Literaturgefluester

2017-12-04

Ohrenschmaus-Preisverleihung

Urkundenverleihung Ehrenliste

Urkundenverleihung Ehrenliste

David Tritscher

David Tritscher

Den „Ohrenschmaus-Literaturpreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ gibt es seit 2007, das heißt er wurde heute das elften Mal im Museumsquartier verliehen.

Oder nein, im MQ war es erst das zehnte Mal, denn 2007 fand die Preisverleihung im Literaturhaus statt und ich bin von Anfang an dabei, während die Jury seither gewechselt hat.

Friedl Hofbauer war die ersten Male dabei, Kurt Palm, Niki Glattauer, Andrea Stift. Von den Anfangsjuroren gibt es noch Heinz Janisch, Barbara Rett und Felix Mitterer, der auch der Schirmherr ist. Jetzt sind außer den genannten noch Ludwig Laher und Franzobel dabei.

Franz Joseph Huainigg ist der Initiator, Eva Singer hat die ersten Preisverleihungen organisiert, ihr folgte Evelyn Prammer, die heute die Organisation an Gerlinde Hofer abgegeben hat und als ich nach halb fünf die Ovalhalle des MQ erreichte, begann es sich langsam zu füllen.

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer machen auch schon lang die Moderation im gekonnten Doppelduo.

Chris Pichler und Gregor Seberg

Chris Pichler und Gregor Seberg

Preisverleihung David Tritscher

Preisverleihung David Tritscher

Begrüßungsansprachen gab es heuer keine, so fing es gleich mit einer Lesung der Texte der sogenannten Ehrenliste an. Gelesen haben wieder Chris Pichler und Gregor Seberg und es gibt auch wieder eine Broschüre, wo die Siegertexte enthalten sind und die Autoren vorgestellt werden und richtig, die Texte wurden aus einer Rekordeinreichung von 186 Texten ausgewählt und es begann gleich provokant oder erfrischend, denn „Ich will den ganzen Tag saufen“, hat der 1986 in der Türkei geborene Muammer Yüce geschrieben.

Dann kam eine Gemeinschaftsarbeit der „Forum Logus Gruppe“ und die 1959 geborene Brigitte Koxeder hat einen Text namens „Erbsengroß“ geschrieben:

„Erbsengroß ist meine Geschichte. Ich Erbselein bin klein, rund und grün, befinde mich als kleine runde Kugel.“

Dann kam ein Text des 1965 geborenen Herbert Kastner, der sich um den Taxitransport in Gallneukirchen, wo der Autor auch lebt, dreht und als letzter, bevor es zu den Hauptpreisträgern geht, kam der Text des Vorjahrsgewinners Viktor Noworski „Göld is guad, awa ka Heiratsgrund“, der wieder auf eine unvergleichbarte Weise  witztig ist.

Franzobel hielt dann die Laudatio für den ersten ?reisträger, dem erst achtzehnjährigen David Tritscher „Gefangene Gedanken: Gefangene Gedanken sind in deinen Kopf, doch irgendwann werden sie ziehen“.

Preisverleihung Christoph Dietrich

Preisverleihung Christoph Dietrich

Preisverleihung Melanie Koller

Preisverleihung Melanie Koller

Danach kam ich mit meiner Laudatio für den sehr originellen  Text des 1983 in Graz geborenen  Christoph Dietrich „De guade  blaue Schmierfetten“

„Sehr lakonisch der Text und die Einführung in die Mechanik, die Hydraulik, in die Technik oder  was immer die Gebiete der Schmierfettkund sind“, habe ich geschrieben.

Dann kam Melanie Koller, die glaube ich, auch auf der „Buch-Wien“ gelesen und mit „Langsam werden“ gewonnen hat und das Gedicht der gute Zotterschokolade ist wieder von einem alten Bekannten.

Hat doch der 1962 in Waidhausen OÖ geborene Peter Gstöttmaier schon sechsmal am „Ohrenschmaus“ teilgenommen und  ihn 2011 gleich mit seinen „Söbständi“ und 2015 noch eimal mit dem Gedicht „dössöbi“ gewonnen.

Zweimal stand er auf der Ehrenliste. 2014 war einer seiner Texte auf der Schokolade und auch heuer gibt es  einen Gstöttmeier-Text, der inzwischen auch ein eigenes Buch herausgebracht hat, auf der Schokolade „Drüberschlofa Heli!“ heißt er, für den Ludwig Laher eine leidenschaftliche Laudatio hielt. Und Franz Joseph Huainigg hat, bevor das Buffet eröffnet wurde und es das großes Fotoschooting gab, auch gleich wieder hineingebissen.

Preisverleihung "Der besonders köstliche Preis" an Peter Gstöttmaier und Dankesworte von Franz-Josef Huainigg

Preisverleihung „Der besonders köstliche Preis“ an Peter Gstöttmaier und Dankesworte von Franz-Josef Huainigg

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2015-12-01

Der neunte Ohrenschmaus

Hans-Martin Hiltner, Beate Hennenberg

Hans-Martin Hiltner, Beate Hennenberg

Peter Gstöttmaier

Peter Gstöttmaier

Den „Ohrenschmaus“ „Literaturpreis für und von Menschen mit Lernschwierigkeiten“, der von Franz Joseph Huainigg initieert wurde, gibt es seit 2007 und seither habe ich die Ehre in der Jury zu sein und Jahr für Jahr viele schöne Texte von Menschen mit „Down-Syndrom“ oder anderen mentalen Beeinträchtigungen durchzulesen.

Etwa hundertfünfzig werden da Jahr für Jahr eingereicht, Franzobel, Barbara Rett, Heinz Janisch, Ludwig Laher, Felix Mitterer sind derzeit in der Jury, es waren schon Friedl Hofbauer, Kurt Palm und Niki Glattauer dabei und die Preisverleihung findet immer Ende November, Anfang Dezember 2007 im Literaturhaus und ab 2008 im Museumsquartier statt und ist immer ein festlichesEvent, das sich inzwischen schon sehr gut eingespielt hat.

„Ohrenschmaus-Familie“ nennen es die Moderatoren Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer, auch schon ein eingespieltes Team und man sieht tatsächlich oft bekannte Gesichter auf der Ehrenliste oder bei den Preisträgern.

2007 hat ja unter anderen Renate Gradwohl aus der Steiermark mit ihrem Gedicht „Der böse Gerhard“ gewonnen, das dann auch auf der „Zotter-Schokolade“ war, deren Sprache mich sehr stark an Ernst Jandl erinnerte.

Silvia Hochmüller

Silvia Hochmüller

Eva Jancak

Eva Jancak

Michaela König, die mich zu der „Mimi“ inspirierte habe ich durch den „Ohrenschmaus“ kennengelenrt.

David Sylvester Marek, der 2010 den Prosapreis gewonnen ist mit seinen prägnaten Texten über Lena Raubkatze und David Bergretter immer wieder bei den Einreichern, sowie der 1962 geborene Oberösterreicher Peter Gstöttmeier, für den ich 2011 die Laudatio für seinen Text  „Söbständi“ gehalten habe.

Jahr für Jahr ist er mit seinen schönen Mundarttexten über seine Mutter, Weihnachten oder das Kochen auf die Ehrenliste gekommen und das letzte Jahr kam sein Gedicht „Mama is ned beinand“ auf die Zotter-Schokolade, so daß ich bei meinen Juryvorschlägen im Oktober ersteinmal auf andere Einreichungen tippte, aber „um Peter Gstöttmeier kommt man nicht herum“, habe ich in meiner heurigen Laudatio geschrieben, war er heuer mit seinen kurzen prägnanten Mundarttexten wieder bei den Hauptgewinnern.

Die Kategorien Lyrik, Prosa, Lebensbericht haben wir inzwischen fallen gefallen und vergeben die drei Hauptpreise gattungsunabhängig und ein eher kurzer Text kommt dann auf die Schokolade.

Felix Mitterer

Felix Mitterer

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Die Preisverleihung war heute ab sechs wieder gewohnt feierlich. Nach der Begrüßung wurden die Texte der sogenannten Ehrenliste von den Schauspielern Julia Jelinek und David Oberkogler gelesen.

Auch da schon bekannte Gesichter, so war Ruth Obermayr schon einmal bei den Hauptpreisträgern, Herbert Schinko mit seinem Text „Die Stille“ habe ich schongekannt, sehr prägnant Klaus Willners „Angst“ und Christian Kargls „Der Mensch Chr. K.“

Dann kam schon ich mit meiner Laudatio auf Peter Gstöttmeier für seinen Text „dössöbi“

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Evelyn Pammer, Franz-Joseph Huainigg

Evelyn Pammer, Franz-Joseph Huainigg

„mama

sogt ollwei

dössöbi

jeden tog

ruaf ih on

mama sogt ollwei

dössöbi

und

ollwei ruaf

ih sie wieder on

Der zweite Preis für den Felix Mitterer die Laudatio hielt, war von den in Leipzig geborenen oder lebenden  Hans- Martin Hiltner „Was mir durch den Kopf geht und was ich mit Hilfe aufschreiben möchte“, der das  Leben eines Menschen schildert, dem einmal sogar der Besuch der Schule verwehrt wurde.

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„Ich heiße Hans-Martin und bin ein fröhlicher Mensch. Ist das Leben nicht schön?“

Dann kam eine Showeinlage der inklusiven Band „all stars inklusive“ und dann folgte die Laudatio von Heinz Janisch auf Silvia Hochmüller und ihren Text „Die Seele“

„Meine Seele läuft immer davon. Das merke ich, das krieg ich mit. Ich hole sie mir wieder zurück. Nächste Woche“. Dann kam  der Text für die Zotterschokolade, „See“ der von Johanna Maria Ott eine weitgereiste Frau mit komplexen Mehrfachbehinderungen stammte, für den Ludwig Laher, die Laudatio hielt.

Dann folgte das Gruppenfotos, noch einmal Musik und das Buffet und das nächste Jahr, wo der „Ohrenschmaus“ dann zum zehnten Mal vergeben wird, wird es eine Öffnung hin zur „Buch-Wien“ und wahrscheinlich noch einige Veränderungen geben.

Wir sind nach der Preisverleihung noch ein bißchen nach nebenan in den „Shop der komischen Künste“ gegangen. Denn da wurde schon das neue Jahr mit Sekt, Knallfröschen und Donauwalzer gefeiert und ein Buch vorgestellt, da ich auch hier demnächst präsentieren werde.

Und hier das „Ohrenschmaus-Archiv“: 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014

 

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