Literaturgefluester

2021-04-22

Geschichte schreiben in der „Gesellschaft“ und in der „AS“

Heute habe ich schon gedacht, ich könnte mich weder von der „Gesellschaft“ in die „AS“streame,n noch meinen täglichen „Literaturgeflüster-Artikel“ schreiben“,denn mein Computer, ich habe es, glaube ich, schon angedeutet, ist seit fast einem Jahr am Eingehen. Der Neue zwar schon bestellt. Aber die Liieferung verzögert sich immer wieder und wiederund so hatte ich in den letzten Tagen zunehmende Schwierigkeiten beim Hochladen, bis er mir gestern Abend wirklich abgestürzt ist. Zum Glück gibt es aber Reparaturanstalten und so habe ich ihn rechtzeitig vor sechs wiederbekommen und dazwischn mein „Corona-Textebuch“ auch ohne OE24 im Hintergrund laut lesend durchkorrigiert und bin dabei auf Fehler und Fehler gestoßen, so daß ich tagsüber sehr beschäftigt war, wo ich schon dachte, ich bin ohne Computer verloren und kann nichts anfangen und am Abend gab es ein abwechslungsreiches Literaturprogramm,so daß ich bequem zwischen der „Gesellschaft“ und der „Alten Schmiede“ wechseln konnte, während ich meine Misik-Rezension korrigierte, zu der ich gestern nicht gekommen bin, aber noch viele Fehler drinnen hatte. Und das Literaturprogramm war sehr abwechslungsreich. Stellte doch der „Haymon-Verlag“ doch in der „Gesellschaft für Literatur“ sein Programm vor und da zwar die ukrainische Autorin Natalka Sniadanko, die ich schon einmal in der „Gesellschaft“ hörte als sie dort ihren Roman „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“, vorstellte. Das ist ein interessanter Titel, der neugierig macht und ich hatte auch das Glück das Buch, weil es einen zerissenen Umschlag hatte, im Frick-Discounter, um einen oder zwei Euro zu kaufen und das Buch, das heute vorgestellt wurde, heißt noch ungewöhnlicher, nämlich „Der Erzherzog der den Schwarzmarkt regierte, Natrosen liebte und mein Großvater wurde“.

Die1973 in Lemberg geborene Autorin scheint eine Vorliebe für lange Titel zu haben und spricht auch gut Deutsch obwohl das Buch von Maria Weissenböck aus dem Ukrainischen übersetzt wurde und das Buch ist die Geschichte des Erzherzogs Wilhelms, der 1895 in Pola geboren wurde und 1948 in der Ukraine dem Stalinismus zum Opfer fiel und von Natalka Snidalko in eine fiktive Umgebung versetzt wurde, beziehungsweise die Geschichte von seiner fiktiven Enkeltochter erzählen läßt. Eine interessante Geschichte, die neugierig auf das Buch macht. Aber ich habe ja noch die „Frau Müller“ zu lesen und nachdem die Lesung und das Grspräch mit Ursula Ebel beendet war, kam noch die „Haymon-Lektorin“ Linda Müller, die für das Programm zuständig war, auf die Bühne oder auf das Lesetischchen und stellte das Verlagsprogramm vor, das auch einige ukrainische Autoren , wie Jurij Wynnytschuk, vor. Dann wurde in der „Gesellschaft“ noch Katharina Schaller mit ihrem Debut „Unterwasserflimmern“ vorgestellt. Aber da bin ich in die „AS“ hörte hinübergeschwankt, denn da stellte Sabine Scholl in ihrer Reihe „Geschichte schreiben“ Marketa Pilatova und ihren Roman „Mit Bata, im Dschungel vor“ und Bata ist ja eine tschechische Schufabrikantenfami lie, die, offenbar vor den Naszis in den brasilianischen Dschungel flüchtete und dort eine tschechische Kolonie aufbaute und die ebenfalls 1973 geborene Marketa Pilatova, die heute in Prag lebt und von dort in die „Alte Schmiede „gekommen ist, hat ja einige jahre als Tschechischlehrerin in Braslien und Argentinien gelebt und ist dort mi tder Enkeltochter in Bezihungs gekommen und hat dann die idee gehabt, die historischen Fakten zu einen Roman zu spinnen in dem sie, wie bei einer Fuge verschiedene Stimmen, darunter interessanterweise auch die Fabrik, erzählen läßt.

Es war eine zweisprachige Lesung mit Unterstützung des tschechischen Zetrums und dort habe ich Marketa Pilatova schon einmal im Rahmen der „Buch Wien“ lesen gehört und dann auch noch „Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein“ und ihren „Tsunami Blues“ gelesen. Jetzt las Johannes Tröndle, die deutschen Stellen, die Autorin auf Tschechisch und Marketa Pilatova erzählte im Gespräch mit Sabine Scholl dann genauso viel über Antonin Bata, wie vorher Natalka Sniadanko Ursula Eibel viel über diesen Erzherzog erzählte und interessant sind auch die Enkeltöchter, die in beiden Büchern auftauchen. Die Bata Enkeltochter Dolores hat Marketa Pilatova viel erzählt und Natalka Snidelko hat eine Enkeltochter Halyna zu ihrer Protagonistin gemacht, wurde aber schon gefragt, ob sie vielleicht die Ekeltochter des Erzherzogs ist. Das ist sie nicht, hatte aber auch zwei Großmütter, die denen ähneln, die in ihren Roman vorkommen. Interessant, die Ähnlichkeiten zwischen den Büchern, die historische Details auf der eine Seite von einer Ukrainerin, auf der anderen von einer Tschechin erzählt wurden undich plage mich derzeit mit einer argentinischen Autorin und ihren „Wilden Theorien“ ab.

Und noch einen Erfolg habe ich zu vermelden, das Cover von „Mathilde im Coronaland“ ist jetzt da, so daß die Vorschau bald erscheinen kann.

2017-03-19

Tsunami Blues

Weiter gehts mit den Neuerscheinungen, das heißt Marketa Pilatovas dritter Roman ist schon im Vorjahr erschienen und dann irgendwie verlorengegangen und auch die Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“, die mich auf das Buch aufmerksam machte, habe ich wegen eines Kliententermins versäumt.

Habe aber, das erste Buch der 1973 in Kromeriz geborenen und jetzt in Lateinamerika tschechisch unterrichtenden Autorin gelesen, da es mir Herwig Bitsche schenkte, als ich damals den „Residenz-Verlag“ besuchte.

„Tsunami Blues“ erschien bei „Braumüller“ und bei einer Lesung im tschechischen Zentrum anläßlich einer „Buch-Wien“ bin ich auch einmal gewesen und weil das Buch höchstwahrscheinlich auch zu „Centrope“ passt, habe ich es am letzten Mittwoch auch in die Spengergasse geschleppt, aber zum Analysieren sind wir da noch nicht gekommen.

„Tsunami Blues“ ist ein wunderbares Buch könnte man fast pathetisch sagen oder eines nach meinem Geschmack.

Im Klappentext steht etwas von Graham Greenes Spuren auf denen die Autorin wandern würden. Das kann ich nicht beurteilen, so viel Greene habe ich noch nicht gelesen, obwohl man die Bücher ja in den Bücherschränken findet.

Es ist aber eines, das sich meiner Meinung nach, wohltuend von beispielsweise Eva  Menasses komplizierten Stil abhebt, wo man lange braucht, um mitzubekommen und die Handlung zu verstehen.

Hier versteht man auch nicht sofort, denn Marketa Pilatova pirscht sich langsam an das Geschehen an. Aber dann wird alles klar und ist eigentlich auch ziemlich linear erzählt, wenn es natürlich Rückblednungen gibt, die das Ganze erklären und auflösen.

Da ist Karla, ein sechzehnjähriges Mädchen, das in einer mährischen Kleinstadt lebt und bei dem Exilkubaner  Lazaro Trompete spielen lernte.

Sonst hat sie Schwierigkeiten mit ihren kleinbürgerlichen Eltern, die sie dann doch überreden, zu Weihnachten 2004  mit nach Thailand zu fahren. Man ahnt was kommt. Die eltern kommen bei dem Tsunami um und Karla irrt am Strand herum, um ihre Leichen zu suchen. Dabei wird sie vom Schatten einer schwarzen Frau verfolgt.

Es ist also auch magisch oder natürlich nur posttraumatisch und sie kann sich eigentlich nur durch einen mexikanischen Fotografen ein bißchen beruhigen oder ablenken.

Sie hat aber auch eine vernünftige Großmutter, die in der Kleinstadt Apothekerin ist und die schickt Lazaro, um sie zurückzuholen, was er auch tut. Karla kommt zurück, geht nach Olmütz in ein Studetnenheim, studiert bei der alten Jenufa Spanisch und schwört sich, nie wieder eine Trompete anzurühren.

Da ist es fast ein Glück, daß auch Jenufa kubanische Wurzeln hat, beziehungsweise, daß sie immer wieder dorthin fliegt, um Medikamente an Dissidenten zu verteilen. Allein kann sie das aber jetzt nicht mehr, da sie so an die Achtzig ist, so muß Karla mitkommen und jetzt wird es wahrscheinlich greenhaft spannend.

Sie bekommen statt eines Leihautos nämlich nur ein altes Motorrrad, landen in einem komfortablen Hotel, das sich als Buff entpuppt.

Jenufa wird am nächsten morgen verhaftetund Karla muß ihr nachfahren und mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Jetzt löst sich alles nach und nach auf und auch das ist äußerst spannend und, weil man ja nicht soviel spoilern soll, verrate ich nur, daß der Schluß gelingt. Karla kommt zurück nach Mähren, geht ins Leben und wird wieder Trompete zur Trompete greifen.

„Und was machst du jetzt?“, fragt Lazaro, „Spielen“, lautet der letzte Satz.

Es kann also auch ganz einfach sein. Wwohltuend einfach und braucht nicht die komplizierten Konstruktionen, die das Lesen mühsam machen, aber als gute Literatur gelten, denke ich und wiederhole, daß mir das Buch sehr gefahllen hat und ich es jeden, aber wahrscheinlich besonders meiner Freundin Ruth, die ja einige Jahre in Kuba lebte, empfehlen kann.

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