Literaturgefluester

2019-12-06

Vom Theaterworkshop zur Exilpreisverleihung

Seit langem wieder einmal zur Gegenwartsdramatik ins „Doml“, waren die letzten Freitage doch immer etwas los, Basel, Fried-Tage, Harland, etcetera, fallen mir da ein, dabei bin ich in den letzten Wochen öfter in einem Theater gewesen, wenn auch nicht zu einem Stück.

Wurde doch sowohl der österreichische als auch der „Schweizer Buchpreis“ in einem Theater vergeben, die „Literatur im Herbst“ fand im „Odeon- Theater“ statt und im Schauspielhaus war ich auch zum utopischen Raum beziehungsweise zum roten Wien, aber in keiner Auffühung.

Das war nur Stephan Teichgräber bei den „Vögeln“ im Akademietheater während es diesen Freitag über den Umweg über Bratislave nach Brünn ging. Denn von Bratislava mußte ein bekanntes Kabarettistenpaar nach dem Prager Frühling nach Brünn überseideln und in Brünn gibt es eine Reihe von Theatern.

Die „Neue Szene“ das Brünner Stadttheater und dann noch eines das auf tscheisch „Divadlo Husa no Provazu“ heißt, wo heute  und in den nächsten Tagen, die „Lehmann Brüder“ von Stefano Massini aufgeführt werden, sowie ein Stück das „Mein Svejk“ heißt und dann noch eines, das „Nachricht von einem Wunder“, heißt, wo es um den Pfarrer Josef Toufar geht, dem am elften Dezember 1949 tatsächlich ein solches in der Kirche passierte, worauf er  Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit bekam.

Sehr spannend und verlockend hinzufahren, aber Stephan Teichgräber muß  noch den Vortrag für das „Philosphische Forum“ am Dienstag übersetzen und ich bin zur „Exil-Preisveihung“ vergangen, die diesmal zum ersten Mal im Literaturhaus vergeben wurde.

Den von Christa Stippinger initierten Preis für in deutsch geschriebene Texte von Autoren mit nicht deutscher Erstsprache, gibt es seit 1997 und zuerst wurde der Preis im Amerlinghaus vergeben. Da ist es wahrscheinlich zu voll geworden, weil es ja verschiedene Preise und auch solche für Schulklassen gibt. so fand er die letzten Jahre auf der „Buch-Wien“ statt. Dort war dann viel Öffentlichkeit, aber auch viel Zeitdruck, denn man mußte in einer Stunde fertig sein, das buffet, das es früher vom Amerlingbeisl gegeben hat, fehlte auch, beziehungsweise wurde das dann schon im Literaturhaus nachgeholt und jetzt zum ersten Mal ganz im Literaturhaus, wo es auch sehr gut passte, weil ja dort schon immer „Exilpreis-Lesungen“ stattfanden.

Die entsprechende Anthologie, die ja jedes Jahr mit den Preistexten herausgegeben wird, habe ich mir schon auf der „Buch-Wien“ geholt. Jessica Beer hat wieder moderiert,  die Musikeinlagen wurden vom Ferry Janoska Ensemblegespielt und die erste Lesung erfolgte von einer Schulklasse aus Linz, die sich das Thema „Kann Sprache Heimat sein?“ gewählt haben, was ich sehr spannend fand, weil man da sehr gut hören konnte, wie das ist, wenn man außer Deutsch und Englisch auch noch Türkisch oder Tschetschenisch spricht, was ja eine tolle Sache ist.

Dann kam die Lesung von Sayed Habib Khawadi einem offensichtlichen Afghanen, der fünf Minuten aus einem Roman las, wo es um Straßenkinder in Afghanistan geht, die schon fleißig arbeiten müßen, um ihre Familie zu erhalten, obwohl Kinderarbeit auch dort verboten ist.

Katharina Braschel erzählte von ihrer Oma, die immer sehr sparsam mit ihren Marmeladegläsern war, weil sie als Kind mit dem Pferdewagen im Winter flüchten hat müssen und dabei sehr hungrig war.

Dann folgte die Lesung der Hauptpreisträgerin Vlatka Frketic, die die Erlebnisse eines Gastarbeiterkindes schilderte, das immer die beste sein muße, nie wie die anderen auf Urlaub, sondern immer nur nach Hause fahren mußte und sich wunderte, daß es auf den Geburtstagsfesten der österreichischen Kinder nur Würstchen mit Kartoffelsalat und eine Torte gab, während sich bei ihrem Geburtstag die Tische vor all dem Gebratenen und den Spanferkel bogen.

Danach wurden die Preise vergeben, Fotos gemacht, nochmals Musik gespielt und Buffet und Gespräche hat es  auch gegeben und ich habe beziehungsweise werde ich demnächst zwei Debuts lesen, die von ehemaligen Preisträgern stammten. Waren doch sowohl Marco Dinic, der auf der österreichischen Debutliste stand, als auch Ana Marwan, deren „Kreis des Weberknechtrs“ auf der Bloggerdebutpreisliste steht, darunter.

Ansonsten zählen Dimitri Dinev, Sandra Gugic, Julija Rabinowich, Susanne Gregor, Cornelia Travnicek, Cornelia Hülmbauer, Ljuba Arnautovic Seher Cakir, die diesmal mit Anton Thuswaldner und Thomas Perle in der Jury war, mit vielen anderen zu den ehemaligen Preisträgern.

2019-12-01

Keine Angst bei den Fried-Tagen

Jetzt geht es gleich zum nächsten Festival, von der „Alten Schmiede“ ins Literaturhaus, vom „Utopischen Raum“ zu den Strategien der Angstüberwindung, was eigentlich ein sehr ähnliches Thema und in Zeiten in diesen, wo wir ja von der Angst gebeutet werden, äußerst wichtig ist.

Es gibt in in Österreich eine „Erich Fried-Gesellschaft“, die sich den Werken Erich Frieds widmet, den „Fried-Preis“ vergibt und jedes zweite Jahr finden im Literaturhaus auch die „Erich Fried-Tage“ statt.

Symposium hat es, glaube ich, unter Heinz  Lunzer noch geheißen und hat sich da der „Exilliteratur“ gewidmet.

Jetzt ist es international geworden und das heurige Thema lautet, wie schon erwähnt „Keine Angst“, was für eine sehr politische denkende Psychologin und Psychotherapeutin, die sich schon seit jahren mit den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigt, natürlich besonders interessant ist und heuher gibt es auch ein Novum, nämlich eine Ausstellung zu diesem Thema und zwar wurden da zwanzig Mitglieder der Gesellschaft, man kann da ja nicht beitreten, sondern wird ausgewählt und eingladen, ein Objekt oder einen Text zu diesem Thema zu verfassen..

So hat sich Elfriede Jelinek  mit den Angststörungen beschäftigt, Ursula Seeber, die früher die Exilliteratur im Lithaus leitete, mit dem Exil, etcetera und Robert Schindel der derzeitige Präsident und Friederike Mayröcker, die grande dame, die demnächst ihren fünfundneuzigsten Geburtstag feiert haben Texte gelesen, da habe ich seit lange wieder einmal Christel Fallenstein gesehen.

Am Dienstag gab es die feierliche Eröffnungsreden und Begrüßungen von Robert Huez und Anne Zauner, die die Tage kuratierte und dann die Key Note von Aminatta Forna, das ist eine 1964 in Glaskow geborene Schriftstellerin, die eine schottische Mutter und einen Vater aus Sierra Leone hat, so das sie ihre Kindheit dort verbrachte und 2002 mit ihrem Memoir „The devil  that danced on the water“ bekannt oder berühmt wurde, in dem sie ihre Kindheit beschreibt.

Ihr  Vater, ein Arzt, war politisch tätig, wurde zuerst Finanzminister, später hingerichtet und ider Titel ihres Vortrags hieß „Why the world needs  new Stories“, wo es um die narrative Indentität und das Neuschreiben der Geschichte geht, was fürchte ich, da es die Rechtem ja auch betreiben, vielleicht gar nicht so ungefährlich ist, wenn die dann beispielsweise den Linken, den Holocaust in die Schuhe schieben wollen oder den Klimawandel leugnen.

Am Mittwoch ist es offensichtlich mit dem Verlesen der „Angstkärtchen“, die man an das Literaturhaus schicken konnte „Wovor haben Sie keine/Angst?“, weitergegangen und dann präsentierten Rainer Merkel und Claudius Lazzeroni ihre „Angstmaschine“, die sie für die  Veranstaltung konstruierten und die auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Dann wurde es interessant, denn dann kam erstmals in Österreich, die 1982 in Damaskus geborene Dima Wannous, die in London lebt und präsentierte im Gespräch mit Peter Zimmermann ihren Roman „Die Verängstigten“, der in Syrien nicht erscheinen darf und in dem eine junge Frau einem Arzt und Dichter ihre Geschichte erzählt.

Die 1963 in Jamaika geboroene und in den USA lebende Claudia Rankine ist, glaube ich, auch das erste Mal in Österreich, sie präsentierte „Citizen – An american lyrik,“ wo es um den Alltagsrassismus, die Frage der weißen Privilegien, Diskriminierung und Gewalt geht, die anhand von Texten und Bildern präsentiert wurden.

Am Donnerstag gab es dann um halb fünf die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs, den es zu diesem Thema für Schüler wieder gegeben habe. Den habe ich versäumt, so daß ich erst Teresa  Präauer die „Fried-Preisträgerin“ von 2017 mit ihrem Ausstellungsbeitrag, der sehr interessant war, hörte, hat sich doch auf einem Flohmarkt einmal eine Schachtel gefunden und in dieser war eine ganze Anzahl von Heiligenbildchen, die von 1920 bis 1980 datiert waren, etwas, wo mich  Geschichte der Besitzer sehr interessieren würde. Zeitgeschichtliche Betrachtungen gibt es auch dazu, war doch 1938 der passende Bibelspruch „Möge dieser Kelch an uns vorübergegehen!“, hat nicht ganz geklappt und dann ging es in den Krimiabend und wieder lauter österreichische Erstaufführungen.

Begonnen hat es mit dem Iren John Connolly, der allerdings noch nicht auf Deutsch übersetzt sein dürfte, so hielt er eine Rede, wo es um die Angst im Schreiben ging und der letzte Satz lautete „Die größte Angst, die wir haben sollten, ist die vor uns selbst!“

Stimmt nicht so ganz denke ich, aber statt einem Krimi hat es dann von John Connolly eine Tasche und eine Hörspiel-CD gegeben und der nächste Krimiautor war auch sehr interessant, interessiere ich mich ja sehr für die nichtdeutschsprachige Schweizer Literatur und bin da weder in Basel, noch in Bern und Zürich und auch nicht wirklich in Genf und Locarno fündig geworden, aber der 1969 in Lausanne geborene Joseph Incardona ist mit seinen Krimis vor allem in Frankreich berühmt geworden.

Jetzt wurde einer im „Lenos-Verlag herausgebracht, der „Asphaltdschungel“ heißt. Auf der Autobahn spielt, wo einmal ein Kind entführt wurde. Jetzt lebt der Vater, um den Täter auf die Spur zu kommen dort, während sich die Mutter ins Koma trinkt und ihren Schmerz durch Masturbieren zu vertreiben versucht.

Dann wurde es koreanisch, obwohl laut Jeong Yu-jeong einer koreanischen Krankenschwester, die Koreaner gar keine Krimis mögen. Sie hat sich auch bei elf Literaturbewerben oder so beworben, bis es zum Durchbruch kam und der „Der gute Sohn“ ist, wahrscheinlich auch kein richtiger Psychothriller, weiß man da ja schon von Anfang an, wer der Täter ist und es wird eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung geschildert.

Am Freitag ist es dann endlich mit Erich Fried weitergegangen, beziehungsweise mit einem Übersetzungsprojekt, wo Frieds Angstgedichte in, glaube ich, achtzehn Sprachen übersetzt und auf der Bühne die französische, italienische, persische und norwegische Übersetzung präsentiert wurde. Dann kam Kathrin Röggla mit einem Text, der die Angst im Flugzeug vor einem möglichen Terroranschlag thematisierte und danach  zum Thema „Angstmache“ Jörg Ulrich Albig mit seinem Roman „Zornfried“, der die neuen Rechten thematisierte, sowie Sherko Fatah mit „Schwarzer September“, wo es um eine Terrorgruppe geht, die den jordanischen Premierminister in den Siebzigerjahren ermordete, die unter der Leitung von Wolfgang Popp mit der 1991 geborenen Extremismusexpertin Julia Ebner diskutierten.

Um neunzehn Uhr dreißig wäre Josef Haslinger gekommen, da bin ich aber schon zur Poet-Night ins Siebenstern gegangen, obwohl ich dort erst um halb elf gelesen habe, aber mit einigen Leuten dort verabredet war.

Am Samstag ist nach dem neuen Konzept Comic-Tag, ob das  Erich Fried freuen oder interessieren würde, weiß ich nicht. Das Literaturhaus ist dann jedenfalls sehr voll und nach der Lesung bzw. dem Gespräch stauen sich  die Schlangen vor dem Signiertisch, ich finde es auch sehr interessant und habe auch erst vor kurzem ein Buch gefunden, das vor zwei Jahren sehr promotet wurde.

Jetzt war zuerst die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg mit ihrem Zombie-Novel „Endzeit“ daran,  erzählte  von ihrem Studium, den Workshops, die sie besuchte und zeigte Fotos ihren Arbeitsplatz.

Dann ging es nach einer längeren Pause, nach Kanada, beziehungsweise zu der Kanadierin Emily Carroll, die sehr lustig war und viel lachte, obwohl sie  Horror-Comics zeichnet und am Schluß nach wieder einer langen Pause, wo ich mich mit dem Fried-Gesellschaftsmitglied Karin Ivancsics  unterhielt und Robert Huez meine „Magdalena Kirchberg“ gab, die ja auch im Literaturhaus spielt und da der Leiter die Lesung der Maria Mattuschek einleitet, Joe Sacco und Chris Ware beide aus der USA die sich mit Thomas Ballhausen, der offenbar nicht nur Film, sondern auch Comic-Spezialist ist unterhielten und ihre Bilder zeigten.

Am Sonntag gab dann die Preisverleihung, die seit 1990 zum dreißigsten Mal vergeben wird. Damals war Chrstoph Hein der Preisträger, Hans Mayer war der Laudator. Jetzt war der Christoph Hein. Es gibt da nur immer einen, der den Preis an Steffen Mensching vergab, der 1958 in Ost-Berlin geboren wurde, Theaterindentant ist und den Roman „Schermanns Augen “ geschrieben hat, der sowohl in Wien, als auch in einem Gullag handelt.

Es gab die üblichen Begrüßungsreden. Der Musikbeitrag stammte von Hans-Eckhardt Wenzel, den ich schon einmal bei den „Kramer-Preisverleihungen“ hörte und der mit Steffen Mensching befreunded war und mit ihm einmal in Ostberlin bei einer Fried-Lesung war und dann von ihm noch zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer eingeladen wurden. Steffen Mensching erinnerte in seiner Dankesrede daran und las auch ein Gedicht, das aus dem Buch stammte, das ihm Fried damals schenkte.

Danach gabs Sekt zum Anstoßen und Gespräche und hiermit sind die „Erich Fried-Tage“ mit dem Thema Angst vorbei.

2019-10-29

Priessnitzpreis an Barbi Markovic

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:20
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Gustav Ernst

Gustav Ernst

Mascha Dabic[

Mascha Dabic

Jetzt wirds eng im Wiener Literaturleben und für die Literaturgeflüsterin, denn ein Preisreigen, leider nicht an mich, beginnt, mündet in die „Buch-Wien“, wo ich dann ja nach einem Tag nach Basel entfliehe, dazwischen gibts dann noch die Online-Autorenmesse und mein siebenter „Nanowrimo“, aber mit dem „Reinhard Priessnitz-Preis“ fängt es vorerst an, denn, den gibt es schon seit fünfundzwanzig Jahren zum Gedenken, an den am 5. November  1985 verstorbenen Lyriker und Dichter Reinhard Priessnitz.

Das Bundeskanzleramt vergibt ihn, Gustav Ernst und Robert Schindel sind die Juroren und ich war, glaube ich, das erste Mmal 1998 da, als er an Sabine Gruber vergeben wurde und dann sind wir, glaube ich, ein paar Tage mit der vierzehnjährigen Anna an den Traunsee wandern gefahren.

Einmal war ich, glaube ich, in der Hauptbücherei, als dort Elfriede Gerstl gelesen hat, dann bin ich, glaube ich, etwas früher weggegangen, weil Olga Flor, die Preisträgerin war. 2005 hat ihn Gerhild Steinbuch bekommen, 2006 Thomas Ballhausen, 2007 Ann Cotton, die sich, glaube ich, in einer Schachtel verstecken wollte und 2008 dann Angelika Reitzer, ab da habe ich gebloggt und war verärgert auf Silvia Bartl, weil sie mich im Literaturhaus nicht mehr meine „Mittleren“ machen ließ.

Ich war aber immer bei den Preisverleihungen, bis auf 2017, wo ihn Hanno Millesi bekommen hat, denn da hatte ich soviele Stunden, daß es sich nicht ausgegangen ist, obwohl ich ja, wie ich immer behaupte, ein Fan von Hanno Millesi bin.

2018 hat ihn Antonio Fian bekommen und diesmal die 1980 in Beglrad geborene Barbi Markovic, die ja, glaube ich, 2010 oder war es 9 gemeinsam mit Cornelia Travnicek bei der „Buch Wien“ bloggte, das Buch „Superheldinnen“ geschrieben hat, womit sie 2016 den „Alpha“ gewonnen hat, beim „Bachmannpreis“ hat sie glesen und vor kurzem beim „Kolik Slam“ in der „Gesellschaft“/, ihr neues Buch , da 2021 bei „Residenz“ erscheinen wird, wird „Verschissene Zeit“ heißen und Mascha Dabic, eine der Debutshortlistdebutanten des Öst, die auch „Zwei Jahre Nacht“ übersetzte, hielt die Laudatio und ist offenbar, wie sie erwähnte, auch eine der „Superheldinnen“.

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez[

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez

arbi Markovic

Barbi Markovic

Spannend, spannend, die Preislesung war dann ein Computerspiel, das nicht so recht funktionierte oder eine Leseperformance mit Musik daraus und ich kann gleich auf einen der übernächsten Preise, die es im Literaturhaus geben, wird, den „Fried-Preis“ an Steffen Mensching hinweisen, beziehungsweise darauf, daß dort vor zwei Jahren ein Comic vorgestellt. nämlich Ulli Lusts „Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein“, vorgestellt wurde, den ich heute im „Wortschatz“ gefunden habe und wem es interessiert, die restlichen „Shades of Grey-Bände“ die ich noch nicht hatte, sind auch darin gelegen und unter dem Publkum war  Christian Jahl einer der Vorjuroren des „Alpha“, der mir verraten hat, daß er schon auf die morgendliche Preisverleihung gespannt ist, ich auch, denn wenn Angela Lehner gewinnt, bekomme ich das Buch, das ich ja nur als E-Book Ausgabe gelesen habe.

2019-10-25

Vom Dramatik-Workshop zum Slam-B

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 23:55
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Ich bin ja eine, wie ich immer schreibe, mit einem offenen Literaturgeschmack, von Peter Handke zu Sophie Kinsella sozusagen, schräg über den Tellerrand, nur eine Theatergeherin bin ich eigentlich nicht, das liegt wohl auch an meinem Hang zur Sprarsamkeit, beziehungsweise bin ich als Studentin jede Woche in die Oper, aber nur sehr selten ins Burgtheater gegangen.

Warum, weiß ich eigentlich nicht so genau, denn ich habe mich ja schon damals für Literatur interessiert und seit meiner Matura geschrieben, aber wahrscheinlich, weil ich schon damals eine Romanschreiberin war.

ich erinnere mich aber an einige sehr schöne „Professor Bernhardi“ Aufführungen, eine im Residenztheater in München, als ich dort mit Sechzehn oder Siebzehn mit meinen Eltern und meiner Schwester, ein Wochenend lang war und wohl noch keine Ahung von Arthur Schnitzer hatte, dann eine im Burgtheater und eine sehr schöne Lesetheateraufführug habe ich auch einmal gesehen, aber ansonsten galt Theater interessiert mich nicht und wenn ich mal in den Schränken ein Theaterstück fand, habe ich es meistens zurückgelegt.

Aber man soll auch über seine Vorurteile hinwegkommen und so habe ich Stephan Teichgräber bezüglich seines Dramatikworkshops zuerst abgesagt, weil wir ja jede zweite Woche nach Harland fahren, dann bin ich aber mit dem Kalender zu ihm gegangen und wir haben uns vor zwei Wochen auch den Burgtheaterspielplan angesehen und ich habe, wenn man es so will, mein Theaterpensum, in der Ankündigung steht ja auch etwas, das man die Bereitschaft die Aufführungen zu besuchen, zum Workshop mitbringen soll, auch schon abgeleistet, denn im Rabenhof treten ja derzeit die „Staatskünstler“ auf und die, Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba waren, glaube ich, am Montag nach der Wahl, wo ja die Grünen wieder gewonnen haben, im „Leporello“ oder in Morgenjournal und da haben sie offenbar, die besten fünf Minuten des Programms so zusammengeschnitten, daß ich die Vorstellung unbedingt sehen wollte.

So waren wir am Montag dort „Jetzt erst Recht“, hat die Vorstellung geheißen, aber wenn man, wie ich, sich die Diskussionen in  Oe 24 und auch die Videos von Martin Sellner im Internet anschaut, ist man da schon bestens informiert und, wie heißt das so schön, die Wirklichkeit überholt die Kabarettisten.

Ich war aber wieder mal im Theater, wenn auch nicht in der Burg und Stephan Teichgräber ist ja überhaupt am Centrope und den Spielplänen dort interessiert und so sind wir heute hauptsächlich ins „Arena-Theater“, nach Bratislava gegangen, was auch einen sehr interessanten Spielplan hat.

So wird dort der „Schwejk“ aufgeführt, aber auch ein Stück namens „TISO“, das von einem slowakischen Präsidenten und den faschistischen Lagern handelt, die es in der Slowakei gegeben hat.

Danach bin ich zurück in meine Praxis, um eine Stunde zu machen und war dann unsicher, ob es sich noch ausgeht ins Literaturhaus zum Slam B zu gehen, weil man da ja um sieben vor der Tür stehen muß, um einen Platz zu bekommen.

Es ist sich aber ausgegangen und dort war ich jetzt ja schon lange nicht, habe aber trotzdem einige Dauerslamer erkannt, obwohl diesmal viele neue Anmeldungen waren und viel mehr als lesen konnten. So wurden von den neunzehn zwölf ausgelöst, Christian Schreibmüller war dabei und die Französin Nathalie Rouanet, die unter den Mamen Ann Air auftritt und einen sehr persönlichen Text hatte, der fast ein wenig an das Debut „Es ist Sarah“, erinnerte, aber nicht gewonnen hat.

Das Opferlamm, die Siegerin vom letzten Mal , das sogenannte Opferlamm hatte auch sehr schöne Texte. Einer handelte von den Sorgen einer Mutter mit nicht „normalen“ Kindern, sondern solche mit ADHD oder dem Tourette-Syndrom.

In die Siegerrunde kamen, was mir nicht immer ganz nachvollziehbar war, was den applaus betraf, drei Frauen, die von Diana Köhle, diesmal ein Diadem aufgesetzt bekamen und in einem Jahr, am 9. Oktober wird der hunderste Slam mit einem großen Fest stattfinden, zu dem dann nur Sieger slamen dürfen.

2019-10-24

Sabine Gruber im Gespräch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:26
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Im Literaturhaus gibt es eine Reihe im Zusammenhang mit dem Verein Neugermanistik, wo Alexandrea Millner und der Literaturwissenschaftler Wolfgang Straub sich einen Autor oder Autorin aussuchen und den oder die offenbar in Nahaufnahme besonders beleuchten und diesmal war die 1963 in Meran geborene „Veza Canetti Preisträgerin“ Sabine Gruber beziehungsweise ihre zwei letzten Romane „Stillbach oder die Sehnsucht“ und „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ an der Reihe, beide Bücher habe ich gelesen und Sabine Gruber kenne ich, glaube ich, noch von der Zeit, wo sie Sekretärin in der GAV war.

Beim „Tag der Freiheit des Wortes“ haben wir einmal in Klagenfurt zusammen gelesen, ihren „Daldossi“ habe ich vom Zeitpunkt der „Veza Canetti-Preisverleihung“ verfolgt. Sie hat das Buch, das nicht allen gefallen hat, ja auch bei den O-Tönen vorgestellt und es ist 2016 auch der öst Bp gestanden.

Alexandra Millner, die ich ja erst vorige Woche als Präsidentin der H. C. Artmann Gesellschaft erleben konnte, hat ihren Kollegen Wolfgang Straub und seine Werke, er hat sich viel mit dem Thema Literatur und Reisen beschäftigt, lange und ausgführlich vorgestellt.

Dann kam eine Lesung aus beiden Büchern von Sabine Gruber und ein sehr ausführliches Gespräch darüber.

Die früheren Romane „Aushäusige“, „Die Zumutung“ und „Über Nacht“, habe ich nicht gelesen, nur in verschiedenen Rundfunkbeiträgen darüber gehört und bei der Präsentation ihres letzten Gedichtbandes war ich sowohl in der „Gesellschaft“ als auch in Krems bei der „Literatur und Wein“.

So habe ich die Auffrischung und das Eintauchtun und das germanistische Gespräch über Sabine Grubers Werke, die ich ja öfter bei Veranstaltungen sehe, sehr genoßen.

Es waren ein paar Jugendliche im Publikum, die wissen wollten, wie Sabine Gruber ihre Charakäte plant und dann, glaube ich, ein paar Bekannte der Autorin beziehungsweise der Germanisten.

Es gab einen Büchertisch und Gespräche beim Glas Wein und es war wieder ein  interessanter Abend, wo man, wie ja schon am Dienstag in der „Alten Schmiede“ in etwas ältere Bücher gut eintauchen und darüber diskutieren konnte.

2019-09-24

Lavant lesen III

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:15
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Im Mai war ich bei der Vernissage der Christine Lavant-Ausstellung im Literaturhaus, da gab es dann im Begleitprogramm eine Christine Lavant-Lesereihe, wo, glaube ich, immer ein Literaturwissenschaftler und eine Autorin, ein Autor ihre Texte lasen.

Die erste zwei vor dem Sommer stattfindenden Veranstaltungen habe ich versäumt, zu der dritten bin ich gerade noch zurechtgekommen, weil Morgen der letzte Ausstellungstag ist und heute haben die Schweizer Autorin Stefanie Sourlier 1979 in Basel geboren und der in Zürich gelehrt habende Literaturwissenschaftler Karin Wagner zwei Gedichte gelesen und eine Zusammenfassung aus den „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“ vorgestellt, was gut passte, da ich mich ja momentan sehr für die Schweizer Literatur interessiere und gerade bei Buch acht meines deutschen Buchpreis- und ersten österreichischen Debutpreisnominierung bei den modernen Aufzeichnungen angekommen bin.

Karl Wagner und Stefanie Sourlier versuchten das lyrische Element der Aufzeichnuingen aufzuzeigen und zitierten auch einige Bezugstexte, wie die der Bachmann, des Thomas Bernhards, die „Aufzeichnungen aus einem Totenhaus“ von Dostojewski und und und…

Christine Lavant war 1936 nach einem Selbstmordversuch einige Monate in der Landesnervenheilanstalt wahrscheinlich in Klagenfurt, hat sich dort in einen Primarius verliebt oder zumindest in ihren „Aufzeichnungen“ traumhaft darüber geschrieben. Das Buch ist posthum erschienen und ich habe es einmal bei  Anna Jeller für die Anna gekauft, aber nicht selbst gelesen.

Jetzt waren Richard Miklin, der Literaturwissenschaftler mit dessen Tochter Lisa, die Anna in die Hofmühlgasse gegangen ist, im Publikum, Daniela Strigl, die ja Angela Lehners „Vater unser“, das inzwischen auch den „Franz Tumler Literaturpreis“ bekommen hat, wahrscheinlich für den dBp vorgeschlagen hat, im Publikum Ottwald John und noch einige andere und Lavant lesen, sowie sich mit ihrer Literatur zu beschftigen ist sicher interessant. Ich habe auch einmal einen ihrer Gedichtbände in einen der Schränke gefunden.

2019-09-19

Barbara Zeman moderiert Hendrik Otremba

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:26
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Im Februar war ich ja bei der Präsentaion von Barbara Zemans Debut „Immerjahn“ im Literaturhaus und habe sie  auch bei der Eröffnung der „O- Töne“ daraus lesen gehört.

Das Buch ist nicht, wie ich es erwartet habe, auf die Debutschiene des Öst gekommen und als ich am Mittwochabend vor der Buchpräsentation von Hendrik Otrembas „Kachelbads Erbe“ zum Bücherschrank in der Zieglergasse gehen wollte, ist mir Barbara Zemann entgegenkommen, was mich zuerst etwas erstaunte, dann ist mir aber eingefallen, daß sie die Veranstaltung moderiert, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist, daß das eine Autorin im Literaturhaus tut, aber Barbara Zemann habe ich schon bemerkt, ist eine ungewöhnliche Autorin.  Buch undLesung waren das dann auch.

Aber schön der Reihe nach, denn zuerst erlebte ich noch eine Überraschung, denn in der Zieglergasse eine Baustelle, die sich bin zur Westbahnstraße hinüberzieht und kein Bücherschrank.

„Vorübergehend entfernt!“, habe ich gerade gelesen, nach Beendigung der Bauarbeiten wird er wieder aufgestellt. Also können wir uns darauf freuen und ich ersticke derzeit ohnehin unter meinen Neuerscheinungen, da jetzt ja zum deutschen und zum österreichischen Buchpreis auch noch der Schweizer dazugekommen sind.

Trotzdem bin ich ins Literaturhaus gegangen zu der Präsentation eines mir bisher unbekannten Autors, nämlich dem 1984 im Ruhrgebiet geborenen und in Berlin lebenden Sänger, bildender Künstler und Dozent für kreatives Schreiben, Hendrik Otemba, der 2017 im „Verbrecherverlag“ sein Debut „Über uns den Schaum“ und jetzt bei „Hoffmann und Campe“ seinen zweiten Roman herausgegen hat.

Barbara Zemans Debut ist auch bei „Hoffmann und Campe“ erschienen. Das ist vielleicht die Klammer zwischen Autor und Moderatorin. Im Publikum wieder lauter mir Unbekannte

Also der Freundenkreis von Autor und Moderatoren wahrscheinlich und Barbara Zemann sagte wieder, was sie schon die letzten beide Male sagte, daß sie sehr aufgeregt sei und lächelte dabei, dann begann sie Hendik Otremba sehr viel zu fragen, beispielsweise nach der Herkunft seines Namens und seiner Musik.

Er ist, das hat noch Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnt, schon öfgter mit seiner Band „Messer“ in Wien gewesen, aber noch nicht als Autor, also eine Österreich Premiere und daß das Buch von der Kyonik, also der Wissenschaft Menschen einzufrieren, um sie später wieder aufzutauen, handelt, darauf ist das Gespräch erst später gekommen.

Im Beschreibungstext steht noch etwas von einer abgehalfterten Schriftstellergattin, einer ukrainischen Wissenschaftlerin und einem vietnamesischen Auftragskiller und Barbara Zemann hat noch erwähnt, daß es sich dabei sowohl, um einen <krimi als auch um eine Liebesgeschichte handeln würde.

Die Kyonik gibt es wirklich und wird in Amerika , Russland und Japan betrieben, während sie in Deutschland und Österreich verboten ist, erklärte der Autor noch und die Handlung spielt in den Neunzehnhundertachtzigerjahren.

Aus dem ersten Teil hat Hendrik Otremba schließlich ein Stück gelesen, wo der achtzigjährige deutsche Auswanderer Kachelbad, für das Unternehmen Exit-US Menschen einfriert.

Da kommt auch seine Assistentin Rosary vor, der der erste Teil gewidmet ist. Dann kam ein längeres Gespräch, wo Hendrik Otremba vor allem etwas über seine Recherche zu dem Buch erzählte und dann, glaube ich, eine Stelle von hinten, wo es in das schwule New York ging und da, glaube ich, die Liebesbeschichte geschildert wurde und ein Stückchen, wo es, um das Kochen ging, wurde auch noch gelesen, weil sie Barbara Zeman eine solche Stelle wünschte.

Ein interessanter Abend würde ich urteilen, wo ich ein Buch kennengelernt habe, daß angesichts der vielen langen Listen und sonstigen Neuerscheinungen, bisher an mir vorbei gegangen ist und spannend auch, daß Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnte, daß es ihr auch so gegangen wäre, weil sie nur österreichische Neuerscheinungen liest.

Barbara Zeman hat sie aber auf das Buch aufmerksam gemacht.

2019-06-24

Französische Comics statt Markus Köhle

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:30
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Heute hatte ich wieder eine sechs Uhr Stunde und  anschließend zwei Optionen, entweder ins Literaturhaus, wo Lewis Trondheim und Brigitte Findakly ihre zwei Comics „Das verrückte Unkraut“ und „Mohnblumen aus dem Irak“ vorstellten oder in die „AS“, wo Markus Köhle und Claudia Rohrauer ihr gemeinsamen bei „Sonderzahl“ erschienes Buch vorstellten.

Klingt beides interessant und beides irgendwie nicht, denn ich bin ja eigentlich keine Comic-Leserin und für die experimentelle Literatur interessiere ich mich auch nicht so besonders, habe mich aber aus dem Bauch entschieden ins Literaturhaus zu fahren, obwohl ich nicht ganz sicher war, ob es dort nicht sehr voll sein würde, wie das bei den Comic- Präsentationen ja seltsamerweise öfter ist und ich dann würde stehen müssen, weil ich ja zu spät kommen würde.

Zu spät bin ich gekommen, einen Platz in der zweiten Reihe habe ich aber trotzdem gefunden und die französische Übersetzerin Isolde Schmitt hat gerade auf eine Frage von Thomas Ballhausen geantwortet, daß der französische Comiczeichner zuerst Strichmännchen mit offenen Mündern gezeichnet hat, um das Metier zu erlernen und es dann mit Zeichnungen ohne Text versucht hat.

Lewis Trondheim  entnahm ich dem Programm gehört zu den bekanntesten französischen Comiczeichnern, der in Instagram jeden Tag eine Zeichnung aus seinem berühmten „Herr Hase Album“ stellte und das „Verrückte Unkraut“ ist der neueste Band der Serie und seine Frau Brigitte Findakly wurde im Irak von einer französischen Mutter und einem irakischen Vater geborren, ist Coloristin und hat ein Buch über ihre Kindheit mit ihrem Mann zeichnen wollen.

Die Bilder aus den Comics liefen im Hintergrund während die beiden Zeichner zuerst Thomas Ballhausen und dann die Fragen aus dem Publikum beantwortete und nachher gab es, um den Büchertisch eine lange Schlange, denn bei Comics Vernastaltungen das habe ich schon bei den „Fried Symposien“, wo es ja eigene Comic Abende gibt, gehen die Bücher, wie die warmen Semmeln weg und der Zeichner sitzt vorn an einem Tisch und signiert jedes Buch mit einer eigenen Zeichnung, während es beim Getränketisch gar keinen Andfrang gab, obwohl man da den Wein nicht zahlen mußte.

Auch sehr interessant, die Leute mit ihren Büchertaschen abziehen zu sehen, gekannt habe ich kaum jemanden aus dem Publikum und, als ich nachher in den „Wortschatz“ schaute und gerade dachte „Nicht viel Besonderes drin!“, stieß ich auf Evely Schlags brandneues „Yemen Cafe“, was ja vielleicht zum Thema ganz passend ist und ich auch, wenn ich mich nicht ihre,  bei der Präsentation in der „AS“ war.

2019-06-17

Erinnerungen an Elfriede Gerstl

Das „Erste Wiener Lesetheater“ präsentierte heute im Literaturhaus unter diesem Titel eine Aufführung von Texten der zu Ostern 2009 verstorbenen Elfriede Gerstl, die am sechzehnten Juni 1932 in Wien geboren wurde.

„Alle Tage Gedichte“, stand im Programm, die Texte waren aber, glaube ich, eine Mischung aus  verschiedenen Büchern, so gab es einen der von einem Postkasten handelte, den ich als Frühtext einordnen würde und auch den Handysketsch, der einmal lang lang ists her zu einer „Langen Nacht des Hörspiels“, wie es damals wohl noch so hieß, im großen Festsaal des Radiokulturhauses aufgeführt wurde.

„Alle Tage Gedichte“, gab es wohl auch und die Lesenden waren nicht die „Frauen- oder Frauen lesen Frauen-Guppe“, um Judith Gruber-Rizy, wie ich ursprünglich dachte, sondern Eszter Hollosi, Vera Schwarz, Susanna Schwarz- Aschner, Gabriele Stöger und als musikalischer Begleiter aber auch Mitleser Gerhard Ruiss und ich bin wegen einer sechs Uhr Stunde und einer anschließend schlechten Bus- und Straßenbahnverbindung sehr spät gekommen.

Beim sehr vollen Bücherschrank habe ich dann Ulrich Peltzers Buchpreisbuch von 2015 „Das bessere Leben“ gefunden, das ich damals, wenn ich mich nicht irrte, mir vom lieben Otto ausgeborgt habe und das ähnlich oder anders schwer zu lesen, wie Thomas Lehr „Schlafende Sonne“ von 2017 ist, durch das ich mich derzeit langsam vorwärts tastete.

Als ich dann das Literaturhaus erreichte, waren davor Tische aufgestellt, und ich dachte, was für ein Gastgarten, auf einem lagen aber Bücher, darunter Hackls „Am Seil“ auf und es handelte sich, wie ich am Programm ersehen habe, um Diana Köhles und Didi Sommers „Superleseclub“ für alle Öeser zwischen fünfzehn und zweiundzwanzig, die Leseempfehlungen für den Sommer gaben. Da bin ich schon weit darüber und außerdem wollte ich ja zur Elfriede Gerstl, die ich, glaube ich, sehr gut gekannt habe.

Zuerst als Ikone und interessanter weise in Hilde Schmölzers „Was Frauen schreiben“ noch nicht enthalten, weil damals noch nicht so bekannt.

Ich habe sie aber, glaube ich, schon in den Siebzigerjahren gekannt und sie dann auch bei der GAV immer wieder gesehen. Sehr beeindruckend auch der Dialog, einmal in Mürzzuschlag, als sie erzählte, daß sie dort nicht spazierengehen wolle, weil sie nicht Zecken geimpft wäre, was sie in Wien auch nicht brauchte.

In den „Alle Tage-Gedichten“ oder auch woanders, kam ein Dialog zwischen einer Mutter und einer Tochter vor, wo die Mutter der Tochter vorwarf, daß sie nur an der Natzur interessiert wäre, Birgenstocksandalen tragen und kein Fleisch essen würde, während sie eine Stadtpflanze war.

Erlfriede Gerstl war das auch, eine Cafehausflaneuerin und einmal als ich noch in der Otto Bauer Gasse wohnte und wahrscheinlich noch studierte, habe ich sie auch auf der Wollzeile in der Konditorei Aida getroffen, was mich damals sehr beeindruckte.

Später habe ich sie öfter in der „Alten Schmiede“, wo sie regelmäßig hinkam und sich mit ihrem Hut in die letzte Reihe setzte, getroffen und als ich keine Einladung für dieses „Wesepennestfest“, als die Zeitschrift von Walter Famler übernommen wurde, bekam und mir das Kurt Neumann, sagte, hat sie mich, die neben mir saß, einfach mitgenommen.

1999 hat sie, sowoh den „Fried- als auch den Trakl-Preis“ bekommen und ist spät berühmt geworden, was sie auch in ihren Gedichten thematisierte und als die „Frauen lesen Frauengruppe“ sie dann mehrmals im Literaturhaus las, ist sie immer im Publikum gesessen und hat auch gewußt, daß sie als Magnet eingeladen wurde.

2009 ist sie dann zu Ostern gestorben, vorher hat sie einmal auf meinen Geburtstagsfest gelesen und mir auch ein Buch von ihr als Geschenk mitgebracht, der „Droschl-Verlag“ hat inhwischen ihre Gesamtausgabe in, ich glaube, ich vier Bänden herausgebracht, die am Büchertisch auflagen und die man kaufen konnte.

Gerhard Ruiss hat zwischen den Texteinlagen immer wieder Schlager gesungen und danach erzählt, daß er bei der Gerstl-Modeschau zum „Kleiderflug“ mit Bodo Hell als männliches Modell aufgetreten ist und ihr auch immer seine Schlager vorgesungen hat, die sie sehr gemocht hat.

Beim Wein bin ich dann mit der Enkeltochter ins Gespräch gekommen und habe mich mit ihr über Handies und ihre Großmutter unterhalten, ich habe sie nach ihrem Großvater nämlich Gerald Bisinger gefragt, von dessen Gedichte ich ja auch sehr viel halte und habe ich ein bißchen was von ihm erzählt.

Susanne Schneider, Elfriede Haslehner, Susanne Toth, die ja morgen im Cafe Westend liest und viele andere waren da und es war gut an Elfriede Gerstl erinnert zu werden, denn ich habe sie ja sehr gemocht.

Herbert J. Wimmer ihr Lebensmensch war nicht anwesend, aber er wird morgen auch im Cafe Westend lesen.

2019-05-10

Privat versus politisch zum Tag der Freiheit des Wortes

Am zehnten Mai 1933 haben die Nazis, die Bücher der anders Denkenden verbrannt und als sich die GAV 1973 gegründet hat, hat sie diesen Tag zu einer Großveranstaltung gemacht, wo im NiG im Hörsaal eins, eine ganze Menge von Autoren dazu gelesen haben.

Gerhard Kofler, der damalige Generalsekretär hat diese Veranstaltung dann allmählich einschlafen lassen, was ich nicht wollte, so daß ich sie 2001 im NIG und dann von 2003 bis 2009 im Literaturhaus weiter organisierte, da ich aber nicht im Literaturbeteieb bin, von da nur wenig Untersützung im Literaturhaus hatte, habe ich mich , als die GAV entschloßen hatte, daß man nur mehr eine Veranstaltung pro jahr organisieren darf, für die „Mittleren“ entschloßen, die ich inzwischen auch nicht mehr organisiere.

Das GAV-Büro, beziehungsweise Ilse Kilic oder Petra Ganglbauer haben dann die Veranstaltung was eigentlich sehr schön und wichtig ist, weiter organisert.

2010 hat mich Petra Ganglbauer zum Lesen eingeladen, seither wurde ich das nicht mehr und bin auch nur mehr sporadisch, hin und wieder, wenn es sich ergeben hatte, zu der inzwischen noch mehr abgespeckten Veranstaltung, die nun ein Thema hat, hingegangen und heuer hat es sich, obwohl Festwocheneröffnung, aber mein Herz schlägt ja für die Literatur und das Gratiskonzert am Rathausplatz hätte ohnehin erst später stattgefunden und so bin ich zu der von Ilse Kilic unter dem Thema „Das Private ist politisch“ hingegangen und das Literaturhaus war auch sehr voll. Barbara Zwiefelhofer hat begrüßt und Ilse Kilic hat zehn Autoren und Autorinnen, darunter einen Film- und einen Musikbeittrag eingeladen und Jörg Piringners Film, den er über die Statements, die die Mitglieder über das, was die GAV für sie bedeuteten, machte, wurde Eingangs auch gezeigt. Da gibt es auch einen Beitrg von mir den Erika Kronabitter bei der letzten GAV-GV in der Schönlaterngasse aufgenommen hat und dann erklomm Ditha Brickwell das Podium und hat einen Text gleesen, den sie 2002 anläßtlich „nine elefen“ geschrieben hat. Dann folgte Markus Köhle der einen Auszug aus seinem Buch „Jammern auf hohen Niveau“ brachte und die mir bislang unbekannte Marlene Hachmeister, die einen sehr experimentellen Text zur Frauenfrage hatte.

Dine Petrik hat zwei Stellen aus ihrem Buch „Stahlrosen zur Nacht“ vorgetragen und Fritz Widhalm hatte einen Film, in dem sich der Fritz mit dem Älterwerden, den Hörgeräte, die man dann braucht, etcetera, beschäftigte.

Sabine Gruber las eine Stück aus ihrem „Dalvadossi“, ein Buch mit dem sie auf der öst Bb stand und das ich in einem sehr zerflederten Zustand im Schrank gefunden und jetzt auf meiner heurigen Leseliste stehen habe, mal sehen, wann ich dazu komme, im Moment stehen die Zeichen dazu sehr gut. Monia Gentner las aus ihrem utopioschen Roman der im Jahr 2070 spielt, ein Stückchen, das, glaube ich, wenn ich mich nicht sehr irre, schon mal im Literaturhaus gehört ahbe.

Eleonore Weber, die Gedichte und einen Prosatext hatte, war mir bisher ebenfalls unbekannt und Kurt Mitterndorfers Text hat mir, weil realistisch am besten gefallen, weil er die Angst eines offensichtlichen Türken schildert, die er vor dem Schlafengehen hat, er schaut dann aus dem Fenster, sperrt die Türe mehrmals ab, geht essen, Zähnenputzen und dann ins Bett, wo dann die Flashbacks kommen, weil er offenbar einmal überfallen wurde und die ihn Überfallen „Wir finden dich, Kümmeltürke!“, zu ihm sagten.

Am Schluß kam Baml Joachim mit ihrer Band und wir haben einen sehr abgespeckten „Tag zur Freiheit des Worts“ in Gedenken an die Bücherverbrennung von 1933 erlebt, mit einigen sehr starken und einigen eher privaten Texten, aber so ist,  wenn das Politisch privat oder das Private politisch wird und wir stehen, die ich mich ja auch im rechten Spektrum sehr umhöre und auch einen rechten Kritiker habe, fünf vor oder vielleicht schon nach zwölf, wie ich meine.

Das Leben ist aber trotzdem noch immer schön und die Festwocheneröffnung wahrscheinlich hochinteressant. Ich habe meines Beines wegen, das noch immer zemlich geschwollen ist, aber darauf verzichtet, im Bücherschrank aber zwei weitere „Wortreich-Bücher“ darunter eines von Patrica Brooks gefunden, es war also heute ein schöner Tag, obwohl die politische Situation rundherum warhscheinlich alles andere als lustig ist und wer auch von mir etwas Privat-Politisches hören möchte, den lade ich sehr herzlich ein, am Dienstag in den „Republikanischen Club“ zu kommen, wo ich aus meiner „Unsichtbaren Frau“ lesen werde.

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