Literaturgefluester

2017-06-16

Schundheftparty

Margit Heumann, die ich regelmäßig in der „Alten Schmiede“ treffe, hat mir da ja ihren Kurzkrimi „Wo er recht hat, hat er recht“, zugeschickt und dazu eine Einladung zu der sogenannten „Schundheftparty“ beigelegt, ist ihr Hefterl ja in der „Schundheftreihe“ der“Unartproduktion““ erschienen und da wurden heute drei Hefte vorgestellt.

Nun gehe ich ja nicht so gern zu Veranstaltungen, wo ich schon das Buch gelesen habe, aber außer Margit Heumann traten da ja noch Joe Gmeiner und Ralph Saml auf und die waren wir völlig unbekannt.

Außerdem gab es auch kein Alternativprogramm, also nichts wie hin in das Gasthaus Lechner in die Wilhelm Exner Gasse und die war mir nicht unbekannt, erstens gibt es dort das WUK und zweitens ist das die Galerie Nuu, wo die Ruth manchmal ihre Veranstaltungen macht und eineÜberraschung erlebte ich auch gleich, dachte ich doch die „Schundheftreihe“ heißt so, weil dort im kleinen Format auf circa sechzig Seiten Krimis vorgestellt werden.

Margit Heumanns Hefterl ist jedenfalls ein solcher, ich habe mich allerdings gewundert, daß Christian Futscher Krimis schreibt, denn als ich nach unserer Bodenseereise wieder in die „Alte Schmiede“ kam, lag dort ein kleiner Stoß von Margit Heumanns Hefterl auf und liegt, glaube ich noch immer, wer also daran interessiert ist, den Text zum Nulltarif zu bekommen und dabeben gab es das von Christian Futscher.

Ich habe aber inzwischen herausgekommen, daß Joe Gmeiners Hefterl ein Reisebericht ist und Ralph Samls Heftl Dialektgediche, was noch einmal interessant ist, handelt es sich doch sowohl bei dem Herausgeber Ulrich Gabriel, um einen Vorarlberger, Margit Heumann kommt von da,Christian Futscher und Joe Gmeiner auch, wie er mir erzählte, ebenso Kurt Bracharz, cder schon ein Heftl in der Reihe hat, Ralph Saml aber offenbar nicht.

Es gab beim Eingang des urigen Gasthauses einen Büchertisch und als ich nach dem einzigen Buch das darauf lag, greifen wollte, erklärte mir die freundliche Dame dort, daß ich es geschenkt bekäme, wenn ich die Reihe abonniere und ich dann für fünfzehn Euro die nächsten fünf Ausgaben ins Haus gelieftert bekomme.

Ich muß aber erst Christian Futschers „Suppen“ lesen und der Verleger erklärte auch gleich den Sinn der Aktion und warum er sich für die Präsentation das urige Gasthaus, in dem auch Nestroys „Lumpazivagabundus“ und Jandls „Humanisten“ aufgeführt würden, entschieden habe? Weil er damit einen Gegensatz zur Hochkultur bieten  und auf das Kleine Handliche hinweisen will.

Der Verleger spielte dann in diesem Sinne auf dem verstimmten Piano, wie er betonte, ein paar Stücke, dann setzte sich Joe Gmeiner an den Lesetisch, der einen Strohhut aufhatte und ein „Hofer-Leiberl“ trug, denn sein Text heißt „Reisen mit den Zeugen Hofers“ und das kann man leicht mißvertehen und an den gerade nicht Bundespräsidenten dieses Namens denken, es gibt aber auch den gleichnamigen Supermarkt und Joe Gmeiner bekannte sich, als dessen Fan. Mit dem kann man, glaube ich, auch reisen und der Autor tat das durch China bis nach Tibet bis zum Himalaya mit einer gemischten Österreicher Schweizerischen Gruppe und las daraus ein paar Schmankerln vor.

Dann kam Margit Heumann mit ihrem Kurzkrimi und hörte genau an der Stelle auf, wo es spannend wurde, verriet aber, daß es im Herbst in einem anderen Vorarlberger Verlag mehr von Paul und Emma geben würde.

Dann erklärte Ulrich Gabriel  den Unterschied ziwschen dem Vorarlberger und dem Wiener Dialekt, bevor Ralph Saml mit dem „Dialektmesser“ seine diesbezügliche Kostproben gab.

Eines der nächsten Hefte wird von Gerhard Ruiss sein, erklärte Ulrich Gabriel noch und wies auf den Schnaps hin, den Joe Gmeiner mitgebracht hat und der natürlich auch zu einer Schundheftparty gehört und im Herbst wird es wieder eine Veranstaltung im Gasthaus Lechner mit den weiteren Schundhefterl geben, seien wir also gespannt….

Bloggen auf WordPress.com.