Literaturgefluester

2018-11-04

Vor hundert Jahren

Das Jahr 2018 ist ja ein geschichtsträchtiges. Da gab es den März 1938 mit dem Anschluß Österreichs, die 1968 Studentenrevolte, die im Mai von Paris ausgegangen ist und im November geht es ganz zurück, denn da ging ja der erste Weltkrieg zu Ende, die Monarchie ist zusammenbebrochen,  die erste österreichische Rebublik hat sich gegründet. Und ich habe das alles fleißig mitgelesen.

Im Rathaus gab es zum März 1938 eine große Ausstellung mit vielfältigen Begleitveranstaltungen, „Wagenbach“ hat mir etwas über den Mai 1968 geschickt und im Herbst ist Stephan Teichgräber von der „Dokumentationsstelle der mittel-und osteuropäischen Literatur“ dahergekommen und hat mich wieder zu einem Workshop eingeladen.

„Literatur zur Revolution“ und ich habe zuerst an die französische, die blutig grausam war, gedacht und gar nicht mitbekommen, daß es  auch 1918 eine Revolution gegeben hat, Stephan Teichgräber hat da ja an Döblin mit seinem „November 1918“ gedacht und an Alexej Tolstoi, aber mir ist da schon der Franz Theodor Csokor eingefallen, dessen „3. November 1918“, ich einmal im Burgtheater gesehen habe und ich es als ein sehr fades Stück betrachtet habe, denn was gehen mich Ja die Offiziere an, die in einem Lazarett den Niedergang der Monarchie erlebten?

Im Oktober hat es dann im Rahmen der Bibliothekstage auch noch eine sehr schöne Veranstaltung zum historischen Krimi zur Republiksgründung gegeben und  am Montag ist mir dann noch eine Einladung von der „Edition Tarantl“ in die <hände gefallen, die ein Buch zum „November 1918“ in der österreichischen Literatur herausgegeben hat, das am Donnerstag in der Buchhandlung und Cafe „Libreria Utopia“ vorgestellt wird.

Da ist zwar die „Buch Wien“ und der Andre Kurkow in der „Gesellschaft“ und Michal Hvorvecky im Literaturhaus, aber ich habe das alles am letzten Mittwoch in die Spengergasse besprochen und mir auch  den Franz Theodor Csokor Band mit drei Stücken, worunter eines der „Dritte November“ ist, herausgesucht, das ich mir einmal von den Lesetürmen der „Literatur im März“ mitgebracht habe und da habe ich dann auch gesehen, daß am Samstag den 3. November, punktgenau in der Arnea Bar in der Margaretenstraße das Stück vom Lesetheater mit Ottwald John, Christa Kern, Manuel Gierisch, Claudius Kölz und und aufgeführt wird und da hatte ich dann natürlich meine Abendveranstaltung, um mein Geschichtsbewußtsein abzurunden.

Mit fast Fünfundsechzig und einem intensiven Leseleben verstehe ich natürlich jetzt viel mehr davon als damals mit Fünfzehn, wo das Stück wahrscheinlich zum fünfzigsten Jahrestag im Burgtheater aufgeführt wurde und das „Theater der Jugend“ die Kinder hinschickte. Denn damals habe ich gedacht, eine Handvoll Offiziere schwafelt sich dahin und man kann noch immer kritisieren, daß es nur eine einzige Frauenfigur, wie im „Professor Bernhardi“, nämlich die Schwester Christina gibt, aber die hat es in sich und ansonsten hat Franz Theordor Csochor eher ein Randgeschehen beschrieben.

Eine Handvoll Offiziere aus allen Nationen, verbringen den November 1918 in einem Lazarett in den Kärntner Karawanken, sind eingeschneit und erleben hautnah mit, wie die Monarchie zerfällt und sie, einer erschießt sich, weil er das nicht aushält und die anderen mehr oder weniger glücklich in ihre Nationalstaaten zurückgehen.

Ein sehr aktuellen Stück in Zeiten wie diesen,wurde mehrmals erwähnt, mein Geschichtsbewußtsein ist aufgefrischt und jetzt muß ich noch das „Schönbrunner Finale“ lesen und schauen, ob vielleicht auch das „Tarantl-Buch“ zu mir kommt, denn da steht ja auf dem Einladungsblatt: „Die wissenschaftlich historisch-politische Literatur zur Ursache des Ende der Jahrhundertlangen Habsburgertyrannei in Europa und der Aufrufung der ersten Republik in Österreich ist relativ gut aufgearbeitet, doch wer weiß, welche Romane, Gedichte und  Dramen zu diesem elementaren Wendepunkt der Geschichte des Landes von AutorInnen verfaßt wurden? Da fällt ja jedem und jeder immer nur  Franz Theodor Csokors „Dritter November 1918″ an.“ – Nun denn ich bin gespannt und es ist sicherlich sehr spannend die Entwicklung des letzten Jahrhunderts vom Zusammenbruch der Monarchie, dem dritten Reich, dem Aufbruch von 1968 dem angeblich oder tatsächlichen Scheitern des Sozialismus bis hin zun Neoliberalismus und den rechtsradikalen Entwicklungen, die wir ja gerade in Europa erleben und wo wir wahrscheinlich sehr aufpassen sollten, damit wir nicht demnächst wieder eine Götterdämmerung erleben, wenn wir das als Einzelne überhaupt können.

Eine spannende und gut gespielte Lesetheateraufführung von der ich es nur ein wenig schade finde, daß die Männerrollen auch von einigen Frauen gelesen wurde, was mich persönlich etwas störte.

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2017-09-01

Exillyrik zum Antikriegstag

Das Wiener Lesetheater scheint den Antikriegstag am oder um den ersten September immer besonders zu zelebrieren, so bin ich einmal mit Ottwald John auf den Spuren von Berta von  Suttner bis zum Praterstern gewandert und morgen, während das Volksstimmefest ist, hat er, glaube ich, wieder so etwas vor, aber für heute habe ich eine Einladung von Konstantin Kaiser bekommen, daß das Lesetheater zu diesem Anlaß zum dritten Mal aus dem von ihm, Miguel Herz-Krestanek und Daniela Strigl herausgegebenen Band „In welcher Sprache träumen Sie?“ lesen wird und der Ort des Geschehen, das Delphin-Theater in der Blumauergasse Ecke Zirkusgasse, im zweiten Bezirk, war auch sehr passend, haben doch damals viele Juden dort gewohnt und es kommen einem auch heute noch vereinzelte orthodox Gekleidete entgegen.

Das Theater Delphin, ist eigentlich kein wirkliches, zumindest schaut es nicht bersondern nach einem aus, sondern ein großer Raum, fast ohne Bühne, nur mit der entsprechenden Beleuchtung, sowie ein paar Sesseln und aus dem Buch haben von  Susanna C-Schwarz-Aschner ausgewählt,  Vera Schwarz, Maximillian Spielmann und Jakub Kavin gelesen und der scheint zu dem Theater zu gehören, lagen auf den Sesseln doch kleine Kärtchen, die auf ein Stück von ihm inszeniert und bearbeitet nach Kafkas „Schloß“ hinwies.

Susanna Schwarz-Aschner leitete ein und las ein bißchen aus dem Vorwort, erläuterte daß eine große Anzahl von Exillyrikern in dem Band versammelt wären und dieLesung bestand dann auch wirklich aus einer ganzen Sammlung von sehr bekannten, bis ganz unbekannten Namen.

Die Erste, der Lebenslauf wurde immer dazu gelesen, war Stella Rothenbergt, die erste „Kramer–Preisträgerin“, die den Preis 2001 gebkommen hat, dann war auch das „Soldatengedicht“ der Schwester Restituta Helene Kafka dabei, die dafür hingerichtet wurde.

Berthold Viertel hatte einige sehr beeindruckende Gedichte, Stefan Zweig ein solches, Jura Soyfer, Paul Celan, Hermann Hakel, aber auch die Sozialdemokratin Käthe Leichter, die im KZ umgekommen ist und mit deren Gedicht „An meine Brüder im Konzentrationslager“, das von einer Genossin  auswendiggelernt und später aufgeschwrieben wurde, wurde die Lesung auch beendet.

Sehr beeindruckend, die Auswahl, die sich nicht immer, aber zum größten Teil auf das KZ, die Verzweiflung, die Deportation, etcetera bezog und ich habe, glaube ich, von dem Buch schon einiges gehört, war wohl auch schon vor Jahren bei einer Präsentation, aber noch nie eine so beeindruckende Lesung und richtig, die Kramer Gedichte, wo wir in einer Woche ja wieder nach Niederhollerbrunn zur heurigen Preisverleihung fahren werden, hätte ich jetzt fast vergessen.

2017-08-21

Lope de Vega und Leonard Cohen

Bis vor einem Jahr habe ich im Juli und im August Sommerfrische bei Harland bei St. Pölten gemacht, das heißt, ich hatte Montag und Dienstag meine Praxistage und sind Dienstagabend nach Harland und Montag früh von dort wieder nach Wien gefahren.

Seit dem Vorjahr macht der Alfred Altersteilzeit, das heißt, err arbeitet nur von Dienstag bis Donnerstag, da habe ich meine Sommerfrische angepaßt, verlängerte Wochenenden daraus gemacht und mir nur ausbedungen, daß wir zu den O Tönen gehen, was ich ja vorher gespritzt habe.

Im Vorjahr sind wir aber schon öfter am Montag Nachmittag nach Wien gefahren und dann ins Weinhaus Sittl zu den dortigen Lesetheateraufführungen gegangen, diesmal habe ich strikt darauf geachtet, daß wir erst am Dienstag fahren, bin im Juli am Dienstagabend im Cafe Prückl gewesen, Mittwoch Rathausplatz, Donnerstag O Töne, aber dann ist dem Alfred das früher Aufstehen auf die Nerven gegangen, wir sind am vorigen Dienstag, der ja der Feiertag war also schon um sechs nach Wien gefahren und ich bin auf den Rathausplatz zu der „Entführung aus dem Serail gegangen“, während der Alred aus den am Sonntag bei der Rudolfshöhe gepflückten Brombeeren Marmelade machte und jetzt ist er daraufgekommen, daß es am Montag am Rathausplatz ein Konzert mit Leonard Cohen gibt.

Dort wollte er hin, das interessiert mich aber nicht so sehr, so daß ich vorher ins Weinhaus Sittl ging, denn da fangen die Veranstaltungen schon um neunzehn Uhr an und diesmal war Lope de Vega und „Die Angel der Kurtisane“ daran, das interessierte mich ganz ehrlich zwar auch nicht so besonders, bin ich ja  kein dramatischer Typ und gehe kaum ins Theater und dann noch ein spanischer Shakespearre-Zeitgenosse.

Ich bin aber trotzdem hin, habe mir einen roten Spritzer bestellt und weil Lope de Vega offenbar auch andere nicht so sehr interessierte oder das nicht ganz so gute Wetter abgehalten hat, hätte ich eigentlich keine Stunde vorher kommen müßen, sonder auch nach sieben noch einen  Platz gefunden.

Die Christa U., meine Hauptschulkollegin ist aber gekommen und die Ruth, die schon von ihrer Kur zurück ist. Die ist zwar nicht sehr lange geblieben, sondern gleich weiter zum Rathausplatz gegangen, wir konnten aber trotzdem noch kurz unser morgiges Gesrpäch in der Literaturabteilung  ezüglich der „Kunst im öffentlichen Raum“ besprechen.

Das Stück war dann ganz interessant, Renate Woltron hat es verantwortet und mit Manuel Gierisch die Hauptrollen gelesen, Christa Kern war die die Kammerzofe, Ottwald John der Diener und im dem Stück ist es um eine habgierige Kurtisane gegangen, der einen Kaufmann, um zweitausend Gulden betrügt, die er sich dann aber wieder zurückholt.

Danach war noch Zeit auf den Rathausplatz zu gehen und den Alfred abzuholen,  beziehungsweise habe ich das Konzert noch eine gute Stunde gehört und der im vorigen November verstorbene Leonard Cohen, die Beweglichkeit eines alten Mannes war auch sehr beeindruckend, so daß es eine weitere Abwechslung in meinem Sommerfrischeneinerlei gegeben hat, das jetzt noch eine Woche geht, aber da lese ich ja schon fleißig Buchpreis und die ersten Veranstaltungsankündigungen sind auch schon zu mir gekommen und das Volksstimmefest gibt es ja dann  bald auch.

2017-01-31

Erinnerungen an Hertha Kräftner

Auf die 1928 geborene Hertha Kräftner, die sich 1951 mit dreiundzwanzig Jahren umbrachte, bin ich, glaube ich 1978 durch die Zeitschrift „Brigitte“, die damals ein Portrait von ihr brachte, aufmerksam geworden, das mich sehr beeindruckte und ich, glaube ich, noch immer die „Marmeladegläser“ in Erinnerung habe, die in einem ihrer Gedichte vorkommen.

Dann habe ich lange nichts mehr oder immer wieder etwas von ihr gehört, als ich mit Margot Koller beispielsweise die „Selbstmordanthologie“ der GAV herausgegeben habe, ist ein Artikel von mir im „Podium“ erschienen, der sich im Titel auf sie bezieht „…ausschlaggebend ist, daß der Tod auch nach Teheran kommt.“

Ich habe, glaube ich, auch einige Gedichte von ihr gelesen, bis ich viel später in Dine Petriks Buchvorstellung war, die ja viel über sie geschrieben und geforscht hat und jetzt, wiederum viel später hat sich die „Frauen lesen Frauen-Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters“ ihren Texten angenommen, die 1997  bei „Wieser“ unter dem Titel „Kühle Sterne“, auch eine ihrer Gedichtzeilen, erschienen sind.

Angelika Raubek hat die Lesung veranstaltet bei der noch Traude Korosa, Heidi Hagl und Elisabeth Kröhn mitgelesen haben und Angelika Raubek hat  sehr genau in das Leben der jungen Frau, die in Wien geboren wurde, in  Mattersburg aufgewachsen ist und wohl sehr unter dem Tod ihres Vaters gelitten hat, eingeführt.

Gedichte, Prosastücke wurden abwechselnd mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen vorgetragen und gaben so ein sehr eindrucksvolles und auch erschreckendes Bild von der Todessehnsucht der jungen Frau, die diesen Wunsch  sehr lange  mit sich herumgetragen hat und auch sehr genau in ihren Texten beschrieb, bevor sie 1951 eine Überdosis Veronal genommen hat.

Hertha Kräftner ist nach ihrer Matura zum Studium nach Wien gegangen, hat Viktor Frankl kennengelernt, wurde in den Literaturkreis von Hans Weigel und wohl auch in dem von Hermann Hakel eingeführt, hatte einige Freunde und auch viele Pläne oder Angebote und beschrieb in einer Stelle auch sehr genau so einen Stammtisch bei Hans Weigel im Cafe Raimund, wo außer ihr Reihaard Federmann, Jeannie Ebner, Gerhard Rühm und noch viele andere anwesend waren. Sie beschrieb in den „Teheran“ Text auch sehr genau, die Gründe für ihren möglichen Selbstmord und fragte sich darin, wie das möglich sein kann, daß ein so schönes und begabtes junges Mädchen für sich keinen anderen Ausweg, als sich umzubringen sieht?

Es gab auch einige Abschiedsbriefe, die sie sowohl an ihre Tante, bei der sie wohnte, als auch an ihre Freunde Otto Hirss, Wolfgang Kudrnofsky und  ich glaube, noch einen anderen, schrieb.

Also eine sowohl  psychologisch, als auch  literarisch sehr beeindruckende Lesung und eine Erinnerung an eine Lyrikerin, die im nächsten Jahr neunzig werden würde.

Das Literaturhaus war auch sehr voll von literarisch Interessierten, Elfriede Haslehner mit ihrem Franz, Judith Gruber-Rizy und noch viele andere waren da.

Dine Petrik was mich ein wenig gewundert hat fehlte, aber vielleicht hatte sie einen anderen Termin und es lohnt sich sicher sich mit Hertha Kräftners Lyrik und Prosatexten zu beschäftigen.

Die Frauen haben auch eine sehr beeindruckende Geschichte mit Namen „Die Liebenden“ gelesen, die von zwei Verliebten handelten, die keine gemeinsame Wohnung hatten, sondern jeder irgendendwo weit von einander entfernt ein Untermietzimmer, so daß sie sich immer irgendwo auf Stiegen, in Häusern oder in Arztordinationen trafen, um sich kurz zu küssen oder auch das Finazielle zu besprechen. Der Wunsch nach einem Kind tauchte auf und die Unmöglichkeit in solchen Umständen eines zu bekommen. Dann wurde der Mann krank und starb an einer Lungenentzündung und die junge Frau verheiratete sich etwas später mit einem Arzt in dessen Ordination sie auf ihren Liebsten gewartet hat.

2017-01-12

Drei Geschichten zur Geschichte

In den Siebzigerjahren als Studentin, als meine Reisemöglichkeiten sehr beschränkt waren, denn allein und sehr schüchtern, bin ich gelegentlich im Sommer mit dem Zug nach Linz gefahren und habe mir die Stadt angesehen und in den Buchhandlungen bin ich da auf die „Aufbau-Bücher“, des 1922 in Bad Goisern geborenen Schriftsteller und Kommunisten Franz Kain gestoßen.

„Das Schützenmahl“ und der Wirtshausroman „Das Ende der ewigen Ruh“, sowie „Die Donau fließt vorbei“,  stehen in meinen Bibliothekskatalog.

Ich habe Franz Kain dann wahrscheinlich bald persönlich kennengelernt, habe ich ja auch  das Volksstimmefest besucht, wo er regelmäßig gelesen hat.

Ab 1989 lese ich dort regelmäßig und ich kann mich an eine Lesung erinnern, wo er den Regenschirm über mich ausgebreitet hat.

1997 ist der Gemeinderat in Linz gestorben, seine Bücher werden seither in der „Bibliothek der Provinz“ herausgegeben und in der DDR ist er in den Siebzigerjahren erschienen, weil er, wie Judith Gruber Rizy, die eine Dissertation über ihn geschrieben hat, einige Jahre dort Korrespondet der Volksstimme war und in diesen Zusammenhang auch Anna Senghers kennenlernte,  im „Werkl im Goehtehof“ erwähnte, denn dort gabs heute eine Lesung aus seinen Werken.

Drei Erzählungen aus dem Band „Der Weg zum Ödensee“, keine „Frauen lesen Frauen Veranstaltung“, des ersten Wiener Lesetheaters, denn Franz Kain, der ja auch eine schreibende Tochter hatte, die ich ebenfalls am Volksstimmefest kennenlernt, war ja ein  Mann.

Es haben aber die Lesetheaterfrauen gelesen, nämlich Judith Gruber Rizy und Gabriela Schmoll und dann noch die GAV-Geschäftsführerin Magdalena Knapp Menzel und für mich überraschend Vera Albert, die ich ja durch den ÖAAG-Supervisorenpool kennenlernte, die aber seit einigen Jahren  literarisch behziehungsweise verlegerisch tätig ist.

Das „Werkl im Goethehof“ in Kaisermühlen, in dem ich auch schon mal gelesen habe, war bummvoll, als ich es erreichte,  sehr viele Bekannte, die ich vom Lesetheater beziehungsweise von den Volksstimmefesten kennen.

Werner Grüner, Hilde Langthaler, Elfi Resch, Matria Lautischer und und …

Und Judith Gruber-Rzy, die die Veranstaltung zusammenstellte, erzählte, daß Franz Kain, dessen Vater an der Oktoberrevolutin beteiligt war, schon mit vierzehn Jahren  Mitglied  des kommunistischen Jugendbundes war, dort verhaftet wurde, dadurch nur mehr Holzarbeiter werden konnte und später, die Geschichte durch Geschichten erzählen wollte.

Drei davon wurden von den Frauen vorgetragen und ich muß sagen, sie waren äußerst spannend und eine gute Erinnerung an Franz Kain, der inzwischen, glaube ich, schon ziemlich vergessen ist.

Die erste „Nachrede für Habsburg“, erzählte wahrscheinlich eher, die Geschichte von Franz Kains Vater.

Denn da saß der Ich-Erzähler  in Sibirien, weil ihn  sein Kaiser dorthin schickte und erzählt, weil er Zigaretten will, einem Holzhändler Geschichten über das Kaiserreich oder Franz Josef, denn Bad Goisern liegt ja in der Nähe von Bad Ischl und in Bad Ischl war die Kaiservilla, wo Franz Josef sechzig Jahre lang seine Sommer verbrachte und so erzählte der Protagnoist und erzählte und fing schon selber an seine Geschichten zu glauben, wie die warmen Eier für die Kaiserin Elisabeth jeden Morgen geliefert werden mußten, weil sie das Klar für ihre Haare brauchte und eine Kuh viertelliterweise gemelkt wurde, damit die Herrschaften ihren Gesundheitstrunk trinken konnte und 1914 als der Thornfolger erschoßen wurde, stand der Prtogonist auf der Leier und weißte das Vorzimmer der kaiserlichen Gemächer aus und wurde angebeblich so zum Zeugen, wie dem Kaiser diese Nachricht übermittelt wurde, die nicht sehr schön war und wahrscheinlich auch nicht freute.

Die zweite Geschichte „Revolutinsferien“, ist nicht weniger originell und packend, die haben, die Kinder 1934 bekommen und prüsten sich damit, die Knaben spielen Krieg und die Hahnenschwänzler bekämpfen die Sozischweine, während das Mädchen lieber beschwichtigend am Feuer sitzt und Kartoffeln brät.

Die dritte Geschichte geht noch ein Stückchen in der Geschichte weiter, denn da geht es in das Strafbataillon in das Franz Kain geschickt wurde und da liegen die Soldaten in einem Mohnfeld, erleben ihre Kindertage und wissen, daß  sie nicht mehr nach Hause kommen.

Sehr interessant wieder einmal an den oberösterreichischen Dichter und an meine alten DDR-Ausgaben erinnert zu werden, die wohl in Harland in den Regalen stehen.

Wäre spannend sie wieder zu lesen und Judith Gruber Rizy hat auch noch zwei Aufsätze über sein Leben geschrieben.

2016-10-01

Von der Literaturenquette zur Poet-Night

Am Freitag fand wieder einmal die „Poet-Night“, die Veranstaltung des „Ersten Wiener Lesetheaters“, wo sich die Mitglieder einmal im Jahr ins „Kulturcafe 7*Stern“treffen und ihre eigenen Texte lesen, statt, die seit Rolf Schwendters Tod, der sie ja gegründet hatte, schon sehr kurz geworden ist, also statt um vier Uhr Nachmittag, um dreiviertel sieben begann und schon vor Mitternacht endete.

Trotzdem  habe den ersten Leseblock mit Petra Ganglbauer, Mechthild Podzeit-Lütjen, Christa Kern, etcetera versäumt, war ich ja bei der „Enquette zur Literaturvermittlung“, die die österreichischen Literaturhäuser, die „Alte Schmiede“ und die „Gesellschaft für Literatur“ veranstalteten und bin erst hingekommen, als gerade Lydia Mischkulnig, die ich vor kurzem in der „Alten Schmiede“ hörte, wieder die Geschichte von dem Ehepaar, dem Fotografen und den zerissenen Foto, das sie auf immer zusammenschmiedet, las.

Ja, bei der „Poet Night“ dieser  Veranstaltung des Lesetheaters lesen zwar die Mitglieder, es gab aber schon bei Rolf Schwendter einen „Prominentenblog“, wo meistens Gert Jonke und Elfriede Gerstl las, wohl, um Publkum in die Veranstaltung zu bringen, die wegen mir, der Ruth und den anderen nicht gekomen wären.

Und den gab es mit Lydia Mischkulnig, Bettina Balaka, die wieder aus ihrem neuen Roman von der schönen Männermörderin las und Antonio Fian, im Vorjahr hat glaube ich auch Robert Schindel gelesen, obwohl das, glaube ich, gar nicht mehr so notwenig ist, weil die Veranstaltung wahrscheinlich gar nicht so viel angekündigt wurde, jedenfalls habe ich außer den Lesenden und deren Begleitern nicht viel Publikum gesehen.

Es lasen diesmal auch relativ wenige, so daß die Veranstaltung schon um halb zwölf zu Ende war und ich bin diesmal, obwohl ich sonst meistens am Beginn gelesen habe, als vorletzte daran gekommen.

Aber diese Veranstaltung, wo die Lesetheatermitglieder, die auch schreiben, jeweils sieben Minuten lesen und dafür diesmal sechzig Euro Honorar bekamen, war diesmal ausgesprochen interessant und spannend, wie ich gleich anmerken möchte.

So haben nicht nur Lydia Mischkulnig und Bettina Balaka aus neuen Büchern gelesen, auch Judith Gruber-Rizy las wieder den Beginn ihres neuen Romann, von der Fotografin, die jeden Tag ein Foto macht und dabei ihr Leben überdenkt.

Hilde Schmölzer, die ja bei der „Frauen lesen Frauen-Lesetheatergruppe“ sehr engagiert mitmacht, las aus der Neuauflage ihrer „Pest in Wien“, ein Buch, das sie mir einmal in der „DDR-Ausgabe“  geschenkt hat.

Manuel Girisch und und Renate Woltron, die Lesetheateraktivisten, lasen zwei Sketches aus ihrem neuen Programm, wo es um Männer und Frauen, Sex und diesbezügliche Mißverständisse ging.

Ingrid Jantzen hatte, was zum Tod der Sprache durch  Sprachverhunzung, Richard Weihs brachte Auszügen aus seinen Wunschgedichten.

Erik Hardenberg las lang und breit und sehr langsam, einen „seltsamen“ Pflanzenkrimi und wurde von dem Moderatoren abgestoppt, bevor er ans Ende kam.

Christa Meissner, die Dialektautorin gab Proben aus ihren „Struwelpeter“ und anderen Neudichtungen und dann gab es auch  experimentellere Stimmen, wie Birgit Schwaner oder Autoren wie Ruth Aspöck, die einen neuen Text für die Veranstaltung geschrieben hat.

Susanne Ayoub, die ja in Bagdad geboren wurde und dieses vor einigen Jahren wieder bereiste und Kontakt zu ihrer dortigen Familie aufnahm, brachte den Prolog aus ihrem diesezüglichen Buch.

Christl Greller stellte ihren neuen Gedichtband vor, der am Sonntag in Ö1 präsentiert werden wird, Axel Karner brachte ein Gedicht mit dem Titel  „Die Liebe, mein Herz und der Mond“ und Hansjörg Liebscher hatte einen sehr langen Text der sich mit Prometheus beschäftigte,  während Susanne Schneider wieder sehr realistisch davon erzählte, wie es einer geht, die in eine andere Wohnung zieht und sich an diese  erst gewöhnen muß.

Sehr viele unterschiedliche Texte also, von denen ich die meisten sehr  passend gefunden habe und ich mit meiner „Präsidentin auf dem Opernball“ mit dem roten und den blauen Schuh, die auf dem Fahrrad zur Oper fährt, auch sehr viel Heiterkeit erregte.

Ich war, wie schon geschrieben, die vorletzte, bei der von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer moderierten Veranstaltung. Nach mir folgte zum zweiten Mal als Schlußlicht, Christian Katt, vorher hat ja immer Rolf Schwendter, die Nacht, um zwei oder halb drei beendet, der nach einem eigenen Text auch zwei Schwendter Texte las, um an den Gründer der „Poet Night“ zu erinnern.

Mechthild Podzeit-Lütjen

Mechthild Podzeit-Lütjen

Christa Kern

Christa Kern

Gynther Riebl

Gynther Riebl

Ariane Lang

Ariane Lang

Christina Vivenz

Christina Vivenz

Manuel Dragan

Manuel Dragan

Anita Schaub

Anita Schaub

Petra Ganglbauer

Petra Ganglbauer

Lydia Mischkulnig

Lydia Mischkulnig

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Antonio Fian

Antonio Fian

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Renate Woltron

Renate Woltron

Werner Grüner

Werner Grüner

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Gruber-Rizy

Helmut Gruber-Rizy

Karin Gayer

Karin Gayer

Richard Weihs

Richard Weihs

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Ingrid Jantzen

Ingrid Jantzen

Axel Karner

Axel Karner

Christa Meissner

Christa Meissner

Birgit Schwaner

Birgit Schwaner

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Hahnrei Wolf Käfer

Hahnrei Wolf Käfer

Christl Greller

Christl Greller

Eva Jancak

Eva Jancak

Christian Katt

Christian Katt

2015-08-03

Schwendter Lesung im Weinhaus Sittl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:43
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Bei der Aufzählung der Wiener Sommerveranstaltungen habe ich die Sommerlesungen des ersten „Wiener Lesetheaters“ im Garten des Weinhaus Sittl, die dieses auch schon seit einigen Jahren im Juli und im August veranstaltet, vergessen, dabei war ich schon einmal dort, weil sie immer Montag um 19 Uhr stattfinden.

Aber ich gehe außer zu der Frauengruppe nicht so oft zu Lesetheaterveranstaltungen, deshalb ist mir fast entgangen, daß es zwei Schwendter Lesungen gegeben hat, zum sechsundsiebzigsten Geburtstag am dreizehnten August und zum zweiten Todestag am einundzwanzigsten Juli.

Die Geburtstaglesung war letzten Montag. eine Textcollage von Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli „Von der Unmöglichkeit Lese- zu- Theatern“ und die habe ich, was ich sehr schade finde, leider versäumt.

Heute gab es von Hansjörg Liebscher verantwortet, das Stück „Einstein“.

Einstein war Christian Katt, Birgit Schwaner, Susanne Schneider, Christa Mitaroff haben unter anderen auch noch mitgewirkt und Hansjörg Liebscher erzählte in der Einleitung, daß das Stück vor fünfzehn Jahren schon einmal zum Geburtstag aufgeführt wurde, Franz Hütterer, Rolf Schwendter und, ich glaube, auch Ilse Aschner haben mitgewirkt, die alle schon gestorben sind und außerdem noch Birgit Schwaner, die wieder den physikalischen Genius gab.

Das Stück hat, glaube ich, zehn Szenen und beginnt im Patentamt,  Einstein hat offenbar dort gearbeitet, dann hat er die Relativitätstheorie erfunden „Es ist alles relativ, relativ“ lautete das in Nestroyscher Manier nachempfundene Couplet und war irgendwie für die Atombombe verantwortlich, die über Hiroschima abgeworfen wurden. Es kommt in dem Text aber auch Tschernobyl und anderes vor.

Ein mir völlig unbekannter Schwendter Text, aber wahrscheinlich kenne ich nicht wirklich viel von ihm und wahrscheinlich ist auch nicht alles veröffentlicht.

Relativ viele Leute bei dem schönen Wetter in dem schönen Gasthausgarten und fast alles Bekannte, die mir versicherten, daß die Veranstaltung vorige Woche sehr interessant gewesen ist und ich viel versäumt habe.

Vielleicht sollte ich doch öfter zu den Sommerlesungen ins Weinhaus Sittl, beziehungsweise Pelikanstüberl gehen, auch wenn ich nicht so gerne konsumiere, vor dem Filmfestival am Rathausplatz, auf dem ich mich dann mit dem Alfred getroffen habe, geht sich das wahrscheinlich aus.

In vierzehn Tagen, gibt es Joe Bergers „Hirnhäusl„, da bin ich schon einmal bei einer Buchpräsentation und Ausstellung in der „Wien-Bibliothek“ gewesen, die anderen Veranstaltungen, die beispielsweise freche oder Liebestexte präsentieren, interessieren mich nicht so, aber an Rolf Schwendter zu gedenken und einen für mich völlig fremden Text kennenzulernen war, sicher interessant.

Bei einigen seiner Geburtstagsfesten bin ich auch gewesen, zum fünfundsechzigsten Geburtstag hat Hahnreiwolf Käfer eine Veranstaltung im Theaterbrett veranstaltet, da habe ich ihm etwas aus einem meiner Bücher vorgelesen und die doppelte Ausgabe von Johannes R. Becher „Die hungrige Stadt“, die mein Vater in seiner Bibliothek hatte, geschenkt.

Zum siebzigsten war die Veranstaltung im Literaturhaus und datrüber habe ich schon gebloggt.

2015-07-04

Im Lesegarten

Filed under: Lesung — jancak @ 00:23
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Susanna Wouk ist ja eine begnadete Veranstalterin, die seit zwei Jahren im fünften Bezirk  das Fest für „Kunst und Kultur“ organisiert und seit dieser Zeit gibt es auch das „Wiedner Hauptstraßen Straßenfest“, zu dem man sich anmelden,   konnte und von ihr auch mehrmals aufgefordert wurde, das zu tun.

Die Lesungen fanden in der Buchhandlung „Belle Arti“ statt, die Buchhandlung in der Wiedner Hauptstraße 131, die einen schönen Garten mit Kastanienbäume hat und diese Buchhandlung ist überhaupt etwas Besonderes, nämlich eigentlich ein Antiquariat, das aber jedes Buch besorgt und Weine, Marmelade und andere Schmankerl  auch anzubieten hat.

Den handküsssenden höflichen Buchhändlier habe ich beim „Fest für Kunst und Kultur“, wo er ausstellte und Lesezeichen verteilte, kennengelernt, da ist er zu mir gekommen und hat gemeint, daß er mich bewundere, daß ich trotz des Lärms gelesen habe, denn die Sesselreihen größtenteils leer, dafür standen die Leute  beim Buffet und unterhielten sich.

Das Interesse für Literatur hält sich in Margareten, wie ich fürchte in Grenzen, zumindestens was meine betrifft, aber ich lese nun einmal gern und so konnte ich Susanna Wouks mehrmaligen Aufforderungen auch nicht wiederstehen und bin am Freitag extra nach Wien gefahren, weil ich mich eigentlich schon in der Sommerfrische befinde.

Das Wetter war aber traumhaft schön und heiß und das war gut so, denn das Fest hätte nur bei Trockenheit stattgefunden und das erste Fest ist auch an mir vorbeigegangen. Beim Zweiten bin ich aber nach halb vier, als die letzte Bachmannlesung, die von der jungen rotzfrechen Ronja von Rönne, deren Text mir eigentlich besser, als der so hochgelobte von Monique Switters gefallen hat, losmarschiert und habe auf der Wiedner Hauptstraße, dem Teil, der sich schon im fünften Bezirk gefunden, bald Susanna Wouk getroffen, die einen mit  Pelz bersetzten Strohhut getragen hat und beim  musikalischen Rundgang, von Stand zu Stand in Richtung  Buchhandlung gezogen ist.

Dort war ich dann etwa um vier, um halb sechs war meine Lesung, zehn Minuten aus „Miranda Schutzengelchen“ angesetzt und vorher hat der liebe Rudi gelesen und das Ganze war unter „Autoren der Fünfer Edition stellen sich vor“, angekündigt, denn die hat ja Harald Pesata vor einigen Jahren herausgegeben, Matthias Handwerk hätte sie vorstellen sollen, war aber erkrankt oder sonstwie abwesend, so hat das Fest bei der Buchhandlung um halb fünf mit den „Breakers“  begonnen, die ich auch schon  vom Amtshaus Margareten kannte.

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Susanna Wouk war mit den Sängern schon weitergezogen, mir aber alles Gute für die Lesung gewunschen und mich auch allen vorgestellt.

Es gab auch eine Musikbühne und viel Werbung von der SPÖ, wir befunden uns in einem Wahljahr, im Lesegarten war es aber ziemlich ruhig und auch kühl, Rudi Lasselsberger ist bald erschienen und hat um viertel sechs, wie vorgesehen zu lesen begonnen.

Leider hat der Buchhändler nicht eröffnet, so hat er sich selber vorgestellt und eine Kerze, wie das bei ihm so üblich ist, für seine verstorbene Nichte angezündet und auch darauf hingewiesen, das Irma Schwager, ich glaube, die Gründerin des Bunds demokratischer Frauen, der Frauenorganisation der KPÖ, mit der ich einmal von Klagenfurt nach Wien gefahren bin, als ich dort am ersten Mai 1989, zum „Preis der Arbeit“, den es ein paar Jahre gegeben hat, eingeaden wurde, ihr Begräbnis hatte.

Dann hat er einen Text gelesen, wie er einmal in der „Bunten Kuh“ gelesen hat, hat gesungen und auch ein paar Gedichte vorgetragen.

Dann kam ich mit dem Beginn vom „Miranda Schutzengelchen“ und danach das Lesetheater mit einer zweisprachigen Lesung, deutsch und türkisch mit Gedichten von  Orhan Veli Kanik.

„Fremdartig“ hieß der Band den Reza Algül, Abdullah Baikoglu, Helga Goiinger, Christa Mitaroff, Rahel Rosa Neubauer und Willi Stelzhammer vorstellten.

Reza Alögül hat dazu auch auf der Saz gespielt, jetzt hat der Buchhändler begrüßt, Susana Wouk war nicht da, wohl aber Hans Jörg Liebscher, Susanne Schneider und eigentlich auch anderes Publikum und es war eine interessante Lesung, obwohl Helga Golinger bedauerte, daß nicht viele Türken im Pulikum waren.

Es war etwas versteckt im oberen Teil der Wiedner Hauptstraße zu lesen, aber es war eine schöne Lesung und ein schöner Tag und ich habe auch meine Zettel für das „Sommerfestival“ in der Anzengrubergasse im „Reading Room“ ausgeteilt und meinen siebenten Bloggeburtstag gefeiert.

Sehr viel gab es zwar nicht zum Anstoßen, aber  ich habe ein hoffentlich schönes Foto gemacht und meine Lesung für den Dreizehnten habe ich auch vorbereitet.

Auch dazu kann ich alle, die das interessiert herzlich einladen! Da werde ich dann auch ein bißchen mehr und ein bißchen länger lesen.

Nämlich aus „Taubenfüttern“ und den Beginn des neuen Textes, an dem ich dann ab nächster Woche in der Sommerfrische eifrig zu schreiben vorhabe, „Sommer am Wasser“, wie der Titel meiner Lesung lautet und auch das Stückchen aus „Miranda Schutzengelchen“, und das habe ich auch vor beim „Volksstimmefest“ zu lesen, wenn dieser Sommer, in dem ich gerade gestartet bin, zu Ende geht.

Hans Jörg Liebscher wird da nach oder vor mir lesen und danke auch Susanne Wouk für die Einladung beziehungsweise Aufforderung an dem Fest teilzunehmen, obwohl ich es ein wenig schade finde, daß sie sich während des Leseblocks im Lesearten nicht blicken ließ.

2015-04-21

Lesetheateraufführung Irmgard Keun

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:07
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Eigentlich habe ich ja heute in die Hauptbücherei zur Präsentation des Kafka-Buchs, das für den Leipziger Sachbuchpreis nominiert war, gehen wollen und gestern doch in die „Alte Schmiede“ zu Robert Streibel und Erich Hackl, dann habe ich aber gesehen, daß in der Hauptbücherei Marlene Schachinger ihre bei „Septime“ erschienene Anthologie präsentiert und Ruth Aspöck, die ich angerufen habe, um ihr zu erzählen, daß sie im „Literaturmuseum“ in einer Endlosschleife zu sehen ist, sagte mir, daß am Dienstag im Literaturhaus ihre Lesetheateraufführung zu Irmgard Keuns „Nach Mitternacht“ stattfindet und als ich am Montag in die Hauptbücherei gekommen bin, streckte mir Ottwald John das diesbezügliche Flugblatt entgegen und erzählte mir stolz, er hätte am Sonntag der Warteschlange vor dem „Literaturmuseum“ etwa hundert solche Zettel verteilt.

Also umdisponiert, obwohl ich Irmgard Keun schon gelesen und bereits wieder vergessen habe, denn in den Siebzigerjahren hat sich die brave Psychologiestudentin in der Otto Bauer Gasse, die Zeitschrift „Emma“ gekauft und da wurde die 1905 geborene und 1982 verstorbene Irmgard Keun wiederentdeckt, ihre Bücher wieder herausgegeben, die ich mir kaufte, eines davon oder mehrere sind auch als Fortsetzungen in der Zeitschrift „Frau“ erschienen, die meine Mutter ja regelmäßig gelesen hat.

Inzwischen ist die Keun wieder vergessen, Ruth Aspöck war aber im Sommer in der Schriftstellerwohnung in Venedig, die einmal Anita Pichler gehört hat und hat da „Nach Mitternacht“ entdeckt, sie hatte seltsamerweise noch nie etwas von der Schriftstellerin gehört, war aber begeistert und bereitete eine Lesetheateraufführung mit Ottwald John, Christa Nebenführ, Andrea Pauli, Birgit Schwaner und Helga Golinger vor und brachte eine sehr genaue Einführung in das Leben der Autorin, die einem nichtjüdischen Bürgerhaushalt entstammte, Stenotypistin war und dann wahrscheinlich mit „Gilgi eine von uns“ begonnen hat, einen aufmüpfigen neuen Frauenroman zu schreiben, den die Nazis, als sie an die Macht kamen verboten haben, so daß sie nach Ostende fliehen mußte, dort in den Kreis der Emigranten aufgenommen wurde, mit Joseph Roth befreundet war, den Krieg dann versteckt bei ihren Eltern unter falschen Namen überlebte, „Nach Mitternacht“ ist in einem Exilverlag erschienen, dann gibt es noch „Das kunstseidene Mädchen“, „Das Mädchen mit dem die Kinder nicht verkehren durfgten“ und und und.

Wie geschrieben, die meisten Romane habe ich gelesen und schon wieder vergessen und war so überrascht über den frechen Ton, in dem sich die junge Frau über die Nationalsozialisten lustig machte und die Geschichte eines jungen naiven Mädchens namens Sana erzählt, die von der neuen Zeit und der Politik überrascht wird, obwohl sie sich eigentlich nur für die Liebe und das Leben interessiert.

Die Politik kommt ihr aber in die Quere und ihr Freund Franz wird von einem Denuzianten als Kommunist vernadert, als er  um zu heiraten einen Zigarettenladen aufmachen will, als er aus dem Gefängnis freikommt, bringt er den Verräter um und muß mit ihr nach Mitternacht nach Rotterdam fliehen.

Das Literaturhaus sehr voll, Erika Brunngraber, Frau Widhalm, die literarisch interessierte Dame, die ich in der „Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, Christian Katt, den ich schon vorher beim Bücherschrank, in dem einiges sehr interessantes zu finden war, getroffen habe, Ingeborg Reisner, die selbst ein Buch geschrieben hat, Werner Grüner und und und.

Die Ruth hat einen Teil ihrer Edition mitgebracht, die man sich gegen Spenden nehmen konnte, es gab nachher wieder Gespräche und Wein und eine junge Frau, die sich für das Lesetheater zu interessieren scheint, wurde von allen Seiten angeworben und es istauch eine interessante Sache, denn die Keun, ist inzwischen wieder sehr vergessen, hat aber einen wirklich interessanten frischen Ton, obwohl sie das Leben dann offenbar selber nicht so frisch fröhlich schaffte, sondern dem Alkohol und den Tabletten zugegriffen hat und auch mehrere Jahre in geschlossener Spitalsbehandlung war.

 

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