Literaturgefluester

2018-09-08

Sechs Koffer

Buch fünf der heurigen LL des dBp ist Maxim Billers „Sechs Koffer“ und der 1960 in Prag geborene, der seit 1970 in Deutschland lebt, ist wohl seit seinem Roman „Esra“, der irgendwie verboten wurde, bekannt und dann wurde er für die „Literarische Quartett -Nachfolge“ offenbar als MMR-Schimpfer engagiert, was er, wie manche meinen, sehr schwungvoll tat, ich aber auch unerträglich fand, weil ich keine so Schimpferin bin.

Den Erzählband „Wenn ich einmal reich und tot bin“, habe ich im Schrank gefunden, auf meine heurige Leseliste gesetzt, werde aber wohl nicht dazu kommen, die Neuerscheinungen haben Vorrang und das Buch, das, glaube ich, im September erscheinen sollte, wurde vom Verlag vorgezogen, weil es schon vorher im Quartett, wo er jetzt nicht mehr ist, besprochen wurde.

Vorher war, glaube ich, die LL-Verkündung und ab da habe ich schon sehr viel über es gelesen und gehört, noch bevor ich es im Briefkasten hatte.

In Zürich und in Bern lag es in den Buchhandlungen auf und die Booktuberinnen, die die LL besprachen, sagten einhellig, daß sie Biller nicht „leiden“ können, weil er zu negativ, beziehungsweise zu jüdisch sei.

Das Letztere ist wahrscheinlich so zu verstehen, daß die jungen Leute, die schon in der Schule davon gelernt haben, nicht immer über den Krieg lesen wollen und auch meinen, das wäre ein Kriterium auf die LL zu kommen, darüber zu schreiben.

Nun ist Maxim Biller sicherlich ein Selbstdarsteller. Das wurde auch im „Quartett“ so besprochen und das Buch ist, denke ich, eher eine Novelle oder eine Erzählung, als ein Roman mit seinen knapp zweihundert Seiten und es scheint, um die Familie Biller zu gehen, die von der UDSSR ja zuerst die die CSSR,  später nach Deutschland flüchtetet und der Großvater wurde 1960, in Maxim Billers Geburtsjahr in Moskau hingerichtet und einer von der Familie, die vier Söhne, die Schwägerin Natalia oder vielleicht auch die Mutter sollen dafür verantwortlich sein, weil ihn den Behörden denuniziiert.

Das ist die Auslagangslange und nun wird nicht, wie ich schon gelesen habe, in diesen sechs Perspektiven, die je einen Koffer haben, erzählt, sondern Biller erzählt und das geht ungefähr so, daß er weiß, was seine Mutter oder seine Schwester etcetera denken und was sie tun, wenn sie beispielsweise alleine im Bett liegen.

Ein omnipotenter auktorialer Erzähler also und das scheint auch  zu der Rolle, die Biller im Literaturbetrieb zu spielen scheint, zu passen.

Maxim erzählt also das Buch. Das heißt, er beginnt in den  Sechzigerjahren, als die Familie noch in Prag wohnte, der Vater „Schwejk“ übersetzte und dabei fluchte und klein Maxim den Vater fragte, ob Onkel Dima den Tate umgebracht hat?

Der, der Bruder des Vaters, wird gerade aus dem Gefängnis entlassen, worin er wegen versuchter Republikflucht für einige Jahre eingebuchtet war.

Dann gibt es noch Tante Natalia, Dimas Frau, aber auch die vorige Geliebte des Vaters, die ist Filmregisseurin und von ihr geht das Gerücht, sie hätte sich durch sämtliche Betten sämtlicher Regisseure und auch Funktionäre geschlafen.

Sie verfügt auch über Dimas Geheimakte, beziehungsweise findet die, der schon größere Maxim bei dem Onkel, als der, den Fünfzehnjährigen, da ist er schon geschieden, in seine Wohnung in Zürich eingeladen hat. In Zürich lebt auch Onkel Lev, der vierte Bruder, glaube ich, in Argentinien oder Brasilien und Lev weigert sich mit den Brüdern zu reden und so geht es in dem Büchlein dahin.

Ein jeder hätte ein Motiv gehabt, den Taten an den Staat zu verraten, der glaube ich, in einem Devisenschmuggel verwickelt war. Am Ende weiß man nicht wirklich was, aber Maxims Schwester Jelena, die in London wohnt, ist es schließlich, die ein Buch über diese Familiengeschichte geschrieben hat und  im letzten Kapitel nach Hamburg reist, wo die Familie inzwischen wohnt, um ein Interview zu geben.

Da wird sie auch gefragt, wer ist es gewesen, wer hat den Opa verraten? Und „Meine Schwester sagte lange nichts, die Moderatorin schluckte laut und unsicher, und schließlich sagte Jelena „Das geht niemanden etwas an. Das verstehen Sie doch, oder?“

„Nein, das verstehe ich eigentlich nicht“, sagte die Moderatorin höflich und plötzlich sehr streng, und dann erzählte ihr Jelena, wie es wirklich gewesen war.“

So endet das Buch und Spoilergegner, aufgepasst, ich habe nichts verraten, wer und wie es war, obwohl im literarischen Quartett von Sasha Mariana Salzmann, die im Vorjahr mit ihrem Debut, das mir nicht so gut gefallen hat, auf der Shortlist stand,  glaube ich, die Seitenzahl verraten wurde, wo man das nachlesen kann.

Denn das Buch ist an dieser Stelle aus und ich denke, dem guten Maxim ist hier ein wirklicher Streich der Selbstdarstellung, alles und auch gleichzeitig nichts auszuplaudern und sich dabei trefflich in den Mittelpunkt zu stellen, gelungen.

Auf dem ersten Blick ist man davon beeindruckt, auf dem zweiten fängt man vielleicht an sich zu fragen, was interessiert mich dieses Familiengeschichte und was wird hier wirklich erzählt?

Über den Krieg und den Holocaust, wie die jungen Blogger und You-Tuber befürchten, nicht viel, eher die Geschichte einer entwurzelten Familie, die ihre Geheimnisse nicht hergegeben will. Braucht sie auch nicht wirklich, denn ich habe nichts davon zu wissen, ob das jetzt Natalia, Dima oder jemand anders war und wieviel Maxim Biller bei seiner Familiengeschichte erfunden hat?

Die sechs Koffer im Titel sind wohl eine Anspielung auf die Heimatlosgkeit der Juden und, daß die sie immer bereithalten müßen, um auf der Flucht zu sein. Sasha Mariana Salzmann meinte, daß ihr die Koffermetapher in den jüdischen Geschichten auf die Nerven gehe und sie sie für abgedroschen hält.

Um Koffer geht es in dem Buch auch gar nicht, obwohl die Familie viel herumreist und von Moskau nach Prag von dort nach Hamburg, Zürich oder Montreal kommt und eigentlich würde man nur einen Koffer, nämlich den des allwissenden Übererzählers brauchen, aber der lebt, glaube ich, inzwischen in Berlin und geht immer in die „Kronenhalle“ zum Mittag-oder Abendessen, wenn er nach Zürich kommt.

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2016-10-16

Literarische Fernsehformate

Literatur und Fernsehen, wie geht das zusammen? Gar nicht wahrscheinscheinlich oder so wie Literatur und Internet, aber ich verbringe wahrscheinlich mehr Zeit mit dem Bloggen, als mit dem Lesen und Büchersendungen, die den Leuten das Lesen näherbringen sollen, gibt es natürlich auch.

Die kenne ich als Nichtfernseherin vom Hörensagen oder wieder durch das Netz, weil man sie sich dort ja anschauen kann und die legendärste und berühmteste, war, als es noch kein Netz gab, wohl das „Literarische Quartett“ mit dem legendären Marcel Reich-Ranicki, dem streitbaren alten Herrn mit dem dramatischen Lebenslauf. Als er gestorben ist, habe ich mir ein paar Tage lang, glaube ich, alle Videos, die es über ihm gegeben hat, samt dem berühmten Film, im Netz angesehen, der die Faust hochgehoben hat und laut „Das ist keine Literatur!“, geschrieen hat.

Er hat, glaube ich, auch, als die „Gefährliche Geliebte“ von Haruki Murakami besprochen wurde, seine Mitstreiterin  Sigrid Löffler bedleidigt und, als einmal einer der Zuhörer mitdiskutieren wollte, wurde er autoritär des Platzes verwiesen.

Er hat aber auch, als er 2008 oder 2009 einen Fernsehpreis bekommen sollte, diesen abgelehnt, weil die Büchersendungen im Fernsehen so spät stattfinden, daß die meisten Bücherleser schon schlafen, worauf ihn Elke Heidenreich, auch eine legendäre Bücherstreiterin unterstützte und ihre Fernsehleiste „Lesen“, die es dann eine Weile im Internet gab, verlor.

Das „Literarische Quartett“ gibt es inzwischen mit Maxim Biller, Christine Westermann, moderiert von Volker Weidermann mit jeweils einem Gast, wieder, wo offenbar nach dem berühmten Vorbild jeweils vier Bücher besprochen werden und dem 1960 in Prag geborenen Schriftsteller Maxim Biller, von dem ich einmal den Erzählband „Wenn ich einmal reich und tot bin“ gefunden habe, kommt offenbar die Rolle des Krokodils im Kasperltheater zu, der auftritt und zu dem jeweils zu besprechenden Buch „Das ist der größte Quatsch auf Erden!“, sagen soll und dabei lausbubenhaft grinst. Da wird er dann meistens von der mütterlich wirkenden Journalistin Christine Westermann unterbrochen, die soweit sie neben dem energischen Streibaren zu Wort kommt, das Buch verteidigt.

Ein paar dieser Sendungen habe ich mir schon angesehen, im Literaturcafe werden sie auch moderiert und den Leuten scheint der streitbare Herr Biller, der offenbar Peep in die Sendungen bringen soll, damit die Leute nicht einschlafen, auch zu gefallen.

Ich war bis jetzt indifferent, habe mir die Sendungen angesehen und die Achseln gezuckt, denn es ja irgendwie auch bei  mir so, daß ich für meine Bücherempfehlungen das Fernsehen nicht brauche.

Ich weiß nicht woher ich sie beziehe, aber ich habe keinen Büchermangel und bin derzeit sowieso wild beim Buchpreisbloggen, das heißt mit dem deutschen, wo der Preis ja Morgen abend vergeben wird, bin ich schon fast fertig und habe außer „Hool“ und „München“ schon alle Bücher gelesen und habe auch schon meine höchstpersönlichen Preisfavoriten, das heißt eigentlich zwei Katja Lange Müller, dicht gefolgt von Sybille Lewitscharoff und dann ist ja noch Thomas Melles „Die Welt im Rücken“  im Gespräch, das im Gegensatz zu den beiden anderen Büchern tatsächlich auf der Liste steht und obwohl das Buch ja kein Roman ist und den Preis wahrscheinlich bekommen wird.

So könnte ich es mir jedenfalls vorstellen und das meinen auch die meisten anderen Bücherblogger, dann steht noch Andrej Kubiczek mit seinem DDR-Roman auf der Shortlist, der mir  auch sehr gut gefallen hat.

Mir haben dann noch die Bücher von Reinhard Kaiser Mühlecker und Peter Stamm wenigstens tur Hälfte so gut gefallen, daß sie auf meiner persönlichen Shortlist wären und einige andere, wie beispielsweise Arnold Stadlers „Rauschzeit“ und Joachim Meyerhoffs „Ach diese Lücke, diese entsetztlich Lücke“, eher nicht.

Aber da merke ich mein Mißfallen an, beispielsweise diese eher schiefe Metapher in „Am Rand“ und schreie nicht „So ein Quatsch!“, denn ich habe es, da ich ja auch nicht so gerne verissen werden, nicht so mit dem Verreißen und denke, das muß man auch nicht tuin.

Im Fernsehen aber offenbar schon, obwohl es da auch Gegenbeispiele gibt, auf die ich noch zurückkommen werde, aber am Freitag wurde im „Literarischen Quartett“ mit den drei erwähnte n Stammmoderatoren und Thomas Glavinic, als Gast unter anderen die Buchpreisbücher von Thomas Melle und Andrej Kubiczek vorgestellt und Maxim Biller ist bei dem Memoir von Thomas Melle, wie schon beschrieben hergegangen und hat „Ich finde es eineKatastrophe, daß dieses Buch erschienen ist!“, gesagt und bei dem von Andrej Kubiczek hat er es ein paar Minuten später auch getan und hinzugefügt, daß man da sieht, daß die Buchpreise ein Quatsch oder Mist wären, wenn solche Bücher darauf kämen.

Da kam es dann zu einem Streitgespräch und einem mehr oder weniger kurzen Schlagabtausch zwischen Christine Westermann, die sich verteidigend einschaltete und dem Moderatur Weidermann, der glaube ich, den Melle vorgeschlagen hat und ich bin ein paar Minuten lang dagesessen und habe mir „Ho?“ gedacht.

Denn jenseits aller Kritik, die glaube ich, speziell das „Literaturcafe“ bezüglich dieser Sendeleistung hat, habe ich mir schon gedacht, daß das eine qualitätsvolle Sendung ist und es interessant ist, der Dikskussion zuzuhören, aber hier kann ich eigentlich auch nur „So ein Quatsch!“ sagen, denn ein bißchen Einwand habe ich ja auch, wenn Thomas Melle, morgen vielleicht den „Deutschen Buchpreis“ für den besten Roman des Jahres bekommt, denn „Die Welt im Rücken“ ist kein solcher, sondern ein Bericht über seine bipolare Depression und wenn ich dann einen anerkannten Fernsehmoderator sagen höre, daß das Buch nicht auf diese Liste soll, weil es etwas für Voyeure ist, dann setze ich aus.

Die berühmte Schwiegermutter, die sich für Joachim Meyerhoff interessiert und den toll findet und keinen Sohn und keine Tochter mit Psychoseerfahrung hat, wird zugegebenerweise mit dem Buch vielleicht nichts anfangen können, aber sonst finde ich, sehr wohl, daß man über diese Krankheitsbilder sprechen soll und wenn das dann noch am letzten wissenschaftlichen Stand und in einer literarischen Sprache passiert, ist es vielleicht nicht nur ein Buch für angehende Psychiater sondern eigentlich eines für alle, die sich für das Leben und seine Tücke interessieren und Thomas Melle ist mit seinen zwei früheren Büchern „3000 Euro“ und „Sickster“ schon auf der Long- oder sogar Shortlist gestanden und da ist er um den Brei herumgeschlichen und hat die manisch depressive Krankheit in Romanform beschrieben, also literarisiert und jetzt damit ein „Memoir“ oder einen „Personal Essay“ geschrieben.

Wie das geht, kann man im „Writerstudio“ lernen, in die Moderatorenwelt scheinen sich diese Begriffe noch nicht herumgesprochen zu haben, so fragte der streitbare Herr Biller, ob er nur den Inhalt oder die literarische form besprechen soll,  grinste diabolisch  und meinte dann, literarisch ists ein Schmarrn, da haben ihn dann die anderen widersprochen, die fanden, daß die Sprache literarischer, als der leichte lockere Plauderton, des Andrej Kubiczek ist  und ich habe von einigen Bloggern gehört, daß das Buch sie langweilen würde, weil da ja immer das gleiche passiert.

Natürlich, die Manie folgt der Depression und umgekehrt und einen Roman kann ich weglegen und sagen, das will ich nicht lesen!

Wenn ich selbst betroffen bin und die Phasen durchmache, werde ich wahrscheinlich daran scheitern und das ist es wahrscheinlich auch, was das Buch tatsächlich von einem Roman unterscheidet, weil ich das manisch depressive Krankheitsbild von dem sich die nicht Betroffenen auch gern herumdrücken, ja nicht wirklich kritisieren kann.

Die vier Kritiker haben es versucht, daß heißt Weidermann war begeistert, Westermann hat verteidigt und Thomas Glavinic mit dem ich als Schriftsteller  manchmal meine Schwierigkeiten habe, weil zu aggressiv, hat ja, glaube ich, auch einmal gesagt, er würde keine Bücher lesen, weil er sonst nicht zu schreiben kommt.

Das hört man manchmal von Schriftstellern und ist wahrscheinlich legitim, aber dann kamm man wahrscheinlich auch keine kritisieren. Thomas Glavinic hat sich aber trotzdem redlich bemüht und hat es, glaube ich, gar nicht so schlecht gemacht, obwohl die Kritiker im Netz von einem „stotternden Glavinic“ sprachen.

Ich meine eher, er hat sich nicht wirklich ausgekannt und nur ein paar Klischees widergegeben, wie das, das ich, glaube ich, einmal von Daniel Kehlmann hörte, daß alle Schriftsteller lügen würden und daß das Melle Buch daher natürlich ein Roman wäre.

„Ist es nicht!“, würde ich hier wieder antworten, obwohl es natürlich stimmt, daß es wahrscheinlich trotzdem literarisch aufbereitet wurde und, daß das gar nicht anders geht.

Aber ich würde mich nicht dem Satz anschließen, daß die Schriftsteller lügen, wenn sie fabulieren und hier geht es, um eine Autobiografie und spannend für mich war, die großen Namen des literarischen Quartett haben das Buch nicht verstanden.

Kann ja sein, aber dann sollen sie nicht darüber in diesen Ton reden, auch wenn das Fernsehen vielleicht einen Kasperl oder ein Krokodil haben will, um die Leute an der Stange zu halten, das brav „So ein Mist!“ schreit“

Zwei Bücher, die auf der Shortlist des dBp stehen werden das wahrscheinlich nicht sein, denn die Juroren dieses Preises werden sich ja etwas gedacht haben, als sie sie daraufsetzten und weil ich jetzt ja Buchpreis blogge habe ich die beiden Bücher gelesen und bin zu einem anderen Urteil gekommen.

Bei Beiden. Beim Melle habe ich gedacht, das ist kein Roman und dürfte den Ausschreibungskriterien nach also nicht gewinnen und bei Andrej Kubiczeks DDR-Roman in dem er das Leben mit Sechzehn in einem leichten lockeren Erzählton beschreibt, hat mir auch gefallen.

Auch, daß die Quintessenz ist, daß das Leben, wenn man sechzehn ist, tausend Mark inder Tasche und eine sturmfreie Bude hat, rauchen und trinken und den Mädchen nachschielen kann, auch in einer Diktarur sehr schön sein kann und ich war im Sommer 1985 mit dem Alfred und der kleinen Anna in der DDR, dort haben wir Alfreds Verwandten besucht, die uns bekochten und die Sehenswürdigkeiten zeigten und dabei habe ich sehr wohl die bösen Blicke der DDR-Bürger gesehen, die sie uns zuwarfen, weil wir schöner und bunter angezogen war.

Daß das Buch also ein wenig verklärt ist und  Renes Vaters ein Parteifunktionär ist, weil er sechs Wochen in die Schweiz reisen darf, habe ich mir  auch gedacht, sonst aber sehr wohl Kritik in dem Buch gesehen, Maxims Biller, der wieder losschimpfte, aber nicht und hier wurde er auch von Volker Weidermann, der auch Schriftsteller ist und das  Buch „Ostende“, wo sich Stefan Zweig und  einige andere Emigranten  im Sommer 1936 trafen, geschrieben hat, unterstützt, der ebenfalls meinte, daß man die DDR nicht verklären darf.

Warum eigentlich nicht, wenn man es so erlebte? Die realen Fakten kann man ja in anderen Büchern nachlesen und, daß die Sprache so niedlich und einfach ist, habe ich auch nicht empfunden, wenn es vielleicht auch ein Buch ist, daß sich an Jugendliche richtet und die beiden streitbaren Herren haben und deshalb schreibe ich diesen Artikel, meiner Meinung nach den beiden Büchern sehr geschadet, denn ich gehe ja davon aus, daß die meisten Zuhörer dieser Sendung, die Bücher nicht gelesen haben. Wenn die jetzt das Fernsehen abdrehten und mit der Erkenntnis schlafengingen, daß die beiden Shortlistbücher Quatsch sind und Buchpreise überhaupt das letzte, dann ist,  glaube ich, erstens etwas schiefgelaufen und zweitens stimmt es nicht und ich erwarte mir von Büchersendungen eigentlich qualifizierte Moderatoren, die ihr Geschäft verstehen und mich qualifiziert beraten  und nicht von vornherein „Quatsch und Mist!“, schreien, damit eine mütterlich wirkende Frau, die sich meistens nicht durchsetzen kann, die Bücher erfolglos lächelnd verteidigen kann.

So nicht, denke ich, die ich ja froh darüber ist, daß es keine Literaturkritik a la Reich Ranicki mehr gibt und, daß der auch sehr viel Schaden angerichtet hat, hat ja Michael Köhlmeier in seiner Rede zum „Bachmannpreis“ vor ein paar Jahren bewiesen.

Eine solche Literaturleiste brauche ich also nicht, es gibt aber noch andere.

In Österreich gibt es, glaube ich, die Sendung „Lesart“ die ich kaum kenne, weil ich kein Fernsehen habe und im Netz auch nicht darauf stoße, ich war aber zweimal live dabei, einmal im Literaturhaus als Katja Lange Müllers „Böse Schafe“ vorgestellt wurden und einmal zur Eröffnung der Buch-Wien in der „Grünangergasse“, da wird mit dem Publikum vorher der Applaus eingeübt und man muß sonst den Mundhalten und dann gibt es noch den Dennis Scheck mit seinem „Druckfrisch“.

Da gibt es eine Leiste, wo er sich an eine Rutsche stellt und die Spiegel-Bestsellerliste entweder hinunterschmeißt oder einbehält, auch etwas was mir mißfällt und man nicht machen sollte.

Wolfgang Herles hatte eine solche Sendung, wo er, glaube ich, Ferdinand von Schirach einmal sehr kritisierte, daß ich den Kopf schüttelte und es gab noch eine andere mit Amelie Fried, glaube ich, die inzwischen ebenfalls eingestellt wurde.

In der Schweiz gibt es den „Literaurclub“ und der gilt, glaube ich, als positives Gegenbeispiel zum „Literairschen Quartett“, da wird auch meist sachlicher dikutiert, als aber Elke Heidenreich vor ein paar Jahren, ein falsches Zitat brachte, hat man  nicht sie, sondern den Moderator abgesetzt und durch eine hübsche blonde Moderatorin ersetzt, was ich seltsam fand, während Elke Heidenreich noch immer mitstreitet und das vor letzte Mal, glaube ich, Michelles  Steinbeck mit  ihrem sehr experimentellen Debutroman, mit dem sie inzwischen auch auf der Scheizer Shortlist steht, eine Krankheit diagnostizierte.

So nicht, liebe Kritiker, würde ich da sagen, es geht auch anders, man kann würde ich zumindestens hoffen, auch im Fernsehen Bücher besprechen ohne sie zu verreißen und wenn man das schon unbedingt tun will, dann sollte man das differenzierter tun und nicht einen Moderator dafür einsetzen, der nur „Das ist schlecht!“ sagt und die qualfizierte Begründung dafür schuldig bleibt!

Es gibt aber wie ich bei den Bloggern lesen kann, auch eine deutsche Alternative, die deutlich besser ist und die ich mir vielleicht einmal ansehen sollte.

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