Literaturgefluester

2016-09-30

Enquette zur Literaturvermittlung

Gestern habe ich nicht nur die „H.C.Artmann-Preisverleihung“ an Anselm Glück, sondern auch die Eröffnung der „Enquette zur Literaturvermittlung“ im Odeon Theater, versäumt, die von zehn österreichischen Literaturhäusern, die schon seit 2004 mit einem „mit Sprache“ genannten Projekt zusammenarbeiten, veranstaltet wurde und die im vorigen Jahr einen Fragebogen entwickelt haben, in dem sie die Besucher  zu ihren Motiven befragten,ein Literaturhaus zu besuchen, ich habe je einen davon in der „Gesellschaft für Literatur“ und in der „Alten Schmiede“, die in Wien neben dem Literaturhaus auch zu den Veranstaltern, gehört ausgefüllt und bin heute zu der Enquette gegangen, an der sich außer dem NÖ Literaturhaus noch die anderen österreichischen Literaturhäuser, das Felder Archiv und das Stifter Haus Linz beteiligt haben.

Gestern wurde auch noch eine Anthologie „Zwischen Schreiben und Lesen“ vorgestellt, wo wieder einige  Autoren ausgewählt wurden, dazu ihren Senf abzugeben und heute ging es los mit verschiedenen Themengebieten, die sich mit der Literaturvermittlung befassen.

So gab Michael Wimmer, der einmal das „Kulturservice“ gegründet hat, einen sehr interessanten Einblick, wie sich die Kulturlandschaft im Laufe der Zeit entwickelt hat. In den fünfziger Jahren gab es eine autoriäte Landschaft, dann kamen, die sehr aufbruchsorientierten Siebzigerjahre, wo Kreisky ja mit der Literaturförderung begann, die Literaturhäuser gegründet wurden und jetzt werden die Budgets eingespart und man kann darüber diskutieren, ob man überhaupt Orte wie Literaturhäuser braucht?

Manfred Müller, der Leiter der „Gesellschaft für Literatur“ brachte dazu eine Studie, die zeigte, daß seit den Neunzigerjahren, die Zahl der Literaturveranstaltungen sehr zugenommen hat, jetzt wird auch in Buchhandlungen, Bibliotheken, Wirtshäuser und Cafes, etcetera, gelesen.

Aber die Literaturhäuser sind, glaube ich, die Orte, wo die eingeladenen Autoren, alle dürfen da ja nicht lesen, ein einigermaßen anständiges Honorar bekommen, während die anderen jetzt wahrscheinlich viel leichter, woanders lesen und auch ihre Bücher selber machen können, dafür aber nichts oder zwanzig oder dreißig Euro bekommen.

Dazu gab es auch eine Untersuchung, die zeigte, wie viele Autoren überhaupt umsonst lesen und im dritten Block ging es, um die Literaturvermittlung bei Kindern- und Jugendlichen.

Da wurde offenbar schon am Donnerstag vor allem von Jochen Jung beklagt, daß die Leute viel zu wenig lesen, die Kinder lernen es oft in der Schule nicht mehr richtig und da springen dann zum Beispiel „Institute für Kinder und Jugendliteratur“ ein und machen mit den Kindern Rollenspiele und Schreibwerkstätten oder das Literaturhaus Köln bietet Fortbildung für Lehrer an, wo die selber schreiben lernen.

Am Nachmittag ging es dann, um die Medien. Da diskutierte Klaus Kastberger mit Peter Klein von Ö1 und Brigitte Schwens Harrant, die ja nicht nur Jurorin beim öst.Bp ist, sonder auch die Literaturabteilung der „Furche“ leitet und er gab auch eine Studie in Auftrag, wieviel die Medien über Literaturhäuser berichten und da ist interessant, daß nicht nur die Zeitungen durchforstet wurden, sondern einige Blogs, da fiel zwar öfter das Wort „Laienkritik“ und, wie das jetzt mit den E-Books ist, war man sich auf den Podien auch nicht ganz sicher, hat aber einige Litblogs durchforstet und herausbekommen, daß nur ganz wenige österreichische Blog über die Literaturhäuser berichten.

Da war der meine höchstwahrscheinlich wieder einmal nicht dabei, denn ich tue das ja sehr viel, wohl aber „Inadäquat“, den es  nicht der gibt und der „Duftenden Doppelpunkt“.

Das Ergebnis war aber, daß sehr wohl über Veranstaltungen berichtet wird und dann gings zur Auswertung der Fragebögen und da stellte sich auch heraus, das Publikum ist sehr zufrieden, will aber, was mich ein wenig wunderte, gar nicht so sehr mit den Autoren, als über die Autoren dieskutieren. Man konnte auch bei dieser Veranstaltung nicht direkt Fragen stellen, saß zwar im selben Raum, aber wenn man Fragen hatten, konnte man die auf einen Zettel schreiben und mit einer Kluppe auf ein Wäscheseil hängen und sie wurden dann in der Schlußdiskussion zusammengefaßt, was ich wieder etwas seltsam fand.

Aber erst kamen Markus Köhe und Mieze Medusa an die Reihe, die den ganzen Tag offenbar den Auftrag hatten, bei der Veranstaltung mitzuschreiben und dann eine Performance, beziehungsweise fast einen Poetry Slam aus den mitgeschriebenen Sätzen machten und bei der Schlußdiskussion mit Klaus Kastberger, Doris Moser, Gerhard Rusis, Margit Schreiner, Daniela Strigl und Michael Wimmer, der neue Bundesminister war zwar angefragt, ist aber nicht gekommen, Kristina Pfoser moderierte, ging es wieder kontrovers zu, denn Klaus Kastberger der neue Leiter des „Grazer Literaturhauses“ stellte die Frage, ob ein Literaturhaus subversiv sein müsse und meinte, er hätte nur deshalb zu lesen angefangen, weil es zu Hause keine Bücher gegeben hätte, hätte ihm ein Lehrer beispielsweise Handke in die Hand gedrückt, hätte er den höchstwahrscheinlich bis heute nicht gelesen.

Gerhard Ruiss beklagte die Einsparmaßnahmen und die Schäden die die Zentralmatura für die Schüler und die Studenten hat, die jetzt nur noch Leserbriefe schreiben, aber keine Bücher mehr besprechen würden, wurden auch sehr oft beklagt.

Eine sowohl sehr interessante,  als auch wieder sehr elitäre Veranstaltung, wo sich die Vermittler und die Autoren grüßten, küßten, Kaffee tranken und das Publkum, das ja wie der Fragebogen auch erhob, oft auch aus Autoren bestand, daneben stand und schaute zu.

Aber sehr viel Zeit, das zu bedauern, blieb mir gar nicht, denn die Diskussion war um viertel acht zu Ende und, um dreiviertel sieben hatte im „Kulturzentrum Siebenstern“, auch einer von den anderen literarischen Orten, schon die „Poet Night“ des Wiener Lesetheaters beonnen und da lese ich ja immer mit.

Was ich mir aber mitnehmen kann, ist das wieder selber machen, selber lesen, selber schreiben, auch wenn man damit nicht in den Literaturbetrieb hineinkommt, der ja, wie man sieht sehr abgekapselt ist und das auch immer perfekter praktiziert, zwischen gut und schlecht, hüben und drüben, draußen und drinnen zu unterscheiden.

Die Eigenintiative aber machts, das sagt ja auch Gerhard Ruiss immer, auch wenn ich persönlich offenbar nicht viel weiter komme, sondern manchmal sogar an Anführungszeichen scheitere.

2016-04-26

Preis der Literaturhäuser

Der „Preis der Literaturhäuser“ wird seit 2002 vom „Netzwerk der Literaturhäuser“ vergeben und am Freitag in Leipzig auf dem „Blauen Sofa“ vorgestellt. so war ich einige Male dabei, als ihn Ferdun Zaimoglu, Judith Schalansky, Niklas Mahler, etcetera, gewonnen haben.

Ein Preis der mit vierzehntausend Euro dotiert und mit der Auflage verbunden ist, daß der Preisträger  eine Lesetournee in die Literaturhaäuser macht und ihn sozusagen abarbeitet oder seine Arbeiten vorstellt.

Es gibt dann immer einen Flyer wo die Lesungen in den Literaturhäusern angegeben sind. Berlin, Leipzig, Salzburg, Graz…

Wien war nie dabei, so daß ich in den letzten Jahren immer in Leipzig, wenn ich dort gewesen bin, danach fragte?

„Eine gute Frage?“, hat mir Silvia Bartl, als sie in Leipzig war, um den Büchertisch der GAV, als die dort die „Lyrik im März“ im „Ringcafe“ veranstaltete, zu betreuen.

Judith Schalansky hat es nicht gewußt, und der Herr, der voriges Jahr moderierte hat, mir erklärt, daß das Wiener Literaturhaus eigentlich die Dokumentationsstelle für neuere Literatur sei und deshalb nicht dabei, aber beitreten würde.

Jetzt ist es soweit und so hat Ulf Stolterfoht, der heurige Preisträger, heute in Wien Station gemacht.

Den Namen des 1963 in Stuttgart geborenen Preisträgers kenne ich von der „Praxis des Schreibens“ und die Literaturhauslesungen, die am 18. März im Literaturhaus Leipzig begonnen haben, scheinen sich so abzuspielen, daß sich der Preisträger einen zweiten Lyriker einlädt und mit dem dann liest und diskutiert.

Für Wien hat sich Ulf Stolterfoht, den 1963 Südtiroler Oswald Egger, auch ein experimenteller Lyriker, den ich schon mal in der „Alten Schmiede“ hörte, gewünscht und das Literaturhaus war sehr voll von jungen Leuten, die ich spontan für Studenten der Sprachkunst gehalten hätte.

Das das stimmte dürfte, hat Robert Huez, den ich seit langem wieder mal im Literaturhaus sah, bestätigt, denn Ul Stolterfoht scheint dort  zu unterrichten und Oswald Egger hat mit der Lesung seiner Gedichte begonnen, ein sehr sprachgewaltiges Langgedicht, wie mir schien, wo es um das Essen von Stuten und Fohlen, etc ging und ich mir als die humorlose realistische Schreiberin dachte, wer tut das schon oder man könnte sich auch nach dem Sinn des solchen fragen, aber das wurde erst später angesprochen.

Zuerst las der Preisträger, der auch einen Verlag hat, in dem er beispielsweise Oswald Egger verlegt und er las einige Gedichte, die sich mit der Lyrik beschäftigten.

„Immens starke Lesergewohnheiten zerstören  die Wirkkraft der Dichtung“, wenn ich richtig zitiere, worauf ein Gelächter durch das wahrscheinlich studentische Publikum ging und Gedichte, die er Thomas Kling und Oskar Pastior gewidmet hat.

Dann war die Lesung aus.

„Jetzt müssen wir sprechen!“, sagte Ulf Stolterfoht in Oswald Eggers Richtung. Ein langes Schweigen war die Folge, das Christl Greller, die neben mir saß,  als kreatives Schweigen benannte.

„Jetzt nicht mehr!“, antwortete Oswald Egger,  dann bezog sich Ulf Stolterfoht auf Oswald Eggers Landschaftsbeschreibungen, die ihm sehr gefielen und in denen er gerne leben würde, obwohl er nicht wüßte, ob er darin überleben könnte?

Oswald Egger widersprach und begann von dem Wunsch zu sprechen, seine Gedichte zu projezieren, dann würden einzele Worte verschwinden und wieder andere neue Gedichte entstehen.

Dann ging es über den Sinn der Dichtung.

„Wozu der Scheiß?“, fragte Ulf Stolterfoht, flapsig freundlich, was die Humorlose, als „Verarschung“ interpretierte.

„Wozu tut man sich das an, ein Gedicht nach dem anderen zu schreiben?“

Nun man gewinnt den „Preis der Literaturhäuser“ beispielsweise damit,  geht ein paar Monate auf Lesereise und stellt seine Gedichte ein paar Leuten vor, die sie beispielsweise nicht als „Scheiß“ empfinden. So war auch ein Teil der experimentellen Szene Wiens, wie Brigitta Falkner, Herbert J. Wimmer, dann noch Monika Vasik und Christl Greller, ganz zu schweigen von mir, gekommen.

„Haben wir jetzt genug geredet und sollen wir noch was lesen?“, fragte Ulf Stolterfoht nach einer Weile und erzählte  von einer seiner Lesung in Ostberlin, wo er vier Gedichte ankündigte, worauf der Veranstalter aus dem Off „Allerhöchstens zwei!“, büllte.

Die hat er dann gelesen, die von Drogenerfahrungen handelte und morgen geht es in Literaturhaus Graz, wo Jan Wagner, der Gewinner des Leipziger Buchpreises“ vom letzten Jahr der zweite Leser ist und gestern waren sie in Salzburg, wo Ulf Stolterfoht mit Franz Josef Czernin gelesen hat.

Da wurde, hat er mir gesagt, das Gespräch, das man heute vielleicht ein wenig unvorbereitet nennen könnte, moderiert.

Eine Studentin hat diese Art der Moderation als sehr angenehm und locker gefunden. Ich bin da ja  vielleicht ein wenig humorloser, ernsthafter und angespannter und hätte mir vielleicht auch eine etwas konkreter Antwort erwartet, wie man dazu kommt „Ich esse Stuten, ich esse Fohlen!“ zu dichten und habe ja auch erst am Montag eine sehr gut moderierte Lesung eines experimentellen Dichters gehört.

In Wien muß man zwar keinen Eintritt zahlen, zehn Euro hätte ich mir „einen Scheiß“ aber nicht kosten lassen. Ganz abgesehen, daß das eine Vorstellung eines Literaturpreisträgers wahrscheinlich nicht ist.

2015-12-15

Joeseph Roths Städtebilder

Im Literaturhaus gibt es eine Internationale Joseph Roth Gesellschaft, zumindestens ist Heinz Lunzer, der ehemalige Literaturhausleiter der Vorstand oder Präsident und es finden auch immer Veranstaltungen über den großen Dichter, der 1894 in Ostgalizien geboren wurde und 1939 in Paris gestorben ist und der schon zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das Kunststück zusammenbrachte, die Literatur mit dem Journalismus zu verbinden, statt.

Meine Jeseph Roth Geschichte, habe ich glaube ich, schon aufgeschrieben, im Bücherkasten meiner Eltern gab es den „Radetzkymarsch“, den habe ich lange ehrfürchtig angestarrt, bis ich das Buch 2012 gelesen habe, da hatte ich in den Siebzigerjahren aber schon die Michael Kehlmann Verfilmung gesehen und war entsetzt, nur eine einzige Frau und die ist eine Hure, eine Haushälterin gibt es, glaube ich, auch und dann das ewige Geschwafel vom Untergang der Monarchie.

Gott, war ich damals naiv, aber das sind wohl die Entwicklungsschritte einer schreibenden Psychologiestudentin aus einer nicht so beaugoisen Schicht, dann gabs irgendwann ein Gedenkjahr und ich habe mir gedacht, ich darf mir keine Bücher kaufen und habe mir dann das „Im Spinnennetz“, „Rechts und Links“ und „Hotel Savoy“ gekauft und wohl auch gelesen.

Die „Kapazinergruft“ habe ich  bewußt ausgelassen und hoffe, daß ich sie noch irgendwann finde und 1994 oder 1995, als ich mit der Betreuung meines Vaters bechäftigt war, habe ich mir von ihm einen Bildband, den, glaube ich, Heinz Lunzer herausgegeben hat, schenken lassen und zu dieser Zeit wäre ich mit Heinz Lunzer und der Gesellschaft fast auch auf eine Studienreise nach Lemberg mitgefahren.

2007 gab es im Literaturhaus, glaube ich, die große Joseph Roth Ausstellung oder war es 2008, ich habe jedenfalls noch nicht gebloggt und ein paar Bücher habe ich mir inzwischen auch gekauft und war bei ein paar Veranstaltungen im Literaturhaus, andere habe ich versäumt, so eine große Roth Spezialistin, Liebhaberin oder Fanin bin ich ja nicht, zu letzt war ich glaube ich im Spittelhauskino bei der Veranstaltung Joseph Roth und der Film und jetzt die „Städtebilder“.

Die letzten Wochen ist es in meiner Praxis und auch so ja ziemlich intensiv zugegangen, so daß ich einige interessante Veranstaltungen, beispielsweise das Symposium zur Sprachkunst auslassen mußte und auch heute hatte ich eine sechs Uhr Stunde, dann bin ich aber mit dem Bus ins Literaturhaus gefahren und ich bin gerade noch zu der Einleitung von dem französischen Literatrurprofessor, es ist ein Germanist, der an der Sorbonne lehrt, Stephane Pesnel zurechtgekommen, der erklärte, daß der Band, der gemeinsam mit den Lunzers und Erika Tunner herausgegeben wurde, auf Grund eines Symposiums, beziehungsweise einem Gespräch in der U-Bahn entstanden ist, denn Joseph Roth ist ja in verschiednen Städten aufgewachsen, beziehungsweise hat er in ihnen gelebt oder über sie geschrieben. Brody, Wien, Berlin, Paris und wahrscheinlich auch noch einige andere und der Professor zählte auch auf, daß bis zum achtzehnten Jahrhundert wenig über Städte geschrieben wurde.

Dann kam E. T. A. Hoffmann und etwas später Alexander Döblin mit Berlin, vorher noch Fontane, Zola über Paris oder Kafka über New York, das er nie bereiste und Joseph Roth war ja auch ein Journalist und hat über die verschiedensten Städte Artikel und Feuilletons geschrieben.

Der jetzt erschienene Baqnd ist auch ein Sammelband, wo die verschiedensten Aspekte von Städteschilderungen von Joseph Roth, Marseille zum Beispiele oder auch westunagrische Städte und Albanienreisen, etcetera von den verschiedensten Autoren beleuchtet wurden.

Stephane Pesnel führte durch das Buch, dann kam schon Heinz Lunzer und erzählte in seiner sehr empathischen Art, daß man den Band geschenkt bekäme, wenn man seinen Mitgliedsbeitrag für 2015 schon bezahlt hätte.

Sonst würde er im Buchhandel fünfzig Euro kosten, wenn man aber jetzt Mitglied wird, bekommt man ihm für fundundreißig, den Mitgliedsbeitrag und bekommt dann noch einen anderen Band der Gesellschaft hinzu, der auch einen ähnlichen Titel hat und über den referierte dann auch Heinz Lunzer, beziehungsweise löste er einen Krimi auf, den 1927 ist Joseph Roth in die SU gereist und hätte dafür für die FAZ vier Artikel schreiben sollen.

Er hat aber nur drei geschrieben, dann gibt es im „Interessanten Blatt“ aber einen, der mit t.- unterzeichnet ist und über Krigisen handelt.

„Die Herren der Steppen – Spezialbericht aus dem Land der Kirgisen“, der ist von Roth, kombinierte Heinz Lunzer messerscharf und teilte  den entsprechenden Artikel zum Nachlesen aus.

Interessant, interessant, nachher gab es Wein und was zum Knabbern und man konnte gleich bei Vikotia Lunzer, die mit ihrem Mitgliedsbuch beim Büchertisch saß, Mitglied werden.

Wurde ich nicht, denn ich bin,  wie bereits erwähnt, keine so große Roth Sepzialistin, wie ich auch Robert Huez sagte, der mich danach fragte.

„Ich trinke Rotwein!“, habe ich ihm geantwortet und offenbar mitverstanden und ja natürlich bin ich, das irgendwie oder sagen wir auf jeden Fall beeidruckt von dem großen Dichter, der sich offenbar aus Verzweiflung zu Tode gesoffen hat und das mit der Monarchie und den alten Herren, die da in einigen seiner Romane herumfstiefeln und um den verstorbenen Kaiser trauern, sehe ich jetzt auch ein wenig anderes und nächste Jahr haben wir  ein besonderes Jubiläum, nämlich Franz Josephs hundertsten Todestag und da habe ich gesehen, als wir gester von St. Pölten nach Wien gefahren sind, wird jetzt schon in Schönbrunn eine Ausstellung angekündigt, die auf dieses Ereignis hinweist.

2015-11-25

Marlen Haushofer statt Alma Johanna Koenig

Im Literaturhausprogramm war für heute eine „Frauen lesen Frauen Lesetheateraufführung“ von Alma Johanna Koenig, der 1942 von den Nazis ermordeteten jüdischen Dichterin „Schibes“, eine Hundegeschicte, angekündigt und da bin ich natürlich hingegangen, denn die 1887 in Prag geborene interessiert mich sehr.

Als das Antiquariat „Buch und Wein“ geschlossen hat und seine Bücher um drei Euro abverkaufte, habe ich mir „Die Geschichte vom Half dem Weib“ besorgt und noch nicht gelesen.

„Den jugendlichen Gott“ habe ich im Bücherschrank gefunden und über die Dichterin bei Eveline Polt-Heinzl, glaube, ich und in „Wikipedia“ einiges gelesen. So hat sie Oskar Jan Tauschinksi ja am Ende ihre Lebens betreut und auch ihren Nachlaß herausgegeben.

Also sehr interessant die Hundegeschichte, a la „Krambambuli“, die 1920 zuerst erschienen ist und über die Dichterin überhaupt zu hören.

Als ich dann ins Literaturhaus kam, war ich ein wenig erstaunt, Haushofer-Bücher am Büchertisch zu finden und habe mir noch gedacht, aha, von Alma Johanna König, die ja inzwischen fast vergessen ist, wird es nichts mehr geben.

Christa Nebenführ, Angelika Raubek und Gabriela Schmoll  saßen schon am Lesetisch, was auch ein wenig verwirrend war, weil im Programm etwas von Hilde Schmölzer und Judith Gruber-Rizy stand, dann kam noch Werner J. Grüner und steckte mir ein Programmzettel zu, wo „Wir töten Stella“ stand und ich schnallte, daß es um Marlen Haushofer geht und war ein wenig enttäuscht, denn die Erzählung, habe ich ja im nächsten Jahr auf meiner Leseliste, bezeihungsweise, die Lesetheaterfrauen schon vor Jahren, als  Erika Danneberg noch lebte, im Amerlinghaus, glaube ich, daraus lesen gehört.

Nun ja, nun ja, interessant trotzdem, die böse Geschichte, der 1920 geborenen und 1070 an Krebs gestorbenen Marlen Haushofer.

Vier Frauen haben gelesen, zu den drei Erwähnten kamen noch Elisabeth Krön, Hilde Schmölzer und Judith Gruber- Rizy saßen im Publikum und irgendwann vor kurzem habe ich auch, wo aus der Erzählungen lesen gehört, die böse böse Geschichte, wo die Ich-Erzählerin, während ihr Mann Richard mit den Kindern Annette und Wolfgang weggefahren ist, über Stella schreibt, dem jungen Mädchen, das ein Jahr lang bei ihr gewohnt hat und entweder einen Autounfall hatte oder selbst hineingelaufen ist.

Eine böse Geschichte, eine unglückliche Liebe, ein angedeuteter Inzest, Haß auf den Mann, Unterstellung von ihm betrogen zu werden. Es könnte alles auch ganz anders gewesen sein und trägt wahrscheinlich auch autobiographische Züge, der Zahnarztfrau, die sich von ihrem Mann scheiden ließ und diesen dann Jahre später nochmals heiratete.

Am Nachhauseweg habe ich Hilde Schmölzer und Elisabeth Krön  gefragt, warum im Programm etwas anderes gestanden ist und  erfahren, daß die Hundegeschichte rassistisch und frauenfeinlich ist, weil von einer Zigeunerin erzählt wird, die eine Hexe ist, nun, ich denke mir, im Nachhinein kann man wahrscheinlich alles anders interpretieren und Alma Johanna Koenig war vielleicht eine genauso konservative Frau, wie es wahrscheinlich auch Irene Harrand, deren Buch ich im Sommer gelesen habe, war.

Egal, ich habe ja zwei Alma Jonanna Koenig-Bücher und kann mich in die inzwischen vergessene Dichterin einlesen, die mich eigentlich genauso wie Oscar Jan Tauschinski interessiert, von dem ich „Madame Curie“ gelesen habe.

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