Literaturgefluester

2018-08-24

Zweimal Krankheit und Sterben bei den O Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:08
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Daniela Strigl, David Fuchs

Daniela Strigl, David Fuchs

David Fuchs

David Fuchs

Wieder einmal  das O-Töne-Literaturfestival im Museumsquartier, vorige Woche, wo Verena Roßbacher und Tanja Paar aufgetreten sind, habe ich  versäumt, weil wir in Zürich waren und diesmal ist es bei beiden vorgestellten Texten, um das Thema Krankheit und Sterben gegangen, stellte doch Daniela Strigl, das Debut des 1981 in Linz geborenen Onkologen und Autor David Fuchs „Bevor wir verschwinden“ vor, der damit 2016 den FMW-Wortlaut-Literaturwettbewerb gewonnen hat und auch die Leondinger Akademie absolvierte.

Deshalb war auch Gustav Ernst mit seiner Frau im Publikum und das Cover des bei „Haymon“ erschienen Buches habe ich schon öfter in den Blogs gesehen, es ist auch für den „Blogger Debutpreis“ nominiert und das Thema und seine Umsetzung erscheint äußerst spannend.

Ein Medizinstudent muß sein letztes Praktikum an einer onkologischen Station machen, vorher arbeitet er auch an Tierversuchen zusammen mit der Krankenschwester Ed, auf deren Station er am nächsten Morgen eintreffen soll, die empfängt ihn gleich mit der Aufgabe einem Patienten Blut abzunehmen, der das nur von einem Arzt machen lassen möchte und der ist sein Jugendfreund Ambros und hat überall Metastasen. Spannend spannend, sehr unteressant und auch sehr frech und aufmüpfig geschrieben. Vielleicht komme ich an das Buch, wenn es auf die Debutshortliste kommen sollte und mit dem Krankhaus beziehungsweise einem Pflegeheim und dem Sterben wollen eines MS-Patienten ist es bei Daniel Wisser, den ich schon seit er sein erstes „Ritter- Buch „Dopplergasse 8“ im Amerlinghaus vorstellte, kenne.

Damals habe ich gedacht, wenn so etwas bei „Ritter“ erscheint, habe ich vielleicht auch Chancen.

Sebastian Fasthuber, Daniel Wisser

Sebastian Fasthuber, Daniel Wisser

Daniel Wisser

Daniel Wisser

„Welche ein Irrttum!“, würde Ernst Jandl sagen und von dem 1971 in Klagenfurt geborenen habe ich erst wieder etwas gehört, als er beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat. Dann sind ein paar Bücher bei „Klever“ erschienen, die letzten zwei, darunter das Vorgestellte „Konigin der Berge“ erschienen schon bei „Jung und Jung“ und weil der Autor auch Stipendiat der Stadt Wien war, habe ich ihm auch im MUSA gehört.

Sebastian Fasthuber machte die Moderation und Einleitung und betonte auch, daß Wisser, der auch als Musiker auftritt und seine Texte performiert, ein sehr realistischer Experimenteller ist oder ein experimenteller Realist, denn das Buch über den MSS kranken Herrn Turin, der in einem Pflegeheim lebt, dort in der Kantine, den ganzen Tag Wein trinkt und jemanden sucht, der ihn in die Schweiz zur Sterbehilfe begleitet, scheit eher experimentell formatiert zu sein, obwohl das Buch sehr realistisch klang, denn die Aus- und Unterstreichungen konnte man nicht sehen, nur hören, daß die Dialoge mit den Erzählerstimmen beginnen.

Der Herr Turin ist jedenfalls ein recht eigenwilliger Vierzigjähriger, der schon schlecht sieht und im Rollstuhl sitzt, trotzdem den Krankenschwestern auf den Busen schaut, dann eine Psychologin findet, die ihn in die Schweiz begleitet oder auch nicht. Das Ende wurde,  wie immer nicht verraten und außerdem auch einen Dialog mit einer toten Katze hält, die den Namen eines ehemaligen amerikanischen Präsidentschaftskanditaten trägt.

Vielleicht kommt das Buch auf die östBp, dann könnte ich es lesen. Denn ich habe, fällt mir ein,  noch nichts von Daniel Wisser gelesen, obwohl er sich, wenn er mich auf Lesungen sieht, sehr freundlich mit mir unterhält.

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2018-08-10

David Schalko und Helmut Neudlinger bei den O-Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:48
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Helmut Neundlinger

Helmut Neundlinger

Günter Kaindlstorfer, Helmut Neundlinger

Günter Kaindlstorfer, Helmut Neundlinger

Am Donnerstag gings wieder zu den O-Tönen, die diesmal wieder im Haupthof, das Wetter war ja sehr warm und sehr schön, stattfanden und diesmal auch noch eine besonders lange Sprechprobe hatte. So saß ein junger Mann vor dem Mikrophon und las offenbar etwas von einem Buchprospekt vor, las über „Das Mädchen das in der Metro“ las, ein neues buch über das Lesen und über Georgien, das diesmal das Gastland in Frankfurt sein wird.

Ich habe meinen bevorzugten Platz am Rand der zweiten Reihe bekommen, offenbar wegen der Hitze oder wegen der Urlaubwelle waren weniger Leute da und habe das „Kala-Experiment“ ausgelesen und dann ging es los mit Günter Kaindlsdorfer, der wieder Daniela Strigl, die sich offenbar auch auf Urlaub befand, vertrat und ihre Text zu dem Debutanten Helmut Neundlinger, den ich, glaube ich, aus der „Alten Shmiede“ kenne, beziehungsweise ich einmal mit ihm bei der „Amerlinghausbenefizveranstaltung“ las.

Der 1973 geborene Autor, der schon wissenschaftliche Texte und Gedichte veröffentlich hat, stellte seinen neuen Roman „Eins zwei Fittpaldi“ vor, der wie Günter Kaindlsdorfer las, so wirkt, als wenn Wolf Haas einen Stephen King Roman schreiben würde und es geht, um eine Kinderbande, die in OÖ Indianer spielen, Mädchen kennenlernen, etcetera und auch David Schalko, der Hauptleser ist 1973 geboren und auch mit ihm habe ich schon gelesen und zwar 2009 in der „Alten Schmiede“ gemeinsam mit Christine Werner und Cornelia Travnicek. Damals war er mit unbekannt. Inzwischen ist er auch mit Fernsehserien und Filmen sehr bekannt geworden. Ein Buch habe ich mir, glaube ich, einmal von ihm gekauft, aber noch nicht gelesen und das neue „Schwere Knochen“, habe ich, glaube ich auch bestellt. Mal sehen, ob ich es vorfinde, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme.

Günter Kaindlstorfer, David Schalko

Günter Kaindlstorfer, David Schalko

Günter Kaindlstorfer, David Schalko

Günter Kaindlstorfer, David Schalko

Die  Einführung durch Günter Kaindlsdorfer war etwas mühsam oder auch ungewöhnlich, denn David Schalko scheint ein amüsanter Typ zu sein, der Diplomingenieur genannt werden wollte, obwohl er das gar nicht ist. Günter Kainsldorfer nannte sich dann Redakteuer und alle lachten und in dem Buch geht es, um die Wiener Unterwelt der Neunzehnhundertfünfziger Jahre. David Schalko las zuerst die Stellen vor, wo sich die Gangsterband, als Kinder oder Jugendliche lennenlernten, dann mit dem Falschspielen etcetera begann und dann noch eine, wo am Wiener Heumarkt gerungen wird.

Sehr interessant und spannend, die beiden Bücher, die sich wohl wieder überschneiden und nächste Woche kündigte dann die Organisatorin Gabriela  Hegedüs an, werden wieder zwei Frauen lesen, nämlich Verena Rossbacher und Tanja paar. Das werden wir zwar versäumen, aber Verena Rossbachers  „Ich war Diener im Hause Hobbs“ liegt schon auf meinen Badezimmerstapel.

2018-07-26

Schon Bekanntes bei den O-Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:55
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Daniela Strigl, Barbara Rieger

Daniela Strigl, Barbara Rieger

Barbara Rieger

Barbara Rieger

Diesmal hätte ich mir den Besuch der O-Töne eigentlich sparen können, habe ich doch Milena Michikos Flasars „Herr Kato spielt Familie“ schon im Frühling gelesen und auch bei „Literatur und Wein“ daraus gehört und Barbara Riegers Debut „Bis ans Ende Marie“, lag auch schon einige Wochen mit dem Vermerk, daß man es nicht vor den fünfzehnten August lesen sollte, in meinem Badezimmer.

Jetzt wurde es aber schon im Museumsquartier, die Lesung fand diesmal wegen Schlechtwetter in der Arena 21, diesem langen eher unterkühlten Schlauch statt, vorgestellt und da ich am Morgen mit „Finsterwalde“ fertig wurde, habe ich es hervorgeholt und während ich auf die Lesung wartete, diesmal zeitgleich das Buch zu der Lesung begonnen.

Was auch vom Iihalt ganz passend war, geht es ja wieder um eine Marie, allerdings unterscheidet sich das Buch im Stil gewaltig von Max Annas politischer Dystopie.

Ist doch die 1982 in Graz geborene Barbara Rieger, die auch das „Kaffeehausliteratenbuch“ bei dessen Präsentation ich in der „Gesellschaft für Literatur“ war, wie Daniela Strigl in ihrer Einleitung betonte, auch  Absolventin der Leondinger Akademie und daher eine sehr poetische Schreiberin, womit ich ja öfter meine Schwierigkeiten habe, so daß ich in den hundert Seiten, die ich während des Wartens gelesen habe, nicht wirklich mitbekommen habe, um was es hier geht und die im Klappentext enthaltene Beschreibung schien mir auch nicht ganz zum Inhalt zu passen.

Daniela Strigls Einführung half auch nicht wirklich weiter, sagte sie doch wieder etwas anderes, nämlich, daß es es um obsessiven Sex ginge, während die Buchbeschreibung von einer introvertierten Erzählerin ausging, deren Freundin Marie ganz anders als sie ist. Dann steht dort noch etwas von einem „bruchstückhaften Störbild“, während  der Roman in  sehr knappen, oft sehr kurzen Szenen, die Beziehung von zwei Frauen erzählt, von denen eine Kellnerin, die andere Psychologie studiert, weil sie kein Blut sehen kann und daher, die von den Eltern angepriesene Medizin nicht in Frage kommt.

Mehr will ich, weil ich das Buch demnächst extra brespreche, nicht verraten. Nur soviel, daß Daniela Strigl etwas von dem bei Debuts üblichen Coming Out- Roman erzählte und, daß sich Barbara Rieger in den ihr zugestandenen zwanzig Minuten, bis Seite hundertzechzig durch das Buch durcharbeitete.

Klaus Kastberger, Milena Michiko Flašar

Klaus Kastberger, Milena Michiko Flašar

Milena Michiko Flašar

Milena Michiko Flašar

Dann kam Klaus Kastberger mit der 1980 in St. Pölten geborenen Milena Michiko Flasar, die mit ihrem „Ich nannte ihn Krawatte“ schlagartig berühmt wurde, auf die Bühne und hielt eine vielleicht wieder leicht sarkastisch gemeinte Lobeshymne auf das Buch von dem er meinte, daß es eigentlich keine typische Japanische Welt beschreibe, beziehungsweise kein typischer Japanroman sei. Das habe ich beim Lesen zwar eigentlich anders empfunden und glaube nicht wirklich, daß es in St. Pölten, wie Klaus Kastberger auch noch anmerkte, spielen könnte, denn ich denke dieser Herr Kaato, der in seiner Pensionierung vereinsamt, so daß er auf dem Friedhof zu tanzen beginnt und sich darüber ärgert, daß seine Befunde bei der Gesundenuntersuchung so gut sind und sich keinen Hund halten kann, weil seine Frau ihn zu teuer findet, für mich schon die typisch japanische Lebenswelt schildert und denke, daß Milena Michiko Flasar, das vielleicht bewußt auch so beschreiben wollte, auch wenn es dann, weil sie ja in Österreich geboren und aufgewachsen ist, das wahrscheinlich doch nicht so ist.

Lustig war die Art und Weise, wie die junge Frau gelesen hat, ist mir dadurch ersst die Schrulligkeit oder Machoartigkeit des Herrn Kato, die mir beim Lesen gar nicht so aufgefallen ist, bewußt geworden.

Kommt der doch nach der Gesundenuntersuchung und dem Tanz auf dem Friedhof nach Haus, will seine Frau sagen, daß sie jetzt endlich einmal die Taschen bei der Hose öffene soll und ärgert sich darüber, daß sie nicht da ist

Sie hat ihm zwar das Essen zum Aufwärmen in den Kühlschrank gestellt und auch die Zeitung hingelegt, da aber die Brille nicht dazugelegt und das hat Michiko Michiko Flasar erst einmal in einem sehr vorwurfsvollen Ton gelesen und dann noch selber darüber zum Lachen angefangen, so daß diese O Töne im langen Schlauch der Arena 21obwohlesie mir schon sehr viel bekanntes brachte, auch wieder eine interessante Erfahrung war.

2018-07-12

O-Töne-Start

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:12
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Stefan Sterzinger Trio

Stefan Sterzinger Trio

Und wieder hat ein tolles Literaturfestival angefangen, die O-Töne, die es im Museumsquartier im Juli und im August, nun schon, glaube ich, zum fünfzehnten Mal gibt und von denen ich wegen meiner Sommerfrische, die ich früher ab Mittwoch in Harland machte, sehr viel versäumte.

Seit zwei Jahren ist der Alfred aber in Altersteilzeit und da gibt es nur mehr Sommerfrischenwochenenden und ich kann mich Donnerstagabend mit einem Buch ins Museumsquartier setzen. Denn man sollte schon eine Stunde vorher dort sein, damit man einen Platz bekommt.

Ich war also, um halb sieben dort, habe begonnen in Elelena Ferrantes „Meine geniale Freundin“, ein Buch das mir die Ruth voriges Jahr geschenkt hat, als wir mit ihr um den Bodensee geradelt sind, zu lesen. Petra Eckhart hat begonnen, die Goodiebags mit dem Programm und den Bleistiften, die ich ja für mein Lesen brauche, weil ich eine starke Anstreicherin bin, zu verteilen. Dann ist  schon meine Hauptschulfreundin Christa U. aufgetaucht, die ich meistens im Sommer bei den den Sommerfestivals sehe und etwas später die Ruth, denn wir wollen ja heuer mit ihr um den Neusiedlersee radeln und hat dem Alfred einen Plan gebracht.

Robert Seethaler

Robert Seethaler

Marie Gamillscheg

Marie Gamillscheg

Langsam hat sich das Areal im Haupthof gefüllt, das Wetter war ja sehr schön und beim Eröffnungsabend der O-Töne gibt es auch immer ein Konzert. Diesmal war es das Stefan Terzinger Trio das begonnen und immer nach dem „Chef!“, gerufen hat und außerdem noch etwas von den Impressionen preisgab, die man erleben kann, wenn man plötzlich in eine Hölle kommt.

Dann kam Daniela Strigl und stellte ihre erste Debutantin vor. Das war diesmal die 1992 in Graz geborene und in Wien lebende Marie Gamilschegg „Mit alles was glänzt“, ein Roman, der in einer Stadt, ähnlich wie Eisenerz spielt und von dem Tod eines jungen Mannes handelt. Zumindest war das die Stelle, die die junge Autorin vorgelesen hat. Sprachlich sind mir einige sehr schöne Stellen in dieser wahrscheinlich leisen Dorfgeschichte aufgefallen und eine solche hatte auch der Star des Abends, der von Katja Gasser moderiert wurde, hat doch der ebenfalls in Berlin lebende Robert Seethaler, von dem ich das erste Mal etwas hörte, als bei „Rund um die Burg neu“ seinen Trafikanten vorgestellt wurde. Ich habe im Schrank einmal ein Buch von ihm gefunden und noch nicht gelesen und richtig berühmt ist er mit seinen „Ein ganzes Leben“ geworden, ein Buch mit dem ich trotz der vielen Lorbeeren, die es bekommen hat, nicht so ganz warmgeworden bin und in seinem „Feld“ scheint es wieder, ums einfache Leben zu gehen und zwar wird da  und das ist ein origineller Einfall, den ich auch beim vorwöchigen „Bachmannlesen“ gefunden habe, eine Stadt durch ihre Toten vorgestellt. Vier solcher Stellen hat Robert Seethaler gelesen, zwei habe ich davon sehr berührend gefunden. Da erzählt eine Lehrerin, wie sie ihren Mann kennengelernt hat und die andere handelt von zwei Krebspatientinennen, die ihre letzten Tagen in einem Sanatorium genannten Sterbehospitz verbringen

Das Buch hat wieder großes Lob bekommen und ist derzeit in großen Stößen in den Buchhandlungen zu finden, so daß zu vermuten ist, daß es auf eine der beiden Buchpreislisten kommen wird. Dann werde ich es wahrscheinlich lesen und herausfinden, ob ich mit Robert Seethaler warm werden kann.

2018-06-10

Sprachspiel.Biennale.West

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:00
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Der Dichter H. C. Artmann, der den Dialektband „Med ana schwoazzn dintn“ geschrieben hat, Mitglied der Wiener Gruppe war und den „Poetischen Akt“ proklamierte, wurde 1921 in Breitensee geboren, dort gibt es ein Kino, die „Breitenseer Lichtspiele“ und das fühlt sich offenbar H. C und seinen Werken sehr verbunden, wurde dort  doch ein Artmann-Festival „Schwarze Chansons-med ana schwoazzn Dintn“ lautete, das drei tägige Festival und das ist, kann ich sagen, schlichtweg falsch, ging es in dem Programm doch um vieles anderes und gesungen wurde, wenn, nur ganz am Schluß.

Das heißt, so richtig kann ich es eigentlich nicht sagen, denn ich war gestern, wo Julia Danielczyk eröffnet hat und es einen Eröffnungsvortrag von Thomas Eder zu diesem Thema gegeben hat, nicht dort, denn ich hatte einige Stunden, die zum Teil zwar ohnehin nicht stattgefunden haben, es war aber auch das Augustin-Grillfest und das hatte ich mir schon länger eingetragen und nochmals eigentlich habe ich am Samstag einen Stadtflanerie Spaziergang auf den Spuren Doderers machen wollen, der war aber bei meiner Anmeldung schon ausgebucht, dann ist die Einladung zu dem Festival gekommen, ich habe gedacht „Ich sollte eigentlich korrigieren!“ und dann „Das ist interessant!“ und so bin ich heute nach Breitensee hinausmarschiert, eine Gegend, die mir bekannt ist, weil ich als Kind meine Ferien oft bei meiner Großmutter, die in der Hütteldorferstraße 150 wohnte, verbrachte.

Die Breitenseer Lichtspiele sind so ein altes Kino, aus den Fünfzigerjahren, ob es noch als Kino benützt wird, weiß ich gar nicht so genau, aber die „Schwarzen Chansons“, von Sprachspiel. biennalewest. at organisiert, haben am Samstag jeweils immer mit einigen künstlerischen Kurzfilmen begonnen, dann gab es eine Autorenlesung und danach ein Gespräch mit einem Literaturwissenschaftler über das Gelesene.

In den Programmzetteln, die ich mir ausdruckte, steht noch etwas über die Absichte der „Sprachspiele“, die wollen H. C. Artmann und seine Werke dem Publikum nher bringen, obwohl am Samstag eigentlich gar nicht von ihm die Rede war.

Denn nach den ersten Kurzfilmen, wo ein Theater zertrümmert wurde und eine Frau von ihrer Vergewaltugung erzählt, kam sinone Hirt auf die Bühne und las aus ihrem Debut „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“, ein Buch das ich schon gelesen habe und ich muß sage, es schloß sich nahtlos, wie auch später mit Ferdinand Schmatz diskutiert wurde, an die gezeigten Filme an. Geht es da ja nicht um eine Zertrümmerung, sondern um eine Frau die mit einem toten Maulwurf in einem Keller haust und sich dort anhand eines Lehrbuchs der Betriebswirtschaft eine Notunterkunft zurechtzimmern will.

Der Realistin in mir, war das Buch ein wenig zu surreal, beziehungsweise habe ich es wahrscheinlich, weil ich es ja realistisch will, nicht so ganz verstanden, so daß es ein Glück war, daß nach der Lesung Ferdinand Schmatz auf die Bühne kam und Inhalt und Absicht erklärte. Einer Fleischertochter wurde nach dem Tod ihrer Eltern das Haus abgerissen und nun sitzt sie da und baut es surreal auf. Natürlich das war zu erwartet, daß bei einem Festival das H. C Artmann gedenken will, keine realistischen Autoren eingeladen waren.

So folgte nach der Pause, wo alle auf der Straße standen und sich küßten und umarmten oder ein Bier beziehungsweise Wein tranken und hier sah man sehr wohl das realistische Gefälle, denn neben und zwischen dem Kino mit dem Fünfzigerjahre Charme sind Pizza und Kebabbuden, die eine ganz andere Klientel haben, als die Leute, die zu dem Festival kamen, Max Höfler mit dem, bezeihugsweise seinem Roboter ich einmal am Volksstimmefest gelesen habe, dessen ersten Buch ich im Schrank gefunden habe, das zweite bei einer Lesung im Literaturmuseum hörte und das dritte, alle drei sind bei „Ritter“ erschienen vor und wurde dann von Alexandra Millner erklärt, die ich ja auch schon über H. C. Artmann referieren gehört habe.

Sein Buch ist nach Dante „Göttlicher Komödie“ geschrieben, also in drei Akten oder Teilen, aber natürlich viel moderner, denn es geht um das Internet, den Neoliberalismus und interessant. Es tauchen real existierende Personen auf, nämlich beispielsweise der Schauspieler Peter Simonischek, der ist bei Höfler allerdingjs ein Politiker, whrend H. C. Strache ein Autor ist.

Dann kam nochmals eine Pause und dann Erwin Einzinger aus OÖ, der dort als Lehrer arbeitete und den ich schon bei „Literatur und Wein“ lesen hörte. Er las Fragmente, beziehungsweise Märchensplitter, die demnächst bei den „Mansukskipten“, die ich ja nicht mehr bekomme, erscheinen werden und danach kam das Finale mit einerLesung der Artmann Witwe Rosa Pock aus ihrem Buch „Die Hundekette, mein eigenes Revier“ und wurde dabei von Peter Ahorner, beziehungsweise den Musikern Hannes Löschel und Vinzenz Witzelsberger unterstützt.

Am Sonntag ging es am Vormittag mit Kurzfilfmen von Peter Kubelka und einer Performance von Jörg Pieringer den ich schon von einigen Veranstaltungen kenne. Er projizierte das Alphabet an die Wand und machte dann sehr sinnliche Sprachspiele daraus. Anschließend gab es ein Gespräch mit Fritz Ostermayer und am Nachmittag ging es dann direkt in die Wiener Gruppe, beziehungsweise zu Gerhard Rühm, dem Doyen, den ich ja erst am Donnerstag im Literaturhaus gesehen habe, jetzt wurde ein Hörspiel zum Thema „rhythmus r“, also alles r Worte, wie er erklärte, gezeigt und dann gab es einen Stummfilm zum Thema Regen aus den Zwanzigerjahen von Joris Ivens mit der Musik von Hanns Eisler.

Dann kamen die „Dental Princes“, sprich Ann und Lucy Cotten mit Mario Schlager, Ann Cotten schwarz geschminkt im Kimono und da gab es dann feministische schwarze Chansons, wenn man so sagen kann, wo alles in Oarsch ist und man sich nicht aufrgen soll oder doch.

Das Gespräch führte wieder Alexandra Millner.Sie interviewte auch gleich Hannes Löschel, der ja am Samstag Abend aufgetreten ist.

Dann kamen Kurzfilme von Linda Christanell, der Frauenbewegten, sehr schöne Filme, der letzte allerdings in einer sehr schlechten Tonqualität. Dann sollte Friedrich Achleitner, ebenfalls ein Mitglied der Wiener Gruppe folgen, der aber nicht kommen konnte. So las Fritz Ostermayer seine Texte und der Impulsvortrag von Marc Oliver Schuster fiel ebenfalls aus. So kam es gleich zum Podiumsgespräch mit Daniela Strigl, Ferdinand Schmatz und Fritz Ostermeyer, und Thomas Eder unter der Leitung der ORF-Journalistin Judith Brandter, wo gerklärt wurden, was die Ziele der Wiener Gruppe waren?

„Die bösen Buben wollten nach der Nazizeit die Gesellschaft provozieren!“ sagte, glaube ich, ungefähr Daniela Strigl, und wurde von Gerhard Rühm unterbrochen, der erklärte, daß eigentlich gar nicht ihre Absicht war. Aber die Publikumsbefragung kommt erst spöter erklärte Judith Brandtner etwas ungehalten und Ferdinand Schmatz erkundigte sich , ob man weiter machen sollte?

Natürlich, die Experten wissen es ja besser, als die die damals dabei waren. Gerhard Rühm ließ sich aber nicht beirren und Linda Christanell ergänzte die Rollen der starken Frauen, die es damals auch gegeben hat, die sich aber in anderer Art und Weise äußerten, beispielsweise daß sie die AUF gründeteten oder Experimantalfilme machte. In der Wiener Gruppe waren, glaube ich, ja nur Elfriede Gerstl und Friederike Mayröcker, aber auch erst spät und die Gerstl hat sich ja, glaube ich, eher an den Rand gedrängt gefühlt.

Dann kam es zur Präsentation der H.C.Artmann-Klasse der Schule für Dichtung, die unter der Leitung des Trio Lepschi, beziehungsweise Stefan Slupetzky, einige Songs nachgedichtet  oder neu geschrieben haben,  die sie jetzt mehr oder weniger gut vorbereitet,  mehr oder weniger gut gesungen vortrugen.

Sie bekamen großen Applaus. Eine Danksagung der Festivalorganisatoren gab es auch noch und es war  eine sehr schöne Veranstaltung in einen eher kleinen Rahmen des literarisch interessierten Insiderpublikums und soll, wenn ich es recht verstanden habe, in zwei Jahren wiederholt werden und da wäre es schön, wenn die Akteure der Wiener Gruppe soweit vorhanden, selber zu Wort kommen könnten.

2017-08-24

Die letzten O-Töne

Laura Freudenthaler

Laura Freudenthaler

Florjan Lipus

Florjan Lipus

Heute „Dörfliches bei den O-Tönen, nämlich Laura Freudenthalters Debutroman „Die Königin schweigt“ und Florjan Lipus „Seelenruhig“ und meine „Wartelektüre“ war Zadie Smidts „Swingtime“.

Da hätte ich gerne einen Teil ausgelesen, weil wir ja morgen wieder wandern gehen und ich das sechshundert Seiten Buch nicht in die Berge mitnehmen will.

Ist nicht gelungen, dafür ein Gespräch mit der Stammbesucherin Christa U. und sehr viel Publikum, obwohl es zuerst gar nicht so ausgesehen hat, das es voll wird.

Die Christa sagte mir aber Florjan Lipus wäre im Kulturjournal gewesen und Katja Gasser war die Moderatorin, die Florjan Lipus auf Slowenisch begrüßte und auch über ihn für den ORf einen Film gedreht hat.

Zuerst kam aber Daniela Strigl auf die Bühne und stellte die 1984 geborene Laura Freudenthaler vor, die ich mehrmal in der Gesellschaft der Literatur“ hörte und deren Erzählband „Der Schädel der Madeleine“ ich mir, glaube ich, bei dem Jahren Flohmarkt vor der Buch Wien vor zwei kaufte.

Ihr Debutroman „Die Königin schweigt“ ist bei  „Droschl“ erschienen, deshalb war auch Henrike Blum da und es geht darin, so weit ich es verstanden habe, um eine alte Frau, die auf ihre Jugend im Dorf zurückblickt und um die Kindheit im Dorf, ging es auch in dem Buch des 1938 bei Eisenkappl geborenen Florjan Lipus, der auf Slowenisch schreibt und deshalb, wie Katja Gasser in der Einleitung erwähnte, den“ Staatspreis für Literatur“ im Vorjahr nicht bekommen hat, obwohl sich einige namhafte Autoren für ihn einsetzten.

Katja Gasser

Katja Gasser

Florjan Lipus

Florjan Lipus

Bekannt geworden ist er mit dem „Zögling Tjaz“, der von Peter Handke wurde, das ich, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe.

Den Autor habe ich, glaube ich, schon in der „Alten Schmiede“ gehört und bei dem Stück das er gelesen hat ging es wieder, um die Großmutter und die Mutter die er mit sechs Jahren verloren hat und die im KZ Ravensbrück umkam, ein Thema, das glaube ich schon in den anderen Büchern vorkommt und das Florja Lipus sehr zu beschäftigen scheint.

Es gab eine lange Schlange von Leuten, die sich anstellten, um sich das Buch signieren zu lassen und ich kann von meiner eigenen Schreibwerkstatt berichten, daß ich heute mit dem Korrigieren von „Besser spät als nie“ fertig geworden bin.

Es sind heute bezüglich Buchpreislesen auch einige Bücher zu mir gekommen, Jonas Lüschers „Kraft“ Michael Wildenhains „Das Singen der Sirenen“ und Robert Prossers „Phantome“, gleich ein zweites Mal, das ich aber der Zustellerin zurückgegeben habe und das ist die Brücke zu Katja Gasser, die ja die Sprecherin der heugien Bp-Jury war.

 

2017-07-21

Christopher Just und Franzobel bei den O-Tönen

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Christopher Just

Christopher Just

Mit dem bei der letzten „Buch-Wien“ gewonnenen „Edelsteingarten“ von Susanne Ayoub bin ich am Donnerstag um sechs ins Museumsquartier gegangen.

Die Kinder der Veranstalter haben diesmal die Goodie-Sackerln verteilt in dem es schon die Ankündigungen zur nächsten Buch-Wien im November zu finden  waren und Debutant des Abend war  der mir bisher unbekannte Christopher Just, offenbar ein Musiker und Kultstar der Technoszene der jetzt bei „Milena“, dem Verlag der einst nur Frauen verlegte und von dem ich  kürzlich zwei  Krimis gelesen hatbe, einen fünfhundert Seiten langen Roman, namens der „Modddetektiv“ herausgegeben hat.

Daniela Strigl leitete wieder ein und Anfangs war der Autor nicht sehr gut zu verstehen, was ein oder  warum   August Johnny Sandemann ein Moddetektiv ist, habe ich so nicht ganz mitbekommen. Er scheint aber eine große Schnauze zu haben und einen trashigen Anzug zu tragen und auf diese Art und Weise ein genauso wortgewandgtes Mädchen namens Birigt zu treffen.

Diese Stelle hat der Autor vorgetragen, dann kam Sebastian Fasthuber auf die Bühne, der übrigens im „Falter“ eine Rezension zum „Modetektiv“ geschrieben hat und stellte Franzobel und dessen „Floss der Medusa“ vor, ein Buch von dem ich wieder annehme, daß es auf einer oder allen zwei der „Buchpreislisten“ stehen wird und aus dem Franzobel schon vor einem guten Jahr in der „Alten Schmiede“ gelesen hat, als das Buch noch nich erschienen war.

Damals hat Franzobel sehr viele Unterlagen, Bilder Fotografien dazu gezeigt, jetzt erwähnte der Moderator, daß Franzobel sehr lange, nämlich drei Jahre an dem Buch geschrieben hat, das eigentlich schon 2016 erscheinen sollte, da die „Medusa“ ja vor zweihundert Jahren, nämlch 1816 gestrandet ist.

Publikum

Publikum

Franzobel

Franzobel

Es gibt schon Bücher von Julian Barnes, ein Buch, das ich übrigens auf meinen Stapel habe und Peter Weiss zu diesem Thema und Franzobel las sich launig durch das Buch und erzählte etwas vom Untergang der „Medusa und den hundertfünfzig Menschen, die dann auf das Floß verladen wurden, von denen nur fünzehn überlebten indem sie sich vom Fleisch der anderen ernährten und ihren Urin tranken und darob zum Teil auch wahnsinnig wurden.

Während Franzobel las, kam ein Sturm über das Museumsquartier, so war die Lesung nach dem Gespräch mit Sebastian Fasthuber dann auch beendet, bei dem Franzobel noch ein bißchen etwas zu seiner Lust an der Sprachaktobatik und am Fabulieren erzählte, während Sebastian Fasthuber meint, daß das ein eher konventionell erzählter Roman sei, der aber, wenn man Abenteuergeschichten mag, sicherlich ganhz spannend ist.

2017-07-13

O-Töne zu Krieg, Flucht, Trauma und Übersetzung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Die heurigen Sommerdonnerstage habe ich ja dem Literaturfestival „O-Töne“ gewidmet und damit ich einen guten PLatz bekomme, was mir im Vorjahr nicht immer gelungen ist,  habe ich vor, wenn möglich schon um sechs hinzugehen und mir die Zeit bis zu Beginn, was ja auch sehr passend ist mit Lesen zu vertreiben.

Vorige Woche war es Barbi Markovic „Superheldinnen“, diesmal „Louise Erdichs „Schattenfangen“, Ende August kommt dann wahrscheinlich schon ein Buchpreisbuch dazu und diesmal habe ich auch nur eine Stunde gelesen und mich in der zweiten mit Christa U. unterhalten, mit der ich in die Hauptschule gegangen bin und die ich regelmäßig bei Festivals und Veranstaltungen treffe.

Die „O-Töne“ passen diesmal zu den Themen „Krieg, Flucht, Trauma und übersetzen, beziehungsweise Dolmetsch, leitete dann Daniela Strigl ein, die wieder moderierte und stellte sodann Mascha Dabic mit ihrem Debut „Reibungsverluste“ vor, von dem ich, glaube ich, schon etwas gehört oder gelesen habe.

Es geht jedenfalls um eine Übersetzerin, die bei einer Therapeutin dometscht, also ein mir gar nicht so unbekanntes Thema, eitlang Asylwerberdiagnostik mit Dolmetscherunterstützung gemacht.

Die Klientin von der Stelle, die die junge Autorin vorgelesen hat, war auch eine Tschetschenin mit einem Baby, eine Zweitfrau und die Therapeutin mußte der Dolmetscherin erklären, warum das Schweigen in einer Therapie wichtig ist.

Dann kam, mir bestens bekannt Anna Kim mit ihrem Roman „Die große Heimkehr“, von dem ich mir vorstellen kann, daß er auf der einen oder der anderen Buchpreisliste stehen wird und der handelt diesmal von Anna Kims Wurzeln, beziehungsweise dem Koreakrieg.

Wieder wurden zwei Stellen vorgetragen und dazwischen gab es ein Iinterview, wo Daniela Strigl, die Autorin zu ihrem Buch befragte.

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

In der Ersten sucht eine Deutsch–Koreanerin, die mit vier Jahren adoptiert wurde, einen alten Archivar auf, dem sie einen Brief aus dem Englischen übersetzt. Sie ist nach Korea gekommen, um ihre Eltern zu suchen und gerät dabei offenbar in die Geschichte hinein und so spielt die zweite Stell auch in den Fünfzigerjahren und da wird viel vom Koreakrieg erzählt.

Interessant, interessant und ich bin jetzt gespannt, ob das Buch demnächst lesen werde.

„Die Bilderspur“, Anna Kims erstes Buch und einen  bei „Residenz“ erschienenen „Essay-Band“ habe ich gelesen, dazwischen war ich bei einigen ihrer Lesungen  und nochmals interessant, das nächste Buch das ich lesen werde, wird eines von Sabine Gruber sein, aber nicht, das was sie im Vorjahr bei den „O-Tönen“ vorstellte und mit dem sie auch auf der öst-List stand, sondern „Stillbach  oder die Sehnsucht“, das ich mir, glaube ich, vor ein paar Jhren bei einem „Morawa-Flohmarkt“ kaufte.

2017-07-07

Die vierzehnten O-Töne

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 02:41
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20170706-201007

Christian Strasser

Die O-Töne, das Literaturfest im Museumsquartier, das es jetzt schon seit vierzehn Jahren gibt, ist ja bisher immer ein bißchen an mir vorbeigegangen, ist die Veranstaltung doch jeden Donnerstag im Juli und im August und da war ich  in den letzten Sommern in Harland auf der Sommerfrische und bin höchstens dort gewesen, wenn der Alfred einmal mit dem Karli auf Urlaub war.

Aber jetzt ist ja der Alfred auf Altersteilzeit und da gibt es nur mehr Sommerfrischenwochenende und so habe ich mir das Literaturfestival schon im vorigen Jahr ziemlich gegeben, was sehr gut war, weil ich da so ziemlich genau wissen konnte, das da auf der österreichischen Buchpreisliste stehen wird.

Und so habe ich mir auch die diesjährige  Eröffnung gegeben und bin sogar schon um sechs im Museumsquartier gewesen, weil ich nach der Sommerakademie nicht extra nach Hause gehen wollte.

Das ist gut, um einen Platz zu bekommen, denn da sind die Sitzreihen, die erst später von den Veranstaltern reserviert werden, meistens noch leer, obwohl ich die Veranstaltung vom Programm her eigentlich auch auslassen hätte können.

Da ich sowohl Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ und Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“ schon gelesen habe und ich gehe ja nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon kenne, obwohl ich hätte was versäumt, denn die Eröffnungen sind ja immer sehr festlich.

Christoph Möderndorfer

Christoph Möderndorfer

20170706-201647

Gabriela Hegedüs

Da kommt zuerst der MQ-Direktor und hält eine Grundsatzrede zur Literatr, betont, daß Lesen schön und wichtig ist und da ich die gestrigen Bachmannpreiseröffnung ohnehin versäumt habe, war da etwas nachzuholen und dann beginnen die O Töne ja meistens mit einem Konzert, das diesmal die Singer Songwriterin Violetta Parsini gestaltet hat, der ich schon bei den Proben ein wenig zuhören konnte. Sie sang von den Fahrradunfällen, die ihr Leben sehr verändert haben und dann kam wieder Daniela Strigl und stellte Birgit Birnbacher vor, die ein Stück von dem jungen Mann gelesen hat, der für seinen Bewährungshelfer die Beweggründe aufsprechen muß, wieso er in einem Hasenkostüm eine Tankstelle überfallen hat und interessant Daniela Strigl stellte das Buch, auf dem ja Roman steht, als Erzählband vor, der kunstvoll miteinander verflochten ist.

Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ ist dann ein richtiger Erzählband, da gab es eine längere Stelle aus der Geschichte, wo sich die junge >Mutter Sorgen um ihre Tochter und die Ausgrenzung eines ausländischen Kindes aus ihrer Schulklasse macht.

Dann gab es ein Interview mit der Autorin zu ihrer Art des Schreibens und dann kamen noch zwei Textbeispiele, eines aus der Geschichte, wo der alte Mann seine demente Frau auf eine Leiter zwingt und dann noch die, wo ein Paar mit seinem Kind nach Italien auf Urlaub fährt.

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Violetta Parisini

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Daniela Strigl

Die Rolle der Tiere in  die Geschichten, die ja nicht immer gleich zu erkennen sind, wurden wieder diskutiert und dann rief die Veranstalterin schon zum Wiederkommen nächste Woche auf und das habe ich ja vor mir, die O-Töne diesmal ganz zu geben und interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, daß ich das „Streichelinstitut“ bei dessen Präsentation ich ja vor Jahren bei den Boulebahnen einmal war, inzwischen im Schrank gefunden habe und während ich auf den Beginn gewartet habe, habe ich Barbi Markovics „Superheldinnen“ gelesen und die liest ja heuer in Klagenfurt.

Das Buch inst im „Residenz-Verlag“ erschienen und dort hat ja Petra Eckhart, die jetzt das Programm organisiert einmal die Presse betreut.

Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher

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Eva Menasse

2016-04-17

WELT.ALL.TAG bei „Literatur und Wein“

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Viktor Jerofejew

Viktor Jerofejew

Miljenko Jergović

Miljenko Jergović

Das internationale Kulturfestival „Literatur und Wein“ findet inzwischen, wie Sylvia Treudl bei der Eröffnung stolz erzählte, zum achtzehnten Mal in Krems und Göttweig statt, zum vierten Mal sind wir dabei.

Das Motto lautete heuer „WELT.ALL.TAG“ und begonnen hat es am Donnerstag im Literaturhaus Krems mit einer Lesung des  1966 in Sarajevo geborenen und seit 1993 in Zagreb lebenden Miljenko Jergovic, der aus seinem atuobiografisch klingenden Roman „Vater“ gelesen hat, in der Beziehung des Sohnes zu seinem Vater, einem Arzt, geschildert wird.

Dann folgte der  1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew mit seinen  2013 bei „Hanser“ auf Deutsch erschienenen Roman „Die Akimuden“, der ein bißchen an Bulgakovs „Der Meister und Margarita“ erinnert.

Jedenfalls wird Moskau von einer Horde Untoter übefallen, einige nisten sich in der Wohnung des Erzählers ein und der Autor erzählte im Interview, daß man mit Satire viel besser Kritik am System üben kann und scheint das mit seinem Roman, der sehr witzig und fantastisch klang, auch bewiesen zu haben.

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Eva Jancak, Margarita Kinstner

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Am Freitag ging es dann in Göttweig mit der Begrüßung des Abtes und der Doppelconfercne, Literatur-und Weinvorstellung, weiter und zwar begann Margarita Kinstner, die ich ja vom Cafe Anno, bziehungsweise dem Blog von Thomas Wollinger kenne und die mit ihren Debutroman „Mittelstadtrauschen“ ja sehr schnell bekanntgeworden ist.

Inzwischen gibt es einen zweiten Roman „Die Schmetterlingsfängerin“, im vorigen Jahr erschienen, der ein bißchen an mir vorbei gegangen ist, wo es um die Entscheidung einer Lehrerin geht, ihrem Freund oder Mann nach Sarajevo zu  folgen und dort sein Kind zu bekommen.

 

War eine sehr spannende und erfrischende Lesung, dazwischen bin ich das  Exemplar von Jan Böttchers „Y“, das wiedermal zu viel zu mir gekommen ist losgeworden und das erste Glas Wein mit Blick von der Terrasse auf die Donau wurde auch getrunken und ein paar Leute begrüßt.

 

Judith Kuckart

Judith Kuckart

Pedro Lenz

Pedro Lenz

Die 1965 geborene Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert von der ich „Augen zu“ im Vorjahr gelesen habe und „Ohio“ an die Reihe kommen sollte, wenn ich mit meinen Stefan Zweig Schwerpunkt, den ich mir bezüglich meines derzeitigen Romanprojekts aufgelegt habe, fertig bin, folgte mit „Wie wir älter werden“ und dann kam Ernst Molden mit seiner Band und stellte ein Projekt  vor wo es um die Au, den Nationalpark und das Wasser ging und erzählte, daß er einen Auftritt wie diesen liebe, eine halbe Stunde singen, dann zwei Stunden die besten Weine trinken, denn dazwischen ging es ja weiter mit der langen Lesenacht und dem „Weltalltag“ mit dem 1935 in Meran geborenen Joseph Zoderer, dem Mann mit dem Hut, den Sylvia Treudl sowohl, als Klassiker als auch als Gegenwartsautor vorstellte, seine Werke werden jetzt von „Haymon“ wieder aufgegelgt und so las er aus den „Farben der Grausamkeit“ und da war es für mich spannend zu sehen, wieviel man von seiner Lektüre vergißt, beziehungsweise fielen mir einigen originelle Wortschöpfungen und Wenungen auf, an die ich mich nicht erinnern konnte.

Mit der Büchnerpreisträgerin von 2012, der 1960 in Hameln geborenen Felicitas Hoppe, die ich 1996 in Klagenfurt, als sie dort einen der Bachmannpreise gewann, kennenlernte, ging es weiter und das war für mich wieder eine Überraschung, habe ich ja mit dem „Picknick der Friseure“ das 2913 gelesen habe, nicht besonders viel anfangen können und das sagte ich auch in der Pause zu Wolfgang Kühn, als er mich fragte, wie es mir das Festival gefällt?

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß

Jetzt las sie aus dem 2012 erschienenen Roman oder erfundenen Autobiografie „Hoppe“ und da war ich eigentlich auch sehr skeptisch. Dann hat mir diese Fabulierkunst und die Geschichte einer Felicitas die mit ihrem Vater alleine in Canada aufwächst, beziehungsweise Eisschlittschuhläuferin ist und hunderttausend andere Dinge macht, die in der echten Biografie nicht aufscheinen, aber sehr gefallen.

Dann gabs noch mal Molden und nochmal Pause, dann folgte Antonio Fian, auch ein alter Bekannter von „Literatur und Wein“, wie mir überhaupt auffiel, daß sich einige Autoren oder Musiker wiederholen und immer wieder eingeladen werden und der las eine Menge seiner Dramulette  und ist auch Gegenstand  einer der Sonderpublikationen, die es in diesem Jahr wieder gab.

Der Samstag war dann wieder rund und zwar begann es im Literaturhaus Krems mit einer weiteren „Transfair-Folge: Von Staatsfeinden, Paranoia und zivilen Ungehorsam“, wo Klaus Zeyringer mit Kathrin Röggla und dem Tierschützer Martin Balluch über ihre Bücher diskutierte, während es eine Parallelveranstaltung mit fünf internationalen Lyrikern aus Italien, Slowenien, Wales, Deutschland und Polen, zu deren Veröffentlichungen es auch je eine Sonderpublikationen „Veropolis – wo Lyrik zu Hause ist“, gegeben hat, die es zur freien Entnahme gab, beziehungsweise bei den „Festivalpaß-Goodies“waren.

Harri Stojka

Harri Stojka

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Ich habe mich  für das  Literaturhaus entschieden, wo Klaus Zeyringer die Fiktion zu diesem Thema  dem Realismus gegenüber stellte.

Arbeitet ja die 1971 in Salzburg geborene Kathrin Röggla von der ich „Wir schlafen nicht“ gelesen habe und die ich auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen gehört hat, ja mit realistischen Material aus dem sie ihre Texte macht.  sie las auch einen, wo das Wort „Schweigeminute“ in  Formen variiert wurde, während der Tierschützer Martin Balluch, der mit seinem Hund ins Literaturhaus gekommen ist, ein Buch über seinen Prozeß geschrieben hat und daraus zitierte.

Am Nachmittag bin ich wieder auf die Wanderung, diesmal mit dem Winzer Urban Stargards, der schwedische Wurzeln hat, auf die Steiner Weinrieden gegangen. Danach las Christian Futscher, den ich vor kurem im „MUSA“ hörte, aus seinem bei „Czernin“ erschienenen satirischen Text „Was mir die Erdmänchen erzählen“, in dem sehr viele Tiere vorkommen.

Mit dem Bus ist es dann nach Gottweig zum zweiten Leseabend gegangen, wo ich die mir bisher unbekannte Judith Kuckart kennenlernen, die das Publikum wählen ließ, welche Geschichte es aus ihrem neuen Erzählband hören wollte und dann von einer Schauspielerin las, die in einer Bäckerei arbeitet und dabei offenbar sehr viel flunkert.

Sonnenuntergang auf Göttweig

Sonnenuntergang auf Göttweig

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Den Schweizer Pedro Lenz, der dann folgte, kenne ich durch das „Bachmannlesen“, er las ein langes Gedicht, scheint auch viel in der Berner Mundart zu schreiben und lobte seinen „Patenwein“ aus dem Weingut Hirsch.

 

Der 1943 geborene Poppoet Wolf Wondratschek, der nach dem ersten Musikblock, der diesmal wieder von Harri Stojka und seiner Band gestaltet wurde, gehörte wohl zu den bekanntesten Autoren, die am Samstag auftraten. So hielt ihm Sylvia Treudl auch eine sehr leidenschaftliche Einführung. Er las ein Stück aus seinem schon 2002 erschienenen Roman „Mozarts Friseur“, wo es um drei alte und falsch gehende Uhren geht, die ein Museumsdirektor für ein Kunstwerk hält, so daß der Friseur schnell eine Biografie herum erfindet.

Politisch wurde es wieder mit Karl Markus Gauß und seinen Journalen, aus denen er einige Kostproben gab und Stefan Slupetzky mit seinen „Lemming-Romanen“ ein bekannter Krimiautor, mit denen der den „Glauser-“ und den „Perutz Preis“ gewonnen hat, sowie auch Musiker, hat jetzt mit „Der letzte große Trost“, sowohl einen Familien als auch autobiografischen Roman geschrieben, den er nach der zweiten Musikeinlage vorstellte.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Die Gebirgspoeten

Die Gebirgspoeten

Mit dem Trio „LEPSCHI“ in dem Stefan Slupetzky, Tomas Slupetzky und Martin Zrost spielen und das ich schon einmal im Wiener Literaturhaus hörte, ist es in der Sektmatinee am Sonntag in Krems weitergegangen und die  stand im Zeichen der Schweiz-Östereischichen Freundschaft, kamen doch nach einem Musikauftakt die „Gebirgspoeten“, die aus den Schweizern Rolf Hermann, Achim Parterre und Matto Kämpf bestehen, die in karierten Hemden auftraten und sich, wie im Programm steht, mit „Den Mythen und Klischees der Schweiz“ auseinandersetzen zu Wort und danach wieder der Schauspieler Christoph Mauz mit einem „Willkommenskultur“ getitelten Programm, das aus Texten von Karl Kraus zum Beispiel aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ und Anton Kuh bestand und da  hundert Jahre alte literarische Betrachtungen, die wie Christoph Maunz erklärte, erstaunlich heutig klingen, excellent aufführte und so ist dieser „Weltalltag“ in Göttweig und Krems mit vielen Weinproben, bekannter und unbekannter Literatur zu Ende gegangen und während das Team um Sylvia Treudl das Programm für das nächste Jahr zusammenstellt, bleibt zu hoffen, daß er die  Welt vielleicht ein bißchen besser macht.

 

 

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