Literaturgefluester

2019-02-08

Siebenundachtzigster Slam B

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Ich habe es ja schon einmal geschrieben, am Freitag ist es immer eher knapp mit den Literaturprogrammen, ich bin ja öfter am Freitag in Harland, aber wenn ich so, wie dieses Wochenende in Wien bin, bleibt oft nichts anderes über, als ins Literaturhaus zum Slam B zu gehen und da habe ich auch geschrieben, daß ich da Annäherungsschwierigkeiten hatte, hinzugehen, weil ich dachte, ich bin nicht die richtige Zielgruppe mich unter die Zwanzigjährigen zu setzen und dann habe ich einmal auch fast keinen Platz bekommen, jetzt geh ich immer so hin, daß ich vor sieben vor der Tür stehe, seither klappt es mit den Plätzen und Christian Schreibmüller ist noch älter als ich und slamt eifrig mit, das tue ich nicht, weil ich fürchte, nicht den richtigen Sound darauf zu haben, obwohl ich mich früher vor zwanzig Jahren ja vergeblich im Cafe Stein bewarb und aus dem Schikadnederkino, wo ein solcher stattfand, nicht hineingetraut habe

Hier kann sich jeder anmelden, gibt es mehr als zwölf Bewerbungen wird gelost, diesmal waren es nur acht Kanditaten, so daß Diana Köhle extra fragte, ob noch jemand mittun wollte und ich hätte wahrscheinlich auch aus meinem Buch lesen können, einer der Bewerber hats getan, aber da hätte ich bestimmt nicht gewonnen und die Slam Bs haben zum Teil schon ihre Stammleser und natürlich zu Beginn das Opferlamm, diesmal nicht, weil offenbar haben sich nicht acht, sonder nur sieben Leute angemeldet, so war Theresa Wagner, die das letzte Mal gewonnen hat, eine Fixkanditatin und da kann ich gleich verraten, sie hatte einen tollen Text, einen Rap über die Geschichte von dem Hans, dem Psychologenkollegen, der in dem Haus wohnt und einmal vom Lärm angelockt, hinuntergekommen ist und gewonnen hat, die Diana Köhle immer erzählt, hat aber, was ich sehr schade fand, nicht gewonnen.

Sie war aber erst später daran, zuerst kam ein englischer Text, dann ein sehr schöner Text von der Französin, die auch das letzte Mal mitgemacht hat, über eine Klowerbung, beziehungsweise einen Markenschnösel.

Dann folgte eine Lea, die glaube ich, wie der Josef, der erste Slamer, das erste Mal mitmachte mit einem „Lobgesang an die Erde“ und dann wurde abgestimmt oder preisgejubelt, die Französin von der ich mir den Namen nicht ganz gemerkt habe, hat gewonnen und den Bernie, der mit einer „Weihnachtsgeschichte“ die zweite Vorrunde gewann, habe ich auch schon öfter gehört.

Die dritte Vorrunde hatte wieder drei Kanditaten, die schon erwähnte Theresa Wagner mit  dem tollen Poetry Slam Test, wo alle mitschreien mußte:

„Draußen liegt Schnee, ganz egal, ich geh zum Slam B“, etcetera.

Ein Mann mit dem Namen „Waldgigantenfee“ oder so ähnlich, brachte einen sehr politschen Text, den er, wie er meinte, im Büro geschrieben hat und dann kam ein Chris Sokop, der wie schon erwähnt, seinen Text von einem grauen Wien, aus seinem Buch gelesen hat, die „Waldgigantenfee“ hat gewonnen und in der Preisrunde, wo er wieder sehr politisch war, den dritten Platz gemacht.

Das Matsch zwischen der Französin und dem Bernie war nicht so leicht zu entscheiden, der Bernie brachte in seine leicht umgangssprachlichen Art, ich glaube, er kommt aus Oberösterreich, einen Rundgang durch den Sex der Tiere mit dem Titel „Warum ich lieber ein Mensch als ein Tier bin“ und die Französin räumte mit lauter „A“s im Text, das Zimmer ihres Sohnes aus, das „Goethe nie betreten“ hat.

Sie hat  gewonnen, es gab die üblichen Preise, Küßen, Umarmungen und Fotos und ich überlege wieder, ob ich vielleicht doch, wenn mir das jetzt schon so viele Leute sagen, einmal antreten soll, werde aber sicher nicht gewinnen, weil ich wahrscheinlich nicht so ausdrucksstark vortragen kann.

Die Athomsphäre ist aber immer sehr liebevoll und schön und Diana Köhle die, wenn jemand seine fünf Miinuten überzogen hat, wie immer mit Seifenblasen oder sogar einer Fliegenklatsche kam, wies, wie ebenfalls immer wieder auf ihre Tagebuchslams hin, die demnächst an anderen Orten stattfinden werden.

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2019-02-05

Barbara Zeman mit Gespräch und Musik

Heute hätte ich die Auswahl zwischen „Alte Schmiede“ und Literaturhaus gehabt. In der „Alten Schmiede“ ging es um die Krankheit und das Sterben, also um Daniel Wisser und Reinhard Wegerth und letzterer, der schon im sommer bei den „Podium-Lesungen“ aus seinem Buch um den Tod seiner Frau gelesen hat, hat mich auch extra zu der Lesung eingeladen. Da ich aber immer meinen Horizont erweitern und meinen Lesern die literarische Abwechslung bieten will, habe ich mir das Literaturhausprogramm durchgesehen und da hat die schlampige Leghasthenerseele in mir Dorothea Zeemann gelesen. Dorothea Zemann, die letzte Lebensgefährtin des Heimito, fein, dann habe ich noch einmal in Programm nach geschaut und habe gesehen, die Dorothea ist eine Barbara und war ein bißchen enttäuscht, Barbara wie oder wer?

Vielleicht sollte ich mich doch in die „AS“ begeben, dann habe ich aber nachgegooglet und bin daraufgekommen, daß ich die 1981 in Eisenstadt geborene Autorin, die 2010 in „Wartholz“ gewonnen hat, schon einmal in der „Alten Schmiede“ bei den berühmten „Textvorstellungen“ der Angelika Reitzer hörte und als ich das Literaturhaus um dreiviertel sieben mit einer Büchertasche erreichte, war es schon sehr voll. Es waren im Vorraum Sessel aufgestellt und vor dem Eingang thronte eine weißgekleidetete große blonde Frau mit einer Bierflasche, um die Gäste zu begrüßen und ich hatte die Autorin gar nicht so groß in Erinnerung.

Barbara Zwiefelhofer betonte in ihrer Einleitung, daß sie einmal in derJuury für den „Burgendländischen Literaturpreis“ gewesen und von dem Text der jungen Autorin begeistert gewesen sei. Jetzt ist bei „Hoffmann und Campe“ ihr Debut „Immerjahn“ erschienen.

Das Literaturhaus war bummvoll, neben mir ist Ljuba Arnautovic gesessen und „Hoffmann und Campe“ hat auch seine zwei Lektorinnen geschickt oder vielleicht auch nur eine, denn Barbara Zeman hat Angelika Klammer, die wenn ich mich irre, früher bei „Residenz“ gewesen ist, als ihre „Privatlektorin“ bezeichnet und eine Musikbeilage, nämlich zwei junge Männer, die sich „Sweet sweet moon“ nennen, gab es auch.

Das Literaturhaus bürgt immer für Überraschungen und ich kann die Größe der Veranstaltungen nie einschätzen, es war aber auch der Josef und Christl Greller da und Barbara Zwiefelhofer erwähnte in ihrer Einleitung etwas von Kapitalismus- und Kuunstkritik in dem es in dem Buch gehen würde.

Die autorin erwähnte, sie wäre aufgeregt und hätte das Lesen nicht genug geprobt, hat aber auch ein bißchen kokett gewirkt und so ist wahrscheinlich das ganze Buch, das mich ein wenig an Irene Diwiak<liebwies“ erinnert hat.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Ö1-Moderatorin Christine Scheuchert und es geht darin um einen sehr reichen Mann, der in Eisenstadt auf einem Hetscherl genannten Berg lebt, eine riesige Privatsammlung an Gemälden hat, die er zu einem Museum machen will.

Um „schwitzende Brüste“, wo ich mir gedacht habe, „Uj, uj, ein bißcherl schwülstig!“, ging es auch. Das Publikum aber lachte. die Coverversionen, die in dem  Buch auch vorkommen, wurden gespielt und gesungen und daziwschen Schnaps getrunken.

Dann gabs noch ein Gespräch mit den beiden Lektorinnen, die die tolle Sprache und die Zeitunanbhängigkeit des Buches lobten und nachher ein von der Familie gestiftetes Buffet mit ausstrichbroten, wo ich während ich mich mit dem josef unterhalten habe, sowohl Fritz Ostermayer, als auch Zitha Beyreuther ind Gabriele Matelka gesehen habe und ich habe mir wieder gedacht „Uj uj, man erlebt im Literaturbetrieb immer seine <überraschungen, so gut man sich auch auszukennen glaubt.

Ein Stammbesucher wagte die Lektorin nach der Auflagenhöhe zu fragen.

„Das ist ein Geheimnis!“, sagte sie etwas herablassend. Die bücher wurden aber gut verkauft. Die Autogrammschlange lang und ich kann jetzt spekulieren, ob ich die Autorin bei den O-Tönen hören und ihr Buch vielleicht bei den Bloggerdebuts zu beurteilen habe.

2019-01-18

Fünfundachtzigster Slam-B

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:49
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Wenn man Angst hat, daß die Jugend von heute ohne einem einzigen Buch bis zur Matura kommt und einen Hoffnungsschimmer haben will, dann muß man nur an die vielen Bloggerinnen und an diePoetry Slams denken, wo beim Slam B, den es, glaube ich, seit 2004 moderiert von Diana Köhle, ist sie mit dem Marukus verwandt, gibt, im Literaturhausprogramm steht, daß man rechtzeitig kommen soll, um einen Platz zu bekommen.

Ich war dann einmal nach sieben da, um acht hat es begonnen, alles war leer, aber gleichzeitig mit Mäntel, Jacken, Taschen belegt, so daß ich sehr verärgert auf der Seite und dann auch noch weit hinten gesessen bin und mir sehr alt vorgekommen bin, so daß ich mit einem nicht so guten Gefühl, die nächsten Slams versäumte, bis ich einmal im Literaturhaus war und mir eine alte Dame erklärte, daß das eigentlich nicht so sein sollte und seither bin ich wenn es am Freitag keine andere Alternative gab und ich in Wien war,mit einem Buch in der Handtasche hingegangen, bin schon vor sieben vor der Tür gestanden und habe dann auch immer einen Platz bekommen, so daß ich allmählich die Slamer kenne und wenn ich richtig informiert bin, unterscheidet sich der Slam B von den anderen, wo es eine Jury mit Jurykarten gibt, daß das Publikum durch Schreien, Pfeifen, Klatschen entscheiden muß und Diana Köhle entscheidet dann meiner Meinung nach nicht immer eindeutig und es gibt auch ein Stammslamertum.

„Ich habe keinen Slam, sondern einen Slamtext!“, hat Diana Köhle erklärt, man kann aber sagen, ich slame, denke ich und ich habe ja damals im Cafe Stein versucht mit meinen Erzählungen lesen zu dürfen, da hat „Droschl“ ausgesucht und mich nicht genommen, heute bewerbe ich mich nicht mehr, obwohl im Literaturhaus jeder der zwei Texte hat, sich anmelden darf.

Sind es mehr als zwölf, entscheidet das Los. Heute waren es zehn und schon viele Stammslamer, zwei neue Kanditatinnen waren auch dabei und wenn man da ein paar kurze Gedichte liest, oder sich hinsetzt oder auf und ab geht, hat man schon verloren denke ich, weil es auf den Slam Rhtymus ankommt, aber interessant, daß mich heute Christian Schreibmüller auch ein Stammslamer und ein Senior dabei fragte, warum ich nicht slame, ich würde nicht gewinnen und habe auch nicht die entsprechende Texte, habe ich gesagt oder gedacht, obwohl so ganz stimmt das auch nicht, denn sie sagen ja immer jede Textart ist erlaubt und heute waren auch einige sehr erzählende dabei.

Also zehn Kanditaten, in einer drei, einer Vier- und einer Dreierrunde. Theresa Wagner, die,  glaube ich schon gehört habe, war die Erste, das heißt, stimmt nicht, die erste war das Opferlamm, die Siegerin vom vormal und die brachte einen Text, der eine Rezension auf einen sehr schlechten Fantasyroman namens „Bibel“ war, den zu lesen sie abriet.

Theresa Wagner brachte einen sehr starken Text gegen die Gewalt, die die Frauen betrifft. Dann kamen, glaube ich, zwei Debutanntinen und in Runde zwei, den mir schon bekannten Bernie, der den inneren Schweinehund, den er, glaube ich, Jonny nannte, den ewigen Einflüsterer „Du kannst es nicht!“, den ich ja auch sehr gut kenne, besang.

Vorher war ein englischer Text, der glaube, ich die Liebe zwischen Männern oder andere Geschlechter thematisierte, dann kam noch ein Bekannter und eine Französin, die lange in Istanbul gelebt hat und einen schönen Text, der mit „Denke ich an Istanbul“ vortrug.

Runde drei waren waren eine Frau, die ihren Namen verändert hat und jetzt glaube ich, „Fröhliche Elfe“auf irisch hieß, ein Slamer namens „Darling“ und Christian Schreibmüller, der Seniorpartner, der gewonnen hat und im Finale mit Theresa Wagner, der Französin, die wieder einen Text über ihren Türkeiaufenthalt und das Zahlen lernen hatte, dann war noch ein Text über das Geschichtenerzählen dabei und Christian Schreibmüllers Text „Hast du Sperma in den Ihren fühlst du dich wie neu geboren“ habe ich, glaube ich, schon gehört, obwohl Diana Köhle erklärte, daß man neue Texte vortagen sollte.

Gewonnen hat Theresa Wagner mit einem Text, der von Erich Fried „Ich ist was es ist, sagt die Liebe“ inspiriert war und den Diätwahn und  andere Zwänge denen man unterliegt, aufzeigte.

Es gab dann wieder Küßchen, die Preisverteilung, ein „Falter-Abo“, ein Notzibuch und ein Schreibgterät waren dabei zu gewinnen und das Siegerfoto und ich denke, wenn um dreiviertel Sieben schon eine Runde Leute vor dem Literaturhaus stehen, dann ist die Literatur nicht verloren, auch wenn ich die Slams nicht gewinnen würde, finde ich diese Literaturform trotzdem spannend.

2018-12-04

Hundert Jahre Frauenwahlrecht und doch etwas Adventliches

Eigentlich hätte ich heute eine sieben Uhr Stunde gehabt und danach wäre ich mit „Sungs Laden“ in die Badewanne gestiegen und keine Adventaktion an diesem Tag, weil von neun bis neunzehn Uhr Stunden und dazwischen eine Stunde Mittagessen, während ich ja den Advent heuer möglichst jeden Tag mit einem kleinen Higlight zelebrieren will und weil ich eine schnelle bin, habe ich schon am dreißigsten November nachdem ich mit meiner Monatsabrechnung fertig war, begonnen und bin bevor ich ins „Siebenstern“ zur „Poetnight“ gegangen bin, in den „Yves Rocher“ eingefallen, habe meine Gutscheinkarte abgegeben und mir selber ein, beziehungsweise zwei Geschenke gemacht.

Das heißt je eine Geschenkpackung mit kleinen Badeölen und dann noch eine rote Apfel Garnitur, mit Handcreme, Lippencreme, Duschbad ectera, deshalb bin ich dann zur „Poet Night“, wo schon der Herr Blaha mit seinen Weinachtsgedichten auf mich gewartet hat, etwas zu spät gekommen und als wir von der „Poet Night“ nach Hause gegangen sind, war schon Samstag, der erste Dezember, allerdings sehr sehr früh und so habe ich, wie ich es mir ja vorgenommen habe, vergessen, eines meiner Bücher in den Bücherschrank zu stellen, was ich erst heute zweimal, einmal im „Wortschatz“ und dann in den in der Zieglergasse nachholte.

Am Samstag waren wir in Harland, da habe ich die Weihnachtsdekorationen herausgeholt und der Alfred hat einen kleinen Teignikolo und noch anderes Adventliches vom Markt besorgt, die Anna mir zwei Guscheine gegeben, wo man sich vom „Kika“ je zwei Weihnachtshäferln, gerade richtig für den Punsch holen konnte und am Sonntag war Jungweinverkostung beim Herzinger in Nußdorf mit Glühwein und Weihnachtskeksen und gestern Montag, der „Ohrenschmaus“, wo es wieder die „Zotter-Schokolade“ gegeben hat und nachher waren wir beim Glühmoststand des „Augustins“ vor dem „Top- Kino“, haben mit der Sozialarbeiterin dort, nett geplaudert und einen Uhudlerglühwein getrunken.

„Heute also nicht!“, habe ich gedacht. Dann sind aber ein paar Stunden ausgefallen und so bin ich, um dreiviertel sieben schnell schnell mit einem schon gewidmeteten „Besser spät als nie“ in den Bus gestiegen und ins Literaturhaus gefahren, weil dort das „PEN Frauenkommitee“ „Hundert Jahre Frauenwahlrecht“ feiert, denn ja das wurde 1918 eingeführt und Doris Kloimstein, die ich am Samstag wegen der Schneelage leider nicht am Markt von St. Pölten getroffen habe, ist dort mit einigen anderen Frauen aufgetreten und hat ein tolles Programm mit berühmten Frauen rund herum gestaltet.

Sonja Henisch die erste Frau vom Peter hat durch das Programm geführt und gerade, als ich in den Saal gehuscht bin, Doris Kloimstein angesagt, die einen Text über Marie von Ebner Eschenbach gelesen hat, die 1830 geboren und 1916 genau, wie der Kaiser gelebt hat und also das Frauenwahlrecht nicht mehr erlebte, aber trotzdem eine emanzipierte Frau war, die mit der Männerwelt sehr zu kämpfen hatte.

Dann kam Christine Tidl und stellte dazu passtend Berta von Suttner vor, die 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieg, angeblich mit den Worten „Die Waffen nieder“ verstorben ist. Ingrid Schramm widmete sich den britischen Sufragetten und Claudia Thaller ging ein bißchen in die Zukunft nämlich in die Fünzigerjahre, wo Sylvia Platz 1932 biw 1963, die „Glasglocke“ geschrieben hat und mit Elektroschocks behandelt wurde und Maghdalene Tschurlovits erkliomm mit einer tollen Handtasche, die Bühne, nahm aus ihr ein altes englisches Buch heraus, in dem es eine Übersetzung eines der dreizehn Bücher von der Weltreisenden Ida Pfeifer, die in Wien geboren und verstorben ist, herus und stellte diese tolle Frau vor, die zu Zeiten durch die Welt reiste, wo es noch lange kein Frauenwahlrecht gegeben hat, dann kam ein Interview, das offensichtlich Sonja Henisch mit Olympe de Gouche, eine Kämpferin der französischen Revolution aus dem Jenseits führte und ganz am Schluß kam noch der Advocatus Diabolis und erklärte den Frauen, warum sie kein Frauenwahlrecht brauchen?

Eine sehr interessante Veranstaltung, wo es für mich sowohl Bekanntes als auch Unbekanntes zu hören gab und wenn ich unken möchte, würde ich sagen, was nützt das Frauenwahlrecht, wenn dann doch etwas anderes, als gewünscht herauskommt und die „Omas gegen rechts“ von den Rechten vehöhnt und verspottet werden, wie ich vor kurzem auf einem Video hörte.

Es gab aber gute Stimmung im Literatuhaus mit Wein und Gesprächen und Doris Kloimstein hat mir, welch Überrschung auch noch ein „Weihnachtsbuch“ geschenkt und ein Buch habe ich mir aus dem Bücherschrank auch herausgezogen, nämlich eines mit „Schweizer Geschichten“ aus den Fünzigerjahren, das ich mir voräufig auf meinen Weihnachtstisch mit den anderen Büchern, die noch kommen werden, zu einer Art Bücherchristbaum zusammenstellen kann und wem es interessiert, die „Nika Weihnachtsfrau“ ist auch schon gewidmet und ich werde sie mitnehmen und in den „Wortschatz legen“, wenn ich morgen zu Stephan Teichgräber gehe, das wird wahrscheinlich kurz vor drei geschehen, wer sie also haben will, rechtzeitig hingehen!

2018-11-25

Erich Fried Preis 2018

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 23:42
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Den Erich Fried Preis, der immer um den Todestag von Erich Fried im November 1988 von der „Erich Fried Gesellschaft“ im Literaturhaus vergeben wird, gibt es seit 1990 und das besondere an der Veranstaltung ist, daß da ein Juror immer allein den Preisträger aussucht und diesmal war das die Schweizerin Beatrice von Matt, die auch einen Schweizer, der vierte, wie der Schweizer Botschafter bei seinen Begrüßungsworten erwähnte, denn 1994 war das Jörg Steiner, 1996 Paul Nizon und 2015 Dorothee Elmiger, war das der 1954 in Schaffhausen geborene Ralph Dutli, der glaube ich in Heidelberg lebt und von dem ich schon zwei Bücher gelesen habe, weil er ja 2013 mit „Soutines letzte Fahrt“ und 2015 mit den „Liebenden von Mantua“ auf den dBp Listen stand.

Robert Huez hat wieder eröffnet und wies auf das „Kolik Heft“ mit einem Sonderteil zum dreißigsten Todestag des Dichters hin, musikalische Einladungen gab es von der „Capella con Durezza“, die aus Ronald Deppe, Michael Bruckner und Matija Schellander besteht, dann kam Robert Schindel der jetzige Präsident der „Fried Gesellschaft“ mit seiner Begrüßung und die Laudatio der 1936 in Basel geborene Publizistin und Literaturkritikerin, die auf die Vielseitigkeit des Dichters, der sich sowohl, als Lyriker als auch als Essayist einen Namen machte, Osip Mandelstam übersetzte und die schon bewußten Romane schrieb, hinwies.

Jürgen Meindl der Leiter der Sektion „Kunst und Kultur“ im Bundeskanzleramt übergab den Preis und der Autor wies in seiner Rede auf die von ihm übersetzten Autoren, wie Osip Mandelstam oder Joseph Brodsky hin, zitierte die Gedichte sowohl auf Russisch als Deutsch und gab Beispiele über seine Lieblinglaute, das wäre der Buchstabe l und verriet, daß ihm das Wort „Flüchtling“ besser als das Wort „Geflüchtete“, wie es das offenbar jetzt in der Schweiz oder auch in Deutschland so heißt, besser gefällt.

Danach gab es wieder Sekt und Knabbereien, ich habe mir von Gustav Ernst das erwähnte „Kolik-Heft“ geholt, um mein Fried Wissen, dessen „Vietnam Gedichte“ ich ja kürzlich gelesen habe, zu erweitern, ein paar Gespräche geführt. Den Nachmittag habe ich dann wieder literarisch, nämlich im „Odeon“ bei der „Literatur im Herbst“ verbracht, wo ich ja leider die Vormittagsmatinee versäumte.

2018-11-13

Verena Mermers Autobus

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:44
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Die 1984 geborene Verena Mermer, die ich, glaube ich, durch diese Schreibwerkstatt in der „Österreichischen Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, ist eine sehr politische Autrin, obwohl mich ihr erstes Buch „Die Stimme über den Dächern“, nicht so begeistert hat, ihr zweites heute im Literaturhaus vorgestellt „Autobus <ultima Speranza“ , im Residenz-Verlag erscheinen, tat das sehr wohl. denn es ist ein sehr realistisches Buch mit einem sehr realistischen Thema, das mir sehr liegt und über die ich ja auch Jahrzehnte schreibe und Verena Mermer stellte das Buch, das von Cornelius Hell moderiert wurde auch sehr engagiert vor.

Cornelius Hell, den ich auf der „Buch-Wien“, ich glaube, im Studentakt zu den unterschiedlichsten Büchern moderieren hörte, zog auch den Faden von Andrej Kurkows „Kartografie der Freiheit“, das er unter anderen in der „Gesellschaft für Literatur“ moderierte, denn in beiden Büchern geht es um die Arbeitsmigration. Bei Verena Mermer um einen Bus, der rumänischen Buslinie „Speranza“, der von Wien nach Klausenburg fährt und dabei die unterschiedlichsten Schicksale der Arbeitsmigranten, Putzfrauen, Pensionistinnen, Bauarbeiter und das der beiden Buschauffeure Johan und Adrian erzählt.

Erstaunlich offen, erstaunlich engagiert, erstaunlich realistisch. So liebe ich ja die Lteratur und so ist sie sehr oft nicht, weil sie sich um die schöne Spache dreht und den Plot, den Realismus, die Realität der Welt wie diese, außen vor läßt.

Konstantin Kaiser, der mit sagte, daß er mit Verena Mermer, die ja auch am Volksstimmefest gelesen hat, befreundet ist, war mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter im Publkum, die während der Lesung ziemlich lebhaft ihren Kinderwagen durch das Foyer schob.

Ich habe mich mit ihm im Anschluß beim Glas Wein unterhalten, Cornelius Hell und die Autorin kamen hinzu und bei Heidi Selbach vom „Residenz-Verlag“ habe ich mich bedankt, daß sie mir ja nach Leipzig Cordula Simons „Der Neubauer“ zugeschickt hat und die wurde von Cornelius Hell in ihrer Einleitung auch sehr lobend, als eine der wenigen Autorinnen erwähnt, die sich wie Verena Mermer mit Oteuropa und seinen Schicksalen schreibend auseinandersetzt.

2018-10-29

Priessnitzpreis an Antonio Fian

Den „Reinhard Priessnitz-Preis“, benannt nach dem am 5. November 1985 verstorbenen experimentellen Dichter, der vom „Bundesministerium für Unterricht und Kunst“ gstiftet wurde und von der Jury, Gustav Ernst und Robert Schindel vergeben wird, gibt es seit 1994 und wird im Literaturhaus immer Ende Oktober verliehen.

Als  ihn1998 Sabine Gruber bekommen hat, war ich das erste Mal bei der Verleihung. Dann kann ich mich erst wieder an die von 2003 an Olga Flor erinnern. Danach war ich bis auf das Vorjahr, wo ihn Hanno Millesi, den ich ja sehr gern mag, ich aber bis acht Stunden hatte, bekommen hat, war ich jedesNahr dabei und ab 2008 kann man das in meinem Blog auch nachlesen:

Angelika Reitzer,  Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr,  Judith Nika Peifer, Anna Weidenholzer, Robert Prosser, Anna Elisabeth Mayer, Sandra Gugic.

Man sieht, bis auf Lotte Podgornik, die Volksstimme-Journalistin, die ihn 1997 bekommen hat, lauter jüngere eher experimentelle Autorinnen.

Aber heuer gab es wieder eine Ausnahme, denn heuer hat ihn Antoino Fian bekommen, der 1956 in Klagenfurt geboren wurde und mit seinen Dramuletten, die bei „Droschl“ und im „Standard“ erscheinen, eigentlich nicht als experimenteller Dichter gilt.

Auf der Longlist des dBps ist er 2014 mit seinem „Polykrates-Syndrom“, das ich ja im Sommer in Zürich in dieser kommunistischen Buchhandlung gefunden habe, ist er auch schon gestanden und ich kenne ihn  schon sehr lange.

Wahrscheinlich schon seit meiner Zeit im „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo ich auch Lotte Podgornik kennenlernte und kann mich ich an die Zeitschrift „Fettleck“ erinnern, wo ich seine Texte gefunden habe, aber vielleicht war es auch eine andere Gelegenheit.

Er war einmal bei den Staatsstipendiaten, als Gerhard Jaschke eine „Freibordnummer“ darüber herausgegeben hat, da sitzt Gerhard Ruiss  ziemlich unbekleidet am Cover am Klo und sonst war ich schon bei sehr vielen seiner Lesungen und Buchpräsentationen.

Als es die „Literatur im März“ und ihre Büchertürme noch gab, habe ich auch ein paar seiner „Droschl- Bücher“ dort gefunden und habe ihn mit dem Alfred und der Ruth sogar einmal bis in den Bregenzer Wald verfolgt. In Göttweig bei „Buch und Wien“ liest er auch und als wir noch den „Standard“ in seiner Printform kauften, sind mir auch die dort erschienenen Dramulette untergekommen. Mein Lieblingsdramulette ist das mit der schwerhörigen alten Frau und deren pubertierenden tochter, die sie mit künstlicher Untersützung geboren hat und die nun ziemlich allein mit ihren Nöten ist.

Das Literaturhaus nicht sehr voll, aber Maximillian Droschl war da, der Josef, den ich eine Einladung zu meinem Geburtstagsfest gegeben habe, ein paar Stammbesucher und natürlich die Laudatorin Karin Fleischandl.

Barbara Zwiefelhofer hat eröffnet, Gustav Ernst kurz und bündig den Jurybescheid verlesen, die Laudatio war etwas länger. Es gab  die Urkunde und, wie das bei diesen Preisverleihungen üblich ist, ein Paket mit Priessnitz-Bänden, die glaube ich inzwischen auch bei „Droschl“ erscheinen. Antonio Fian nahm eine Nenge seiner Bücher auf die Lesebühne mit und hat sich querdurchgelesen, worunter für mich einiges schon Bekanntes, aber auch viel Neues war.

Dann gabs Wein und die Bücher am Büchertisch zum Kaufen und betrachten und ich habe Antonio Fian natürlich vom „Polykrates-Syndrom“ in der Wühlkiste in der Züricher Volkssbuchhandlung erzählt und er mir, daß er am dreißigsten November wieder bei der „Poet-Night“ lesen wird.

2018-10-10

Utopie jetzt

Filed under: Uncategorized,Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Während in Frankfurt die Buchmesse eröffnet wird, fanden in Wien die ganz gewöhnlichen Literaturveranstaltungen statt. So stellten in der „Gesellschaft für Literatur“ Judith Gruber-Rizzy und Patrica Brooks ihre im „Wortreich-Verlag“ erschienenen Bücher vor und im Literaturhaus gab es eine GAV-Veranstaltung, die von  der 1960 in Wien geborenen Monika Gentner organisiert wurde.

„Utopien jetzt“ lautete der Titel und weil ich wieder zu spät gekommen bin, habe ich die Einleitung versäumt und bis erst gekommen, als der 1982 geborene Tiroler Autor Martin Fritz, der einmal dem Fm4- Preis gewonnen hat von „Laufen und stehen“ gelesen hat und dann kam der sehr vielseitige Autor, Komponist, Verleger, Literaturveranstalter Walter Baco mit einem Essy zu diesem Thema, bis Erika Kronabitter Monika Gentner vorstellte, die aus einem noch namenlosen utopischen Roman las, in der die Menschen über hundert Jahre alt werden und alles von Robotern gesteuert ist.

Sehr interessant und vielseitig die Veranstaltung,  denn Ilse Kilic und Fritz Widhalm hatten sich mit den Utopien in der Popmusik beschäftigt und lasen hier  Texte zu vier Musikbeispielen und nach der Pause in der ich mich sehr intensiv mit Erika Kronabitter, Ruth Aspöck und Irene Wondratsch unterhielt, las der aus Kamerun stammende Germanist und Afrikanist Daniel Romuald Bitouh aus seinem, wie er mir nach der Veranstaltung erzählte, im nächsten Jahr bei „Zsolnay“ oder „Atelier“ erscheinenden Roman, der in den Siebzigerspielen spielt und von der Reise einer Familie durch Angola zu den dortigen ansäßigen Sandwäschern handelt und am Schluß kam Erika Kronabitter und schloß das alles mit einer sehr postiven Utopie ab, die von einer Welt erzählt, wo die Liebe alle Aggression und alles Schlechte der Welt durch die sogenannte Oxegotin Einwirkung wegmachen kann.

2018-10-02

Otto Müller im Literaturhaus

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:23
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Zwei sehr politische Bücher aus dem „Otto Müller Verlag“ wurden heute im Literaturhaus vorgestellt, nämich Hanna Sukares „Schwedenreiter“ und Christian Lorenz Müllers „Ziegelbrennen“.

Zuerst hielt aber der Verlagsleiter Arno Kleibel eine sehr lange Einleitung, erzählte von seinem Großvater dessen Verlag arisiert wurde. Er hat ihn dann übernommen, führt ihn mit fünf mitarbeitern, bringt zehn bis fünfzehn Bücher im Jahr heraus und die zwei Autoren, die heute vorgestellt wurden, würden sehr lange für ihre Bcher recherchieren und haben auch beide ein sehr ähnliches Thema.

Die 1975 in Freiburg im Breisgau geboreneHanna Sukure wurde mit ihrer „Staubzunge“ bekannt, sie hat damit den “ Rauriser-Literauturpreis“ gewonnen und ich habe das Buch, glaube ich, einmal bei dem Hauptverband-Flohmarkt gekauft, es auch auf meiner Leseliste, es aber nicht gelesen und dieses spielt in einer fiktiven Stadt, die Goldeck ähnlich ist, denn dort wurden zu Kriegsende Deserteure verfolgt und hingerichtet und der Enkel eines solches heißt Paul Schwedenreiter und erzählt die Geschichte seines Großvaters beziehungsweise Urgroßmutter.

Zuerst kam aber 1972 in Rosenfheim geborene Christian Lorenz Müller und dessen „Ziegelbrennen“, spielt auch im Krieg, nämlich in Kroatien, wo eine Familie, die Frau mit einemDonauschwaben verheiratet, nach Wien flüchten muß. Drei Stellen hat der Autor daraus gelesen. Dazwischen gab es Akkordeonmusik und nachher Wein und Gespräche und ich habe mich mit einer Frau unterhalten, die bei unserem Stadtspaziergang, der ja auch am Deserteurdenkmal angefangen hat, mitgegagnen ist, unterhalten und Bücher im Bücherschrank, im „Wortschatz“ und in der Zieglergasse habe ich auch gefunden, sogar sehr neue und aktuelle Leseexemplare aus der „Bücherinsel“.

„Marx stand still in Darwins Garten“ habe ich liegengeleassen, dabei auf Helene Hegemanns „Bungalow“, das ich gerade als E-Bup lese, das aber wieder, wie Anja Kampmanns „Wie hoch die Wasser steigen“ aus meiner Inpbox veschwunden, während ich mit Gerlinde Hofer vom „Ohrenschmaus“ über die Präsentation des neuen „Morgensterns“ im Tschocherl, der auch „Ohrenschmaustexte“ enthölt, mailte, gehofft, jetzt kann ich nur hoffen, daß es mir der Alfred findet, sonst muß ich wohl die Bücher in eine buchhandlung lesen gehen oder nochmals anfragen.

2018-09-20

Vom letzte Mal Wien 1938 Ausstellungsgespräch zum zwölften Radio Rosa

Wir haben, obwohl es in Zeiten von Chemnitz und des allgemeinen Rechtsrucks schon ein bißchen altbacken klingt, heuer ein Gedenkjahr und damit eine Ausstellung in der Wien-Bibliothek, die in allen Facetten und Formen zeigte, wie sich Wien durch den sogeannten Anschluß verändert hat.

Seltsamerweise endet die Ausstellung morgen und wird, glaube ich, durch eine über die Wiener Märkte ersetzt, obwohl die Reichskristallnacht, zu der man jetzt ja, wie ich hörte, Novemberprogrom sagen muß, auch sehr wichig wäre.

Bei einigen Ausstellungsgesprächen, die jeweils  um siebzehn Uhr im Seminarraum der  Wien Bibliothek stattfanden, bin ich gewesen, zuetzt bei dem Forschungsgespräch wo Heimo Gruber etwas zu den Veränderungen in den Arbeiterbücherein sagte und heute gab es etwas zu den Arisierungen und da wurde sehr genau darüber berichtet, daß die Stadt Wien schon sehr bald ihre jüdischen Mitarbeiter entlassen hat, dann bekamen die, die in den Gemeindewohnungen wohnten, eine Kündigung, mußten ihr Vermögen angeben, Rechsfluchtsteuer zahlen, wenn sie nicht deportiert wurden, die „wilden“ und auch die ordnungsgemäßen Arisierungen haben vorher stattgefunden und die beiden Forscher Michael Wladika und Dieter Hecht die unter der Moderation von Christian Merterns referierten, erzählten sehr genau von Dokumenten, Briefen Tagebücher, etcetera, die man später gefunden hat, in denen die jüdischen Bewohner darüber berichteten wie es ihnen mit dem Anschluß ergangen ist.

Ich fand das sehr spannend, obwohl ich über dieses Thema schon  viel gelesen und geschrieben habe und auch fünfzehn Jahre nach der Reichskristallnacht geboren wurde und für nachher hatte ich wieder ein Entscheidungsproblem, denn nicht nur der „H. C. Artmann- und der Leo  Perutz-Preis“ diese beiden Gegensätze des literarischen Schaffens scheinen in Wien immer gleichzeitig stattzufinden.

Es gibt auch sonst die Programme der verschiedenen Literaturinstitutionen und da wollte ich eigentlich in die „AS“ gegen, denn da wurde Andreas Unterwegers neues Buch vorgestellt und dann „Orchis“ von Verena Stauffer.

Gut, das habe ich schon gelesen und ich schreibe ja immer, daß ich aus ökonomischen Gründen, nicht gern zu Veranstaltungen gehe, wo ich schon das Buch gelesen habe, dann habe ich gesehen, im Literaturhaus gibt es das zwölfte „Radio Rosa“, organisiert von Patricia Brooks, die wahrscheinlich aus Vernetzungsgründen ihre Reihe länger als ich meine „Mittleren“ ausgehalten hat, ein oder zwei Veranstaltungen habe ich auch besucht „Warum sind wir da wo wir sind, wenn wir da sind wo wir sind“, hieß das etwas kryptische Thema zu dem Verena Dürr, Ilse Kilic, Caroline Profanter und Sophie Reyer eingeladen wurden und ich dachte spontan, nicht schon wieder Ilse Kilic, die habe ich doch schon vorgestern gehört, dann ließ ich es, vielleicht auch weil ich einen Kommentar von ihr bekommen habe, offen, habe beide Programme eingepackt und spannend, spannend, wohin es mich verschlagen wird und merkte schon in der Wien Bibliothek intuitiv, daß es mich eher in Richtung Literaturhaus ziehen wird, vielleicht weil ich ja beim „H. C. Artmann-Preis“ immer wieder die experimetellen Autoren versäume, hier kann ich mich schadlos halten, habe ich gedacht und mich dann im Literaturhaus lange  mit Robert Huez unterhalten, der sehr oft mit mir spricht und ich habe auch sehr viel Literarisches zu erhzöhlen, da ich ja schon sieben Bücher des dBp gelesen habe und jetzt mein siebentes öst lese und da eigentlich Hanno Millesi, den ich sehr schätze, für einen besseren Erhzähler gehalten hatte.

Es war auch das übliche experimentelle Publikum im Saal, sowie Silvia Bartl, die mich ja damals als sie noch im Literaturhaus Programm machte, hinausgeschmissen hat, Melamar, Fritz Widhalm Erika Kronabitter, Annalena Stabauer, die ich eigentlich in der „AS“ vermutet hätte und und und und ich kann sagen, obwohl ich ja keine so Experimentelle bin, der Abend hat mir gefallen, denn Sophe Reyer, die ich ja schon bei den „Wilden Worten“ und dann auch in der „Alten Schmiede“ hörte und Verena Dürr, mit der ich bei der Amerlinghaus-Benefiz-Lesung gelesen habe und die 2017 auch in Klagenfurt war und Ilse Kilic haben zu der Musik von  Caroline Profanter sehr interessante Texte gelesen oder gesungen.

„Kann ein Gedicht lebendig sein?“, lautete beispielsweise eine Frage und eine andere, ob sich „Schreibmaschinen selbständig machen können?“, die Fragen wurden, glaube ich, von Ilse Kilic gestellt und Verena Dür beantwortete die letztere fuminant in einem Pladoyer auf die prekären Arbeitsbedingungen von freien autoren.

„Was die Spatzen so von den Dächern pfeifen?“ wurde auch gesungen und ich denke, es war eine sehr spannende Performance und wem es interessiert, ein paar spannende Bücher habe in den Bücherschränken, beziehungsweise im „Wortschatz“ auch gefunden, obwohl ich mit dem Lesen kaum mehr nachkomme.

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