Literaturgefluester

2019-04-30

U-Bahnkunst

Im April waren ja zwei Spziergänge zur „Kunst im öffentlichen Raum“ geplant, dem Projekt, das ich mit der Ruth vor zwei Jahren als der Alfred in Amerika war, an fünf Nachoder auch Vormittagen abgegangen bin und mit ihr jweils einen kurzen Spontantext zu je drei Kunstprojekten, die im KÖR-Folder zur „Kunst im öffentlichen Raum“ abgebildet waren.

Die Ruth hat die Ergebnisse dann bei der GAV eingereicheicht und  je drei Spaziergänge mit je drei Kunstwerken geplant, die wir an einem Nachmittag besuchen, Robert Eglhofer die kunsthistorische Einführung zu dem Kunstwerk halten und wir unsere Texte lesen wollten.

Der erste diesbezügliche Spaziergang war am 18. April 2018, da waren die Texte dann schon in einer „Hammer-Ausgabe“, der Zeitschrift der „Alten Schmiede“, abgedruckt und wir haben beim Ballhausplatz beim Deserteurdenkmal begonnen, sind dann zu den „Schlüßeln des Vergessens“ bei der Serviettenkirche und  zum „Thuryhof“, gegangen.

Dort wohnt, glaube ich, eine Freundin der Ruth, die Leiterin der VHS des neunten Bezirks war, die hat uns einen solchen Spaziergang durch den neunten, im Rahmen der VHS angeboten, so daß ich mit der Ruth im vorigen Juni, als der Alfred wieder auf Urlaub war, noch das dritte Kunstwerk, das es im neunten Beirk gibt, einen idyllischen Brunnen am Zimmermannplatz beschrieben waren und ausgerechnet am neuten November, der Reichsprogromnacht, von der Idylle zu den Schlüssel und zum Thuryhof gegangen sind.

Da waren knapp zehn Teilnehmer, wie die VHS wollte, anwesend und die Ruth hat für den 26. April eine Wiederholung ausgemacht. Es wurden auch Teilnehmer angekündigt, die dann aber doch nicht gekommen sind, so daß der Spaziergang, der am vorigen Freitag stattfinden sollte, abgesagt wurde und ich stattdessen zuerst zum Bloggertag von „Books4life“ und dann zu „Rund um die Burg“ gegangen bin und heute fand  der zweite Spaziergang mit drei anderen Kunstwerken, nämlich zu denen, die sich entlang der U2 befinden.

Da bin ich im Februar mit der Ruth und der Robert die Strecke schon abgegangen und wir haben uns wieder um drei vor dem Cafe Museum getroffen und  diesmal waren nur drei Teilnehmer, nämlich Peter Czak, der ja in unserer Schreibgruppe war,  Werner Grüner vom Lesetheater und eine mit der Ruth befreundenten Dame gekommen, soviele, wie sich auch bei der Volkshochschule angemeldet haben.

Da es aber eine GAV Veranstaltung war, fand der Spaziergang statt und der Regen war auch kein Problem, weil sich das ganze ja entlang der U- Bahn ereignete und Peter Koglers „Röhren“ ja innerhalb der U-Bahnstation zu sehen sind.

Dann haben wir die Ur 2 bestiegen, die sehr voll war und sind bis zu Kriau hinausgefahren, das ist dort, wo sowohl die „Buch-Wien“ stattfindet, als sich auch die WU  befindet und es bei den U-Bahn Terrassen gleich zwei Kunstwerke des öffentlichen Raumes, nämlich die „3 brothers“ und „Totem modern“, das sind die bemalten U-Bahnsäulen zu sehen und unsere Texte zu hören gab.

Dann sind wir noch ein Stückchen weiter mit der U- Bahn nämlich bis Aspern Nord gefahren und haben die „Aspair Affairs“ von Stephan Huber belesen und besichtigt. Das sind zwei überdimensionale Wienkarten jeweils an den Enden der Station, wo auf der einen das neunzehnte Jahrhundert und auf der anderen, die Ereignisse des zwanzigsten abebildet sind.

Danach sind wir mit der U-Bahn bis zur Station Volksstheater zurückgefahren und dort auf einen Kaiserspritzer, einen Tee oder einen Kaffee ins Cafe Raimund gegangen, wo sich ja einmal der Hans Weigel mit den jungen Literaten der fünfziger und sechziger Jahren, der Ingeborg Bachmann, der Ilse Aichinger, der Herta Kräftner ecetera traf und sie mehr oder weniger förderte und das war, wie es die Ruth poetisch auszudrücken wußte, der Höhepunkt und auch der Abschluß unserer literarischen öffentlichen Kunstspaziergänge, da sie keinen dritten mehr bei der nöchsten GAV-GV einreichen will, obwohl wir ja noch einige weitere Texte haben, die auch in der „Hammernummer“ abgebildet sind.

Wer jetzt traurig ist, daß es keine weitere Spaziergänge gibt, kann sich bei mir melden, denn ich habe noch ein paar der Hammernummern“, die ich auch heute, an die Teilnehmer verteilt habe und schicke sie den Interessierten gerne zu, die Wiener können sie sich auch gerne bei meiner Lesung am 14. Mai um neunzehn Uhr im Republikanischen Club abholen, zu der heute schon die Einladung gekommen ist.

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2018-11-09

Von der Idylle zum Novemberpogrom

©Margot Koller

©Margot Koller

Von der „Buch-Wien“ bin ich am Freitag schon um zwei Uhr weggegangen, um selbst wieder literarisch zu werden und einen meiner Texte zu lesen, denn die Ruth hat ja nachdem wir im April unseren ersten Spaziergang zu den Kunstwerken des öffentlichen Raumes gemacht haben, die ich im Mai und Juni 2017 mit ihr beschrieben habe, mit der Leiterin der VHS Alsergrund ausgemacht, einen solchen bei ihr zu wiederholen.

Dafür haben wir im Juni noch den Brunnen am Zimmermannplatz, dieses idyllische Gartenstück mit Rabe und Rosenhecke beschrieben, denn wir hatten ja nur zwei Texte über Objekte im neunten Bezirk nämlich den „Thuryhof“ und das „Mahnmal mit den Schlüßeln“ beschrieben.

So haben wir am neunten November, dem Tag, wo vor achtzig Jahren die Reichskristallnacht stattfand unserern Spaziergang zu wiederholen, was zwar nicht besonders zu dem idyllischen Brunnen von Ines Lombardi, aber zu den zwei anderen Texten passt.

Mit einem roten Schirm hat sich die Ruth am Zimmermannplatz aufgestellt, so daß sie die Angemeldeten, gleich erkennen konnten. Es sind aber ohnehin hauptsächlich Bekannte, bespielsweise Margit Koller, die direkt aus Salzburg gekommen ist, um auch noch zu meinem Geburtstagsfest und mit auf die „Buch-Wien“ zu gehen, Erika Brunngraber mit ihren Hund, Brigitte S. und daß der Spaziergang sehr gut zum heutigen Tag passte, habe ich mir schon gedacht, als ich mich darauf vorbereitet habe und auf der „Buch-Wien“, die Präsentation von  Lilly Maiers „Arthur und Lilly“, hörte.

Ob Arthur als Kind auch im neunten Bezirk wohnte, weiß ich jetzt gar nicht, habe aber bei unserem ersten Treff, wo ich meinen Text von dem idyllischen Märchenbrunnen vorgelesen habe, darauf hingewiesen, daß es nachher weniger idyllisch wird, wenn wir zu dem Gemeindebau des roten Wiens, diese Trutzburg des sozialistischen Wohnungsbaus, kämen, wo die Nazi einen ideologischen Recken mit einem Kampfspruch Adolf Hitlers anbringen ließen, den jüdischen Bewohnern aber die Wohnung kündigte und mein „Schlüßel gegen das Vergessen-Text“ zum Mahnmal vor der Kirche in der Servitengasse beginnt ja auch mit den Worten „Der 9. 11. 1938 war sicher eine grauslische Nacht in Wien, Berlin oder anderswo im deutschen Reich, zu dem Wien als Teil der sogenannten Ostmark damals gehörte.“

©Margot Koller

©Margot Koller

Es hatten wahrscheinlich schon andere Leute an die Reichskristallnacht und an die Juden, die damals aus der Servitengasse vertrieben wurden, gedacht, denn am Rande des Denkmal brannte eine Kerze und es gesellten sich auch einige Passanten zu uns, um der Lesung zuzuhören.

Sehr passend, mit unseren Texten an die Reichskristallnacht und an das, was damals in Wien geschehen ist, zu gedenken und weil wir ja eher idyllisch begonnen haben, haben wir uns auch noch in ein Gasthaus gesetzt, gegessen und getrunken und ein wenig geplaudert.

Der Spaziergang werden wir im Frühjahr 2019, wenn wir genügend Teilnehmer, zehn müssen es sein, haben, wiederholt und im Rahmen der GAV werden wir dann auch mit der U-Bahn fahren und die vier U-Bahntexte vorstellen, die wir geschrieben haben.

Ich habe im Servitenhof nichts gegessen, sondern nur einen Spritzer getrunken, war ich ja mit dem Alfred, der Anna und dem Andreas bei den „Drei Buchteln“ zum Geburtstagsessen verabredet, dem tschechischen Gasthaus in der Wehrgasse, in dem wir mit der Anna früher öfter,  jetzt aber schon lange nicht mehr waren. Margot Koller ist mitgekommen, schläft sie ja die nächsten zwei Nächste bei uns und da wird es noch zwei weitere Lesungen geben, nämlich, die aus der „Unsichtbaren Frau“ morgen bei meinem literarischen Geburtstagsfest und dann am Sonntag auf der „Mastercard Bühne“ der „Buch-Wien“ im Rahmen des „Ohrenschmauses“ aus der „Mimi“.

Man sieht, bei mir ist auf einmal literarisch sehr viel los und wenn man es so will, hat es im Jahr 2018 auch zwei literarische Spitzen bei mir gegeben, die ich am ersten April zwar ein wenig satirisch beleuchtet habe, beziehungsweise mich selber dorthin schickte.

Aber da hat es nach Leipzig, wo ich nicht gelesen habe, gleich mit der Vorstellung meines „Literaturgeflüsterbuchs“ in der „Alten Schmiede“  angefangen.

Der „Hammer“, die Zeitschrift der „Alten Schmiede“, die auch der Straßenzeitung „Augustin“ beiliegt, hat  unseren Texten eine Nummer gewidmet und am achtzehnten April war der Spziergang vom Mahnmal der Deserteure am Ballhausplatz zum „Thuryhof“ und zu den „Schlüßeln“.

Und jetzt gibt es ein „literarische Novemberhighlight“ bei mir. Ein kleines zwar nur, das weiß ich schon, da ja auch bei dem Spaziergang eigentlich nur sieben Leute mitgegangen sind und sehr viele werden vielleicht auch nicht am Sonntag zuhören, aber etwas was mich freut und wenn einer meiner Leser Lust hat, am Sonntag um drei auf die „Buch Wien“ zu kommen, um mir zuzuhören oder mich kennenzulernen.

Vielleicht die Kritiker, denen meine verkürzte Wiedergabe der Daniel Kehlmann Festrede bei der Velrleihung der euopäischen Literaturpreise nicht gefallen hat, würde mich das freuen und morgen beim Geburtstagsfest gibt es mit dem Querschnitt durch die unsichtbare Frau auch Higlight, denn daraus habe ich zwar schon beim letzten Volksstimmefest  und bei der Lesung im „Bebop“ mit dem Rudi gelesen, aber noch nie soviel  und ein besonderes Schmankerl wird es  auch noch geben, denn ich werde als Zugabe auch noch meinen Text über die „Schlüßel gegen das Vergessen“ aus dem „Hammer“ lesen, so daß ich mich auf und während der „Buch-Wien“ diesmal auch ein bißchen literarisch einbringen werde.

2018-04-21

Literatur im Augarten

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:17
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Die Lesenden (Waltraud Zechmeister fotografiert grade)

Die Lesenden (Waltraud Zechmeister fotografiert grade)

Manfred Loydolt

Manfred Loydolt

Literarische Spaziergänge scheinen jetzt sehr modern zu sein, habe ich doch vor kurzem mit der Ruth einen gemacht und da drei Kunstwerke im öffentlichen Raum aufgesucht, die wir im Vorjahr beschrieben haben.

Es gibt den Osterspaziergang der LitGEs in St. Pölten an dem ich mich regelmäßig beteilige und früher hat es auch den des ersten Wiener Lesetheaters gegeben, wo man immer durch einen Bezirk gegangen ist und an den literarischen Orten Lesungen abgehalten ist. Seit Rolf Schwendter gestorben ist, gibt es den, glaube ich, nicht mehr, obwohl ich heute mit Manfred Loydolt, einem Urgestein des ersten Wiener Lesetheaters durch den Augarten gegangen ist und der ist für Nichtwiener, ein großer Park zwischen dem zweiten und zwanzigsten Bezirk, der, glaube ich, einmal von Josef II gegründet oder dem Volk übergeben wurde.

Erika P. Dellert-Vambe

Erika P. Dellert-Vambe

Es gab da einen Streit, weil die Wiener Sängerknaben  einen Konzertsaal errichtet haben. Es gibt, glaube ich, ein Museum darin und viele schöne Alleen und er ist ein Park zu dem ich eigentlich recht wenig Bezug habe, weil er eigentlich sehr wenig meine Wege kreuzt, weil ich ja jetzt im Smmer eher in Harland bin, statt in Wien eine Parkanlage aufzusuchen.

Sascha Wittmann

Sascha Wittmann

Bei der Vollversammlung der GAV habe ich aber die Karten und den „Hammer 95“ eifrig verteilt. Das hat zwar wenig geholfen, weil ich glaube, dadurch niemand zu dem Spaziergang gekommen ist. Ich bin aber mit Waltraud Zechmeister in Kontakt gekommen und die hat mir auch eine Karte für einen literarischen Spaziergang durch den Augarten in die Hand gedrückt und weil ich einige der Lesenden gekannt bin und sehr an literarischen Aktionen interessiert bin und außerdem dieses Wochenende in Wien, bin ich mit dem Alfred hingegangen.

Das Wetter war außerdem noch traumhaft schön. Nach dem eher langen Winter ist der Sommer sehr rasch gekommen und begonnen hat der Spaziergang am Wallensteinplatz. Da begrüßte Waltraud Zechmeister, die Teilnehmer und sagte etwas über den Augarten.

Cornelia Schäfer

Cornelia Schäfer

Es gab ein Foto und dann sind wir losmarschiert.  Sieben Stationen und eine Schlußveranstaltung in einem Lokal in dem Waltraud Zechmeister auf dem Tag genau, wie sie sagte, vor drei Jahren ihre Hochzeit feierte und begonnen hat Manfred Loydolt mit einem Text, den ich schon kannte, weil er ihn einmal bei der „Poet Night“ gelesen hat, nämlich eine Hommage auf Rolf Schwendter oder ein heiterer Text über die erste Begegnung und das Erstaunen darüber, daß jemand, der, wie ein Sandler aussieht, ein dreifacher Doktor, GAV-Präsident und Universitätsprofessor ist.

Luis Stabauer

Luis Stabauer

Dann gings  ins erotische Fach, da hat nämlich Erika Dellert-Vambe etwas über Sado Maso gelesen und die dritte Leserin war, glaube ich, Sascha Wittmann, die mit Luis Stabauer in einer literarischen Gruppe namens „Textmotor“ ist und auf die ich schon im Internet gestoßen bin, beziehungsweise ihn einmal bei dieser Kleinverlagsmesse Hietzing kennenlernte, wo, glaube ich, auch einige der anderen Autoren waren.

Cornelia Schäfer hatte, glaube ich, eher esoterische Texte, während Sascha Wittmann eine Geschichte aus einer Anthologie verlas, die den Besuch einer Frau, die ihre Freundin, die aufs Land gezogen ist, etwas boshaft schilderte.

Ingrid J. Poljak

Ingrid J. Poljak

Luis Stabauer hat einen Ausschnitt aus seinen „Weissen“, ein sehr politischer Roman, den ich schon gelesen habe, vorgetragen  und Ingrid j. Poljak, die Krimiautorin ist mir auch aus dem Netz bekannt und ich habe sogar eines ihrer Bücher einmal in der Telefonzelle bei der „Seedose“ gefunden.

So ging es durch den  schönen Park, immer ein Stückchen zu Fuß und dann eine Lesestation, wobei man die anderen Besucher beim  Turnen oder beim Lagern auf der Wiese beobachten konnte.

Waltraud Zechmeister

Waltraud Zechmeister

Waltraud Zechmeister bildete mit ihren Gedichten den Schlußpunkt und dann ging,s wie schon beschrieben zur „Reblaus“.

Dort gab es einen Büchertisch und weil am Montag „Tag des Buches“ ist, gab es auch eine Verlosung, die Ingrid J.Poljak veranstalte. Jeder bekam eine Nummer, drei Lose wurden gezogen. Ich war natürlich nicht dabei, habe aber, wie schon erwähnte, eines der Pollak Bücher auf meinem Harlander Bücherstapel und jeder hat dann noch, während man seinen Sommerspitzer trank und seine Apfelspalten aß, ein weiteres Stück aus seiner Textwerkstatt gelesen und ich habe wieder einige neuen Autoren kennengelernt, denn der Literaturbetrieb spielt sich ja nicht nur bei den Festivals oder in der „Alten Schmiede“ ab und durch den Augarten bin ich auch gewandert, was ebenfalls sehr interessant war.

2018-04-18

Vom ersten Spaziergang zum dritten Poliversale-Abend

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Heute war also unser erster literarischer Spaziergang bezüglich der Kunst des öffentlichen Raums. Da bin ich ja mit der Ruth im vorigen Jahr an fünf Nach- beziehungsweise Vormittagen jeweils zu drei  Kunstwerken gegangen und wir habe je zwanzig Minuten lang Spontantexte dazu geschrieben, die wir einander vorgelesen habe.

Damit wars für mich eigentlich erledigt, für die Ruth aber nicht, hat sie doch die Veranstaltung bei der GAV eingereicht, drei Spaziergänge wollte sie machen. Der Erste fand bei Denkmälern, die all mit der faschistischen Vergangenheit zu tun haben, heute statt und den „Hammer 95“ in dem einige der Texte abgedruckt sind, gibt es als Begleitung auch, denn da sind wir mit dem Alfred an einem Wochenende im Februar die Orte nochmals abgegangen, um die entsprechenden Fotos zu machen.

Diesmal gibt es keine Alfred Fotos, weil ja Nachmittag und er auf der WU beziehungsweise auf einem Betriebsratsseminar, das heißt ein paar hat mir Gelinde Hofer, die neue „Ohrenschmaus – Organisatorin“, die gekommen war, freundlicherweise zur Verfügung gestellt und außer ihr waren noch Ingrid Messing da, die ich beim letzten Osterspaziergang getroffen habe, wo ich schon ein bißchen Probe gelesen habe, Erika Pavlovsky, Erika Brunngraber, der Chemiker Manfred und noch ein paar bekannte und auch mir unbekannte Leute da.

Am Ballhausplatz beim Denkmal für die „Verfolgten der NS- Militärjustiz“, der zweiten Station, die wir vor einem Jahr abgegangen sind, ist es losgegangen.

Robert Eglhofer, der  inzwischen Kunstgeschichte studiert, hat ein paar einführende Worte zum Denkmal und den jeweiligen Künstlern gesagt. Dann haben wir unsere Texte gelesen, noch einen Rosenstrauch bewundert, das Wetter war ja sehr schön und dann ging es weiter zum Servitenplatz und zu den „Schlüsseln  gegen das Vergessen“.

Da war vielleicht besonders interessant, daß sich ein kleiner Hund auf das Denkmmal und die Schlüssel gelegt hat, der sich vielleicht sonnen wollte und so ungewollt im Mittelpunkt der Veranstaltung stand.

Dann gings gleich weiter zum „Thuryhof“, dem ehemaligen sozialistischen Gemeindebau, wo noch immer das völkische Skulptur des katholischen Bildhauers Alfred Crepaz mit einem Hitlergedicht zu sehen ist.

Robert Eglhofer erwähnte in seiner Einleitung, daß es in dem Gemeindebau nach der Übernahme ein NSDAP-Parteilokal gegeben hat, in dem wohl vorher die Sozialisten ihr Büro hatte und hinter der Skulptur gibt es auch ein Lokal, in dem sich jetzt allerdings ein Architekturbüro befindet.

Wir haben uns ein bißchen mit der Architektin unterhalten, bevor wir in das Pub in der Liechtensteinstraße aufgebrochen sind, das einmal „Zur Flucht nach Ägypten“ hieß und in dem Heimito von Doderer angeblich öfter verkehrte.

Danach war ich unschlüßig, ob ich in die „Gesellschaft für Literatur“ zum dritten Abend der heurigen Poliversale, die heute dort stattfand gehen sollte, den ersten Abend am Montag habe ich versäumte, weil der Alfred lieber mit mir ins Kino gehen wollte, aber diesmal stellte Michael Haammerschmid, der „Poliversale-Moderator“ seinen neuen Kindergedichtband vor und zeitlich ist es sich auch gut ausgegangen.

Sehr gut sogar, denn Erstens konnte ich zu Fuß hingehen, zweitens noch kurz in die Buchhandlung „Kuppitsch“ schauen, um mir jetzt doch das TB von Klaus Modick „Konzert ohne Dichter“ zu kaufen und als ich dann in der Herrengasse, am tschechischen Zentrum vorbeiging, sah ich einen Catering-Bus davor stehen.

„Aha, da gibts eine Veranstaltung!“, habe ich gedacht, bin aber weitergegangen. Es kam aber der Josef, den ich öfter bei Veranstaltungen sehe heraus und fragte mich „Hast du fünf Minuten Zeit, dann gehe hinein, denn da gibts das Feinste vom Feinen!“

Und das war eine Fotoausstellung von Robert Vano, der seinen Zyklus  „Memories“ vorstellte und dazu gab es Grammeln, Schinken, Presskopf und andere Wurst und auch ein Gläschen Wein, so daß ich ziemlich gestärkt und dennoch pünktlich in die „Gesellschaft für Lliteratur“ kam, die diesmal viel leerer als gestern war, obwohl es schon sieben vorbei war.

Kurt Neumann und einer der „Alten Schmiede- Assistenten“ waren  aber da, denn es ist ja eine „Alte Schmiede-Veranstaltung“, Karin Peschka, Ljuba Anautovic, Susanne Ayoub, Christl Greller und noch einige andere und außer Michael Hammerschmid trat auch noch der 1952 in Salfelden geborene Ludwig Hartinger auf, der Lektor bei „Wieser“ war, auch auf Slowenisch schreibt und sehr feine eher kurze tagebuchartige Gedichte hatte, die wie Manfred Müller in seiner Einleitung betonte, ganz erstaunlich zuMichael Hammerschmids „Schlaraffenbauch“ passten.

Den „Hammer 96“, der der „Poliversale“ gewidmet ist, gibt es übrigens auch.

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