Literaturgefluester

2022-05-10

Freiheit des Wortes zum Thema „Wir“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:30
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Am zehnten Mai 1933 haben die Nazis die Bücher von jüdischen, kommunistischen, etcetera, Autoren verbrannt und als sich die GAV 1973 gegründet hat, hat sie zwei Großveranstaltungen gehabt, wo bis zu dreißig Autoren im NIG im Hörsaal 1 ihre Texte gelesen haben. Die „Lyrik im März“ und die „Freiheit des Wortes“ letztere hat glaube ich auch mal in Klagenfurt und in Vllach stattgefunden und dann hat sie Gerhard Kofler der damalige Generalsekretär, glaube ich, versucht sie still und heilich einzustellen. Da habe ich mich eingeschaltet und sie 2001 noch im NIG veranstaltet, 2002 hat sie dann Rolf Schwendter im Literaturhaus organisiert, weil sich 2001 Konstantin Kaiser eingeschaltet hat und die Lesung, glaube ich, veranstalten wollte, hat er dann nicht so habe ich von 2003 bis 2009 die Veranstaltung im Literaturhaus organisiert, was immer schwieriger wurde, weil Silvia Bartl mich und meine „Mittleren“ ja hinausgeschmissen hat und dann hieß es bei der GAV nur mehr eine Veranstaltung, da habe ich mich für die „Mittleren“ entschieden und die dann noch bis 2012 organisiert.

2010 hat mich Petra Ganglbauer zum Lesen eingeladen, später nicht mehr. Ich bin ein paarmal zu den Veranstaltungen, die jetzt Monika Gentner organisiert aber nicht mehr liest, weil man das seit einigen Jahren gleichzeitig nicht mehr darf und die letzten zwei Jahre war Corona bedingt ohnehin damit Sense. Jetzt ist mir ein Programm in die Hände gefallen und es gibt seit einigen Jahren offenbar ein Thema, diesmal war es „Wir“ und von der Bücherverbrennung 1933 war nur mehr in der Einleitung die Rede.

Wir leben aber in spannenden Zeiten, wo man es keine Meinungsfreiheit mehr gibt oder die sehr eingeschränkt wird, wenn man etwas gegen Corona oder die Maßnahmen sagt und der Angriffskrieg der Russen in der Ukraine stattfindet, so daß es für die Freiheit des Wortes gleich viel zu sagen gibt.

Dietmar Füssel, dessen Bücher ich ja fast alle gelesen habe und der, glaube ich, auch sehr Corona kritisch ,ist, sagte mir gleich daß er bei seinen Text ausgbuht werden würde, aber wenn es um die „Freiheit des Wortes“ geht, darf man ja seine Meinung sagen und begonnen hat es mit der mir unbekannten Sonja Gruber, die offenbar ein neues GAV-Mitglied ist. Ich war ja jetzt auch zwei Jahre bei keiner Generalversammlung. 2020 hats wahrscheinlich keine gegeben. 2021 nur mit Maske und mit Impfausweis. Die junge Frau hatte aber sehr scharfe Gedichte, wo es um Gewalt und Unterdrückung geht. Patrica Brooks, die ich natürlich kenne, brachte Gedichte aus einem neuen Gedichtband, wo es um das moderne Nomadentum geht.

Dann kam Klaus Ebner, der, glaube ich, auch bei meinen Veranstaltungen gelesen hat und er thematisierte gleich das Thema Ukraine, beziehungsweise las er, daß er bis der Krieg ausbrach, eigentlich über etwas anderes schreiben wollte. Das hat seinen Text verändert und dann kam Dietmar Füssel mit zwei Texten. Den Ersten hat er 2019 geschrieben und er wandte sich gegen die Zensur beziehungsweise gegen die politische Korrektheit, die vieles ausgrenzt, meinte aber, er wäre gegen alle Nazis und Rassisten und dann ist man plötzlich ein solcher oder ein Schwurbler, wenn man auf eine Anticorona-Maßnahmendemo geht. Darum ging es in seinem zweiten Text. Alles wahr, was er gelesen hat und alles meine Meinung und er bekam zwar leise, aber trotzdem ein paar Buhs, eigentlich sehr schade, wenn man das nicht lesen darf und sehr mutig von Dietmar Füssel, daß er es versuchte.

Dann ging es aber gleich über etwas anderes, was auch sehr wichtig ist, nämlich über die Einsamkeit im Alter, die Christl Greller, die ja auch eine unermüdliche Schreiberin ist, thematisierte. Johann Kleemayr scheint auch ein neues GAV-Mitglied zu sein oder eines, das ich nicht kannte und er hatte auch einen interessanten Text, ging es da doch um die Spinnräder, die in den Sechzigerjahren aus den Bauernhäusern verschwanden, weil man sie um hundert Schilling verkaufen konnte, was der dreizehnjährige Ich-Erzähler sehr begierig tat.

Kurt Mitterndorfer, der Linzer GaV-Kollege, mit dem ich bei einer GV einmal Schwierigkeiten hatte, spannte den Bogen des „Wir“ über seine Familie zu einer afghanischen Flüchtlingsfamilie, die er bei ihrem Asylantrag beziehungsweise dessen Bewilligung begleitete und Dine Petrik beschäftigte sich wieder mit der Ukraine beziehungsweise mit Ukrainischen Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts und Gerda Sengstbratl hatte eine interessante Idee, die ich unterstützen würde, schickt sie doch ein Frauenheer an die russisch ukrainische Front, um den Kämpfern ihre Waffen wegzunehmen. Ja so sollte man es machen, statt harte Waffen hinzuschicken und Luis Stabauer, der sich in seinen Texten ja sehr mit Lateinamerika beschäftigt thematisierte dieses Thema. Interessant, interessant und eine sehr spannende Lesung. Monika Gentner lud anschließend zu einem Gespräch bei einem Glas Wein, aber das war leider noch Utopie. Ein solcher wird im Literaturhaus noch nicht ausgeschenkt. Es gab aber den Büchertisch und wieder interessant, weil ich das ja sehr intensiv beobachte, im Gegensatz zu gestern , wo ich maskenlos in der Minderheit war, waren das diesmal die Maskenträger, trotz der Buhrufe also sehr spannend und das ist es ebenfalls, daß ich ja viele der Lesenden und Besucher seit zwei Jahren das erste Mal wiedergesehen habe.

2022-04-30

Kleiner Einblick in Stephan Eibels neuen Roman

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:22
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Nach fast zwei Jahren Lockdowns und 2G Regime stürze ich mich seit einer Woche ziemlich hektisch in das Veranstaltungsgeschehen, denn da gibt es nicht nur Nachholbedarf, es ist auch sehr viel los. Nach der „Literatur und Wein“ letztes Wochenende, war am Montag Franz Schuh in der „Alten Schmiede“ und am Mittwoch ist es gleich weiter mit dem „Barbara Frischmuth-Symposium“ gegangen.Aber damit nicht genug, denn als ich am Mittwoch von der „Schmiede“ nach Hause gekommen bin, hatte ich eine Einladung von den feministischen Autorinnen zu einer „Buchpräsentation und Sprachkunstlesung“ im Amtshaus Margareten, wo es auch ein Buffet gegeben hat und am Montag hat mich Stephan Eibel in der „AS“ angesprochen und mir gesagt, daß er Freitag im Literaturhaus ist.

„Ist da nicht noch das Symposium?“, habe ich geantwortet. Aber das war am Freitag in der Breitegasse im Debot und um achtzehn Uhr aus, da ist sich also ein Besuch im Literaturhaus locker ausgegangen, also habe ich mich am Buffet mit Wein, Käse und Schinken gestärkt und bin dann in der Siebensterngasse über ein Modeatelier, bzw über eine Hose, die ich probieren wollte gestolpert und habe dort, weil gerade eine Vernissage auch ein Glas Proseco bekommen und die freundliche Schneiderin hat mich noch durch ihre Werkstatt geführt.

Es ist also nach den Maßnahmenlockerungen sehr viel los in Wien, von Corona nicht viel zu merken, dafür hört man überall von den Teuerungen, der Inflation, dem Gastop, dem Krieg in der Ukraine, etcetera, also über den Bücherschrank, wo es auch etwas zu holen gab, ins Literaturhaus, wo mich Stephan Eibel, den ich ja schon lange kenne, der auch auf meinen Geburtstagsfesten öfter gelesen hat, freundlich begrüßte und jetzt hat er oder möchte einen Roman über seine Eisenerzer-Erlebnisse oder eine Jugend dort in den Siebzigerjahren schreiben oder diesen bzw. die Entwürfe, die er dazu schon hat, im Gespräch mit Andrea Maria Dusl, die, wie Barbara Frischmuth aus Aussee zu stammten scheint, vorstellte. „Sabine und Thomas“ soll der Roman heißen, wo mir nicht ganz klar war, wie viel Stephan Eibel davon schon hat, denn er hat, glaube ich, darüber schon eine Sendung in Ö1 gehabt. Da hat ihm die Lesung des Schauspielers nicht gefallen, so daß er ein Kapitel gleich verworfen hat. Andererseits hat Barbara Zwiefelhofer Zettel ausgeteilt, wo man seine Eindrücke über die Siebzigerjahren aufschreiben sollte und da muß ich sagen, daß die offenbar im Gegensatz zu Stephan Eibel, der wie ich, 1953 geboren wurde, die beste Zeit meines Lebens war. Denn da habe ich studiert, da war Bruno Kreisky mit seinen Sozialreformen, die AKW-Bewegung und Zwentendorf war auch, sowie die sexuelle Revolution und die freie Liebe, die ist mir aber nicht eingefallen und es scheint in dem Buch auch um einen Elias zu gehen. Der ist in den Siebzigerjahren offenbar zehn oder zwölf und will Indianer werden. Dafür muß er einige Mutproben bestehen und Elias scheint in einer Ingeineursiedlung zu leben, obwohl seine Eltern Arbeiter sind und da ist sicher viel Autobiografisches von Stephan Eibel, der sich ja auch Erzberg nennt und dort aufgewachsen ist, dabei. Andrea Maria Dusl brachte einige Musikbeispiele dazu und Stephan Eibel erzählte, daß die Gymnasiaten „Ganz in Weiß“ bei der Juke Box wählte, während die Lehrilinge etwas ganz anderes hörte. Das Gespräch drehte sich auch über Wahrheit und übers Lügen, was Stehan Eibel lockerer als ich sieht.

Er las auch einige Kapitel vor. Ein interessantes Buch, aber wahrscheinlich nicht so ganz neu. Im nächsten Jahr soll es erscheinen und nach konnte man sich die früheren Bücher oder die der Andrea Dusel wieder mit Maske signieren lassen und Wein hat es auch keinen gegeben, aber den hatte ich ja schon getrunken und bin mit dem Alfred anschließend auch in eine Pizzeria gegangen.

2022-04-20

Oberösterreichisches im Literaturhaus

Im Literaturhaus haben sie mir gestern ja als Erstes gesagt, daß man jetzt wieder maskenlos und ohne Anmeldung zu den Veranstaltungen kommen kann. Da bin ich mir ja schon fast ein wenig zwanghaft vorgekommen, daß ich soviel nachgefragt habe. Dann stand aber am Eingang ein Tisch mit einem sehr freundlichen jungen Mann fast so, wie bei den Slams, der mich und den Alfred irgendwie abzählte und uns dann einen schönen Abend wünschte. Die Sessel weit auseinander, diesmal haben die Leute die schon dort waren zumeist Masken getragen, die sich dann später lichteten. Ich habe niemanden außer Barbra Zwiefelhofer gekannt, die sich in ihrer Einleitung freute, daß man jetzt wieder ohne Maske kommen kann, aber selbst immer wieder eine aufsetzte und auch desinfizierte und dann die zwei Autoren und den Moderator vorstellte. Alles Oberösterreicher Christian Schacherreiter, Wilfried Steiner und Sebastian Fasthuber, der moderierte und die Themen der vorgestellten Romane waren auch sehr interessant und was mich ja freut sehr realisitsch.

Vor allem der 1954 in Linz geborene Christian Schacherreiter, der Lehrer und Schuldirektor war, hat mich angesprochen, sind es ja meine Themen, dieses links und rechts, da der sozialistische Politiker, der zum Landesparteiobmann der SPÖ aufsteigen will, dort der Burschenschaftler aus der Nazifamilie, der noch dazu schwul ist und der Sozialist wird verdächtig vor zwanzig Jahren eine Frau vergewaltigt zu haben. Es gibt dann eine Diskussion über Gewalt an Frauen, wo der tatsächliche oder abgelehnte Verteidtiger des Sozialisten diskutiert, der auch ein Burschenschaftler ist.

Interessant, interessant und den den1960 ebenfalls in Linz geborenen Wilfried Steiner, habe ich, glaube ich schon lesen gehört und ein Buch von ihm einmal gefunden. Sein neuer Roman „Schöne Ungeheuer“ ist eine Mischung zwischen einem Krimi und einem Physiklehrbuch, denn es handelt von einem Wissenschaftsjournalisten, der einen Mord an einen Physiker aufklären soll, der ihn nach Genf und nach CERN führt und dort hat ja auch Mary Shelley ihren „Frankenstein“ geschrieben, ist sicher auch sehr interessant und Sebastian Fasthuber befragte Wilfried Steiner auch nach seiner Lieber zur Astronomie und seinen Forschungen, die er bezüglich des Romans betrieben hat.

Nachher konnte man sich, aber bitte mit Maske, die Bücher signieren lassen und Wein hat es trotz der wieder fast normalen Normalität nicht gegeben. Aber vielleicht kommt das auch noch und im Bücherschrankc habe ich dann „Die Elenden von Lodz“ von Steve Sem-Sandberg gefunden und darüber habe ich ja schon ein anderes Buch gelesen, beziehungsweise es mir einmal zum Geburtstag schenken lassen.

2022-04-08

Dreizehnte Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung

Der 2008 verstorbene Wendelin Schmidt-Dengler war ein legendärer Wiener Germanistikprofessor, wahrscheinlich mit dem berühmten MRR vergleichbar, den ich im dritte oder fünften Semester einmal, als er noch Assistent war, bei einer Vorlesung über die neue österreichische Literatur hörte und mir da überlegte, ob nicht mit mein Studium wechseln und statt Psychologie Germanistik studieren soll? Das habe ich, zum Glück wahrscheinlich, nicht getan, weil ich ja von der Psychologie bzw Psychotherapie leben konnte, von der Germanistik wahrscheinlich nicht.

Es gibt aber inzwischen eine Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung, die ihm Rahmen des Franz Werfel-n Stipediumsprogramm abgehalten wird und da werden immer, glaube ich, europäische Studenten ausgewählt, die sich für die österreichische Literatur interessieren und da gibt es offenbar auch immer eine Tagung im Literaturhaus und da bin ich auch auf einer gewesen und jetzt scheint es wieder eine solche Tagung zum Thema „Andere Wirklichkeiten- Pararealitäten in der österreichischen Literatur“ zu geben. Da konnte man sich das Programm abrufen und im Literaturhaus wurde dann am Abend die Lesung gestreamt, die diesmal von dem 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz von dem ich schon einiges gehört und gelesen habe und der trotz seiner Jugend auch schon den „Büchner-Preis“ bekommen hat, stammt.

Die heutige Veranstaltung war auch anders als die, an die ich mich erinnern kann.

Es war aber, glaube ich, der Sohn von Schmidt-Dengler anwesend, seine Frau Maria, die ich öfter bei literarischen Veranstaltungen getroffen habe, aber nicht und Clemens J. Setz hat und das war für mich überraschend, weil ich unter einer Lesung einen Vortrag erwartet hätte, aus seinem Buch „Die Bienen und das Unsichtbare“ gelesen, das ich schon bei einer Lesung gehört habe und dazwischen sind dann die Stipendiaten aufgetreten und haben ein Stück aus seiner Lesung bzw. Buch übersetzt und da die meisten ein Gedicht, wo das Wort „bla bla“ vorkommt.

Clemens J Setz hat dann noch die Twitter Poesie und da einen Star-Dichter, der zwar wahrscheinlich, den „Bücher-Preis“ nie bekommt, aber viele viele Followers hat, zitiert.

Morgen geht die Tagung weiter, zu der man sich anmelden konnte und die, glaube ich, hybrid stattfindet. Aber ich befinde mich in Harland und mit Maske und mit Impfung, eh schon wissen, gehe ich immer noch nirgendwo hin.

2022-04-03

Fürsprache und Widerworte

Das diesjährige Erich Fried Festival, das am Mittwoch mit einem Festvorttag von Herta Müller, der „Nobelpreis-Trägerin“ von 2009 „Vor der Tür saß mal der Zufall“, begann, hätte eigentlich, wie Robert Huez in seiner Einleitung sagte, schon im Vorjahr stattfinden sollen. Die Pandemie hat es verhindert und auch die Preisverleihung an Frank Witzel wurde verschoben. Aber jetzt. Seltsamerweise fand der Festvortrag in der Bibliothek und nicht im Lesungssaal statt. Aber es gibt ja noch die Regeln. Man muß oder soll seinen Platz reservieren, muß Maske tragen und offenbar sind auch weniger Zuschauer zugelassen. Aber man kann streamen und Herta Müller hätte ja 2009 bei der „Literatur im Herbst“ lesen sollen. Ihr „Nobelpreis“ sollte das verhindern. Ich habe sie aber bei der „Buch Basel“ ,gehört und es gab glaube ich, auch einmal ein Symposium über Elfriede Jelinek und Herta Müller, aber da wurde nur über die beiden „Nobelpreis-Trägerinnen“ gesprochen.

Jetzt war die Autorin aber da. Robert Huez hat eingeleitet, die Kulturstadträtin eröffnet und sich über das hochkarätige Programm gefreut und Anne Zauner, die Organisatorin, hat dann Herta Müller vorgestellt. Da kann ich mich erinnern, daß ich einmal im Cinema Paradiso in St. Pölten saß, wo über Herta Müller gesprochen wurde. Das war vor dem „Nobelpreis“ zugegeben.

„Herta Müller, wer ist das?“, wurde da gefragt und ich habe mich gewundert, denn ich habe sie für eine bekannte Autorin gehalten. Das Spiel wiederholte sich dann nach dem „Nobelpreis“ und ich denke, das passt auch zum Veranstaltungsthema und der Vortrag „Vor der Tür saß mal der Zufall“ war, wenn ich mich nicht irre, ihrer „Nobelpreis-Rede“ ähnlich. Es ging wieder um den Vernehmer zu dem Herta Müller, bevor sie nach Deutschland emigrierte, immer antreten und auch etwas unterschreiben mußte. Zuerst nannte er sie „Gnädige Frau!“ und küßte ihre Hand. Später „Hure“ und fragte auch mit wievielen Schwänzen sie schon Kontakt gehabt hätte? Das war wahrscheinlich eine sehr traumatisierende Erfahrung, die Herta Müller, die inzwischen viele Collagen macht, immer noch sehr beschäftigt.Diesmal durch den russischen Präsidenten Putin bereichert. So bezeichnete Herta Müller sich und alle Leute aus dem Osten als „Putin-Versteherin“, dieses Schimpfwort, weil sie ja sehr genau wissen, wie der Diktator tickt.

Auch Robert Huez wies in seiner Einleitung auf den Angriff auf die Ukraine hin und verwies auch auf Zahlscheine mit denen man den ukrainischen Flüchtlingen helfen kann und morgen Nachmittag geht es dann bis Sonntagvormittag, wo dann Frank Witzel seinen Preis bekommt, weiter.

Seien wir gespannt und für alle Interessierte weise ich noch darauf hin, daß zeitgleich die „Rauriser- Lteraturtage“, die ich ja im Vorjahr per livestream verfolgte und auch die Festschrift gelesen habe, eröffnet wurde und da wird ja Anna Albinus, die mit „Revolver Christi“ schon das Öst-Debut gewonnen hat, den Preis bekommen.

Am Donnerstag ging es dann um vier mit einem Jugendliteraturwettbewerb zum Thema „Eine Stadt von Morgen“ weiter, wo Jugendliche ihre Texte unter der Jury von Robert Huez, Gustav Ernst und Zita Bereuter vorstellten. Meiner Stunden wegen habe ich das versäumt und so bin ich erst zum Buchdebut des 1993 in London geborenen Caleb Azumah Nelsen „Freischwimmen“ gekommen, das eine Liebesgeschichte im rassischen London schildert und von Florian Baranyi, der wie Anne Zauner einleitete, ein leidenschaftlicher Leser mit einer aus allen Nähten platzenden Privatbibliothek ist, zurechtgekommen.

Nach einer Pause kam dann der 1954 geborene ungarische Autor Laszlo Krasznahorkai mit seinem momentanen Roman „Herrscht 07769“, das aus einem einzigen Satz besteht und vom Fischer Lektor Hans-Jürgen Balmes moderiert wurde und glaube ich schon bei der letzten Lese.Auslese empfohlen wurde und der gut Deutsch sprechende Autor erzählte in der Einleitung, daß er vor fünfunddreißig Jahren in der „Alten Schmiede“ gelesen habe, was sein erster Auslandsaufenthalt in der freien Welt war und er da zum ersten Mal auch Touristen gesehen hat, während sich die Ungarn nur für Kühlschränke und nicht für Kultur interessierten, woran ich mich auch erinnern kann, daß die Kärntner Boutiquenbesitzerin in der Otto Bauerbasse plötzlich Computer in ihr Geschäft stellte, weil das die Ungarn so haben wollten und toll, daß der weißhaarige Autor das Maskentragen im Literaturhaus auch für surreale Sache hält und trotzdem machen sie mit, setze ich hinzu.

Der Autor hat dann auf Ungarisch aus seinem Mammutroman gelesen und es gab, was im Stream besonders gut zu sehen war, eine auf eine Leinwand projezierte deutsche Übersetzung und im Gespräch danach, empfahl Laszlo Krasznahorkai seinem Publikum lieber Hölderlin, als seine Bücher zu lesen und kam dann, was eigentlich stimmt darauf zu sprechen, daß das deutsche Buch nicht von ihm, sondern von der Übersetzerin stammt.

Am Freitag Nachmittag ging es dann mit einem Lyrik-Schwerpunkt weiter und zwar führte da zuerst Teresa Präauer, die ja in letzter Zeit sehr aktiv ist, ein Gespräch mit dem 1987 in Ost-Berlin geborenen Max Czollek mit dem sie, glaube ich, den Schwerpunkt auch kuratiert hat und begann da mit dem Namensgeber Erich Fried „Die Jungen werfen zum Spaß mit Steinen nach Fröschen Und d Die Frösche sterben im Ernst“, obwohl Max Czollek wie er sagte, sich gar nicht so sehr mit Erich Fried beschäftigt hat und dann ging es wieder am Beispiel des Ukraine-Kriegs um den politischen Sinn der Lyrik oder wie wirksam sie sein kann. Dann ging es, um die Widersprüche von Traurigkeit zu Lachen und Lebenslust oder um die Frage, ob man sich wegen dem Krieg in der Ukraine freuen darf.

„Trauern für die Ukraine!“, habe ich ja schon irgendwo als Forderung gehört. ich denke, soll man nicht, aber wahrscheinlich lenken, die Zustände, die herrschen von der Fröhlichkeit ab und machen es auch schwer sich auf die Kunst zu konzentrieren.

Die erste Lesende war dann, die 1993 in München geborene und in Leipzig lebende Ronya Othmann, die ich beim „Bachmann-Preis“ hörte und, die auch schon Romane und Gedichte, veröffentlicht hat. Sie begann mit einem Gedicht namens „Babylon“, kam dann zu einem von einem größenwahnsinnigen Diktator geplanten Staudamm, in dem man dann Zement schütten mußte, damit er nicht zerbarst und anderen politische Unsinnigkeiten, die aus ihrem bei „Hanser“ erschienenen Gedichtband die „Verbrechen“ stammen und Max Czollek wollte anschließend von ihr wissen, ob sie forensische Poesie schreibe? Keine Ahnung, was das ist und ob das möglich ist, ist aber wahrscheinlich die Absicht des Lyrik-Schwerpunktes.

Dann kam die aus Israel eingeflogene 1980 geborene Adi Keissar, die wie Max Czollek erwähnte, eine neue Art der Lyrikpräsentation gefunden hat, die sich von der üblichen und vielgeschmähten Wasserglaslesung abhebt.

Die Lesung erfolgte, was, wie ich erfahren habe, eine Spezialität des Festivals ist, in der Originalsprache, also Hebraäisch. Das offenbar nicht sehr zahlreiche Publikum, denn die ganze Veranstaltung findet offenbar in der Bibliothek statt, erhielt Handouts, für die Streamzuhörer las Max Czollek dann die Übersetzung „Ich weiß nicht, wie man Gedichte liest. Dann stand einer mit theatralischer Stimme, damit ich wüßte wie man Gedichte liest“, womit offenbar die neuen Darstellungsform gemeint ist und dann auch noch das andere Gedicht.

Dann kam die 1988 in Klagenfurt geborene Barbara Juch, dieren Gedichtdebut „Barbara“ heißt, offenbar auch in der von Stefanie Sargnagel, gegründeten Burschenschaft Hysteria tätig ist und die mit einem Kärntner Volksslied begann, dann mit „Land der Berge viel zu viele“ fortsetzte und auch von „Barbara, Babsi, Bärbl“, als Vertreterin Österreichs von diesem Lyrikschwerpunkt las und um das „Schnelle Schwimmen und Rennen“ ging es auch.

Dann kam der gut Deutsch sprechende in San Paolo geborene und in Berlin als Übersetzer und Literaturvermittler lebende Ricardo Domeneck, der seine Gedichte auf Portugisisch, aber auch auf Deutsch las.

Nach einer Pause kam dann ein Gespräch zwischen der „Fried-Preisträgerin“ von 2017, Teresa Präauer, von der auch der Titel des Symposiums stammt, mit Ronya Othmann, die ja einen kurdischen-jesidischen Vater hat und Ricardo Domeneck.

Teresa Präauer fragte Royja Othmann welche Bedeutung die Landschaft und die Herkunft ihres Vaters für sie hat? Und von Ricardo Domeneck, der vor zwanzig Jahren nach Berlin emigriert und auf Portugisisch schreibt, wollte Teresa Präauer wissen, inwiefern die Migration sein Leben und sein Schreiben verändert hat und die Körperlichkeit ist für ihn, wie sie betonte, auch sehr wichtig. So schreibt er homoerotische Liebesgedichte, die in Brasilien als sehr politisch interpretiert werden, was er gar nicht so empfindet.

Dann kam als Stargast wahrscheinlich der Belasrussische Autor Sasha Filipenko, von dem ich „Den ehemaligen Sohn“ und die „Roten Kreuze“ gelesen habe und der jetzt seinen ebenfalls bei „Diogenes“ erschienenen Roman „Die Jagd“ vorstellte.

„Der ehemalige Sohn“ ist inzwischen in Weissrußland verboten und er mußte auch mit seiner Familie Belarus verlassen, weil er auf einer schwarzen Liste stand und lebt jetzt, glaube ich, in der Schweiz oder auch nicht so richtig, wie Sasha Filipenko auf Günther Kainderrlsdorfer, der moderierte, von Mascha Dabic übersetzt antwortete.

Sasha Filipenko schreibt auf Russisch und die „Jagd“, wo ein Journalist verfolgt wird, spielt auch dort. Günter Kaindlsdorfer wollte wissen, wie weit das Buch auch in Belarus spielen könnte und der Autor meinte, daß das nicht möglich wäre, weil man in Belarus wesentlich schneller gegen kritische Journalisten vorgehen würde, was aber seit dem Krieg nicht mehr stimmt. Er hat den Roman 2014 zu schreiben begonnen, der dann auch 2016 in Russland oder Belarus erschienen ist. Sasha Filipenko hatte , wie er sagte, schon seit 2010 Schwierigkeiten mit der Zensur.

Dann kam die Lesung aus dem Buch, das einen sehr musikalischen sonatenhaften Aufbau hat. Sasha Filipenko hat eine musikalische Ausbildung und das Buch ist auch mit sehr schnellen filmischen Schnitten aufgebaut. Es gibt den Hauptakt, und immer wieder Pausen, sowie anderen Tempoangaben. Es geht aber um einen Oligarchen, der mit seiner Familie viel in der Welt herumreist und um einen Journalisten, der sich mit ihm anlegt und dann auch um eine Gerichtsverhandlung, weil der Journalist einen leeren Artikel gebloggt hat und deshalb verhaftet wird.

Sasha Filipenko sagte, nach der der Lesung, daß er diese Stelle schon 2014 in Russland gelesen habe und hab haben die Zuhörer gelacht und nicht geglaubt, daß man eines leeren Plakates wegen verhaftet werden kann. <inzwischen passiert das oft, wenn man was postet oder teilt und da muß ich anfügen, daß das auch in Österreich passiert ist, daß Leute fünftausend Euro an einen Rechtsanwalt für einen geteilten Post zahlen sollten.

Sasha Filipenko antwortet dann auf Günter Kaindlsdorfer Frage nach dem Aufbau, daß er wollte, daß der Leser begreift, daß der Weg die Handlung zu verstehen sehr mühevoll ist und nahm auch in Kauf, daß manche Leser das Lesen aufgeben, weil die Handlung immer wieder abreißt, er wollte sie aber zu Mittätern machen, die die Geschichte zusammenfügen.

Mühsam denke ich und das dachte ich auch beim Mitlesen des deutschen Textes, aber ich habe das Buch schon angefragt, mal sehen was ich nach dem Lesen dazu sage?

Günter Kaindlsdorfer meinte aber, daß der Deal, daß er das Buch wegwerfen könnte, bei ihm nicht aufgegangen ist. Er ist neugierig geworden und hat weitergelesen. Bei „Amazon“ habe ich aber andere Meinungen gefunden, die damit nichts anfangen konnten.

Um acht kam dann der 1983 in den USA geborene Phil Klay, der schon 2015 bei den „Fried-Tagen“ war und da sein Debut „Wir erschossen auch Hunde“ präsentierte. Jetzt wurde unter der Moderation von Sebastian Fasthuber, der auch schon öfter auf den „Fried-Tagen“ moderierte sein neues Buch „Den Sturm ernten“ vorgestellt, wo es um vier Mitglieder der US Special Forces geht, die in einem kolumbianischen Dschungel gekommen sind, Phil Klay konnte hier seine Erfahrungen als US-Marine verwenden, um einen Krieg zu beschreiben und hat einige kurze Stellen daraus gelesen.

Und um zehn gab es noch ein Konzert „Best of Ernst Molden“, der Enkel der Paula von Preradovic und der Sohn von Ernst und Hanna Molden der ja bevor er zu singen angefangen hat, auch Bücher geschrieben hat und von dem ich schon einige Konzerte gehört habe.

Viele schöne Lieder „Und was i am liebsten mog is summer jeden Tag!“ und „Alles könnt das letzte Mal sein, drum sollt man sich urdentlich geben, nimm das, da liegts dei Leben!“- „Wo san die Kollegen, wann i außa muß in Regen?“

Am Samstag ging es dann um zwei mit einer Jennifer Daniel weiter, aber da sind wir nach St. Pölten gefahren, weil ich der LITGES-Seite entnommen habe, daß da der Osterspaziergang der literarischen Gesellschaft stattfinden wird. Es ist zwar erst zwei Wochen vor Ostern und von daher ungewöhnllich früh und eigentlich würde ich normalerweise nicht von Wien aus hinfahren, aber weil derzeit ohnehin nichts los ist und ich schon über zwei Jahren keine Lesung mehr hatte und 2019 ist wegen der „Literatur & Wein“ der Osterspaziergang auch ausgefallen und weil ja sonst außer streamen und zu Hause sein, weil ich derzeit auch auf keine Demos gehe, ohnehin nichts los ist, habe, ich gedacht, fahren wir hin und ich lese „Den Meister Hoppel“ vor. Mein Ostertext, den ich im Vorjahr geschrieben habe. Das Wetter war kalt und regnerisch, beziehungsweise hat es sogar geschneit. Wir waren um halb drei schon bei der „Seedose“. Dort war nichts los, das Restaurant geschlossen, nur gelegentlich ist einer mit einem Hund vorbeigekommen und zwei Leute haben was ins Restaurant geräumt und das war noch um viertel vier so. Da habe wir nochmals auf der Seite nachgeschaut und dann die Eva Riebler angerufen. Osterspazierigang auf den Ostersamstag verschoben, was es ja auch passender ist. Also zurückgefahren und da konnte ich mich dann ins Festival zurückstreamen oder auch nicht, denn um vier sollte ja Deb Olin Unferth aus ihrer „Happy green familiy“, das mir „Wagenbuch“ , als E-Pub zuschickte, lesen, aber die ist krank geworden, also ist es erst um sechs mit Nate Powell weitergegangen, der, wie auch Jennifer Daniel, ein Comiczeichner ist. Denn der Samstag gehört ja bei den „Fried-Tagen“ seit einigen Jahren den Comiczeichnern und da war es, als ich dort noch anwesend war, immer sehr voll und anschließend stellten sich die Leute eine Stunde oder länger an, um sich ein Autogramm in ihr Buch signieren zu lassen und der Autor hat gezeichnet und gezeichnet.

Ob das diesmal auch so ist, habe ich keine Ahnung, der Saal sieht ja immer sehr leer aus und werde davon wohl auch nicht viel mitbekommen. Das vorgestellte Buch heißt jedenfalls „Safe ist for later“ und Nate Powell entnehme ich dem Programm, wurde 1978 in den USA geboren und so wurde das Gespräch mit Mathias Wieland auch auf Englisch geführt und, um Donald Trump und seine Wahl ging es dabei auch.

Das Buch wurde dann auf Deutsch präsentiert, das heißt, die Zeichnungen gezeigt und Mathias Wieland hat den Text gelesen, der wie schon angedeutet, ein sehr politischer ist.

Und als Letztes für den Samstag kam dann der 1958 in Mexiko-City geborene Guillermo Arriaga, der wie Anne Zauner erklärte, aus kleinen Verhältnissen kommend, sich auf den roten Teppich Hollywoods hinaufgearbeitet hat und seinen Roman „Das Feuer retten“, das in einem Gefängnis zu spielen scheint, vorstellte. Wolfgang Popp, der Ö1-Moderator und Buchautor hat das Gespräch geführt und der freundliche Autor legte zuerst ein paar Münzen auf den Lesetisch, damit die die nach Mexiko wollen, schon einen Startschuß haben.

Dann erzählte er, daß es ihm beim Schreiben immer ums Geschichten erzählen und nicht um gesellschaftskritik geht und in seinem Roman spielen zwei Klassen, eine erfolgreiche und , die des Gefängnisinsassen zusammen.

Es geht um eine Choreografin, die auch Millionärin ist und mit ihrer Gruppe im Gefängnis auftritt und dort auf einen sehr gebildeten Mörder trifft und interessant ist, daß Guillermo Arriaga zu den Autoren gehört, die beim Beginn des Schreibens noch nicht das Ende ihrer Geschichte wissen, etwas was man in der Romanschreibschule trainiert, den Roman erst durchzuplanen, bevor man zum Schreiben beginnt, was offenbar, die Profis von den Autoren unterscheidet und der Autor auch betonte, daß er keine Recherchen und keine Planungen mache, sondern alles erfinde, so ist er beispielsweise, auch nie in einen Gefängnis gewesen, wie Karl May nie in der Gegend, wo seine Romane spielen und das Unperfekte macht nach Meinung des Autors, die Schönheit des Werkes aus, was ich wieder für einen interessanten Ansatz halte. Man schreibt, was man kann, nicht was man will, obwohl ein bißchen Planung und Recherche höchstwahrscheinlich auch nicht schaden kann und der Autor offenbar sehr selbstbewußt ist, daß er sich so darstellen kann. Spannend auch, daß der Autor mehr Englisch, als Spanisch redete, obwohl eine sehr freundliche Übersetzerin neben ihm saß.

Auf die Frage ob er fixe Schreibzeiten hatte, antwortete, daß er eigentlich immer schreibe, weil er immer wissen will, wie es weitergeht. So ist er auch jetzt in dieser wunderschönen Stadt Wien in seinem Hotelzimmer gesessen und hat geschrieben und das auch gestern, obwohl er eigentlich zu Phil Klays Lesung gehen wollte, er aber, wo es mir ein bißchen ähnlich geht, vom Schreiben abhängig ist. So geht es ihm aber auch beim Regieführen, was ja ebenfalls ein Teil seiner Tätigkeit ist.

Es gibt auch zwei Erzählweisen, der Gefangene spricht in der Ich-Form, die Choreografin wird in der Sie-Form erzählt, was Guillermo Arriaga damit begründete, daß er über eine Frau nicht in der Ich-Form schreiben könne. Bei weiblichen Autoren ist das oft umgekehrt und ich habe gleich eine Lösung für mein neues Werk gefunden, in dem ich den Roman im Roman „Die Gestohlenen Jahre“ auch in der Ich-Form schreiben werde. Simon erzählt das als „ich“, während die anderen Protagonisten erzählt werden.

Und am Schluß ging es noch um die Frage, wie man gute Sexszenen schreibt, von denen in dem Buch einige enthalten sind.

Und am Sonntag ging es dann an die Preisverleihung an Frank Witzel, die, glaube ich, schon im November stattfinden hätte sollen, als Ingo Schulze im Literaturhaus war, um den Preis der Literaturhäuser entgegenzunehmen oder abzulesen. Zur Erinnerung, beim der „Fried Preis“ gibt es nur einen einzigen Juror, der ist diesmal Ingo Schulze, von dem ich auch schon viel gelesen habeund den ich sehr interessant finde.

Diesmal begann es, was ich für interessant halte und früher nicht so war, mit einer musikalischen Einlage und zwar sang da Cosima Büsing mit hoher schriller Stimme eine Komposition von Bernhard Lang. Es ist ja der Preis von 2021, den Sektionschef Meindl übergab. Ex Ministerin Havlicek, die ja einmal mit Jack Unterweger saß im Publikum. Es wurden wieder, was auch relativ neu ist, von Robert Huez die Namen aller Mitarbeiter des Organisationsteam verlesen.

Robert Schindel der Präsident der Fried-Gesellschaft glaube ich, hielt dann die Erföffnungsrede und sprach von den düsteren Zeiten, in denen wir momentan leben.

„Es ist Krieg , was soll ich machen und ich begehre nicht schuld daran zu sein“ und gratulierte dann dem Preisträger ganz herzlich. Die Laudatio stammte dann von dem alleinige Juror, der 1962 in Dresden geboren wurde und in Berlin lebt und verlas, wie er die Laudatio während der Zugfahrt nach Wien verbesserte und dabei auch an den Präsidenten der Ukraine dachte und weil er die Laudtio schon im November geschrieben hat, mußte er sie insofern ändern, da Witzel inzwischen einen Erzählband veröffentlicht hat, die Erzählungen für ihn also genauso wichtig, wie die Romane sind und er seine Vorlesungen auch nach diesen Muster verfaßt und dann mit seinem schräg Gegenüber über die Laudatio diskutiert und um Masken geht es dabei natürlich auch, weil man die jetzt ja im Zug tragen muß.

„Weiter so, Applaus!“beschloß er dann seine Rede, die mir gut gefallen hat.

Dann kam der schon erwähnte Sektionschef Jürgen Mein, der die „Fried-Gesellschaft“ sehr lobte und Laudator und Preisträger gratulierte und sich dann auch fragte, was Kunst und Kultur gegen den Krieg ausrichten kann? Viel meinte er, denn da gab es einmal eine Opernaufführung, die die Sänger so erregte, daß sie anschließend aufgestanden sind, zu den Waffen griffen, um ihre Heimat zu verteidigen. Das wird für jetzt wohl utopisch bleiben und ist vielleicht auch nicht wirklich zu empfehlen. So wurde der Preis an Frank Witzel übergeben, der dann nach einer neuerlichen Musikeinlage, mit seiner Dankeslesung begann, die sich auch mit der aktuellen Situation der seiner „eigenen Dummheit“ beschäftigte, was wohl die Hilflosigkeit thematisierte, die einen wahrscheinlich erfaßt, wenn man mit der aktuellen Situation abstellen will und nicht recht weiß, wie das passieren kann und erwähnte auch dabei, daß im Vorjahr viele Nerve in Dänemark ermordet wurden, weil man an ihnen das Corona-Virus zu entdecken glaubte und die jetzt zum Himmel stinken, was wirklich sehr dumm ist, wie es das genauso ist, wenn man nicht versteht, wieso man für sein Geld auf der Bank keine Zinsen mehr erhält, sondern dafür zahlen muß und dumm füge ich jetzt noch etwas aufmüpfig an, sind ja angeblich auch die, die sich nicht impfen lassen wollen, wie eine etwas seltsame Studie festgestellt hat, aber das hat Frank Witzel nicht thematisiert, kam dann aber doch darauf zu sprechen, daß es nur eine Wissenschaft, der man zu folgen hat, nicht geben kann und hörte dann mit Zitaten von Robert Musil, Niklas Luhmann und einem Gedicht von Erich Fried auf.

Das war es dann und jetzt gehe ich, um etwas für meine Abwehrkräfte zu tun und meinen Vitamin D – Haushalt zu steigern, Radfahren um den Ring, es war aber sehr interessant mich, wenn auch nur per Stream mit den „Fried-Tagen“ zu beschäftigen und gelernt habe ich auch sehr viel dabei.

2022-03-18

Wieder Slam B

Das müßte jetzt der hunderterste Slam B sein, zu dem ich frisch von Leipzig zurückgekommen bin. Diana Köhle im schwarzen Glitzerkleid erklärte die Regeln, neun Teilnehmer und auf Wunsch des Publikum wurde diemal immer nur drei Kanditaten ausgelost.Diana Köhle ließ das Publikum dann auch den per Stream Zusehenden zuwinken und Opferlamm gab es diesmal keines, weil eine Kathararina an Covid getestet wurde und die erste Kanditatatin, die eigentlich das Opferlamm wäre, also die Siegerin vom letzten Mal war Sandy Gomez. Warum das so war, habe ich nicht ganz verstanden, aber Diana Köhle hat manchmal eigenwillig und Sandy Gomez begann gleich vom Klo und vom Gacken zu sprechen und ihr Slam handelte auch davon, was höchstwahrscheinlich ein heikles auf jeden Fall wahrscheinlich geruchintensives Thema ist.

Karl Kaisermühlen war dann der zweite Kanditat, neu beim Slam und schon ein älterer Herr und wieder eigenwillig von der lieben Diana, spricht sie jetzt alle gegendert an, was ich eigentlich ein bißchen komisch finde und der Text begann mit „Mutter Erde kommt zu Vater Mond“, erwähnte Wladimir Putin und das, was jeder einzelne tun kann, um die Welt zu verbessern. Dann zum Herrn, der Manna regnen ließ und dem „Felber, der alles selber macht“ und die Lösung hieß „Die Welt kann gesunden, läßt du dir altes Brot munden“, wurde eher konventionell im Wiener Dialekt gereimt.

Kanditatin drei, Melanie, war offenbar auch das erste Mal dabei, wäre gern lustig und würde das Publikum gern zum Lachen bringen, kann aber nur gut schreiben, wenn es ihr schlecht geht. Das war die Einleitung, dann gings zu ihren Datingerfahrungen und endete dann doch ganz gut und so hat die Melanie die Runde eins dann auch gewonnen, obwohl mir der Karl origineller erschien.

Die zweite Runde begann auch mit einer Newcomering, offenbar ist das der zweiten Hunderterrunde geschuldet, Bisera, auch eine eher ältere Frau, mit, wie sie sagte, vier eher melancholischen Texten, kurzen Gedichten, die von Herz und Schmerz in Wien, der Strudlhofstiege, einem Hotdog aber auch von einer Japanerin handelte.

Die nächste Kanditatin Liesi oder Elisabeth Swoboa war auch schon mittelalt und Newcomerin, also ein ungewöhnlicher Slamabend, die erwähnte, daß sie keine Politikerin wäre, aber viele Ideen für die hätte und die trug sie dann auch vor.

Leonie May, diesmal jünger, aber auch zum ersten Mal auf der Bühne, hatte, wie sie sagte, einen ihren Gefühlen geschuldeten Text, der „Tagen wie diese“ hieß und eher in der typischen Slammanier, die mir bisher fehlte, performiert wurde, weshalb sie die Runde vielleicht auch gewonnen hat.

Runde drei begann, glaube ich mit einem Bekannten, nämlich Chris Soukop, der mit starker Stimme, die Frage klärte, „Warum die Kirche Angst vor Frauen hat?“ , etwas, was ich schon immer wissen wollte und interessant auch, daß er Chris mit grüner Maske agierte, was man jetzt, glaube ich, auch darf, wenn man positiv ist, wenn man das Slamen als Arbeit betrachtet, nur Zuhören wäre nicht erlaubt.

Elena Sarto war wieder eine Newcomerin, eine junge Frau mit Kappel und gewohnten Slamersound, die im Gegensatz zu ihren Vorperformern, immer wieder „Ich bin ich, aber nicht dein Unterhaltungsprogramm!“, betonte und die neunte in der Runde, schon lange nicht mehr auf der Bühne, wie sie von Diana Köhle begrüßt wurde, also keine Newcomerin, Katharina Wenty hatte es auch biblisch und ein Gebet, nämlich dem „Plastik unser, wie du schwimmst im Ozean, wie im Himmel und auf Erden!“, denn es ist ja schon fünf nach zwölf“

Elena Sarto kam dann ins Fiale, das von Melanie begonnen wurde, die sich in den Bereichen Wohnen, Fortgehen, Essen, Datingapps, Freundschaften, Social Media, Verpflichtungen, etcetera mit dem Älterwerden beschäftigte.

Leonie May slamte von einem Baby mit dem sie gleichberechtigt sein wollte. Passend also zum Frauentag „Baby laß uns die Welt so gestalten, daß sie uns allen gefällt“.

Elena Sarto slamte dann von der „Emma und dem Subwayparadoxon“, die nach der Matura zum Subway geht und die völlige Freiheit hat, sich zu entscheiden, zu werden, was sie will, also ebenfalls ganz schön feministisch, aber wahrscheinlich nicht ganz der Realität entsprechend.

Spannend also die Themen des heutigen Abend, Gefühlte, Feminismus, Kirche. Corona und diesmal auch die Politik, beziehungsweise der Krieg in der Ukraine wurde diesmal kaum thematisiert, was vielleicht an den vielen Newcomerinnen lag.

Obwohl ichs wieder anders hörte, hat Melanie gewonnen. Ich hätte mich zwischen den beiden feministischenen Texten entschieden oder beide gewählt. Elena Sarto war dann die zweite Siegerin und Platz bekam Leonie May.

Applaus, Diademe, die man wieder zurückgeben mußte und Bücher für die Siegerinnen und die nächsten Slam-Termine werden am 22. April und am 3. Juni sein.

Mal sehen, ob sichs ausgeht und, ob man dann schon live zuhören kann, obwohl die Maskenpflicht in Innenräumen wegen der hohen Fallzahlen, ab Mittwoch wieder in ganz Österreich gelten wird.

2022-03-09

Krisen.Fest nach dem Frauentag

Nach den dem ins „Wort fallen“ und den „Mutmacherinnen“, hat die 1977 geborene Helga Pregesbauer die zum dritten Mal eine GAV-Veranstaltung zum Frauentag im Literaturhaus organisiert, diesmal das Thema Krisen-Fest ausgewählt, weil man in Zeiten, wie diesen, viel Kraft und Freude braucht, um die schweren Zeiten zu überwinden, sehen wir alle ja, wie gebannt auf den Krieg in der Ukraine und haben vor dem dritten Weltkrieg, einem Atomangriff oder einer Atomkatastrophe Angst und dann sind nach dem Freedomday am Samstag, die postiv getesteten Corona-Zahlen besonders stark angestiegen, weil ja warhscheinlich alle nach zwei Jahre Krisenmaßnahmen ,tanzen und feiern wollen und um etwas Positives in Zeiten, wie diesen zu vermelden wurde heute die am vierten Februar beschossene Impfpflicht für drei Monate ausgesetzt, so daß ich ab nächster Woche nicht vor jeden Polizisten flüchten muß, um von ihm nicht angezeigt zu werden.

Da Wien in Zeiten, wie diesen aber den strengeren Weg geht, gilt hier nach wie vor 2G und Maske also nur in das Literaturhaus zum Frauentag gestreamt. Vor zwei Jahren war ich ja mit den Alfred dort und da hat die Krise ja bald angefangen, weil am nächsten Tag die Maßnahmen ausgerufen wurden, die zwar seit letzten Samstag zum Teil aufgehoben wurden.

Dafür gibt es seit zwei Wochen Krieg in der Ukraine und alle sind gebannt und wir sind nach zwei Jahren in Stufe zwei der Krise aufgestiegen, sehen einer maßlosen Teuerung entgegen und, wie lange es noch Gas gibt, um die Wohnungen zu heizen ist auch nicht so klar und ein Liter Benzin kostet auch schon zwei Euro.

Trotzdem also zum Frauentag ins Literaturhaus streamen, Barbara Zwiefelhofer hat ihre Maske abgenommen und das Pult desinfiziert und Helga <pregesbauer, die ich ja einmal, glaube ich, im „Reading room“ vor langer Zeit bei einer von Günther Vallaster organiserten Lesung kennenlernte und zu deren Aufnahme ich auch ein bißchen beitragen konnte, stellte dann die Erste, der diesmal sieben Autorinnen vor und die war mir unbekannt. Habe ich von der Schreibpädagogin Claudia Brych noch nichts gehört die von einer Frau erzählte, deren Freund gerade einer Richterin klar werden machen muß, warum er Asyl haben will, also in Zeiten, wie diesen, wo die Flüchtlinge aus der Ukraine bei uns voräufig willkommener als die aus Afrika sind, ein sehr brisantes Thema.

Dann folgte die 1970 geborene Regina Hilber, die ich schon von mehrern GAV- GVs und anschließenden Restaurantbesuchen kenne und ihr „Neue Männlichkeit als Lernprozeß ist eigentlich eine Serienrenzension und setzte sich mit der <me too debatte auseinander.

Als nächstes kam dann Doris Nussbaumer, mit der ich ja in einigen Anthologien, wie zum Beispiel in der „Female science Fiction“ Texte habe, sie bei einer hraf, wo ich einmal Bücher mit ihr tauschte und bei ihr im „Werkl im Goethehof“ auch einmal gelesen habe und hatte eine „Geschichte in Progress „Erschlag di i bring die um, i hau die auße!“, die gleich auf Putins Angriffskrieg auf die Ukraine kam und den Bogen zu ihren „Stiefschwanzvater, der mit Siebzehn in den Krieg geschickt wurde“ zog und dabei sowohl sehremotional als auch sehr beeindruckend war.

Dann kam die 1951 geborene Zdenka Becker, die ich ja vorige Woche schon in der „Gesellschaft“ bei den „Podium-Portraits“ hörte und die aus ihrem letzten Roman „Es ist schon fast halb zwölf“ las, wo sie die Gefühle einer Mitläuferin des NS Regime beschreibt, die mit einem dementen Ehemann, die Vergangenheit offenbar nochmal oder anders erlebt.

Dann kam die Dialektautorin Elis Rotter, die laut Helga Pregesbauers Beschreibung, schon viel organisiert und veranstaltet hat und die dann, wie sie sagte etwas ganz anderes, nämlich Dialektdialekte hatte, in denen sie die kleinen Alltagskrisen, wie Schlafstörungen, dem Wasser am Hals und den „Ringen am Bauch, aber nicht mehr am Finger“, beschrieb.

Dann folgte die 1982 geborene Eva Schörkhuber, die ich glaube ich einmal bei einem Volksstimefest kennenlernte wo sie glaube ich, immer gelesen hat, die in „PS politisch schreiben“ aktiv ist und aus ihrem letzten Roman „Die Gerissene“ las, wo eine Mira nach Havanna kommt, um die kubanische Revolution zu erleben und natürlich enttäuscht wird.

Als Letzte kam die 1943 geborene Bärbl Danneberg, die Helga Pregesbauer, als sehr politisch aktive Frau kennenlernte, ich habe sie 1978 wahrscheinlich im Rotpunkt beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennenlernte, den sie glaube ich organisiert und gegründet hat, ihr „Alter Vogel flieg“ das Buch über ihre demente Mutter gelesen, die viel im „Augustin“ und im in der „Volksstimme“ publiziert und die nun einen Text „Meine Stadt“, in der sie seit 1973 lebt, vorher hat sie in Berlin gewohnt, gelesen, der den Alltag einer fast achtzigjährigen Frau beschreibt, die nach Simmering zum Postamt muß und dabei über Mundsasenschutz-Masken stolpert und Angst vor den Covid-Viren hat und dann zu der Mehr Generationen Siedlung kommt, in der sie nun lebt und das ist der Bogen zu der Frauentagslesung der Ruth Aspöck, die ja Elfriede Haslehner, die ich auch im „Rotpunkt“ beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennenlernte und ihre Gedichte vorstellt und Helga Pregesbauer forderte nach der Veranstaltung noch einmal zu einem Krisentänzchen zum Frauenkampftag auf und hoffte auf bessere Zeiten und da könnte ich ja vielleicht im nächsten Jahr, wenn diese Parallelwelt vielleicht doch einmal vorüber ist, zum Frauentag ohne Maske meine Krisencovidtexte vorstellen.

2022-03-04

Eine Welt von Frauen im Literaturhaus und der „Alten Schmiede“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:48
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Der Frauentag naht und da bin ich ja vor zwei Jahren am Freitag vorher, als schon die Pandemie dim Anklingen war in einem überfüllten Amerlinghaus bei einer Veranstaltung zum arabischen Frauentg und dann am Montag darauf noch einmal im Literaturhaus bevor die Maßnahmen begannen, die morgen angeblich beendet werden und heute, wo seit acht Tagen Krieg in der Ukraine herrscht und Atomkraftwerke angegriffen werden, wird im Literaturhaus eine Anthologie vorgestellt, wo die Frauen wieder einmal die Welt umdrehen wollen.

Tanja Raich hat da zwanzig Autorinnen und auch einige Autoren, wie Feridun Zaimoglu, Nicolas Mahler, Kristoff Magnusson und Tonio Schachinger, mich natürlich nicht, eingeladen, einen Text dazu zu schreiben „Das Paradies ist weiblich-Eine Einladung in eine Welt in der die Frauen das Sagen haben“, heißt die Anthologie und Barbaba Zwiefelhofer erwähnte in ihrer Einleitung natürlich den Krieg, von dem sie sich distanzierte, denn die Ukraine ist das Land von Joseph Roth, Adrej Kurkow, Tanja Maljartatschuk und vielen andere und die Journalistin Mia Eidlhuber moderierte das Gespräch zwischen Tanja Raich, Mareike Fallwickl, Gertraud Klemm und Simone Hirth, die anwesend waren. Es gibt ein Zitat von Mithu Sanyal, die mit ihren „Identiti“ im Sommer bekannt wurde, die meint, daß es nicht um die Umkehrung von Hierarchien sondern , um die in Fragestellung derselben geht.

Mareike Fallwickl, die ich ja von ihrem Blog kenne und von der ich zwei Bücher, gelesen habe, demnächst wird ihr neues Buch „Die Wut die bleibt“ bei Rohwohlt erscheinen, ist ja inzwischen auch sehr bekanntgeworden.

Gertraud Klemm ist ja eine der bekanntesten jüngeren feminstischen Autorinnen, die auch die letzten zwei Jahren beim Frauentag gelesen hat „Hippocampus“, ihr letztes Buch, das ich wie einige andere

gelesen habe und der Text im Buch „Der feuchte Traum“, in dem auch ein Seepferdchen vorkommt.

Simone Hirth, die im Schwarzwald aufgewachsen war, hat drei Bücher bei „Kremayr und Scheriau“ herausgebracht, die ich gelesen habe und zuletzt auch den „Priessnitz-Preis“ ,bekommen hat und hat in ihren Text „Heiße Luft, eine kleine Bücherschau“ die alten Meister in ihren Rezensionen demontiert.

Dann kam die Frage an die Autorinnen, ob es den Krieg in der Ukraine geben würde, wenn eine Frau, die Macht in Russland hätte, ich denke schon, wenn sie so hochhinaufkommt, aber das passiert ja meistens nicht und Simone Hirth meinte, daß die Frauen mehr reden, als schießen wrden und das denke ich auch, und setze wieder hinzu, daß die dann aber nicht gehört werden würden.

Dann kamm Mareike Fallwickl mit ihren „Tamina blue“, genau zu diesem Thema, der sehr männlich aggressiv daher .

„Dabei wollten wir eigentlich nur reden!“, bevor zugechlagen wird und in der Diskussion ging es natürlich um die Frage, wie Mareike Fallwickl zu dieser Wut und diesem Text kam und sie antwortete, daß ihr das Schreiben großen Spaß gemacht hat und sie es noch ärger könne.

Und da hat es ja vor zwei Jahren auch eine „Haß-Anthologie“ gegeben, wo Gertraud Klemm auch einen Text hatte, und die Frauen antworteten, daß man natürlich statt zuzuschlagen, seine Wut herausschreiben könne und um die Wut auf die Mutter geht es in dem Text von Sophia Süßmilch, die nicht anwesend war, auch.

Gertrud Klemm hat sich in ihren Text mit der Tierwelt sich da mit den matriachalischen und patriachalischen Strukutren beschäftigt, beziehungsweise untersucht, wie da geboren und gezeugt wird und während im Literaturhaus, die Diskussion um das Patriachat weiterging, begann es in der „Alten Schmiede“ mit den Dichter- und Komponistinnen, ein Abend, der glaube ich schon früher stattfinden hätte sollen und verschoben wurde und da beschäftigten sich die Mezzosopranistin Josipa Bainac, Melissa Coleman Violoncello und David Hausknecht am Klavier mit Kompositionen von Sophie Reyer, Johanna Doderer, etcetera, nach Gedichten von Kristine Tornquist, Delphine Blumenfeld, Elsa Asenijeff, Ingeborg Bachmann, Sophie Reyer, etcetera.

Tanja Raich erzählte im Literaturhaus inzwischen welche Texte sie in der Anthologie haben wollte, dann wurde sehr lange über das Matriachat diskutiert .

Dann kam Simone Hirth mit ihren Rezensionen „Von einem der auszog um die Welt zu erkunden“ oder „Aus dem Leben eines Taugenichts“, wo es um die „Naive Phase“ von Eichendorff ging, wo sich die Rezensentin ein besseren Werk wünschte. Dann wurde noch der „Zauberzwerg“ verrissen, wobei sich Simone Hirth beim Lesen vor Lachen schüttelte und ich es eigentich schade finde, den Marcel ReichRanicki ,so nachzuahmen, weil ich ja auch nicht gerne verissen werden würde und dann ging es um die Frage, wie man aus dem „Jedermann“ eine „Jederfrau“ machen könnte und wie man zu einem weiblichen Kanon käme, was Tanja Raich und Mareike Fallwickl sehr empörte, daß man immer noch den „Faust“ lesen müße, statt sich mit schwangeren Transmännern zu beschäftigen und da kann ich auf mein „Frauenleben Frauenleiden“ verweisen, wo es ja um das „Gretchen“ und die „Effi Briest“ geht und natürlich auch um meine „Hundert Tage“, die ja schon erschienen sind und, daß die Männer keine Frauenliteratur lesen, die Frauen aber schon die männlichen Großautoren,wie Thomas Mann, Theodor Fontane, Michael Köhlmeier, etcetera, kann man schon Elke Heidenreich nachlesen, sich Gertraud Klemm aber sehr ärgerte, daß die Frauen, die weißen alten Männer und keine jungen diversen Frauen lesen.

Kaufen Sie sich das erste Buch des neuen Kanon, sagte Barbara Zwiefelhofer wieder am Schluß und ich kann noch erwähnen, daß in der Anthologie auch Texte von Margit Schreiner, Linus Giese, Jaruslav Rudas, etcetera enthalten sind und am Montag und am Dienstag nächste Woche wird es noch mehrere Frauentagsverantaltungen geben.

2022-02-23

Hommage an Eric Sanders

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 20:41
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Der 1919 in Wien als Ignaz Erich Schwarz geborene Eric Sanders, der 1938 nach England emigirieren mußte, ist am 30. August 2021 in London gestorben. Ein Anlaß für die österreichische Exilbibliothek und die österreichischen Gesellschaft für Exilforschung im Literaturhaus einen Gedenkabend für ihn zu veranstalten.

Veronika Zwerger, die Ursula Seeber als Leiterin der Exilbibliothek gefolgt ist, eröffnete, dann kam noch eine Frau der Gesellschaft für Exilforschung, die Grußworte entrichtete. Einen Filmausschnitt, wo der Geehrte einen Rede hielt und ein Wienerlied gesungen hat, wurden auch aufgeführt.

Veronika Zwerger rezitierte dann den Lebenslauf, die Eltern hatten ein Geschäft, die Famiiel ist in Wien mehrmals umgezogen und der keine Ignaz Erich war sehr musikalisch, hat Klavier gespielt, zur Geige war er offenbar nicht so begabt und hat auch komponiert. Eine Autobiografie „Emigration ins Leben – Wien- London und nicht mehr retour“ hat er auch geschrieben, aus der dann die Schauspielerin Michou Friesz gelesen hat.

Dann kam Gerhard Warmuth, ein Lehrer aus dem Goethe-Gymnasium, in das Ignaz Erich Schwarz, den die Schüler Nazi nannten, gegangen ist und in dem es inzwischen einen Gedenktafel der emigrierten Schüler gibt, wo Eric Sanders auch seiner Autobiografie gelesen hat und von 2005 bis 2019 immer als Zeitzeuge aufgetreten ist.

Einen Film „Eric Houses“, den Jana Waldhör und Claudia Geringer über die Londoner Wohnungen gedreht haben, gibt es auch.

1940 ist Erich Schwarz in die britische Armee eingetreten und hat da auch aus Sicherheitsgründen den Namen Sanders angenommen und ist 1946 und 1947 in dieser Funktion auch als Dolmetscher nach Wien gekommen

Der Historiker Peter Pirker, der verhindert war, hat über diese Zeit geforscht und mit Eric Sanders auch die Biografie, die er 2019, im Czernin-Verlag herausgegeben hat, im Literaturhaus präsentiert.

1949 ist Sanders in England, wo er schon die Staatsbürgerschaft angenommen hat, Lehrer geworden und war als solcher bis 1989 tätig. Michou Friesz hat das diesbezügliche Kapitel aus der Autobiografie gelesen, wo Sanders auch beschrieben hat, wie er seine Frau kennengelernt hat und zwei Kinder von ihr bekommen hat.

In der Pension begann Eric Sanders dan n zu schreiben, so sind in der „Bibliothek der Provinz“ – „Mord in München“ und „Verschwörung in Wien“, die im April 2020 im Goethe Gymnasium präsentiert werden sollten, wozu es Pandemie bedingt

Am offenbar nicht mehr gekommen ist. Michou Friesz hat aus einem der Bücher auch einen Ausschnitt gelesen.

Am Schluß gab es Musik und Bilder vom hundersten Geburtstagsfest bei dem offenbar auch Veronika Zwerger und Ursula Seeber anwesend waren, zu sehen.

2022-02-22

Heinrich Steinfest im Gespräch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 20:42
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Heute habe ich mich eigentlich in die „Alte Schmiede“ streamen wollen, weil es dort ein „DichtFest“ gab, diesmal moderiert von Semier Insaif, weil es Christine Huber, die diese Veranstaltung erfunden hat, offenbar nicht mehr macht, um damit mein Interesse an der Lyrik zu beweisen, aber dann habe ich gesehen, es gibt ein interessantes Parallelprogramm, nämlich Heinrich Steinfest moderiert vom „Schule für Dichtung Leiter Fritz Ostermayer und das interessierte mich sehr, habe ich doch mehrere Bücher von dem 1961 geborenen, der glaube ich, in Stuttgart lebt und, wie ich ebenfalls glaube, ein sehr skuriller Autor ist, in meinen Regalen und zwei habe ich, glaube ich, gelesen.

„Die Büglerin“ hat mir sehr gut gefallen und dann einen wie ich mich erinnern kann, eher skurillen Krimi und einmal bin ich von der Schreibgruppe gerade noch zu den O-Tönen zurechtgekommen, wo er, glaube ich, etwas von Flugzeugen vorgelesen hat.

Das Buch über die Proteste um den Stuttgarter Bahnhof habe ich damals in Basel gefunden, bin aber noch nicht zum Lesen gekommen und jetzt hat der offensichtliche Vielschreiber schon wieder zwei oder noch mehr geschrieben von denen er zwei im Literaturhaus vorstellte.

Die „Amsterdamer Novelle“ und die „Möbel des Teufels“ noch nie etwas davon gehört und Fritz Ostermayer, der mit einer Musikprobe von Satie begann fragte, ob die Bücher paralell geschrieben wurden, weil er Ähnlichkeiten in Beiden fand.

Das kenne ich von mir. So gibt es ja im „Seitengewitter“ eine Oberschwester Elfriede Binder und im „Frauenleiden“ ist sie OP-Schwester oder das Vorbild der „Effi Briest“ und es sind zwei verschiedene Personenen.

Bei Vielschreibern üblich, würde ich generalisieren, und die Hedwig Courth-Mahler tat das, glaube ich, auch und Heinrich Steinfest sagte, er hätte zum Beginn der Pandemie mit den „Möbeln“, den barocken dicken Roman begonnen und vorher noch einen über zwei Kindern und den „Zauberberg“ geschrieben und als er damit fertig war, kam der Sommer und die Schreibpause und da hat er dann die „Amsterdamer Novelle geschrieben. Offenbar wirklich ein Scriboholic und in der hundert Seiten Novelle mußte er sich verdichten und an einen Rahmen, weil er im barocken Roman freie Laufbahn hat und dann gab er eine Definition der Novelle, nämlich ein „Dingmotiv und ein unerhörtes Ereignis“.

Früher gab es offenbar häufiger die Form der Novelle, während heute die Verlage aus hundert Seiten Text Romane machen, weil sie sich angeblich besser verkaufen und ich muß gestehen, daß ich nicht weiß, was ein Dingmotiv ist, habe ich ja Psychologie und nicht vergleichende Literaturwissenschaft studiert, aber aus meinen Texte, wenn ich bei dreißig- oder vierzigtausend Worten fertig bin, Novellen machen , weil ich sie nicht Romane nennen will.

Die „Amsterdamer Novelle“ basiert auf ein reales Erlebnis. Der Sohn von Steinfeld war in Amsterdam und hat da einen Radfahrer gesehen, der seinem Vater ähnlich war, so daß er ihm das Foto davon schickte und das ist jetzt das Motiv der Novelle, Roy Paulsen, ein Visagist, war noch nie in Amsterdam, ist auch kein Radfahrer und so fährt um das Foto zu erkunden und seinem Doppelgänger aufzuspüren. nach Amsterdam.

„Die Möbel des Teufel“ hat Ende 2019 begonnen und da geht es um einen Mann, Leo Prager, der nach vierundvierzig Jahren von einer südpazifischen Insel, wo er Hausmeister war, nach Wien zurückkommt, weil seine Schwester Eva ermordet wurde.

Das war der Einfall, den Heinrich Steinfeld hatte und er wollte auch vom Einsturz der Reichsbrücke vom August 1976, da war ich gerade in Hamburg, schreiben wollte. Da hat der Held Wien verlassen und jetzt kommt er nach Wien zurück und er oder Heinrich Steinfeld trifft in der Taubstummengasse auf die Detektei Cheng und so ist der sechste „Cheng und Frau Wolf Krimi“ daraus geworden oder hat es der Verlag so beschrieben, um ihn wahrscheinlich wieder besser zu verkaufen.

Für mich interessant, weil mich das jetzt sehr beschäftigt, ist das Covid-Thema, kein Covid-Roman, aber wenn man im Jänner 2019 nach Wien kommt, dann drei Monate im Koma liegt und im März erwacht, was Steinfeld für seine Handlung brauchte, um in dieser Zeit die vierundvierzig Jahre seines Lebens zu erzählen und so hat er kleine Details von dem, was man im Lockdown machte, im Buch beschrieben, ohne einen Covid-Roman daraus zu machen.

Daß, das als nicht literarisch gilt, habe ich inzwischen auch begriffen, obwohl im Frühling 2020 Marlene Streeruwitz damit begonnen hat und ich habe in den „Hundert Seiten“, wo es ja um den Feminismus geht, die Krise verwendet, weil man im Somme 2021 ja Maske tragen mußte, wenn man aus einem Zug stieg.

Ein dicker barocker Roman mit einer offenbar sehr umfangreichen Handlung, die Steinfest wahrscheinlich nur angedeutungsweise erzählte, beziehungsweise ein Stück daraus gelesen hat und. Um das Rauchen oder das Aufgaben desselben scheint es im sechsten Cheng-Krimi auch zu gehen.

„Ich knie vor der wunderbaren Moderation!“, sagte Barbara Zwiefelhofer im Abspann und ich hatte mir schon gedacht, daß die Kombination des sehr skurillen erzählenden Autors mit dem wahrscheinlich eher experimentelle Ostermayer, sehr interessant war, was man den Fragen merken konnte, wo ich mir dachte, daß Fritz Ostermayer von Heinrich Steinfeld Schreiben vielleicht nicht sehr viel hält, aber so tut als ob und ich gerne wissen würde, was der immer sehr freundlich wirkende Steinfeld dazu dachte.

Eine gute Wahl der Lyrik heute Heinrich Steinfeld vorzuziehen, weil man da, wie ich schon beschrieben habe, dem Autor sehr gut über seine Schulter und seine Art des Schreibens gut ergründen konnte.

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