Literaturgefluester

2017-08-16

Butterbrot und Liebe

Filed under: Bücher — jancak @ 00:12
Tags: , , ,

Nach dem Berlin der Zwanzigerjahre geht es gleich in die moderne deutsche Hauptstadt. Die 1965  geborene Susanne Friedrich und „Literaturtest“ machen es möglich und so ist vor dem „Buchpreislesen“ und  noch vorhandenen Sperrfristen wieder ein bißchen ChickLit, beziehungsweise Liebe angesagt.

Denn da ist Hannah, eine erfolgreiche Geschäftsfrau und hart im Nehmen und im Geben, denn zu Beginn des Buches brüllt sie gleich einmal die Crew ihrer wahrcheinlichen Marketingfirma zusammen, so genau wird das nicht berschrieben, um was es in ihrem erfolgreichen Unternehmen geht, jetzt klappt aber einmal nichts und so darf Niklas ein Mitarbeiter nicht mit seiner Frau seine Hochzeit feiern und als der Haussegen schiefsteht, kommt der „Gutelaunebär“ und schreit fröhlich „Butterbrot und Liebe!“, durch den Raum.

Das ist Christoph und ein Bekannter von Tamara einer anderen Mitarbeiterin und die hat ihn, der mit Freunden ein  Cafe und Cateringunternehmen führt, beauftragt, zu Mittag in einem Korb die Broten und die Kuchen in die Firma zu bringen und die sind wunderbar, nämlich mit Liebe gemacht und verpackt und so schmilzt Hannah auch gleich beim Anblick Christophs und seinen Brotaufstrichen weg.

Aber das geht doch nicht, denn sie ist erstens ein gebranntes Kind und zweiten ist er zwölf Jahre jünger.

So gibt sie ihm den Laufpaß und zeigt Abwehrhaltung.

„Eiskönigin!“, nennt Ellie, das ist die dritte im Bunde von „Butterbrot und Liebe“ sie, der zweite ist Atila, der Freund, der von Christophs Mutter mitaufgezogen worde, als seine Mutter starb und jetzt kochen alle, denn  „Genieße die kleinen Dinge des Lebens – sie machen das Leben großartig!“, ist Susanne Friedrichs Leitspruch, die als Kind deutscher Eltern in Indien geboren wurde und kümmenr sich um Christoph, um ihn  mit seiner „Eiskönigin“ zusammenzubringen.

Das ist, wie man sich vorstellen kann, nicht so leicht und braucht fast dreihundert Seiten bis zum Happyend, denn Hannah, die unnahbare Karrierefrau, hat ihre Traumen hinter sich, nämlich die Mutter und den Bruder durch Selbstmord verloren. So bleibt ihr als einziger Rückzugspunkt ihr Vater, der sich damals, nach dem Drama, auch zurückhzug, seine Firma verkaufte und in der Heide einen Bauernhof renovierte.

Dort fährt Hannah am Wochenende hin, um ihn zu besuchen. Er koch dann für sie und Christiphs Mutter kocht für ihren Sohn und Atila und auch Ellie, das ist eine alleinerziehende Afrikanerin, die mit Atila und Christoph, den Laden schupft sehr streng ist und wunderbare Kuchen bäckt, wird von ihrer Mutter bekocht und außerdem wird sie von Hassan, dem Vater ihres Kindes bedroht,  aufgelauert und niedergeschlagen, weil der nicht wil, daß sein Kind von einer „Schlampe“ erzogen wird.

Ich lass mir von dir Nazi gar nichts sagen!“ sagt der, zu Nachbar Kunze, als der ihn beschützend eingreift, worauf der berlinernt antwortet.

„Jetzt pass mal uff,  Früchtchen! Komm mir nicht mit der Nazischeiße! Läuft bei mir nicht, kapiert! Mein Großvater war Kommunist und is im Lager jestorben, also spar dir die Scheiße für irgendeinen Vollidioten, aber komm mir nicht so!“

Man sieht, Susanne Friedrich hat sehr aktuelle Themen und führt uns in das brandtaktuelle Berlin, mit seinen Cateringunternehmen, die von Studenten und aktiven Rentnern betrieben werden, den traumatisierten Karrierefrauen, etcetera.

Aber natürlich es kommt zum Happyend und eigentlich ist die Handlung sehr einfach, wenn sie auch nicht immer ganz logisch ist, wenn Christoph beispielsweise im betrunkenen Zustadn, nach einem guten Essen, von seiner Mutter zu Hannahs Vater entführt wird und der ihm dann ein Traumauto gibt, mit dem er durch Frankreich zu Hannah fahren soll.

Interessant sind aber wirklich die kleinen Dinge, auf die Susanne Friedrich großen Wert zu legen scheint. Ein gutes Essen beispielsweise, so sitzen sie alle, wenn das Herz weh tut, vor einer großen Schüßel Carbonara und die strenge Ellie gibt Christph ihre Traumpralinen für Hannah mit einem Zettelchen „Sei froh, dass es in deinem Leben jemanden gibt, der dir das Leben versüßt. Die Mehrheit muß sich mit Schokolade begnügen!“, zur Bekehrung mit.

Aber natürlich die Entscheidung muß man selber treffen. Die anderen, der Vater, die Mutter, die Freunde, können, wie im Buchrückentext steht, nur zu helfen versuchen.

Hannah muß  selbstzurückkommen und nach ihrem Christoph suchen, was sie, wie ich verraten kann, nach zweihundertneunzig Seiten auch tut.

Ein spannendes Buch, das ich sehr empfehlen kann. Eines das, was ich ein wenig schade finde, nicht auf der LL-List gestanden ist, obwohl es die Leute wahrscheinlich lieber, als das Komplizierte, Schwierige lesen, aber das sind wir noch nicht so weit, daß wir auch Unterhaltungsromane oder sogar Selbstgemachtes auf diese Listen stellen.

Vielleicht kommt es  einmal dazu. Inzwischen können wir  aber auch das andere lesen, weil man sich seinen Lesestoff ja selber aussuchen kann.

Advertisements

2017-07-14

Sisis Vermächtnis

Der „Picus-Verlag“ hat ein Sommerbuch auf den Markt geworfen, in  dem es vielleicht für die Touristen oder für alle „Kaisertreue“, die es noch geben sollte, um ein Vermächtnis der Kaiserin Elisabeth geht.

Und da gibt es gleich einen Doktor Joseph Kaiser, das ist ein dreißigjähriger Jurist, ein schöner junger Mann und ein bißchen ein Muttersöhnchen, der kaisertreuen ehemaligen Gräfin Theodora und der tritt eine Stelle als Direktor einer österreichischen Kulturstiftung an.

Die gibt es, wie im Anhang steht nicht wirklich, so wie auch alle Personen und die Handlung erfunden ist.

Aber die Kaiserin Sisi mit den langen Haaren gab es wirklich. Von ihr zehrt, wie man sieht, nicht nur der Tourismus, sondern auch die Buchbranche und die war, wie ebenfalls im Anhang steht, 1875 zwei Monate in einem normannischen Fischerdörfchen und hat dort, wie eine Hofdame angeblich ausstreute, angeblich ein Kind zur Welt gebracht.

Das ist natürlich nur erfunden. Aber seit damals fließt jährlich ein Scheck von der Stiftung in das Dörchen, das eine schöne junge Tierärztin mit dem Namen Elisabeth hat und in einem Leuchtturm lebt.

Dort gab es einen Bürgermeisterwechsel. Ein junger Sozialist hat da den alten Arnoul verdrängt und der schreibt gleich einmal einen Brief an die Stiftung, um eine Erhöhung des Schecks einzufordern und das führt zu Komplikationen und zu der „amüsanten, schwungvollen,  überraschenden Handlung“, wie im Klappentext steht.

Denn Joseph Kaiser reist nun nach Beauport, lernt dort Elisabeth kennen und verliebt sich unsterblich in sie.

Zuerst wird ihm aber eine Komödie vorgespielt. Der ehemalige Bügermeister spielt Elisabeths Ur- oder Ururgroßvater, der zwar schon 1953 gestorben ist, aber jetzt als über Hundertjähriger aufersteht, denn an ihn,  den Retter der Kaiserin während eines Badeunfalls, ist die Zahlung ja gegangen.

Joseph ist zuerst befriedigt, telefoniert der Sekretärin, sie kann den Scheck ausstellen. Dann kommt er aber darauf, es war alles Betrug, denn sogar der Vater Elisabeths ist vor kurzem gestorben.,

Also kein Scheck und eine Nachricht an die Nationalbank, daß die Überweisung eingestellt wird. Noch bevor Rückforderungen an das Dörchen geht, gibt es dort aber eine Krisensitzung und Joseph wird informiert, er hat sich selbst, das heißt, seine Stiftung aufgelöst, dem Steuerzahler zwar viel Geld erspart, wird aber nun nie und nimmer mehr im öffentlichen Dienst eine Stelle finden.

Ein kleines goldenes Schlüsselchen, das Elisabeth, dem Geliebten schenkt, hilft weiter, denn die kaisertreue Mutter und ein Freund Josephs dringen in das Hofkammerdepot ein, wo der Schreibtisch des ehemaligen Stiftungsdirektors, der all das veranlaßt hat, steht und dort finden sie ein paar Briefe, wo drinnen steht, Elisabeth ist die Erbin und der Staat muß an sie ein paar Milliarden zahlen….

Es passieren noch die üblichen Verwirrungen und Verwicklungen bis zum Happyend und man hat, wie Adele Neuhauser am Buchrücken schreibt, einen sehr packenden Roman gelesen, den die beiden Autoren, Ulrike und Manfred Jacobs, eine Psychologin und ein Jurist schwungvoll geschrieben haben.

Kein Klischee wird ausgelassen und man wird ein paar Mal an die Wien Cartoons des „Holzbaum-Verlags“ erinnert.

Manche Details der Wienerischen Sprache erscheinen mir dabei ein wenig langatmig. Aber ich  bin wahrscheinlich auch nicht die richtige Adressantin für einen Sisi Roman.

Kaisertreu bin ich ebenfalls nicht, aber schmunzeln läßt es sich schon ein bißchen, wie es zugehen soll in Wien, wo der Bundeskanzler von seiner kaisertreuen Gattin dirigiert wird, Handküsse passieren und am Ende die neue Elisabeth von dem Geld des österreichischen Staates in der Normandie ein Therapieheim für autistische Kinder aufmacht, dem ihr Joseph, als Jurist vorstehen wird.

Wien und die Kaiserin Elisabeth ziehen immer und ich habe im ersten Moment auch gedacht, ich lese jetzt einen Sisi- Roman.

Aber nein, es geht um eine leicht lockere Liebesgeschichte mit allen Wien- und Österreichklischees, wie es die Touriten wahrscheinlich lieben oder lesen sollen und auch eine waschechte Wienerin mit dem sozialistischen Vater und der böhmischen Großmutter, die von kaisertreu und Wien-Kischee weit entfernt ist, aber sich am Beginn ihrer Sommerfrische in einer Sommerakademie mit „Gott, Kaiser und Vaterland“ und der Rolle die die jüdischen Soldaten dabei spielten, beschäftigte,  zum Schmunzeln brachte.

2017-05-13

Der Augenblick der Liebe

Filed under: Bücher — jancak @ 00:36
Tags: , , ,

Es ist ja vielleicht ein naheliegender Einfall ein Buch von Martin Walser mitzunehmen, wenn man um den Bodensee radeln will, ist der doch 1927 in Wasserburg geboren und so habe ich mir „Der Augenblick der Liebe“ auf meine Reise einepackt, weil ich das Buch auf meiner Leseliste stehen hatte und wohl einmal im Schrank gefunden habe.

Ich habe zwar auch einmal einen „Walser“ aus der Abverkaufkiste einer der damals noch auf der Wiedner Haptstraße existierenden Buchhandlungen gezogen, das wird aber „Das Schwanenhaus“ gewesen sein, weil in dem jetzt gelesenen Buch, die erste Seite, in der wohl eine Widmung gestanden ist, herausgeschnitten wurde und so mußte ich erst nachgooglen, das „Der Augenblick der Liebe“ 2004 erschienen ist und der erste Walser-Roman ist, der schon bei „Rohwohlt“ erschien, da er sich wohl nach dem „Tod eines Kritikers“ von „Suhrkamp“ trennte.

Genauer kann man das wahrscheinlich in dem „Spiegel-Sonderheft“ nachlesen, das zum neunzigsten Geburtstag des Dichters erschienen ist, und das mir die Ruth freundlicherweise zur Verfügung stellte, nachdem sie mitbekam, daß ich mich auf unserer Reise für den großen deutschen Dichter interessierte, obwohl so eine Walser Spezialistin bin ich eigentlich nicht.

Aber den „Tod eines Kritikers“ habe ich gelesen, „Messners Gedanken“, „Ein liebender Mann“ und dann noch seine „Sonntagsrede“, ein paar andere Bücher, über die ich noch nicht bloggte, höchstwahrscheinlich auch und interessant ist  daß „Im Augenblick der Liebe“ derselbe Held vorkommt, der auch der Protagonist vom „Schwanenhaus“ nämlich Gottlieb Zürn oder Wendelin Krall, wie er sich auch nennt und das Sujet ist wieder das Klischee, alter Mann verliebt sich in junge Frau oder auch nicht.

Das ist ja das berühmter Walser Klischee, das der das in den letzten Jahren immer wieder schreibt, ich habe  nur den Goethe Roman gelesen,  in diesen Buch, das „Schwanenhaus“ muß ich erst lesen, kommt es aber auch sehr stark vor.

Das Buch hat vier Teile, „Kommen und Gehen“, „Zusammenfinden“, „Auseinanderkommen“, „Kehre“ und eigentlich ist die Handlung sehr schnell erzählt.

Gottlieb Zürn ist ein Ex-Makler und Privatgelehrter, der mit seiner Frau Anna, einer erfolgreichen Immobilienmaklerin, von der er auch zu leben scheint, am Bodensee lebt und  bekommt eines Tages Besuch von einer jungen Doktorantin aus Amerika, die ihre Disseration über den französischen Philosophen La Mettrie schreibt, über den Zürn auch forschte.

Sie bringt ihm eine Sonnenblume mit. Er verliebt sich in sie, reist ihr nach nach Amerika, um dort ein Referat bei einem Kongreß zu halten, dort verliert er aber seine Stimme. So reist er wieder zurück zu Frau und Töchtern, da überfällt ihn aber die Sehnsucht nach der Geliebten. So bucht er fast wieder einen Flug, bekommt aber vorher die Nachricht, daß sie schon geheiratet hat.

So weit, so what und ein Unglück für den alten Helden und ein ganzes Kapitel über den mir bisher unbekannten Philosophen gibt es in dem Buch auch.

Ein Buch, das das Klischee bestätigen könnte, aber ich bin keine Walser-Spezialistin, habe nicht wirklich viel von ihm gelesen und bin jetzt während unserer Reise, sozusagen in das Buch, das ich in Friedrichshafen zu lesen begonnen habe, hineingefallen, denn der Ort Langenargen, durch den wir an diesen Tag geradelt sind, kommt darin vor und in Überlingen, wo Martin Walser laut dem Buch ja leben soll, in anderen Beschreibungen, wird der Ort Nußdorf genannt, sind wir sogar spazierengegangen.

Das war also sehr interessant, obwohl ich Martin Walsers Bodensee Bezüge  ja  noch in einem anderen Buch viel näher gekommen sind.

So ist mir das Klischee von dem Begehren eines alternden Mannes nach einer jungen Frau und das sich vielleicht darüber lutstig machen in sehr schönen und sehr komplizierten Worten, mit sehr schönen und sehr komplizierten Anspielungen, hängen geblieben und da ich dann noch viel später, als wir schon in Feldkirch waren, noch den  „Springenden Brunnen“, den ich möglicherweise schon gelesen habe, im Bücherschrank gefunden habe, kann ich diesen Klischee dann vielleicht auch noch nachgehen oder  die „Spiegel-Rezensionen“ nachlesen, die auch den politischen Walser, den Essayisten und viele andere seiner Facetten zeigen, die er höchstwahrscheinlich auch noch hat.

2016-12-28

Die Karriere der Doris Hart

Filed under: Bücher — jancak @ 19:17
Tags: , ,

Jetzt komme ich doch, drei Tage vor Jahresende, dazu, meinen Vicki Baum-Schwerpunkt aufzulesen oder zumindest anzufangen und über die Jahre mitzunehmen, denn da haben sich ja bei meinen Bücherkastentouren nach und nach sehr viel Schmankerln, der 1888 in Wien geborenen und 1960 in Hollywood verstorbenen Autorin angesammelt, deren Namen ich aus dem Bücherkasten meiner Eltern kannte.

„Marion“, „Rendezvous in Paris“, „Hotel Shanghai“ lag darin, was ich nach und nach gelesen habe und auf die Autorin aufmerksam wurde.

Und da ich kein Literaturlexikon zu Hause hatte, war es in „Vor-Wikipedia-Zeiten“ gar nicht so einfach, an die entsprechenden Informationen heranzukommen, da in den alten Büchern meistens keine Bibografien und Inhaltsangabenstehen und ich so, was man heute gar nicht mehr glauben kann, mir einmal sogar von Konstanze Fliedl einen Lebenslauf schicken ließ.

Jetzt hat man sich an die Autorin aber, glaube ich, wieder erinnert, es gibt Bücher über sie, die ich aber nicht gelesen habe. Ich habe aber eine Sammlung ihrer Romane und so sind sechs davon auf meine 2016-Leseliste gekommen und ich schreibe, glaube ich, ja schon das ganze Jahr davon, daß es heuer einen Vicki Baum Schwerpunkt geben wird.

„Menschen im Hotel“ und „Stud Chem Helene Willfüer“ habe ich schon gelesen und bei einer diesbezüglichen Veranstaltung im Literaturhaus war ich auch einmal. Aber ab August war ich ja mit meinen dopptelten oder sogar dreifachen Buchpreisbloglisten beschäftigt, so daß ich am Ende schon alle Bücher, außer „Die Karriere  der Doris Hart“ von meiner Liste herausstrich.

Ein paar andere der sechs geplanten Bücher werden sich aber wahrscheinlich doch noch ausgehen, obwohl die „Doris Hart“, 1936 geschrieben, ich habe ein altes „Ullstein-Taschenbuch“ gefunden, nicht so leicht zu lesen war, da es aus zweihundert Seiten im Kleindruck bestand.

Die Handlung spielt zum größten Teil in Amerika, in New York, dort dorthin ist Vicki Baum, die sich in Wien, als Harfinistin ausbilden ließ und dann lange im „Ullsteinverlagshaus“ arbeitete, in den Dreißigerahren emigriert.

Bei „Amazon“ gibt es eine Rezension, ich weiß auch nicht, wieviele der vielen Kolportagen- oder „Asphaltromane“, wie es die Nazis nannten, noch aufgelegt sind, in den Bücherschränken findet man aber immer wieder, meist ältere Ausgaben, ihre Bücher und der Rezensent lobt, die „Menschen im Hotel“ und „Liebe und Tod auf Bali“, steht auch auf meiner Liste und meint, hier hätte wohl das Honorar die Autorin dazu verführt einen Groschenroman zu schreiben, weil die Frauen ja so was lesen wollen und das Spiel, um Liebe und Moral, Anständigkeit und Unanständigkeit, das hier beschrieben, wird, ist auch sehr interessant und Vicki Baum ist, glaube ich, eine Meisterin viel zu sagen und gleichzeitig auch nichts.

Es beginnt jedenfalls in einer Galerie, da geht ein reiches amerikanisches Ehepaar hin,  sieht eine Skulptur und erkundigt sich nach dem Bildhauer, denn Juddy Bryant von ihrem Mann „Snob“ genannt, will eine solche lebensgroß in ihrem Garten haben.

So fährt F.O Bryant in das Atelier des russischen Bildhauers, dem steht gerade Doris Hart nackt Modell, obwohl seine Skulpturen gar nicht gegenständlich sind, ein bißchen satriisch ist Vicki Baum offenbar auch.

F O Bryant, genannt, der Junior, denn einen Alten gibt es auch, verschaut sich natürlich in die nackte Frau und fährt sie dann in das deutsche Restaurant, wo sie mit kurzen Röckchen, die Schweinehaxenserviert, denn sie, die Tochter eines deutschen Arztes, ist unsterblich in Basil Nemiroff verliebt, der aber mit seinen Modellen nicht ins Bett geht, sie hat auch noch andere Pläne, sie will Sängerin werden und nimmt Unterrricht bei der alten Signora Salvatori, die ihr aber ihre Stimme verdirbt.

Der junge Bryant macht ihr den Hof und verschleppt sie in seine Villa zu einer wüsten Sexparty. Basil nun doch irgendwie eifersüchtig, geht zu seinem jüdischen Pfandleiher, der zwar gerade seinen Sabbat macht, löst aber doch seinen guten Anzug, seinen Samovar und seine Pistolen aus, fährt auch in das Haus und schießt Doris, die sie mit Bryant im Bett findet, in die Lunge.

Dort scheint zwar natürlich nichts Böses geschehen zu sein, er wird aber trotzdem zu zwischen zehn und fünfzehn Jahren verurteilt und Doris liegt monatelang im Spital. Zuerst zahlt der junge Bryant die Rechnung, als sie ihn abweist, kommt sie in den Massensaal und der alte Bryant zu ihr, um sie von seinem Sohn abzulösen.

Sie will zwar nichts von dem, nur Basil retten, den sie ins Gefängnis rührende Briefe schreibt, denn ein Mann, der so was macht, muß sie doch leben, denkt aber doch an ihre Karriere und da bezahlt ihr nun der alte Milliardär das Studium bei einem alten Sänger.

Köstlich werden da sie Szenen beschrieben, wie sie mit ihm und seinen anderen Schülern in einem Haushalt lebt und, um von ihm überhaupt aufgenommen werden, muß sie sich auch mit seinem Sekretär hochschlafen und sie tut das auch alles willfährig und voller Unschuld, freundet sich mit den anderen Schülern an, eine ist aus Wien, begleitet den alten Maestro abends in die Oper und als es, das Ganze beginnt 1927, ein Jahr später zum Börsenkrach kommt, stellt der Milliardär die Zahlungen ein.

Sie nimmt dann, als sie endlich singen darf, die erste Zeit darf sie ja nur schweigen  die Tonleitern trällern, eine Anstellung an. Singt Händel-Opern, hat auch Operretten im Repertoir, eine wüste Kreuzfahrt gibt es auch und besucht auch immer zwischendurch Basil im Gefängnis, versucht ihn von dort herauszubringen, denn lange hat man, als Sängerin mit einer halben Lunge ja nicht mehr Zeit.

Trotzdem bleibt ihr noch soviel, um die Karriere zu machen und selbst einen ganzen Hofstaat mit Sekretärin etcetera um sich zu haben, dann kommt der Krankheitsschub und mit ihrem Geld, sie hat den alten Bryant zwischendurch auch noch geheiratet, gelingt es ihr dann doch, ihn herauszuringen und mit ihm ein paar Tage auf einer tropischen Insel zu verbringen, bevor sie ihr Leben an seiner Seite aushaucht.

Kitschig würde man heute sagen und die heutigen ChickLits sind auch anders gestrickt.

Natürlich, selbstverständlich, trotzdem gelingt es Vicki Baum aber köstlich ein Zeitpanaorama zu zeichnen und auch das Schicksal oder die Not der kleinen Mädels eigentlich sehr liebevoll zu beschreiben, denen vielleicht gar nichts anderes überbleibt, als sich ihre Karriere oder auch nur ihren Lebensunterhalt zu erschlafen.

2016-06-18

Küss mich, Superstar

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
Tags: , , , ,

Ich interessiere mich ja bekanntlich sehr für Literatur und das Schreiben, blicke und lese über den Tellerrand, ChickLit, Krimis, Experimetelles, von James Joyces, dessen „Bloomsday“ wir ja gerade feierten, bis zu den Selfpublischern, die in den letzten Jahren immer zahlreicher werden und Frankfurt und Leipzig  schon ganze Hallen füllen, während man vor einigen Jahren ja noch gehört hat, daß man das auf keinen Fall machen darf, weil man so niemals wieder in seinem Leben ein Verlag finden wird….

Stimmt natürlich nicht Martina Gercke, Elke Bergsma und andere haben es bewiesen, obwohl es bei Martina Gercke ja diesen „Plagiatsskandal“ gegeben hat, sie aber trotzdem fleißig weiterschreibt, alleine und mit anderen und ich habe zwei Bücher von ihr gelesen.

Bela Boltens Krimis habe ich auch verfolgt und heuer bin ich nach Leipzig auf Annika Bühnemanns Blog gestoßen, die eine junge Frau ist, die beweisen will, daß man vom Schreiben leben kann.

Sie macht tägliche Filmaufnahmen über ihr Leben, was ich sehr interessant und aufmunternd finde, weil ich ja manchmal denke, daß es vielleicht zu aufdringlich ist, sein „literarisches Leben“, wie es das „Literaturgeflüster“ jetzt schon fast seit acht Jahren tut, so einfach ins Netz zu stellen und jetzt ist ein neues Buch von der 1987 Geborenen,  die schon einige Liebesromane und Ratgeber in Sachen Marketing, etcetera geschrieben hat, für das sie Testleser beziehungsweise Rezensenten suchte, denn die Selbstpublisher müßen sich  auch selbstvermarkten, erschienen und Annika Bühnemann hat das Buch auch nicht allein, sondern mit Anna Fischer geschrieben, die oder der eigentlich Stefan  M. Fischer heißt und seit dem Tod seiner Mutter, die Anna hieß, zu schreiben angefangen hat, was man allerdings erst am Ende des Buches erfährt, das „allen Frauen gewidmet ist, die sich selbst manchmal fragen, was das Leben noch für sie bereit hält“, gewidmet ist.

Und das sollten oder könnten ja alle sein, so daß das Buch sicher viele Abnehmer findet und es handelt von der Midlifekrise.

Allerdings von einer mit Dreiunddreißig, denn so alt ist Kati Weber, die gerade zu ihrer fünfzehnjährigen Matura- oder Abiturentenfeier, wie das in Deutschland so heißt, eingeladen wurde, also eigentlich noch recht früh bei einer Lebenserwartung, die bei den Frau derzeit, glaube ich, um die dreiundachtzig liegt.

Aber Annika Bühnemann und Stefan Weber sind ja noch recht jung und bei Kati Weber läuft  alles schief oder ist „gacke“, wie das die Autoren vielleicht nennen.

Obwohl, sie hat ein Haus, einen Mann, eine Jugendliebe mit dem sie zur Schule gegangen ist, eine pubertierende Tochter.

„Was willst du also mehr?“, fragt ihre Freundin namens Tammy, aber die hat es in sich, wie man auch am Schluß erfährt und ich sollte mich wahrscheinlich, wie bei „Amazon“ immer steht, zurückhalten und nicht zuviel verraten, obwohl ich eine „begnadete Spoilerin“ bin.

Es gibt aber einen Prolog, der auch sehr viel verrät, beziehungsweise verwirrt, denn er führt in ein Cabarett nach Paris und da soll die Sängerin Madelaine gerade auftreten, die hat aber Todesahnungen und wird später auch ermordet.

Bei Kati ist aber alles beschissen, der Auflauf brennt an, die Tochter murrt und zu dem Abiturententreffen will sie aus Angst, daß alle anderen viel erfolgreicher sind, als sie, die es gerade zu einer Halbtagsstelle in einer Bibliothek und in eine Laientheatergruppe gebracht hat und die ansonst kocht und putzt für ihre Lieben, auch nicht gehen.

Hat aber keine Wahl, denn Felix, der erfolgreiche Ehemann, war ja auch in der Klasse.

So zieht sie sich auf Anraten ihrer patzigen Tochter schön an, geht hin und erlebt dort die Überraschung, daß Christian, der ehemalige Außenseiter, dessen Namen sie gar nicht mehr weiß, jetzt ein berühmter Filmproduzent ist und ihr auch eine Rolle in seinem neuen Film, wo ihr Traumschauspieler Vincent Bergholm, die Hauptrolle spielt, anbietet.

„Du spnnst ja!“, sagt Felix zuerst abschätzend, weil aber sechstausend Euro Gage geboten werden, stimmt er zu, denn Leonie braucht ein neues Zimmer.

So kommt es, wie es kommen muß, Kati fliegt nach Paris, dreht Sexszenen mit dem Superstar, alle loben ihr Talent und er führt sie in zuerst in ein Luxusrestaurant und dann zu einem Paparazzifreien Picknick und sagt, sie soll sich entscheiden und glücklich sein?

So weit zu den Fragen, des unerfüllten Lebens, denn die Meisten, die mit Achtzehn mit großen Träumen von Ruhm und Erfolg, das Gymnasium verlassen, haben dann mit dreiunddreißig, die große Karriere nicht geschaft. Denn das Leben ist ja stufig oder ein Berg und die Spitze oben, wo alle hinwollen, denn durchschnittlich darf man  auch nicht sein, hat nur Platz für einen oder zwei.

Und Kati ist auch eine treue Frau, so kommt sie nach dem Dreh wieder zurück. Es gibt noch einen Wirbelsturm, der den Film bedroht, denn Annika Bühnemann arbeitet, glaube ich, nach der „Heldenreise“, wo man ja Spannungsbögen einbauen muß.

Es gibt außer der Freundin Tammy noch eine alte Nachbarin, die Kati rät, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten, „Denn nur du selbst hast es in der Hand…“

Das stimmt zwar, glaube ich, nicht wirklich, aber Annika Bühnemann ist sehr zuversichtlich und Felix, der genau in dem Augenblick, wo Kati zweifelt, anruft und fragt, wo das Bügeleisen oder etwas anderes ist, bringt zwar Blumen zum Flughafen, aber als Kati sagt, daß sie sich weiter verwirklichen und Schauspielunterricht nehmen will, dreht er durch. Fängt zwar nicht zu schreien an „Aber das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß, sondern Gleichgültigkeit“, steht in dem Buch, das eine Aufforderung ist, sein Leben so zu gestalten, daß man frei und glücklich wird!

Es kommt, das darf ich, glaube ich, schon verraten zu einem Happyend und hat auch einige überraschende Wendungen, die mir manchmal ein wenig zu viel und zu aufgesetzt wirkten.

So viel passiert nur in den Romanen und im wirklichen Leben nicht und wenn ich dastehe in meiner Mitlifekrise und  den Roman zur Aufmunterung lese, kommt zu mir wahrscheinlich trotzdem nicht die Hauptrolle oder die Einladung zum „Bachmannpreis“ und, wie verwirkliche ich mich dann in meinem Hausfrauendasein?

Da bleibt mir wahrscheinlich doch nur die Laiendarstellergruppe oder eine Lesung, zu der niemand kommt.

Meckern könnte ich auch noch, daß mir einige etwas aufgesetze Wendungen und Fehler auffielen, so sieht man sich beim Telefonieren ja nicht, außer man würde Skypen und, daß Kati das bei Christian so tut, hätte ich nicht verstanden und wenn Kathi dreiunddreißig ist, hätte sie Vincent mit acht treffen müßen, um ihr Leben zu verändern, wie auf Seite 195 steht.

Ansonsten fand ich es aber flott geschrieben, leicht zum Lesen und hat auch mich angeregt über mein Leben und meine Situation nachzudenken und, daß man das ja soll und den Mut haben, zu verändern, was sich verändern muß, glaube ich, auch.

Also ein spannendes Buch mit einem interessanten Autorenteam und ich finde es ja schön, daß sich auf der Selbstpublisherszene so viel tut und die Autoren da so selbstbewußt auftreten, sich ein Cover und ein Lektorat kaufen und ihr Buch vermarkten, obwohl sie vom offiziellen Literaturbetrieb immer noch sehr geschnitten werden, wie ich auch heuer wieder in Leipzig hören konnte, als ich durch die Selfpublisherhalle ging, finde ich es trotzdem schön, daß sich seit meinen Schreibanfängen einiges verändert hat, denn ich glaube nach, wie vor, daß jeder der es will, schreiben sollte und wünsche den Selbstpublishern viel Erfolg und Publikum und von mir ist inzwischen auch wieder ein neues „Selbstgemachtes“ erschienen, dem ich das ebenfalls wünsche.

 

2015-05-15

Luft und Liebe

Filed under: Bücher — jancak @ 00:45
Tags: , ,

Der nächste Fund beim „Thalia-Abverkauf-Stapel“ um den Jahreswechsel 10/11 oder 11/12 mag das wohl gewesen passt thematisch gut zu Peter Stamms „Agnes“, denn auch bei Anne Webers „Luft und Liebe“ geht es um das Schreiben über das Schreiben oder wie ich es mir interpretiere, um das Schreiben eines Liebesromans Anfang des dritten Jahrtausends ohne kitschig zu wirken.

Es könnte auch als eine Parodie auf einen Liebesroman zu verstehen sein und ich habe die Lesung daraus in der „Alten Schmiede“ schon gehört und da, wie ich bekennen muß, nicht wirklich verstanden worum es geht, beziehungsweise hat sich, die 1964 geborene, in Paris als Autorin und Übersetzerin tätige Anne Weber, die auch beim Bachmann-Preis gelesen und oder gewonnen hat, nicht in die Karten schauen lassen.

Es geht also, wie schon der Titel sagt, um einen Liebesroman, die Protagonistin, Ich-Erzählerin und Schriftstellerin, die wahrscheinlich,  wie das beim Schreiben so ist, nicht Anne Weber ist, hat schon, wie sie schreibt, einen schlechten Roman darüber geschrieben und ihn in den Mistkübel geworfen.

Da hat sie das selbst Erlebte, einer Kunstfigur namens Lea zugeschrieben und das Resultat hat ihr nicht gefallen, also noch einmal von vorn, wie das die Schriftsteller ja angeblich öfter so tun.

Die nächsten achtzig bis vielleicht hundert Seiten passiert in sehr schönen Worten, manchmal auch mit der französischen Übersetzung, nicht sehr viel.

Man erfährt, daß die Protagonistin, bzw. Leo schon  einmal verheiratet war und zwar mit einem Vladimir, der sich gleich nach Zeremonie wieder scheiden ließ, weil er die Bindungen des Ehstands nicht ertrug, dann taucht ein Interviewer, ein Adeliger, namens Enguerrand bei der Erzählerin auf, um sie zu inerviewen.

Er verschwindet, nach Jahren treffen sie sich wieder, es gibt auch einen Aufenthalt in Italien und der Roman, bzw. die spannende Handlung immer wieder vom Perspektivenwechsel unterbrochen, den die Erzählerin „Arme Ritter-Roman“ nennt beginnt.

Lea, im Papierkorb liegend, funkelt auch immer wieder dazwischen, aber jetzt werden die Protagonisten, die Prinzessin und der Ritter genannt, denn die Liebe ist ja offensichtlich ein Märchen, wie uns Anne Weber vielleicht sagen will und die Protagonistin schon über vierzig.

Also eigentlich nach heutige Auffassung nicht zu spät ein Kind auf natürliche Weise zubekommen. Die Protagonistin, die von ihrem armen Ritter, auf sein Schloß geladen wird und sich dort die Zimmer aussuchen darf, das Schreibkämmerchen, das Schlafzimmer und daneben das für das künftige Kind, das sie sich wünscht, der Ritter hat nichts dagegen, muß dazu aber die Fortpflanzungsspezialisten aufsuchen und viele Untersuchungen über sich ergehen lassen, denn nach dem Liebesakt vom Sperma keine Spur.

Der Ritter ist liebevoll und entledigt, wie er versichert, sich seines Spermas in der Kabine, als die Prinzessin aber ins Labor kommt, verkündet ihr der Chef betroffen, das Sperma ist nicht da.

Der Prinz ist reumütig, versichert die Prozedur zu wiederholen, entzieht sich aber wieder seiner Pflicht, obwohl er ihr doch schon vor Zeugen, die Hochzeit versprochen hat, als sie ihm in seinem Schloß anruft, hebt niemand ab, es kommt aber ein Brief, er hat sich reumütig und von Schuldgefühlen, ob seines Versagens geplagt, auf Reisen begeben.

Wie, denkt sich da die Prinzessin, die fortan die tote genannt wird, der Betrug hat ihr offensichtlich den Todesstoß versetzt, wie kann er das, geht er doch nie auf Reisen, weil das Personal fehlt, um das Haus zu hüten?

Also fährt sie hin, der Prinz öffnet verschämt und aus der Küche kommt eine Mathilde, Jeanne oder Benedicte, im siebenten Monat schwanger und stellt sich als die Schloßfrau vor.

Die Prinzessin rauscht beleidigt ab, sinnt auf Rache und wird fortan auch die Rächerin genannt. Sie kauft sich Farbe, Leinen und Holzrahmen, malt Transparente, auf denen  seine Schuld zu lesen ist, mietet sich in einem Hotel ein, um in der Nacht die Tafeln aufzustellen.

Nur leider wählt sie dazu den Hinterausgang, die Alarmanlage ertönt, der Wirt muß sich seine Hosen anziehen und ihr das Vordertor aufsperren, sie stellt die Tafeln trotzdem auf, wird anonym angezeigt und klaut ein Fahhrad, um mit vielen Plänen in die Zukunft davonzuradeln, kommt aber natürlich wieder in ihr Leben zurück.

„In ihrem ersten Liebesroman konstruiert Anne Weber ein elegantes Verwirrstück um große Gefühle. Aus einer eigentlich banalen zwischenmenschlichen Begebenheit wird so ein raffiniert aufgebautes  Lesestück in bester französischer Tradition“, kann man noch am Buchrücken lesen.

Dazu passen auch die beiden anderen kürzlich gelesenen Liebesgeschichten zum Vergleichen , wie andere Autoren, die schönste Sache der Welt beschreiben und eine „Dachkammer“, wo es um die Liebe geht, gibt es auch.

Das „Show, not tell“, das man, wie man in den Schreibwerkstätten lernt, unbedingt beachten soll, wurde hier jedenfalls nicht ausgeführt oder aber parodiert  und da dachte ich, wenn ich über das Erzählen reflektiere, wäre das, weil  ich es nicht besser kann.

Vielleicht schreibe ich also doch nicht so schlecht und bräuchte wirklich nur einen Lektor, der meine Fall. und Beistrichfehler korrigiert, über die sich meine Leser manchmal aufregen.

Bloggen auf WordPress.com.