Literaturgefluester

2021-02-09

Daniel Kehlmanns Zukunftsrede

Ich habe es mir angewöhnt, immer wenn ich die Literaturprogramme des Literarhauses, der „AS“, der „Gesellschaft“, etcetera, bekomme, sie mir durchzusehen und sie dann in meinen Kalender einzutragen, um zu wissen, wo ich wann hingehen kann?

Seit ich blogge ist dann auch ein Vorausbloggen dazugekommen. Das heißt, ich habe die Bücher, die ich gelesen habe, erst später eingetragen. Mit Corona ist dann alles anders geworden, weil ja keine Livestreamveranstaltungen mehr. Die Programme sind aber trotzdem gekommen und ich habe im Jänner, als ich von Harland zurückgekommen bin, trotzdem eingetragen, habe aber in der letzten Zeit erfahren, daß verschiedene Veranstaltungen, weil die eingeladenen Autoren offenbar nicht kommen konnte, verschoben oder abesagt wurden, was bedeutet, daß ich dann Lücken in meinen Blog hätte, was auch den heutigen Tag betraf. Denn die „AS-Veranstaltung“ mit Zsofia Ban abgesagt und soll ich jetzt ein Buch vorreihen oder nach einem anderen Livestream suchen?

Und da gab es auch etwas, nämlich um sechs in der „Gesellschaft“, die Präsentation von Barabara Riegers „Reigen reloaded“ Das begann zwar schon um sechs und da hatte ich noch eine Stunde, was nichts gemacht hätte, weil man die „Gesellschaft-Stream“ zurückspulen kann. Aber ich gehe ja nicht so gern zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon in den Regalen habe, um vielseitig berichten zu können und das Buch hat mir „Kremayr und Scheriau“ ja schon geschickt. Dann bin ich darauf gekommen im Grazer Literaturhaus gibt es einen Stream über Angst. Ein aktuelles Thema in Zeiten, wie diesen und eines, das mich derzeit ja auch brennend interessiert, um herauszubekommen, wie in Corona-Zeiten das logische Denken durch Angst vielleicht wirklich reduziert wird, wollte dann aber auch nicht wirklich über eine Diskussion mit Irmgard Gris, Constanze Dennig, Franz Voves, etcetera , also eigentlich zu wenig literarisch für den Blog, dann bin ich daraufgekommen im „Aktionsradius“ gabs noch ein Interview mit Melisa Erkurt, deren Buch „Generation Haram“ auch schon auf meinen Büchersapel liegt. Passt also auch nicht richtig und dann dann fand ich im „Literaturcafe“ den Tip mich in die Stuttgarter Zukunftsrede über künstliche Intelligenz von Daniel Kehlmann hineinzustreamen und das war es dann habe ich geglaubt, denn wenn ich auch, wie mich meine Leser schon gemahnt habe, kein wirklicher Daniel Kehlmann Fan bin, ihm einmal in der „Alten Schmiede“ auch ein wenig verlegen erlebte. Da ging es, um eines seiner frühen Bücher, als er noch nicht so berühmt war.

„Tyll“und „F“ habe ich dann gelesen und vorher auch noch „Ruhm“ und „Unter der Sonne“ Er ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller und künstliche Intelligenz klingt auch interessant, obwohl ich nicht davon verstehe und mich mit den literarischen Zusammenhängen auch nicht wirklich bescähftigt habe. Also auf nach Stuttgart, das Internet machts möglich, habe ich gedacht. War dann aber nicht so leicht, denn ich bin in den Stream nicht hineingekommen. Hätte irgendwas hochladen und istallieren müssen, also doch in die „Gesellschaft“ und ein bißchen Barbara Rieger zuhören, weil mich die Diskussion über Angst doch nicht so vom Sessel riß und die Veranstaltung im Aktionsradius“ erst um halb acht begann. Da habe ich ein bißchen zugehört. Auch nicht so literarisch und es dann noch einmal mit dem Stream versucht und sieh da, es klappte fast eine Stunde zu spät und daher, wie ich fürchtete, wieder einmal wie damals im Belvedere, wo mich auch einige Leser rügten, nicht so viel verstanden von den englischen Sätze und der Diskussion zwischen „Control“ und dem Autor bzw einem Brian und einem Christian, der von einer Zombie-Apokalypse sprach, was mich in Zeiten, wie diesen auch sehr interessiert.

Es gab aber eine Diskussion zwischen Daniel Kehlmann und Michael Resch, dem Direktor des Höchsleistungsrechenzetntrums Stuttgarts über künstliche Intelligenz. Das war interessant, vielseitig und ist auch ein bißchen vom Thema abgewichen. Hatte aber inzwischen herausbekommen, daß man den Stream noch zweiundsiebzig Stunden später abrufen kann. Also abwarten, bis ich an den Beginn des Vortrags „Mein Algorithmus und ich“ kommen konnte und da gab es erstmal zwei Begrüßungsrunden und morgen wird es noch eine Diskussion mit Daniel Kehlmann auf der Stuttgarter Uni geben. Dann kam der Meister und sein Vortrag würde ich meinen, entpuppte sich als interessante Erzählung über den Flug den Daniel Kehlmann am vierzehnten Februar 2020 von New York, wo er ja abwechselnd mit Berlin lebt, nach San Fransisco machte. Das Virus war schon am Bord hat er geschrieben. Es hat ihn aber nicht erwischt. Dann kam er an und wurde von einem digitaeln Institut empfangen, wo er mit einem Algorithmus namens „Control“ in einen Wettbewerb mit dem Geschichtenschreiben treten sollte. Es gab noch ein Abendessen mit digitaler Unterweisung und dann begann der Wettstreit. Daniel Kehlmann schrieb einen englischen Satz. Das Programm antwortete, stürzte aber nach einigen Absätzen immer wieder ab und wenn er es auf Deutsch versuchte, stürzte es schon eher nämlich nach dem Wort AfD ab. Dann kam Daniel Kehlmann in Lockdown- Zeiten nach Berlin zurück, schrieb weiter, erkannte, daß auf diese Art und Weise nie oder noch nicht ein literarischer Text entstehen kann.

Jörg Piringer versucht es, glaube ich, auch und hat, etwas davon ja schon beim letzten „Bachmannpreis“ vorgelesen und die Geschichte endet auch auf die Frage „is this the moment to say goodbuye “ mit „To all my hopes and fears, I am a man of many years, At yet i feel as young, As when i was first born.“

Was fast ein bißchen nach Shakespeare klingt. Dann gings wieder in die Diskussion und im Mai kann man die Rede, glaube ich, auch als Buch kaufen, womit das Digitale wieder in die Buchform zurückkehrt.

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