Literaturgefluester

2020-11-07

Fremdes Licht

Buch fünf des österreichischen Buchpreises, der ja am Montag vergeben beziehungsweise, wie bei Leipzig bekanntgegeben wird, derFestakt, um den ich mich ja immer gerissen habe, entfällt aber wegen des Lockdowns, mit Maske wäre ich aber ohnehin nicht hingegangen,macht also nichts, aber auch kein Livestream und jetzt kann raten und spekulieren oder gleich bemerken Michael Stavaric bekommt ihn nicht, weil nichtauf der Shortlist.

Es war für mich aber ganz spannend, mich in den Stil des 1972 in Brünn geborenen, der seit 1977 in Österreich lebt und den ich schon öfter bei Lesungen erlebt habe, einzulesen.

Gelesen habe ich noch nichts von ihm, so war seit Stil für mich ein Erlebnis. Ich kann aber etwaigen Kritikern gleich verraten ich habe mich schwer damit getan, mit Sicherheit auch nicht alles verstanden, dazu hätte ich mir wahrscheinlich, die zwei drei Jahre Zeit nehmen müssen, die Stavaric wohl zu Schreiben gebraucht hat und ich glaube mich an eine „Alte Schmiede-Lesung“ zu erinnern oder an einen Text, der mit Arno Schmidt zu tun hat. Der Stil würde aber fast an „Kaff mare crisium“ erinnern.

Nein, so schlimm ist es nicht und ich hatte auch Schützenhilfe, denn vor einem Jahr in der „Gesellschaft“ eine Stavaric-Portrait erlebt, wo das Buch auch erwähnt wurde. Im Frühling gab es dann die Corona-Lesungen. Da war Stavaric dabei und im Sommer war er noch einmal mit seinem Buch in der „Gesellschaft“, erklärte einiges dazu im Gespräch mit Manfred Müller und der Eindruck verdichtete sich, sehr kompliziert.

Denn Stavaric ist kein Plotautor, der mir ja irgendwie sehr wichtig ist. Nein, hat er erklärt. Er geht von einer Idee aus. Hier war es, glaube ich, das Licht oder der Schnee und die Kälte und dann hat er, wie Manfred Müller erklärte, zweihundert Seiten lang das Nichts beschrieben.

Das liest sich natürlich schwer und wenn man fragt, welches Genre ist es nun? Geht man und da würde Stavaric jetzt wahrscheinlich lächeln, auch in die Irre.

Ein Scicene Fiction oder dystopischer Roman, da ich ja glaube seit einem dreiviertel Jahr in einem solchen zu leben und ihn auch noch gern beschreiben möchte und nicht recht weiß, wie, da es sich ja doch, um die Wirklichkeit handelt, war es ja sehr spannend sich auf einmal im Weltall zu befinden oder in Grönland bei den Innuits und, um das geht es da eigentlich?

Im ersten Teil, um eine Genforscherin, die einen Großvater in Grönland hatte, aber in der Schweiz, in Winterthur forschte und wir befinden uns, glaube ich, um einige hundert Jahre in der Zukunft und Elaine, so heißt, die Forscherin in einem Raumfschiff. Denn die Welt ist untergangen. Sie ist die einzige Überlebende oder doch nicht so ganz, denn eine Schwester gibt es auch. Sie erwacht jedenfalls im Eis, beginnt sich an ihre Kndheit, ihren Vater und ihren Großvater zu erinnern. Die Mutter ist gestorben und einen Dallas gibt es auch. Der war der Kapitän jenes Raumschiffes, mit dem man dem Weltuntergang entfliehen wollte. Es gab darin aber auch Kapseln, wo man Menschen einfror, um sie später wieder zum Leben zu erwecken. Allerdings war das Schiff mit so vielen Flüchtenden erfüllt, daß das nich thinaute. Elaine hat auch eine Maschine mit dem sie neues Leben erschaffen kann. Manfred Müller sprach Stavaric diesbezüglich auf Kafka an und ich muß gestehen ich habe die diesbezügliche Assoziation nicht bemerkt. Sie irrt jedenfalls im Eis herum, befindet sich dann plötzlich in winthertur oder dort, wo das mal war, versucht neuesLeben zu kreieren und begegnet einem Eisbären, der sich schließlich, als ihr Freund Dallas entpuppt.

Der zweite Teil „Grönland und die weiße Stadt“, ist viel einfacher zu lesen, obwohl es auch hier Tabellen und Worte in der Innuit-Schrift gibt, die manfred <müller auch als Stavarics Spezialität erwähnte.

Da geht es zu Fridtjof Nansen der ja Ende des Neunzehntenjahrhundert nach Grönland kam und dort weil sie seiner Frau Elaine so ähnlich sah, mit dem Innuit-Mädchen Uki Bekanntschaft machte. Dann wird es etwas phantastischer oder auch naiver. Sie, die ihn Vogelmann nennt, weil er Spielautomaten in Vogelform an die Kinder verschenkt und ihr ein Vogelbuch, lernt für ihn bei den Schamanen Englisch und Französisch und begleitet ihn dann nach New York denn sie will zur Weltausstellung nach Chicago, um die weiße Stadt, offensichtlich so genannt, weil in viele Glühbirnen und Elektrizität getaucht, zu besuchen. Nansen schickt sie mit einem Begleiter, der auch ihre Sprach schickt, dorthin. Sie sind auch einen Tag auf der Weltausstellung und bestaunen alles, dann übernachten sie in dem berühmten Hotel von H.H. Holmes oder Jack the Ripper, Stavaric hat also auch reale Eregnisse in seinen Roman verwendet und kommen nicht zur vereinbarten Zeit nach New York zurück, um wieder die Fahrt nach Grönland anzutreten. Sind sie doch dem Serienmörder zum Opfer gefallen und Uki wäre beinahe in seinem Folterkeller erfroren. Sie wird aber gerettet, kommt nach Grönland zurück und wird dort Schamanin. Da gibt es dann auch die Verbindung zum ersten Teil. Denn der Großvater hat Elaine ja viel von Uki erzählt und so endet auch das Buch von dem am Rücken steht „Wenn die Reise in die Zukunft zu einem Blick in die Vergangenheit wird“ und der „Stern“ hat geschrieben „Michael Stavarics Bücher muß man kaufen“.

Man kann sie ja auch in den Bücherschränken finden. Ich habe meines vom Verlag bekommen und geht man zu „Amazon“ findet man auch „Ein Stern- Rezensionen“.

So weit würde ich nicht gehen, kann aber schreiben, daß mich Stavarics Stil vielleicht nicht so sehr erwärmen konnte, aber trotzdem ein interessantes Buch gelesen habe.

2019-09-16

Ein Michael Stavaric Portrait

Die Reihe „Werk-Gänge“, wo Brigitte Schwens-Harrant immer je durch ein Werk eines Autors, einer Autorin führt, gibt es, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erwähnte, seit 2015 nun schon das sechzehnte Mal.

Da war ich, glaube ich, nur bei einer, wo es um Michael Prinz ging und ansonsten war ich über die Werkpräsentation des 1972 in Brünn geborenen Übersetzers und Autors, der mit sieben Jahren nach Österreich kam und hier zuerst als Sekreät von Jirsi Grusa später als Autor und Übersätzer tätig war, sehr erstaunt. Denn ich habe gedacht ihn kenne ihn eigentlich recht gut.

Bei der Präsentation von „Stillborn“, 2006 erschienen war ich, glaube ich, im Literaturhaus und bei der von „Brenntage“, in der AS war ich, glaube ich, einmal bei den Textvorstellungen mit Angelika Reitzer und bei der Präsentation über die „Gute Literatur“, und bei der von Marlen Schachingers „Anthologie“ in der Hauptbücherei.

Im „Standard“ habe ich einmal einen Artikel, sowie einer seiner Übersetzungen gelesen. Das er Kinderbüchet schreibt, wußte ich auch, aber  in der letzten Zeit habe ich nicht so viel von ihm gehört und war daher erstaunt über die präsentierten Bücher, „Stillborn“ und „Brenntage“ habe ich schon erwähnt.

„Gotland“ 2017 erschienen, ist offenbar an mir vorbei gegangen, obwohl ich mich ja sehr für Literatur interessiere und regelmäßig in die Veranstaltung der „AS“, des Literaturhauses und der „Gesellschaft“ gehe. Auf den Buchpreislisten sind die Bücher  nicht gestanden und bei „Stillborn“ das als Erstes vorgestellt wurde, bin ich daraufgekommen, daß ich vom Inhalt nicht viel mußte. Es geht aber um eine Elisa Frankenstein, eine Maklerin, die Feuer legt, um sich zu spüren.

Brigitte Schwens-Harrant, die Literaturkritikerin und Feuilletonchefin, der „Furche“, erwähnte Michael Stavaric als Vielschreiber und erkundigte sich wer „Stillborn“ auf Tschechisch übersetzt hat.

Radka Denemarkova, die ich ja auch schon mal in der „AS“ hörte, ist das gewesen, denn Michael Stavaric übersetzt nicht mehr und sie hat das sehr freizügig getan und so zum Beispiel, die Handlung von Wien nach Prag verlegt.

Etwas, was ich, die ich ja viel von Werktreue halte, nicht verstehe und auch nicht mag und das zweite Buch „Brenntage“ handelt auch vom Feuerlegen und von einem Protagonisten, der eigentlich der Enge des Tales entkommen will, das aber nicht schafft.

Hier hätte das Buch eigentlich „Niemandsland“ heißen sollen, aber die Verlage suchen ja meistens die Titel aus und das dritte Beispiel stammt von 2017, wo ich  schon lange intensiv bloggte heißt „Gotland“ und handelt von einem, der in Gotland seitlang einen großen Roman schreiben will und schließlich in der Psychiatrie landet. Hier hat sich Michael Stavaric in dritten Teil des Buches „Das Gutachten“, sehr viel Mühe gegeben, ein solches zu verfassen und ein demächst erscheinendes Kinderbuch „Menschenscheuche“, wo es um einen Raben geht, der eine solche bastelt, wurde auch noch vorgestellt.

Jetzt schreibt Michael Stavaric wieder ein Buch für Erwachsene, das im Frühling erscheinen soll und ich bin gespannt, ob ich etwas davon hören werde und, ob es auf eine der Buchpreislisten schaffen wird?

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