Literaturgefluester

2017-04-25

Leo Perutz-Buchvorstellung

Leo Perutz, der 1882 in Prag geboren wurde und 1957 in Bad Ischl gestorben ist, gilt, wie Manfred Müller heute in der „Gesellschaft für Literatur“ sagte, schon lange als Geheimautor, obwohl seine Bücher immer in großer Auflage erschienen sind.

Nun, ich kenne ihn vom Namen,  Otto Lambauer, mein literarischer Verstärker meiner ersten Blogzeit, hat ihn, glaube ich, sehr gepriesen und ihn neben Joseph Roth bevorzugt gelesen und ich glaube, als ich damals 2005 in der Szene Margareten einen Buch-Gutschein gewonnen habe und damit das zweite Mal zu „Thalia“ auf die Mariahilferstraße ging, um den Rest einzulösen, sah ich Perzutz in den Regalen stehen, dachte, den muß ich kaufen, dann sah ich Theodor Suppers „Kettenreaktion Kontra“, habe danach gegriffen und bin auf den Perutz erst wieder gestoßen, als ich den „Marquis de Bolibar“ in einen der Schränke fand, der mir gar nicht so gefallen hat.

Stimmt nicht ganz, es gibt ja den „Leo Perutz,-den österreichischen Krimipreis“ seit einigen Jahren und da gehen ich regelmäßig hin, obwohl man da ja diskutieren müßte, wie der Preis zu seien Namen kam?

Denn Krimi hat Perutz ja, glaube ich, nicht geschrieben, eher unheimliche oder Science Fi Geschichten.

Ich bin ja nicht so eine Expertin, aber heute saßen die in der“Gesellschaft“ im Publikum und auf dem Podium und ich habe in den Schränken, wenn ich in meiner Bücherliste nachsehe, inzwischen auch „Nachts unter der steinernen Brücke“ gefunden und dann habe ich, inzwischen ganz vergessen, noch aus den Büchertürmen der „Literatur im März-Veranstaltungen“, das in der „Edition Sonderzahl“ erschienene, mit Brigitte Forster von dem Perutz Kenner Hans Harals Müller herausgegebene Buch „Unruhige Träume abtrünnige Konstruktionen“ in meinen Regalen, das ich mir inzwischen herausgeholt habe.

Daß Hans Harald Müller ein Perutz-Experte ist, habe ich heute von seinem Namensvetter Manfred Müller erfahren oder war es der Zsolnay Verleger Herbert Ohrlinger, der den Roman „Zwischen neun und neun“, ein mir völlig unbekannter Titel, herausgegeben hat.

Manfred Müller leitete jedenfalls die Veranstaltung ein, in dem er auf eine Reihe von berühmten Prager Dichter, wie natürlich Franz Kafka, Franz Werfel, Max Brod, Egon Erwin Kisch hinwies, die alle knapp nach Leo Perutz geboren wurden und Leo Perutz erklärte Manfred Müller, war ein schlechter Schüler, hatte keine Matura aber trotzdem in Wien Versicherungsmathematik studiert und dann, als solcher gearbeitet und 1018 ist sein dritterRoman „Zwischen neun und neun herausgekommen.

Dann gibt es noch sehr viele andere „Wohin rollst du Äpfelchen, „St. Petri Schnee“ und „Nachts unter der steinernen Brücke“ ist erst in den fünfziger Jahren herausgekommen.

Dazwischen mußte er nach Israel emgrieren,  ist aber nach dem Krieg wieder öfter nach Österreich, Wien und ins Salzkammergut zurückgekommen und 1957 gestorben und ab da eine Zeitlang, wie Manfred Müller erzählte, offenbar vergessen gewesen oder vielleicht doch nicht so ganz, Doron Rabinobvici, der ja auch in Israel geboren wurde, ist jedenfalls ein Perutz-Experte oder Fan und hat schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ über Perutz referiert.

Jetzt hat er mit Herbert Ohrlinger, das Buch, das dann sehr zu kaufen empfohlen wurde, vorgestellt und darin geht es, wie Manfred Müller noch erklärte, um einen Mann, Stanislaus Demba, der offenbar einen Tag durch Wien herumirrt. Ein Kapitel hat Doron Rabinovici gelesen, bei dem im Publikum viel gelacht wurde. Da gehen am Morgen zwei Gelehrte mit einem Hund in einen Park, um dort wissenschaftlich zu arbeiten und treffen dabei auf den geheimnisvollen Studenten, zuerst unterhalten sie sich, was ich sehr interessant gefunden habe, über das Haschischrauchen und dann kommen sie darauf, weil sich der Student sehr seltsam verhält, daß das der erste europäische Haschischraucher sein muß.

Der enflieht aber und versteckt auch etwas unter seinen Mantel, was das ist, ist ein großes geheimnis da manfred Müller und Herbert Orlinger nicht verraten wollten, aber bei „Wikipedia“ nachzuschlagen ist, da es dort einen Artikel über das Buch gibt.

Herbert Ohrlinger las  dann  noch ein Kapitel vor, nämlich das, in dem der Studetnt in ein Kaffeehaus geht, sich vom Kellner zuerst aufzählen läßt, was es alles zu essen gibt, sich dann sämtliche Bücher und Lexika, die das Kaffeehaus vorrätig hat, bringen läßt und dann nachdenm er Salami und zwei Eier gegessen hat, das Kaffeehaus wieder verläßt, weil es ihm dort zum Verfassen seiner Dissertation zu laut war.

„Phantastischer Roman“, finde ich bei „Wikipedia. Manfred Müller oder war das Doron Rabinovivi betonten noch, daß das Buch aus sechzehn, siebzehn oder achtzehn Episoden bestünden, zwanzig steht bei „Wikipedia“, die jede für sich abgeschlossen ist, weil der Roman zuerst auch in Fortsetzungen in Zeitungen erschienen ist.

Mir würde nun noch völlig unwissenschaftlich einfallen, daß Leo Pertrutz in seiner Phantastik und seiner Einfallsfreude vielleicht mit Sebastian Fitzek zu vergleichen ist, wird aber, wie ich heraushörte, in der heutigen Jugend nicht mehr soviel gelesen.

Sebastian Fitzek aber schon, ist der ja der Schwarm der Booktuber und Bücherblogger und ich denke Leo Perutz ist interessant, denn diese zwei Kaptel haben mir wesentlich besser gefallen, als der „Marquis von Bolbar“, den ich soweit ich mich erinnern kann, ein wenig fad empfunden habe.

Also lesen, „Nachts unter der steineren Brücke“ habe ich mir schon vorgenommen. Daß ich nichts anderes in meinem Katalog habe, hat mich ein wenig erstaunt, aber vielleicht kommt „Zwischen neun und neun“ noch einmal zu mir.

Mit „Zsolnay“  ist es zwar ein wenig schwierig mit den Rezensionsexemplaren. Aber die Bücherkästen sind ja sehr voll und wenn es, wie Manfred Müller noch erwähnte, ja immer so viele verschiedene Auflagen gab, ist es durchaus möglich, daß ich mal darauf stoße.

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2015-07-27

Der Marques de Bolibar

Filed under: Bücher — jancak @ 00:46
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Ich muß gestehen, Leo Perutz, der 1882 in Prag geborrene und 1957 in Bad Ischl gestorbene  Autor von  berühmten phantastischen Romanen und Namesgeber, des seit 2010 vom Hauptverband und der Stadt Wien vergebenen Krimipreises, ist bisher eher an mir vorbeigegangen.

Das heißt, Otto Lambauer, mein zeitweiliger literarischer Verstärker, schwärmt sehr von ihm und liest sich, glaube ich, durch sein Werk und als ich 2005 in der Bücherei Pannaschgasse einen Buchgutschein für meine „Mozart-Geschichte“ gewonnen habe, hätte ich beim „Thalia“ auf der Mariahilferstraße, fast nach ihm gegriffen, da lag aber Theodors Sappers, Hilde Langthalers Onkel „Kettenreaktion kontra“ vor dem Regal und ich habe umdisponiert.

In den Bücherschränken findet man auch sehr wenig von dem berühmten Autor, aber den „Marques de Bolibar“ habe ich bei der „Seedose“ gefunden und inzwischen auch den Prag-Roman „Nachts unter der steinernen Brücke“, 1953 geschrieben, was wiedereinmal bestätigt, daß die offenen Bücherschränke Lese- und Wissenslücken auffüllen können.

Ansonsten habe ich mich mit dem 1920 erstaufgelegten Roman, der in der Zeit der napoleonischen Kriege spielt und den Untergang zweier deutscher Regimenter schildert, ein wenig schwer getan, was daran liegen mag, daß ich keine Kriegsromane mag, aber das ist es sowieso nicht.

In dem Nachnwort meiner 2011 erschienenen Taschenbuchausg be von Hans Harald Müller wird auch eine Rezension zitiert, wo der Autor meinte, Perutz hätte den Krieg falsch geschildert und hinzufügte, dieser hätte sich darüber wahrscheinlichgefreut, denn der „Marques de Bolibar“ ist wohl mehr eine Satire des Kriegsgegners, der den ersten Weltkrieg aktiv miterlebte, als eine realiste Schilderung des Truppengeschehens von 1812.

Es beginnt mit einem Vorwort: im Nachlaß des verstorbenen Rittergutbesitzers Eduard von Jochberg wurde eine Schrift gefunden, die den Untergang der beiden deutschen Regimenter „Nassau“ und Erbprinz von Hessen“ in der andalusischen Bergstadt La Bisbal schildert und die der Herausgeber, verkürzt, veröffentlicht hat.

Eduard von Jochberg hat als Achtzehnjähriger als Rittmeister diese Schlacht mitgemacht, ist als Einziger mit dem Leben davon gekommen und schildert die Ereignisse in den kleinen Dorf.

Das heißt, er begegnet zuerst einem sonderlichen weißhaaren alten Mann, der von seinen Bediensteten, die im Garten versteckt sind, begrüßt wird und dann in seinem Haus verschwinden.

Als er auch dorthingeht und den Marquis de Bolibar,wie er genannt wurde, zu begrüßen, ist der verschwunden und taucht  an anderer Stelle wieder auf, entpuppt sich als Widerstandskämpfer gegen die deutschen Truppen und  erläutert seinen Plan, wo durch drei Signale, die Truppen geschlagen werden sollen.

Die deutschen Offiziere haben aber  ein Geheimnis, sie alle haben „erotische Beziehungen“ zu der toten Frau des Oberst gehabt und wenn der, der die Kleider der Verstorbenen auf dem Feld mit sich führt, ihnen von ihr erzählt, wissen sie nicht recht, wie sie sich verhalten sollen.

Dieses Geheimnis könnte der Marquis, der von einem verwundeten Deutschen belauscht wurde, ausplaudern, so ermordet ihn, der sich inzwischen als Bauer verkleidet hat, Jochberg, wird aber mit einem Fluch versehen, nämlich, daß die Signale durch die deutschen Truppen selbst gegeben werden und das passiert dann auch auf den nächsten zweihundert Seiten, denn der Obert hat sich inzwischen eine neue Geliebte gefunden, die seiner toten Frau auf Haar glich, die Monjita und die Leutnants wollen nun alle mit ihr und so konnte es passieren, daß Leutnant Günther, das erste Signal auslöst.

Das zweite passiert dann durch zwei andere Herren der Truppe, „aus Eifersucht und Liebe“, wie im Beschreibungstext steht und das dritte, ein Messer nimmt dann die Monjita an sich, die von Jochberg, damit das Geheimnis nicht verraten wird, an die andere Seite gebracht wird.

So gehen die deutschen Truppen unter.

„Einen ewigen Juden“, der sterben will und das nicht kann, gibt es in Hauptmann Salignac auch und am Ende der Geschichte wird der achtzehnjährige Jochberg, dessen Haar über Nacht ergraut ist, für den Marques selbst gehalten und so spaziert er auf der letzten Seite durch das blühende spanische Dorf und bekommt von allen Seite Würste, Nüsse und andere spanische Köstlichkeiten von den Marktfrauen angeboten.

Leo Perutz, der, wie ich „Wikipedia“, entnahm, war im Nebenberuf, obwohl er ein schlechter Schüler war, als Versicherungsmathematiker tätig war, hat viele seiner romane nach mathematischen Grundlagen konzipiert und wird oder wurde auch von vielen anderen Autoren wie Daniel Kehlmann oder Friedrich Torberg bewundert und wiederentdeckt.

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