Literaturgefluester

2017-01-28

In Salzburg angekommen

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Eva Jancak

Eva Jancak

2012 habe ich mit Margot Koller, Wolfgang Kauer und  Josef K. Uhl im AAI in Salzurg unter dem Thema „abgeschoben“ gelesen und jetzt gab es zum Thema „angekommen“ am selben Ort sozusagen eine Fortsetzungslesung mit Wolfgang Kauer und Margot H. Koller, die die Lesung sozusagen für die GAv organisierten, Manfred Chobot und ich sind als Gäste aus Wien dazugekommen, so daß ich Donnerstag Mittag mit dem Alfred und dem Auto zuerst nach St. Pölten gefahren sind, weil wir dort am Samstag ins Festspielhaus gehen werden und von dort sind wir mit der Sparschiene im Zug weitergefahren.

Zuerst haben wir aber Doris Kloimstein ganz zufällig am Bahnhof getroffen, so daß ich zuerst mir ihr noch einen Cafe getrunken habe, bevor es nach Salzburg weiterging.

Das afrosasiatische Institut befindet sich in der Wiener Philharmonikergasse und weil wir um cirka halb sechs schon dort waren, die Lesung aber erst um sieben begonnen hat, sind wir in ein Lokal gegangen, wo ich einen Glühwein getrunken habe, der Alfred hat Käsespätzle gegessen und wir haben den Einzug der Gäste beobachten können. Allerdings waren es keine die zu unserer Lesung wollten, sondern festlich gekleidet nach dem Essen in die Felsenreitschule, wo es zur Erföffnung der Salzburger Mozartwoche das „Requiem“ gegeben hat.

Es gab auch noch ein literarisches Alternativprogramm, nämlich Tereza Mora, die gerade den Bremer-Literaturpreis bekommen hat und in Leipzig, den der Literaturhäuser 2017 bekommen wird,  im Literaturhaus, so daß Margot Koller, schon befüchtetete, daß wir kein Publikum haben werden, es war dann aber halb so schlimm.

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Margot Koller

Margot Koller

Denn einige interessierte Damen und sogar ein paar Herren sind eingetroffen und die Lesung, würde ich einmal behaupten, war auch besonders schön.

Zweimal Lyrik und dazwischen zwei Szenen aus meiner Sommergeschichte, gefolgt von einem Essay, den Margot Koller zu diesem wichtigen Thema geschrieben hat, bei dem es ja in letzter Zeit leider eine negative Kehrtwende gegeben hat, sprechen inzwischen alle vom illegalen Einwandern und dem Scheitern von Mulitkulti und der Willkommenskultur, was ich nicht so finde und es wahrscheinlich auch nicht ist.

Es begann also der 1957 in Linz geborene Lehrer und Autor  Wolfgang Kauer, der für die Lesung extra einen Gedichtband geschrieben hat, der als „Podium Portrait 92“ erschienen ist und den ich demnächst besprechen werde, so daß ich mich hier kurz halten kann.

Dann kam, wie schon erwähnt ich, mit Szene vier und fünf aus den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, die Fatma Challaki-Szene, wo sie mit dem Boot aufbricht, also noch lange nicht angekommen ist, habe ich schon mehrmals gelesen und weil die nicht fünfzehn Minuten dauert, habe ich noch mit der Folgeszene angeschloßen, wo Sandra Winter bei der Großmutter und ihrer Pflegehelferin im Haus ihrer Eltern in Harland ist und Fatmas Nachricht erstmals verdaut.

Dann kam das Urgestein der Poesie, der 1947 in Wien geborene Manfred Chobot und hatte auch sehr scharfe und sehr spritzige, meist im Wiener Dialekt gehaltene Gedichte, zu dieser Frage und danach folgte Margot Koller mit zwei Fallbeispielen von Flüchtlingsschicksalen, die nach dem Krieg aus Siebenbürger geflüchtet, bezeihungsweise als Gastarbeiter aus Serbien nach Wien gekommen sind.

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Max-Reinhardt-Platz, Salzburg


Max-Reinhardt-Platz, Salzburg

Dann gab es eine lange und sehr intensive Diskussion, die später noch durch individuelle Gespräche bei Wein und Knabbereien ergänzt wurde und als wir gehen wollten, habe ich mit Schrecken festgestellt, daß ich meinen Schal und meine Haube irgendwo verloren haben muß und es ist sehr kalt in Salzburg mit sehr viel Schnee.

Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit einem ausgeborgten Schal und einer ausgeborgten Haube mit Margot Koller, bei der wir wieder wohnten, nochmals in die Stadt aufgebrochen und da bin ich ersteinmal in die Buchhandlung Höllriegl eingefallen, das ist die, wo mich der Alfred bei meinem ersten Salzburg Aufenhalt neben dem Buch von Cornelia Travnicek „Chucks“ fotografierte, das inzwischen zu mir gekommen ist.

Da gab es eine Abverkaufskiste mit vielen schönen ein oder zwei Euro Abverkaufsbüchern und da habe ich mir sehr zum Mißfallen von Alfred, der glaubt, daß ich ohnehin schon soviele Bücher habe oder sie mir nicht tragen will, Ianina Ilitchevas „183 Tage“ den Bildband, der vor eineeinhalb Jahren bei den „Kremayr & Scheiaus-Debuts“ erschienen ist, sowie Iris Hanika „Wie der Müll geordnet wird“ und noch drei weitere Bücher gekauft.

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Was vielleicht wirklich nicht so notwendig war, denn das weitere Programm bestand sozusagen aus einer Fortsetzung unserer „Salzburger-Büchertour“, die wir schon im Vorjahr begonnen haben.

Da haben wir die offenen Bücherschränke abgeklappert, einen gibt es ja beim Literaturhaus, einen bei dem Haus, wo wir im Vorjahr in einem Kabarett waren und noch einen anderen.

Margot Koller, die aber auch ein Buch über Gratisbücher geschrieben hat, hat uns schon im Vorjahr von einem Wirtschafts- oder Recyclinghof erzählt, der gehört, glaube ich, zur Müllabfuhr und dort gibt es auch Bücherregale, wo man sich eindecken kann, bevor die Bücher zerschreddert werden und Margot Koller, die diesen Hof regelmäßig besucht, hat jetzt in einer ehemaligen Kaserne, in der inzwischen alternative Geschäfte und Restaurants eingezogen sind, eine eigene Bücherecke errichtet, die sie betreut und, wo sie auch auf unsere Lesung hingewiesen hat und dort sind wir als nächstes gewesen.

Im Wirtschaftshof habe ich,  was ich schon lange wollte, Joseph Roths „Kapuzinergruft“ gefunden und in Margot Kollers offener Bücherecke, die neben einem Cafe angesiedelt ist und, wo wir nach dem Essen, das wir nebenan eingenommen haben, hingingen, Isabel Bodgans „Der Pfau“, ein Buch das ich auch schon lange wollte.

Dann machten wir noch eine Runde durch die „Panzer Hallen“, sind dann zum „Hangar 7“ hinausgefahren, wo es Flugzeuge, Autos und auch Bilder, sowie ein Kochbuch zu bewundern gab und dann gab es noch einen längeren und sehr schönen Spaziergang durch den verschneiten Winterwald beim Untersberg.

Am Samstagvormittag geht es nach St. Pölten zurück, wo wir, wie schon erwähnt ins Festspielhaus gehen werden und zum Lesen habe ich mir als Salzburglektüre aus Wien noch Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ mitgenommen, der im Salzburger Literaturarchiv, dem wir im letzten Jahr einen Besuch abstatteten, gesammelt wird.

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2016-02-02

Im Paradies der Bücher

Jetzt kommt „Eine Plauderei in 11 Kapitel“ oder auch Band 9 der Text-Bildbände meiner Autorenkollegin Margot Koller, die 1941 geboren wurde,  die ich durch die GAV kennenlernte und die ihre Bücher ähnlich, wie ich selbst herausgibt und da wir bei den GAV-Sitzungen und auch sonst unsere Bücher tauschen, habe ich schon einige ihrer Werke in meinem Besitz.

„Flaschenpost an Josy“ , habe ich schon gelesen.

„Alle Wege führen zum Wasser und „Steine lächeln stille“ warten noch auf mich, das ist übrigens der erste Teil der „Text-Bildbände“ und die „Plauderei der Bücher“ beziehungsweise das Exemplar, das mir Margot Koller bei der letzten GAV-GV gegeben hat, ist übrigens etwas ganz besonders, nämlich ein Buch mit ihren Korrigernotizen, das heißt, es könnte einmal noch ganz wertvoll werden, allerdings haben sich inzwischen ihre handschriftlichen Anmerkungen mit meinen vermengt, denn ich streiche beim Lesen auch viel an.

„Die schönsten Dinge des Lebens bekommt man geschenkt! Jede Seite dieses Bändchens handelt davon“ steht am Buchrücken, darunter ist ein „Bild der Autorin beim Bücherflohmarkt vor dem Literaturhaus Salzburg am H. C. Artmann Platz“ zu sehen und am Cover sieht man eine Kiste mit lauter Büchern Colin Forbes „Kaltgestellt“ liegt  oben auf.

Gewidmet ist diese Plauderei „allen Büchernarren“ und es handelt eigentlich im großen und Ganzen vom Salzburger „Recyclinghof“ einem der offenen Bücherschränke dieser Stadt und der, wo sich Margot Koller ihre Buchbestände holt und, wie sie schreibt in dem Keller ihres Häuschen schon ein ganzes Regal davon aufgestellt hat.

Das habe ich inzwischen besichtigt,  mir auch ein paar der Bücher ausgesucht und nach Hause mitgenommen, denn Margot Koller ist sehr freigiebig und verschenkt viele ihrer Schätze.

Sie kommt bei ihren Büchertouren auch ins Gespräch mit anderen „Büchernarren“ und gibt ihre Erfahrungen über den Literatur- und Verlagsbetrieb auch gerne weiter.

So findet man in dem Buch auch ihre Anschrift und Mailadresse, damit man seine Erfahrungen mit ihr austauschen kann und dann geht es los mit den Plaudereien über den Salzburger „Recyclinghof“.

Jedes der elf, eigentlich sind es zwölf Kapitel, denn ein Nachwort, beziehungsweise eine biografische Notiz der Autorin gibt es auch, beginnt mit einem Bildchen aus ihren Bücherschätzen und ein Motto, beziehungsweise jeweils eine Conclusio gibt es auch und so switschen wir uns durch durch Margot Kollers Bücherparadies:

„Die Welt ist nicht größer als das Fenster, das du ihr öffnest“, heißt es da“ oder „Es lebe der Wertstoffhof- es lebe die Umtauschmöglichkeit“, beziehungsweise „Es lebe der Wertstoffhof- es lebe die Physik und das Schneckenstreicheln“ und dann kann man erfahren, was Margot Koller schon alles im Wertstoffhof gefunden hat.

So gab es zum Beispiel eine Überraschung mit „Venedig Recht Kultur und Leben in der Republik 697- 1797“ oder den „1000 Tagen die die Welt bewegen“

Es gab aber auch eine Verwechslung. So hat sie zum Beispiel einmal ein Buch eines Walter Russels statt des bekannteren  Bertrand Russel gefunden und das ist mir auch schon mal passiert, daß ich den Jean Amery mit dem Carl verwechselt habe und so einen Autor kennenlernte, auf den ich vielleicht sonst nicht gekommen wäre.

Margot Koller läßt einen aber auch immer wieder in ihr reiches Autorenleben blicken und erzählt zum Beispiel, wie die Verlage mit unverlangt eingesandten Manuskripten umgehen,  welche Werke sie interessieren und was überhaupt noch verlegt wird.

Sie erzählt auch, was man alles durch das „Impressum“ erfahren kann und lehrt uns, wie wichtig es ist, das genau zu lesen und man kann erfahren, daß die Titel bei den meisten Büchern von den Verlagen und nicht von den Autoren ausgewählt werden, so daß die bei Lesungen oft nur sagen „Ich lese aus meinem Buch mit dem Arbeitstitel XY!“

Bei Selfpublishern ist das natürlich anders, die können sich da freier bewegen und sind nicht so sehr auf Verlagsprognosen angewiesen.

Dann geht es wieder zu den Werkhoffunden und Margot Koller kommt von den Donna Leon Krimis zu den Lyrikreihen.

„Es lebe der Wertstoffhof- Es lebe die Lyrik“, heißt es da und im nächsten Kapitel berichtet sie von den Begegnungen mit anderen Bücherfreunden, die man dort machen kann.

„Es lebe der Wertstoffhof, wo man Gleichgesinnte treffen und Freude tanken kann“

Im zwölften Kapitel erfährt man  viel von den Büchern der Autorin und ich bin mit ihr vor kurzem durch Salzburg gezogen und habe auch die anderen Bücherschränke kennengelernt.

Margot Koller schwört auf den „Recyclinghof“, ich habe auch mit den anderen Salzburger und natürlich auch mit den Wiener Bücherschränken gute Erfahrungen gemacht und wer sich durch das zwölften Kapitel lesen will, kann über Margot Koller und ihre Bücherreihen  viel erfahren.

Wer sie in Wien kennenlernen möchte, dem kann ich ihre Lesung am 6. März  zum internationel Frauentag im der „Galerie Werkstatt Nuu“, in der Wilhelm Exner Gasse 15, um 17 Uhr sehr empfehlen, da liest sie über ihre „Salzburg-Wien Pendlerbewegungen“ und läßt vielleicht auch in ihre Buchpublikationen Einsicht nehmen.

2016-02-01

Salzburger Büchertour

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Der Alfred hatte ja im August seinen sechzigsten Geburtstag und da vom Martin einen Gutschein für zwei Kabarettkarten bekommen.

Er wollte zu Simone Solga gehen, aber die ist erst im Oktober in Wien, dafür war sie am Samstag in Salzburg, so hat der Alfred eine Wochenendfahrt nach Salzburg organisiert und mit dem Martin und der Zaruhi sind wir schon vor zwei Wochen in den Rabenhof zu den „Großen Knallern mit Robert Pfaller“ gegangen.

Jetzt bin ich nicht gerade ein Kabaretttyp, weil ich oft nicht lustig finde, worüber sich die Leute vor Lachen wälzen, aber eine Salzburgfahrt kann sich in literarischer Sicht sicher lohnen, so habe ich „Bücherwurmloch“, die dort in der Nähe wohnt, als sie von einem Salzburger-Fotoshooting berichtet, die Frage gestellt, ob sie wisse, wo sich dort der offene Bücherschrank befindet?

Tobias Nazemi hat mir den entsprechenden Link geschickt und siehe da, es gibt nicht nur einen, sondern gleich mehrere solcher Schränke, beziehungsweise Telefonzellen in der vergleichsweise kleinen Stadt und in der wohnt auch meine Autorenkollegin Margot Koller, mit der ich ja schon einmal in Salzburg gelesen habe und die ich meistens in Wien bei der GAV-GV aber auch bei Literaturveranstaltungen treffe.

Die habe ich angerufen, beziehungsweise angemailt und auch nach den Bücherschränken gefragt und sie antwortete, sie wisse etwas viel Besseres und hat auch ein Büchlein darüber geschrieben, das sie mir bei der letzten GAV gegeben hat.

„Im Paradies der Bücher – eine Plauderei in 11 Kapiteln“ heißt es und das mußte ich erst finden, habe ich es nämlich damals im Oktober auf die Leseliste gesetzt und auf den Bücherstoß geworfen, dann habe ich es am Samstag in meine Tasche gesteckt, dazu Margit Schreiners „Haus Frauen Sex“, das ich gerade gelesen habe, eigentlich wollte ich mir Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ wegen dem Salzburgbezug mitnehmen, aber Margit Schreiner habe ich gelesen, hat dort auch einmal gelebt und in den Rucksack, die Toilettetasche, ein Nachhemd, Unterwäsche und Hausschuhe und in Salzburg habe ich den diesbezüglich leeren Rucksack in meine große grüne Tasche gestopft und gedacht, eigentlich hätte ich ihn in Wien lassen können oder auch nicht, wenn ich Bücher in den Schränken finde, habe ich genügend Platz zum Transportieren.

Margot Koller hat uns schon in dem Hotel, das der Alfred für zwei Nächte bestellt hat, erwartet und wir sind, weil das Wetter sehr schön war, losgezogen in Richtung Kapuzinerberg, dort hat auch einmal Stephan Zweig gelebt und den Herrn Landeshauptmann haben wir auch getroffen und bei der ARGE-Kultur, wo das Kabarett stattfand, gab es gleich den ersten offenen Bücherschrank, spich eine Bücherzelle, vom Leiter des Literaturhauses initiiert und dort, welch Überraschung, lag völlig neu und ungebraucht die „Widerstandsanthologie“, die der „Milena Verlag“ 2000 herausgegeben hat und wo ich auch einen Text drinnen habe.

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Also hatte ich schon ein schönes Geschenk für Margot Koller, die in ihrem Buch ja von einem  „Recyclinghof“ geschrieben hat, aus dem sie sich ihre Bücher holt und damit schon ein ganzes Regal gefüllt hat.

Am Sonntag nach dem Frühstück, das Wetter war leider nicht sehr gut, sind wir dann zu einer Bücherschranktour aufgebrochen und als erstes zum Literatruhau gefahren, wo es die zweite von Thomas Friedmann initierte Telefonzelle gibt, das Salzburger Literaturhaus befindet sich inzwischen am H. C. Artmannplatz, der, glaube ich, im Sommer so genannt wurde und eine Gedenktafel gibt es auch, im Literaturhaus fand gerade eine Schreibwerkstatt mit Gudrun Seidenauder statt, so daß wir die laufende Ausstellung nicht besichtigen konnten, aber in der Telefonzelle gab es eine Menge Simmel-Bücher, „Die Ausgesperrten“ von Elfriede Jelinek und auch ein altes Kriegstagebuch aus dem Jahr 1941- 1945, dann führte uns Margot Koller zu einem Schrank, den es in meiner Liste gar nicht gibt, nämlich zu dem beim Künstlerhaus und dort gab es ein Buch eines mir unbekannten Schweizer Autors und eines einer Slowenin aus der „Edition Korrespondenzen“.

Dann fuhren wir zu Margot Kollers Keller, wo sie mir ihre Schätze zeigte und mich aussuchen ließ und da fand sich tatsächlich Wolfgang Herrndorfs „Tschik“, Lisa Fischer „Lina Loos-Biografie“, ein Buch der Irmgard Keun und wo ich  Diana Kempfs Der vorsichtige Zusammenbruch“ gefunden habe, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen.

Die Tasche wurde jedenfalls voll, das Wetter war noch immer schlecht, trotzdem sind wir zum Schloß Heilbronn aufgebrochen, wo es im Sommer Wasserspiele und ein Felsentheater gibt.

Das war sehr toll und naß sind wir sowieso geworden, so daß wir den Nachmittag wieder, wie beim letzten Mal im „Augustiner Breustübel“ verbrachten, diesmal im geheitzten Saal und ein Faschingsfest hat dort auch stattgefunden.

Das Abendprogramm war dann eine Kinovorstellung und die war auch sehr literarisch, nämlich die Verfilmung von Martin Suters „Die dunkle Seite des Mondes“ und weil wir in dem Hotel zwei Nächte bleiben mußten, war noch Zeit für das „Literaturarchiv“, wo es eine Ausstellung über Pater Thomas Michels gab und uns eine freundliche Dame Erich Landgrebes Bücher zeigte und ein Notizbuch von Stephan Zweig aus dem Tresor holte.

Dann ging es zurück nach Wien und da fand zufälligerweise in der „Alten Schmiede“ auch ein Programm mit Salzburg-Bezug nämlich eine „Stunde der literarischen Erleuchtung“ mit einer Handke Erzählung und dann die Präsentation von Jochen Jungs Schriftsteller Episodenroman, wie es Kurt Neumann in seiner Einleitung nannte „Zwischen Ohldorf und Chaville“ statt, so daß ich, obwohl ich es nicht vorhatte umdisponierte und vom Hauptbahnhof gleich in die Schönlaterngasse gefahren bin.

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