Literaturgefluester

2017-07-21

Christopher Just und Franzobel bei den O-Tönen

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Christopher Just

Christopher Just

Mit dem bei der letzten „Buch-Wien“ gewonnenen „Edelsteingarten“ von Susanne Ayoub bin ich am Donnerstag um sechs ins Museumsquartier gegangen.

Die Kinder der Veranstalter haben diesmal die Goodie-Sackerln verteilt in dem es schon die Ankündigungen zur nächsten Buch-Wien im November zu finden  waren und Debutant des Abend war  der mir bisher unbekannte Christopher Just, offenbar ein Musiker und Kultstar der Technoszene der jetzt bei „Milena“, dem Verlag der einst nur Frauen verlegte und von dem ich  kürzlich zwei  Krimis gelesen hatbe, einen fünfhundert Seiten langen Roman, namens der „Modddetektiv“ herausgegeben hat.

Daniela Strigl leitete wieder ein und Anfangs war der Autor nicht sehr gut zu verstehen, was ein oder  warum   August Johnny Sandemann ein Moddetektiv ist, habe ich so nicht ganz mitbekommen. Er scheint aber eine große Schnauze zu haben und einen trashigen Anzug zu tragen und auf diese Art und Weise ein genauso wortgewandgtes Mädchen namens Birigt zu treffen.

Diese Stelle hat der Autor vorgetragen, dann kam Sebastian Fasthuber auf die Bühne, der übrigens im „Falter“ eine Rezension zum „Modetektiv“ geschrieben hat und stellte Franzobel und dessen „Floss der Medusa“ vor, ein Buch von dem ich wieder annehme, daß es auf einer oder allen zwei der „Buchpreislisten“ stehen wird und aus dem Franzobel schon vor einem guten Jahr in der „Alten Schmiede“ gelesen hat, als das Buch noch nich erschienen war.

Damals hat Franzobel sehr viele Unterlagen, Bilder Fotografien dazu gezeigt, jetzt erwähnte der Moderator, daß Franzobel sehr lange, nämlich drei Jahre an dem Buch geschrieben hat, das eigentlich schon 2016 erscheinen sollte, da die „Medusa“ ja vor zweihundert Jahren, nämlch 1816 gestrandet ist.

Publikum

Publikum

Franzobel

Franzobel

Es gibt schon Bücher von Julian Barnes, ein Buch, das ich übrigens auf meinen Stapel habe und Peter Weiss zu diesem Thema und Franzobel las sich launig durch das Buch und erzählte etwas vom Untergang der „Medusa und den hundertfünfzig Menschen, die dann auf das Floß verladen wurden, von denen nur fünzehn überlebten indem sie sich vom Fleisch der anderen ernährten und ihren Urin tranken und darob zum Teil auch wahnsinnig wurden.

Während Franzobel las, kam ein Sturm über das Museumsquartier, so war die Lesung nach dem Gespräch mit Sebastian Fasthuber dann auch beendet, bei dem Franzobel noch ein bißchen etwas zu seiner Lust an der Sprachaktobatik und am Fabulieren erzählte, während Sebastian Fasthuber meint, daß das ein eher konventionell erzählter Roman sei, der aber, wenn man Abenteuergeschichten mag, sicherlich ganhz spannend ist.

2017-07-13

O-Töne zu Krieg, Flucht, Trauma und Übersetzung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Die heurigen Sommerdonnerstage habe ich ja dem Literaturfestival „O-Töne“ gewidmet und damit ich einen guten PLatz bekomme, was mir im Vorjahr nicht immer gelungen ist,  habe ich vor, wenn möglich schon um sechs hinzugehen und mir die Zeit bis zu Beginn, was ja auch sehr passend ist mit Lesen zu vertreiben.

Vorige Woche war es Barbi Markovic „Superheldinnen“, diesmal „Louise Erdichs „Schattenfangen“, Ende August kommt dann wahrscheinlich schon ein Buchpreisbuch dazu und diesmal habe ich auch nur eine Stunde gelesen und mich in der zweiten mit Christa U. unterhalten, mit der ich in die Hauptschule gegangen bin und die ich regelmäßig bei Festivals und Veranstaltungen treffe.

Die „O-Töne“ passen diesmal zu den Themen „Krieg, Flucht, Trauma und übersetzen, beziehungsweise Dolmetsch, leitete dann Daniela Strigl ein, die wieder moderierte und stellte sodann Mascha Dabic mit ihrem Debut „Reibungsverluste“ vor, von dem ich, glaube ich, schon etwas gehört oder gelesen habe.

Es geht jedenfalls um eine Übersetzerin, die bei einer Therapeutin dometscht, also ein mir gar nicht so unbekanntes Thema, eitlang Asylwerberdiagnostik mit Dolmetscherunterstützung gemacht.

Die Klientin von der Stelle, die die junge Autorin vorgelesen hat, war auch eine Tschetschenin mit einem Baby, eine Zweitfrau und die Therapeutin mußte der Dolmetscherin erklären, warum das Schweigen in einer Therapie wichtig ist.

Dann kam, mir bestens bekannt Anna Kim mit ihrem Roman „Die große Heimkehr“, von dem ich mir vorstellen kann, daß er auf der einen oder der anderen Buchpreisliste stehen wird und der handelt diesmal von Anna Kims Wurzeln, beziehungsweise dem Koreakrieg.

Wieder wurden zwei Stellen vorgetragen und dazwischen gab es ein Iinterview, wo Daniela Strigl, die Autorin zu ihrem Buch befragte.

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

In der Ersten sucht eine Deutsch–Koreanerin, die mit vier Jahren adoptiert wurde, einen alten Archivar auf, dem sie einen Brief aus dem Englischen übersetzt. Sie ist nach Korea gekommen, um ihre Eltern zu suchen und gerät dabei offenbar in die Geschichte hinein und so spielt die zweite Stell auch in den Fünfzigerjahren und da wird viel vom Koreakrieg erzählt.

Interessant, interessant und ich bin jetzt gespannt, ob das Buch demnächst lesen werde.

„Die Bilderspur“, Anna Kims erstes Buch und einen  bei „Residenz“ erschienenen „Essay-Band“ habe ich gelesen, dazwischen war ich bei einigen ihrer Lesungen  und nochmals interessant, das nächste Buch das ich lesen werde, wird eines von Sabine Gruber sein, aber nicht, das was sie im Vorjahr bei den „O-Tönen“ vorstellte und mit dem sie auch auf der öst-List stand, sondern „Stillbach  oder die Sehnsucht“, das ich mir, glaube ich, vor ein paar Jhren bei einem „Morawa-Flohmarkt“ kaufte.

2017-07-07

Die vierzehnten O-Töne

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 02:41
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20170706-201007

Christian Strasser

Die O-Töne, das Literaturfest im Museumsquartier, das es jetzt schon seit vierzehn Jahren gibt, ist ja bisher immer ein bißchen an mir vorbeigegangen, ist die Veranstaltung doch jeden Donnerstag im Juli und im August und da war ich  in den letzten Sommern in Harland auf der Sommerfrische und bin höchstens dort gewesen, wenn der Alfred einmal mit dem Karli auf Urlaub war.

Aber jetzt ist ja der Alfred auf Altersteilzeit und da gibt es nur mehr Sommerfrischenwochenende und so habe ich mir das Literaturfestival schon im vorigen Jahr ziemlich gegeben, was sehr gut war, weil ich da so ziemlich genau wissen konnte, das da auf der österreichischen Buchpreisliste stehen wird.

Und so habe ich mir auch die diesjährige  Eröffnung gegeben und bin sogar schon um sechs im Museumsquartier gewesen, weil ich nach der Sommerakademie nicht extra nach Hause gehen wollte.

Das ist gut, um einen Platz zu bekommen, denn da sind die Sitzreihen, die erst später von den Veranstaltern reserviert werden, meistens noch leer, obwohl ich die Veranstaltung vom Programm her eigentlich auch auslassen hätte können.

Da ich sowohl Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ und Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“ schon gelesen habe und ich gehe ja nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon kenne, obwohl ich hätte was versäumt, denn die Eröffnungen sind ja immer sehr festlich.

Christoph Möderndorfer

Christoph Möderndorfer

20170706-201647

Gabriela Hegedüs

Da kommt zuerst der MQ-Direktor und hält eine Grundsatzrede zur Literatr, betont, daß Lesen schön und wichtig ist und da ich die gestrigen Bachmannpreiseröffnung ohnehin versäumt habe, war da etwas nachzuholen und dann beginnen die O Töne ja meistens mit einem Konzert, das diesmal die Singer Songwriterin Violetta Parsini gestaltet hat, der ich schon bei den Proben ein wenig zuhören konnte. Sie sang von den Fahrradunfällen, die ihr Leben sehr verändert haben und dann kam wieder Daniela Strigl und stellte Birgit Birnbacher vor, die ein Stück von dem jungen Mann gelesen hat, der für seinen Bewährungshelfer die Beweggründe aufsprechen muß, wieso er in einem Hasenkostüm eine Tankstelle überfallen hat und interessant Daniela Strigl stellte das Buch, auf dem ja Roman steht, als Erzählband vor, der kunstvoll miteinander verflochten ist.

Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ ist dann ein richtiger Erzählband, da gab es eine längere Stelle aus der Geschichte, wo sich die junge >Mutter Sorgen um ihre Tochter und die Ausgrenzung eines ausländischen Kindes aus ihrer Schulklasse macht.

Dann gab es ein Interview mit der Autorin zu ihrer Art des Schreibens und dann kamen noch zwei Textbeispiele, eines aus der Geschichte, wo der alte Mann seine demente Frau auf eine Leiter zwingt und dann noch die, wo ein Paar mit seinem Kind nach Italien auf Urlaub fährt.

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Violetta Parisini

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Daniela Strigl

Die Rolle der Tiere in  die Geschichten, die ja nicht immer gleich zu erkennen sind, wurden wieder diskutiert und dann rief die Veranstalterin schon zum Wiederkommen nächste Woche auf und das habe ich ja vor mir, die O-Töne diesmal ganz zu geben und interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, daß ich das „Streichelinstitut“ bei dessen Präsentation ich ja vor Jahren bei den Boulebahnen einmal war, inzwischen im Schrank gefunden habe und während ich auf den Beginn gewartet habe, habe ich Barbi Markovics „Superheldinnen“ gelesen und die liest ja heuer in Klagenfurt.

Das Buch inst im „Residenz-Verlag“ erschienen und dort hat ja Petra Eckhart, die jetzt das Programm organisiert einmal die Presse betreut.

Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher

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Eva Menasse

2017-06-14

Von der öffentlichen Kunst in und um die U-Bahn

Das letzte Mal öffentliches Kunst erschreiben mit der Ruth, fünfmal habe wirdas in den letzten Wochen nun schon gemacht und haben das Texterfassen vorläufig abgeschlossen.

Das Projekt ist bei der GAV eingereicht, wird bei der GV besprochen. Dann werden wir weitersehen und für mich war es sehr interessant, passte es doch vollkommen zu meiner WienErforschung und ich habeviel gesehen über die alte und die neue, die politische und die abstrakte Kunst im öffentlichen Raum.

Über fünfzehn Projekte haben wir geschrieben, auf dem Folder der im Museumsquartier und im Rathaus aufliegt, gibt es, glaube ich, fünfzig Objekte und dann natürlich noch viele andere und ein außertourliches haben wir auch heute, wo wir sehr fleißig waren, auch noch erforscht.

Begonnen haben wir am Karlsplatz, vor dem Teil, neben dem in den letzten Jahren ja immer das Filmfestival „Kino unter Sternen“ stattfand, daß es heuer, wie ich hörte, nicht mehr gibt. Aber da gibt es die „Hill Arches“ von Henry Moore, die der britische Künstler der Stadt Wien schenkte, als der Karlsplatz in den Neunzehnsiebziger Jahren neu gestaltet wurde.

Zwei ineinander verschlugene Figuren vor oder in dem Teich und davor ließen sich die Touristen, die es um zehn Uhr morgend schon gab, fotografieren und spielte einer, der sich aus welchen Gründen auch immer ein en Pferdekopf aufgesetzt hat, auf der Ziehharmonika.

Dann ging es zur U-Bahn hinunter und da hat Peter Kogler in der Station Karlsplatz seine Röhren angebracht, die er von der Station kommend, über die ganze obere Halle zog. Dicke und dünnere schwarze Röhren auf weißen Hintergrund, um damit die Grenzen der Architektur aufzuzeigen und die Touristengruppen, sowie die Politzisten ziehen daran vorüber und bekommen von dem 2011 gestalteten Kunstwerk vielleicht gar nicht soviel mit.

Dann ging es hoch hinaus mit dem Blick auf das Haus am Getreidemarekt 17, Ecke Mariahilferstraße, denn da steht auf dem Sims zwischen vierten Stock und neuerbauten Dachgeschoß ein Mann im schwarzen Anzug, Chaplin-Hut und Aktentasche und macht was?

Will er hinunterspringen und wenn ja werden es die Passanten überhaupt mitbekommen oder nur in dieU-Bahn Station hinuntergehen die es zwischen Mariahilferstraße und Museumsquartier gibt und da gibt es auch ein Kunstwerk zu bewundern, nämlich das, das nicht am Plan zu sehen ist, das aber die Wiener Linien offenbar gestalten ließen, um ihre Kunden auf das naheliegende Museumsquartier hinzuweisen und so haben sie einen Künstler beauftragt, der auf den beiden Bahnsteigen insgesamt achtzehn große Bleistiftzeichnungen anbrachte, die auf die Verletzlichkeit des Lebens hinweisen.

Beim Aufgang gibt es noch ein besonderes Relief und oben  drei  Figuren.

Interessant, interessant, auf einer sind wir gesessen und haben geschrieben undsind danach ins Museumsquartier gegangen, wo mich die Ruth, um den Abschluß des Projektes zu feiern zum Essen eingeladen hat.

Hühnespieße mit Cous Cous, beziehungsweise Blunzengröstl und dann gab es noch einen Scheiterhaufen mit Rhabarba und Erdbeeeis. Sehr fein.

Dann konnte ich noch ein wenig für die nächsten drei Tage einkaufen, wo ich mich vermehrt meinem anderen Schreibprojekt widmen will und bin danach ins den Centrope Workshop gegangen, den es  noch bis Ende Juni geben wird.

Da konnte ich Stephan Teichgräber schon das Klemperer-Buch zeigen, das ich heute bekommen habe und da haben wir uns vermehrt den Motiven bei Ilija Trojanow, Michal Horetzky und Irena Douskova gewidmet.

Ein sehr interessanter Tag also, der mit der öffentlichen Kunst begonnen hat und mit der literarischen Analyse weiterging, während ich den Abend in meinem Garten verbringe, den Rasen gieße und meine vier Spontantexte aufschreiben werde.

2017-01-20

Games und Literatur

Im Dezember bin ich ja das erste Mal zu einem Pub` n`Pub`gegangen, wo Büchermenschen bei einem Bier über das Lesen sprechen, das heißt jetzt anders, nämlich „Buch und Kommunikation“  BuK, was mich immer an das „Bundesministerium für Unterricht und Kunst erinnert“, das mich ja in meinen frühen Schreiberjahren sehr prägte und die sind heute eine Kooperation mit subotron, das ist offensichtlich ein Spieleverein, eingegangen, beziehungsweise machen die immer was zu einem anderen Thema, Games und Mode, etcetera und heute Games und Bücher und haben dazu den Direktor der Cologne Game Lab Gundolf  S. Freyermuth eingeladen, der eine dreiviertel Stunde eine sehr komplizierte Keynote in dreimal zwei Unterteilungen, wie Literatur und Spiele zusammenhängen, wie sie entstanden sind und. wie die Zukunft aussehen kann, hielt, von der ich, die nicht Spielerin, die sich zwar  viel im Internet aufhält, aber von Informatik nicht viel weiß, nicht viel verstanden habe.

Dann kam aber das Panel mit Cornelia Travnicek der Schriftstellerin und Programmiererin, Sinologie hat sie auch  studiert und einmal einen Bubble tea shop geführt, von der ich nach Weihnachten die „Jungen Hunde“ gelesen habe, Jorghi Poll, der „Atelier-Verleger“ und der Game  Developer Mateusz Gorecki und begannen mit dem ORF Moderator Robert Glashüter darüber zu diskutieren, der zuerst einmal viele Fragen stellte, an Cornelia Travnicek beispielsweise, ob sie spielt und, wie die Arbeitszeitlung zwischen Schreiben und Programmieren aussieht?

Sie spielt, hat sie geantwortet, das tut dann der Verleger nicht, der hat keine Zeit dazu und verneinte, die Frage des listigen Moderators, ob er das deshalb nicht tut, weil ihm das zu kompliziert wäre und er es erst lernen müsse?

Nein, hat er gesagt, denn er muß seinen Verlag führen und lesen und natürlich zum Spiele lernen braucht er Zeit, die man besser  für was anderes verwendet und dann kam der große Sprung von den Internetspielen mit ihren vielen Galaxien und den künstlichen Intelligenzen zu den digitalen Welten des Lesens, denn da hat ja Tilmann Rammstedt, Jorghi Poll hat den Namen nicht erwähnt, aber ich glaube, er ist gemeint, im Vorjahr jeden Tag ein Kapitel eines Romans ins Internet gestellt, der dann erst später erschienen ist, weil er, wie jetzt der Verleger listig meinte, erst überarbeitet werden mußte.

Ja solche Sachen gibt es einige und der Direktor, der auf sehr sehr hohem Niveau diskutierte, meinte auch das Internet hat den Selfpublishern ganze Welten eröffnet, dennn dort würden viel mehr Bücher, als in den Verlagen erscheinen, worauf Cornelia Travnicek konterte, daß jeder, weil er es ja in der Schule lernte, glaubt schreiben zu können und auch wenn er die Grammatik nicht beherrscht, kann er sein Buch ein „Amazon“ hochladen.

Das kann der Programmierer nicht, der muß sich der Sprache anpassen, während die der Autor brechen kann.

Dann ging es gleich zur Fan Fiction, „Shades of Grey“, der Welterfolg, war das das von Twilight, das kann ich bei den Spielen nicht, denn da muß ich vorher Verträge unterschreiben oder Regeln einhalten.

Am Schluß sollte einer von dieser Spielfirma auf die nächsten Aktionen von subotron hinweisen, aber der hatte keine Lust dazu und sagte nur „Lesen Sie Bücher oder spielen Sie Games!“

Ich werde wohl auch beim Ersteren bleiben, obwohl ich ja im Internet auch mit meinem Schreiben experimentiere, da, das gebe ich schon zu, zwar nicht sehr viele Interessenten habe, aber, das kann ich auch vermelden, jetzt mit meinem Rohtext fertig bin, der ist diesmal möglicherweise besonders roh und unfertig, hat auch „nur“ 45 735 Worte, vierundvierzig Szenen und einen kurzen Epilog, beziehungsweise dreiundneunzig Seiten, auch noch einige Ungereimtheiben, bezüglich der zeitlichen Zusammenfolge, die Auflösung ist vielleicht auch noch zu einfach und ab Szene siebzehn, bis dahin habe ich es mehrmals durchkorrigiert, habe ich es auch nur so hinuntergeschrieben und bin immer kürzer und kürzer geworden, so daß es eigentlich nur ein Handlungsgerüst ist, das noch Fleisch, Farbe bekommen und aufgepäppelt werden muß, wie ich mir am Mittwoch in der „Alten Schmiede“ bei der Genaizino -Lesung dachte und jetzt denke ich auch, daß meine Art meine Schreibberichte und meine Romanentwicklungen ins Internet zu stellen, eigentlich auch ein digitales Experiment sind, das originell und spannend sein könnte.

2016-12-11

Mittagessen bei Ruth und Besuch des Buchquartiers

Die Ruth ist ja für ihre Advent und Saisonschlußeinladungen, sowie für ihre Geburtstagsfeste bekannt, im nächsten Jahr wird es der siebzigste sein und da wollen wir ja mit ihr, in Gedenken an die Dichterradkarawane vor zehn Jahren um den Bodensee radeln und das haben wir heute auch ein bißchen besprochen, als wir bei ihr bei einem festlichen Mittaggessen waren, weshalb wir früher von Harland zurückgekommen sind.

Ein sechgängiges Menu hat es gegeben, eine Wintersuppe, als Vorspeise pochierte Pute, dann einen Fleischstrudel und einen Nudelsalat, danach Mohnkuchen und Mangotopfencreme, adventlich bescheiden, wie die Ruth erwähnte, aber doch sehr reichhaltig und wir sind zu acht gewesen, Erika Brunngraber mit ihrem Hündchen, Peter Czak, dann die Jasminka, die schon einmal bei einem kulturpolitischen Arbeitskreis einen Vortrag gehalten hat, ein mir bisher unbekanntes Ehepaar, der Alfred und ich und ich war recht froh darüber am Vormittag nach Wien gekommen zu sein, gab es ja schon zum vierten Mal im Museumsquartier das „Buchquartier“, den Markt der „Independent und Kleinverlage“.

Der „Holzaum-Verlag“ist so nett und schickt mir immer das Programm dafür, aber bisher ist es sich nie ausgegangen hinzugehen, möglicherweise weil wir immer an dem Wochenende, wo sich die Kleinverlage über der Ovalhalle des Museumsquartiers ausbreiteten in Harland waren.

Ich habe aber immer sehr viel lobendes über die Veranstaltung gehört, so daß ich eigentlich immer etwas neugierig war und auch immer so was, wie ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl ich ja gerne zu Kleinverlagsmessen gehe und das xxxxsmall eine Zeitlang auch zu meinen Adventaktivitäten gehörte.

Das gibt es nicht mehr, ich war aber im September bei „ottak ottak“ und bei einer Kleinverlangsschau im Amtshaus Hietzing wo ich Luis Stabauer kennenlernte bin ich auch einmal gewesen.

Jetzt also um vier mit der Jasminka, nachdem die letzten Gäste gegangen waren, die Ruth wollte nicht mitkommen, sondern noch auf zwei Gäste warten, ins Museumsquartier aufgebrochen.

Und dann ein wenig enttäuscht, denn so groß war diese Kleinverlagschau eigentlich nicht. Oder doch vielleicht, eigentlich schon, hatten ja eine Reihe Verlage ihre Bücher auf Tische aufgereiht, die gar nicht so klein waren, so sah ich Jürgen Lagger vom „Luftschacht-Verlag“, mit Reto Ziegler habe ich mich unterhalten, der Herr vom „Arco-Verlag“ mit dem ich wegen „Kurz nach vier“ korrespndierte, hat ausgestellt, aber auch „Picus“, „Mandelbaum“ und und und, die richtigen kleinen, wie das fröhliche Wohnzimmer, der Gerhard Jaschke, etcetera waren gar nicht da, wohl aber die „Edition Exil“, der Ralph Klever fehlte diesmal hat Reto Ziegler mir noch erzählt und ein Programm mit einer Lesebühne gab es auch, das war auch, zwar nicht so besonders übersichtlich, in dem mir zugeschickten Programmheftchen abgebildet, aber ich bin gerade zu Maximilian Zirkowitschs Präsentationen, den ich von einigen „Holzbaum-Veranstaltugen“, kenne,  von „Ach, Wien“, ein Buch das mir bisher entgangen ist, zurechtgekommen.

Dafür gibt es im Shop der komischen Künste eine Ausstellung der „Wissenschaftlichen Cartoons“, ein Buch, das ich demnächst besprechen werden und Goodie-Tüten des Verlags in denen es entweder das „Very best of song contest“ oder Rudi Hurzlmeiers „Land der Berge“ steckten, gab es auch.

So bin ich ein bißchen zwischen den Verlagsständen herummarschiert, habe Jürgen Lagger erzählt, daß mir Sonja Harter „Weißblende“ gut gefallen hat, ob es den „Blogger-Debutpreis“ gewinnt, werden wir am Donnerstag wissen.

Es ging aber weiter mit dem Programm, Wolfgang Eicher stellte sein bei „Duotinka“ einem Berliner Verlag erschinenes Buch „Die Insel“ vor, in dem es sowohl um die Psychiatrie als auch um eine Reise nach Kroatien geht.

Dann kam Patrick Addai, der, glaube ich, aus Ghana stammt und schon viele Kinderbüber geschrieben hat, mit denen ich ihn manchmal auf Messen sehen.

Er stellte das Buch „Worte sind schön, aber Hühner legen Eier“ vor, in dem es um agrikanische Sprichwörter, Mythen und Geschichten geht und spielte auf seiner Trommel und wir haben uns entschloßen den Kleinverlagmarkt zu verlassen und im Museumsquartier noch einen Punsch zu trinken. Aber jetzt kann ich mir unter dem „Buchquartier“ im Museumsquartier etwas vorstellen und vielleicht es sich im nächsten Jahr für einen längeren Besuch aus.

2016-11-10

Der zehnte Ohrenschmaus

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer

Urkundenverleihung EHRENLISTE, Hakan Alkis, Melanie Corn, Peter Gstöttmaier, Herwig Hack, Kevin Neubauer, Elisabeth Stachl, Anna Traunig, Klaus Willner

Urkundenverleihung EHRENLISTE, Hakan Alkis, Melanie Corn, Peter Gstöttmaier, Herwig Hack, Kevin Neubauer, Elisabeth Stachl, Anna Traunig, Klaus Willner

Der „Ohrenschmaus-Literatur von und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten“, wurde heute schon zum zehnten Mal vergeben, da er 2007 von Franz Josef Huainig anläßlich seines vierzigsten Geburtstag gegründet wurde.

Die erste Preisverleihung fand im Literaturhaus statt. Da habe ich noch nicht gebloggt. Ab 2008 wurde er dann im Museumsquartier vergeben und man kann die Berichte bei mir lesen.

Die Jury hat sich seither verändert, in den ersten Jahren war noch Friedl Hofbauer dabei und Kurt Palm. Niki Glattauer kam später, Andrea Stift habe ich mit Ludwig Laher hineingebracht, ist aber wieder daraus verschwunden und ich habe auch schon sehr lange nichts mehr von ihr gesehen und gehört.

Sybille Grafl

Sybille Grafl

Eva Jancak

Eva Jancak

Franzobel ist neu hinzugekommen, die anderen, wie Heinz Janisch, Barbara Rett sind unter dem Ehrenschutz von Felix Mitterer gleichgeblieben.

Inzwischen gibt es aber auch ein vom Bundesministerium vergebenes Startstipendium, das Ludwig Laher ausgearbeit hat und das heute an David Sylvester Marek, einem früheren Preisträger vergeben wurde und die Preisverleihung findet heuer nicht mehr wie bisher Ende November, Anfang Dezember, sondern schon ein Monant früher im Rahmen der „Buch-Wien“ statt, da wird es auch am Freitag, eine Reihe von Veranstaltungen mit Lesungen aus dem neuen Buch, das es jetzt wieder mit den Siegertexten gibt und, um fünf auch eine Diskussion „Quo Vadis -Ohrenschmaus?“ auf der ORF-Bühne geben, an der unter anderen auch ich teilnehmen werde und am Donnerstag hat es die sehr festliche zehnte Preisverleihung geben.

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer haben wieder, wie schon seit einigen Jahren, durch das Programm geführt.

Gelesen haben diesmal Kristina Spenger und Gregor Seberg zuerst die Texte, die diesmal auf die Ehrenliste gekommen sind.

Herbert Schinko

Herbert Schinko

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Da waren wieder bekannte Namen dabei, denn der „Ohrenschmaus“ hat seine Stammeinreicher. So stand Peter Gstöttmeier, der ja schon 2011 und 2015 gewonnen hat und auch einmal einen seiner Texte auf der Schokolade hatte und von dem es jetzt auch ein eigenes Buch gibt, auf der Liste, dann Klaus Willner, Hakan Alkis und und und..

Und auch Sabine Grafl, die den ersten Hauptpreis bekommen hat, früher gab es da eine Kategorie, die Lebensberichte hieß, jetzt gibt keine Kategorien mehr, es kommen aber immer wieder Texte, die von persönlichen Lebenserfahrungen erzählen, ist schon auf der Ehrenliste gestanden.

Jetzt erzählte die 1978 in Nenzing Geborene, die in Vorarlbert im „Springbrett-Lädle“,tätig ist, in ihrem Text „Sie hat sich  richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft“, von ihren einschneidenen Kindergartenerfahrungen, wo sie ausgegrenzt wurde und sich nicht wehren konnte, während sie sich jetzt, stark und selbstbewußt geworden, das nicht mehr gefallen lassen würde.

Auch Herbert Schinko, der in seinem Text die „Zeit“ poetisch behandelt hat, „Die Zeit bleibt nicht stehen.

Viktor Noworski

Viktor Noworski

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Die Zeit muß man ganz fest halten. Die Zeit bleibt bei mir…, ist, glaube ich schon von der Ehrenliste gestanden, während der 1940 in Pennsylvania geborenene Viktor Noworski, der mit seiner sehr ungewöhnlich gestaltenten Sprache aufffiel: „Da is amay aus da Shtadmittn an kumma  mit an auto und woytat uns Autos  fakaufn. Da san a SAPSUCKER und a SQIRREL und a CHIPMUNK und a SKUNK (des san neigirige Ficha aus n Wayd in sei Auto greut.“,noch nie eingereicht  hat.

Was ebenso  für den 1982 geborenen Paul Text, der Name ist ein Pseudonym und der schon in einer Anthologie veröffentlich hat, dessen Text „Der fliegende Tisch fliegt immer wenn er dreckig ist wohin es gerade regnet“, es auf die Schokolade schaffte, zutrifft.

Dazwischen gab es wieder eine Musikeinlage von der inklusiven Band „Mundwerk“.

Richard Pils von der „Bibliothek der Provinz“ stellte das neue „“Ohrenschmaus-Buch“: „Zu zweit ist man weniger allein“ vor.

Es gab auch eine Geburtstagstorte und den Hinweis auf die „Buch-Wien“, wo alle, die sich dort morgen mit dem Wort „Ohrenschmaus“ melden, verbilligten Eintritt haben.

Paul Text

Paul Text

Franzobel

Franzobel

Ein paar weitere „Ohrenschmaus-Bücher“ gibt es auch. So hat zum Beispie.  die Caritas Bludenz, die ja das „Springlädle“ betreibt, in dem sowohl Sybille Grafl, als auch Hakan Alkins und Herbert Offenhuber, sowie Josefine Bitschau, zwei frühere Preisträger tätig sind, ein Buch mit Texten der Mitglieder „Durch Erfahung wird man klug“ herausgegeben.

Also hingehen, zuhören, einlesen, entweder morgen auf der „Buch Wien“ oder im nächsten Jahr bei der Preisverleihung und damit es die geben wird, hat sich inzwiswchen auch ein „Crowdfounding Projekt“ gebildet, das man unter www/startnext.com/ohrenschmaus oder auf der entsprechenden Facebookseite unterstützen kann.

Robert Stocker (Bundeskanzleramt), David Sylvester Marek

Robert Stocker (Bundeskanzleramt), David Sylvester Marek

Franz-Joseph Huainigg mit Verleger Richard Pils

Franz-Joseph Huainigg mit Verleger Richard Pils

Geburtstagstorte

Geburtstagstorte

Alle

Alle

2016-09-01

Donnerstag mit drei Veranstaltungen

Als ich letzte Woche bei der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl war, hat mir Ottwald John die Einladung für seine Stationenlesung zum Antikriegstag, wo, glaube ich, Texte von Ingeborg Bachmann, Stefan Zweig etcetera gelesen wurden, gegeben und ich habe mir gedacht, fein, da gehe ich hin, war ich ja auch schon vor zwei Jahren bei einer diesbezüglichen Veranstaltung, wo wir von der Nationalbibliothek auf den Spuren Bertha von Suttner durch die Stadt gewandert sind.

Letzten Montag ist wieder so ein Zettel auf dem Tisch gelegen und ich habe realisiert, daß die Veranstaltung am Donnerstag ist und Donnerstag war ja wieder Schreibegruppe.

Die wurde zwar im Juli vom Peter Czak, der sie bisher organisiert hat, krankheitshalber aufgelöst.

Ich habe aber bei Alfreds Geburtstagfest im August mit Doris Kloimstein beschloßen, daß wir uns weitertreffen wollen und die Doris hat auch gleich den Raum im Cafe Fortuna reserviert.

Aber am Donnerstag war auch das Finale der Ö-Töne mit Richard Schuberth und Heinrich Steinfest und da hatte ich auch hin gehen wollen und alles drei, noch dazu, wo ich um fünf, wo der Spaziergang beginnen sollte, eine Stunde hatte, war wohl nicht zu schaffen.

Es hat mich gestern auch noch Robert Eglhofer angerufen und sein Interesse bekundigt und Klaus Khittl oder Gloria G. wäre auch daran interessiert, aber jetzt noch nicht in Wien.

So bin ich also nach meiner fünf Uhr Stunde noch schnell einkaufen gegangen,  habe meine Betriebskosten einbezahlt und mich dann mit dem Bus ins Cafe Fortuna aufgemacht, wo es eigentlich sehr voll war, waren doch schon Robert Eglhofer und die Doris da, die auch noch jemanden mitbrachte und die Ruth, die auf den Antikriegsstationentag gewesen ist, ist später nachgekommen und Thema hatte ich auch eines oder zwei, denn ich benütze ja die Schreibabende gerne für mein jeweiliges Schreibprojekt und da kann es sein, daß ich  schon wieder anstehe, jedenfalls habe ich heute den Sonntag beschrieben, wo Klara von Splitzurückgekommen ist und nicht weiß, ob sie am  Sergejs Einladung zum Abendessen annehmen soll?

Also schlug ich Einladung oder Abendessen vor. Das Flüchtlingsthema und das Thema Taxi wurde auch noch eingebracht und habe dann den Beginn der Szene geschrieben, wo Klara Sergej in seiner Wohnung besucht, ihm ein Lavendelsträußchen mitbringt und von ihm Rosmarinkartoffeln zur Dorade und Mousse au Chocolat serviert bekommt.

Es kann sein, daß ich hier jetzt wieder anstehe und all mein Pulver schon verschossen habe.  Ich habe die Szene jedenfalls begonnen, aber die Klara schwankt irgendwie zwischen Eddy, der getreuliche E-Mails schickt und dem Russen Sergej mit seiner magersüchtigen Lieblingscousine hin und her und ich muß mich wohl noch weiter in die Claire und Clarisse Stränge einarbeiten, bin vielleicht aber derzeit durch mein Longlistenlesen ein wenig abgelenkt. So war es  sehr gut, daß es die Gruppe wieder gibt und weiter gehen wird.

Die nächsten Termine sind bereits fixiert und es wurde heute gar nicht so viel über die Texte, eher über die Veränderungen oder ganz allgemein beziehungsweise über Stefan Zweig und den Film „Vor der Morgenröte“ diskutiert.

Die Gruppe war auch nur sehr kurz, weil die Doris und der Robert zurück nach St. Pölten mußten, so blieb noch etwas Zeit zum Museumsquartier zu schauen, wo ich noch das Ende der Heinrich Steinfest Lesung mitbekam und sein Roman „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“ der, wie Günter Kaindlsdorfer, der Moderator betonte, gerade heute erschienen ist, scheint, wie schon der Titel sagt, sehr skurill zu sein und dann handelte das Stückchen, das ich hörte, gar nicht so sehr von Fluzeugen, sondern von zwei Vögeln, die von einer alten Katze gefressen werden sollten, beziehungsweise sich dagegen wehrten.

Dann bedankten sich die Veranstalter und Günter Kaindlsdorfer lud ein, wenn alles gut gehe ,im nächsten Jahr zu den O Tönen wiederzukommen, die ich diesmal ziemlich vollständig hörte und daher auch einen guten Einblick in die österreischische literarische Jahresproduktion bekam und jetzt bin ich auf die öBp-Liste gespannt. Kann ja sein, daß Heinrich Steinfest von dem ich einmal, glaube ich, einen genauso skurillen Krimi las und ich ihn auch schon in Göttweig hörte, darauf stehen wird.

2016-08-12

Ö -Töne in der Arena 21

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger

Die Ö-Töne finden ja im Freien, im Haupthof des Museumsquartier und im Nebenhof bei den Boule Bahnen   statt und wenn es regnet in der Arena 21, dort wo auch die „Ohrenschmaus-Preisverleihungen“ stattfinden, aber diesmal war es anders, denn diesmal war Friederike Mayröcker mit ihren „Fleurs“, den dritten Teil nach „Etudes“ und „Cahier“ an der Reihe und die wollte nicht im Freien lesen.

Als Debutantin gab es Verena Mermers „“die stimme über den dächern“, das schon vor einem Jahr bei „Residenz“ erschienen ist und ich sie daraus auch schon im Literaturhaus lesen hörte.

Wenn Friederike Mayröcker liest ist es immer sehr voll und ich kann mich schon an „Alte Schmiede“ Veranstaltungen, noch in dem alten Raum den man über den Hof erreichte, wo ich dann eingeklemmt in der Menge im Vorraum gestanden bin und versuchte mich kleinweise Schritt für Schritt nach vorn zu kämpfen. Bei „Scardanelli“ ist das, glaube ich, so gewesen und einmal zu einer Saisoneröffnung, weil ich manchmal ja noch um sechs eine Stunde habe und dann erst um dreiviertel aus meiner Praxis wegkomme.

Diesmal hätte ich sogar eine um sieben gehabt, die ist aber entfallen, so war ich schon vor halb acht im Museumsquartier, wo schon der Alfred einen Platz in der dritten Reihe besetzt hatte, das letzte Mal sind wir ja sehr schlecht und weit hinten gesessen und das Eintrudeln der Menschen beobachten konnte.

Judith Massar vom „Leseloop“ hat ja vor einer Woche ausführlich von den Ö-Tönen berichtet und da gemeint, daß die, eine Beobachtung, die ich eigentlich nicht machte, von sehr vielen jungen Menschen besucht werden. Diesmal war es, glaube ich, auch nicht so, obwohl dann eine Gruppe junger Leute auch noch eintraf, die meisten waren, glaube, ich in meiner Altersklasse und noch älter und natürlich sehr viele Fans und Prominente.

So habe ich glaube ich Susanne Scholl gesehen, die Frau Schmid-Dengler, Christel Fallenstein ist natürlich gekommen, Julia Danielczyk und und und Klaus Kastberger, der ja inzwischen Professor in Graz und Leiter des Grazers Literaturhauses ist, moderierte, beziehungsweise las er zuerst Daniela Strigls Text, die ja die Debutantenreihe betreut, vor und die 1984 in St. Egyden am Steinfeld geborene Verena Mermer, habe ich vor fast zwei Jahren bei dieser Literaturwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt und dann vor einem Jahr am „Volksstimmefest“ gemeinsam mit ihr gelesen.

Verena Mermer

Verena Mermer

Ihren Roman, der von vier jungen Leuten in Baku handelt, zwei davon heißen Frieda und Che und lassen an Frieda Kahlo und Che Guevara denken, habe ich ja leider nicht mehr bekommen, dafür habe ich sie aber vor kurzem auch bei Christa Nebenführs Sommerlesereihe „Literatur und Arbeit“ gehört und es war wieder interessant, in den Roman einzutauchen, dürfte Verena Mermer ja, was sie wahrscheinlich von den anderen Debutanten ein bißchen unterscheidet, eine politische Autorin mit sozialen Anspruch sein und dann kam die Grand Dame der Literatur, beziehungsweise Klaus Kastberger mit einer seiner hintergründigen Ansprachen, so tauchte dabei wieder der Satz von all den Preisen, die sie mit Ausnahmen des einen aus Stockholm gewonnen hätte und er meinte auch, daß sie im „Falter“ als Mischung zwischen weltabgewandter Dichterin und Popstar bezeichnet worden wäre und bezeichnete ihre Literatur  als eine Mischung zwischen Lyrik und Prosa. Assoziationen, die so modern und realistisch sind, daß sie auch das Internet einbeziehen.

Begonnen hat er aber mit dem großen Goethe oder mit dem Duden, wo man zwischen „Altertum“ und „Altersweisheit“ das „Alterswerk“ findet, das der Johann Wolfgang zelebriert hätte, in dem er seinen Schreibtisch aufräumte und seinen Nachlaß festlegte, etwas das Friederike Mayröcker in Ermangelung eines Schreibtisches und weil sie ja nicht sterben, sondern hundertzwanzig werden will, nicht tut.

Sie zelebriert nicht ihr Alter, sondern schreibt unaufhörlich vor sich hin und hat daher schon an die hundert Bücher verfasst, beziehungsweise hat sie zu zählen aufgehört.

Dann kam die Lesung aus „Fleurs“ und eine Seite aus dem gerade entstehenden Prosawerk und ich finde diese  Traumsequenzen, die mir diesmal besonders auffielen, sehr beachtlich.

Viel Applaus und Ergriffenheit und eine lange Schlange Menschen, die sich mit Büchern zum Signieren anstellten, das muß für die alte Dame, denke ich, auch sehr mühsam sein, dann noch ein oder zwei Stunden zu signieren und mit ihren Fans Small talk zu betreiben.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

Ich habe ja nicht sehr viele ihrer Bücher, weil man die seltsamerweise im Schrank nicht findet, nur einmal habe ich in der „Seedose“ das in den Fünfzigerjahren erschienene Frühwerk „Larifari“ gefunden, das wahrscheinlich noch in einem ganz anderen Stil geschrieben ist und jetzt kann ich raten, ob sie auf die Liste für den österreichischen Buchpreis kommt?

Mit „Ich schütttelte einen Liebling“, das ich gelesen habe, ist sie ja sogar auf die Shortlist des dBp gekommen, obwohl das ja  kein Roman ist, aber das ist ja, wie man immer merkt, ein sehr dehnbarer Begriff und F M eine, wie Klaus Kastberger noch bemerkte, die überhaupt nicht narrativ schreibt, aber die Grand Dame des österreichischen Literaturbetriebs und eine von den wenigen Ehrenbürgerinnen der Stadt Wien, vielleicht ist Julia Danielczyk mit ihrer Assistentin deshalb zur Lesung gekommen und mir ist dazu die „Rund um die Burg-Veranstaltung“ vor Jahren, ich glaube es war, um nine eleven, eingefallen, wo Ilse Aichinger, um die Mittagszeit vom „Literaturhaus“ eingeladen zu lesen war und ihre Zeit überzogen hatte. Nachher hätte Dietmar Grieser kommen sollen und während, die alte Dame, ich glaube von den Filmen oder etwas entsprechendes las, murrten die älteren Damen im Publikum „Wir wollen den Grieser hören!“, was ich ihm einmal erzählte.

Aber hier war das anders, der Applaus lang, der Saal sehr voll und die Veranstalterin sehr gerührt und sprach von einem nicht zu vergerssenden eindrucksvollen Abend.

2016-08-05

Halbzeit bei den O-Tönen

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Der vierte Abend des heurigen Literaturfestes im Museumsquartier, das diesmal wieder im Haupthof stattfand und als ich mit dem Alfred vor halb acht dort eintraf, war es schon ziemlich voll und schwer einen Platz zu finden, den wir dann ganz hinten, eine Reihe vor Nadine Kegele und anderen Jungliteratinnen zu denen auch Pia Piuk, die diesmalige Debutantin, kamen, fanden.

Brigitte Schwens-Harrant, Jurymitglied des österreichischen Buchpreises und Staatspreisträgerin für „Literaturkritik“ moderierte und stellte auch die Debutantin vor, deren Buch ich inzwischen gelesesen habe und das mich sehr beeindruckt hat.

Leider waren beim Vorgelesen bekommen die vielen abgebrochenen Sätze, in denen Pia Piuk ihre hyperaktive Protagonistin durch das Leben taumeln, beziehungsweise durch die Luft fliegen läßt, fast störend, beim Selberlesen habe ich es nicht so bemerkt, trotzdem ein spannendes Buch und  sehr beeindruckend der Realismus mit dem die Debutantinnen das harte Leben des Erfolgs und Scheiterns im Neoliberalismus schildern und dann kam als Hauptlesender Michael Köhlmmeier mit seinem „Das Mädchen mit dem Fingerhut“, eine Mischung zwischen Märchen oder Flüchtlingsschicksal, das ich in Leipzig, wo das Buch am blauen Sofa vorgestellt wurde, versäumte, das, wie Brigitte Schwens-Harrant in ihrer Einleitung erklärte, durch die Parabel besser rüber kommt, als wenn die harten Fakten der unbegleiteten Flüchtlingsschaft direkt angesprochen würden.

Da weiß ich zwar nicht so genau, ob ich dem zustimme, es gab auch diesmal kein Gespräch, so daß Michael Köhlmeier nichts erklärte und man gleich in Medias Res geworfen wurde oder mit der Einleitung der Moderatorin auskommen mußte.

Petra Piuk

Petra Piuk

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Es geht jedenfalls, um ein wahrscheinlich namenloses, stummes, sechsjähriges Mädchen, das von einem Onkel auf einen Markt zu einem Bodgan geschickt wird.

Es versteht die Sprache nicht oder nur mangelhaft, hat von diesen Onkel und einigen Frauen aber Unterweisungen bekommen. So stellt es sich einfach hin und schaut, bis es zu Essen bekommt und wenn es das Wort „Polizei“ hört, fängt es an zu schreien.

Auf diese Weise geht es eine Weile gut, bis der Onkel, der das Kind  jeden Abend von dem Geschäft des Bodgans, wo es den Tag verbringt, abholt, nicht mehr erscheint und es alleine loszieht, in einer Mülltonne landet und schließlich in einem Cafe von der Polizei aufgegriffen wird.

In Zeiten, wie diesen ein interessantes und sehr wichtiges Thema und ein Buch warhscheinlich, das man auch auf den beiden Listen, die es ja in ein paar Wochen gibt, finden wird.

Der 1949 geborene Michael Köhlmeier ist ja vor zwei Jahren mit seinen „Zwei Herren am Strand“, ein Buch, das ich inzwischen gefunden habe, auf die Longlist gekommen, ein Jahr früher mit seinen „Joel Spazierer“ nicht.

Brigitte Schwens-Harrant hat noch ein paar andere Kählmeier Werke aufgezählt und nächste Woche wird es mit der Grande Dame, Friederike Mayröcker weitergehen, deren „fleurs“ ja auch der österreichischen Liste stehen kann, die am sechsten September veröffentlicht wird.

Ein schöner, spannender und recht kurzer Abend. Gustav Ernst habe ich auch noch im Publikum gesehen.

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