Literaturgefluester

2017-04-15

Osterspaziergang

Manfred Lagler-Regall

Manfred Lagler-Regall

Ingrid Müller

Ingrid Müller

Anna Jeller hat heute auf ihrer Facebookseite, daß sie ihren Kunden wenigstens einen Osterspaziergang wünscht, dazu wird das berühmte Gedicht „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche zitiert“ und richtig, ich bin zwar keine Anna Jeller Kundin, obwohl ich oft an ihrem Geschäft vorbeigehe, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ komme, Osterspaziergänge mache ich schon lang.

Hat doch die LitGEs die Literarische Gesellschaft von St. Pölten einen solchen und den habe ich, glaube ich, 2001 oder so das erste Mal noch unter der Leitung von Alois Eder  besucht und habe dabei eine Ostereierszene aus der „Viertagebuchfrau“ vorgelesen. Da ging es an der Traisen bis zum Bootshaus. Dann waren wir einmal mit Robert Englhofer im Stadtwald und dann immer am Viehofnersee.

Seit dem ich blogge kann man meine Berichte darüber nachlesen, ich lese immer und suche mir diesbezüglich immer etwas mit St. Pölten Bezug, soweit vorhanden heraus.

So habe habe ich damals im Stadtwald, meinen „Harland Stadt-Text“ gelesen, der über eine Stadt  namens Harland geht, weil ja Manfred Wieninger in seinen Krimis über ein Harland schreibt, in dem es ein Leichenschauhaus gibt.

Das ist gar nicht so einfach, denn ich schreibe ja in, aber eigentlich nicht so viel über St. Pölten. Die Sommergeschichte, aus der ich,  das letzte Jahr gelesen habe, spielt aber in Harland und heuer habe ich meinen „Köpfe-Text“ vorgelesen.

Eva Jancak

Eva Jancak

Ingrid Messing

Ingrid Messing

Denn da hat ja der Alfred einmal die Eva Riebler in St. Pölten getroffen und die hat ihm ein „Etcetera“ gegeben, wo sie ja die Obfrau ist.

Da stand, daß man für das nächste Heft, das  Doris Kloimstein regidieren soll, Texte zu diesem Thema hinsenden soll und da Doris Kloimstein ja in unserer Schreibgruppe ist, habe ich im Februar das Thema vorgeschlagen.- Da hat sie zwar gesagt, sie redigiert nicht mehr, wir haben aber darüber geschrieben und ich habe den Text hingeschickt. Er ist natürlich nicht genommen worden, aber ich habe ihn gelesen und am Morgen als ich gerade bei meinem Rad, das schon ziemlich verdreckt war, einen Osterputz veranstaltete, hat der Alfred ein Telefonat bekommen und dabei immer „Uje, uje!“ gesagt und es hat sich herausgestellt, es geht um einen Achillessehnenriß und vier Wochen liegen müssen.

Ich habe gedacht, es ist die Ruth und mit der wollen wir ja im Mai um den Bodensee radeln und dachte „Scheiße!“.

Es war aber der Robert und die Ruth hat sich dann am Markt gemeldet und mir vorgeschlagen, daß wir, wenn ich nach unserer Radfahrt im Mai Strohwitwe bin und Recherchestuden machen will, das gemeinsam tun können. Denn die Stadt Wien hat ja eine Reihe öffentliche Kunstwerke und über die können wir schreiben.

So weit und gut und eine feine Idee, daß ich über meine Romanfiguren Texte schreiben könnte oder Minuten Texte über das, was ich erlebe, wenn ich beispielsweise an einer Kreuzug stehe und auf das „Grün-Werden“ warte, habe ich auch schon gedacht.

Aber jetzt ist erst Ostersamstag, ich habe am Markt einen Burger gegessen, einen Birnencidre getrunken und das österliche Einkaufstreiben beobachtet.

Susanne Huslisti

Susanne Huslisti

Eva Riebler

Eva Riebler

Dann haben wir noch beim „Tschibo“ einen Caffe Latte mit einem Osterbriochehäschen vom „Hager gegessen. Der Alfred ist mit den Einkäufen nach Harland zurückgefahren und ich bin  in der Stadt geblieben, war kurz beim „Thalia“ und dann gleich zum Viehofnersee.

Eine halbe Stunde vor drei war ich schon dort, habe mich bei der offenen Bücherzelle umgesehen. Sehr passend zwei Weihnachtsbüchlein dort gefunden. Aber das kommt ja bestimmt bald wieder und fast hätte ich es übersehen von T. C. Boyle „Das große Schlachten“.

Damit habe ich mich auf eines der orangen Sitzmöbel gesetzt, die es auch im Museumsquartier gibt und habe in den Büchern geblättert, bis mich Manfred Lager-Regall, ein eifriger Osterspaziergangteilnehmer angesprochen hat und nach und nach die Leute eingetroffen sind, die noch teilnehmen wollten.

Außer Mafred Lagler und Eva Riebler habe ich niemanden davon gekannt. Aber Manfred Lagler hat mir ein altes „Etcetera“ gezeigt, wo Bilder vom Osterspaziergang 2000  abgefildet waren, wo er schon mitgegangen ist.

Er hat dann auch als erster auf der ersten Station gelesen. Einen Text, der mit jean Paul Satre beginnt und, glaube ich, zu der Wichtigkeit des Lesens hinüberführte.

Dann kam eine junge Frau mit einem ganz anderen Text. Einem Gdicht von einem Stinktier, das nicht stinkt und das daher die größten Probleme mit den anderen Stinktieren hat.

Sie hatte auch ein Maskottchen, das sie Eva Riebler in die Hand gab, ein Opossom, über das sie auch einen Blog führt und dann habe schon ich meinen „Köpfe-Text gelesen und es ist weitergegangen.

Diesmal sind wir über die Brücke und zum Ratzersdorfersee, den es auf der anderen Seite gibt, gegangen. Ich bin mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die vorige Woche auch in Krems und Göttweig war und derzeit auf Verlagssuche ist. Sie hat bei der nächsten Station gelesen. Da gab es dann auch noch ein Gedicht, noch einen Text von Manfred Lagler und dann hat Eva Riebler einen Text von Andre Heller gelesen, in dem er seine über hundertjährige Mutter interviewt.

Dann ist es noch ein Stück weiter, zum nächsten Tisch und den nächsten Bänken gegangen, wo es wieder das berühmte Picknick und die Ostereier gab.

Nachher gabs noch eine Runde in der Seedose mit weiteren Gesprächen und Morgen am Ostersonntag werden wir mit den Klapprädern nach Traismauer zum Donaugasthaus fahren.

Den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gibt es übrigens, glaube ich, nicht mehr.

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