Literaturgefluester

2022-10-03

Radio Rosa zum sechzehnten Mal

Das „Radio Rosa“ eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe, die Patricia Brooks über die GAV schon zu sechzehnten Mal und ein paar Mal bin ich bei der Veranstaltung dabei gewesen. Da werden immer vier Personen eingeladen, die offenbar gemeinsam Texte schreiben und sie dann performen.

Die erste Veranstaltung habe ich, glaube ich, im Amerlinghaus gesehen, dann ist Patricia Brooks mit ihren Performern ins Literaturhaus gegangen und diesmal wurden Erika Kronabitter, Markus Köhle, Lydia Steinbacher und der Musiker Josef Wagner eingeladen. Die Performer sind auch auf einer Postkarte abgebildet, die ich irgendwo gefunden habe und ich streame die Veranstaltung, die „Nicht von dieser Welt“ zum Titel hat, weil wir uns zum ersten Mal seit einem Monat wieder in Harland befinden. Das ist ja ungefähr das einzige was ich positiv von der Corona-Krise mitgenommen habe und wenn wir in Wien gewesen wäre, wäre ich in wahrscheinlich ins Cafe Central zu einer Veranstaltung der „Gesellschaft“ gegangen, weil dort Katharina Tiwalds neuer Roman “ Mit Elfriede durch die Hölle“ vorgestellt wurde, den ich mir ja beim Tag der offenen Tür beim Literaturhausflohmarkt kaufte und ihn anbetracht meiner überlangen Leseliste wohl nicht so schnell lesen werde.

Aber „Radio Rosa“ ist auch interessant und der Musiker hat mit seiner Einleitung begonnen. Dann hat Markus Köhle, den ich ja erst vor kurzem im Literaturhaus hörte begonnen und die Veranstaltung vorgestellt und auf das „Radio Rosa“ hingewiesen und dann wurde, musikalisch untermalt, abwechselnd von Wellen und Äpfel gelesen, in die man zufällig beißt, wie die 1993 geborene Lydia Steinbacher, die ich schon auf einigen Lesungen gehört habe, gelesen hat.

„Ist die Welt nur eine Besteckschublade!“, hat dann Markus Köhle gefragt und Erika Kronabitter hat „Stell dir vor!“ und mit einem abgeschuppten Fisch gekontert.

Also ganz schön durcheinander, aber sehr poetisch, die Texte der drei Autorinnen des diesmaligen Quartetts. Erika Kronabitter ist dann bald zu der schon erwähnten Besteckschublade zurückgekommen. Also gibt es doch Verbindungslinien und was, das mit dem Radio zu tun hat, habe ich auch nicht so verstanden. Es wurde aber am Anfang erwähnt und Lydia Steinbacher las dann auch einige Nachrichten und den Wetterbericht vor. Vorher hat Markus Köhle über das „Köhle-Grillgut“ referiert, also wie schon beschrieben sehr durcheinander, aber poetisch performt und unterschiedlich lautstark musikalisch untermauert.

Der Weltraumforscher Herr Köhle wurde dann von Lydia Steinbacher oder der „Radio Rosa-Moderatorin“ interviewt und sollte dabei von seinen Spaziergängen auf der Venus berichten.

„So sind wir nicht, so sind wir doch!“, hat dann der Weltraumforscher performt und ist wieder auf die Welt zurückgekommen:

„Der Weg ist so, was haben wir gelacht, Österreich ist ein Witz mit Geschichte“, denn er ist ja ein sehr realistischer Autor, der auf die sieben Zwerge der österreichischen Bundespräsidentschaftskanditaten und das tiefschwarze Österreich gekommen.

War „Radio Rosa“ nicht einmal experimentell? Das hängt wohl von den performierenden Autoren an und Patrica Brooks hat mich ja, glaube ich, einmal auch versprochen mich einzuladen und da hätte ich auch genügend realistische Texte, die sich auf die aktuelle Situation beziehen.

Am Schluß haben dann alle durcheinander gelesen und sind so wieder an den Anfang zurückgekommen, „Ich stell mir vor“ und „Brösle und brösle…, bis Erika Kronabitter dann zum „Wurmloch“ kam und so weiter und so fort „Stell dirs einfach nur vor!“, was ein sehr poetischer Schluß, der sehr interessanten gestreamten Veranstaltung war, wozu mir der Alfred ein Glas spanische Rose eingeschenkt hat.

2022-09-30

Wieder neue Bücher aus dem „Otto Müller-Verlag“

Im Literaturhaus werden ja öfter Bücher aus dem „Otto Müller-Verlag“ vorgestellt. Diesmal moderierte Nadine Fejzuli statt Arno Kleibel und stellte die beiden Autorinnen vor.

Die Erste, die 1959 in Klagenfurt geborene und jetzt in Innsbruck lebende Minu Ghedina war mir bisher unbekannt.

„Die Korrektur des Horizonts“ ist das Debut der Autorin, die sowohl Germanistik, als auch Schauspiel und Bildhauerei studierte und das Buch handelt von einem Kind namens Ada, das bei seiner Großmutter, einer Schneiderin, aufwächst und sich dort mit ihren Stoffen und Zwirnen sehr wohl fühlt. Die in ihre Pupppenkiste packt und für die Puppen daraus Kleider näht. Die Eltern, beziehungsweise, die Mutter, kommt auf Besuch, aber Ada fühlt sich fremd mit ihr und erlebt sie als kalt. Dann geht sie aufs Gymnasium und wird von der Direktorin zur Rede gestellt, weil sie ein Mädchen, als ihre Schwester bezeichnet, die das offenbar gar nicht ist. Trotzdem geht Ada aus ihrer Kindheit erstärkt hervor, fährt mit ihren Eltern nach Italien und erlebt Venedig, als vollkommene Stadt und beschließt „Schönheit zu gestalten“. Auch bei einem Theaterbesuch hat sie ein berauschendes Erlebnis und wird dann Kostümbildnerin.

Dann kam und die habe ich schon öfter gehört, die 1957 in Freiburg in Breisgau geborene Hanna Sukare, die den dritten Teil ihrer „Trilogie der Suche“- „Rechermacher“ vorstellte.

„Staubzunge“ habe ich mir ja einmal bei einem Flohmarkt gekauft, aber noch nicht gelesen, ich komme ja nicht dazu, weil immer neues kommt.

„Schwedenreiter“ habe ich bei einer Lesung kennengelernt. Und „Rechermacher“ ist der Protagonist beziehungsweise der Großvater der Protagonistin Nelli, der bei der deutschen Wehrmacht war und viele Fragen aufwirft, ob der jetzt ein Opfer oder ein Täter war?

Hanna Sukare betonte als Erstes, daß sie sich freut, diesen Abend in Frieden zu beginnen. Ja, man hört jetzt sehr viel davon, daß der dritte Weltkrieg beginnt und die Atombomben fallen werden, weil Putin jetzt mobil macht, den Westen beschimpft und wie es genannt wird, Scheinbefragungen in der Ukraine durchführte und die dann noch schneller in die Nato aufgenommen werden wollen, was wahrscheinlich wirklich gefährlich ist.

Dann erwähnte sie einige Leute, die ihr bei dem Buch geholfen haben und stellte, die Figuren ihrer Bücher mit kleinen Puppen vor, was ich sehr originell fand und auch zum ersten Buch passt.

Pferde spielen in dem Buch eine große Rolle und der kleine August Rechermacher wächst mit ihnen auf und lernt, wie Hanna Sukare es nennt, „Pferdisch“.

Eine der Protagonistinnen, die wie Hanna Sukare erzählte übereinander sprechen, ist Nellis Tochter Maja, die ebenfalls nach August Rechermacher und den Krieg forscht und diese Stelle hat die Autorin auch noch gelesen und erzählte dann in Gespräch, wie sie zu dem Buch gekommen ist und was ihr beim Schreiben dabei wichtig war.

2022-09-27

Literarische Reisen durch Österreich

Die Corona-Zeiten haben die Künstler in große Schwierigkeiten gebracht, zu Anfang beim ersten Lockdown jedenfalls, da gab es auch Kunst– und Kulturdemos, später sind die verschwunden und die Doris Kloimsteina hat mir verrten, daß sie plötzlich Geld für ihre Rezensionen bekommt, weil ja Kulturförderungen. Klaus Kastberger hat den Autoren, die er sonst ins Literaturhaus Graz, dessen Leiter er ist, eingeladen hätte, ein „Corona-Tagebuch“ ermöglicht und die Literaturwissenschaftlerin Barbara Seidl hat eine Online Plattform für Autoren gegründet aus der später eine Literaturzeitschrift namens „Litronbon“ geworden ist, von der es schon zwei Ausgaben gibt. Die Dritte ist in Vorbereitung und aus der Ersten wurde heute gelesen und da haben Katharina Sachs, Katherine Braschel und Markus Köhle ihre Texte und auch anderes gelesen und das war interessant.

Um Reisen ist es in dem ersten Heft gegangen dessen Texte offenbar in Lockdownzeiten entstanden sind und die haben es in sich und da könnte ich von der 1995 geborenen Katharina Sachs, die gerade eine Ausbildung als Buchhändlerin macht, einiges lernen.

Denn ich habe in den Lockdownzeiten ja auch geschrieben und hätte gerne aus meinen „Frühlingserwachen“ einen dystopischen Roman gemacht und bin daran gescheitert, daß ich im Frühling 2020 ja nicht wußte, wie es mit Corona weitergeht und ich war wiedermal, stellt sich heraus, viel zu wenig abgehoben.

Denn aus der Wirklichkeit: Lockdowns, Maskentragen, Ausgangsbeschränkung wird wohl kein dystopischer Roman, da schreien die Befürworter höchstens „Schwurbler!“ auf.

Man muß wohl mehr abheben und Katharina Sachs hat das getan und aus Wien eine überdachte Etagenstadt gemacht aus der es keinen Ausgang gibt und da ist einem Mann, dem Erzähler offenbar die Frau gestorben, beziehungsweise hat es sie in die Ferne gezogen und ist nur tot zurückgekommen. Ein Überwacherteam taucht auf und stellt Fragen und am Ende findet der Mann zwei Bücher unter der Matraze und macht sich mit Hilfe eine Bibliothekarin auf den Weg.

So muß an es machen und ich bin nach zehn Corona Texten jetzt ja auch auf „1984 revisited“ gekommen, wo ich nicht viel abheben mußte, sondern die Geschichte nur in die Jetztzeit bzw, der Logik wegen ins Jahr 2024 verlegen.

Katharinas Sachs Text spielt im Jahr 2248 und die junge Frau, die sichtlich aufgeregt war, begrüßte ihren Freundeskreis im Publikum, denn es war offenbar für sie eine Premiere.

Dann kam eine Sprachkünstler namens Katherina Braschel und die ging wieder in die Gegenwart und las zwei Texte vor. Der Erste war aus dem Heft und da fuhr ein Paar Eisenbahn. Von Wien nach Linz und noch woanders hin und sprachlich war der Text wirklich exzellent.

Der zweite Text bezog sich auf die Nazivergangenheit der Großväter, auf die Bilder und die Briefe die man am Dachboden fand und ich habe ja auch so ein Soldatenalbum meines Vaters aus dem World War Ii in den Harlander Regalen und Postkarten aus dem World War I, die mein mir unbekannter Großvater an den Herrn Otto und das Fräulein Gretel, meinem Vater und meiner Tante, aus dem Feld schrieb.

Dann ging es wieder in die Berge, Katharina Sachs Protagonist ist ja auch in die Berge geflohen und der 1975 in Nassenreith geborene Markus Köhle hat es dorthin gezogen, beziehungsweise einen Kurt und einen Lukas im Zug dorthinfahren lassen. Sie sitzen im Speisewagen, trinken Bier und Espresso und unterhalten sich über Radio Eriwan Witze und das ist kein Text aus dem Heft, sondern ein Kapitel aus seinem neuen Roman der 2023 erscheinen soll und der Hefttext ist ein Spoken Word- oder Poetry Slam- Text, den der Slammeister oder Slampapa, wie es, glaube ich, Barbara Seidl nannte, stehend vortrug und da ging es vom Kahlenberg zum Arlberg und eine Rundfahrt durch das schöne Österreich mit all seinen Korruptionsskandalen.

Dann gabs Snacks und Getränke, wie Barbara Zwiefelhofer moderierte, die das Kaufen der Hefte und das Spenden an die Zeitung sehr empfahl und ich habe eine gute Wahl getroffen, denn ich hätte auch ins die „Alte Schmiede“ gehen könne, wo Ferdinand Schmatz seinen neuen Gedichtband vorstellte, aber aus den habe ich ihn ja schon mehrmals lesen gehört.

2022-09-21

Crossing Borders V

Die „Crossing Borders“ ist eine Veranstaltungsreihe im Literaturhaus, wo immer je ein österreichischer Autor und einer, der gerade auf Einladung des Außenministeriums einen Stipendienaufenthalts im MQ hat, präsentiert wird und ihre Bücher gegenüberstellen.

Fünf solche Veranstaltungen hat es schon gegeben. „Crossing Borders III“ mit Andrea Grill und Asja Bakic habe ich schon gehört, beziehungsweise gestreamt, was ich heute auch wieder tat, obwohl man ja jetzt unmaskiert und ungetestet wieder hingehen kann, habe aber manchmal eine sechs Uhr Stunde und so ist ein Stream ein rechter Segen und die beiden heute vorgestellten Autoren waren auch durchaus interessant.

Der seit 1964 in Österreich lebende, 1961 in Tel Aviv geborene Doron Rabinovici, der auch in der GAV sehr aktiv ist, präsentierte seine im Frühjahr erschienene „Einstellung“, die ich ja gerne lesen will und es mir, da es nicht auf die BuchpreisListen gekommen ist, wahrscheinlich zum Geburtstag wünschen werde.

Bei der heurigen „Rund um die Burg-Veranstaltung“ habe ich ein Stückchen aus dem Buch gehört, das wie der Moderator Florian Baranyi erklärte, eine Parabel auf dem Rechtsextremismus ist und die rechte Mediengestaltung beschreibt.

Geht es darin ja um einen rechtsradikalen Politiker namens Ulli Popp und, um den wahrscheinlich linken Pressefotografen August Becker, die aufeinander stoßen und Florian Baranyi fragte den Autor nach der Entstehungsgeschichte und da meinte Doron Rabinovici, der das Buch nach dem Erscheinen der „Außerirdischen“ zu schreiben begonnen hat, daß ihn die Wirklichkeit beim Schreiben überholte. Er wurde nach der Bundespräsendenwahl Anfang 2017 von dem Fotografen Lukas Beck fotografiert und hat dann auch die die Regierungsumbildungen, die Korruptions- und <medienskandale miterlebt, die er in seinem Roman schon beschrieben hat oder nicht dachte, daß das je passieren könnte

Der zweite Autor war der 1983 geborene montenegrinische Autor Stefan Boskovic, der seinen Debutroman „Der Minister“ vorstellte, in dem es um einen montenegrinischen Kulturminisster geht, der Schuld an dem Tod einer Schauspielerin ist und der nun zwischen Machtbesessenheit und Schuldgefühlen hin und her schwankt und die Exfrau des Ministers und das ist interessant, ist jetzt mit einem Schriftsteller namens Stefan Boskovic verheiratet und Stefan Boskovic antwortete auf Florian Baranyis Frage, warum das so sei, übersetzt von Mascha Dabic, daß er vermeiden wollte, daß der Autor mit dem Protagonisten verwechselt wurde und sich daher diese Stimme gab.

Dann kam ein Gespräch zwischen beiden Autoren und Florian Baranyi wollte von Doron Rabinovici wissen ob in seinem Roman der Künstler auch ein Theatermann sein hätte können, was Doron Rabinovici als „sehr schwierig“ beantwortete.

Um die Macht der Medien geht es in beiden Romanen und zu den Parallelen erklärte Doron Rabinovici, daß er tatsächlich daran gedacht hatte, einer Person in seinem Roman seinen Namen zu geben, das dann aber unterließ, weil er ihn nicht als Schlüsselroman gelesen haben wollte und Stefan Boskovic antwortete auf die Frage, daß er es problematisch fand, seinen Roman so zu schreiben, daß sich niemand daran wiedererkennt, da Montenegro ein sehr kleines Land ist und er erzählte auch eine Episode, wo er sich mit zwei ehemaligen Kulturminstern traf, die dann einen dritten für den Protagonisten hielten und er kurz daran dachte, eine Lesung mit allen drein zu veranstalten, was aber scheiterte, weil die nicht so gut aufeinander zu sprechen waren und dann ging es noch um die Frage, ob Schreiben eine „Echtheitsprobe“ für die Autoren ist? Ein Begriff mit dem ich mich etwas schwer tat ihn zu verstehen oder auf mein Schreiben anzuwenden. Es war aber ein sehr interessanter Abend und jetzt müßten die Bücher noch zu mir kommen und statt dem Glas Wein, das jetzt ja wieder im Literaturhaus angeboten wird, habe ich mir aus dem Eiskasten ein Glas roten Sturm geholt, der auch sehr gut schmeckte.

2022-06-29

Leseclub mit Schildkröte

Wieder einmal Literaturhaus, wieder einmal großartiger Leseclub und wiedermal gestreamt, da ich wegen der Eigentümerversammlung nicht pünktlich in der Zieglergasse sein konnte, Abrechnen mußte ich auch, aber das ist der Vorteil der Pandemie, daß seither gestreamt werden kann und der großartige Leseclub von Barbara Zeman, die ja auch heuer beim „Bachmann-Preis“d gelesen hat und die den Club, wo sie sich mit einem bildenden Künstler, einem Schauspieler und einem Musikerzusammensetzt, um ein Werk der Exilbibliothek zu präsentieren, ist sehr interessant und Veza Canetti, die Frau des Nobelpreisträger Elias ist das auch.

Ich glaube, ich bin mit ihrer „Gelben Straße“ und dem „Oger“ in den Neunzigerjahren in Berührung gekommen und Judith Gruber-Rizy hat sich ihre bei einem „Tag der Freiheit des Wortes“ angenommen und da auf ihre Pseudnyme „Magd“ und „Knecht“ und auch auf ihre Beziehung mit Elias hingewiesen, die eher schlecht gewesen sein dürfte. Er hat sie betrogen und auch ihre schriftstellerische Tätigkeit verschwiegen, obwohl sie bei der „Masse und Macht“ mitgearbeitet haben dürfte, hat dann dann in den Neunzehnneunzigerjahren Jahren, nach ihrem Tod, der 1963 erfolgte, ihre Werke herausgegeben.

Der „Oger“ und die die „Gelbe Straße“ sind mir, wie erwähnt bekannt, die „Schildkröten“, die Barbara Zeman in ihrem Leseclub diesmal vorstellte nicht. So ist das Streamen ein Glück für mich und mit der „Gelben Straße“ ist wohl die Ferdinandstraße im zweiten Bezirk gemeint, wo Elias und Veza Canetti wohnten und da fanden ja einige Veranstaltungen ihr zu Ehren statt, bei denen ich gewesen sind, und eine Anthologie von Petra Ganglbauer, wo ich aber keinen Text drinnen habe, hat es auch gegeben und die „Gelbe Straße“ wurde auch einmal in der „Schmiede“ als „Grundbuch“ vorgestellt, da hat Julia Danielczyk mitgewirkt, die ja als sie Literaturreferentin wurde auch den „Veza Canetti-Preis“ einführte, der immer an eine Autorin vergeben wird.

So weit zu der 1897 in Wien als Venetiana Calderon-Taubner geborenen, die in der Arbeiterzeitung publizierte und nach dem Anschluß mit Elias Canetti nach London emigrierte, wo sie 1963 starb und nie mehr nach Wien zurückkehrte.

Soweit so gut und der Leseclub wurde diesmal mit Musik von Sophia Blenda vorgestellt und die Textproben aus den „Schildkröten“ wurden von der Burgschauspielerin Safira Rubens gelesen.

Barbara Zeman, führte wie immer durch das Leben Veza Canettis und den Roman, der in der <nazizeit spielt, wo Eva und Andreas Kain nach dem Anschluß nach London flüchten, während ein Nazi in ihre Wohnung einzieht, die Schildkröten stellen ein Symbol für die Unterdrückung der Juden dar und Veza Canetti verwendete in ihrem erst 1999 erschienen, aber schon kurz nach ihrer Emigration geschriebenen einzigen Roman auch viele Tiersymbole. Interessant, interessant. Jetzt muß ich das Buch nur noch finden, damit ich es lesen kann.

2022-06-28

Preis der Literaturhäuser an Sasha Marianna Salzmann

Den „Preis der Literaturhäuser“ der vom „Netzwerk der Literaturhäuser“ vergeben wird, gibt es, glaube ich, seit 2002.

Er wird oder wurde in Leipzig am Freitag auf dem „Blauen Sofa“ vergeben. Da gab es dann Wein und Brezel bevor wir zu den Hundertmarks gefahren sind. Der Preisträger bekommt eine Lesereihe durch die Literaturhäuser und bis vor ein paar Jahren war das Wiener Literaturhaus nicht dabei.

„Warum nicht?“, habe ich Silvia Bartel einmal gefragt und sie hat mir „Das ist eine gute Frage!“, geantwortet.

Und die war, daß das Literaturhaus nicht in diesem Netzwerk war. Das hat sich vor ein paar Jahren geändert und so war ich bei ein paar Literaturhausveranstaltungen, wo die Preisträger vorgestellt wurden.

Bei einer vor Corona, war ich, glaube ich, nach oder während Corona war dann Marlene Streeruwitz, die Preisträgerin und das letzte Jahr, glaube ich, Ingo Schulze an der Reihe und diesmal war die 1985 in Wogograd geborene und seit 1995 in Deutschland lebende Sasha Marianna Salzmann die Autorin im Gorki Theater war und mit ihren zwei Romanen auf der Long-bzw Shortlist des dBps gestanden ist.

„Außer sich“ und „Im Menschen muß immer alles herrlich sein“. Ich habe beide Bücher gelesen und war, glaube ich, nicht so begeistert.

Sasha Marianna Salzmann ist aber eine sehr engagierte junge Frau, die, wie der Moderator Florian Baranyi anmerkte, sich nicht an der Mehrheitsgesellschaft orientiert und vor kurzem einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die Ukrainie geschrieben hat.

Sie hat aus ihrem letzten Buch einige Stellen gelesen und dann mit Florian Baranyi über das Cover ihrer Bücher diskutiert und verraten was sie bedeuten sollen.

„Im Menschen muß immer alles herrlich sein“, wurde, glaube ich, in siebzehn Sprachen übersetzt. Hier bedauerte Sasha Marianna Salzmann, daß das wahrscheinlich auf Russisch nicht passieren wird. Es waren nur sehr wenige Leute im Literaturhaus, lag wahrscheinlich auch daran, daß Anne Weber mit Sabine Scholl in der „Alten Schmiede“ war und die ist die „Buchpreisträgerin von 2020“,vielleicht lag es aber auch an der Hitze und ich habe, wie geschrieben, die Bücher schon gelesen und die junge Frau auch interessant gefunden, auch wenn ich mit ihrem rasanten Stil meine Schwierigkeiten habe.

2022-06-13

Bernhard Strobel in Nahaufnahme

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:47
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Literaturhaus oder „Alte Schmiede“ war heute wieder die Frage und ich habe mich für das Erstere entschieden, wo es wieder eine „Nahaufnahme-Veranstaltung“ gab, die vom Verein für „Neugermanistik“ initiert wurde, wo zwei Literaturwissenschaftler einen Autor sozusagen in Zange nehmen, ihn befragen und die dann auch Stellen aus ihren Büchern lesen, denn „Literatur hat kein Ablaufdatum!“, hat Alexandra Millner, die, glaube ich, mal die Präsidentein oder Vizepräsidentin dieses Vereins war, geprägt und das stimmt, denn ist wahrscheinlich äußerst spannend sich durch das Gesamtwerk eines Autors oder Autorin zu lesen.

Das tue ich auch nicht immer, aber manchmal schon, obwohl ich jetzt kaum mehr zum Backlesen, komme und von dem 1982 geborenen Bernhard Strobel habe ich, glaube ich, noch nichts gelesen, war aber bei einigen seiner Buchpräsentationen und der große jetzt auch schon vierzigjährige Autor, hat, glaube ich, drei oder vier Erzählbände und einen Roman geschrieben und ich würde Ähnlichkeiten mit seinem und meinen Schreiben erkennen, denn er beschäftigt sich auch mit dem Alltag, wenn er auch wahrscheinlich, eine fehlerfreiere Sprache hat, fungiert er ja auch als Übersetzer und wird da nächste Woche den „Staatspreis für Übersetzungen“ bekommen.

Lydia Rammerstorfer und Sebastian Fasthuber haben die Fragen gestellt oder durch sein Werk geführt und begonnen hat es mit dem ersten Erzählband „Sackgasse“ und da hat er die Geschichte „Regen“ gelesen. Da steht einer am Fenster schaut in den Regen und hat schlechte Laune, vielleicht hat er auch eine Depression. Er läuft jedenfalls den ganzen Tag im Pyjama herum und zerstreitet sich mit seiner Frau oder Freundin.

Das ist glaube ich der typische Strobel-Stil. Dann kam eine Textprobe aus „Nichts nichts“, 2010 bei „Droschl“ wie alle seine Bücher erschienen. Da ist die Geschichte etwas difiziler. Ein Bruder besucht seine Schwester im Haus der Mutter, die irgendwie ein unkonventionelleres Leben, wie die Schwester hat. Der Bruder betrinkt sich dann, wird ausgeraubt und wacht nackt unter einer Bank auf.

Also schon ein bißchen Handlung und der Roman „Im Vorgarten der Palme“, von dem erklärt wurde, daß er einen anderen Stil hat, passiert eigentlich das gleiche Muster, wie in der ersten Geschichte und der Held ist ein Ungustl.

Da schreibt Bernhard Strobl, glaube ich, ein Fortsetzung und am Schluß wurde noch eine Kindergeschichte oder eine von einem Kind, das an der ungarischen Grenze bei seinen Großeltern lebt und die Großmutter spricht das Wort „Ungarn“ immer verkleinert oder zu schnell aus und Ungarn ist ein seltsames Land, denkt das Kind. Da fahren die Österreicher nach Ungarn um dort zu essen, die nicht Ungarisch sprechen, während die Kellner dort es meistens können.

Am Schluß, wies Barbara Zwiefelhofer, die diesmal nur teilweise mit Maske auftrat. Man sieht, das wird weniger, obwohl schon wieder gefordert wird, die wieder einzuführen, auf den „Staatspreis“ und eine Lesung auf das nächste Buch hin, die wahrscheinlich im Oktober erfolgt.

Spannend spannend und wieder was gelernt, obwohl der Abend in der „Schmiede“ mit den Schweizer Autoren sicher auch interessant gewesen wäre und nein, es war nicht die Maske, die mich da abgehalten hat, obwohl man die am letzten Donnerstag ja tragen mußte und Annaena Stabauer, die schwanger ist, auch einmal dazu aufgefordert hat.

2022-06-07

Schriftlinien

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:46
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Das ist eine Reihe die Günter Vallaster offenbar im Rahmen der GAV jedes Jahr veranstaltet und wo es um den Zusammenhang zwischen Literatur und bildender Kunst, Fotografie, Musik, etcetera, geht. So hat es Jana Waldhör in ihrer Einleitung ausgedrückt und dann den 1968 in Schruns geborenen Günter Vallaster ausführlich vorgestellt.

Der stellte dann seine Reihe und die Mitwirkenden noch ausführlicher vor und der erste Lesende war der 1957 geborene Peter Bosch, der außer Autor auch noch Fotograf ist. So gab es eine Fotostrecke, die projeziert werden sollte und auch im Literaturhaus aufgestellt war, „Abwesenheitsportraits“ genannt. Peter Bosch hat aber nicht dazu, sondern eine Szene aus seinem neuen Roman gelesen, wo es, wie Günter Vallaster ausführlich erklärte, um die Musik geht und die Stelle war dann ein Gespräch mit einem Ich-Erzähler, wo er einem Stotterer erzählte, wie er einmal eine religiöse Freundin in in einem Pub treffen wollte, aber irrtümlich in einer Kirche gelandet ist. Dort hat er eine Sängerin namens Vibi kennengelernt, mit ihr im Beichtstuhl geküßt und dann die Nacht in der verschlossenen Kirche verbrachte.

Spannend, spannend und gar nicht so experimentell, wie ich die Veranstaltung gehalten habe. Dann kam der Berliner Achim Wagner, der offenbar lange in der Türkei gelebt hat und der seine „Schriftlinien“ in der Übertragung türkischer und zypriotischer Autoren verstand. Das heißt, er hat sowohl eigene als auch Gedichte, bzw. Nachschriften von Orhan Veli, Oktay Rifat, Melih Cevded, Nazim Hikmet, Zahrad, Ahmet Arif, Metin Cengiz, Gonca Özem, Fikret Demirag, Gürenc Korkmazel,Tugce Tekhanh, Rasit Pertev und Zafer Senocak unter dem Titel „Orte, die ich nicht anfrage gelesen“ und dann kam die 1983 in Villach geborene Angelika Stallhofer, die ich schon bei den „Wilden Worten“ hörte und deren „Adrian“ ich gelesen habe und präsentierte ihren Gedichtband „Stille Kometen“, der in der „edition ch“ erschienen ist und von Andrea Zambori illustriert wurde, die auch im Programm stand und ein Video mit ihren Zeichnungen geschickt hat. Der Band besteht aus fünf Zyklen: „Brennen – Wasserstellen – Surren- Schlingen und Schwebebahn“, den ich auch demnächst lesen werde und oh Überraschung, es gab wieder Wein und Getränke und nur wenige Masken, obwohl die ja von Sigrid Pilz, der Volksanswältin wieder gefordert werden und es angeblich, wie ich hörte schon im Juli wieder schärfere Maßnahmen geben wird.

Also bis daher das Leben genießen und sich ein bißchen in die „Schriftlinien“ einlesen, die es, wie Günter Vallaster versicherte, auch im nächsten Jahr wieder geben wird.

2022-05-10

Freiheit des Wortes zum Thema „Wir“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:30
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Am zehnten Mai 1933 haben die Nazis die Bücher von jüdischen, kommunistischen, etcetera, Autoren verbrannt und als sich die GAV 1973 gegründet hat, hat sie zwei Großveranstaltungen gehabt, wo bis zu dreißig Autoren im NIG im Hörsaal 1 ihre Texte gelesen haben. Die „Lyrik im März“ und die „Freiheit des Wortes“ letztere hat glaube ich auch mal in Klagenfurt und in Vllach stattgefunden und dann hat sie Gerhard Kofler der damalige Generalsekretär, glaube ich, versucht sie still und heilich einzustellen. Da habe ich mich eingeschaltet und sie 2001 noch im NIG veranstaltet, 2002 hat sie dann Rolf Schwendter im Literaturhaus organisiert, weil sich 2001 Konstantin Kaiser eingeschaltet hat und die Lesung, glaube ich, veranstalten wollte, hat er dann nicht so habe ich von 2003 bis 2009 die Veranstaltung im Literaturhaus organisiert, was immer schwieriger wurde, weil Silvia Bartl mich und meine „Mittleren“ ja hinausgeschmissen hat und dann hieß es bei der GAV nur mehr eine Veranstaltung, da habe ich mich für die „Mittleren“ entschieden und die dann noch bis 2012 organisiert.

2010 hat mich Petra Ganglbauer zum Lesen eingeladen, später nicht mehr. Ich bin ein paarmal zu den Veranstaltungen, die jetzt Monika Gentner organisiert aber nicht mehr liest, weil man das seit einigen Jahren gleichzeitig nicht mehr darf und die letzten zwei Jahre war Corona bedingt ohnehin damit Sense. Jetzt ist mir ein Programm in die Hände gefallen und es gibt seit einigen Jahren offenbar ein Thema, diesmal war es „Wir“ und von der Bücherverbrennung 1933 war nur mehr in der Einleitung die Rede.

Wir leben aber in spannenden Zeiten, wo man es keine Meinungsfreiheit mehr gibt oder die sehr eingeschränkt wird, wenn man etwas gegen Corona oder die Maßnahmen sagt und der Angriffskrieg der Russen in der Ukraine stattfindet, so daß es für die Freiheit des Wortes gleich viel zu sagen gibt.

Dietmar Füssel, dessen Bücher ich ja fast alle gelesen habe und der, glaube ich, auch sehr Corona kritisch ,ist, sagte mir gleich daß er bei seinen Text ausgbuht werden würde, aber wenn es um die „Freiheit des Wortes“ geht, darf man ja seine Meinung sagen und begonnen hat es mit der mir unbekannten Sonja Gruber, die offenbar ein neues GAV-Mitglied ist. Ich war ja jetzt auch zwei Jahre bei keiner Generalversammlung. 2020 hats wahrscheinlich keine gegeben. 2021 nur mit Maske und mit Impfausweis. Die junge Frau hatte aber sehr scharfe Gedichte, wo es um Gewalt und Unterdrückung geht. Patrica Brooks, die ich natürlich kenne, brachte Gedichte aus einem neuen Gedichtband, wo es um das moderne Nomadentum geht.

Dann kam Klaus Ebner, der, glaube ich, auch bei meinen Veranstaltungen gelesen hat und er thematisierte gleich das Thema Ukraine, beziehungsweise las er, daß er bis der Krieg ausbrach, eigentlich über etwas anderes schreiben wollte. Das hat seinen Text verändert und dann kam Dietmar Füssel mit zwei Texten. Den Ersten hat er 2019 geschrieben und er wandte sich gegen die Zensur beziehungsweise gegen die politische Korrektheit, die vieles ausgrenzt, meinte aber, er wäre gegen alle Nazis und Rassisten und dann ist man plötzlich ein solcher oder ein Schwurbler, wenn man auf eine Anticorona-Maßnahmendemo geht. Darum ging es in seinem zweiten Text. Alles wahr, was er gelesen hat und alles meine Meinung und er bekam zwar leise, aber trotzdem ein paar Buhs, eigentlich sehr schade, wenn man das nicht lesen darf und sehr mutig von Dietmar Füssel, daß er es versuchte.

Dann ging es aber gleich über etwas anderes, was auch sehr wichtig ist, nämlich über die Einsamkeit im Alter, die Christl Greller, die ja auch eine unermüdliche Schreiberin ist, thematisierte. Johann Kleemayr scheint auch ein neues GAV-Mitglied zu sein oder eines, das ich nicht kannte und er hatte auch einen interessanten Text, ging es da doch um die Spinnräder, die in den Sechzigerjahren aus den Bauernhäusern verschwanden, weil man sie um hundert Schilling verkaufen konnte, was der dreizehnjährige Ich-Erzähler sehr begierig tat.

Kurt Mitterndorfer, der Linzer GaV-Kollege, mit dem ich bei einer GV einmal Schwierigkeiten hatte, spannte den Bogen des „Wir“ über seine Familie zu einer afghanischen Flüchtlingsfamilie, die er bei ihrem Asylantrag beziehungsweise dessen Bewilligung begleitete und Dine Petrik beschäftigte sich wieder mit der Ukraine beziehungsweise mit Ukrainischen Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts und Gerda Sengstbratl hatte eine interessante Idee, die ich unterstützen würde, schickt sie doch ein Frauenheer an die russisch ukrainische Front, um den Kämpfern ihre Waffen wegzunehmen. Ja so sollte man es machen, statt harte Waffen hinzuschicken und Luis Stabauer, der sich in seinen Texten ja sehr mit Lateinamerika beschäftigt thematisierte dieses Thema. Interessant, interessant und eine sehr spannende Lesung. Monika Gentner lud anschließend zu einem Gespräch bei einem Glas Wein, aber das war leider noch Utopie. Ein solcher wird im Literaturhaus noch nicht ausgeschenkt. Es gab aber den Büchertisch und wieder interessant, weil ich das ja sehr intensiv beobachte, im Gegensatz zu gestern , wo ich maskenlos in der Minderheit war, waren das diesmal die Maskenträger, trotz der Buhrufe also sehr spannend und das ist es ebenfalls, daß ich ja viele der Lesenden und Besucher seit zwei Jahren das erste Mal wiedergesehen habe.

2022-04-30

Kleiner Einblick in Stephan Eibels neuen Roman

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:22
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Nach fast zwei Jahren Lockdowns und 2G Regime stürze ich mich seit einer Woche ziemlich hektisch in das Veranstaltungsgeschehen, denn da gibt es nicht nur Nachholbedarf, es ist auch sehr viel los. Nach der „Literatur und Wein“ letztes Wochenende, war am Montag Franz Schuh in der „Alten Schmiede“ und am Mittwoch ist es gleich weiter mit dem „Barbara Frischmuth-Symposium“ gegangen.Aber damit nicht genug, denn als ich am Mittwoch von der „Schmiede“ nach Hause gekommen bin, hatte ich eine Einladung von den feministischen Autorinnen zu einer „Buchpräsentation und Sprachkunstlesung“ im Amtshaus Margareten, wo es auch ein Buffet gegeben hat und am Montag hat mich Stephan Eibel in der „AS“ angesprochen und mir gesagt, daß er Freitag im Literaturhaus ist.

„Ist da nicht noch das Symposium?“, habe ich geantwortet. Aber das war am Freitag in der Breitegasse im Debot und um achtzehn Uhr aus, da ist sich also ein Besuch im Literaturhaus locker ausgegangen, also habe ich mich am Buffet mit Wein, Käse und Schinken gestärkt und bin dann in der Siebensterngasse über ein Modeatelier, bzw über eine Hose, die ich probieren wollte gestolpert und habe dort, weil gerade eine Vernissage auch ein Glas Proseco bekommen und die freundliche Schneiderin hat mich noch durch ihre Werkstatt geführt.

Es ist also nach den Maßnahmenlockerungen sehr viel los in Wien, von Corona nicht viel zu merken, dafür hört man überall von den Teuerungen, der Inflation, dem Gastop, dem Krieg in der Ukraine, etcetera, also über den Bücherschrank, wo es auch etwas zu holen gab, ins Literaturhaus, wo mich Stephan Eibel, den ich ja schon lange kenne, der auch auf meinen Geburtstagsfesten öfter gelesen hat, freundlich begrüßte und jetzt hat er oder möchte einen Roman über seine Eisenerzer-Erlebnisse oder eine Jugend dort in den Siebzigerjahren schreiben oder diesen bzw. die Entwürfe, die er dazu schon hat, im Gespräch mit Andrea Maria Dusl, die, wie Barbara Frischmuth aus Aussee zu stammten scheint, vorstellte. „Sabine und Thomas“ soll der Roman heißen, wo mir nicht ganz klar war, wie viel Stephan Eibel davon schon hat, denn er hat, glaube ich, darüber schon eine Sendung in Ö1 gehabt. Da hat ihm die Lesung des Schauspielers nicht gefallen, so daß er ein Kapitel gleich verworfen hat. Andererseits hat Barbara Zwiefelhofer Zettel ausgeteilt, wo man seine Eindrücke über die Siebzigerjahren aufschreiben sollte und da muß ich sagen, daß die offenbar im Gegensatz zu Stephan Eibel, der wie ich, 1953 geboren wurde, die beste Zeit meines Lebens war. Denn da habe ich studiert, da war Bruno Kreisky mit seinen Sozialreformen, die AKW-Bewegung und Zwentendorf war auch, sowie die sexuelle Revolution und die freie Liebe, die ist mir aber nicht eingefallen und es scheint in dem Buch auch um einen Elias zu gehen. Der ist in den Siebzigerjahren offenbar zehn oder zwölf und will Indianer werden. Dafür muß er einige Mutproben bestehen und Elias scheint in einer Ingeineursiedlung zu leben, obwohl seine Eltern Arbeiter sind und da ist sicher viel Autobiografisches von Stephan Eibel, der sich ja auch Erzberg nennt und dort aufgewachsen ist, dabei. Andrea Maria Dusl brachte einige Musikbeispiele dazu und Stephan Eibel erzählte, daß die Gymnasiaten „Ganz in Weiß“ bei der Juke Box wählte, während die Lehrilinge etwas ganz anderes hörte. Das Gespräch drehte sich auch über Wahrheit und übers Lügen, was Stehan Eibel lockerer als ich sieht.

Er las auch einige Kapitel vor. Ein interessantes Buch, aber wahrscheinlich nicht so ganz neu. Im nächsten Jahr soll es erscheinen und nach konnte man sich die früheren Bücher oder die der Andrea Dusel wieder mit Maske signieren lassen und Wein hat es auch keinen gegeben, aber den hatte ich ja schon getrunken und bin mit dem Alfred anschließend auch in eine Pizzeria gegangen.

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