Literaturgefluester

2017-07-21

Christopher Just und Franzobel bei den O-Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
Tags: , ,
Christopher Just

Christopher Just

Mit dem bei der letzten „Buch-Wien“ gewonnenen „Edelsteingarten“ von Susanne Ayoub bin ich am Donnerstag um sechs ins Museumsquartier gegangen.

Die Kinder der Veranstalter haben diesmal die Goodie-Sackerln verteilt in dem es schon die Ankündigungen zur nächsten Buch-Wien im November zu finden  waren und Debutant des Abend war  der mir bisher unbekannte Christopher Just, offenbar ein Musiker und Kultstar der Technoszene der jetzt bei „Milena“, dem Verlag der einst nur Frauen verlegte und von dem ich  kürzlich zwei  Krimis gelesen hatbe, einen fünfhundert Seiten langen Roman, namens der „Modddetektiv“ herausgegeben hat.

Daniela Strigl leitete wieder ein und Anfangs war der Autor nicht sehr gut zu verstehen, was ein oder  warum   August Johnny Sandemann ein Moddetektiv ist, habe ich so nicht ganz mitbekommen. Er scheint aber eine große Schnauze zu haben und einen trashigen Anzug zu tragen und auf diese Art und Weise ein genauso wortgewandgtes Mädchen namens Birigt zu treffen.

Diese Stelle hat der Autor vorgetragen, dann kam Sebastian Fasthuber auf die Bühne, der übrigens im „Falter“ eine Rezension zum „Modetektiv“ geschrieben hat und stellte Franzobel und dessen „Floss der Medusa“ vor, ein Buch von dem ich wieder annehme, daß es auf einer oder allen zwei der „Buchpreislisten“ stehen wird und aus dem Franzobel schon vor einem guten Jahr in der „Alten Schmiede“ gelesen hat, als das Buch noch nich erschienen war.

Damals hat Franzobel sehr viele Unterlagen, Bilder Fotografien dazu gezeigt, jetzt erwähnte der Moderator, daß Franzobel sehr lange, nämlich drei Jahre an dem Buch geschrieben hat, das eigentlich schon 2016 erscheinen sollte, da die „Medusa“ ja vor zweihundert Jahren, nämlch 1816 gestrandet ist.

Publikum

Publikum

Franzobel

Franzobel

Es gibt schon Bücher von Julian Barnes, ein Buch, das ich übrigens auf meinen Stapel habe und Peter Weiss zu diesem Thema und Franzobel las sich launig durch das Buch und erzählte etwas vom Untergang der „Medusa und den hundertfünfzig Menschen, die dann auf das Floß verladen wurden, von denen nur fünzehn überlebten indem sie sich vom Fleisch der anderen ernährten und ihren Urin tranken und darob zum Teil auch wahnsinnig wurden.

Während Franzobel las, kam ein Sturm über das Museumsquartier, so war die Lesung nach dem Gespräch mit Sebastian Fasthuber dann auch beendet, bei dem Franzobel noch ein bißchen etwas zu seiner Lust an der Sprachaktobatik und am Fabulieren erzählte, während Sebastian Fasthuber meint, daß das ein eher konventionell erzählter Roman sei, der aber, wenn man Abenteuergeschichten mag, sicherlich ganhz spannend ist.

2017-07-13

O-Töne zu Krieg, Flucht, Trauma und Übersetzung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: , ,
Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Die heurigen Sommerdonnerstage habe ich ja dem Literaturfestival „O-Töne“ gewidmet und damit ich einen guten PLatz bekomme, was mir im Vorjahr nicht immer gelungen ist,  habe ich vor, wenn möglich schon um sechs hinzugehen und mir die Zeit bis zu Beginn, was ja auch sehr passend ist mit Lesen zu vertreiben.

Vorige Woche war es Barbi Markovic „Superheldinnen“, diesmal „Louise Erdichs „Schattenfangen“, Ende August kommt dann wahrscheinlich schon ein Buchpreisbuch dazu und diesmal habe ich auch nur eine Stunde gelesen und mich in der zweiten mit Christa U. unterhalten, mit der ich in die Hauptschule gegangen bin und die ich regelmäßig bei Festivals und Veranstaltungen treffe.

Die „O-Töne“ passen diesmal zu den Themen „Krieg, Flucht, Trauma und übersetzen, beziehungsweise Dolmetsch, leitete dann Daniela Strigl ein, die wieder moderierte und stellte sodann Mascha Dabic mit ihrem Debut „Reibungsverluste“ vor, von dem ich, glaube ich, schon etwas gehört oder gelesen habe.

Es geht jedenfalls um eine Übersetzerin, die bei einer Therapeutin dometscht, also ein mir gar nicht so unbekanntes Thema, eitlang Asylwerberdiagnostik mit Dolmetscherunterstützung gemacht.

Die Klientin von der Stelle, die die junge Autorin vorgelesen hat, war auch eine Tschetschenin mit einem Baby, eine Zweitfrau und die Therapeutin mußte der Dolmetscherin erklären, warum das Schweigen in einer Therapie wichtig ist.

Dann kam, mir bestens bekannt Anna Kim mit ihrem Roman „Die große Heimkehr“, von dem ich mir vorstellen kann, daß er auf der einen oder der anderen Buchpreisliste stehen wird und der handelt diesmal von Anna Kims Wurzeln, beziehungsweise dem Koreakrieg.

Wieder wurden zwei Stellen vorgetragen und dazwischen gab es ein Iinterview, wo Daniela Strigl, die Autorin zu ihrem Buch befragte.

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

In der Ersten sucht eine Deutsch–Koreanerin, die mit vier Jahren adoptiert wurde, einen alten Archivar auf, dem sie einen Brief aus dem Englischen übersetzt. Sie ist nach Korea gekommen, um ihre Eltern zu suchen und gerät dabei offenbar in die Geschichte hinein und so spielt die zweite Stell auch in den Fünfzigerjahren und da wird viel vom Koreakrieg erzählt.

Interessant, interessant und ich bin jetzt gespannt, ob das Buch demnächst lesen werde.

„Die Bilderspur“, Anna Kims erstes Buch und einen  bei „Residenz“ erschienenen „Essay-Band“ habe ich gelesen, dazwischen war ich bei einigen ihrer Lesungen  und nochmals interessant, das nächste Buch das ich lesen werde, wird eines von Sabine Gruber sein, aber nicht, das was sie im Vorjahr bei den „O-Tönen“ vorstellte und mit dem sie auch auf der öst-List stand, sondern „Stillbach  oder die Sehnsucht“, das ich mir, glaube ich, vor ein paar Jhren bei einem „Morawa-Flohmarkt“ kaufte.

2017-07-07

Die vierzehnten O-Töne

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 02:41
Tags: , ,
20170706-201007

Christian Strasser

Die O-Töne, das Literaturfest im Museumsquartier, das es jetzt schon seit vierzehn Jahren gibt, ist ja bisher immer ein bißchen an mir vorbeigegangen, ist die Veranstaltung doch jeden Donnerstag im Juli und im August und da war ich  in den letzten Sommern in Harland auf der Sommerfrische und bin höchstens dort gewesen, wenn der Alfred einmal mit dem Karli auf Urlaub war.

Aber jetzt ist ja der Alfred auf Altersteilzeit und da gibt es nur mehr Sommerfrischenwochenende und so habe ich mir das Literaturfestival schon im vorigen Jahr ziemlich gegeben, was sehr gut war, weil ich da so ziemlich genau wissen konnte, das da auf der österreichischen Buchpreisliste stehen wird.

Und so habe ich mir auch die diesjährige  Eröffnung gegeben und bin sogar schon um sechs im Museumsquartier gewesen, weil ich nach der Sommerakademie nicht extra nach Hause gehen wollte.

Das ist gut, um einen Platz zu bekommen, denn da sind die Sitzreihen, die erst später von den Veranstaltern reserviert werden, meistens noch leer, obwohl ich die Veranstaltung vom Programm her eigentlich auch auslassen hätte können.

Da ich sowohl Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ und Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“ schon gelesen habe und ich gehe ja nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon kenne, obwohl ich hätte was versäumt, denn die Eröffnungen sind ja immer sehr festlich.

Christoph Möderndorfer

Christoph Möderndorfer

20170706-201647

Gabriela Hegedüs

Da kommt zuerst der MQ-Direktor und hält eine Grundsatzrede zur Literatr, betont, daß Lesen schön und wichtig ist und da ich die gestrigen Bachmannpreiseröffnung ohnehin versäumt habe, war da etwas nachzuholen und dann beginnen die O Töne ja meistens mit einem Konzert, das diesmal die Singer Songwriterin Violetta Parsini gestaltet hat, der ich schon bei den Proben ein wenig zuhören konnte. Sie sang von den Fahrradunfällen, die ihr Leben sehr verändert haben und dann kam wieder Daniela Strigl und stellte Birgit Birnbacher vor, die ein Stück von dem jungen Mann gelesen hat, der für seinen Bewährungshelfer die Beweggründe aufsprechen muß, wieso er in einem Hasenkostüm eine Tankstelle überfallen hat und interessant Daniela Strigl stellte das Buch, auf dem ja Roman steht, als Erzählband vor, der kunstvoll miteinander verflochten ist.

Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ ist dann ein richtiger Erzählband, da gab es eine längere Stelle aus der Geschichte, wo sich die junge >Mutter Sorgen um ihre Tochter und die Ausgrenzung eines ausländischen Kindes aus ihrer Schulklasse macht.

Dann gab es ein Interview mit der Autorin zu ihrer Art des Schreibens und dann kamen noch zwei Textbeispiele, eines aus der Geschichte, wo der alte Mann seine demente Frau auf eine Leiter zwingt und dann noch die, wo ein Paar mit seinem Kind nach Italien auf Urlaub fährt.

20170706-201816

Violetta Parisini

20170706-211651

Daniela Strigl

Die Rolle der Tiere in  die Geschichten, die ja nicht immer gleich zu erkennen sind, wurden wieder diskutiert und dann rief die Veranstalterin schon zum Wiederkommen nächste Woche auf und das habe ich ja vor mir, die O-Töne diesmal ganz zu geben und interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, daß ich das „Streichelinstitut“ bei dessen Präsentation ich ja vor Jahren bei den Boulebahnen einmal war, inzwischen im Schrank gefunden habe und während ich auf den Beginn gewartet habe, habe ich Barbi Markovics „Superheldinnen“ gelesen und die liest ja heuer in Klagenfurt.

Das Buch inst im „Residenz-Verlag“ erschienen und dort hat ja Petra Eckhart, die jetzt das Programm organisiert einmal die Presse betreut.

Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher

20170706-211857

Eva Menasse

2016-08-26

Phantastische O-Töne

Daniela Strigl

Daniela Strigl

20160825-204705

Zwei ungewöhnliche Autorinnen mit einer fast magischen, wirklichkeitsfremden, sehr künstlichen Art und Weise des Schreibens diesmal bei den O-Tönen.

Zuerst, die mir bisher vollkommen unbekannte Debutantin Margit Mössmer, 1982 in Hollabrunn geboren, die Theater, Film und Medienwissenschaft, sowie Hispanik studierte und seit 2007 im Museumsquartier arbeitet.

„Die Sprachlosigkeit der Fische“ ist in der „Edition Atelier“ erschienen, bei „Literaturen“ gibt es  eine Rezension und das Buch ist ein Episodenroman, der von einer Gerda, einer Art Wunderwuzzi, wenn ich es richtig verstanden habe, handelt, die in der Welt herumreist, in Schneelöcher fällt, Bürgermeisterin ist, auf Bäume klettert oder in Floridsdorf in einem Kaffeehaus arbeitet, wo sich unter den anderen Gästen auch ein Mann und eine Frau befinden, die um halb zeh schon Fleischaberln essen wollen.

„Küche leider erst um zehn, aber einen Toast kann ich Ihnen machen!“

Der Mann bestellt, schreit mit der Frau herum, will, daß sie für ihn zahlt, weil sie kein Geld hat, haut er ihr eine hinunter und sie blutet aus den Ohren, der Nase und den Mund, das Blut breitet sich im ganzen Lokal aus, den Gästen geht es schon bis zum Knie und die Frau entschuldigt sich bei Gerda für die Mühe, die sie ihr machte, aber es reichte ihr einmal.

Sehr ungewöhnlich, eine Art magischer Realismus wahrscheinlich, den man in der österreichischen Literatur und unseren Breiten vielleicht nicht so gewohnt ist, aber Teresa Präauer, die Wolf Haas „Gans im Gegenteil“ illustrierte, dann mit ihrem Erstling den „Aspekte Literaturpreis“ bekam, scheint eine ähnlich unkonventionelle Schreiberin zu sein.

Teresa Präauer

Teresa Präauer

Margit Mössmer

Margit Mössmer

Aus ihrem soeben erschienenen Roman „Oh Schimmi“ hat sie im Vorjahr in Klagenfurt schon ein Stück gelesen und nicht gewonnen, obwohl sie in jeder Runde in der Stichwahl war. Das ist die Geschichte von dem Mann, der sich einer Frau und seiner Liebe wegen in einen Affen verwandelt oder verkleidet und dann in einen Supermarkt  Schokobananen einkaufen geht.

Er wohnt mit seiner Mutter in einer phantastischen Stadt in einem Turm, scheint ein Sonderling mit Sprachfehlern und besonderes Bedürfnissen zu sein und Teresa Präauer hatte auch eine sehr abgehackte konstruierte Art des Lesens.

„Eine der ungewöhnlichsten Gegenwartsautorinnen!“, hat Daniela Strigl, glaube ich, sie eingeleitet und ich glaube auch, daß das stimmt, so daß nach den sehr politischen Lesungen der letzten Woche, das phantastische und magische, das mir ja wahrscheinlich nicht so liegt, an der Reihe war, aber auch sehr interessant zwei neue Schreibweisen kennenzulernen.

Das heißt, Teresa Präauer habe ich ja schon  gekannt und sie ist ja auch im „Literaturmuseum“ in der Sonderausstellung zu sehen.

Margit Mössmer war für mich die Endeckung des Abends. Mal sehen, was ich wieder von ihr lesen oder hören werde.

 

2016-08-19

Politische O-Töne

Daniela Strigl

Daniela Strigl

„Liebe Literaturfreunde, heute wird es politsch!“, sagte Daniela Strigl zur Eröffnung, der heurigen sechsten O-Töne-Veranstaltung, bei fünf bin ich gewesen, die inzwischen von ihrem Urlaub zurückgekommen scheint, denn sie hat diesmal den Debut-Leser Daniel Zipfl selber vorgestellt und mit Daniel Zipfl Buchs „Eine Hand voll Rosinen“, ergeht es mir  sehr seltsam, denn irgendwie kommt es nicht und nicht zu mir, obwohl ja einige diesbezügliche Anläufe bestanden haben, denn es ist ja vorigen Herbst  bei „Kremayr&Scheriau“ erschienen, da gab es eine „Release-Party“ und eine Vorstellung bei der „Gesellschaft für Literatur„, aber da wurden nicht immer die gleichen Bücher vorgestellt, einmal war Daniel Zipfel dabei, bei der Party und der Lesung vorher, glaube ich, nicht und als ich die Bücher angefragt habe und sagen sollte, welche ich wolle, habe ich ihn übersehen.

Dabei ist es ein interessantes Thema, geht es ja um Traiskirchen, einen Schlepper und einen dafür zuständigen Polizeibeamten, allerdings schon im Jahr 2003, also nicht die aktuelle Situation, die es vorigen Herbst gegeben hat, als das Buch erschienen ist und dann war ich ja im Dezember bei dem Literaturhaus Flohmarkt und da war es dann, um zwei Euro zu erwerben.

Ich hatte es schon in der Hand, dachte dann aber nein, ich nehme es nicht und bin gegangen und als ich am nächsten Tag wieder gekommen bin, war es leider nicht mehr da, so machte ich, als ich Petra Piuks „Lucy fliegt“, bestellte einen zweiten Anlauf, aber dann sah ich Marianne Jungmaiers „Sommernomaden“ sind inzwischen erschienen und wieder nichts, aber vielleicht kommt es noch mal zu mir.

Daniel Zipfel

Daniel Zipfel

Vielleicht steht es auch auf der Debutliste, denn es ist ja ein interessantes Buch, das 1983 in Freiburg geborene Jurist da geschrieben hat. Er bedankte sich auch sehr höflich für die Einladung und las zwei Stellen vor. Eine über den Fremdenpolizisten Ludwig Blum und dann noch eine über einen afghanischen Schlepper, der in Istanbul in einer Kneipe sitzt und immer wieder einige Rosinen, so ja auch der Titel, zugeschoben oder weggenommen bekommt, je nachdem, wie die Geschäfte laufen.

Dann kam die letzte „Veza Canetti Preisträgerin“ Sabine Gruber, die ja schon zur Preisverleihung vorigen Oktober im MUSA ein  Stück aus ihrem eben erschienenen Roman „Daldossi oder das Leben des Augenblicks“ gelesen hat. Dafür hat sie, erzählte Daniela Strigl im Gespräch mit ihr, sehr viel recherchiert und sogar eine Ausbildung zur Kriegsfotografin gemacht und Bruno Daldossi ist ein solcher, der aber dabei ist auszusteigen, viel trinkt, eine Trennung durchmacht und dann mit einer anderen Frau, nach Lampeduasa fährt, weil Flüchtlingsboote offenbar viel einfacher zu fotografieren sind, als minenverseuchte Gebiete.

Sabine Gruber

Sabine Gruber

Das weiß ich zwar nicht so genau, ob das stimmt, aber es gibt auch Beschreibungen von sechzehn Fotografien in dem Buch, zwei davon hat die 1963 in Meran Geborene, die auch einmal Sekreätrin bei der GAV war und die neben dem „Priessnitz-„, den „Veza-Canetti-„, auch den „Wildgans- Preis“ bekommen hat und, wie ich in den „Tonspuren“ hörte, sich um das Preisgeld ein Motorrad kaufte, das sie deshalb „Wildgans“ nannte, vorgelesen und ich bin eigentlich sicher, daß das Buch, wenn nicht auf die deutsche dann auf die österreichische Buchliste kommt.

Dann werde ich es, wenn ich es bekomme, lesen, sonst steht ja noch „Stillbach oder die Sehnsucht“ auf meiner heurigen Leseliste, das ich mir einmal glaube ich bei einem der „Morawa-Flohmärkte“ kaufte. Mal sehen ob ich das alles schaffe?

Die O-Töne waren jedenfalls wieder sehr gut besucht und weil die Leute da ja alles reservieren, habe ich obwohl ich schon um viertel acht gekommen bin, einen Platz weit hinten gefunden, aber Robert Schindel und ich glaube auch Lorenz Langenegger gesehen, der, wenn ich mich nicht irre, auch vorige Woche bei der Friederike Mayröcker war.

Ansonsten kann ich noch berichten, daß ich  mit dem ersten Kapitel von „Claire-Klara-Clarisse oder wilder Lavendl“, zweieinhalb Seiten, 1340 Worte, angefangen habe und auch das ist sehr gut gegangen.

2016-08-12

Ö -Töne in der Arena 21

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger

Die Ö-Töne finden ja im Freien, im Haupthof des Museumsquartier und im Nebenhof bei den Boule Bahnen   statt und wenn es regnet in der Arena 21, dort wo auch die „Ohrenschmaus-Preisverleihungen“ stattfinden, aber diesmal war es anders, denn diesmal war Friederike Mayröcker mit ihren „Fleurs“, den dritten Teil nach „Etudes“ und „Cahier“ an der Reihe und die wollte nicht im Freien lesen.

Als Debutantin gab es Verena Mermers „“die stimme über den dächern“, das schon vor einem Jahr bei „Residenz“ erschienen ist und ich sie daraus auch schon im Literaturhaus lesen hörte.

Wenn Friederike Mayröcker liest ist es immer sehr voll und ich kann mich schon an „Alte Schmiede“ Veranstaltungen, noch in dem alten Raum den man über den Hof erreichte, wo ich dann eingeklemmt in der Menge im Vorraum gestanden bin und versuchte mich kleinweise Schritt für Schritt nach vorn zu kämpfen. Bei „Scardanelli“ ist das, glaube ich, so gewesen und einmal zu einer Saisoneröffnung, weil ich manchmal ja noch um sechs eine Stunde habe und dann erst um dreiviertel aus meiner Praxis wegkomme.

Diesmal hätte ich sogar eine um sieben gehabt, die ist aber entfallen, so war ich schon vor halb acht im Museumsquartier, wo schon der Alfred einen Platz in der dritten Reihe besetzt hatte, das letzte Mal sind wir ja sehr schlecht und weit hinten gesessen und das Eintrudeln der Menschen beobachten konnte.

Judith Massar vom „Leseloop“ hat ja vor einer Woche ausführlich von den Ö-Tönen berichtet und da gemeint, daß die, eine Beobachtung, die ich eigentlich nicht machte, von sehr vielen jungen Menschen besucht werden. Diesmal war es, glaube ich, auch nicht so, obwohl dann eine Gruppe junger Leute auch noch eintraf, die meisten waren, glaube, ich in meiner Altersklasse und noch älter und natürlich sehr viele Fans und Prominente.

So habe ich glaube ich Susanne Scholl gesehen, die Frau Schmid-Dengler, Christel Fallenstein ist natürlich gekommen, Julia Danielczyk und und und Klaus Kastberger, der ja inzwischen Professor in Graz und Leiter des Grazers Literaturhauses ist, moderierte, beziehungsweise las er zuerst Daniela Strigls Text, die ja die Debutantenreihe betreut, vor und die 1984 in St. Egyden am Steinfeld geborene Verena Mermer, habe ich vor fast zwei Jahren bei dieser Literaturwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt und dann vor einem Jahr am „Volksstimmefest“ gemeinsam mit ihr gelesen.

Verena Mermer

Verena Mermer

Ihren Roman, der von vier jungen Leuten in Baku handelt, zwei davon heißen Frieda und Che und lassen an Frieda Kahlo und Che Guevara denken, habe ich ja leider nicht mehr bekommen, dafür habe ich sie aber vor kurzem auch bei Christa Nebenführs Sommerlesereihe „Literatur und Arbeit“ gehört und es war wieder interessant, in den Roman einzutauchen, dürfte Verena Mermer ja, was sie wahrscheinlich von den anderen Debutanten ein bißchen unterscheidet, eine politische Autorin mit sozialen Anspruch sein und dann kam die Grand Dame der Literatur, beziehungsweise Klaus Kastberger mit einer seiner hintergründigen Ansprachen, so tauchte dabei wieder der Satz von all den Preisen, die sie mit Ausnahmen des einen aus Stockholm gewonnen hätte und er meinte auch, daß sie im „Falter“ als Mischung zwischen weltabgewandter Dichterin und Popstar bezeichnet worden wäre und bezeichnete ihre Literatur  als eine Mischung zwischen Lyrik und Prosa. Assoziationen, die so modern und realistisch sind, daß sie auch das Internet einbeziehen.

Begonnen hat er aber mit dem großen Goethe oder mit dem Duden, wo man zwischen „Altertum“ und „Altersweisheit“ das „Alterswerk“ findet, das der Johann Wolfgang zelebriert hätte, in dem er seinen Schreibtisch aufräumte und seinen Nachlaß festlegte, etwas das Friederike Mayröcker in Ermangelung eines Schreibtisches und weil sie ja nicht sterben, sondern hundertzwanzig werden will, nicht tut.

Sie zelebriert nicht ihr Alter, sondern schreibt unaufhörlich vor sich hin und hat daher schon an die hundert Bücher verfasst, beziehungsweise hat sie zu zählen aufgehört.

Dann kam die Lesung aus „Fleurs“ und eine Seite aus dem gerade entstehenden Prosawerk und ich finde diese  Traumsequenzen, die mir diesmal besonders auffielen, sehr beachtlich.

Viel Applaus und Ergriffenheit und eine lange Schlange Menschen, die sich mit Büchern zum Signieren anstellten, das muß für die alte Dame, denke ich, auch sehr mühsam sein, dann noch ein oder zwei Stunden zu signieren und mit ihren Fans Small talk zu betreiben.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

Ich habe ja nicht sehr viele ihrer Bücher, weil man die seltsamerweise im Schrank nicht findet, nur einmal habe ich in der „Seedose“ das in den Fünfzigerjahren erschienene Frühwerk „Larifari“ gefunden, das wahrscheinlich noch in einem ganz anderen Stil geschrieben ist und jetzt kann ich raten, ob sie auf die Liste für den österreichischen Buchpreis kommt?

Mit „Ich schütttelte einen Liebling“, das ich gelesen habe, ist sie ja sogar auf die Shortlist des dBp gekommen, obwohl das ja  kein Roman ist, aber das ist ja, wie man immer merkt, ein sehr dehnbarer Begriff und F M eine, wie Klaus Kastberger noch bemerkte, die überhaupt nicht narrativ schreibt, aber die Grand Dame des österreichischen Literaturbetriebs und eine von den wenigen Ehrenbürgerinnen der Stadt Wien, vielleicht ist Julia Danielczyk mit ihrer Assistentin deshalb zur Lesung gekommen und mir ist dazu die „Rund um die Burg-Veranstaltung“ vor Jahren, ich glaube es war, um nine eleven, eingefallen, wo Ilse Aichinger, um die Mittagszeit vom „Literaturhaus“ eingeladen zu lesen war und ihre Zeit überzogen hatte. Nachher hätte Dietmar Grieser kommen sollen und während, die alte Dame, ich glaube von den Filmen oder etwas entsprechendes las, murrten die älteren Damen im Publikum „Wir wollen den Grieser hören!“, was ich ihm einmal erzählte.

Aber hier war das anders, der Applaus lang, der Saal sehr voll und die Veranstalterin sehr gerührt und sprach von einem nicht zu vergerssenden eindrucksvollen Abend.

2016-08-05

Halbzeit bei den O-Tönen

20160804-204727

Der vierte Abend des heurigen Literaturfestes im Museumsquartier, das diesmal wieder im Haupthof stattfand und als ich mit dem Alfred vor halb acht dort eintraf, war es schon ziemlich voll und schwer einen Platz zu finden, den wir dann ganz hinten, eine Reihe vor Nadine Kegele und anderen Jungliteratinnen zu denen auch Pia Piuk, die diesmalige Debutantin, kamen, fanden.

Brigitte Schwens-Harrant, Jurymitglied des österreichischen Buchpreises und Staatspreisträgerin für „Literaturkritik“ moderierte und stellte auch die Debutantin vor, deren Buch ich inzwischen gelesesen habe und das mich sehr beeindruckt hat.

Leider waren beim Vorgelesen bekommen die vielen abgebrochenen Sätze, in denen Pia Piuk ihre hyperaktive Protagonistin durch das Leben taumeln, beziehungsweise durch die Luft fliegen läßt, fast störend, beim Selberlesen habe ich es nicht so bemerkt, trotzdem ein spannendes Buch und  sehr beeindruckend der Realismus mit dem die Debutantinnen das harte Leben des Erfolgs und Scheiterns im Neoliberalismus schildern und dann kam als Hauptlesender Michael Köhlmmeier mit seinem „Das Mädchen mit dem Fingerhut“, eine Mischung zwischen Märchen oder Flüchtlingsschicksal, das ich in Leipzig, wo das Buch am blauen Sofa vorgestellt wurde, versäumte, das, wie Brigitte Schwens-Harrant in ihrer Einleitung erklärte, durch die Parabel besser rüber kommt, als wenn die harten Fakten der unbegleiteten Flüchtlingsschaft direkt angesprochen würden.

Da weiß ich zwar nicht so genau, ob ich dem zustimme, es gab auch diesmal kein Gespräch, so daß Michael Köhlmeier nichts erklärte und man gleich in Medias Res geworfen wurde oder mit der Einleitung der Moderatorin auskommen mußte.

Petra Piuk

Petra Piuk

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Es geht jedenfalls, um ein wahrscheinlich namenloses, stummes, sechsjähriges Mädchen, das von einem Onkel auf einen Markt zu einem Bodgan geschickt wird.

Es versteht die Sprache nicht oder nur mangelhaft, hat von diesen Onkel und einigen Frauen aber Unterweisungen bekommen. So stellt es sich einfach hin und schaut, bis es zu Essen bekommt und wenn es das Wort „Polizei“ hört, fängt es an zu schreien.

Auf diese Weise geht es eine Weile gut, bis der Onkel, der das Kind  jeden Abend von dem Geschäft des Bodgans, wo es den Tag verbringt, abholt, nicht mehr erscheint und es alleine loszieht, in einer Mülltonne landet und schließlich in einem Cafe von der Polizei aufgegriffen wird.

In Zeiten, wie diesen ein interessantes und sehr wichtiges Thema und ein Buch warhscheinlich, das man auch auf den beiden Listen, die es ja in ein paar Wochen gibt, finden wird.

Der 1949 geborene Michael Köhlmeier ist ja vor zwei Jahren mit seinen „Zwei Herren am Strand“, ein Buch, das ich inzwischen gefunden habe, auf die Longlist gekommen, ein Jahr früher mit seinen „Joel Spazierer“ nicht.

Brigitte Schwens-Harrant hat noch ein paar andere Kählmeier Werke aufgezählt und nächste Woche wird es mit der Grande Dame, Friederike Mayröcker weitergehen, deren „fleurs“ ja auch der österreichischen Liste stehen kann, die am sechsten September veröffentlicht wird.

Ein schöner, spannender und recht kurzer Abend. Gustav Ernst habe ich auch noch im Publikum gesehen.

2016-07-29

Zwei Tiroler mit viel Freiheit

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Nachdem ich letzte Woche die O-Töne ausgelassen habe, weil ich Eva Schmidt schon in der „Alten Schmiede“ gehört und Irmi Fuchs Debut schon gelesen habe, habe ich mich diesen Donnerstag mit dem Alfred im Museumsquartier getroffen.

Die O-Töne finden ja abwechselnd im Haupthof und bei den Boule Bahnen, je nach Prominenz der Lesenden offenbar, statt.

Wenn es regnet geht es ins Quartier 21, wo übernächste Woche auch Friederike Mayröcker lesen wird, diesmal also in dem kleinen Hof, dafür zwei Moderationen, da Daniela Strigl offenbar die Debutreihe betreut, während die Hauptlesenden  von abwechselnden Hauptmoderatioren angekündigt werrden, der diesmal Klaus Zeyringer war, der auch  bei „Literatur und Wein“ den Samstag moderiert und ein Bild der diesmaligen Debutantin gibt es schon in meinem Blog, hat sie ja Alfred in Leipzig im Österreich-Cafe fotografiert und auch ihr Buch gekauft, während mir die 1980 in Tirol geborene Autorin bisher eher unbekannt war.

Ihr Roman  „Traurige Freiheit“ ist bei „Droschl“ erschienen und handelt von der schönen neuen freien Arbeitswelt des Prekariats, ein trauriges Buch, wie Daniela Strigl ankündigte, beziehungsweise hat es Karl Markus Gauss so beschrieben, das von einer Hanna handelt, die mit einem Jakob, einen Arzt, in einer Stadt wie Innsbruck lebt und in Berlin die Chance auf ein Volontariat bekommt.

Norbert Gstrein

Norbert Gstrein

Jakob will zwar keine Fernbeziehung, eine Freundin stellt ihr aber eine Wohnung zur Verfügung, das Volontariat geht offenbar schief, zu Jakob kann sie  nicht zurück, so bleibt sie in Berlin, hat kein Geld, arbeitet tagsüber in Bibliotheken, nimmt Abends Schlaftabletten.

Das Leben ist hart und Daniela Strigl hat in ihrer Einleitung auch noch vom Scheitern gesprochen.

Friederike Gösweiner bedankte oder beschwerte sich danach, daß sie als Vorhut lesen müsse oder dürfe und meinte, daß der ebenfalls Tiroler Norbert Gstrein, der, glaube ich, aber inzwischen in Hamburg lebt, ihr Buch schon Korrektur gelesen habe, der lobte es dann sehr, bevor er mit seiner „Freien Welt“ begann und da habe ich die Buchvorstellung auch schon in der „Alten Schmiede“ gehört und da las Norbert Gestrein aus dem Roman, wo ein österreichischer Schriftsteller namens Hugo, den Lebensspuren des jüdischen Schriftstellers John, der kein Opfer sein will, aufspürt, fast die gleichen Stellen, nur bei der ersten, wo die Beiden ein Jahr vor Johns Tod durch die Wüste fahren, bin ich mir nicht ganz sicher, dann kam aber die Stelle mit dem Nachruf in der Buchhandlung in San Francisco und auch die letzte Stelle wo er nach Israel fliegt und mit John Mauthausen besucht, habe ich, glaube ich, schon gehört.

Neu war für mich, daß Norbert Gstrein, wie Klaus Zeyringer betonte, seine Schreibprozesse immer in seine Romane einbezieht und das finde ich  sehr interessant und am Schluß wies der Autor noch auf ein Buch von Claude Simon hin, das er in den offenen Bücherkästen Hambrugs gefunden habe und das man lesen solle.

20160728-202011

Man soll vielleicht auch „In der freien Welt“ lesen,  jedenfalls konnte man sich das Buch, wie auch das von Friederike Gösweiner signieren lassen und ich bin gespannt oder erwarte es mir eigentlich, daß es entweder auf die deutsche oder österreichische oder vieleicht sogar  auf beide Buchlisten kommt und dann bin ich gespannt, ob es zu mir kommt.

Ansonsten warten in meinen Regalen von meinen Bücherfunden ja noch „Die englischen Jahre“ und „Das Handwerk des Tötens“ auf mich. „Einer“ und „Anderntags“, die Frühwerke habe ich aber, glaube ich, auch noch nicht gelesen.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.