ich habe aber immer einen Sitzplatz bekommen, ein paar Mal Mara Giese, die offizielle Buchbloggerin gesehen und mir Josef Haslinger, der über eine Anthologie aus dem „Writer in Exil-Programm“ referierte, angehört, Christoph, Hein, Eva Menasse, John von Düffel, Wladimir Kaminer und und und, ich kann wohl nicht alle aufzählen, es endete aber wieder mit einem „Krimi Speed Dating“ und am Sonntag bin ich zuerst ins „Österreich-Kaffee“ gegangen, habe mir Lukas Cejepeks „Ein weißes Feld“, wo es um die Farbe weiß geht und Nadine Kegeles „Lieben muß man unfrisiert, ein Buch das Maxi Wanders „Guten Morgen du Schöne “ nachempfunden ist und das ich als nächstes lesen werde, angehört und die Autoren begrüßt.

Kerstin Preiwuß

Kerstin Preiwuß

Roman Ehrlich

Roman Ehrlich

Dieter Scheer vom Stand der „IG Autoren“ hat mich einige Bücher von Gerald Grassls Editon aussuchen lassen und mir gezeicht, wo es ein Klo gibt, bei dem man sich nicht anstellen muß, was auch sehr praktisch war, dann wieder in die Halle fünf, zur Blogger Lounge, wo ich einige der Booktuber, deren Videos ich mir in der letzten Zeit angeschaut habe, live erleben konnte und dann zu Margret Kreidl, die auf der „Bühne der Unabhängigen“, ihr bei der „Edition Kosrrespondenzen“ erschienenes Buch „Zitat Zikade“ vorstelle, wo es auch viel um Farben. aber auch um Friederike Mayröcker geht.

Danach streute ich noch ein bißchen ziellos durch die Hallen, naschte mich ein bißchen durch und landetete am Schluß wieder auf der Übersetzerbühne, wo ich, glaube ich, schon am Freitag war und wo es wieder eine Überraschung gab, denn bevor ich im vorigen Jahr nach Leipzig fuhr, bin ich ja bei einer Wiener Vorlesung gewesen wo Luigi Reitani einen Vortrag über „Literatur und Flucht“ hielt.

Jetzt hat er bei „Picus“ ein Buch darüber herausgebracht, das er vorstellte. Dann war es schon fünf und die Stände wurden langsam abgeräumt, so daß ich noch ein bißchen herumschlenderte und dann zurück zum Schmetterlingsweg gefahren bin und heute früh von Leipzig mit einem Zwischenstop in St. Pölten nach Wien.

Martin Becker

Martin Becker

Clemens Meyer

Clemens Meyer

Eine Menge Bücher habe ich, wie erwähnt in vier Taschen zurückgebracht. Jetzt muß ich das alles sortieren, einordnen und natürlich lesen und kann als Resume, für die, die von mir eines haben wollen, nur wieder sagen, es war sehr interessant und ich habe vieles gesehen, erlebt und gelernt und auch ein paar interessante Begegnungen gehabt, aber man muß es sich natürlich selbst anschauen, um einen Eindruck davon zu haben oder kann auch bei anderen Bloggern nachgooglen.

2016-03-21

Leipziger Buchmessenreport

Sacha Batthyany

Sacha Batthyany

20160319-142734

In Leipzig war ich jetzt seit wahrscheinlich 1998, anders als in Frankfurt, wo ich nur 2000 und 2002 war, so an die zehn bis fünzehnmal. Seit 2009 blogge ich darüber, seit dem vorigen Jahr als akkredierte Bloggerin sohzusagen offiziell.

Man könnte auch lakonisch sagen, ich kann jetzt gratis hinein und die Bloggerlounge für Treffem, beziehungsweise fürs Kaffeetrinken benützen und gewohnt haben wir wieder, wie seit Anbeginn bei den Hundertmarks am Schmetterlingsweg.

Wie es war?

Spannend und, wie erwartet auch ein wenig frustrierend, obwohl eigentlich alles klappte, beim „Aufbau Verlag“ bin ich zu einem Sektempfang zurechtgekommen, in der Bloggerlounge habe ich mit Tobias Nazemi gesprochen, Mara Giese habe ich die Hand gegeben,  mit Olga Martinova und Olek Jurew im selben Messerestaurant zu Mittag gegessen, im „Leipziger Literaturinstitut“ war ich auch und eine Menge Bücher habe ich  ebenfalls aus Leipzig mitgebracht, wann ich die wohl lesen werde? Aber wieder schön der Reihe nach:

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Marlen Schachinger

Marlen Schachinger

Am Mittwoch sind wir am Morgen mit den Auto losgefahren, haben am Abend, während die Messe in Gewandthaus eröffnet wurde und der „Preis für europäische Verständigung“ an den Historiker Heinrich August Winkler vergeben wurde, mit den Hundertmarks zu Abend gegessen und sind am Donnerstag losgezogen.

Mit der Akkredierung gab es diesmal keine Probleme und so bin ich bis zum Mittagessen ersteinmal so ziemlich planlos durch die Hallen gezogen.

Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn als ich in der Halle vier das „Österreich Kaffee“ erreichte, hat gerade Ilse Kilic, von der ich eigentlich dachte, das sie am Mittwoch bei der „Lyrik im März“ in Wien lesen wird ihr neues „Ritter-Werk „Das sich selbst lesende Buch“, das, glaube ich, auch von einer Ilse Kilic handelt, vorgestellt und ich habe mich hingesetzt und ihr zugehört. Sie hat dann von mir wissen wollen, wo ich in Leipzig wohne und mir erzählt, daß sie auch eine Stunde Fahrtzeit hat. Dann habe ich beim „Amazon Kindle Publisher Stand“ ein paar Bücher eingesammelt oder war das erst am Freitag?

Egal, man vergißt ja soviel, obwohl ich mir brav alles in in mein rotes Büchlein aufgeschrieben habe und bin dann auch irgendwann beim „blauen Sofa“ gelandet, wo Nora Gomringer gerade mit Begeisterung von ihrer lesenden Mama erzählte, dann kam Heinz Strunk an die Reihe, der mit der „Der goldene Handschuh“ ja für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert war.

20160318-185523

Ulf Stolterfoht

Ulf Stolterfoht

Dann kamen Joe Lendle und Tilmann Rammstedt auf das „blaue Sofa“ um über ihr „Morgen mehr“ Projekt zu erzählen. Ich habe mich aber mit dem Alfred zum Essen getroffen und danach habe ich mich bald in die Glashalle gesetzt, um bezüglich der Preisverleihung nichts zu versäumen.

Mit meinem Presseausweis hätten sie mich wahrscheinlich auch durch das Absperrband durch gelassen, aber auch so habe ich gut gesehen und war nah daran und kann jetzt gleich verkünden, daßn der Kategoerie Übersetzung Brigitte Döbert für ihre Übersetzung von  Bora Cosic „Die Tutoren“ und bei den Sachbüchern,  Jürgen Goldstein für seine Biografie „Georg Forstner. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“ gewonnen hat.

Bücher, die mir nicht viel sagen und auch die in der Abteilung Belletristik waren für mich nicht so bekannt.

Da war, wie schon erwähnt Hein Strunk, der in den Blogs sehr gelobt wurde, nominiert, dann Marion Poschmann mit einem Lyrikband, Roland Schimmelpfennig  und Nis  Nomme Stockmann mit „Der Fuchs“, das wurde in den Blogs auch besprochen und dann noch der mir völlig unbekannte Guntram Vesper mit seinem Opus Magnum „Froburg“, der den Preis auch gewonnen hat.

Das ist ein Herr über siebzig und „Froburg“ ist ein Städtchen in der Nähe von Leipzig, wo er, glaube ich, auch aufgewachsen ist.

Jörn Dege

Jörn Dege

Thomas Podhostinik

Thomas Podhostinik

Also eine große Überraschung und damit bin ich dann in die Halle vier zum „Österreich-Empfang“ gegangen, wo es diesmal Schnitzeln zum Wein gegegeben hat, wurde doch der neue „Österreichische Buchpreis“, für den sich die Verlage nun bewerben können und der am Vorabend der nächsten „Buch Wien“,  vergeben wird, angekündigt.

Selbupublischer und Selbstverlage dürfen sich natürlich nicht bewerben, aber bloggen kann und werde ich natürlich darüber und interessante Gespräche hat es am Stand auch gegeben. Wir haben sogar den früheren Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gesehen, den ich allerdings fast nicht erkannt hätte.

Am Freitag ist es dann weitergegangen. Diesmal bin ich, glaube ich, in der Halle fünf, bei den „Kindle Selfpublishern“ gesessen und habe einer jungen Frau mit schwarzen Hut und bunter Bluse zugehört, die aus ihrem Buch „Tieffliegende Liebe“ las, das von einer Fritzi handelt. Sie nennt sich Charly von Feyerabend, was wohl ein Pseudonym sein dürfte und  um zwölf hat es dann ein Bloggertreffen in der Bloggerlounge gegeben, dann habe ich wieder den Alfred getroffen und Tilmann Ramstdet diesmal auf der Bühne des „Literatucafes“ versäumt.

Dann ging es wieder nach Österreich und zu einer Lesung von Karin Ivancsics neuem Buch und bei den Rumänen bin ich auch zu einem Empfang zurechtgekommen, wo der Messedirektor war, Dana Grigorcea und wahrscheinlich noch eine Menge anderer wichtiger Personen, beim „Aufbau Stand“ habe ich dann mit Frau Seiler gesprochen, Robert Misik und Ronja von Rönne gesehen. Dann war es schon Zeit für das „blaue Sofa“, wo es diesmal wieder am Abend eine „blaue Stunde“ gab, am Freitag zum Thema „Flucht, Angst und Integration – Stößt Europa auf seine Grenze“, denn das war heuer das Messe Spezialthema. Danach wurde der „Preis der Literaturhäuser“ an den eperimentellen Lyriker Ulf  Stolterfoht vergeben, der diesmal auch im „Wiener Literaturhaus“ lesen wird und irgendwo in der Glashalle gab es einen Chor, wahrscheinlich auch zum Thema Freiheit und Integration, der so laut war, daß man den Preisträger und den Moderator nicht mehr recht verstanden hat.

Franziska Gesternberg

Franziska Gesternberg

Janko Marklein

Janko Marklein

Zu den Brezeln gab es diesmal nur Weißwein oder Wasser, aber ich hatte mein Glas Rotwein schon bei den Rumänen getrunken und außerdem noch etwas vor, hatte mich doch Jörn Dege, der mir auch die „Doppelte Biografieführung“ geschickt hat, zur „Institutsprosalesung“ ins „Leipziger Literaturinstitut“ in die Wächterstraße, neben der amerikanischen Botschaft gelegen, eingeladen, wo Thomas Podhostinik, Franziska Gesternberg, Janko Marklein, Luise Boege, Kristina Schilke und Sascha Macht, alles Absolventen, ihre neuen Romane vorstellten und in einer Vitrine konnte man die anderen Bücher berühmter LL-Studenten, drunter die von Clemens Meyer, Sasa Stanisic, etcetera, bewundern.

Am Samstag ist es weiter mit einem kurzen Kennenlernen von Martina Gercke am „Meet und Greet Stand“ und einem längeren Gespräch mit Tobias Nazemi in der „Blogger Lounge“ weitergegangen.

Ich habe Anna Jung und Nellja Veremej die ihr neues Buch „Nach dem Sturm“ am Stand der „Unabhängigen“ vorstellte, gehört und Ronja von Rönne am „blauen Sofa“ versäumt.

Da bin ich gerade zum „Krimi Speed Dating“ zurechtgekommen, wo Dora Heldt, Sebastian Fitzek, Friderich Ani, und Elisabeth Herman ihre neueren und älteren Krimis vorstellten und an sich gegenseitig verschenkten, zurechtgekommen und bin am Abend nicht mehr zu einer Lyrik Lesung mit der Ute ins Cafe Tunichtgut gegangen, sondern am Schmetterlingsweg verblieben und den Sonntag habe ich hauptsächlich vor dem „blauen Sofa“ verbracht, hat da ja Michael Kumpfmüller seinen neuen Roman „Die Erztiehung des Mannes“ vorgestellt. Ich habe die offenbar Bestsellerautorin  Theoa Dorn und ihren „Faust-Roman“ „Die Unsterblichen“ kennengelernt und Antje Ravic Srubel hat, glaube ich. auch etwas über „Transgender“geschrieben.

Luise Boege

Luise Boege

Kristina Schilke

Kristina Schilke

Dzevad  Karahasan ist mit seinem neuen Roman „Der Trost des Nachthimmels“ weit in die Vergangenheit zurückgegangen. Dann wurde es wieder voll, denn dann kam Sarah Kuttner mit ihrem Hund, sprach über ihre neues Buch „180 Grad Meer“ und beantwortete, die Kritikerfrage, die ich auch auf den Blogs schon hören konnte, ob das was sie da schreibt, denn literarisch ist, mit ihrer wahrscheinlich bekannt sehr lockeren Art „Es ist das. was ich kann!“ und bekam sehr viel Apllaus dafür.

Dann bin ich ich zum Mittagessen in die „Blogger Lounge“ gegangen, habe mir dort kein Frankfurter, sondern ein  Paar Wiener Würschen, denn die heißen dort so, gekauft und es war etwas leerer, hat es ja anderswo, eine große Blogger Konferenz gegegen, wo auch Mara Giese ihren Blog vorstellte, für die man aber dreiißig oder sechzig Euro zahlen hätten müssen.

Dann bin ich noch ein bißchen durch die Halle drei gewandert, habe mich bei dem toskanischen Stand, wo es Wurst, Wein und Käse gab,  ein bißchen durchgekostet, die angeboteten Bibeln und christlichen Bücher verschmäht und bin dann wieder zum „blauen Sofa“ gewandett, wo „Fünfundzwanzig Jahre Leipzig liest“ mit Clemens Meyer, Kerstin Hensel und Jan Böttcher gefeiert wurden.

Dann gings  zur Ulrike, die ja um die Zeit ihren Geburtstag hat und heute sind wir mit zwei vollen Büchertaschen zurückgefahren und ich kann mein Resume ziehen, beziehungsweise mich bei den anderen Blogs so umsehen, wie die die Leipziger Buchmesse erlebten und, daß El Awadalla, die erforderten sechtausend Unterschriften nicht zusammenbekommen hat und daher nicht die nächste österreichische Bundespräsidentenin werden kann, hat mich ein bißchen enttäuscht.

20160319-142621

Sascha Macht

Sascha Macht

Es gibt aber viel zu Lesen und in Leipzig habe ich Nele Neuhaus „Schneewittchen muß sterben“, ein Fund aus dem Bücherschrank durchgenommen, von deren großen Erfolg, ich auf einer der Fachkonferenzen, die es für Buchhänderschüler, beziehungsweise  Studenten gab, ebenfalls hören konnte.

 

2015-03-12

Der sichtbare Feind

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:27
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Der „Residenz Verlag“ hat eine besondere Reihe, in der politische Essays von bekannten Schriftstellern, Schriftstellerinnen unter dem Titel „Unruhe bewahren“ erscheinen.

Da habe ich schon literaturwissenschaftliche Betrachtungen von Anna Migutsch, eine Analyse von Martin Pollak zum zweiten Weltkrieg und der Lage in der Ukraine, sowie Ilija Trojanows Gedanken über die Angriffe auf die Freiheit gelesen.

Aber nein, das ist ein anderes Buch und steht, genau, wie Dave Eggers „Der Circle“ amerikanischer Bestseller vom letzten Jahr noch auf meiner Leseliste, denn ich bin zwar schnell, habe aber sehr viele alte Bücherschätzchen in meinen Regalen, beziehungsweise werden, die von den E-book Nerds wahrscheinlich gerade in die Bücherschränke ausgelagert.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse bespreche ich aber Neuerscheinungen, ein wahrlich nur gelenkter Zufall und um die geht es auch in Anna Kims Bändchen zum „Sichtbaren Feind“.

Anna Kim, die 1977 in Südkorea geborene, die 1977 nach Deutschland und später nach Österreich gekommen ist, ist mir, glaube ich, bekannt, als ich Barbara Neuwirth vor Jahren einmal im Literaturhaus fragte, wer heuer ein Stipendium der Stadt Wien bekommen hat.

„Anna Kim!“ hat sie mir geantwortet und ich habe mich gewundert, da sie  jünger als ich ist und ich bis dahin immer zu hören bekam, daß ich zu jung für ein Stipendium sei.

Die Zeiten ändern sich aber. Zu Internetzeiten noch viel schneller und als es die Büchertürme bei der „Literatur im März“ noch gab, habe ich Anna Kims „Bilderspur“ dort gefunden und so trägt einer meiner frühen Blogartikel auch Anna Kims Namen, sie hat dann noch einige Romane geschrieben, die sie bei „Rund um die Burg“ vorstellte, sich an dem „Mit Sprache unterwegs Projekt“ beteiligt, wo dann in weiterer Folge ihr Grönland-Roman entstand.

Jetzt also zwei Essays über „Die Gewalt des Öffentlichen und das Recht auf Privatheit“, was in Zeiten, wie diesen, wo wir ja alle googlen, twittern, facebooken, unsere Babyfotos ins Netz stellen, etc und uns dabei über unsere Überwachtheit aufregen, sehr interessant und wichtig ist.

„Die errechnete Gegenwart“ heißt der erste Text und beginnt,  das habe ich sehr originell gefunden mit der Frage, ob Max Frisch in Zeiten, wie diesen noch seinen „Homo Faber“ schreiben hätte können? Beziehungsweise stellt sie Überlegungen an, was heute passieren würde, trügen sich die Ereignisse, die Frisch schildert zu.

Nun muß ich gestehen, ich habe den „Homo Faber“ nicht gelesen und es erscheint mir vielleicht auch ein wenig zu sehr in die Zukunft gegriffen, zumindest habe ich keine Ahnung was „Google Brillen“ sind und kenne auch niemanden, der solche, beispielsweise in einem Flugzeug oder an anderen öffentlichen Orten trägt.

Anna Kim schreibt davon, daß diese bald in normale Brillen und sogar in Kontaktlinsen eingebaut werden würden.

Daß aber jemand die Geburt seines Kindes twittert oder das Babyfoto ins Facebook stellt, erscheint mir normal, obwohl ich ja nur blogge und dabei manchmal das Gefühl habe, öffentlich verloren zu gehen und nicht twittere und facebooke, aber auch das ist sicher ein Irrtum, denn das Netz vergißt und verliert nie, es ist alles nur eine Frage, der Priorität und das führt Anna Kim auch sehr genau aus und nennt Beispiele.

Sie spricht von Zufällen, die es Dank Google nicht mehr gibt und meint, daß unsere Zukunft durch Internet und Überwachung sehr genau berechnet wird. Nennt Beispiele von einer gefälschten Wahl in Südkorea zu Kennedys Zeiten, die damals höchste Protestbewegungen erzeugte. Heute, meint sie, regt das niemanden mehr auf, weil die Fälschungen und Manipulationen subtiler passieren und spricht von den Flashmob-Bewegungen, die Facebook erzeugen kann, die sie beuruhigen.

Da ist mir zum Beispiel, die bekannt, die in Berlin, eine vom Zusperren bedrohte Buchhandlung stürmte und sie dadurch vielleicht rettete. Die Buchhändler habe ich aber auch auf den offiziellen Facebookseiten von „Ihr Buch hat ein Gesicht gelesen“, stöhnen, wenn solche Aktionen im Weihnachtsgeschäft passieren.

Revolutionen werden inzwischen auch durch Facebook und Twitter gesteuert und da kann man bestimmt von zwei Auswirkungen bzw. Seiten sprechen, die das haben kann.

Daß wir unsere Freiheit für eine scheinbare oder auch tatsächliche Sicherheit so leichtfertig aufgeben, nennt Anna Kim „Bürgeropfer“.

Aber welche Wahl hat der Einzlene schon, sich vor der Überwachung seiner Daten zu wehren?

Richtig, er muß nicht googlen, facebooken, twittern und dort das posten, was er zu Mittag gegessen hat, wann er aufs Klo geht oder wie seine Zuckerwerte ausschauen.

Ich kenne, außer dem lieben Rudi, der das manchmal, glaube ich, spasshalber tut, niemanden, der solches praktiziert, oute mein literarisches Leben selbst sehr gern und sehr genau, stimme Anna Kim aber natürlich  zu, wenn sie „mehr Mut zur Iniffizenz“ fordert, man könnte das auch vorauseilenden Gehorsam nennen und, daß in manchen Ländern in den Schulen jetzt  auf das Erlernen von Schreibschrift verzichtet wird und unsere Familienministerin, die Schulbücher abschaffen und stattdessen Kindern ab vier oder sechs I-Pads zur Verfügung stellen will, wird sicherlich auch Auswirkungen auf die spätere Lesekultur und Persönlichkeitsentwicklung haben.

Im zweiten Text „Der sichtbare Feind“ wird es dann subtiler und es geht vordergründig von der erwarteten Überwachungsdimension weg, bzw. im ersten Teil in die Zeit der Spione und inoffiziellen Mitarbeiter, die ihre Verhörsprotokolle noch auf Schreibmaschinen tippten, nämlich zu der Fotografin Edith Tudor-Hart, die in der Wien-Bibliothek einmal eine Ausstellung hatte und die als Jüdin unter dem Namen Edith Suchschitzky in Favoriten aufwuchs, wo es auch eine Buchhandlung der Familie gab.

Sie ging dann nach England wurde Kommunistin, betrieb ein Fotogeschäft und spionierte für die Russen.

In den Abhörprotokollen die Anna Kim genau studierte, fanden sich auch ihre Liebesbriefe. Später hörte sie zu fotografieren auf, verbrannte ihr Archiv und wurde Antiquarin.

Auch hier könnte man spekulieren, wie die Überwachung in Zeiten, wie diesen aussehen würde. Anna Kim tut es nicht, sondern konzentriert sich in ihrem zweiten Essay auf ihre eigene Geschichte und spricht da von „Schattensprache“,  der „Tyrannei der Sichtbarkeit“ und erinnert sich daran, wie sie als kleines Kind durch die Straßen Deutschlands ging und ihr die Leute in die Haare griffen, das so „fest wie Roßhaar war“.

Auch mit der Sprache war es nicht so einfach, denn sie mußte für die Eltern dolmetschen, obwohl die Mutter Deutsch, glaube ich, schon in Korea sprach. Kam dadurch in einen Rollentausch und das Koreanisch wurde zu zweiten, zur „Schattensprache“ und wenn sie es in Seoul verwendet, reden die Koreaner auf Englisch zurück.

Und um den Bogen wieder zurück und in die Verallgmeinerung zu spannen, der auch im ersten Text sichtbar war, kommt Anna Kim zu dem Schluß, daß der Fremde das Recht auf seine Privatheit verliert und zum allgemeinen Überwachungsgut wird.

Darüber lohnt es sich sicher nachzudenken und mir fallen dazu die vielleicht allzuzwanghaften Bemühiungen ein, unter Integration in erster Linie Deutsch lernen, zu erlangen und auch einen Kindergartenzwang für alle zu fordern, beziehungsweise soll es ja schon Diskussionen gegeben haben, den ausländischen Kindern in der Schule, die Muttersprache, die Anna Kim  Schattensprache nennt, zu verbieten und auch die Bemühungen ein türkischsprachiges Gymnasium in Wien zu verhindern, eh klar, da man, wenn man nicht versteht, die Kontrolle über die anderen verliert, die sich ja auch über einen lustig machen könnten.

Ein interessantes Buch, dessen zweiter Teil mich etwas erstaunte, vielleicht weil ich in dem Vorurteil befangen war, weiter über „Abhörskandale und Rasterfahndungen“ etwas zu hören, aber “ Aus der Logik der Überwachung entsteht die Figur des „sichtbaren Feindes“ klärt  schon der Buchrücken auf und darum scheint es Anna Kim in ihren Essays, die, wie im beiliegenden Prospekt steht „Stellung zu wesentlichen Fragen zur Zeit“ nehmen, zu gehen.

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