Literaturgefluester

2016-10-16

Gemischter Satz

Jetzt gehts ans österreichische Buchpreis-Lesen, nach dem ich mit dem deutschen fast fertig bin und achtzehn Longlistbücher und fünf der Shortlist gelesen habe, damit lasse ich es vorläufig stehen, wer den dBp bekommt, werden wir Montagabend wissen und mache mit Buch zwei der österreichischen Liste weiter, ein Longlistbuch, entgegen meiner Vorsätze mache ich in der Reihenfolge des Eingetroffensseins weiter, lese Shortlist auf Longist, dann nochmal Shortlist und höre vorläufig bei Buch fünf wieder bei der Longlist auf.

Dreimal Longlist, zweimal Shortlist also und der Rest bleibt vielleicht ein Geheimnis, vielleicht auch nicht. Wir werden es sehen.

Jetzt geht es aber sehr poetisch weiter, mit einem kleinen dünnen Büchlein „Novelle“ steht am Cover“ und „Gemischter Satz“ von Daniela Emmiger, die 1975 in Oberösterreich  geboren wurde und von der schon seit einigen Jahren ein „Ritterbuch“ in meinen Regalen steht.

Sonst weiß ich nicht sehr viel über die Autorin und habe sie, soviel ich weiß auch noch auf keiner Lesung gehört.

Ein zweigeteiltes leichtverschobenes Hirn ist noch am Cover des Buches aus dem „Czernin-Verlag“, gepaart mit ein paar fünfblättrigen Kleestückchen zu sehen und wir wissen schon alles oder auch nichts.

So viel sei verraten, es geht um die Liebe, um, die von Agatha zu ihrer Nummer sieben, acht oder neun und die ist, verrät der Klappentext, ein Betriebs- oder „Liebesunfall bei dem alle Bteiligten mehr oder weniger heil davon kommen“, um es poetischer auszudrücken und dann steht noch darunter,  daß „Gemischter Satz ein literarisches Kunststück ist, in der die Autorin, die Erzähltradition mit unerhörer Feinheit verbindet und ganz nebenbei die großen Fragen nach der Wahrheit, der Liebe und der Vergänglichkeit streut.“

Und das ist wahr, man könnte aber auch sagen, da spricht oder erzählt eine Quasseltante uns von einer Agathe, die mit allen Wassern, Poetiken und Erzähltraditionen gewaschen ist, schwankt zwischen Publikumsbeschimpfung und Feuchtgebieten hin und her und beginnt ganz lapidar mit der Definition des „Gemischen Satzes: bezeichnet einen Wein, der sich aus unterschiedlichen Rebsorten aus einem Weingarten zusammensetzt“, kommt dann bald auch zu Elfriede Jelinek: „Wer sich traut vor einem Misthaufen laut die Wahrheit zu sagen, der heißt entweder Jelinek oder aber der ist verrückt oder lebensmüde oder beides.“

Stendhal wird zitiert: „Marie-Henry Beyle (23. Januar 1783 – 23. März 1843) besser bekannt unter seinem Pseudonym Stendhal war ein französischer Schiftsteller, Militär und Politiker. Sein 1822 erschienenes essayistisch philosophisches Werk  De L` amour, eine Physiologie der Liebe, hat sich in den ersten zehn Jahren nur siebzehnmal verkauft.“

Es gibt einen Prolog und die Geschichte von Agatha und ihrem Liebesunfall mit der Nummer sieben, die sich daraufhin „metaphorisch die Brüste abschneidet“ und sich in das Gästezimmer ihrer Eltern flüchtet, dort Prosecco trinkt, schließlich eine Ausbildung zur Köchin macht, das Gulasch mit ein kleinStückchen Bitterschokolade würzt und erkennt, daß  nur ein solches besser wird, in dem man es aufwärmt.

So kommt es zu einer Nummer acht und einer schnellen Hochzeit in Las Vegas, der Nummer sieben ist sie auch nach Berlin nachgereist. Briefe werden geschrieben und beantwortet, die Eltern und die Schwester machen sich Sorgen, um sie, und wollen sie bei „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ anmelden oder „mit Richard Lugner nach Sri Lanka“ schicken, bis sie schließlich den Jahreswechsel allein verbringt, ihren „gemischten Satz“ alleine trinkt,  sich auch die Brüste wieder wachsen läßt, weil sie sich nicht mehr verändern und verbiegen lassen wird.

Denn „Vielleicht bestand die Herausforderung des Lebens genau darin, sich mit dem abzufinden, wer und wie man war, sich in seiner speziellen Art und Weise zu begreifen, zu akzeptieren und schließlich auch zu akzeptieren, dass ein anderer war, wie er war und weder eine Agatha noch eine Nummer acht, das Recht hatten, sich gegenseitig zu ändern. Sie blätterte zur letzen Seite des Scheidungsvertrags und setzte zur Unterschrift an.  das Scheiden tat nicht mehr weh. Es war ganz einfach: Das Leben war gut“.

So endet Daniela Emmingers Novelle von der Liebe und den gemischten Sätzen auf Seite 112.

Eine sehr poetische Geschichte, nicht immer leicht zu verstehe, auch  gänhzlich ohne Plot und wenn man so will, vielleicht auch ohne den Sinn, der der Realistin an der Literatur so wichtig ist.

Ein l`art pour l`art und ein Spiel mit den verschiedensten literarischen Stilen, das ohne den österreichischen Buchpreis und der österreichischen langen Liste höchstwahrscheinlich an mir vorbeigegangen wäre.

So habe ich eine interessante Autorin kennengelernt, die die österreichische Gegenwartsliteratur auf eine sehr interessante Art, manchmal sanft und leise, manchmal aus sehr aggressiv und herausfordernd durcheinandermischt, wofür ich dem „Czernin Verlag“ sehr dankbar bin und jetzt nur noch „Leben für Anfänger“ lesen sollte.

Werbeanzeigen

2016-10-08

Fremde Seele, dunkler Wald

Jetzt kommt Buch fünfzehn des dBP, das dort auch auf der Shortlist steht und das erste des öst Buchpreises.

„Fremde Seele, dunkler Wald“, des 1982 geborenen Reinhard Kaiser-Mühleckers, des jungen österreichischen Superstars, der mit seiner „neuen Heimatromantik“, etwas, das der Autor, glaube ich, nicht so gerne hören will, wie er auf der Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ vor zwei Wochen sagte, großes Furore machte.

Der titel ist ein Turgenjew-Zitat, das auf der ersten Seite steht:

„Du weißt ja eine fremde Seele ist, wie ein dunkler Wald“ und von Peter Handke steht am Klappentext „Zwischen Stifter und Hamsum  sind Sie ein Dritter!, etwas, was der junge Autor vielleicht auch nicht so gerne hören will und ich habe mir mit dem „Langen Gang über die Stationen“, glaube ich, ein bißchen schwer getan, „Wiedersehen in Fiumicino“, hat mich, glaube  ich, auch nicht so beeindruckt, von der Lesung vor zwei Wochen war ich es aber, denn der junge Mann hat einen wirklich sehr dichten Stil.

Er übertreibt auch nicht so sehr, wie die anderen großen Namen, die auf der deutschen Liste stehen und wirkt dadurch authentischer und das Thema ist auch sehr interessant.

Ich weiß, Kaiser- Mühlecker mag den Vergleich mit Rosegger nicht und der letztere wurde ja von einigen Literaturwissenschaftler inzwischen auch vom Kanon gestrichen, aber „Jakob der letzte“, das ich vor einigen Jahren gelesen habe, hat mich sehr beeindruckt.

Und warum darf man „Heimat“ nicht mehr sagen oder über sie schreiben, nur weil die Freiheitlichen diesesn Begriff verwenden, gibt es ja trotzdem Leute, die am Land leben und wenn die noch verächtlich gemacht oder übersehen werden und sich die große Literatur nur, um die Midlifekrisen oder das Älterwerden der großen Dichter oder die Experimente der Literaturinstitutabgänger handelt, hilft das glaube ich auch nicht sehr.

„Fremde Seele, dunkler Wald“, spielt in der Gegend, um den Magdalenenberg, in ÖO vermutlich, wo auch der Autor herkommt und „Magdalenenberg“ heißt ja auch sein zweiter Roman und es geht, um eine Familie, beziehungsweise um das Leben und die Suche von zwei Brüdern, Alexander und Jakob, etwa dreißig der eine, ein Alter in dem ja auch der Autor ist, der zweite viel jünger, so zwischen sechzehn und achtzehn.

Jakob lebt noch am Hof und führt ihn auch, weil er zu Beginn des Buches zu jung für eine Lehrstelle ist, da gibt es noch den Vater, einen Taugenichts, der die Felder verkauft und immer von seinen großen Plänen spricht, eine schweigende und kochende Mutter, einen Großvater mit Geld, das er dem Sohn nicht gibt und dem Enkel nur verspricht und eine Großmutter, die alles erbt und das Geld schließlich den „Freiheitlichen“ vermacht.

Man sieht, es ist auch ein Buch mit kleinen Anpielungen und das Zeitgeschehen, die Besetzung der Krim durch die Russen oder die Mordfälle in der Gegend kommen auch vor.

Alexander, der ältere, der einmal Priester werden wollte, dann zum Militär und in den Kovovo ging, kommt zu Beginn zu einem Urlaub oder einen Krankenstand heim. Er hat irgendwie den Sinn verloren, verbringt seine Zeit in Gasthäusern und bemerkt ein seltsames Kreuz am Magdalenenberg.

Der Bruder erzählt ihm, das hätten wahrscheinlich die „neuen Christen“ aufgestellt, eine seltsame Vereinigung, um eine Elvira, mit der Alexander einmal eine Beziehung hatte, weshalb er auch das Priesterseminar verlassen hat.

Der Großvater stirbt, Alexander läßt sich nach Wien ins Verteidigungsministerium versetzen, Jakob fängt eine Beziehung zu einer Nina an, die ein Kind erwartet, das, wie sich später herausstellt, nicht das seine, sondern von seinem Freund Markus ist.

Der bringt sich um, Jakob verläßt Nina und das Kind, weil er ihren Geruch, eine  der  beeindruckensten Schilderungen, der Sprache unserer Seele, die ja nach Arthur Schnitzler ein „weites Land“ ist, die ich in letzter Zeit gelesen habe und verliert seine Stelle als Leiharbeiter, wo er seit einiger Zeit tätig war, weil ihm die Großmutter keinen Hof kaufen will, wegen Gerüchte, es hätte neben Markus einen zweiten Strick gegeben und sein Motorrad wäre am Tatort gesehen worden.

Am Schluß meldet  er sich auch zum Heer, während Alexander in eine Krise wegen seiner Geliebten, die die Frau eines seiner Vorgesetzten ist, gerät.

Beinahe zusammenhanglos in schlichter Sprache wird das, was in mehr oder weniger Intenistät wahrscheinlich in jedem Dorf passiert, von Reinhard Kaiser-Mühlecker erzählt.

„Ein mit biblischer Wucht erzählter Roman um Familientragödien und Befreiungsversuche“, schreibt Paul Jandl in der „Literarischen Welt“ und am Buchrücken.

Ob die Befreiiungsversuche gelingen, ist fraglich, ebenso, ob Reinhard Kaiser Mühlecker damit auch auf die öst List kommt.

Das heißt am nächsten Dienstag werden wir es wissen. Ich hette dafür ja schon sieben bis acht andere Kanditaten, kann mich dem allgemeinen Lob aber nur anschließen, nach soviel Midlifekrises selbstverliebter älterer Männer,   Sprachverspieltheit und soviel literarische Konstruktion, ein erstaunlich schlichtes Buch mit hautnahen Themen, wie sie wahrscheinlich nicht nur am Land passieren.

Also  vielleicht doch ein Buch, das auf meine persönliche deutsche Shortlist kommt, wo ja auch erst zwei Titel stehen und Jochen Kienbaum, der offizielle Bücherblogger heuer von dieser Longlist auch enttäuscht wurde.

Dem will ich mich nicht unbedingt anschließen, aber ein bißchen konstruiert und ausgesucht ist es schon, was uns da, als das angelblich Beste im deutschsprachigen Leseherbst erwartet. Spannend ist diese Bandbreite aber unbedingt und wenn man so viel am Stück und auf Zeitdruck liest, wird man vielleicht auch anspruchsvoll und mäkelt herum, was auch nicht gut ist, denn es ist ja ein sehr hohes Niveau auf dem wir uns befinden.

2016-09-17

Longlistenlesestatus

Am Dienstag wird die Shortlist des dBps bekanntgegeben und man kann auf der Facebookseite seine Empfehlungen bekanntgeben und wenn man richtig liegt, glaube ich, Einladungen für die Preisverleihung in Frankfurt am 17. Oktober gewinnen und die Bücherblogger geben ihre vielleicht am Montag oder so auch bekannt.

Im Vorjahr haben sie es getan und Null Treffer gehabt. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt auch nicht alles gelesen und heuer, glaube ich, ebenfalls nicht, obwohl es keine Liste gibt, wo man die Rezensionen direkt einsehen kann.

Das betrifft die sogenannten „offiziellen Bücherblogger“, der „Buchpreisblog“ hat, glaube ich, erst drei Rezensionen veröffentlicht, obwohl „Zeilensprünge“, die dabei sind, im Vorjahr außer mir, glaube ich, alle Bücher gelesen haben und mir, sie sind zu zweit, auch immer etwas voraus waren und ich habe natürlich auch noch nicht alles gelesen und werde, wie es aussieht das auch nicht.

Bin nach wie vor im selbstgemachten Lesestreß und gut im Trend und, ich glaube so schnell, wie im vorigen Jahr. Jedenfalls lese ich jetzt Buch zehn Arnold Stadlers „Rauschzeit“, habe den „Hinreißenden Schrotthändler“  auf meiner Leseliste  und frage mich allmählich, wieso es auf die Longlist kam, ob es berührt, etwas Neues bringt und für  zu lang, es hat fünfhunderfünfzig Seiten halte ich es auch.

Die heurigen Bücher sind aber, glaube ich, eher kürzer, als die vorigen. Drei Dickere sind von denen, die ich bis jetzt habe, dabei und der Gerhard Falkner, den ich als übernächstes LL-Buch lesen werde, dürfte, soweit ich höre, eher schwer zu lesen sein.

Ich bin ja davon ausgegangen so an die zehn Bücher zu bekommen. Bei der deutschen Liste sind es aber inzwischen nur  drei, die noch fehlen, denn da hat mir „Fischer“ von den fünf Büchern, die er im Rennen hat, zuerst zwei und dann, als ich bezüglich der Öst nachfragte, auch noch den Reinhard Kaiser-Mühlecker, der übrigens nächsten Donnerstag in der „Gesellschaft für Literatur“ auftritt geschickt und „Aufbau“ hat sich bezüglich Philip Winklers „Hool“ noch nicht gemeldet, obwohl, die mir heuer schon sehr viel schickten.

Sonst habe ich die Bücher, glaube ich, vollständig, die Printausgaben liegen im Badezimmer, von Sibylle Lewitscharoffs „Pfingstwunder“ habe ich die Fahnen bekommen und drei PDFs, beziehungsweise ein E-Book war auch dabei.

Bei der österreichischen Liste sieht es etwas anders aus, da habe ich von der Longlist inzwischen drei Bücher, die Dorothea Emminger, die Anna Mitgutsch und den besagten Kaiser-Mühlecker.

Das Buch von Peter Waterhouse, das glaube ich, noch nicht erschienen ist, soll noch kommen und von den Debutanten, habe ich noch das Buch von Sacha Batthyany bekommen, das der Friederike Gösweiner liegt, wie schon beschrieben, in Harland über dem Bett und ich kann es lesen, wenn ich nächste Woche dorthin komme, oder aufsparen und als letztes lesen und die Rezensionsexemplare vorziehen. Mal sehen, wie es sich ergibt.

Die Buchdebuts werden am fünften Okter in der Arbeiterkammer vorgestellt, aber leider leider ist das der erste Mittwoch im Monat und da ist ja MUSA-Tag und da bekommt auch die Ilse Kilic, was mich sehr überrascht und ich nicht damit gerechnet habe, ich habe da ja auch Prognosen erstellt, den „Veza-Canetti-Preis“ also werde ich da hingehen.

Falls mich einer meiner Leser unterstützen und die fehlenden Bücher mit eines von meinen tauschen will, würde mich das freuen, die zwei „Fischer-Bücher“ wären der Ernst Wilhelm Händler und der Peter Stamm, über die österreichischen würde ich mich auch freuen, obwohl ich da ja regelmäßig bei den O-Tönen war, also dort die Sabine Gruber, den Michael Köhlmeier, Friederike Mayröcker und die Katharina Winkler hörte und die nehme ich ja wieder an, gewinnt den „Alpha“ und dann bekäme ich wahrscheinlich das Buch.

Den Peter Henisch, der glaube ich, noch nicht erschienen ist, würde ich gerne lesen und Anne Cottens Versepos, das ich schon im MUSA hörte, interessiert mich sehr und natürlich Friederike Mayröcker, deren Bücher man seltsamerweise eher selten in den offenen Bücherschränken findet.

Nun vielleicht auch meine Prognosen, von den auf der Öst nominierten, habe ich noch nichts gelesen, habe da aber eine Wunschliste, nämlich die FM als Preisträgerin und dann würde ich mir Anne Cotten, Peter Henisch, Sabine Gruber und Michael Köhlmeier wünschen oder könnte mir das vorstellen und bei den Debutanten denke ich, daß Katharina Winkler gewinnt, obwohl  Friederike Gösweiner, die ich auch schon bei den O-Tönen hörte, auch oft gelobt wird.

Bei der deutschen Liste ist das anders, da kann ich, da mir die meisten Bücher ja eher unbekannt waren, keine so dichte Prognose geben, vor allem wüßte ich da den Preisträger noch nicht, von den bis jetzt gelesenen könnte ich mir vorstellen, daß Thomas Melle und Bodo Kirchhoff draufsteht und dann denke ich, nach dem was ich so gehört und gelesen habe, beziehungsweise mir vorstellen könnte, auch noch Peter Stamm, Gerhard Falkner, Katja Lange-Müller und Sibylle Lewitscharoff. Aber das ist mein persönlicher Tip, der „Buchpreisblog“ hat das Buch ja sehr zerissen. Mal sehen, wie falsch oder richtig ich liege?

Am Dienstag werden wir es wissen, ich lese inzwischen den Stadler weiter und beginne dann mit der Lewitscharoff, mache dann eine Buchpreislesepause und lese die beiden „K&S-Literaturdebuts“ beziehungsweise die „Vegetarierin“ auch ein Kultbuch des Herbstes, das durch die LL ein wenig unterging, dann vielleicht den dBp weiter, bis ich zur öst- Liste komme und ziehe da vielleicht die Shortlistnominierten vor.

Nach meiner Schätzung hätte ich da ja erst zwei ganz gelesen. Die Juryentscheidung gibt es schon, also spannend spannend und noch nachsehen, was die Blogs dazu meinen.

Ansonsten werde ich das Wochenende, wie ich eigentlich plante, doch nicht nur lesend und schreibend verbringen, denn im WUK gibts ja eine Biennale mit experimenteller Literatur und einer Kunstfilmnacht, wo es Filme von Hermann J.Hendrich, Ilse Kilic, Thomas Havlik etcetera zu sehen gibt.

Gestern bin ich nach der „Alten Schmiede“ nicht mehr hingegangen. Heute habe ich das vor, das Kinderprogram mit der Erika Kronabitter lasse ich aus und am Sonntag gibts vielleicht schon das Sturmfest, aber vielleicht ist das erst nächste Woche, dann hätte ich mehr Zeit zum Lesen und mit dem Schreiben meiner Klara tue ich mir ein wenig schwer.

Denn das Longlistenlesen ist ja sehr intensiv, relativ viel Diagnostik hatte ich in den letzten Tagen auch, da kommt man dann leicht hinaus und schwer wieder hinein und die Frage, was ist gute Literatur?, „Deine nicht, denn du schreibst ja so unverständlich!“,, halt ja auch noch immer in meinen Ohren, obwohl ich, da ich jetzt wieder durchkorrigiere, mir gestern einige Änderungen notiert habe.

So wird sich das Ganze jetzt vielleicht in einen kürzeren Rahmen, also vielleicht bis zu Zusannas Hochzeit abspielen, den dBp lasse ich weg und mache allgemein einen „Buchpreis“ daraus und lasse die Klara daher aus Wien statt aus Frankfurt kommen, da ist das Terrain  bekannter und sie arbeitet vielleicht mit dem Edy beim „Standard“, aber auch da könnte ich die Bezeichnung weglassen.

Sie könnte  beispielsweise auch „Ohrenschmaus-Jurorin“, Achtung Ironie oder persönlicher Bezug, sein.

Nun ja, solange ich so intensiv lese und jetzt auch wieder intensiv zu Veranstaltungen gehe, stagniert das ein bißchen, Ich habe aber schon 23.00 Worte, 44 Seiten und 15 Szenen, müßte mir auch das, wie das mit der Clarisse und der Claire, vor allem die Geschichte mit der Großmutter ist, noch genauer  konzipieren. Da habe ich inzwischen, fürchte ich, den Faden verloren.

Das geht in den sogenannten  Nachlesezeiten“, aber ich lese ja immer, wahrscheinlich leichter, für den „Nanowrimo“ kommt es wahrscheinlich trotzdem nicht in Frage, da ich schon 23.000 Worte habe.

Also werde ich wahrscheinlich heuer nicht mitmachen und nur so weiterschreiben, aber im November ist ja auch die „Buch-Wien“ und der „Ohrenschmaus“ und zumindestens den Anfang werde ich auch noch für die österreichische Liste brauche.

Das Buchpreislesen, das kann ich nur wiederholen, macht großen Spaß und ich finde es auch sehr lehrreich, kann auch ein bißchen die Frage, was ist gute Literatur und was interessiert die Leser beantworten?

Aber da würde ich mir sowieso mehr Information wünschen, was die Leser wollen oder gerne lesen von den Buchhändlern höre ich immer, die Leute interessieren sich, wenn überhaupt für die Shortlist, die Longlist ist ihnen egal, zu  zu umfangreic, oder was auch immer.

Ich finde gerade die sehr interessant, obwohl es natürlich, wie beispielsweise, die experimentelle Literatur oder die Kleinverlage gibt, die zum größten Teil nicht daraufstehen.

Denn die „Longlist“ ist ja wahrscheinlich schon sehr mainstreamorientiert, obwohl das von der deutschen heuer eher widersprochen wird.

Ich bin gestern zwischen der Session vier und der Abendveranstaltung der „Alten Schmiede“ in den „Morawa“ gegangen und habe mich  umgeschaut, was da auf den Stapeln liegt?

Es liegt ziemlich viel, auch Krimis und das sogenannte Leichte, das Experimentelle wahrscheinlich eher nicht, aber einiges davon gibt es schon auf den Listen, zumindestens würde ich Daniela Emminger, Anna Weidenholzer und Michelle Steinbeck jetzt einmal dazureihen.

Aber das lesen die Leute wahrscheinlich eher nicht und  auf die Shortlist würde ich  mal schätzen, kommen sie eher nicht und bezüglich Krimis haben wir ja eine Kriminacht und einen eigenen Krimipreis, der auch bald vergeben wird, Leider gibt es da aber wieder eine Überschneidung mit dem H. C Artmann Preis, den heuer Anselm Glück, also ein eher experimenteller Autor, bekommt.

 

 

2016-09-08

Buchpreisbloggeflüster

Nun also sind die beiden Listen bekanntgegeben und ich lese, lese, beziehungsweise mache ich dem Postboten auf, um ein Buchpaket in Empfang zu nehmen, schreibe Mails an nette Verlagsdamen und gerate mal mehr und mal weniger in Stress und Panik, das alles vielleicht nicht zu schaffe.

Habe ich mir da nicht vielleicht zu viel aufgeladen? Beziehungsweise ist das die Schuld, des österreichischen Hauptverbandes, der den öst Bp einen Monat nach dem deutschen ansetzte und den Preisträger einen Monat nach der Frankfurter-Messe, die auch ein Monat vor der „Buch-Wien“ stattfindet, präsentieren will.

Um nicht mißverstanden zu werden, im Vorjahr habe ich auch alle Bücher gelesen und zwischendurch, während ich auf den Witzel wartete, den mir Trude K. zum Geburtstag brachte, noch einiges anderes und als die Frankfurter-Messe begann, hat mir „Buzaldrin“ ein Buchpaket mit neun Bücher geschickt, die ich bei einem ihrer Gewinnspiele gewonnen habe und bis Weihnachten habe ich sechs  davon gelesen.

Jetzt bin ich schon beim siebenten dBp-Buch, Bodo Kirchhoffs „Widerfahrnis“, acht liegen noch im Badezimmer, beziehungsweise, die Lewitscharoff-Fahnen im Schlafzimmer auf dem Tischchen, mindestens eines soll noch kommen, dann folgen zwei  „Kremeier&Scheriau Debuts“, die heute auch in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt werden und Han Kangs „Vegetariereŕin“ und dann geht es schon, ganz langsam, an den östBP, da habe ich vier Zusagen und gestern den Reinhard Kaiser Mühlecker, das doppelte Buchpreisbuch bekommen und die Friederike Gösweiner, die ich als letztes lesen will, in Harland über den Bett liegen und wenn Katharina Winkler, was ich fast annehme, den „Alpha-Literaturpreis“ gewinnt, bekomme ich das Buch, ganz egal, ob „Suhrkamp“ es schickt oder nicht.

Ob ich bis zu den beiden Messen  fertig werde oder nicht, weiß ich noch nicht so genau, bis Ende  November werde ich es aber schaffen und ich kann nur sagen, trotz selbsterlegten Lesestreß, ein wunderbares Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann, denn man lernt sehr viel dabei.

Und was waren nun meine bisherigen Erkenntisse über die ausgewählten Bücher, die angeblich die Besten sein und zu Weihnachten unter möglichst vielen Christbäumen liegen sollen?

Da habe ich ja schon öfter geschrieben, daß ich nicht daran glaube, daß das so sein kann und, daß es natürlich viel viel mehr interessante, spannende, gute oder auch was immer Bücher, als die ausgewählten dreiunddreißig gibt und die deutsche Liste war ja, das habe ich, gleich nach der Vergabe geschrieben, sehr sehr überraschend.

Ich war zuerst erstaunt und habe gedacht, ich bin im falschen Boot, dann habe ich mich aber sehr schnell angefreundet, lese mich durch die Bücher und durch die Besprechungen der offiziellen und auch inoffizellen Buchpreisblogger und kann bei der deutschen eigentlich noch nicht wirklich sagen, wer da am zwanzigsten September auf der Shortlist stehen wird?

Denn ich glaube fast, die sechs bisher gelesenen sind es eher nicht, kommen die ja eher von engagierten Kleinverlagen und stammen zum Teil von sehr exeperimentellen Sprachkunstautoren.

Der Platzgumer erschien mir persönlich ja zu konstruiert und über die Metapher, wie man von seinen schlechten Büchern in die Schlinge springt, bin ich noch immer nicht hinweggekommen und Bodo Kirchhoff, der den Bloggern sehr gefällt, hat, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, auch einen eher kitschig wirkenden konstruierten Stil, der ist aber sehr Publikum wirksam, glaube ich  und gefällt wahrscheinlich auch den hier oft zitierten Schwiegermüttern.

Das macht Joachim Meyerhof, der auf meiner Liste steht, wahrscheinlich auch, Peter Stamm wäre ein Kanditat, den habe ich aber noch nicht, Katja Lange-Müllers „Drehtür“, das noch kommen soll, vielleicht auch, aber das gefällt den Bloggern eher nicht, Thomas Melles Memoir über seine manisch depressive Krankheit, mein nächsten LL hat wahrscheinlich auch Chancen und dann das dicke „Apollokallypse“ des mir noch immer unbekannten Gerarld Falkner, das möglicherweise schwer zu lesen ist und  Phillipp Winklers „Hool“, das mir „Aufbau“ hoffentlich noch schickt, vielleicht ebenfalls.

Eine ausgewogene Bandbreite zwischen bekannten und unbekannten, experimentellen und Mainstreamgeschmack denke ich und ich habe viel gelernt, während ich, vielleicht durch meine „Alte Schmiede-Besuche“ und das O-Tönfestival, das ich diesen Sommer ja sehr eifrig besuchte, bezüglich der öst-LL ziemlich sicher war und da auch nur relativ weniges Unbekanntes gefunden habe.

Gstrein und Glavinic haben zwar darauf gefehlt und sonst wäre ich sehr überrascht, wenn Friederike Mayröcker, den Preis nicht gewinnen würde, ich denke das gehört sich so, ein paar experimentelle, wie Kathrin Röggla und Peter Waterhouse, auf die ich vergessen habe, sind darauf,  und an Daniela Emminger, ein Buch, das ich bekommen soll, wie das von Peter Waterhouse, habe ich auch nicht gedacht, obwohl ich einmal eines ihrer früheren Bücher gefunden und in meinen Regalen stehen habe.

Für die Shortlist könnte ich mir also, obwohl ich da noch nichts gelesen habe, außer  der FM, Peter Henisch, Anna Mitgutsch, Rainer Kaiser Mühlecker,  Sabine Gruber und Michael Köhlmeier vorstellen, aber vielleicht hat die Jury einen experimentellen Geschmack und traut sich was, so daß vielleicht Ann Cottens Versepos, das, glaube ich, sehr witzig sein soll, darauf kommt, oder Kathrin Röggler, Peter Waterhouse und und.

Mal sehen, ich bin gespannt und lese fleißig weiter, dazwischen mache ich meine Praxis, Diagnostik, Therapien und ein bißchen Supervision, fange an zu Veranstaltungen zu gehen, heute abend, wie schon erwähnt von den „Kremeier&Scheriau-Debuts“, am Samstag habe ich mich für den Bus nach Niederhollabrunn zur „Theodor Kramer Preisverleihung“ angemeldet, der Alfred reist ja, glaube ich, gerade in Japan ein und am Sonntag werde ich, wenn ich hinfinde, mit der „Gesellschaft für Literatur“ auf den Spuren Kafkas in Klosterneuburg herumwandern, der dort ja in einem Sanatorium seine Schwindsucht behandeln ließ.

In den letzten Tagen habe ich selber Jury „gespielt“, wie meine Kritiker, die mich ja für eine literarische Diletantin halten, es nennen werden und drei Vorschläge für den „Ohrenschmaus“ herausgesucht, der heuer schon im November im Rahmen der „Buch-Wien“ vergeben wird.

Alles bestens also und noch etwas habe ich am Samstag in einer schlaflosen Nacht gemacht, ich habe nämlich, da auf der 2016 Leseliste, die wahrscheinlich ungelesen bleibenden Bücher immer länger wurden, herausgesucht, zuerst versucht, sie auf meiner langen Liste hinten dranzuhängen, dann habe ich gedacht, daß ich sie erstens vielleicht dann nicht mehr finde, zweitens gar nicht weiß, ob ich dann noch lebe und sie drittens gegebenfalls vielleicht wieder zurücktrage und sie dann für 2050 eintragen werde, wo ich höchstwahrscheinlich schon gestorben bin und, die Vorauseintragungen dann gelöscht.

So brauchen sich die Presedamen nicht mehr über sie zu wundern und ich bin auch freier, bisher Aufgeschobenes, wie das Buch der neuen Priessnitz-Preisträgerin Sanda Gugic, das der Hilde Schmölzer und die anderen Geburtstagsbücher und die Schmankerl von den Bücherschränken und das, was ich mir aus den Abverkaufslisten ziehe, zeitgerechter zu lesen, da wird dann vielleicht manchea Alte, was ich eigentlich auch noch lesen wollte, wie Vicki Baum, Pearl S. Buck, Francoise Sagan, etcetea überbleiben, aber wenn ich, was ich mir jetzt wieder vorgenommen habe, mir wirklich nur mehr das, was ich irgendwann lesen kann, aus den Schränken nehme und mit den Frühjahrsbestellungen vorsichtiger bin, kann ich vielleicht meine neue 2017 Liste bis zum doppelten 2017 Buchpreisbloggen, das ich  wieder machen will, mehr oder weniger durchgelesen haben und ich kenne mich ein bißchen aus im österreichischen oder deutschen Literaturbetrieb, ganz egal, ob meine Kritiker mir das jetzt glauben oder nicht.

Bloggen auf WordPress.com.