Literaturgefluester

2017-04-24

Lyrikfestival dichterloh

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:38
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Dichterloh, das Lyrikkurzfestival in der „Alten Schmiede“, von Michael Hammerschmid kuratiert, das sich mit der „Polyversale“ abwechselt, gibt es jetzt zum zweiten Mal.

Dann gibt es ja noch die „DichtFeste“ im literarischen Quartier, die von Christine Huber kuratiert werden und so kann man in Wien eigentlich ganz schön in Sachen Lyrik auftanken, Neues kennenlernen und das Festival, das heute  begonnen hat und sich über die ganze Woche hinüberziehen wird, war auch gut besucht.

Margit Heumann, Petra Ganglbauer, saßen hinter mir und wollten von mir wissen, wie es mir den ginge. Christl Greller, die unermüdliche, ist weiter hinten gesessen und und und…

Michael Hammerschmid hat dann auch eingeleitet von der Bedeutung der Lyrik gesprochen, welchen Wert sie habe und wie sehr, die Sprache einen oder eine über die Mittelmäßigkeit erheben kann und hat dann Ferdinand Schmatz den Sprachkunstleiter vorgestellt, der mit einem Essay begonnen hat.

„Weiter bauen“ hat der geheißen und mit Ernst Jandl begonnen.

„Um ein Gedicht zu beginnen habe ich…., habe ich nicht“, hat der einmal gesagt oder geschrieben und Gottfried Benn meinte, daß „das Gedicht oft fertig wäre, ehe der Dichter das weiß.“

Schöne Sätze und sehr lyrisch ausgedrückt, oftmals wiederholt und ein eigenes, ein Schmatz Zitat ist auch vorgekommen, dann wurden noch einige andere Dichter zitiert, bevor es mit dem ersten bei „Droschl“ erschienenen Lyrikband „Impressum langsames Licht“, der 1946 in der slowakei geborenen und in Zürich lebenden Ilma Rakusa weiterging, der wie Michael Hammerschmid einleitete, in den verschiedensten Städten Prag, Odessa, Berlin und in der persischen Wüste spielt und in sieben Teilen untergegliedert ist und sehr poetisch füge ich hinzu, nicht experimentell, sondern ein angenehm sanftes Sprachbad mit sehr schönen Wendungen und dann kamen die beiden Oberösterreicher Hans Echhorn und Erwin Einzinger, die zusammen ein Langgedicht geschrieben haben, das „Herbstsonate“ heißt und in der „Edition Sommerfrische“ erschienen ist, was ein wirklich schöner Name, für einen Verlag ist, wie ich gleich anmerken möchte.

Sie haben es auch zusammen vorgelesen und dazu erwähnt, daß sie oft gar nicht mehr wüßten, welche Zeilen von wem geschrieben worden wären und, daß das Dichten sehr viel Spaß gemacht hätte.

Das Resultat war dann sehr prosaisch und gar nicht so poetisch, aber Michael Hammerschmid merkte in seiner Verabschiedung auch an, daß man sehen könne, wie unterschiedlich und vielfältig Lyrik sei.

Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag geht es weiter, an den ersten beiden Tagen in der „Alten Schmiede“, dann im „Institut für sprachkunst“, weil das auch ein paar Studenten zu Wort kommen werden und Michael Hammerschmid forderte zum Wiederkommen und auch zum Bücherkaufen und Selberlesen auf.

Aber da habe ich schon andere Programmpunkte in meinen Terminkalender vorgemerkt, die vielleicht ein wenig weniger lyrischer sind, was aber insofern nicht viel macht, da mir heute Bernd Schuchter, den neuen Lyrikband von Cornelia Travnicek „Parablüh“ geschickt hat, in dem sie sich mit Sylvia Plath beschäftigt, beziehungsweise mit ihr Monologe führt.

2017-03-20

Abstand, Identität und Nähe

Wieder einmal „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“, moderiert von Michael Hammerschmid mit drei, nein nur zwei österreichischen Autoren, denn der 1949 geborene Kärtntner Psychologe, der mir einmal zwei seiner Bücher schenkte, Ingram Hartinger, hat krankeitsbedingt abgesagt, so waren nur Marie Luise Lehner und Udo Kawasser am Programm und das Debut der 1995 geborenen Sprachkunststudentin „Fliegenpilze aus Kork“ habe ich gerade erst gelesen.

Die Besprechung wird am Mittwoch erscheinen. Um meinen Lesern die Wartezeit während ich mich in Leipzig herumtreibe, zu verkürzen, wird da einiges erscheinen und einiges ist bei „K&S“ erschienen und Michael Hammerschmid, der ja auch Marie Luise Lehners Sprachkunstlehrer ist, beziehungsweise die Studentenlesung im Jänner im Literaturhaus moderierte, leitete den Debut oder Episodenroman auch damit ein, daß er vier Protagonisten hätte.

„Hai?“, könnte da die schon Gelesenhabende fragen. Der Vater und die Tochter sind zwei und die anderen Verwandten verschwinden ja ziemlich hinter diesen Personen, aber Michael Hammerschmid zählte dann noch, glaube ich, die Poesie und die Sprache auf und erwähnte, daß es kein Entwicklungsroman, sondern ein Wenderoman wäre, ich bleibe, glaube ich bei den Episoden und die junge Frau, deren Haare inzwischen kürzer, als auf dem Foto in dem Buch sind und zu der auch einige andere Sprachkunststudentinnen und Studenten, die ihr auch versprachen, bei ihrer Lesung laut zu jubeln, kamen, las sich durch das Buch und lächelte ein paar Mal verlegen unsicher oder auch nur selbstbewußt dabei.

Und ich, das schreibe ich ja immer gerne, gehe eigentlich nicht so gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon gelesen habe, aber die „Textvorstellungen“ haben  immer mehr Vortragende und ich heute, schon, um den Rest der Woche einzuarbeiten, mehrere Stunden, zwei Befundbesprechungen und zweimal Diagnostik hatte, war auch nicht ganz sicher, ob ich es schaffen würde, mit dem Befunde schreiben fertig zu werden.

Wurde ich aber und so habe ich die Lesung zu dem Buch hautnah und ganz frisch dazu bekommen und wenn das auch eine Frage der Zeitökonomie ist, zu der ich stehe, muß ich bekennen, man lernt sehr viel, wenn man beides macht,  kann die Eindrücke vergleichen und zusammenfassen und von Udo Kawasser, der nach ihr las, habe ich nur den Namen gekannt, weil der demnächst, glaube ich, auch in der „Gesellschaft“ lesen wird oder schon gelesen hat.

Er ist ein Vorarlberger, 1969 geboren, dennoch liebt er die Lobau und scheint seine Sommer dort zu verbringen und weil das wahrscheinlich ein wenig langweilig ist, immer dort zu sitzen und ins Wasser zu schauen, hat er auch immer Aufzeichnungen gemacht und weil er dann schon sehr viele Notizen hatte, hat er aus den Sommern von 2008, 2009 und 2011 ein Buch für seine Freunde gemacht. Wahrscheinlich ein selbstgedrucktes. Aber weil seine Freunde auch Dichter sind, hat das Manuskript den Weg zum Verlag gefunden und ist bei „Sonderzahl“ erschienen.

„Unterm Faulbaum“ heißt es und es enthält die Gedanken des Autors oder Ich-Erzählers, diesmal überschneiden sich die, glaube ich, wirklich eins zu eins, obwohl Marie Luise Lehner in dem anschließenden Gespräch erwähnte, daß sie während des Schreibens an ihrem Sprachkunst-Gesellenstück in ihre Kindheitserinnerungen zurückgegangen ist, aber einen so ambivalenten Vater, wie in dem Buch geschrieben, wird sie wahrscheinlich nicht wirklich gehabt haben.

Udo Kawasser ist aber unterm Faulbaum gesessen, hat Camus, Susan Sonntag und auch einiges andere gelesen, über Gott, die Welt und das Leben philosophiert, einen nackten Wanderer mit Hut und Stock beobachtet, wie sich der über die Biber mokierte, die alles krumm und kahl fressen und ihre natürliche Feinde nämlich Bären und Wölfe herwünschte und an eine Liebe in Kuba, die er dann irgendwann auch heiratete, ist es in dem Buch auch gegangen.

Ein interessanter Kontrast zu dem Debutroman von Marie Luise Lehner, wie Michael Hammerschmid, der Sprachkunstlehrer und Textvorstellungenmoderator erwähnte und die Besucher zum Kaufen und Vergleichen aufforderte.

Das kann man auch mit Ingram Hartingers Gedichte „Dinge der Angst“ bei „Wieser“ erschienen tun, aber ich habe ja noch seine Bücher zu lesen und morgen gibt es schon wieder „Textvorstellungen“ und da ich die Diagnostik, die ich eigentlich morgen machen sollte, schon heute machte, wird es sich wahrscheinlich wieder ausgehen hinzugehen und wieder wird mich ein Buch dort erwarten, was ich schon gelesen habe, der unabhängige oder auch abhängige „Kremayr & Scheriau“ machte es möglich und so freue ich mich schon darauf.

2017-01-13

Das unnötige Rüstzeug, ZUKUMFT

Wiedermal  Studentenlesung, seit 2011 gibt es die ja im Literaturhaus, nachdem im Herbst 2009 war das, glaube ich, der erste Hochschullehrgang des Instituts der Sprachkunst gegründet wurde.

Sandra Gugic, Irmi Fuchs, Rhea Krcmarova, etcetera, wurden aufgenommen, die Namen waren damals im Internet zu finden und standen auch im Literaturhausprogramm, bei der Studentenlesung und da habe ich auch meine Kritikerin Nummer zwei YuSophie kennengelernt, die meinen Artikel im ersten Kommentar sehr lobte, sich dann aber plötzlich durch irgendetwas provoziert gefühlt hat.

Im Jahr darauf gab es noch eine Veranstaltung mit diesem Namen, dazwischen gab es auch noch das Symposium und die Lesart der Sprachkunst, danach folgten unzählige Veranstaltungen, jeweils im Jänner oder Juni meistens, halt zu Semesterende, die dann aber schon andere Namen trugen und die heutige Veranstaltung könnte man irgendwie, als Studentenlesung III bezeichnenen, haben ja Studenten des Jahrgangs 2014/2015 ihre Werke vorgestellt und neu dabei war, was ich sehr gut finde und unbedingt weiterzumachen rate, daß einer der Lehrer, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Jahrgangsbetreuer, die Veranstaltung moderierte, aber Esther Dischereit war wohl auch eine solche, die mit ihren Studenten eine Anthologie herausgegeben hat, aber dazu noch später.

Jetzt trat erst Michael Hammerschmid, sehr bekannt durch seine Lyrik Kurationen in der „Alten Schmiede“, er betreut doch glaube ich auch inzwischen die „Textvorstellungen“ und ist „Priessnitzpreisträger von 2009„, die Veranstaltung moderierte, das heißt, das Werk der Studenten, nicht so sehr ihren Lebenslauf, aber die Art ihres literarischen Schreibens, vorstellte, was mir sehr angenehm ist und ich mich noch mit Schrecken an die Studentenlesung II erinnere, wo die Leute auftraten und vergaßen ihre Namen zu sagen.

Sie haben wohl gedacht, das sei nicht nötig, weil das Publikum ohnehin zum größten Teil aus Spreachkunststudenten bestand, die sie ohnehin wissen, es ist aber eine öffentliche Veranstaltung im Literaturhausprogramm angekündigt, so daß jeder hinkommen kann, auch wenn das inzwischen außer mir nicht viele tun, was irgendwie sehr schade finde, denn es war eine sehr schöne Veranstaltung und einige der Namen kann man sich vielleicht auch merken oder wird sie noch später hören, wie ja einige von den Studenten später im MUSA lesen, weil sie ein Stipendium gewonnen haben oder sogar in Klagenfurt lesen, wie das, glaube ich, Bastian Schneider tat.

Michael Hammerschmid hat mit den Studenten auch drei Hefte herausgegeben, die den schönen Titel „Sechzehn Stunden“ tragen, wo die Studenten jeweils einen Text drinnen hatte, auf den der Moderator sich in seiner Anküdigung dann bezog.

Der Saal war sehr voll, weil es ja inzwischen mehrere Sprachkunslehrgänge gibt und die Lesung wurde auf drei Blöcke mit jeweils einer Pause, wo es etwas zum trinken gab, aufgeteilt.

Ferdinand Schmatz, der jetztige Leiter und Professor, war wie Robert Huez in seiner Eineitung betonte, auch anwesend, ich habe ihn aber nicht gesehen, nur seine Stimme gehört, weil er hinter mir gesessen ist.

Das war in den letzten Jahren auch nicht mehr so, daß die Vortragenden zu den Lesungen gekommen sind, da hatte ich eher den Eindruck als würden die Studenten die Veranstaltungen organisieren.

Begonnen hat die 1995 in Hallein geborene  Felicia Schätzer, die vier Kurzgeschichten über Eltern, weil sie, wie sie betonte ihre Eltern sehr mag las, die alle irgendwie sehr märchenhaft waren und im Publikum sehr viel Gelächter auslöste.

Dann folgte Christiane Heidrich mit sehr kurzen eindrucksvollen Textfragmenten.

Die dritte Lesende war die 1995 geborene Marie Luise Lehner, deren erster Roman, wie Michael Hammerschmid einleitete, schon im Februar erscheint, sie hat auch einen zweiten namens „Zeichensprache“ in dem es wie Michael Hammerschmid ebenfalls erwähnte um die Liebe geht, daraus las sie ein Stück, ein sehr poetischer Text wo eine Frau durch Wien geht und  ein du sucht, das sich ihr offenbar immer entzieht.

Dann kam Robin Reithmayr mit einem spannenden Text namens „Willi“, der davon handelte, daß der Protagonist einen Zoo besucht und dort den Elfanten Willi mit Bananen bewerfen, beziehungsweise mit Obst füttern will.

Nach der ersten Pause machte Gerd Sulzenbacher mit, glaube ich, Texten aus den „sechzehn Stunden“, während der 1992 in Tübingen Luca Mario Kieser unterstützt von Nastasja  Penzar das Ende eines Monologs vortrug, wo ein Schauspieler auf einer Treppe steht, nach einem Schlüßel sucht, aber auch das Haus des Nikolaus zu zeichnen versucht.

Dann  folgte Timo Brandt, den ich, glaube ich schon bei mehreren Sprachkunstveranstaltungen gesehen habe, der auch die „Jenny“ herausgibt und laut Michael Hammerschmid auch schon in mehreren Literaturzeitschriften publizierte mit sehr starken Eindrucksvollen Gedichten.

Nach der zweiten Pause las zuerst Anna-Sophie Fritz eine Mischung aus ihren im letzten Jahr entstandenen Werken, dann kam, die schon erwähnte, in Berlin geborene Nastasja Penzar, die ebenfalls ein Kapitel  aus einen Roman vortrug,  der „Navidad“ heißen wird und ebenfalls sehr poetisch zu sein scheint.

Der letzte war  der 1986 in Tulln geborene Patrick Wolf, der, glaube ich, schon seit 2012 Sprachkunst studiert und daher im Literaturhausprogramm nicht enthalten war, den ich aber schon kannte, weil er öfter Christl Fallenstein zu Veranstaltungen begleitet  und einen Text aus einem Projekt gelesen hat, das mit Esther Dischereit entstanden ist, da sind die Studenten nämlich in ein Dorf in die ehemalige DDR gefahren und haben die Bewohner interviewt.

Patrick Wolf tat das mit Marliese Smoliski, die 1930 geboren wurde und ihr Leben sehr genossen hat, obwohl sie höchstwahrscheinlich nicht sehr viel davon hatte, aus den Interviews ist ein Buch entstanden, das im „Mitteldeutschen Verlag“ erschienen ist und das, wie Patrik Wolf mir erzählte, in Leipzig im Rahmen von „Leipzig liest“ vorgestellt wird.

Ich werde „Havel, Hunde, Katzen, Tulpen – Garz erzählt“, auch bald lesen, vorher aber die Biografie von Hans Fallada, die mir der „Aufbau-Verlag“ heute geschickt hat und habe vom Jahrgang 2014/2015 wieder einen starken Eindruck nach Hause mitgenommen und bin jetzt sehr gespannt von welchen Autoren ich noch etwas hören werde.

Michael Hammerschmid sagte noch, was auch sehr interessant ist, daß das ein sehr starker Jahrgang mit schon sehr eigenständigen Stimmen sei, den die Verlage höchstwahrscheinlich nicht auf das gewünschte Durchschnittsmaß brechen werden könne, mal sehen, ich bin sehr gespannt.

2015-05-27

Vom Abschied zum Vertuschen

Jetzt gehts weiter mit der „Alten Schmiede“, wo heute wieder „Textvorstellungen“ waren und zwar die ersten, die von Michael Hammerschmid, dem neuen Moderator, geleitet wurden, die ich hörte und der stellte zum Thema „Nähe, Distanz und Geheimnis“, wie es am Programmzettel steht, einen  bekannten und einen mir unbekannten Autor vor.

Der Bekannte ist der 1960 geborene Oberösterreicher, Rudolf Habringer, mit dem ich 2007 bei den „Textvorstellungen“ noch im Parterresaal gelesen habe, das Thema war, glaube ich, „Radio“ und ich stellte meinen „Wiener Stadtroman“ vor, von Rudi Habringer, der inzwischen bei „Picus“ verlegt, aber schon bei „Styria“ bzw. diesem oberösterreichischen Verlag war, von dem mir einmal Frau Führer ein paar Bücher schickte, habe ich auch schon einiges im Bücherschrank gefunden und ihm einmal, glaube ich, zum Thema Island im Literaturhaus gehört, er war auch Linzer Stadtschreiber, gemeinsam mit dem lieben Rudi Lasselsberger und Andreas Renoldner, die beide zu der Lesung gekommen waren, sonst war nicht so besonders viel Publikum da und Klaus Ratschiller, der mich freundlich grüßte, habe ich nicht gekannt.

Andreas Renoldner klärte mich auf, daß er eine Sendung bei FM4 hat bzw. bei diesem Literaturpreis mitmacht oder beschäftigt ist, was mein Unwissen ein bißchen erklärt, denn FM4 höre ich ja nicht.

Der 1959 in Klagenfurt geborene Autor, stellte jedenfalls seinen 2012 bei „Atelier“ erschienenen Roman „An deiner Stelle“ vor und Michael Hammerschmied, der seine Einleitungen, wie auch Angelika Reitzer sehr gründlich macht, erklärte am Anfang, die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Bücher und er hatte für jeden Autor auch ein Thema.

Bei Klaus Ratschiller war es „Abschied und Aufbruch“ und sein Roman scheint brüchige oder prekäre Verhältnisse zu schildern, handelt es sich doch bei seinem Protagonisten um einen, der davon lebt Diplomarbeiten anderer zu schreiben, dann dringt er in die Wohnung seiner Nachbarin Agnes ein und bespielt für sie Tonbänder in dem seine Geschichte erzählt und die Stellen, die Klaus Ratschiller las bezogen sich auch auf das Diplomarbeiten schreiben, einer von Jakobs Kunden war einer, der von seinem Vater in ein Jusstudium gedrängt wurde, das ihn nicht interessierte, als der Vater starb begann er auf Wunsch seiner musischen Mutter ein Germanistikstudium in Auftrag und will von Jakob nun um neunzig- oder siebzigtausend Schilling eine Diolomarbeit über „Vögel im Wald in der Literatur“.

Dazu gab es ein paar Zitate und Beispiele und Rudi Habringers Roman „Was wir ahnen“, von dem ich schon im Vorjahr bei „Rund um die Burg“ ein Stückchen hörte, scheint ein Krimi oder Nichtkrimi zu sein, hat ein großes Personeninventar, zwei Frauen sind aber die Hauptpersonen, eine Psychotherapeutin deren Mann ermordet wird und eine andere, die seine Liebhaberin war, die hat auch ein Kuckuckskind, Polizeibeamten spielen dabei eine Rolle und drei Länder bzw. Städte nämlich Linz, Regensburg und Krumau und Rudi Habringer erklärte in der Diskussion  auch einiges wie er den Roman konzipierte und welche verschiedenen Erzählstimmen es dabei gibt und die Schlagwörter, die Michael Hammerschmid zu diesem Roman fand, waren „Untreue und Vertuschen.

Ein interessanter Abend mit zwei realistischen Autoren, moderiert von einem Lyriker, der, wie Angelika Reitzer einiges für die „Alte Schmiede“ moderiert.

So hat er, glaube ich, im Vorjahr das Lyrikfestival Poliversale kuratiert und Anfang Juli gibt es „Dichterloh-13 poetische Entzündungen“, heute war aber die Prosa daran und die, das kann ich gleich verraten, war sehr interessant

2015-03-23

Unerleuchtet in die Kolik-Lounge

Montag wieder ein Doppelprogramm, nämlich „Stunde der literarischen Erleuchtung“ in der „Alten Schmiede“ mit Peter Henisch und seiner Frau Eva Schober, die Albert Drach als „Gedächtnismoment in der Literatur“ vorstellten sollten und das sagte ich so auch Klaus Khittl am letzten Donnerstag, als ich ihn in der Otto Bauer Gasse traf, als ich am Weg vom klinischen Mittag in meiner Praxis war.

„Ich nehme an, da werden wir uns treffen!“, habe ich gesagt und schon umdisponiert, nämlich nicht um acht zur Präsentation des neuen Wolfgang Hermann Buchs, sondern stattdessen wieder in die „Kolik Lounge“, wo Harald Darer, Michael Hammerschmid und Linda Stift lesen sollten, dann bin ich um dreiviertel sechs vor der „Alten Schmide“ gestanden und habe den Zettel gelesen, daß die Veranstaltung ausfällt.

Bei Paul Nizon ist mir das auch schon einmal passiert, da bin ich nach Hause gegangen, aber was sollte ich jetzt mit der gewonnenen Stunde tun?

Zuerst dachte ich, ich gehe nach Hause und dann von dort in die Porzellangasse, dann bin ich ein Stück in Richtung des Heiligenkreuzerhofs marschiert, habe aber wieder kehrt gemacht und gedacht, wenn Klaus Khnittl kommen sollte, könnte ich mit ihm ein Glas Wein oder eine Tasse Kaffee trinken gehen.

Er kam aber nicht und auch nicht sehr viele andere Leute, die in die „Alte Schmiede“ wollten, vielleicht schauen die alle, wie mir Christel Fallenstein später sagte, vorsorglich im Internet nach, ob die Veranstaltung stattfinden wird und so bin ich schneckenlangsam in Richtung Porzellangasse marschiert.

Das heißt beim „Kuppitsch“ Halt gemacht, in den kleinen fast leeren offenen Bücherschrank dort geschaut und selber ein Doppelexemplar abgegeben, dann die Bücherkisten beim Kuppitsch durchwühlt und mir einen Thomas Melle um einen Euro gekauft.

Da war es noch nicht einmal sieben und als ich die Berggasse 19 erreichte, hatte im Sigmund Freud Museum gerade die Vorführung eines „film noirs“ mit Hedy Lamar angefangen.

Eine gute Idee mich hineinzusetzen und mir wenigstens die Einleitung anzuhören.

Bevor der Film begonnen hat, bin ich gegangen, habe noch eine Runde gedreht und dann habe ich im Nachbarhaus des Schauspielhauses einen guten Platz gefunden, meine Literaturgeflüsterkarten aufgelegt, mich mit Christel Fallenstein, die wegen MichaelHammerschmid gekommen ist, unterhalten und als Linda Stift ein Stück aus ihrem neuen Roman gelesen hat, ein Deja vue Erlebnis gehabt.

Denn die Stelle von der Großmutter, die mit Mäusen in ihrer Haarpracht erwacht, habe ich schon einmal gehört und interessant, daß das der nächste Stift Roman werden wird.

Vor Jahren war ich einmal beim „Kolik Slam“ in der Gesellschaft für Literatur und habe eine Stelle aus dem damals unveröffentlichten Roman „Kein einziger Tag“ gehört, wo die Zwillinge noch ganz anders geheißen haben, interessant, interessant.

Dann kam der Priessnitzpreisträger von 2009 Michael Hammerschmid und las aus seinem „Klever-Bändchen“ „Nester“, Kinder und Einschlafgedichte und wieder war es sehr interessant, einen Reinhard Piressnitz-Preisträger reimen zu hören. Man erlebt eben immer seine Überraschungen.

Harald Darer, der als dritter liest, hat mich  bei meinem ersten Besuch in der Kolik-Lounge vor zwei Jahren angesprochen, dazwischen war er auf der „Alpha Shortlist“ und hat mit seinem ersten  bei „Picus“ erschienen Roman nicht gewonnen, denn da war Marjana Gapaneko dran, die bei ihrem zweiten Versuch gewonnen hat, vielleicht wird er heuer mit seinem zweiten Roman „Herzkörper“ gewinnen. Das weiß ich natürlich nicht, wäre aber interessant und den Roman werde ich inzwischen lesen, weil er schon auf meiner Leseliste steht.

Gustav Ernst hat auch einen neuen Roman, bei „Haymon“ erschienen, da bin ich aber aus irgendeinen mir nicht einsichtbaren Grund aus der Rezensentenliste geflogen, vielleicht wegen meiner vielen Rechtschreibfehler, oder aus anderen mir nicht bekannten Gründen.

Gustav Ernst wird aber in der „Alten Schmiede“ am 22. und 23. April ein „Literarisches Portrait“ haben, zumindest am 22. April werde ich hingehen können, am Tag des Buches lese ichselber am „Reumannhof“ und vielleicht kommt das Buch inzwischen auch zu mir, ich habe Gustav Ernst jedenfalls darauf angesprochen.

Danach wieder Wein oder Wasser und Gespräche, ich habe mich ein bißchen mit dem Leiter der „Schule für Dichtung“ unterhalten, den ich prompt wieder verwechselt habe, als er mir erzählte, daß er am Donnerstag im Literaturhaus aufgelegt hat, aber da war ich ja schon fort, denn ich interessiere mich  mehr für Literatur als für Musik und jetzt wird es noch im April, wie Gustav Ernst einleitete, eine Lolik-Lounge und danach einen neuen Leiter des Schauspielhauses geben, wo noch nicht so klar ist, ob die Reihe von Autoren, die in den „Kolik Heften“ puliziert haben, weitergehen wird.

Was  sehr schade wäre, weil wieder einige junge Talente bzw. Absolventen der Leondinger Akademie gekommen waren, dazu Friedrich Hahn, Karin Petscha und die letzte „Exil Preisträgerin“, lauter Leute, deren Texte dem Geschmack der „Kolik Herausgeber“ entsprechen, was ich von mir leider nicht behaupten kann, habe ich ja nur einmal, vor langer langer Zeit, als ich gerade in die GAV aufgenommen wurde, einen Text im „Wespennest“ gehabt, als noch Josef Haslinger und Gustav Ernst dort tätig waren, in der „Kolik“ aber nie und jetzt sende ich meine Texte nicht mehr aus, sondern begnüge mich mit dem Bloggen und dem Selberpulizieren und drei neue „Koliken“ habe ich mir auch nach Hause mitgebrcht.

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