Literaturgefluester

2016-11-11

Mein literarischer Geburtstagssalon

Lidio Mosca Bustamante

Lidio Mosca Bustamante

Eva Jancak

Eva Jancak

Die Idee zu meinem Geburtstag ein Fest mit einer Lesung zu machen, wozu ich immer ein paar Autoren einlade, gibt es, glaube ich, schon seit 1987.

Vorher wollte ich eigentlich einen literarischen Salon mit einer monatlichen Veranstaltung machen, habe beim zweiten Versuch aber  gesehen, daß mir dazu der Bekanntenkreis fehlt. so wurde einmal im Jahr das Geburtstagsfest daraus. Ich lade drei oder vier Leute zum Lesen ein und alle meine Bekannten, es gibt ein Buffet.

Ein paar Mal habe ich es ausgelassen, beziehungsweise stattdessen ein Praxiseröffnungsfest gemacht und zum fünfzigsten und zum sechzigsten Geburtstag habe ich allein gelesen. Ein paar Mal dachte ich auch daran, damit aufzuhören oder hatte Angst, daß vielleicht zu wenig Leute kommen könnten.

Das ist jetzt vorbei, denn es kommen eigentlich immer genug. Ich lade alle ein, die ich kenne, das sind so fünfzig Personen ein, so fünfzehn bis zwanzig kommen dann auch, für mehr hätte ich keinen Platz und es ist immer sehr schön, auch wenn es schon einige Leute eingebildet oder narzissistisch gefunden habe, daß ich um meinen Geburtstag ein so großes Tamtam mache.

Ich lese  aber gerne und gehe auch gerne zu Lesungen, so ist es meistens eine interessante Abwechslung in meinem literarischen Alltag, aber diesmal ist  mein Geburtstag mitten in die „Buch-Wien“ gefallen und den „Ohrenschmaus“, der diesmal auch besonders aufwendig war, hat es auch gegeben.

So daß der Alfred mit der Hilfe von der Iris, den ganzen Tag alleine das Buffet gemacht hat, während ich auf die Messe gegangen bin, wo es ja am Nachmittag ab zwei „Ohrenschmausveranstaltungen“ zum zehnjährigen Jubiläum  gegeben hat.

Die Letzte, die Diskussion auf der „ORF-Bühne“ war um fünf, danach gab es noch eine intensive Fotosession und dann bin ich zurückgefahren, wo schon außer der Iris, der Rudi anwesend war und nach und nach sind die Leute eingetroffen.

Auch das war diesmal sehr interessant, weil ich einige Überraschungen erlebte, ein paar der Angemeldeten sind nicht gekommen, während andere erschienen sind, von denen ich es nicht erwartet habe.

Und es gab  auch wieder einige schöne Bücher als Geburtstagsgeschenke, das „Kontinent Doderer“ von der Trude, Herr Blaha hat mir sein neues Buch gebracht,  Bob Dylans „Lyrics“ auf Englisch hats gegeben, so daß ich meine Bildungslücken nachholen kann, damit ich ihn erkenne, wenn ich wieder einmal auf einem Bücherquiz teilnehmen sollte.

Doris Kloimstein

Doris Kloimstein

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Ingeborg Reisner hat mir ebenfalls sehr überraschend ihre „Reisegeschichten“ geschickt, vom Wolfram habe ich ein schönes Buch gekommen und dann gab es natürlich wieder Wein, Süßigkeiten, etcetera und um acht begann die Lesung.

ich habe da ja auch meine Stammleser, Lidio Moca Bustamente und Hilde Schmölzer lesen oft und melden sich von selber an, Hilde Schmölzer hatte diesmal aber mit der Judith Gruber-Rizy eine Lesetheaterprobe und mußte sich entschuldigen und auch die Ruth, die ich meistens einlade, war diesmal in Linz bei ihrer Enkeltochter, dafür hat  Doris Kloimstein gelesen, die das nur einmal, als das Fest noch in der Reinsprechtsdorferstraße stattfand machte und dann natürlich Rudi Lasselsberger, der schon seit einigen Jahren regelmäßiger Stammgast ist und durch seine Schreigedichte und seinen Aktionismus großen Eindruck macht.

Gloria G. hat zum zweiten Mal bei mir gelesen und schon vor zwei Jahren ein Stück aus dem Roman gebracht, an dem gerade geschrieben wird.

Diesmal war es eine Collage, die aus sieben Teilen bestand, die mich ein wenig an Sybilles Berg „Vielen Dank für das Leben“ erinnerte und in dem es auch um ein Kind geht, das im falschen Geschlecht steckt und im Waisenhaus aufwächst, weil die Mutter bei der Geburt gestorben ist. Sehr beeindruckend und eigentlich sehr passend zu meiner „Paula-Geschichte“ aus der ich eine Szene gelesen habe, in der es auch um das Transgender Themas geht.

Doris Kloimstein brachte einige Kalendersprüche und zwei Kurzgeschichten, Rudi las aus einer Erzählung, die er seinem verstorbenen Verleger witmete, in der wieder ein Franz heim zu seiner Mutter fährt.  Lidio Moca Bustamante brachte wieder einige seiner „Tangogeschichten“.

Ein Teil derzeit genössischen Literatur den ich mir da Jahr für Jahr zu meinem Geburtstag ins Haus holte, nachher gabs das Buffet, den Lachs, den Lungenbraten im Blätterteig und den Apfelstrudel. Die von der Iris gestrichenenen und belegten Brötchen hat es schon vorher gegeben und der Rudi hat mir eine Einladung zu seinen nächsten zwei Lesungen, die im Dezember im „Glücksschweinmuseum“ beziehungsweise bei den „Wilden Worten“ sein werden, hinterlassen.

Und „Aufbau“ kann ich noch vermelden hat mir Karl Olsberg „Mirror“ geschickt und „Hool“ angekündigt.

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2015-10-05

Longlistentagebuch, Wochenbericht und weitere Planung

In der vorigen Woche habe ich, obwohl am Montag der Setz gekommen ist, mit dem Longlistenlesen vorübergehend aufgehört und die beiden Buchdebuts von „Kremayr und Scheriau“ gelesen, außerdem scheine ich in meiner Longlistenleseeuphorie, die ja immer noch habe, ein bißchen zu viel zu kommentieren oder zu verlinken, was zu nerven oder zu ermüden scheint und mit dem Lesen bin ich, seit ich mit dem Setz, meinem fünfnzehnten Longlistenbuch, auch ein bißchen im Rückstand, denn das hat ja über tausend Seiten und wenn ich da auch jeden Tag mindestens hundert Seiten lese, brauche ich wahrscheinlich bis am Freitag, bis ich fertig bin und dann warten zwar der Lappert und der Helle auf mich, aber möglicherweise habe ich dazwischen wieder ein bis zwei Rezensionsexemplare einzuschieben, das Nein sagen, fällt mir da ja bekanntlich eher schwer und nächsten Montag, am zwölften wird ja schon der dBp vergeben, so daß ich dann die beiden Long-bzw. Shortlist oder vielleicht das Siegerbuch, während meines Frankfurt-Surfings lesen werde, ich fahre ja nicht auf die Messe und dann kann ich mich auf die Jagd nach dem Witzel, dem Vertlib und den angeblich so unlesbaren Peltzer machen.

Da habe ich aber schon ein wenig vorgeplant, denn am neunten November habe ich ja Geburtstag und da gibt es am Freitag davor, das literarische Geburtstagsfest und da habe ich jetzt die Einladungen ausgeschickt, also dem Otto avisiert, was ich von ihm brauche und mir nächste oder übernächste Woche gerne holen will und die liebe Trude, meine Schulkollegin von der Straßergasse, die ganz in meiner Nähe wohnt, bringt mir immer Bücher mit und hat schon zweimal eines erwischt, das ich mir schon vom Alfred habe schenken lassen.

Jetzt hat sie vorher angefragt, was ich haben will und ich habe „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen mansich-depressiven Teenager im Sommer 1969“, geantwortet, weil ich „Lucia Binar und die russische Seele“ notfalls auch in einer Buchhandlung lesen kann, wenn es mit einem schnellen Treffen mit dem Otto vielleicht nichts wird, aber dann kann ich damit erst im November zu lesen anfangen und was lese ich dazwischen? Meine Leselistenbücher  selbstverständlich und  den Ulrich Peltzer, für den ich wahrscheinlich auch länger brauche.

Luxussorgen oder die Erkenntnis, daß sich die zwanzig Longlistbücher wahrscheinlich in einem oder zwei Monaten lesen lassen, lese ich ja etwa zwölf bis vierzehn Bücher im Monat, aber das muß man wahrscheinlich planen, daß man die Bücher rechtzeitig zur Verfügung hat und da gab es bei meinem Erstversuch einige Anlaufschwierigkeiten und es sind bei den zwanzig auch einige sehr dicke  dabei.

Nun gut bis zur Buchpreisverleihung, die ich mir, wenn man das wieder kann, heuer auch per Livestream ansehen und erst in die zwanzig Uhr Veranstaltung in die „Alte Schmiede“ gehen und die „Stunde der literarischen Erleuchtung“ auslassen werde, wird sich der Setz noch ausgehen und für das andere habe ich dann den Rest des Oktobers oder im November Zeit

So gesehen, war die vergangene Woche auch recht intensiv, neben meiner Praxis habe ich mein Geburtstagsfest organisiert, was auch nicht so einfach war, weil ich nicht alle Lesende erreichen konnte, es gab auch einige Veranstaltungen, eine Verlagsparty und am Donnerstag bin ich wieder zum Longlistenlesen zurückgegekommen, habe nicht nur die ersten hundert Seiten „Der Stunde zwischen Frau und Gitarre“, was ein wirklich „irres Buch“ zu sein scheint, das ich wahrscheinlich auf meine persönliche Shortliste, die inzwischen aus den Büchern der Monique Schwitters, dem Feridun Zaimoglu, der Jenny Erpenbeck,  dem Kay Weyand und der Alina Bronsky besteht, setzten werde, sondern bin auch zu der Lesung von Clemens J. Setz in die „Alte Schmiede“ gegangen.

Am Freitag war dann wieder Schreibgruppe und am Samstag gab es am Heldenplatz das Konzert „Voices for Refugees“ mit vielen Bands, wie die „Toten Hosen“, „Conchita Wurst“, etcetera,  einigen Darstellungen der praktischen Flüchtlingsarbeit und hundert- oder hundertzwanzigtausend Zuschauer, die gekommen sind und mich vom Setz-Lesen ein wenig abgtehalten haben, aber das Flüchtlingsthema ist eines das bewegt und uns derzeit wahrscheinlich ein wenig durcheinanderbringt und außerem gibt es in Wien ja nächste Woche eine Wahl, wo vielleicht auch einiges passiert.

Ansonsten ist der Oktober  ein intensives Monat, wo es außer der Buchpreisvergabe und der Frankfurter Buchmesse, am Donnerstag wahrscheinlich auch die Nobelpreisverkündung gibt und da gibt es im Cafe Industrie in Margareten auch eine Lesung aus Ernst Hinterbers „Kleine Leute“, wo ich auch ein Stück lesen werde und am 28. Oktober wird dann im 7* die neue „Volksstimme-Anthologie“ mit meinem Text „Die gesprengten Gräber kehren zurück“ zurück, wo ich auch lesen werde.

Es werden auch noch ein paar  andere Preise vergeben, der „Veza-Caneti Preis“ an Sabine Gruber, der „Priessnitz-Preis“ an Anna-Elisabeth Mayer beispielsweise und bezüglich des „Ohrensschmauses – dem Literaturpreis für Menschen für und mit Lernschwierigkeiten“ gibt es am 29. Oktober die Jurysitzung.

Da sind die Texte schon im September gekommen, über hundert Stück,  ich habe sie  auch schon durchgesehen und mir  meine Vorschläge überlegt.

Ansonsten korrigiere ich immer noch an den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“ und hoffe noch im Oktober damit fertig zu werden, denn im November will ich ja wieder beim „Nanowrimo“ mitmachen und die „Nika-Weihnachtsfrau“, beziehungsweise, eine Adventgeschichte schreiben und dafür wären ein paar Recheretage auf der Mariahilferstraße beispielsweise, wo die Nika ja ihre Zuckerln verteilen wird, ganz gut.

Dafür habe ich im auch schon für eine Lesung im „Read!!!ingroom“ für den 17. Dezember angemeldet und da wird es dann, wenn alles gut geht, schon mein letzten „Nanowrimo-Buch“ geben, wo wir schon das Dummie bestellt haben.

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