Literaturgefluester

2016-10-22

GAV-Versammlungen

Diesen Samstag gibts wieder die Generalversammlung der Grazer Autoren, der seit 2009, am Freitagnachmittag der sogrenannte kulturpolitische Arbeitskreis veranstaltet wird, wo im kleinen Kreis unter der Leitung von Ruth Aspöck zu einem bestimmten Thema diskutiert wird, „Warum schreibe ich, was lese ich, Journalismus, Muttersprache, Vatersprache, Film und Arbeitswelt“ und „Wünsche an die GAV“, waren schon die Themen, diesmal ging es, um die Kleinverlage, so daß Fritz  Widhalm ein sehr poetisches Referat dazugehalten hat.

Ein typischen Fritz oder „Wohnzimmerverlagreferat“, a la Kleinverlage gegen Großverlage, das aber meiner Meinung nach nur einen kleinen Teil der literarischen Szene abdeckte, denn die Autoren wollen wahrscheinlich selbstverständlich, sobald sie können zu den möglichst deutschen Großverlagen und das „Fröhliche Wohnzimmer“ deckt eher die experimentelle Literaturszene ab, die bestimmt sehr wichtig ist, aber wenn ich da nicht gerade ohnehin unterwegs bin und zu den Kleinverlagmessen gehe, werde ich als lesender Normalverbraucher, höchstwahrscheinlich keine Ahnung habe, daß es das gibt.

Von zwei bis halb sechs wurden, dann die fehlenden Bereiche ausdiskutiert, Mila Haugova, Magdalena Knapp Menzel, Robert Kleindienst, Wally Rettenbacher, Irene Wondratsch, Ilse Kilic C. H. Huber und Jopa Joakim, der auch das Protokoll führte, waren die Teilnehmer und ich denke und blogge ja auch sehr intensiv darüber.

Der Literaturbetrieb ist sehr  vielfältig, ich finde es schön, daß viele Leute schreiben, glaube auch nicht, daß durch die Möglichkeiten des Selberpublizieren sehr viel Mist geschrieben wird und veröffentliche seit 2000 selbst, bin also eine Selbstpublisherpionierin und seit es das Internet und den Digitaldruck gibt, braucht man auch nicht mehr für die Schublade schreiben.

Leser und Resonanz sind natürlich wichtig, aber wenn es die nicht gibt, würde ich beispielsweise nicht zum schreiben aufhören und ich denke auch, daß Literaturkurse und Schulen interessant und wichtig sind, die heutzutage von vielen Autoren, quasi zum Nebenverdienst, weil man vom Schreibe allein ja meistens nicht leben kann, angeboten werden. Früher war das anders, aber auch da hat man das Schreiben irgendwie durch Versuch und Irrtum und viel Lesen lernen müßen, heute werden Marketingkurse im Internet angeboten und man kann seine Bücher wenn man will, selber veröffentlichen, muß dafür das Cover und das Lektorat selber bezahlen, während der Verlag, den Druck bezahlt und bersorgt, die Texte lektorieren und durch Werbung auch für ihre Verbreitung sorgen soll.

Dann gabs eine längere Pause in der ich mit der Ruth in einem Restaurant beim Gutenberg-Denkmal war und dann gings weiter, auch schon eine Tradition, die es seit einigen Jahren gibt, mit der Lesung der im Vorjahr aufgenommen Mitglieder.

Zwanzig waren es an der Zahl, vier sind aber davon ausgefallen und im nächsten Jahr, habe ich schon gehört, können es dreißig werden, eine sehr lange und sehr intensive Lesung, die sehr viel Konzentration erforderte, auch wenn die Lesezeit nur fünf Minuten betraf.

Gerhard Jaschke moderierte und es gab zur Unterstützung wieder das Heftchen „Aufgenommen“ mit Textbeispielen der neuen Mitglieder von denen ich nur einige kannte.

Die 1976 in Salzburg geborene Renate Aichinger kannte ich dem Namen nach, sie hat auch einen Band in der neuen Lyrik Reihe aus Österreich, aus der sie einige Beispiele gelesen hat.

Ines Birkhan und  Bettina Gärtner habe ich nicht gekannt, während ich Rene Bauer unter dem Namen Rene Monet, glaube ich, schon bei einem Poetry Slam gehört habe.

Dann kam die 1979  in Wien geborene Michaela Hinterleitner, mir von Lesungen in St. Pölten und im „Read!!ingroom“ ebenfalls schon bekannt und auch ihren Text vom „Allesfresser“ habe ich schon gehört.

Nadine Kegele brachte einen Auszug aus ihrem neuen in Arbeit befindlichen Roman „Blaue Augen zum Selbermachen“

Dann kam der mir bisher unbekannte  1970 geborene Markus Lindner mit einem sehr politischen Text über die „Namenlosen“, die im Meer schwimmen oder an Land angeschwemmt werden, beziehungsweise deren Leichen nicht gefunden werden, weil sie vorher von den Fischen aufgefressen werden.

Doris Nussbaumer mir ebenfalls schon bekannt, weil ich in ihrem „Werkl im Goethehof“ schon gelesen habe, fehlte, wie Anne Marie Pirchner.

So daß, als nächstes der 1962 geobrene Autor Komponist und Tonmeister Bruno Pisek aus einem sehr großen Buch, ich nehme an, es war der „Sprechchor für Solostimmen“ gelesen hat.

Marcus Pöttler brachte Beispiele aus seinem bei „Keiper“ erschienen Gedichtband „noctarium.“

Dann kam der 1981 im Innviertel geborene Stefan Reiser mit zwei Theatertexten beziehungsweise Anweisungen eines Regisseurs an seine Gruppe, gefolgt von dem neben mir sitzenden Stefan Schmitzer, den ich 2008, glaube ich, beim Volksstimmefest kennenlernte, der schon viele Gedichtbände bei „Droschl“ und inzwischen auch bei einem anderen Verlag hat und den ich auch schon in der „Alten Schmiede“ hörte.

Er war auch sehr politisch und hat die Flüchtlingssituation in seinem Lang oder Kurzgedicht erwähnt.

Märchenhafter wurde es mit den Texten der ehemaligen Lehrerin und Kunsttherapeutin Susanna Schweiger.

Die 1983 in Villach geborene  Angelika Stallhofer hat derzeit ein Stipendium in Palliano, so daß sie ihren Textauszug  aus  „Der rastlose Vogel“, der von einem Kolibri handelte, vorlesen ließ und eine Grußbotschaft sandte.

Dann kamen noch, die in Kirchdorf  an der Krems geborene Elisabeth Strasser und der in Linz geborene Geigenlehrer Erich Wimmer, der in einem Gedicht an den plötzlichen Tod des „Resistenz-Verlegers“ Dietmar Ehrenreich erinnerte und am Samstag ging es mit der Generalversammlung, den Neuaufnahmen, den Veranstaltungsvorschlägen und den Regionalberichten weiter.

Am Abend war wieder das traditionelle Abendessen mit Gasthof Pfudl mit Fritattensuppe, Tafelspitz und Palatschinke, wo ich mich sehr lang und sehr intensiv mit Dietmar Füssel, der mir seinen endlich fertig gewordenen historischen Roman avisierte, Frank König aus Berlin,  Hans Jörg Dost aus Dresden und Josef K. Uhl aus Kärnten, der mir eine Rezension für „Paul und Paula“  in  der „Unke“ versprach, unterhielt.

Bücher habe ich mit C. H. Huber getauscht und im Jänner gibts wieder in Salzburg eine GAV-Veranstaltung, wo ich mit Margot Koller,  Wolfgang Kauer und Manfred Chobot unter dem Thema „Angekommen“ im afroasiatischen Institut lesen werde.

Zum Thema „Abgeschoben“ haben wir dort ja schon einmal gelesen.

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2015-10-24

Autorenversammlung

Am Wochenende gab es wieder die GAV-GV, die am Freitag, wie schon seit einigen Jahren üblich, mit einem Treffen des kulturpolitischen Arbeitskreises, den Ruth Aspöck organisiert, begann.

Diesmal mit dem Thema Film. Die 1947 geborene feministische Regisseurin Käthe Kratz hielt das Impulsreferat und erzählte, daß es in den Neunzehnsiebzigerjahren keine weiblichen Regisseure gegeben hätte und sieeigentlich auch nur als Cutterin auf die Akademie aufgenommen wurde.

Dann hat sie aber doch Drehbuch und Regie studiert und kleine Arbeiten für Regisseure übernommen und einmal ihren erstem Fernsehfilm, den Herr Bacher gar nicht haben wollte. Dann ging es aber doch und es wurde ein Erfolg. So hat sie eine ganze Werkliste hinuntergedreht, bis sie vor zwölf Jahren infolge eines Burn-Outs damit aufgehört hat.

Nur eine kleine Gruppe Teilnehmer, Sven Daubenmerkl, der sich als großer Filmfan entpuppte, Magdalena Knapp Menzel, die neue Generalsekretärin, Ilse Kilic, Daniela Beuren von der Grauenfruppe, später kam noch Mila Haugova aus Bratislava dazu und das Thema Film ist eines, das mich nur am Rande interessiert, dafür aber die Frage, ob ich jetzt eine Amateuerin bin, wenn ich blogge und meine Bücher selber drucken lasse?

Manchmal fühle ich mich ja  so und die Tatsache, wieviele Leute, die dicken Bücher, die beispiesweise in diesem Bücherherbst erschienen sind, wirklich lesen, interessiert mich auch.

Käthe Kratz warf die Frage von Literaturverfilmungen auf, in eineinhalb Stunden den ganzen „Radetzkymarsch“ beispielsweise und die meisten Romanverfilmungen, mit Ausnahme einer Donna Leon, die ich gesehen habe, waren schlechter als das Original, so daß ich beispielsweise gar nicht so gerne haben würde, das mich jemand verfilmt.

Alois Eder hat das einmal bei der „Globalisierungsnovelle“ vorgeschlagen. Er hat wahrscheinlich gemeint, daß das Buch damit besser werden würde, aber in Echt interessiert das wahrscheinlich ohnehin niemanden und  bis die Neuaufnahmelesung begann, ging ich ein bißchen mit Ruth Aspöck am Graben spazieren.

Sie zeigte mir ein Pferd, das dort mit einem Soldaten, eine französische Istallation, vorübergehend aufgestellt ist und lud mich  auf ein Achtel ins Cafe Europa ein. Dann ging es schon los mit dem Neunerpack, je zehnminütigen Lesungen, würde ich mal schätzen, der im Vorjahr neuaufgenommenen Mitglieder, um die wir uns vielleicht gestritten haben und die „Alte Schmiede“ war sehr voll von den Mitgliedern, die zur Generalversammlung angerist waren.

Dietmar Füssel hat mir seinen neuen Krimi gegeben, den ich demnächst lesen will, mit Margot Koller habe ich mein neues Buch getauscht und die 1969 in Bremen geborene und in Linz lebende Corinna Antelmann, von der ich einmal vom „Resistenz-Verlag“ ein Buch gewonnen habe und die inzwischen einige Preise gewonnen hat und bei „Septime“ verlegt, lasein Stück aus ihrem neuen Roman „Hinter der Zeit“.

Dann folgte Anton Blitzstein, bei dem ich ja vor kurzem bei einer Vernissage seiner „Wohnhausbilder“ gewesen bin, mit vier kurzen Texten und der 1980 geborene Florian Gantner  las ein Stückchen aus seinen „!Sternstunden der Menschheit“, skurille Stückchen von Leuten die über die Mariahilferstraße gehen, in Gefängnissen sitzen, etcetera und dann noch sehr prägnanten Namen haben.

Die 1957 geborene Gertrude Maria Grossegger las Auszüge aus einem Langgedicht und die Linzerin Marianne Jugmaier ein Stück aus ihrem „Tortenprotokoll“.

Augusta Laar, die Organisatorin vom „Schamrock-Festival“, die in München lebt, las Gedichte, beispielsweise das vom „Tod in Ottakring“ und der sowohl in Berlin als auch in Ottensheim lebende, man sieht viele der neuen GAV-Mitglieder sind Oberösterreicher, Stephan Roiss las einen sehr kurzen Text über eine Frau, die eigentlich nicht geboren werden sollte, dann kam Britta Steinwendter, 1942, geboren, die lange die Rauriser Literaturtage organisierte und las ein paar Gedichte, die auch ins Englische übersetzt sind und ein Stück aus dem Künstlerroman, den ich schon vor einem Jahr in der „Gesellschaft für Literatur hörte.

Die letzte Lesende war die 1983 geborene und wie ich glaube, in St. Pölten lebende Magda Woitzuck, die schon einige Hörspielpreise gewonnen hat und von der ich Erzählungen gelesen habe.

Dann war es aus und ich fuhr mit Ruth Aspöck zur Hauptbücherei, weil dort im Cafe Oben, Alfred sein zweites Geburtstagsfest veranstaltete, es gab Getränke und Fingerfood und außerdem wurde gerade ein Film mit  Josef Hader gedreht.

Am Samstag ging es dann zur Generalversammlung wo es um die geplanten Veranstaltungen des nächsten Jahres ging und die Neuaufnahmen diskutiert wurden.

Renate Aichinger, Michael Amon, Rene Bauer, Ines Birkhan, Bettina Gärtner, Michaela Hinterleitner, Nadine Kegele, Hildegard Kogarnig, Markus Lindner, Doris Nußbaumer, Anne Marie Pircher, Bruno Pisek, Marcus Pöttler, Stefan Reiser, Stefan Schmitzer,Wolfgang Schöner, Susanne Schweiger-Wanderer, Angelika Stallhofer, Elisabeth Strasser und Erich Wimmer sind jetzt neue Mitglieder.

Am Abend ging es wieder ins Gasthaus Pfudl, wo es diesmal besonders große Portionen gab.

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