Literaturgefluester

2018-06-07

Gesellschaft im Kasten

Da gibt es ja die Katalogkasten, die Stichwortzitatsammlungen, die nach der Digitalisierung wohl nach und nach still und heimlich aus den Bibliotheken verschwunden sind.

Nicht so im Literaturhaus, da hat Evelye Polt-Heinzl den Wertheim-Kasten in einen Zitatkasten verwandelt. Literarische Stichworte eingefügt und ihn wohl seit 2012 Jahr für Jahr erneuert und heuer wohl erstmal an eine Autorin den Auftrag erteilte, diesen für eine Ausstellung zu füllen und die 1964 in Salzburg geborene kenne ich schon lang.

Wo und wann ich sie kennengelernt habe, weiß ich gar nicht so genau, ich kann mich aber an eine IG-GV erinnern, wo ich damals von St. Pölten nach Wien pendlete mit dem Korb in dem die Texte, die 1996 für das Nachuchsstipendium drinnen waren, die ich mir im Zug durchsah, teilgenommen habe und da saß Margret Kreidl in den ersten Reihen und sagte, es ist ganz egal, ob drei oder fünf leute zu einer Lesung kommen, das ist trotzdem okay.

Sie verlegt inzwischen bei der „Edition Korrespondenzen“, stand einmal, glaube ich auf der Hotlist, ich sehe sie und ihren Lebensmenschen Lukas Cejpek manchmal bei Lesungen und auf Messen und weil ich ja ein bißchen legasthen bin oder auch ein wenig schlampert bin, habe ich, als ich vor kurzem von „Kremayr und Scheriau“ ins Belvedere bekommen habe, mich dort sofort angemeldet, und das  Greiner mit Kreidl verwechselt, worauf mich dann erst Stephan Teichgräber im „Doml“ aufmerksam machte. Das sind so die kleinen Aufreger im Leben und nicht wirklich wichtig und Wien-Stipendiatin ist Margret Kreidl wahrscheinlich auch, jedenfalls im Mai im „Musa“ da hatte ich aber so viele Stunden, daß ich nicht hingehen konnte, was mir sehr leid tat.

Also heute und da bin ich trotz meiner sechs Uhr Stunde nicht zu spät gekommen, obwohl mir sowohl Bus, als natürlich die Straßenbahn vor der Nase weggefahren sind, denn die Leute standen noch im Foyer und besichtigten die Ausstellung, die ja heute mit einem großen Programm eröffnet wurde und Margret Kreidl war wohl schon den ganzen Tag im Literaturhaus, um vorzubereiten und ist da von der Stiege gefallen und hat sich das Bein gebrochen oder geprellt, so daß sie ihr Publikum und es war die ganze literarische Prominent zum Teil aus Hamburg und Berlin eingeflogen, anwesend, denn Margret Kreidls Idee  für ihr Zettel-Projekt, sie hat ja ein Buch geschrieben das „Zitat,Zikade“ heißt, war, daß sie sechsundfünfzig literarische Lebensmenschen, denn schreiben ist ja Kommunikation, sagte sie in der Einleitung, bat ihr jeweils ein Ding für eine Lade des Zettelkastens zu spenden und so saß ich hinter Gerhard Rühm, Gerhard Jaschke und Karin Peschka, sah Lukas Cejpek natürlich, denn der hat einen Chor einstudiert, wo vier Schauspieler auftraten und im Chor Zitate vortrugen.

Robert Huez begrüßte, Evelyne Polt-Heinzl erzhlte etwas zum Projekt und die vier Chorstimmen zitierten Namen wie Brigitte Salanda, Gustav Ernst, Marie Luise Lehner,  Erika Fischer,  Dieter Sperl und und und…

Das sind, wie das Margret Kreidl sitzend, erläuterte die sechusundfünfzig Freunde, die ihre Gaben in den Kasten legten. Ein paar waren anwesend, die Margret Kreidl feierliche begrüßte und ihren Lebensbezug erläutetete, Ilse Kilic richtig ist auch dabei und Gabriele Petricek und Birgit Schwaner, die mich freundlich grüßte, im Publikmum und zu meinen Erstaunen sah ich da auch den Otto, von Alfreds Wandergruppe, der meinen Blog, meine literarische Ausdrucksform, das erste halbe Jahr seines Bestehens freundlich kommentierte.

Er hat, wie ich später erfuhr, seine Lieblingsbuchhändlerin Brigitte Salanda zur Lesung begleitet und die Mulitmedia Künstlerin Reni Hofmüller hat eine musikalische Beigabe im Sinne Pöasmodiumsstruktursgeeflecht beigesteuert.

Dann gab es noch einen analogen Chor eines amerikanischen Germanisten und danach Getränke und Knabberstangen, bevor mann diesmal die Stiegen, die ja sonst streng abgesperrt sind, in die Bibliothek hinaufwandert und sich den Zettelkasten mit seinen Leihgaben ansehen konnte.

Interessant interessant, die experimentelle Literaturszene und ein“ Salz-Zeitschrift für Literatur“, wo Margret Kreidl einen Text drinnen hat, habe ich auch bekommen.

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