Literaturgefluester

2017-10-27

Reibungsverluste

„Reibungsverluste“ der 1981 in Sarajevo geborenen Mascha Dabic, die 1992 nach Österreich kam, hier Translations- und Politikwissenschaften studierte und als Übersetzerin im Asyl- und Konferenzbereich tätig ist und unter anderen auch Barbi Markovic übersetzte, ist das zweite und wahrscheinlich letzte Buch der österreichischen Debutshortliste, das ich gelesen habe und es ist, obwohl das wahrscheinlich draufsteht, kein Roman, sondern, ich weiß nicht, ob man es als Memoir oder Personal Essay bezeichnen könnte. Vieles davon ist wahrscheinlich autobiografisch und aus dem Leben und Erfahrungsschatz der jungen Autorin gegriffen.

Ein Sachbuch ist es wahrscheinlich auch nicht, denn es hat  eine Handlung. Ein Tag im Leben einer jungen prekären Geisteswissenschaftlerin, die zwei Jahre lang in Russland lebte und daher jetzt in Asylheimen bei Therapien Tschetschenen dolmetscht, wird da erzählt.

Ein narrativer Sachbericht ist wahrscheinlich der bessere Ausdruck, der uns viel vom Leben der prekären Geisteswissenschaftler und der Asylsuchenden, ihren Alltag, ihren Sorgenschildert und das ist in Zeiten, wie diesen ein sehr wichtiges Thema, das uns alle angeht, obwohl der Zug nach rechts mit blauer Wolke ja wahrscheinlich schon längst fährt.

Friederike Gössweiner hat im Vorjahr mit ihrer „Traurigen Freiheit“, nur vom Leben eine prekären jungen Akademikerin erzählt und damit den Debutpreis gewonnen.

Ich dachte damals, das wäre deshalb, weil die „Arbeiterkammer“ den Preisträger aussucht und das ist ja ein soziales Thema, während Katharina Winklers „Blauschmuck“, das sicher viel literarischerischer war, leer ausgegangen ist.

Jetzt könnte ich sagen „Liebwies“ ist literarischer,  skurriler und wahrscheinlich ausgedacht, während „Reibungsverluste“ vom Alltag in dem wir leben erzählt, der,auch für mich, die über Sechzigjährige erfolglos schreibenden Psychologin und Psychotherapeutin, die in ihrer Praxis keine Dolmetsch gestützte Therapien, aber eine Zeitling eine solche Diagnostik mit oft auch tschetschenischen Asylwerbern machte, sehr interessant ist.

So weiß ich auch nicht genau, welchen Buch ich den Preis wünschen soll, das von  Nava Ebrahimi, das wahrscheinlich genauso sozialkritisch einzuschätzen ist, habe ich nicht gelesen.

Muß mich aber ohnehin nicht entscheiden und denke, es ist auf jeden Fall sehr interessant „Reibungsverluste“ zu lesen, obwohl ich das Buch nicht als Roman verstehen würde.

Interessant für mich natürlich in den Alltag einer Dolmetsch gestützten Therapie hineinzugleiten. Da erschien mir manches hözern und dahin erzählt. Aber Mascha Dabic ist wahrscheinlich keine Theraupeutin, wie das auch ihre Protagonistin Nora nicht ist und die hat ihre liebe Not, wie sie beispielsweise, die Therapeutenfloskel „Was haben Sie aus dieser Stunde mitgenommen?“, übersetzten soll, ohne daß der Klient empört „Ich habe nichts geklaut!“, antwortet.

Darum geht es in dem Buch, um die Reibungsverluste, die entstehen, wenn der Klient „Doppelgänger“ sagt, die Doolmetscherin „Zwilling“ übersetzt und Klient und Therapeut dann eine Weile aneinander vorbeirreden, bis der Dolmetscher eingreift und neu übersetzt.

Das ist das Interessante an dem Buch, für mich und wahrscheinlich auch für die, die letzte Woche schwarz oder blau wählten, weil man darin Einblick in das Leben von tschetschenischen Flüchtingen bekommt, den man sonst wahrscheinlich nicht erfährt, wenn man sie nur auf der Straße sieht oder in den Medien über die sogenannte Flüchtlingskrise hört.

Mascha Dabic übersetzt wahrscheinlich auch dem Russischen oder Serbischen, deshalb kommen in dem Buch die syrischen Flüchtlinge, die momentaner aktueller sind, nur am Rande vor.

Ich habe es aber und das gehört wahrscheinlich auch zu den „Reibungsverlusten“, das Buch, weil ein PDF und ich meinen Laptop nicht in meine ohnehin viel zu kleine neue schwarze Handtasche stecken kann, parallel mit Eva Rossmanns „Patrioten“ gelesen und da geht es unter anderen, um eine syrische Flüchtilingsfrau und ich hoffe, ich komme dadurch nicht zu sehr durcheinander und die dabei entstandenen Reibungsverluste halten sich in Grenzen.

Mascha Dabic, die ich mit ihrem Buch auch schon bei den „O-Tönen“ hörte, wurde auch von Daniela Strigl für den „Franz Tumler-Preis“, den inzwischen Julia Weber gewonnen hat, vorgeschlagen und steht auch auf der „Blogger Debut-Longlist“.

Sie war schon drauf, als ich von den O-Tönen kommend, auf der Seite nachschaute. Ich mußte sie also nicht vorschlagen, beginnt aber den Tag, durch den sie ihre Protagonistin Nora Kant führt, literarisch und läßt sie beim Aufstehen fluchen. Der Wecker läutet, sie muß los, denn am Montag dolmetscht sie im Flüchtlingsheim, am Mittwoch bei der Caritas, dazwischen gibt sie syrischen Flüchtlingen Deutschunterricht. Das kommt also doch vor und auch die „Flüchtlingsindustrie“ von denen ganze Heerschafen sonst arbeitsloser Geisteswissenschaftler leben und sie sieht schlecht,  hat „sieben Dioptriein und einen Astigmatismus am linken Auge“ und setzte als Kind immer die Brillen ihrer weit- beziehungsweise kurzsichtigen Eltern auf, die sie dann prompft vor dem schecht Sehen warnten.

In der kleinen Wohnung die, die prekäre Geisteswissenschaftlerin bewohnt, liegen überall Bücherstapeln, über die eine verschwommen Sehende schon mal stolpern kann und Nora hat sich und das finde ich, die „Büchernärrin“, wie die Ruth es einmal nannte, sehr originell sich ein dreimonatiges Leseverbot erteilt.

Bei „Amazon“ gibt es eine Einsternrezension, der das Buch “ eine langweilige Geschichte aus dem langweiligen Leben seines  sehr langweilig Menschen nennt“ nennt, da hat der Rezensent glaube ich  den Hintergrund „der zahlreichen Fluchtgeschichten“ nicht verstanden oder verstehen wollen, der sich aber genau auf das bezieht und das das spannenste Moment der Geschichte hält, daß sie am Abend wenn sie müde nach Hause kommt, nach einem Buch und da zwar zu japanischer Literatur, greift, was ich auch sehr spannend finde.

Die Protagonistin steigt also am Morgen unter die Dusche, macht sich eine Tasse Espresso, denkt dabei an ihren Russlandaufenthalt, wo sie am Geothe-Institut beschäftigt war, von Olgabei der sie zuerst wohnte, Unterricht im Nägelmaniküren bekam, dann mit einem Vladimir zusammenlebte und nach der Trennung von ihm, jetzt in einer kleinen Wohnung lebt und von einem Termin zum nächsten hetzt.

Sie kommt in das Flüchtlingsheim auch zu spät, sagt „Entschuldigung!“, zur Sekretärin Erika, die „Kein Problem!“, antwortet, denn der Klient hat abgesagt. So hat Nora eine Stehstunde, für die sie elf Euro bekommt und übersetzt in dieser Zeit für die Therapeutin Roswitha „Folterprotokolle“, denn nur wenn die selbstverständlich anonymisiert abgegeben werden, bekommt das Heim Subventionen und kann die Therapeuten, die „Sozialkas“ und die Dolmestscher zahlen.

Ich finde das nicht langweilig, sondern im Gegenteil sehr interessant, aber natürlich surrealistisch, experimentell oder sonst literaisch unverständlich ist es nicht, wenn die Klienten erscheinen.

Aber da kommt es eben zu „Reibungsverlusten“ und das fand ich auch besonders interessant, wie es bei diesen Dolmetsch gestützten Therapien zugeht und das ist ein bißchen anders als in meinen Kassentherapien.

Die Therapeutin Roswitha scheint aber auch eher analytisch zu arbeiten und die Dolmetscherin Nora hat sich erst an den Therapeutenjargon gewöhnen müssen und wenn ein Mann der Klient ist, stecken sich beide Eheringe an, um nicht noch unnötigere Reibungsverluste zu haben und wertvolle Zeit zu verlieren.

Es kommen aber ohenhin, wie meist üblich mehr Frauen mit Kopftücher. Malinka, die tschetschenische Zweitfrau mit dem einjährigen Baby auf dem Schioß, das natürlich quengelt und die Stunde verkürzt. Diese Stelle hat Mascha Dabic bei den O-Tönen gelesen und da wird vorher von Dolmetscherin und Sekretärin darüber philosophiert, ob die muslimischen Zweitehen-Gewohnheiten grausamer, als die die Seitensprünge und die Betrügereien einer angeblich monogamen Gesellschaft sind?

Vorher ist Frau Magomadowa zu Roswitha gekommen und da gibt es auch Reibungsverluste, denn sie sollte eigentlich davon erzählen, wie es war, als ihr Mann  geschlagen und gefoltert wurde und der kleine Mustafa unter dem Bett lag, nicht ganz klar war, was er beobachtet hat, aber ihn seine Mutter, die mit dem Kind jetzt alleine in dem Asylheim ist, schon erzählen hörte, daß der Vater auf Dienstreise wäre.

„Man soll nicht lügen!“, eh klar, also auch Reibungsverluste. Frau Magomadowa ist aber ohnehin zu spät gekomen, beziehungsweise hat sie die letzte Stunde abgesagt, weil sie sich mit der afrikanischen Nachbarin, die laut ist und schlecht putzt, zerstritten hat. Sie hat von dem Lärm Kopfweh gekommen, die Folge des PTSD und hat sich bei den Sozialarbeitern und der Heimleiterin über die Frau beschwert. Jetzt hat sie Angst, daß man sie für rassistisch halten könnte. Und als sie von der Stunde in ihr Zmmer geht, um für Mustafa zu kochen, überlegt sie, daß sie der Therapeutin eigentlich von den Geschehnissen damals erzählen hötte sollen,  aber nicht konnte, weil sie die Theapeutin schonen wollte.

Reibungsverluste oder Aspekte, die auch für mich neu und meinen therapeutischen Alltag interessant sein könnten.

Dazwischen wird eingekauft oder Kaffee aus dem Stockwerk geholt, wo die Familien wohnen. Da schüttet Nora den Kaffee aus, sagt „Scheiße!“ und der kleine Jusuf, der mit seinem Vater, einem Witwer und der altklugen Halbschwester  dort lebt, sagt ebenso altklug „Scheiße darf man nicht sagen!“

So geht der“ langweilige Tag einer langweiligen Dolmetscherin“ und Flüchtlingsleben dahin. Am Ende sind trotzdem alle erschöpft. Nora fällt vom Fahrrad, verletzt sich die Wange, fährt mit einem aserbaidschanischen Taxilenker nach Hause, mit dem sie sich tut unterhält und der ihr auch seine Visitenkarte gibt und am Ende stolpert sie wieder über ein Buch und bricht ihren Vorsatz.

Sie liest das Buch im Bett, mit der obligatorischen Zigaretten, denkt kurz an Ingeborg Bachmann,  dann zuerst „Das Bettt ist ein sicherer Ort“.

Aber „Es gibt keinen sicheren Ort. Nirgends“

So schließt das Buch und ich bin gespannt, weil ich wirklich nicht weiß, ob ich Mascha Dabic oder Irene Diwiak den Preis wünschen soll und denke wieder „So eine Scheiße, daß man sich da entscheiden muß und angeblich nur einer gewinnen kann!“, weil man, wie ich ja schon oft schrieb, Äpfel mit Birnen nicht vergleichen kann.

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2017-10-23

Die Außerirdischen

Buch sieben der österreichischen Buchpreisliste und eines, das es zum meinem Bedauern nicht auf die Shortlist brachte, denn ich habe mich, seit ich auf den „O-Töne“ davon hörte, in „Exlibris“ gab es auch einen Beitrag, darauf gefreut und mich gefragt, ob das jetzt ein Fantasy Roman ist und es diese Außerirdischen gibt oder nicht?

Der Alfred, der auch bei den  „O-Tönen“ war und „Exlibris“ hörte, vermutete es hätte mit der FPÖ und vielleicht auch mit dem Wahlkampf zu tun.

Das letztere sicher nicht, denn das ist für einen Roman sicherlich zu aktuell, um die Chance zu haben, in den Kanon aufzusteigen und der 1961 in Tel Avic geborene und schon lange in Wien lebende Doron Rabonovici, ist ein Profi.

Ich denke aber immer noch an das Symposium für Sprachkunst, wo die Frage diskutiert wurde, ob man in Leipzig oder auch in Wien das Schreiben von Fantasyromanen unterrichten solle, denn das ist es ja, was die Leser wollen und wenn ich mich so in der jungen Book Tuber-Szene umhöre, dann ist es ja genau das, was sie lesen und es auch unzäliche von Dystopien, Weltuntergangszenarien, ecetera gibt.

Es ist aber, nehme ich gleich vorweg und denke da an das diabolisch überlegene Lächeln, das Doron Rabiovici während der Lesung im Museumsquartier aufsetzte. Ein sehr politischer Roman, ein gesellschaftpoltisches Portrait, das da meisterhaft mit allen Regeln der Sprachkunst und des spannenden Romanschreiben, gezeichnet wird und es hat natürlich mit dem Holocaust zu tun, was ja auch Rabinovicis Biografie und sein Engegament gegen Waldheim mit der Gründung des republikanischen Clubs etcetera, vermuten läßt. Es wirft aber auch ganz alltägliche Fragen auf. Schließen essen wir ja alle wahrscheinlich Fleisch und es gibt die Tierfabriken und die Schlachthöfe und auch die Proteste dagegen. Den Holocaust hat es gegeben und die Kriege, die Außerirdiischen warhscheinlich nicht.

Aber die kommen in Rabinovics Roman auf die Erde,  nach Wien, wo der Protagonist Sol wahrscheinlich lebt, genau steht das, glaube ich nie geschrieben. Es wird nur das Morgenjournal erwähnt, das Sol, der Gastrokriiker eines Onlinejournals mit seiner Frau Astrid, einer Museumskuratorim, also bestes Bobo-Milieu, gebildete Mittelschicht, hört und da wird berichtet, die Außerirdischen sind, nicht nur in Wien, sondern überall auf der Welt gelandet, Panik bricht aus, obwohl Astrid das zuerst für einen Scherz oder die nochmalige Übertragung eines Hörspiels hält. Es geht aber der Strom aus. Der Nachbar und sein Kind bleiben im Lift stecken. Sol will hilfe holen und sieht, wie die Supermärkte geplündert werden und Jugendliche mit Stangen auf der Straße stehen. Das hat Rabinovici, glaube ich, nicht erfunden, sondern kann man wahrscheinlich im Fernsehen vom Realgeschehen in Südamerika oder sonstwo, recherchieren.

Die Lage beruhigt sich aber wieder, nach einigen Wochen oder Tagen, das blieb mir unklar, denn zuerst heißt es, die Banken werden geschlossen. Es gibt kein Geld und keine Versorgung, dann geht aber alles sehr bald wieder in geordneten Bahnen über und die Außerirdischen, die niemand gesehen hat, heißt es, wollen den Frieden bringen. So gibt es Friedendemostrationen und Aufmärsche und das Gastromagizin in dem Sol arbeitet und das ist, glaube ich, auch ein besonderer Clou des Autors, verwandelt sich in eine  Politshow die „Brandheiß“ heißt, den Namen hat Sol erfunden und es kommen auch Gerüchte auf, daß die Außerirdischen eine Wettkampfshow wollen, wo man sich freiwillig melden kann. Der Sieger bekommt viel Geld und außerirdische Exomobilien. Der Verlierer aber wird geschlachtet, weil die Außerirdischen gerne Menschen essen, also wieder ein Kannibalismus-Roman, das hatten wir ja schon auf der deutschen Liste und bei dem „O Tönen.“

Aber nein, bei Rabinovici geht es ja um Fiction und zuerst heißt es auch, daß sich kein Mensch da freiwillig melden wird. Dann kommen die aber natürlich, werden Märtyrer genannt, denn die Außerirdischen heißt es, können Krankheiten heilen und die Welt retten. Beweis gibt es dafür zwar keinen, aber das müße man halt, als das kleinere Übel hinnehmen.

Die Talkshow wird berühmt und ein anderer Nachbar  Sols, Elliot, ein Student der Luftfahrtstechnik meldet sich als Freiwilliger. Jetzt kommt es aber zu Protesten und Terroranschlägen gegen die Show und da tauchen dann auch die Sicherheitsleute in dem Haus auf, wo die Talkshow abgehalten wird.

Elliot und andere Champs, wie die Freiwilligen genannt werden, sollen dort auftreten und das Projekt verteidigen. Elliot tut es, bittet Sol dann aber, ihm zur flucht zu verhelfen, denn die Zustände in dem Vorbereitungscamp wären furchtbar und von Freiwilligkeit schon längst nicht mehr die Rede.

Sol tut es und Astrid verschwindet. Sie hat, wie wir erfahren, sich für Elliot geopfert, denn die Behörden haben gewußt, daß er nicht bei dem vorgetäuschten Brandt, ums Leben gekommen ist, sondern Sol ihm zur Flucht verholfen hat. Sol sucht Astrid und kommt jetzt selbst in das Lager und wird auf die Insel geschickt, die sich nicht so paradiesisch erweist, wie den Freiwilligen eingeredet wurde.Kein Luxus, sondern blanker Terror. Ein Konzentrationslager und, um die Schlachtung geht es eigentlich nicht mehr oder doch, um sie schon, es wird aber kein Fleisch verpackt und verarbeitet.

Sol trifft Elliot und Astrid wieder. Elliot wird vom Mitläufer zum Widerstandskämpfer und am Ende sind wir dort, wo wir nach 1945 und wahrscheinlich bis zur Waldheim-Affaire waren.

Sol und Astrid kommen zurück, gelten als Traumatisierte, werden interviewt, sollen aussagen, werden aber auch gefragt, wieso sie zurückkommen konnten und ob sie nicht vielleicht selbst an ihrem Unglück schuld waren?

Die Außeridischen, die ja immer noch niemand gesehen hat, sind abgezogen. Denn sie haben, hört man von den Zuständen auf der Insel nichts gewußt und wollen jetzt kein Menschenfleisch mehr. Elliot soll angeklagt werden, Astrid und Sol werden aber für ihn aussagen und das Leben geht weiter. Wieder hat niemand von etwas gewußt und wir wissen jetzt vielleicht noch immer nicht, ob wir einen Fantasyroman gelesen haben und ich könnte vermuten, daß manche jugendliche oder auch ältere Leser enttäuscht sein werden, wenn sie vielleicht unbedarft nach dem Buch griffen und etwas anderes, als erwartet zu lesen bekommen.

Und ich bin enttäuscht, daß Doron Rabinovice, der ausgefuchste, diabolische nicht auf die Longlist kam. Denn wer soll jetzt den Preis gewinnen?

Robert Menasse, der, wenn auch anders, einen ebenso politischen Roman geschrieben hat, meiner etwas naiven Mainstreamleserseele liegt aber Rabinovicis Art mehr, kommt nachdem schon deutscher Buchpreisträger, vielleicht doch nicht mehr in Frage, denn das wäre ja fad und wohl auch ungerecht, das Geld nur an einen, statt an zwei zu verteilen, Paulus Hochgatterer Geschichte ist mir zu wenig zu wenig neu, Olga Flors Roman zu kompliziert und mit der experimentellen Literatur haben es sowohl ich, als auch die meisten Bücherkäufer nicht so sehr. Da blieben nur noch Eva Menasses raffinierte Kurzgeschichten über, die ich eigentlich auch nicht so mag.

Aber ich weiß schon, der Lesergeschmack ist auch nicht der gesellschaftspolitische Fantasyroman, der keiner ist und so wird wahrscheinlich, vermute ich jetzt mal, Eva Menasse oder Paulus Hochgatterer den öStBp gewinnen und ich habe einen sehr  spannenden Roman gelesen, der uns zeigt, wie die Welt leider ist.

Die Menschen schlecht, Fleischfresser, politisch  unlorrekt, Hassposter und Dirty-Campainer, ecetera und was man dagegen machen kann, hat Doron Rabinovici uns auch nicht geseagt. Aber das weiß er wahrscheinlich ebensowenig, wie ich und es wäre auch  zu vermessen, das von einem Autor zu verlangen. Also ich habe einen sehr spannenden politischen Roman gelesen, der mit sehr gefallen hat und jetzt bin ich gespannt, wer den österreichischen Buchpreis gewinnen wird?

2017-10-16

Klartraum

Jetzt kommt Buch fünf der österreichischen Buchpreisliste, das vierte und das letzte, das ich habe, der kurzen, beim östBp verhält es sich umgekehrt wie beim deutschen, denn da hatte ich am Tag der Shortlistverkündigung noch keines der Bücher gelesen, beim Öst waren es drei und das vierte „Klartraum“ ist jetzt gefolgt.

Daß es sich bei der 1968 in Wien geborenen und in Graz lebenden „Veza-Canetti-Preisträgerin“Olga Flor, um eine komplizierte Autorin, beziehungsweise um ein kompliziertes Buch handeln könnte, habe ich schon geahnt oder gewußt, schließlich hat sie  auch Physik studiert.

Ich habe die Diskussion bei ihrer GAV-Aufnahme verfolgt, sie dann das erste Mal, glaube ich, 2003 gesehen, als es da beim steirischen Fest am Rathausplatz eine Lesung mit steirischen Autoren gab, eine Lesung aus „Die Königin ist tot“, habe ich in der Hauptbücherei verfolgt,den sogeannten Bloggerroman „Ich in Gelb“ gelesen und im Sommer war ich auch bei den O-Tönen, wo ihr neues Buch „Klartraum“ vorgestellt wurde und da erklärte, die Moderatorin, ich glaube, es war Daniela Strigl, es handle sich, um einen Liebesroman. Dann hat Olga Flor sehr schnell und hastig höchstkomplizierte Passagen von Gott und die Welt könnte man so sagen und ich habe nichts verstanden.

Es sind auch, glaube ich, ein paar Leute gegangen und ein paar werden sich vielleicht gedacht haben, daß das Buch der Debutantin, die ja auch auf der Öst steht und die ich erst lesen muß, verständlicher war.

Jetzt steht „Klartraum“ auf der Shortlist, was mich nicht wundert, denn Olga Flor gilt ja als hochlititerarisch:

„Olga Flor gehört zum Besten, was die österreichische Literratur zur Zeit hat“, schreibt auch Helmut Gollner im „Falter“, bzw, am Buchrücken und ihr „Kollateralschaden“ ist auch, 2009 glaube ich, auf der deutschen Longlist gestanden.

Wenn man die Qualität der Literatur an der Sprache, den komplizierten Sätzen, Wenungen und Wortschöpfungen mißt, stimmt das bestimmt, was das Lesevergnügen und die Verständlichkeit, ein Anspruch, den ich vor allem beim zweiteren hätte, wäre ich mir nicht sicher oder würde mich fragen, wer außer Kritikern das Buch zu Ende gelesen hat?

Ich vermute nicht sehr viel und meine Schwiegermutter, eine passionierte Krimileserin würde es wahrscheinlich nicht verstehen und ich eigentlich auch nicht, obwohl mich ja irgednetwas immer wieder zu den Worträuschen einer Andrea Winkler und eines Richard Obermayr zieht.

Olga Flor würde ich auch dazuzählen und sie in eine Reihe mit Lydia Mischkulnig, der neuen „Canetti- Preis Trägerin“ stellen, aber nein, Olga Flor ist ernsthafter, distanzierter und das Buch, wo ich, ich wiederhole es, nicht so ganz verstanden habe, warum es hier eigentlich geht, hat mich mehrmals an die Jelinek und in besonderen an deren „Liebhaberinnen“ erinnert.

Ich glaube, es ist derselbe Grundton oder dieselbe Absicht, die dahintersteckt und wenn ich mich nicht irre hat Olga Flor auch an einer Diskussion zum siebzigsten  Geburtstag der Nobeltreigträgerin mitgewirkt und hier beklagt, daß ihr die Kritiker immer Distanziertheit vorwerfen.

Ich tue das jetzt auch und begründe es damit, daß die Protagonisten in dem Buch keine Nnamen haben sondern A, C, G und vorwiegend P heißen.

Das ist die Frau, die durch das Buch hastet, das in Kapitel, wie „Verlust 1“, „Glück  7“,  „Komik 1“ bis zu „Lust 12“ haben und wenn mich jetzt jemand fragt, was mir ja immer sehr wichtig ist, zu spoilern, was hier eigentlich passiert?

So habe ich verstanden, P hat sich von ihrem Geliebten oder Exgeliebten getrennt, kommt nicht von ihm los, schreibt ihm Abschiedsbriefe, liegt dazwischen in einer Wohnung auf dem Boden oder unterhält sich mit einer Nachbarin darüber, wie teuer Kinder kommen oder ob es peinlich ist, wenn man bei der Elternvertretung um Unterstürzung für den Schikurs ansucht?

Man sieht, Olga Flor ist auch hoch politisch und P denkt, während sie sich die Frage stellt, wo jetzt die Liebe im Zeiten des Neoliberalismus bleibt, sich auch mit der Flüchtlingsfrage beschäftigt, beziehungsweise sich als ehrenamtliche Helferin betätigt, wird wie schon geschrieben, über Gott und die Welt, die Wirtschaft und deren Korrumpierung und noch vieles andere nach.

P dürfte, mit dem Spilern ist es hier wirklich schwer, weil die Handlung fortwährend von einem Thema zum anderen springt, man sich mal in Berlin, dann wieder in Wien oder auf einer Reise mit A., dem Exgeliebten befindet, den P offenbar, während des Studiums kennenlernte.

Beide haben Beziehungen so gibt eine C und, glaube ich, einen T Ob P Kinder hat, wurde mir nicht ganz klar. A. aber schon und P wollte das wohl auch, unabhängig bleiben. A scheint, wie das so ist, höher gestellt als P zu sein, die in prekären Verhältnissen leben dürfte und dann gibt es noch „Möglichkeit“ genannte Kapitel, wo eine G, eine Paketzustellerin, auftrittt, die offenbar ein Verhältnis mit A eingehen könnte. Es gibt auch  einen Fahrradboten, der eigentlich Islamforscher ist und einen Unfall hat und mit dem haben vielleicht P und G zu tun.

Sehr kompliziert für die Spoilerin, die vielleicht in dem Versuch Struktur in dem Buch zu finden, das Eigentlich übersehen hat. Aber ja, da gibt es noch eine Geschichte, wo sich OlgaFlor über den Literaturbetrieb, beziehungsweise über die E- Bookleser und die Fantasyschreiber lustig macht, beziehungsweise ihnen genaue Anweisungen gibt, wie man eine solche Handlung kostruieren muß, damit die Bankdaten am Ende stimmen.

Am Ende löst sich, glaube ich, A von p und C, As Gattin hat ein Problem mit ihrem Computer, geht daher in den ihres Göttergatten , findet die Mails, schickt sie an sich selbst und beschließt genüßlich sich von ihm, nachdem er sich endlich von P getrennt hat,  zu trennen und eine Quellenangabe gibt es in dem Buch auch.

„Die Pallindrome auf Seite 251 stammen von Brigitta Falkner“, die ja mit ihrem neuesten Buch ebenfalls auf der Shortlist steht.

Man sieht, Olga Flor ist tatsächlich kompliziert und experimentell und wenn ich jetzt raten soll, ob sie den Öst gewinnen wird, würde ich aus den schonzitierten Gründen „Nein!“, vermuten. Denn das würden die Buchhändler vermutlich aufschreien und stöhnen „Nicht schon wieder so ein kompliziertes Buch mit Minderheitengeschmack, den unsere Käufer nicht wollen!“ und auf die sicher leichter zu lesende kryptische PTSD-Geschichte von Paulus <Hochgatterer hinweisen.

2017-10-14

Fortuna: Aus dem Magazin des Glücks

Über Buch vier des österreichischen Buchpreises Franz Schuhs „Fortuna – Aus dem Magazin des Glücks“, war ich etwas erstaunt, als ich es auf der Longlist stehen sah, gut, daß beim österreichischen Bp nicht nur Romane sondern auch Essays, Gedichte, etcetera stehen können, ist bekannt aus dem vorigen Jahr, aber dieser Titel des 1947 geborenen Philosophen, Schriftsteller und Essayisten, „Wespennest-Begründer“ ist er auch, wie man ihn nennen könnte, war mir  ebenfalls sehr bekannt und so konnte ich  im erstenMoment gar nicht glauben, daß das Buch, das auch längere Zeit bei Anna Jeller in der Auslage stand, wirklich erst in diesen Jahr erschienen ist.

Der Iirrtum klärt sich leicht auf, denn das „Magazin des Glücks“ ist auch eine Reihe, die es im Ex Libris, der österreichischen Büchersendung gibt oder gab und die höre ich ja relativ oft und so ist der bei  „Zsolnay“ erschienene Band wahrscheinlich  ein best off zum  siebzigsten Geburtstag sozusagen.

Das Glück ist, sagt man ein Vogerl und war auch das Thema der Podium Sommerreihe im Cafe Prück beziehungsweise der Auftaktveranstaltung in der „Alten Schmiede“ und da war Franz Schuh mit seinem Buch zu Gast und hat, glaube ich, auch die Stelle zitiert, wo Lotte Tobisch, die Schauspielerin und Operballorganisatorin beziehungsweise Schirmfrau des Altersheim für Künstler in Baden, wo jetzt auch Ottwald John zu Hause ist, sagte, daß  man im Alter zwar Freude aber keinen Spaß mehr haben kann und darüber kann man wahrscheinlich genauso diskutieren, wie über Franz Schuhs Thesen, die mir manchmal etwas schwierig und widersprüchig scheinen.

Ich habe auch schon „Schwere Vorwürfe und schmutzige Wäsche“  gelesen, von dem ich nicht viel verstanden habe. Also hatte ich meine diesbezüglichen Vorurteile, als ich das Buch, beziehungsweise das PDF, das mir Susanne Rössler von „Zsolnay“ schickte und war erstaunt, denn es ist gar nicht so philosophisch, wie ich vordergründig dachte.

Mischen sich doch Gedchte mit eher kurzen essayistischen Texten und Franz Schuh, als Dialiektdichter, den ich regelmäßig bei verschiedenen Veranstaltungen sehe, war für mich eine Überraschung und das Vorwort des Buches, habe ich, glaube ich, auch schon einmal gehört.

„Ich schreibe über das Glück, weil ich erstens Glück hatte und zwar so viel, daß ich dem vermeintlichen Unglück trotzen kann.“

Vorher hat er schon von einem „Dummdödl“, „Nicht nachschlagen, das Wort habe ich erfunden“, geschrieben, der in einer Bahnhofhalle steht, mit dem Rucksack einen Schalter berührt, worauf eine Stimme „Hallo!“, sagt, der Dödl „unabsichtlich angekommen“, antwortet „und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind noch immer unabsichtlich angekommen.“

Was das mit dem Glück zu tun hat, ist auch nicht ganz klar, aber das ganze Buch, das ursprüglich „Leidenskraft und Lebenswille“ heißen sollte“, aber der Verlag war dagegen, weil es dann kein Mensch kaufen würde, besteht  aus Assoziationen und Gedankensplittern mit denen uns Franz Schuh in seine, wie schon beschrieben vielleicht nicht immer so ganz nachvollziehbare Gedankenwerlt einführt.

Da kommt ein Zitat Schopenhauers „Es gibt nur einen angeborenen Irrtum, und das ist der, das wir da sind, um glücklich zu sein“, das von einem „Schopenhauer am Inn“ genannten, längeren Gedicht oder Text in Gedichtform gefolgt wird.

Dann geht es auf die Mariahilferstraße über die Franz Schuh offenbar gehen mußte, wenn er zu Weihnachten seine Eltern besuchte, die Mutter hatte „Alzheimer“, eine Krankhei, die auch Arno Geigers Vater hatte.

In seinem „Alten König in seinem Exil“ hat er ausführlich geschrieben, was Schuh im nächsten Kapitel immer noch in Beziehung auf seine Mutter zitierte und sich dann interessanterweise mit der Frage beschäftigt, was dieses Buch nun ist?

Ein „Memoir“ würde ich vom „Writersstudio“ geschult sagen, aber Franz Schuh ist ja Philosphph und denkt an die Wiener Schule.

„Nein, Avantadistisch ist es nicht und auch kein Roman!“ und darüber habe ich mich ja einmal mit Ludwig Laher herumgestritten, weil mich das ärgerte, das das Buch immer so genannt wird.

Franz Schuhs Mutter litt also, wie Arno Geigers Vater an Alzheimer, wo man wahrscheinlich auch dieskutieren kann, ob das eine Krankheit oder einfach das Ende eines inzwischen sehr medizinbegleiteten Lebens ist und mit Glück hat die Begleitung dementer Angehöriger wahrscheinlich auch nicht viel zu tun, obwohl die Betroffenen, wie ich höre, das oft sind, wenn sie ins Reich der Kindheit hinübergleiten, aber die war meistens auch nicht sehr glücklich.

Thomas Mann wird mit seinen „Buddenbrocks“ und dem „Hochstapler Felix Krull“, ein Paradebeispiel des Glücks, wie Franz Schuh, meint  zitiert. Karl Kraus kommt mit seiner „Walpurgisnacht“ vor und natürlich der Schelm des Hauses, der braven Soldat Schwejk, der mit dem „Dummdödln“, den ersten Weltkrieg überstand, während sich sein Verfasser, glaube ich, zu Tode gesoffen hat.

Mit dem Zufall beziehungsweise den Lehrern die Franz Schuh im Gymnasium hatte geht es weiter, bevor es zum freien Willen und  zur Sucht und damit zu weiteren sehr persönlichen Bekenntnissen des Autors geht.

Denn Franz Schuh ist ja stark übergewichtig.

„Adipositas“ nennen das die Fachleute, die Wiener meint Franz Schuh wollen vom Lateinischen nichts wissen und beschimpfen ihn als „Fettsack“ und wenn er zum Arzt geht, der natürlich zum Abnehmen und zu mehr Bewegung rät, dann begrüßt er ihm gleich fröhlich mit diesen Worten.

Dann gehts in den Gemeindebau, wo Franz Schuh  im fünzehnten Bezirk aufgewachsen ist. Der Vater war, wie er schreibt, einer der die Staatspolizei kommunistisch unterwandert hat. Das war in den fünziger Jahren vielleicht noch möglich, heute wo das ja schon ein Schimpfwort ist, wahrscheinlich nicht mehr und da kommen wir gleich in den Wahlkampf, beziehungsweise zu unserem derzeitigen Bundeskanzler Christian Kern, der,  als er vor fünfzehn Monaten sein Amt von Werner Feymann übernommen hat, gesagt haben soll, er sei von seiner Herkunft proleatirscher als manch anderer Bundeskanzler, weil auch in einem Gemeindebau aufgewachsen. Ein Proleatirer im Nadelstreif und das hebt sich ab von dem bösen Wort Prolet mit dem der Wiener und wahrscheinlich auch manch anderer die Leute aus der sogenannten Unterschicht, heute heißt das, glaube ich, bildungsfernere Schicht, so gern beschimpft.

Franz Schuh preist aber die Gemeinschaft, die es in den Gemeindebauten in den Fünfzigerjahren gab. Die Kinder trafen sich beim Fußballspielen, der Hausmeister schimpfte dann wenn sie das Gras betraten, was ja damals strengt verboten war und der Vater mußte noch im hohen Alter die Kohlen aus dem Keller holen, denn die Fernwäreme hat es erst später gegeben.

Ernst Hinterberger der ja auch in einem Gemeindebau wohnte und immer viel von den „kleinen Leuten“ hielt und sein „Kaisermühlenblues“ wird zitiert. Da Gänsehäufel und das Schutzhaus zur Zukunft, wo wenn ich nichts durcheinanderbringe, Franz Schuh seine Maturafeier absolvierte.

Und so gehen wir durchs Buch, kommen vom „Haß“ zum „Passt oder passt nicht“.

Dem Wirt, wo Franz Schuh seine Sommerfrische verbringt, passen die vielen Flüchtlinge nicht und Franz Schuh nicht seine Maßschuhe, die er sich einmal anfertigen ließ. Der Schuster verwies ihn an die Firma „Humanic“, die ja immer noch durch ihre avantgardistische Werbung vom „Franz“ berühmt ist. Und der Herr Schuh heißt ja Franz.

Clemes J. Setz und seine „Stunde zwischen Frau und Gittare“ wird erwähnt und Conchita Wurst, die eigentlich Tom Neuwirth heißt und 2014 für Österreich den Songcontest gewonnen hat.

Man sieht Franz Schuh ist ein gelehrter Mann, der sich für alles interessiert und auch ein Udo Jürgens Fan und so ist er zu dessen achtzigsten Geburtstag im Bademantel auf eine Demonstration am Ring, die dort nicht stattfinden durfte mitgegangen.

Er erzählt auch, was ich schon bei einer der Cafe Prückl -Lesungen hörte, daß der Titel seines „Magazins“ eingentlich von Ödon von Horvath stammt und kommt ganz am Schuß des Buches, das immer wieder von Gedichten durchsprenkelt wird, die sich teilweise auf die vorangehenden Gedichte beziehen, ins AKH und auf sein Übergewicht zurück. Denn er soll sich dort einer Operation unterziehen und da muß er erst vom Internisten dafür freigegeben werden.

Ein interessantes Buch und eines das ganz anders war, als ich gedacht hatte. Hatte ich mir doch hochphilosphische Abhandlungen vom Leben erwartet, die ich nicht verstehen würde, man kann aber über das Leben, das Glück und das Unglück auch ganz locker plaudern und Franz Schuh ist mit seinem „Magazin des Glücks“ nicht auf die „Shortlist des österreichischen Buchpreises gekommen“. Ob das ein Glück oder ein Unglück ist, mag sich für ihn erweisen.

 

2017-09-05

Die österreichische Buchpreisliste und ihre Beziehung zu den O-Tönen

Jetzt ist sie da, die zweite österreichische lange Buchpreisliste, die, wie ich höre, in Deutschlan ziemlich unbekannt ist und wenn man sich so die Namen der nominierten Bücher durchsieht und sie mit meiner vor ein paar Wochen getroffenen Schätzung, vergleicht, dann sieht man, es gibt, wenn man regelmäßig zu den O-Tönen geht, nur wenige Überraschungen oder doch. Ein paar experimentelle Bücher von denen ich öfter hörte, die aber irgendwie an mir vorbeigegangen sind, wie das, der Brigitta Falkner oder des Oswald Eggers, und  von Franz Schuhs „Magazin des Glücks“, ein Buch das es meiner Schätzung nach schon seit ewigen Zeiten gibt, war für mich auch eine Überraschung.

An Doris Knecht neues Buch hätte ich ja bei der deutschen Liste gedacht und das ht der Alfred heuer in Leipzig ja gekauft, aber dann der Anna geschenkt, während ich, als er in Amerika war, „Wald“ gelesen habe, was einmal im Schrank für mich lag.

Also keine sonderlichen Überraschungen, aber da hatte ich ja nach den letzten O-Tönen, als Katja Gasser dort bedauerte, dam man Florjan Lipus den großen österreichischen Staatspreis verwehrte, die Idee, daß wir, wenn, er auf der Liste steht, schon genauso den Preisträger hätten, wie es im Vorigen Jahr die Frau Mayröcker war.

Ist er aber nicht uind war auch nicht so. Natürlich, denn Katja Gasser ist ja in der Jury für den deutschen Bp und tüftelt, während ich gerade eine Longlistlesepause mache und mich mit literarischen Reportagen beschäftige, aus, wer da nächste Woche auf die kurze Liste kommt?

In der österreichen Jury sind die Buchhändlerin und Amazon-Hasserin, Petra Hartlieb, deren „Wunderbare Buchhandlung“, ich noch lesen muß, Klaus  Kastberger, der bei den O-Tönen moderierte, Klaus Nüchtern vom Falter und Kristina „Pfoser vom ORF und die mir eher unbekannte Wiebke Porombka, die, glaube ich, schon einmal in der dBpjury war und ich hätte noch gedach,t Brigitte Schwens Harrant, aber die war vielleicht schon im vorigen Jahr dort und wer, werden jetzt meine Leser vielleicht fragen, steht  nun auf der langen Liste und auf der kurzen für die Debuts?

Also als erstes eine Überraschung, obwohl es eigentlich nicht so unerwartet ist.

  1. Oswald Egger „Val di Sol,   dann folgt zweitens wieder sehr experimentell und daher für mich unerwartet
  2. Brigitta Falkner „Strategien der Wirtsfindung, aber da gab es schon eine Ausstellung im Literaturhaus darüber
  3. Olga Flor „Klartraum“ endlich ein OTöne -Treffer, aber auch ein sehr kompliziertes Buch, ob ich es verstehen werde>?
  4. Paulus Hochgatterer „Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“, decapo o-tönig und sehr kurz für die Vielleserin also erholsam
  5. Doris Knecht „Alles über Beziehungen“, ein Buch, das an mir bisher vorbei gegangen ist. Aber vielleicht kann ich es mir von der Anna holen, wenn „Suhrkamp“ es mir nicht schickt.
  6. Eva Menasse „Tiere für Fortgeschrittene“ ist auch o-tönig und erholsam, weil schon gelesen
  7. Robert Menasse „Die Hauptstadt“, war nicht bei den O-tönen, weil offiziell noch nicht erschienen, steht aber auf der dBp und liegt in meinem Badezimmer und ich freue mich schon auf das Schwein, das da durch Brüssel rennt
  8. Karin Peschka „Autolyse Wien“ wieder o tönig, wieder ein Treffer und beim Bachmannpreis wurde ein Textauszug auch gelesen.
  9. Doron Rabinovici „Die Außerirdischen“ o-tönig und ein Buch, auf das ich mich sehr freue und bitte, bitte, lieber „Suhrkamp“ schick es mir, denn ich habe Doron Rabonivice schon im MQ gefragt, ob er damit wieder auf die Shortlist kommen wird und
  10. Franz Schuh „Fortuna aus dem Magazin des Glücks“, ein Buch, das Christa Nebenführ, glaube ich, schon bei ihrer Glücksreihe in der „Alten Schmiede“ vorstellte oder darüber sprach. Ich bin nicht sicher, ob ich es verstehen werde,  werde es aber sicher lesen , denn die liebe Frau Rössler von Deuticke, die mir ja schon voraussagte, ihr Verlag steht darauf, es mir bereits mit dem Franzobel-PDF schickte, das nicht auf der Liste steht. Aber macht ja nichts, höre ich ja allethalben, der wird den dBp gewinnen oder zumindestens auf die Shortlist kommen.

Also bevor es zum Debutpreis geht, die Trefferanalyse, zwei bis fünf könnte man sagen, denn Olga Flor und Eva Menasse habe ich unter eins bis zehn geschrieben. Hochgatterer, Rabinovici und Menasse dann nur erwähnt und schade, lieber Dietmar Füssel, daß es nichts mit der Longlist wurde.

Aber macht ja nichts, man kann sein Buch trotzdem lesen,  soll es auch und es gibt noch soviel anderes. Ich habe ja inzwischen auf dem Volksstimmefest Gertraud Klemm gefragt, ob sie glaubt, daß sie mit ihrem neuen Buch auf die Liste kommt? Anna Jeller hat es jedenfalls in ihrem Schaufenster liegen und für die, die mich immer unersättlich nennen, Theodora Bauer hat auch ein neues Buch, das nicht auf dieser Liste steht und Picus hat mir schon geschrieben, daß er es mir schicken wird.

Also wieder mehrgleisig und durcheinander lesen und es würde mich auch interessieren, was meine Leser von der Liste halten, aber richtig, es gibt ja noch den Debutpreis und der hat auch zwei O-Töne Treffer, nämlich

1.Mascha Dabic „Streuungsverluste“ und

2.Irene Diwiak „Liebwies“ auf das letztere Buch freue ich mich besonders und  werde es auch lesen, denn die liebe Frau Rössler hat es mir auch geschickt und dann kam noch das für mich völlig unbekannte Buch von

3. Nava Ebrahimi „Sechszehn Wörte“ darauf.

Also lesen, lesen, lesen und ich erwähnte vielleicht der Vollständigheit halber, daß ich da schon sieben deutsche Bp-Bücher hinter mich gebracht habe und jetzt „Refuges Wordwide“, die literarischen Reportagen aus dem „Wagenbach Verlag“ lese und dann mit Uwe Timms „Ikarien“ weitermache. Ein Buch, das auch nicht auf der dLL steht, es aber sicher könnte, bevor ich mit entweder dem „Singen der Sirene“ oder mit „Nach onalko“ weitermache, aber das ist das einzige Buch, das ich von der „Netgalley“ öffnen konnte. Der Verlag hat mir aber inzwischen geschrieben, daß er es mir schicken wird und da ich ja lieber richtige Bücher als Dateien lese, warte ich  lieber noch ein bißchen, umsomehr, daß ich ja auch noch den Seven Regener, den Robert Menasse, die Sasa Mariaa, Salzmann, den Ingo Schulz und und und zur Auswahl habe….

 

2017-08-18

Österreichische Buchpreisspekulationen

Den österreichischen Buchpreis nach dem Vorbild des großen deutschen gibt es seit einem Jahr. Eigentlich könnte man ja sagen, das ist ein wenig ungerecht, weil der deutsche Buchpreis, seit 2005 bestehend, ist ein deutschsprachiger, der schweizer und der österreichische haben sich erst nachher gebildet und da dürfen nur österreichische und schweizer Bücher nominiert werden, während beim deutschen alle drei Länder teilnehmen können und daher manche Autoren, wie beispielsweise Reinhard Kaiser-Mühlecker doppelt nominiert waren.

Aber egal, er hat beide Preise nicht gewonnen, war nur auf der deutschen Shortlist und ich habe das Buch gelesen, weil ich ja seit 2015 den dBp und seit letzten Jahr auch den österreichischen blogge und den wollten die Autoren haben, die mittleren, die für den „Alpha“ nicht mehr in Frage kommen und auf der deutschen LL vielleicht nicht vertreten sind.

Der Buchhandel und das Ministerium, der Geldgeber haben vorerst abgewinkt.

Dann gab es ihm plötzlich. Friederike Mayröcker hat ihn gewonnen und ich bin seither ein bißchen im Streß, weil ich ja ein Monat nach der deutschen Longlist, wo sich bei mir erfreulicherweise die Bücher stapeln, dann noch einmal anfrage,  lese und lese und mich beispielsweise ärgere, wenn ich in der „Gesellschaft für Literatur“ sitze, auf den Beginn der Veranstaltung warte und das aktuelle Buch nicht mithabe.

Das wird mir heuer, ich verspreche es, nicht passieren und der Streß, ein positiver und für mich sehr angenehmer, wie ich für die, die jetzt „Selber Schuld du mußt ja nicht!“, schreien, betone, nein ich muß nicht, aber ich will, wird heuer vielleicht noch ein bißchen größer sein, denn ich habe mich ja in Leipzig mit der lieber Frau Meier von  „Kiwi“ zusammengesetzt und die hat mir die Herbstvorschau vorgelesen und ich habe „Ich will, ich will, ich will.!“, gesagt und dann hat sich noch „Aufbau“ und „Wagenbach“ und „FVA“ bei mir gemeldet, „Homunculus“ auch, aber den habe ich „ignoriert“ und „Literaturtest“ meldet sich auch gelegentlich und schickt dann manchmal was.

Also selber schuld für den Buchpreisstreß, der ja keiner ist und als ich vorigen Jahr nochmals angefragt habe, es waren ja zum Teil die gleichen Verlagen, die betroffen waren, haben sich die wohl auch gedacht „Das kann die ja nicht alles lesen!“ und haben mich beim zweiten Mal zur Hälfte ignoriert, während ich das erste Mal fast alles bekommen habe.

Also habe ich von der ersten österreichischen Liste „nur“

1.Anna Mitgutsch „Die Annäherung“ und

2. Peter Waterhouse „Die Auswandernden“ gelesen, was, wie ich gleich hinzufüge, für mich die große Überraschung war.

Inzwischen habe ich  Sabine Grubers „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ sehr zerfleddert im Schrank gefunden und mir Peter Henisch „Suchbild mit Katze“ vom Alfred bei „Buch und Wein“ kaufen lassen und bezüglich Longlist kommen noch einmal drei Titel hinzu, da habe ich gelesen und bekommen

3. Kathrin Röggla „Nachtsendung“

4.Daniela Emminger „Gemischter Satz“ und

5.Rainer Kaiser Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“

Von den anderen Büchern hatte ich aber dank der OTöne und des Musas schon etwas gehört und die Frau Mayröcker ist mir ohnehin ein Begriff, obwohl man von ihr wenig im Schrank findet und derHherr vom Suhrkamp Bloggerdienst nur höflich bedauerte, „Haben wir leider nicht mehr“

Nun vielleicht fragen die Blogger nicht so viel FM an und der österreichische Buchpreis ist glaube ich sowieso nicht sehr zu den Bloggern vorgedrungen. Da ar ich außer den „Wortlichtern“, glaube ich, die Einzige die darüber berichtet hat und jetzt ist es Anfang September wieder so weit.

Man kann schon spekulieren und da ich ja auch heuer regelmäßig zu den O-Tönen gehe, ist das wahrscheinlich auch wieder nicht so schwer, obwohl es ja sicher viel mehr österreichische Neuerscheinunge, als zehn Stück gibt und ich mich, wie bei meiner deutschen Schätzung auch wieder mit dem, was ich schon gelesen habe, beginnen will. Also:

  1. Nadine Kegele „Lieben muß man unfrisiert“
  2. Andrea Stift „Die Stierin“
  3. Isabella Feimer „stella maris“
  4. Thomas Sautner „Das Mädchen an der Grenze“
  5. Ivan Ivanji „Schlußstrich“
  6. Eva Menasse „Tiere für Fortgeschritte“

Da  bleibt dann gar nicht mehr so viel Platz für das andere. So lasse ich Cornelia Travniceks „Parablüh“ aus, obwohl Lyrik ja zugelassen ist aus und muß aber noch

7. Dietmar Füssels „Wiederholte Geburten“ anfügen, da er mir schon im Vorjahr gesagt hat, daß er sich dafür bewerben will und von den  O-Tönen:

8.Franzobels „Das Floß der Medusa“

9.Anna Kim „Die große Heimkehr“ und

10.Olga Flor „Klartraum“

Daniela Wissers „Löwen in der Einöde“ hat sicher auch gute Chancen, und Karin Peschkas neues Buch, das des Doron Rabniovci, des Paulus Hochgatterr und Robert Menasse hat ja, wie ich schon bei den deutschen Buchpreisspekulationen der Blogger sah, auch ein neues Buch geschrieben.

Ich höre also mit den Spekulieren auf und bin gespannt, was ich noch  ǘbersehe habe, beziehungsweise an mir vorbeigegangen ist und wende mich den Debuts zu, denn das ist ja auch eine Schiene des öst Bps.

Da gibt es ja auch eine O Ton- Schöne und das ist mir ja das Buch der

1. Irene Diwiak „Liebwies“ sehr aufgefallen

2.Mascha Dabics „Reibungsverluste“ klingt auch sehr interesssant, auf

3. Laura Freudenthalers „Die Königin schweigt“ bin ich neugierig und weil ich ja auch in der Jury der „Bloggerdebutpreis“ bis, kann ich gleich weiterspekulieren und mir da eine Shortlist wünschen und da habe ich , dank der Verlage auch schon einiges gelesen, so schlage ich um dieses zu erleichtern, also

  1. Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“
  2. Tijan Sila „Tierchen unlimited“
  3. Simon Strauß „Sieben Nächte“ obwohl mir das ja nicht so gut gefallen hat
  4. Jens Eisel „Bevor es hell wird“, habe ich im Schrank gefunden
  5. Fatma Aydemir „Ellbogen“ vor und dann würde ich noch von der Longlist beziehungsweise dem O Töne-Programmm

Theresia Enzensberger „Blaupause“

Ada Dorian „Betrunkene Bume“

Tina Pruschmann „Lostage“

Norbert Kröll „Sanfter Asphalt“

Svenja Gräfen „Das Rauschen in unseren köpfen“

Jakob Prettenhofer „Tagwache“ und wie schon erwähnt, das Diwiak, Dabic- und Freudenthaler Buch und und und interessieren.

Mal sehen wie es wird. Ich bin ja nie sehr gut im schätzen, habe jetzt noch einige Herbstneuerscheinungen vor mir, bevor die deutschen Buchpreisbücher kommen und bin auf jeden Fall sehr gespannt und auf Feedback, beziehungsweise Diskussion ebenfalls sehr neugierig. Also was habt ihr schon gelesen und was würdet ihr so schätzen?

 

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