Literaturgefluester

2019-08-16

Luxusurlaub in Locarno

Camping Delta

Camping Delta

Piazza Grande

Piazza Grande

In den letzten zwei Jahren sind wir ja in der Schweiz gewesen, im Vorjahr haben wir unseren Urlaub in Genf, Bern und Zürich verbracht, 2017 sind wir zu Ruths siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee geradelt und haben dabei auch öfter die Schweizer Grenze passiert und vor cirka fünfundzwanzig Jahren sind wir im Tessin gewesen und dabei zufällig zum Locarner Filmfestivial zurechtgekommen, daß es jetzt schon zweiundsiebzig Jahre gibt.

Den Film „Jamie und der Riesenpfirsich“ oder so haben wir gesehen und das hat den Alfred offenbar so beeindruckt, daß wir heuer unseren gesamten Urlaub in Locarno verbracht haben, dort auf dem Campingplatz unser Zelt aufstellten und uns einen Seniorenpaß für die Grand Piazza kauften, so daß wir uns jeden Abend dort ein oder zwei Filme anschauen konnten.

Vom siebten bis siebzehnten August dauert das Festival. Wir sind am ersten August am Nachmittag losgefahren, meine Büchertasche war gepackt, ich habe auch schon einen Artikel über die Schweizer Bücher geschrieben, die ich mir dorthin mitgenommen habe und so sind wir, während ich Thomas Meyers „Wolkenbruch“ zu lesen angefangen habe, bis zum Dreiländereck gefahren, haben dort in dem Hotel übernachtet und am nächsten Tag weiter über Italien bis nach Locarno gefahren und die Schweiz ist sehr schön und sehr teuer, aber für einen Urlaub oder Sommerfrische ist, glaube ich, gerade das Tessin sehr gut geeignet, kann man dort doch, was wir auch machten, die Pässe hochfahren und die kleinen Dörfer mit den alten Häusern, die es wahrscheinlich schon sehr lange gibt, anschauen.

Man kann nach Ascona fahren auf den Monte Verita hinaufspazieren oder das Rad hinaufschieben, wie wir es machten und sich dort das Freiluftparadies der Künstler, die vor hundert Jahren den veganen Lebensstil und den freien Sex betreiben wollten.

Hermann Hesse hat dort, glaube ich, auch zwei Jahre gelebt und sich dann in Montagnola niedergelassen, wo es heute ein Literaturcafe und ein Hessemuseum gibt, das wir auch besuchten.

Blick auf Ascona

Blick auf Ascona

Ein paar Mal sind wir mit der Seil- und Zahnradbahn auf einen Berg, den Monte Bre, den Monte Generosa  gefahren und ein bißchen spazierengegangen, die Wassefälle besucht und die alten Kirchen mit den besonderen Fresken besichtigt, zu Mittag Toast oder Polenta gegessen oder einen Käse-Schinkenteller und am Abend immer zu den Filmen, auf den großen Platz, wo es sehr international zuging und sich das Italienisch, das im Tessin gesprochen wird, mit dem Deutsch und dem Französisch, den zwei anderen Schweizer Sprachen, mit dem internationalen Englisch vermischte. Habe Hugos und Sangria getrunken und dabei dem intellektuellen Treiben, den Einlaß der Schikeria, beziehunsweise den Frauen mit den eleganten Kleidern und den hohen Stöckelschuhen zugesehen.

Das war sehr interessant und vielleicht auch etwas anstrengend jeden Abend, ein bis zwei Filme anzuschauen und sind meistens erst nach Mitternacht, manchmal ist es sogar zwei oder drei uhr früh geworden, am See entlang zum Campingplatz hinausgewandert, der wieder, wie in Zürich und Genf, direkt m See lag.

Regenreste

Regenreste

So hat es dort auch Enten und viele Spatzen gegeben, die in dem Restaurant, das es gleich nebenan gab und in dem man sehr gut Frühstücken konnte, direkt an dem tisch kamen und die Bröseln, die man ihnen zuwarf, begierig aufpickten.

Geregnet hat es natürlich auch  und so sind im Zelt, die Matrazen und meine Kleider in der Reisetasche wieder gehörig naß geworden und einige Male hat es auch auf der Grande Piazza, wo die Vorführungen stattfanden, sehr geregnet.

Ein Mal haben wir uns die Filme in dem Kino angeschaut, wo sie als Ausweichquartier auch immer gelaufen sind und gelesen, beziehungsweise Bücher gefunden, habe ich natürlich auch sehr viel.

Thomas Meyers „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“, habe ich schon erwähnt. Da bin ich jetzt darauf gekommen, daß ich das Buch, was ich nicht wußte, offenbar zweimal in meinen Regalen stehen habe. Vielleicht ist eines aber auch nur eine Leseprobe.

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Locarno und Ascona

Locarno und Ascona

Einen zweiten Band wird es auch bald geben und das Buch wurde auch verfilmt und ebenfalls in Locarno gezeigt. Allerdings nicht auf der Grande Piazza und amTtag sind wir in die Berge gefahren, was in einem Werbefilm der täglich auf der Grande Piazza gezeigt wurde, auch propagiert wurde. Wandern, schwimmen und am Abend mehr oder weniger schick bekleidet auf die Piazza Grande gehen und sich bei einem Hugo oder einem Sangria, Aperolspritz wurde, glaube ich, auch sehr viel getrunken, die Filme ansehen. „Das ist ein Luxusurlaub!“, hat der Alfred ein paar Mal geschwärmt.

Nach Lugano und nach Luino sind wir auch gefahren, das letztere Städtchen liegt in Italien,  auch heuer haben wir die Grenzen mehrmals gewechselt,  die Wochenmärkte angesehen, uns durch die Käse- und die Wurstsorten durchgekostet und sind einmal auch auf ein Castello hinaufgeklettert. Zweimal bin ich mit einem Buch am See gelegen, das Schwimmen liegt mir ja nicht sehr, das heißt, ich kann es nicht, weil ich mit sechs Jahren fast ertrunken wäre, habe aber den Kindern mit ihren Schwimmtieren und auch den Paragleitern zugesehen.

Sehr interessant so ein Schweizurlaub. Sommerfrische pur, könnte man so sagen, obwohl es auch woanders Festivals gibt.In Salburg beispielsweise, die berühmten Festspiele  und da sind wir  am Rückweg auch vorbei gefahren und haben im Radio von dem Überfall an einem Juwelier gehört und vorher im deutschen Eck, sind wir  sehr lang im Stau gesteckt.

Das war also unser Urlaub 2019. Jetzt geht es noch zwei Wochen mit den Sommerfrischenwochenende in Harland weiter und im November werden wir dann noch einmal in die Schweiz und da zur „Buch Basel“ und der Verleihung des „Schweizer Buchpreises“ fahren.

Bin schon gespannt, ob da „Wolkenbruch II“ auf die Shortliste kommt und jetzt werde ich mich bald dem deutschen Buchpreis widmen, wo ja nächste woche die Longlist vergeben wird.

Das heißt, ich bin gespannt, ob da Gertraud Klemms „Hyppocampus,“ das ich gerade lese und das mir, ich kann es gleich verraten, sehr gut gefällt, auf die Long- oder später sogar auf die Shortlist kommen wird?

2019-08-13

Filme, Filme, Filme

Filed under: Reisebericht — jancak @ 20:45
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Piazza Grande in Erwartung von „Once Upon a Time… in Hollywood“ von Quentin Tarantino

Ich bin ja nicht so eine große Filmexpertin, gehe meistens nur auf Initiative des Alfreds ins Kino, bei der Viennale, dem österreichischen Filmfestivals war ich ein zweimal bei einem Film, den ich  durch Ö1 gewonnen habe und in den letztenJahren war ich ein paarmal beim Filmfestival am Karlsplatz, heuer bin ich dort gar nicht hingegangen und war mit dem Alfred auch nur ein einziges Mal am Rathausplatz wo es ja Opern, Konzerte und Ballettaufführungen gibt und als wir vor cirka fünfundzwanzig Jahren durch das Tessin fuhren, da waren wir in St. Moritz kann ich mich erinnern und auch in Sils Maria, wo der Nietzsche wohnte, sind wir per zZufall zu dem Filmfestival von Locarno zurechtgekommen, sind einmal auf der Piazza Grande gewesen und haben einen Film der „Jamie und der Pfirsich“ hieß, gesehen, da haben wir mit der Eintrittskarte einen Pfirsich bekommen und am nächsten Tag sind wir noch einmal dorthin gefahfren, wahrscheinlich haben wir auf einem Campingplatz in Ascona übernachtet, waren in einem Pressequartier und haben uns etwas Filmmaterial, darunter eine Karte mit dem bild vom Anotnny Quinn, das immer noch in der Harlander Küche hängt, mitgenommen.

Heuer ist wahrscheinlich auch der Alfred auf die Idee gekommen, daß wir den Urlaub in Locarno verbringen und uns die Filme ansehen könnten. Er hat gegooglet und herausgefunden, daß es eine Dauerkarten für Pensionisten gibt, wo man sich jeden Vorstellung auf der Piazza Grande oder die in dem Kino, die parallel bezüglich des Regenwetters in einem Großraumkino ansehen kjonnten.

Am siebenten August hat das Festival begonnen, am vierten hat es aber schon eine Vorsgtellung für Kinder und Familien gegeben.

„La famosa invasione degli orsi in Sicilia“, das „Königreich der Bären“ auf Deutsch, nach einem Roman des  1972 verstorbenen italienischen Autors  Dino Buzzati. Der Film war auf italienisch, die Untertitel französisch. Die Kinder haben sich sehr gefreut und vor Beginn der Vorstellung, als ein Kameramann das Publikum filmte, gelacht, gewinkt und eines hat sogar einen Handstand gemacht.

Vorher haben wir uns den Festivalpaß geholt im Merchancise-Shop konnte man sich auch so ein Band im Leokpardendesign kaufen, das das Motto des Festivals war.

Die ganze Stadt war sozusagen mit diesem Design dekoriert und das Festival gab es zum zweiundsiebzigsten Mal vom 7. bis zum 17. August, wir sind schon am Morgen des 15. abgefahren  und hatte diesmal eine neue Direktorin, die Französin Lili Hinstin, die jeden Abend mit einem schicken Kleiderensembel auf die Bühne maschierte, das Publkum in verschiedenen Sprache gegrüßte und die Stars interviewte.

Ab acht konnte man, glaube ich auf demn Platz, der für Prominenz sehr großflächig abgesperrt war und man nur eigentlich auf der Seite und weiter hinten freien Zugang hatte. Die Prominenz wurde dann mit ebenfalls sehr schicken Kleidern, was die Damen betrifft, die Herren waren viel lässiger angezogen mit gefüllten gelben Merchadisetaschen auf den Platz gelassen und am Samstagm als die Premiere von Quentin Tarantinos  „Once upon  a Time… in Hollywood mit Leonardo di Caprio und BradPitt gezeigt wurde, war es sehr sehr voll.

Am Montag hat es den ganzen Tag so sehr geschüttet, daß wir in das Ausweichkino mit dem Bus gefahren sind, da ist dann auch dort das Begrüßungskomitee aufmarschiert und es gab zuerst  einen holländischen Film „Instinkt“, der von einer Gefängnistherapeutin und ihrer Liebe zu einem Klienten handelte und dann einen koreanischen Krimi, der fast solange, wie der Film von QuentinTarantino dauerte.

Der ist am Samstag zur Premiere nicht persönlich erschienen, hat nur eine Grußbotschaft geschickt, während der koreanische Star Song  Kang -ho anwesend war und vor dem Film einen Award bekommen hat.

Am Sonntag, den 4. hat es noch vor der Eröffnung, wie schon beschrieben, ein Familienprogramm gegeben und am Dienstag darauf ein Prefestival mit freien Eintritt, da hat es einen älteren film „Do the RightThing“, aus dem Jahr 1989 der von der Rassenproblematik in Amerika handelte, gegeben, da hat es, glaube ich vor der Eröffnung auch sehr zu schütten angefangen und am Mittwoch, wo das Festival dann offiziell eröffnegt wurde, hat es nur am Vormittag geregnet, während es dann am Abend eher trocken war.

Zwei interessante Frauen Filme hat es gegeben „Notre Dame“ am Sonntag ein französischer Film, der von den Schweierigkeiten einer Architektin zwischen Beruf und Karriere handelte und etwas überzogen war und dann die Premiere eines Schweizer films „Die fruchgtbaren Tage sind vorbei“, der vom Kinderwunsch der Frauen überdreißig handelte und am Wochenende hat es meistens zwei filme gegeben an den anderen Tagen eher nur einen.

„Crazy Midnight“ hat das Abendprogramm geheißen und „Greener Green“ eine Parodie auf die Amerikaner war tatsächlich ein etwas verrückter Film und nach dem Film vonQuenton Tarantino sind wir erst um drei auf den Camp gekommen.

Einen deutsch-österreichischen Film, der in Schwechat gedreht wurde und der mir sehr gut gefallen hat, hat es auch gegeben.

„7500“, hat er gehießen, das ist der Code für eine Flugzeugentführung und hat nur im Cockpit eines Flugzeuges, das von Berlin nach Paris fliegen sollte, gehandelt.

An einem Abend sind wir ins Gespräch mit einem Ehepaar aus dem Engadin gekommen, das uns als Wiener erkannte, dabei spfrechen wir eigentlich gar nicht wirklich Wienerisch, weil der Mann einige Jahre in Wien gearbeitet hat und auch sonst ist die Athomsühöre immer sehr interessant gewesen.

Die Besucher haben sich teilweise gbekannt, einander umarmt und small talk betrieben, dieProminenz rauschte, wie erwähnt schick gekleidet, auf den großen Platz oder küßte sich schon vorher in der Magnolia Bar oder ließ sich dort fotografieren. Einmal war ich auch dort und habe einen Glas Champagner getrunken , weil ich einen diesbezüglichen Gutschein und einen Katalog gefunden habe und beim Eingang auf den Platz, wo es in Zeiten, wie diesen natürlich Taschenkontrollen gab und man das Bier aus der Flasche in Becher umleeren mußte, in den Neunzigerjahren  hat es das wohl noch nicht gegeben, hat man immer ein Los und eine Programmzeitung bekommen.

Das Rubbellos war eigentlich eine Werbung für eine App, die man sich herunterladen sollte, um für den Publikumspreis zu stimmen. Fünfzig Preise hat es, bei achttausend Plätzen zu gewinnen gegeben und ich habe gleich am ersten Tag einen Gutschein für eine private Führung durch die „Ghisla Art Collection“ gewonnen. Die hätte ich zwar eine Woche vorher anmelden müssen, wir sind aber erst am letzten Tag in die Touristeninformation gekommen, wo man den Gutschein einlösen konnte, so haben wir uns die Sammlung, wo es einen Miro, einen Andy Warhol, einen Keith Hering etcetera gab, nur mit Hilfe eines Guides angesehen, aber einen Katalog bekommen und so auch abseits der Filme und des Schweizer Lesens, das ich  für mich selbst betrieben habe, auch ein bißchen künstlerischen Crossover gehabt. Schokolade haben wir dort auch bekommen, beziehunsweise diese später zum Mitnachhause nehmen in Coop gekauft, wo auch ein Kamerateam herumlief, um vielleicht, die Kunden nach ihren Filmeindrücken zu befragen.

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