Literaturgefluester

2018-02-14

Zwei Bücher von Klaus Siblewski

Jetzt war ich schon lange nicht mehr in der „Gesellschaft für Literatur“ und habe heute auch zwischen ihr und einem Besuch in der „Alten Schmiede“, wo Josef Haslinger Texte verfolgter Autoren vorstellte, geschwankt, mich aber doch für die Herrengasse entschieden, wenn ich mich da auch wahrscheinlich genauso, wie Dietmar Grieser irrte, der mit Claudia Romeder vom „Resistenz-Verlag“ gekommen war, weil ich erwartete Hanns-Josef Ortheill dort zu sehen, dabei hat der nur mit Klaus Siblewski ein Buch „Die ideale Lesung“ herausgegeben, wo verschiedene Schriftsteller befragt wurden, wie sie sich die vorstellen würden.

Es ist aber nur der 1950 geborene Lektor und Lehrer am Sprachinstitut von Hildesheim erschienen und der hat vorwiegend sein anderes bei „Resistenz“ erschienenes Buch, „Der Gelegenheitskritiker“, das glaube ich, irgendwo als Dramulettenband beschrieben ist, vorgestellt

„Was ist ein Gelegenheitskritiker?“, fragte er gleich bei der Einleitung und erklärte dann, daß, das nicht einer sei, der nur gelegentlich Kritiken schreibt, das wäre dann der Sonntagskritiker, sondern ein Freiberufler, der bei den Redaktionen anruft, um Platz für seine Kritiken zu bekommen und  dann erklärte er noch, er auch einen Band mit den Telefongesprächen, die er einmal mit Ernst Jandl geführt hat, herausgegeben hat, daß er sich für die Dialogform entschieden hat, weil er herausgefunden hat, daß Leute anders über Bücher sprechen, als sie darüber schreiben und dann begann er mit den Kostproben aus dem Buch, die da verschiedene Telefonate waren, die der Kritiker, K. genannt, offenbar mit einem Sender führt, wo er seine Rezensionen unterbringen will.

Da hat er einen Stamm-Ansprechpartner oder Redakteur namens U, aber der ist nicht immer da, so gerät er einmal an die Aushilfe der Aushilfe und die erklärt ihm, daß sie zuerst in ihre Maschine, sprich Computer schauen muß, um nachzusehen, ob er zum Rezensieren berechtigt ist.

Da habe ich den Kopf geschüttelt und gedacht, was soll dieses Gespräch über Bücher, da wären mir, der Literaturenthusiastin, ja die Rezensionen lieber.

Aber K erreichte dann auch seinen Redakteur und sagte ihm, er wolle ein Buch von Tom Wolfe und eines von Fritz Rudolf Fries besprechen, worauf sich ein Gespräch ergibt, das der Frage nachgeht ob, Tom Wolfe seine Bücher auch in dem weißen Anhzug schreibt, in dem er immer auf Fotos und auch auf Messen zu sehen ist.

Das fand ich dann ganz lustig, aber wirklich das, was „Ich schon immer über Literatur wissen wollte, mich aber nicht zu fragen traute“, wie sowohl im Klappentext, als auch im Gesellschaftsprogramm steht, ist das auch nicht.

Dann errreichte der gute K seine neue Redakteuerin, der U ist in Pension gegangen, nur im Zug, da kam es zu Gesprächunterbrechungen und es ging um eine Rezension bezüglich Thomas Hettches „Pfaueninsel“ von dem ich ja kürzlich einen Essayband über Literatur gelesen habe und Klaus Siblewski erklärte, daß mit der Pensionierung des U auch der Niedergang der Literaturkritik einhergegangen wäre und es für den K immer schwerer wurde, Bücher zu rezensieren, beziehungsweise einen literarischen Diskurs zu führen und er infolgedessen vielleicht schon eine etwas überlebte Figur sei, weil ja niemand mehr über Bücher spricht, beziehungsweise auch Filme oder Krimis rezensiert werden.

Das Buch hat aber auch ein paar Prosastellen, ist also vielleicht doch eine Art Roman oder zumindestens die Geschichte des . über seine Rezensionsgelüste. Eine solche las Klaus Sibleweski auch noch vor und im Gespräch mit Manfred Müller erwähnte der dann noch, daß der Kritiker zu Beginn des Buches nach Leipzig zieht, weil dort die Mieten billiger sind und sich dann viele Gedanken macht, wo er seine Bücherregale aufstellt und, wo den Schreibtisch, damit er das beste Licht zum Rezensieren hat.

Daraus erfolgte eine diskussion über die Hintjergründe der Bücherbranche und auch noch eine kurze Einführung in das andere Buch und, als das Publikum zum Fragen aufgefordert wurde, stellte ich die, wie Klaus Sibewski den Einfluß der literarischen Blogs auf die Literaturkritik sehen würde und erwartete mir eigentlich die Antwort „Hä, was sind Blogs?“ oder literarische Blogs gibt es nicht, beziehungsweise hätten sie keinen Éinfluß.

War aber ganz erstaunt, daß er sagte, er würde jetzt vielleicht einige enttäuschen, aber er fände Blogs gut, weil sie den literarischen Diskurs fortführen. Nun denn, also ein sehr interessanter Abend, auch wenn Hanns Josef Ortheill nicht erschienen ist, von ihm habe ich ein ja noch ein Buch auf meiner Leseliste und ich führe in meiner Gelegenheits- oder Hobbykritikerfunktion eigentlich keine Telefonate mit Redaktionen, beantworte aber immer öfter Mails auf Rezensionsanfragen. Da bekomme ich das Buch und kein Honor. Der literarische Diskurs ist aber für den, der meine Artikel lesen will, eröffnet und mit einem Verlagsvertreter, ich glaube, vom „Rowohlt-Verlag“, habe ich heute auch einen Termin in Leipzig ausgemacht.

Advertisements

2017-03-10

Themengebiete

Da ich mit dem Lesen der Frühjahrsneuigkeiten nicht so schnell nachkomme, hier ein wenig Literaturwissenschaft in eigener Sache, beziehungsweise Buchpromotion. Denn das ist ja auch eine Funktion des „Literaturgeflüsters“, daß ich hier sowohl mein Schreiben, meine „Works on Progress“, als auch meine Bücher vorstelle.

Und damit habe ich, glaube ich, 2013 angefangen, als es zu „Fünf Jahre Literaturgeflüster“ ein großes Gewinnspiel mit dreißig Fragen zu dreißig Büchern geben.

Zum zehnten Jahrestag gibt es dann vielleicht schon eines, indem ich die inzwischen erschienenen neuen zwanzig Bücher vorstelle und einen Artikel über meine sogenannten Indie-Bücher in dem ich auf die Art des Entstehens meiner Bücher hinwies, hat es vorher auch schon gegeben.

Dabei weiß ich gar nicht so genau, ob dieser Ausdruck richtig ist, ich habe ihn kurz vorher in Bezug auf selbstgemachte Bücher gehört, inzwischen wird er, glaube ich, auch für Bücher die in kleinen unabhängigen Verlagen erscheinen, verwendet und da wird im März ja  groß der sogenannte „Indie-Bücher Tag“ gefeiert, wo man in eine Buchhandlung gehen und sich ein solchen Buch kaufen und sich mit ihm im Netz präsentieren soll.

Und ich bin kein Verlag, sondern mache meine Bücher selber, in dem ich sie fünfzig Mal drucken lasse. Bei „Amazon“ stelle ich sie nicht ein. Das habe ich noch nicht zusammengebracht, aber die Idee sie auf meinen Blog vorzustellen, ist irgendwie auf diese Art und Weise entstanden.

Die „Vorschauen“ gibt es schon lange, wo ich noch vor dem Erscheinen auf das Buch hinweise, inzwischen verlinke ich da auch die Schreibberichte, die es über das jeweilige Buch immer gibt, so daß man, wenn man will, die Schreibprozesse nachvollziehen kann und auch seit 2013 oder etwas später, gibt es ein Gewinnspiel, wo ich drei Fragen zu dem Buch stelle.

Da kann man das Buch dann gewinnen, beziehungsweise etwas mehr darüber erfahren.

Und ist das Buch da, löse ich die Fragen auf und zeige mich mit dem Buch im Netz.

Einen Artikel mit den Coverfotos gibt es  auch, denn da weiß ich inzwischen oft gar nicht mehr, welches Foto ich dafür nehmen soll?

Gibt es ja inzwischen schon so viele Bücher und der Ort des Geschehens ist meistens Wien, beziehungsweise kommen in meinen Bücher oft auch andere Bücher vor.

Mit den ersten Sätzen habe ich mich auch beschäftigt, diese einmal vorgestellt und versuche die jetzt auch immer in den „Vorschauen“ oder bei der Promotion zu geben.

Bei der „Vorschau“ eher, denn inzwischen bin ich auch auf das „Mimikriy-Spiel des Lesens“ gestoßen und das kann man ja damit kombinieren.

Einen Artikel über meine Lieblingsbücher habe ich auch geschrieben, sogar zwei eigentlich, denn einmal habe ich ja versucht, die in einem Art „Buchpreis-Raning“ zu  präsentieren.

Aber was sind jetzt meine Themen über die ich in meinen über vierzig Büchern mehr oder weniger regemäßig schreibe, denn inzwischen wiederhole ich mich wahrscheinlich genauso schon, wie Philip Roth, Martin Walser und wahrscheinlich noch einige andere mehr, das tun.

Und natürlich hat man auch seine Themen und schreibe, wie vermutlich Heimito von Doderer, als erstes sage, immer dasselbe Buch, sein Leben lang.

Ich tue das  in verschiedensten Varianten, trotzdem gibt es Aussrutscher, Abweichungen, Sonderfälle und die will ich hier einmal zusammenfassen.

Ich schreibe realistisch, beziehe meine Themen sicher aus der psychologischen Praxis, das heißt, daß ich mich für Depressionen, Älterwerden, Alkolismus, Alzheimer, etcetera interessieren, aber in meinen Büchern geht es auch viel um Literatur und über das erfolglose Schreiben.

Ich habe bevor ich 2000 mit dem Selbermachen angefangen habe, einige Romane oder Erzählungen geschrieben, die nicht veröffentlicht wurden.

Das erste veröffentlichte Buch waren die „Hierarchien“, die Anfangs 1990 in der „Edition Wortbrücke“ des Jack Unterwegers erschienen sind.

In einer fünfhundert Stück Auflage, mit ISBN Nummer und wenn man hineineinblättert, ich habe ich Harland noch ein paar Schachteln stehehn, erschrickt man über die Qualität, denn der „Digitaldruck“ ist sehr sehr viel besser und auf diese Idee ist ja der Alfred 2000 gekommen.

Über das erfolglose Schreiben geht es bei mir oft, über Einsamkeit und Depression, wenn man auf meine Website geht, findet man von den meisten Büchern, Probekapitel und kann sich so ein wenig einlesen und einen Eindruck machen.

Ein Buch über das Schreiben ist das „Literarische Leben der Dora Faust“, 2000 glaube ich, geschrieben, da kombiniere ich meine Absage- und Verlagsbriefe mit einer Geschichtensammlung beziehungsweise, dem was Dora Fraust, der Heldin, so im täglichen Leben passiert und worüber sich eine Geschichte verfassen läßt.

Das findet man in abgewandelter Form in dem viel später geschriebenen „Berührungen“ auch, geht es da, ja um die Wurfgeschichten, mit denen die dortige Protagonistin Augusta Augenstern einen Roman zu schreiben versucht.

Man sieht die Themen wiederholen sich.

In den „Stimmen der Karoline Wagner oder Fluchtbewegungen“, 2004 oder 5 geschrieben, geht es auch, um das erfolglose Schreiben, beziehungsweise, um eine Nobelpreisträgerin, die sich verstcckt, die zwar nicht Elfriede Jelinek heißt, aber natürlich Modell dafür gestanden ist.

Und eine solche gibt es auch 2009, als ich meinen ersten „Nanowrimo“ schrieb und dabei Materialen aus den verschiedenesten Blogs, die ich damals las, verwendetete und die damalige Nobelpreisträgerin, der der Ruhm vielleicht auch ein wenig zu viel geworden ist, hieß Herta Müller.

Die depressiven Frauen kommen in der „Radiosonate“ vor, da geht es hauptsächlich um Ö1, beziehungsweise um einige der Moderatoren dort. Das wird von der depressiven Josepha Stock gehört, ist ihr fast als einziges Kommunikationsmittel und eine erfolglose Dichterin, die ihre Bücher auf den Straßen verteilt, gibt es auch.

Dieses Buch wurde übrigens 2009 in Ö1 vorgestellt.

2010 kamen dann die Bücherschränke und die spielen, no na, in meinen Büchern auch eine große Rolle. In vier, fünf oder sind es schon sechs, kommen sie wahrscheinlich vor.

Das erste ist glaube ich die „Mimi“ und das ist eines meiner Lieblingsbücher und ich würde es auch als besonderes Buch bezeichnen, geht es da ja auch, um ein besonderes Themea nämlich dem Schreiben mit dem Downsyndrom.

Meiner damaligen Kriterin Yu Sophie hat das Buch nicht gefallen und sie hat eine dementsprechende Rezension darüber verfaßt, ich bin aber nicht ganz sicher, ob sie dem Buch, wo die Ereignisse, um den damaligen Plagiatsskandal bezüglich Helene Hegemann, demonstriert, an einem erfundenen Autor mit den Büchern der Hermine Berger, genannt Mimi oder Bella, mit dem Downsyndrom verknüpft werden.

Eine depressive Nachbarin gibt es da auch. Und das Buch habe ich als Frank Gasser der  österreichische Bücherschrankerfinder dort Lesungen veranstaltetet auch dort einmal in der Grundsteingasse vorgestellt.

Um das Älterwerden geht es in „Beim Sterben sollte man zu Hause sein“, meinem zweiten „Nanowrimo“, aber auch bei der „Paula Nebel“, in „Novembernebel“. Im vierten geht es um Sterbenhilfe oder auch um Behandlungsverweigerung und darauf bin ich durch Fritz Habecks, „Die Mühle der Gerechtigkeit“ gekommen, weil  der Art, wie das dort behandelt wurde, etwas entgegensetzen wollte.

In „Kerstins Achterln“ geht es, um problematische Beziehungen oder, wie man vom Alkohol loskommen kann.

Um Nachbarschaftshilfe und, um Begegnungen, die man macht und, die einen aus Krisen heraushelfen können, geht es in meinen Büchern auch sehr oft.

„Ein Beispiel wäre da die „Frau auf der Bank“, Da gibt es die depressive Selma und die trifft auf einer Bank im Rathhauspark, die Türkin Sevin, die mit ihrer Ehe nicht zufrieden ist und sie geht auch in Therrapie zu der Psychiaterin Svetlana Mihic.

Das ist, glaube ich, das zweite Buch, in denen die Bücherschränke eine Rolle spielen und sich die Selma daraus bedient.

In der Geschichte von den drei Brüdern, dem dritten „Nanowrimo“, wird das auch getan und beim „Miranda Schutzengelchen“, das vielleicht ein bißchen phantastischer ist, denn da tritt da Bertha von Suttner persönlich auf, kommt der „Bücherschrank“ auch vor.

Der Svetlana, die Psychiaterin mit dem Romahintergrund, die sich zuerst in den Psychiater Theo Hardenberg verliebt, ihn später heiratet und Kinder von ihm bekommt, begegnen wir später auch noch öfter, beziehungwweise taucht Theo Hardenberg, als Psychiater der Augusta Augenstern in den „Berührungen“ auf und er kommt auch, das kann ich gleich verraten „im Frühstück“ vor, denn da gibt es ja auch eine depressive Frau.

Und da sind wir wieder bei den Wiederholungen. Denn ich variiere immer wieder die selben Themen. Man kann sagen, daß sie mich interessieren, etwas kritischer vielleicht auch, daß ich sie zu schnell anreiße und dann, weil sie nicht wirklich abgearbeitet sind, wieder auf sie zurückkommen.

Wien ist in meinen Büchern ein häufiger Handlungsort. Da wird im „Wiener Stadtroman oder wie süß schmeckt Schololade“ ein Tag lang im Viertelstundentakt in Wien herumgefahren. Mein James Joyce könnte man so sagen, aber natürlich viel realistischer.

Aber gar so realistisch bin ich vielleicht gar nicht, denn nach dem die „Miranda“ íhren ersten Joint rauchte, begegnet sie ja Bertha von Suttner, beziehungsweise fliegt die in ihren Schnürrstiefel und dem Kreuz an der Brust nach Donetz oder nein, das ist nicht Bertha von Suttner, das ist Mirandas Urgroßmama, die 1914 eine Frühgeburt erlitt, nachdem ihr Mann im ersten Weltkrieg gefallen ist und sie das durch eine Postkarte erfuhr.

Und die Miranda hat eine große Familie, von vielen Müttern- Groß- und Urgroßmüttern, die alle sehr jung ein Kind bekommen haben und dieses Thema taucht auch in der „Absturzgefahr“ auf. Da geht es wieder um das Schreiben und zum eine Schreibtrainerin namens Fritzi Jelinek, weil deren Mutter Deutschleherin war und ihre Tochter nach den zwei großen österreichischen Gegenwartsautorinnen Elfriede Jelinek und Friederike Mayröcker nennen wollte. Die macht einen Schreibtrainerausbildung und betreut, das ein Buch in dem es um eine sechs Frauengeneration geht. Da sind einige Ärztinnen darunter und ein weiteres meiner besonderen Büchern ist das „Haus“, wo ich versuchte, die Geschichte des Steinhofs an Hand einer drei Frauenpsychiaterinnengeneration zu beschreiben.

Auch eines meiner Lieblingsbücher mit vielleicht einem besonderen Thema.

Die Fritzi Jelinek, die eine platonische Liebe zu einem polnischen Priester hat, kommt  auch in der „Pensionsschockdepression“ vor“ und da war meine Idee über eine depressive Frau zu schreiben, die alle ihre Bücher aufliest oder auch weggibt, um aus ihrer Depression herauszukommen.

Das gelingt ihr durch die Begegnung mit der fünfzehnjährigen Yasmin Bilic, die ein Problem  mit ihrer Freundin Selma hat, beziehungsweise hat die ein solches, weil sie ihrem Poly plötzlich kein Kopftuch mehr tragen darf und in dem Buch kommt ganz zufällig und unbeabsichtigt, eine Syrierin namens Fatma Challaki vor, die man dann auch in zwei weiteren meiner Bücher finden kann.

In dem sogenannten „Sommerbuch“ und dem „Adventkalender“, wo ich in dem einen, meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten an Hand von vier Literaturstudentinnen, die aus St. Pölten, Donetzk, Damaskus und Athen kommen, beschrieb und die Fatma dann auch in meinen Adventkalender von der „Nika Weihnachtsfrau“ vorkommen ließ, den ich auch schon lange schreiben wollte und den ich auch als meinen „Blogroman“ bezeichne, weil ich im Dezember immer ein Stücken davon in den Blog stellen werde.

Die „Nika Weihnachtsfrau“ war übrigens mein fünfter „Nanowrimo“ und die Idee wurde das erste Mal in den „Dreizehn Kapitel“ verarbeitet und das ist ein Versuch einen Roman zu schreiben in dem man einfach mit einer Person anfangt und im nöchsten Kapitel mit einer anderen fortfährt, bis man reigenartig am Schluß wieder bei der ersten angekommen ist.

Da gibt es schon die „Nika , Weihnachtsfrau“, es gibt aber auch eine depressive Büchersammlerin und die findet ein Buch, das ich einmal im Schran gefunden habe, eine DDR-Ausgabe von Erzählungen aus China die einen Herausgebe mit einem deutschen Namen hat, was mich dazu bewog, den Namen Ernst Schwarz zu googlen und ich hatte ein interessantes Kapitel, diesbezüglich ich auch regelmäßig Anfragen von Studenten und anderen Interessieren bis aus Korea bekomme, weil mich da einer in „Wikipedia“ verlinkt hat.

Also auch ein besonderes Buch.

Die Transgendergeschichte „Paul und Paula“ ist das auch und diesbezüglich gab es im Vorjahr auch einige Aufregungen. Es ist aber auch das Buch mit einem „professionellen Cover“, das mir der Alfred machen ließ. Weil man ja immer hört, daß sich das die Selfpublisher machen und nicht dabei sparen sollen. Das und ein Lektorat. Mein Lektorat ist der Alfred. Da höre ich auch immer, daß man das nicht in der Familie machen darf. Ich glaube aber, er ist sehr gründlich und genau und mir ist ja die Rechtschreibung, wie ich immer so schön schreibe, eigentlich egal.

Ein Lieblingsbuch von mir ist auch das „Tauben füttern“, ein Krimi, der eigentlich keiner ist, denn mit den Morden tue ich mir irgendwie schwer, weil ich die, als erstes unrealistisches finde, daß überall Leichen in der Gegend herumkugeln, weil sich die Leute gegenseitig so viel umbringen und ich zweitens ja von Gewalt nicht viel halte.

Mir geht es eher, um die psychologischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Lebens und da finde ich genügend Material.

So ist die „Flüchtlingstrilogie“ geworden. Ich habe Bücher über erfolgloses Schreiben, eines wäre davon auch,  der die drei Erzählungen  „Tod eines Jurymitlgiedes“, da gibt es wieder eine von einem Baum erschlagene Jurorin, „Thea Leitner verrückter Traum“ und „Das Salz in der Suppe“,- enthaltende Band „Schreibweisen“,  wofür mir auch Alexandra Milner, die Kritikerin und Literaturwissenschaftlerin, die einmal Annas Lehrerin bzw. Praktikantin war, den Buchtext schrieb.

Und was meine „Wienlastigkeit“ betrifft, es gibt natürlich Bücher, die ins Ausland führen. Das wäre schon das erste Digi „Die Wiener Verhältnisse“, die trotz des klingenden Namens nach New York zu einem alten Juden führen und das Buch habe ich als Antwort auf ein Buch der Ruth geschrieben und angeblich hat sich einmal in Frankfurt oder Leipzig der „Mandelbuch-Verlag“ dafür interessiert und sich bei der Ruth, der es ja gewidmet ist, danach erkundigt.

Mein zuletzt erschienenes Buch „Claire- Klara- Clarisse“ ist eine eher poetische Liebesgeschichte, die mir auf unseren Kroatienurlaub eingefallen ist und jetzt geht mit dem „Frühstück“  in die Hauptbücherei, aber auch nach Belgrad, Graz, Linz, Salzburg und Berlin und es ist nur scheinbar ein Buch über Obdachlosigkeit, wenn ich mich wieder mal selber spoilern darf.

Eigentlich entpuppt es sich im Laufe des Geschehens als Fortsetzung der“Viertagebuchfrau“ und das ist mein fünftes „Digi“ und der Versuch die ersten hundert Tage der blau schwarzen Regierung von 2000 literarisch zu beschreiben. Politisch bin ich also auch.

Literatur, Psychologie, Gesellschaft Politik sind also  meine Themen, die mich manchmal sogar bis in den Himmel führen. Meine depressiven Frauen machen manchmal Reisen. Die „Sophies Hungers“ mit der ich mich übrigens mit meiner ersten Kritikerin wegen der sprechenden Namen herumstritt, ist eine Art Road Movie. Nach Odessa geht es einmal auch und Frauen, die ihr Geld von der Bank abheben und versuchen damit in den Wald hinauszugehen und nicht mehr wiederzukommen, gibt es bei mir auch, zum Beispiel in der „Begrenzten Frau“ und da ich ja offenbar eine hoffnungsvolle Optimistin bin, ergeben sich im Laufe des Geschehens Möglichkeiten und das Leben geht weiter und nachbarschaftshilfe findet statt, so wie es mir wünsche und es sein sollte und es vielleicht in der Wriklichkeit nicht ist.

Also bin ich wieder vielleicht doch nicht so eine realistische Autorin, aber Literatur soll ja auch einen Utopie- und Hoffnungsraum eröffnenen, also das unmögliche Möglich machen, wie es so schön heißt.

„Lore und Lena“, beziehungsweise „Mutter möchte zwanzig Kinder“ sind zwei Jugendbücher, die ich in den Neunzigerjahren geschrieben habe und das dritte bezeihungsweise „Digi-Buch“ und gehören auch zu meinen Lieblingsbücher. Leider kann man auf meiner Website noch keinen Ausschnitt davon finde. Ich habe aber, für die, die es interessiert noch einige Bücher in meinen Regalen.

Man sieht ich bin auch in meinen Genres vielfältig und dann gibt es noch die zwei „Best of“ Bände mit Kurz- und Kürzestgeschichte, in der zum Teil Texte enthalten sind, die ich für verschiedene Wettbewerbe und Anthologien geschrieben haben, die ich dann doch nicht gewonnen habe oder nicht veröffentlicht wurden.

Es sind aber immer wieder Teile, meist auch das Probekapitel, das man auch im Netz finden kann aus meinen Büchern, in den „Volksstimmeanthologien“ veröffentlicht in denen es Texte von mir gibt, weil ich dort ja regelmäßig Jahr  für Jahr beim „Linken Wort“ lese.

Das „Literaturgeflüstertextebuch“ , mit dem zum Zeitpunkt des Erscheinens damals besten Blogartikeln, die die Bevorzugt meine Reisegeschichten, Glossen Ansichten über den Literaturbetrieb etcetera, erzählen gibt es auch und ich habe auch ein paar Mal versucht, meinen Werkreigen auf Lesungen zu präsentieren.

So zu meinem sechzigsten Geburtstag, wo ich sechzig Minuten aus den damals vorhandenen dreißig Büchern gelesen habe.

In Wahrheit habe ich die nur gezeigt und drei vier „best ofs“ aus drei vier Büchern gelesen und im „Werkl im Goethe Hof“ habe ich das auch einmal gegeben.

Eine eigentliche sehr umfangreiche Themenvielfalt also, aber das Leben ist  auch vielfältig und bunt. Jetzt geht mir zwar schon langsam der Stoff aus. Die nächste Idee für das nächste Buch, wird aber vielleicht wieder depressive Frau umfassen, die vielleicht Abends für Abend bei einem Glas Wein in einer Pizzeria sitzt und Leben refelektiert oder aber wird es vielleicht eine Art Blogroman, wo sich vielleicht ein paar konstruktive Kritiker in ein Blogleben einschalten?

Und da fällt mir ein, daß ich jetzt beim Alter und beim Sterben und den Krebsbehandlungen, ganz auf die Anna, die gegen ihr Vergessen kämpft, vergessen habe und die hat eine Enkeltochter mit einem Blog und die bekommt von einem depressiven Verleger ein interessantes Angebot.

Ja, ja so kann es gehen, wenn man schon über vierzig Jahre schreibt und über vierzig Jahre Bücher über das Leben, das Schreiben, den Erfolg und Mißerfolg, die Politik und über vieles andere geschrieben hat.

Ich habe versucht möglichst umfangreich über meine Bücher zu informieren und sie zusammenzufassen. Da ich aber nicht umfehlbar bin, sondern wie es scheint ein wenig schlampert, fordere ich meine wohlwollenden Leser auf, sich an Hand meiner Gewinnspiele und meine Bücherliste vielleicht selbst ein Bild von der Sache zu machen und gegebenenfalls das zu ergänzen, was ich vergessen habe.

Dafür gibts natürlich ein Buch als Belohnung.  Für Fragen stehe ich selbstverständlich auch zur Verfügung und einen Artikel übers „Themen finden“, gibt es, wie ich gerade gesehen habe, in diesem Blog auch schon längst.

2017-01-17

Oberösterreich erforschen

Unter diesem Titel hat Helmuth Rizy, der gebürtige Linzer, schon vor einem Jahr oberösterreichische Autoren ins Literaturhaus gebracht: Waltraud Seidlhofer, Walter Kohl, Rudolf Habringer, da war ich leider nicht dabei, dafür aber Gregor M. Lepka, Waltraus Seidlhofers Gatte und der hätte im zweiten Teil lesen sollen, ist aber kurz nach seinem achtzigsten Geburtstag verstorben.

So las heute Helmuth Rizy nur einige seiner Gedichte vor und sagte dann kurz etwas zur oberösterreichischen Literaturszene, die ja weit verbreitet ist und auch in der GAV sehr vertreten und viele dieser Oberösterreicher leben auch in Wien oder waren heute im Literaturhaus, wie Judith Gruber Rizy, Ruth Aspöck, die eigentlich in Salzburg geobrene, Luis Stabauer dessen Buch „Atterwellen“ über seine Mutter ich ja erst kürlich gelesen habe. Die Ruth und Judith Gruber-Rizy treten auch nächste Woche in Linz im Stifterhaus auf und die Ruth wird von Bernhard Widder eingeführt, der auch heute im Literaturhaus war und die erste Autorin, die Helmuth Rizy vorstellte, ist gar keine Oberösterreicherin sondern kommt aus Bremen, wohnt aber in Ottenschlag, nämlich die 1969 geborene Corinna Antelmann von der ich schon zwei Bücher gelesen habe.

Das erste „Die Farbe der Angst“ hat mir ja einmal Dietmar Ehrenreich, der so unerwartet verstorbene „Residenz-Verleger“ geschickt, das zweite habe  „Hinter der Zeit“ hat mir die Autorin geschickt, als ich sie anläßlich ihrer GAV-Neuaufnahmelesung  2015 persönlich kennenlernte.

Sie hat auch heute daraus gelesen, was mir Gelegenheit gab, auf besonders schöne Sprachschöpfungen zu achten, die mir beim Lesen gar nicht so aufgefallen sind.

Der zwete Oberösterreicher, der1956 in Völklabruck geborene Hans Eichhorn, der auch als Fischer am Attersee tätig ist, ist mir ebenfalls kein Unbekannter, habe ich ihn doch, glaube ich, schon einmal in der „Alten Schmiede“ gehört, jetzt las er zwei Geschichten aus einem Prosaband, die mir vor allem durch ihre lakonische Realistik auffielen.

Die Erste spielte in einem Cafe, die Zweite von einem Neubau und es geht noch um hunderttausend andere Dinge und dann kam die 1978 in Linz geborene Dominika Meindl an die Reihe, die ich wahrscheinlich auch von den GAV-Neuaufnahmen kenne.

Sie organisiert Lesungen in Wels, ist auch irgendwo Präsidentin und las zwei Texte, einen ernsten und einen heiteren, wie sie sehr extravertiert erzählte.

Der Erste handelte von einer Frau, die in Südtirol schifährt  und vom Tod eines Großvaters. Der Zweite war ein Dramulett, wo alle auf der Bühne in verteilten Rollen, die Familie Putz, bekannt aus der Lutz-Werbung darstellten. Das Dramulett stammt, glaube ich, aus dem Shakespeare-Jahr und besteht, wie Dominia Meindl erklärte, größtenteils aus Originaltexten. Alle bringen alle um und ein paar gesellschaftkritische Anmerkung bezüglich der bekannten Möbelfirma brachte Dominika Meindl auch noch an.

Nachher gabs ein paar Hinweise auf die nächsten Veranstaltungen, die bezogen sich zwar auf Vorarlberg, beziehungsweise auf die der Rizys.

Aber ich kann gleich anmerken, daß übermorgen in der „Alten Schmiede“, die oberösterreichische Literaturzeitschrift „Die Rampe“, wo ich auch einmal ein paar Texte hatte, vorgestellt wird.

Ich weiß noch nicht genau ob ich hingehen werde. Es gibt ja auch ein verlockendenes Paralellprogramm in der „Gesellschaft für Literatur“.

Im Literaturhaus gabs wieder Wein und Gespräche. So hat mich Bernhard Widder auf einige Literaturveranstaltungen angesprochen. Beispielsweise hat er mir erzählt, daß es gestern in der „Alten Schmiede“ sehr voll war, was ihn ein wenig gewundert hat, mich hat das auch.

Er war auch vorige Woche im MUSA, wo es ja sehr experimentell zugegangen ist und er wollte von mir wissen, wie mir Robert Schindels Roman „Der Kalte“ gefallen hat?

Er hat, glaube ich, soweit ich mich erinnern kann und im Bücherschtrank wo ich natürlich vorher wieder war, hätte ich Sabine Grubers „Daldossi oder das Leben des Augenblicks“, die ich ja gestern auch in der „Alten Schmiede“ sah, fast übersehen, so abgegriffen war das Leseexemplar, „bitte nicht vor dem 21. Juli 2016 besprechen“, daß ich es fast für „Stillbach oder die Sehnsucht“ was ja auf meiner Leseliste steht, gehalten hätte.

Dann habe ich aber doch danach gegiffen und frohlockt, Buch sechs der ersten österreichischen Buchpreislonlist und das dritte von der Shortlist, was ich nun habe.

Die Frage ist nur, wann ich es lesen werde? Ist meine Leseliste ja schon sehr lang und sehr voll, aber wieder eine Bestätigung, wenn ich nur lang genug warte, kommen schon die Bücher zu mir und „Stillbach oder die Sehnsucht“ das ich ja vom vorigen Jahr auf heuer verschoben habe, werde ich diesem Jahr lesen.

Aber ich schweife ab mit Oberösterreich hat die in Südtirol geborene Autorin nicht viel zu tun, obwohl sie ja manchmal mit Sabine M. Gruber verwechselt wird und die wurde ja in Linz geboren.

2016-12-26

Chronik einer fröhlichen Verschwörung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:10
Tags: , , , , ,

Nun kommt ein Geburtstagsbuch vom vergangenen Jahr, Richard Schuberths Debutrom, den ich mir wünschte, weil ich ja wenigstens teilweise bei der Präsentation im Ost-Club war, der natürlich auch in dem Buch vorkommt, Robert Schindel war mit Sabine Gruber ebenfalls anwesend und der, habe ich mir zumindest am Anfang des Buches gedacht, könnnte das Urbild für den Ernö Katz sein, aber dann macht das fünfhundert Seiten Buch ja sehr rasante Sprünge, aber schön langsam, hübsch der Reihe nach, denn ich soll ja nicht so unverständlich schreiben.

Den 1968 Geborenen kenne ich, glaube ich, vom „Volksstimmefest“, ich bin auch irgendwie in seine Kartei gekommen, denn er schickt mir regelmäßig die Einladungen zu seinen Veranstaltungen. Er hat Essays und Theaterstücke geschrieben, „Wie Branca sich nach oben putzte“ bespielsweise, aber auch das „Neue Wörterbuch des Teufels“, mit seinem 1915 erschienenen Debutroman, stand er im Vorjahr auf der Longlist des „Alphas“, heuer hat er auf den Ö- Tönen daraus gelesen und das Stück, was ich im Ost-Club daraus hörte, hat mir sehr gefallen, wohl wissend, daß Richard Schuberth mir wahrscheinlich  zu männlich aggressiv sein wird und er sehr viel über Sex schreibt und manches in dem Roman war schlichtweg so kitschig, daß man sich wundert, daß er bei „Zsolnay“ erscheinen konnte.

Bei „Amazon“ gibt es ein paar fünf Stern und eine ein Stern Rezension. Ich vergebe ja keine Sterne, Hauben oder Bücher, weil ich Bücher ja nicht verreißen möchte, hier könnte ich aber sowohl das eine, als auch das andere geben und das ist wahrscheinlich auch der Vorzug des Buchs.

Wieder schön der Reihe nach und die Handlung des Buches ist eigentlich sehr schnell erzählt und steht auch so am Klappentext.

Der siebzigjährige Jude und ehemalige Universitätsprofessor Ernö oder Ernst Katz fährt auf der Westbahnstrecke mit dem Zug nach Wien und ist stinkwütend, maßt sich da doch ein junger Autor namens Rene Mackensen, wie er in der Zeitung gelesen hat, einen Roman über das Leben Klara Sonnenscheins zu schreiben. Eine Wiener jüdin, die ein paar Jahre in einer Wohnung versteckt wurde, dann ein paar Monate in Mauthausen war und sich in den Sechzigerjahren in Belgien erhängte. Sie war Philosophin, hat Aphorismen und Haikus geschrieben, sowie Briefe an Ernst Katz zu dem sie irgendeine Beziehung hatte, Teile aus ihrem Werken sind den jeweiligen Kapiteln vorangestellt und die Aphorismen „Arschloch: Tunnel, in den die Karriereleiter führt und an desen Ende es kein Licht gibt“, beispielsweise, stammen wohl auch aus dem „Wörterbuch des Teufels.“

Im Zug lernt der Fluchende die siebzehnjährige Birgit oder Biggy Haunschmid aus St. Pölten kennen, die aus einer HTL geflogen ist und die nun bei ihm einzieht.

Er zahlt ihr alles, sie gibt das Geld auf seiner Kreditkarte mit vollen Händen aus und das ungleiche Paar zieht im ersten Drittel des Buches durch Wien herum, säuft und kifft und treibt allerhand seltsame Sachen, in dem sie beispielsweise verkleidet in den Ost-Club ziehen und dort Tischfußball spielen.

Dann schmieden sie ein Komplott, denn das Schreiben des Romans muß verhindert werden. So hetzen sie den armen Rene, der den Roman am Anfang gar nicht schreiben will, aber von seinem Agenten und Verleger Carsten Kempowski  und seiner älteren Geliebten Almuth, einer Literaturritikerin dazu gezwungen wird, mit gefälschten Wikipediaeinträgen und gefläschten Briefen zuerst nach Belgrad, dann sogar nach Tel Avic und als Mackensen Dr. Katz besuchen will, weil der ja eine Vorlesung über Klara Sonnenschein gehalten hat, spielt er ihm einen senilen inkontinenten alten Trottel vor, der ihm Unterricht in Hegels Werke geben will.

Man sieht ein sehr ungewöhnliches Buch, es wird geschnackselt und gevögelt und Birgit, die zu dem alten Philosophen natürlich nur eine unerotische Beziehung hat, betrügt ihn mit allen möglichen Sorten von Arabern. Sie zeigt ihm auch gruppendynamische Kniffe. Beispielsweise, daß sich alle Leute in der U-Bahn entschuldigen, wenn man ihnen auf die Zehen tritt. Dann kommt es zu einer Wende. Katz beginnt ein Verhältnis zu Mackensens Geliebter, Birigit eines mit Rene. Der alte Katz erleidet einen Schlaganfall, als er, das ist eine der kitschigen Szenen, im Cafe Landtmann eine rassige Frau küssen soll, um Almuth von ihm abzubringen.

Dann begeht er noch einen Selbstmordversuch. Biggy rast zu ihm ins Spital und dort, aber auch in einer Bar, wo inzwischen der betrunkene Mackensens herumhängt, erscheint Klara Sonnenschein allen drein und bringt Biggy platonisch oder nicht, mit dem alten Katz zusammen, bevor sie wieder ins Paradies entschwebt und der Epilog ist ein Kronenzeitung-Artikel, in dem über dem Live Ball berichtet wird, wo sich Abdulramahn Mackensen, der junge Dichter, hat während des Romans, nicht nur seine jüdischen Wurzeln entdeckt, sondern ist auch zum Islam konvertiert mit seinem schönen Freund befindet und einen tollen Roman, der aber ein ganz anderer, als der über Klara Sonnenschein ist, denn den, hat ihr Geist dem alten Katz verraten, wird natürlich Biggy verfassen, hat er auch geschrieben.

Wird man mir jetzt glauben, daß es ein sehr intellktuelles, höchst anspruchsvolles Buch ist, das sich mit Gott und der Welt und noch vielen anderen beschäftigt und das gar nicht so leicht zu lesen ist?

Es ist so manchmal und manchmal ist es, wie schon erwähnt wieder unerträglich kitschig. Mir zuviel harten Männersex und auch zu aggresssiv und die Stelle, wo Biggy in die Wohnung, wo Klara Sonnenschein, die von ihrem Verstecker natürlich auch mißbraucht wurde,  gelebt hat, einbricht und dann von den jetztigen Bewohnern, einem Juppiepärchen nicht nur fünfzehnausend Euro als auch noch ein Bild von Maria Lassing geschenkt bekommt, die „Identitären“ würden das wohl „Ethno-Masochismus“ nennen, habe ich vollends nicht verstanden.

Aber ich weiß schon, Richard Schuberth hat sich in seinem Debut ordentlich ausgetobt, alle Saiten gezogen und über alle Stränge gesprungen, irgendwie phaszinierend und sehr interessant.

Ein ungewöhnliches Buch, über eine „ungewöhnliche Freundschaft“, wie am Buchrücken steht, auf jeden Fall.

Eine Mischung zwischen E und U oder besser eine zwischen einem Porno und einem philosophischen Essay und das so etwas möglich ist und noch dazu bei „Zsolnay“ erscheint und auch auf die „Longlist des Alphas“ für das beste Debut kommt, ist auch sehr ungewöhnlich.

Wie schon geschrieben, ich habe das Buch sehr ambivalent gelesen und bin jetzt schon auf seinen nächsten Roman, von dem ich schon ein Stück lesen durfte, weil er damit einmal ein „Hans Weigel- Stipendium“ bekam, sehr gespannt und ehe ich es vergesse, eine Satire auf den Literaturbetrieb ist das Ganze auch noch.

2015-02-24

Kolik-Lounge mit Dramatik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:15
Tags: , ,

Zum dritten Mal Kolik-Lounge  diese Zusammenarbeit, die Gustav Ernst mit dem Schauspielhaus eingegangen ist, wo er, ich weiß nicht, wie oft im Jahr, junge oder auch ältere Autoren, die in seiner Zeitschrift publizieren, lesen läßt,  das Schauspielhaus stiftet dazu ein paar Flaschen Wein und im Anschluß kann man sich die älteren „Kolik-Exemplare“ nach Hause mitnehmen und das neue um fünf Euro kaufen.

So funktioniert in Wien und wahrscheinlich auch anderswo, der Literaturbetrieb, aber nein, woanders muß man inzwischen zahlen, im Literaturhaus Salzuburg kostete der Eintritt zu O. P. Ziers Buchpräsentation, wie er mir am Samstag erzählte, acht euro, trotzdem waren hundertzwanzig Leute da und die Veranstaltung mußte in einem zweiten Raum übertragen werden.

Heute hat er in der Gesellschaft für Literatur gelesen und ich habe mir das zuerst auch angestrichen, da ich aber aus Präsentationsgründen, um die Leser, die ich nicht habe, nicht zu langweilen, vermeide ich es zu Veranstaltungen zu gehen, wo ich das Buch schon kenne und so bin, ich als das Mail von Gustav Ernst kam. in Richtung Schauspielhaus losgestapft.

Vor zwei Jahren im April war ich das erste Mal da und war von der Athmosphäre begeistert, Ekatharina Heider hat gelsenen, ich bin mit einer älteren Dame ins Gespräch gekommen, habe ihr, glaube ich, das gerade frisch erschienene „Kerstins Achterl“ gezeigt und Gustav Ernst um sein gerades Neues „Grundlsee“ angeschnorrt, das heißt, er hat meine Adresse aufgeschrieben, Gerlinde Tamerl hat es mir dann geschickt, weil „Haymon“, der mir eine Zeitlang alle seine Neuerscheinungen als E-Book schickte, damit aufhörte und Gustav Ernst hat, glaube ich, inzwischen wieder ein neues Buch, aber wie schreibe ich immer, ich muß nicht alles lesen und kann das auch gar nicht.

Dann war ich einmal in der „Alten Schmiede“ habe Luis Stabauer dort getroffen und bin mit ihm in die Porzellangasse marschiert, da hat Antonio Fian sein „Polkrates-Sydrom“ vorgestellt, das dann im Herbst augf die dbP-Longlist kam.

Jetzt war Antonio Fian im Publikum, Luis Stabauer ist neben Friedrich Hahn gesessen und Gustav Ernst begrüßte die „Damen und die Herren, die Freunde und die Freundinnen, sowie die Autoren und Autorinnen, die sich im Publikum versteckten“.

Ob er mich mitmeinte, weiß ich gar nicht, aber natürlich, ich bin ja auch Autorin, zumindest hat mich die ältere Dame, die ebenfalls sehr viel zu Veranstaltungen geht, gestern Abend in der „Alten Schmiede“ dafür gehalten.

Gustav Ernst sagte dann noch etwas von drei Flaschen Wein, die das Schauspielhaus dem Publikum zur Verfügung stellte, die man sich nachher holen konnte und kündigte  die Literaturwissenschaftlerin Daniela Chana an, die in der „Kolik 63“ einen Text hat und sie hatte mehr, nämlich noch einen zweiten mit dem Titel „Porzellangasse“, den sie am Nachmittag geschrieben hat und sie hatte auch einen Osterhasen, dem sie ihre Stimme lieh und ihn beim ersten Text, wo es um eine Tauchlehrerin in Kreta ging, immer hochhielt, wenn von der die Rede war.

Im zweiten Text, wo die Ich-Erzählerin ihren Körper aus dem Fenster wirft, ging es gleich um den Hasen und der zweite Autor, Stefan Reiser, war überhaupt Dramatiker, kein Schauspieler, wie er Gustav Ernst ausrichten ließ, er führte aber ein Kurzstück auf und zog dabei gleich eine Zuhörerin ein, obwohl er das vielleicht gar nicht so geplant hatte.

Die dritte Leserin war Ann Cotten, die ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ hörte, sie kam zu spät, weil sie vorher noch jemand vom Bahnhof holen mußte und las Gedichte, ein paar kürzere und ein längeres und das handelt von einer Zugsfahrt, wie sie erklärte, aber eigentlich von einem Ritt auf einem Wildschwein, also auch ganz schön dramatisch, obwohl Ann Cotten keinen Osterhasen hatte, kein diktiergerät und auch keine so laute Stimme, wie Stefan Reiser.

Nachher an der Bar, wo man die drei Flaschen leer trinken konnte, habe ich noch Radek Knapp und Nika Pfeiffer gesehen, also wirklich sehr viele Autoren und Autorinnen und drei „Kolik Nummern“, davon eines mit dem Bildnis der Friederike Mayröcker am Cover, habe ich mir auch nach Hause genommen und Luis Stabauer hat mir erzählt, daß sein nächstes Buch demnächst erscheint, er auch in zwei Wochen nach Leipzig fährt und eine Schreibgruppe im Cafe Jelinek, wo demnächst Texte vorgestellt werden, gibt es ebenfalls.

Bloggen auf WordPress.com.