Literaturgefluester

2020-12-12

Das Palais muß brennen

Hurrah, hurra, ich bin fertig mit der österreichische Buchpreisliste, nachdem ich jetzt auch das dritte Debut, Mercedes Spannagels „Das Palais muß brennen“, gelesen habe und die 1995 geborene, habe ich ja schon im Sommer fast live bei den O-Tönen gehört. Fast live bedeutet, weit hinten auf der Bank und ist man zu weit nach vorn ans Absperrgitter gekommen, hat einem der Securitguard weggescheucht. Nun ja, wir leben in Corona-Zeiten. So habe ich die nächshten zwei Lesungen nur per Livestream gehört. Aber da hatte ich schon das Buch auf meinen knien und konnte mitlesen und der klappentext liest sich ja vorallem, für mich, die ich mich ja sehr für politische Literatur interessiere, sehr spannend. Da geht es um die Tochter einer rechtkonservativen Bundespräsidentin die neun Windhunde hat. Die Mutter hat sie, die Tochter, den Mops namens Marx und da denkt man, spannend. Noch dazu, wo ich mich ja mit dem „Bibliotheksgespenst“ und der „Unsichtbaren Frau“ und wahrscheinlich noch in anderen Büchern mit der Politik versucht habe. Geht man zu „Amazon“ liest man die Enttäuschungen, denn da schreibt einer oder eine, geht es ja nur um Sex und ums Kiffen und ich muß gestehen, ich habe mir auch ein bißchen schwer getan, in das Buch hineinzukommen. Aber spannend und interessant ist es allemal und man kann ja nachdenken, wie man es selbst besser machen hätte können?

Da ist Lu oder Luise, die Tochter der Präsidentin, die Rechtswissenschaft studiert, eine Schwester namens Yara hat, eine Freundin Lili, die von der Mutter nur die „Proletin“ genannt wird, aber die stammt ja selbst aus dem Plattenbau. Jetzt residiert sie in dem titelgegebenen Palais und Luise, die auch dort wohnt, rennt von Zimmer zu Zimmer. Einen Ferdi, der die Hunde betreut gibt es auch, der ist ein Burschenschaftler und die Mutter will ihn mit Lu verkuppeln, aber die rebelliert. Schwingt Zitate und Sprüche, plant eine Kunstaktion gegen die Mutter am Opernball. Dazu kommt es dann leider nicht. Denn ein Henry hat vorher schon in dem türkisen Zimmer gefilmt, wo sich die Mutter einer Korruption nicht abgeneigt zeigte. So müßen sie und ihre Töchter das Palais schließlich verlassen und richtig, fast hätte ichs vergessen, am Opernball ist Lu noch mit Sef im Frack aufgetaucht und hat die Mutter mit ihrer lesbischen Freundin brüskiert. Die nimmt dann ein Angebot an, nach Russland ins mittlere Mangement zu gehen und Yara zieht in das Tatoostudio in dem sie schon vorher arbeitete. Lu plant auch eine Reise und die Revolution ist vollzogen?

Natürlich nicht und jede zwanzigjährige macht wohl eine rebellische oder phiosophische Krise durch und der Präsidentintochter ist es in dem Palais ja eigentlich ganz gut gegangen und inzwischen haben sich die Zeiten ohnehin verändert. Jetzt stehen die Rechten auf den Anti Corona-Demonstrationen und ich habe schon überlegt, ob ich nicht die „Stoppt den Corona-Wahnsinn-Petiton“ der FPÖ unterschreiben soll?

2020-11-11

Mondbeben

Nun kommt Buch sechs der österreichischen Buchpreisliste „Mondbeben“ des 1946 geborenen in Wien lebenden deutschen Schriftstellers Ludwig Fels von dem ich schon einiges gehört aber nochts gelesen habe, obwohl zwei seiner Bücher in meinen Regalen stehen.

In der Beschreibung des „Jung und Jung-Roman“ steht etwas von Träumen und enttäuschten Erwartungen, die in einer wundervollen Sprache erzählt werden. Ich habe Ludwig Fels auch immer als sehr literarisch eingeschätzt und war jetzt etwas überrascht, denn ist man bösartig, könnte man sagen, „Hey, was ist das? „Jung und Jung“ verlegt einen Räuberroman, den man in einer viel weniger artizifiellen Sprache natürlich, in jeder Fernsehserie findet!“

Aber natürlich steht eine Idee dahinter und wahrscheinlich auch eine große Portion Ironie und der Wunsch sich kunstvoll über dieses Leben lustig zu machen.

Da ist, das erfährt man eigentlich durch den Klappentext und viel später im Buch eigentlich so nebenbei, ein ehemaliger Schuldeneintreber namens Olav Ostrander, der im Gefängnis war, weil er einmal, als er vom Nebenhaus gesehen hat, daß eine Frau verprügelt wurde, hinüber ging und den Mann mit mehr Aufwand als nötig gewesen wäre, tötete. Im Gefängnis hat er dann Helen, das ist die Frau, geheiratet und jetzt hat sie geerbt und so setzen sich die Beiden ins Flugzeug und brechen auf eine Insel auf, um sich dort unter Palmen am Meer ein Haus zu kaufen und fortan ein schönes Leben zu beginnen.

So beginnt das Buch, im Flugzeug. Dann steigen sie in ein Hotel ab, um dort am nächsten Tag Mister Holmes, den Makler zu erwarten. Olav, weil ein Trinker geht aber noch vorher an die Bar, um sich ein Bier zu holen. Dort trifft er eine Nutte namens Assumpta, die auch verprügelt wird und kommt mit ihr in Kontakt.

Am nächsten Tag schauen sie sich die Villa an, der Verkauf ist irgendwie geheim, das Geld muß erst überwiesen werden, ein Teil wurde aber bereits ins Land geschmuggelt und am Abend kommt diese Assumpta aufs Zimmer und sticht Helen mit ihrem Stöckelschuh ein Auge aus. Sie fahren in die Klinik treffen dort den pakistanischen Arzt Dr. Chalie. Helen muß über Nacht in der Klinik bleiben. Am nächsten Morgen erzählt sie, der Arzt wäre ihr zu nahe getreten. Sie fahren in die Hauptstadtklinik, kommen dort aber nicht durch, weil plötzlich Unruhen und so weiter und so fort. Der Makler sagt, gegen eine Gebühr können sie schon in die Villa. Dort gibt es keine Möbel. Der Anwalt, der das vermitteln soll, verschwindet. Ein Polizeioffizier und immer wieder diese Assumpta tauchen auch noch auf. Helen fliegt nach Deutschland wahrscheinlich, um ihr Auge zu behandeln und er, um es kurz zusammenzufassen und nicht alles zu verspoilern, verkommt immer mehr oder wird von dem fast klasstischen Figurenquartett nach Strich und Faden ausgenommen, bis kein Geld mehr da ist und er schon stinkend zum Flughafen humpelt, um dort seine Helen zu treffen, die gerade wieder ankommt.

Es gibt noch einige Verhandlungen bis Dr. Charlie ihm zum Gate begleitet, ihm den Paß wieder gibt und „Grüßen Sie ihre Frau von mir!“ zu ihm sagt und ich habe ein Buch von einem Autor dessen Stil mir bisher eher unbekannt war und wieder einmal erstaunt, was man in den sogenannten literarischen Büchern alles finden kann. Es ist aber natürlich auch ein Midlifekriseroman, wo Ludwig Fels, der das Buch, wie man noch lesen kann, mit Hilfe einiger Stipendien geschrieben hat, sich über das Leben lustig macht und vielleicht, das weiß ich nicht, ob er daran dachte, einen Kolportageroman daraus machen wollte.

2020-11-07

Fremdes Licht

Buch fünf des österreichischen Buchpreises, der ja am Montag vergeben beziehungsweise, wie bei Leipzig bekanntgegeben wird, derFestakt, um den ich mich ja immer gerissen habe, entfällt aber wegen des Lockdowns, mit Maske wäre ich aber ohnehin nicht hingegangen,macht also nichts, aber auch kein Livestream und jetzt kann raten und spekulieren oder gleich bemerken Michael Stavaric bekommt ihn nicht, weil nichtauf der Shortlist.

Es war für mich aber ganz spannend, mich in den Stil des 1972 in Brünn geborenen, der seit 1977 in Österreich lebt und den ich schon öfter bei Lesungen erlebt habe, einzulesen.

Gelesen habe ich noch nichts von ihm, so war seit Stil für mich ein Erlebnis. Ich kann aber etwaigen Kritikern gleich verraten ich habe mich schwer damit getan, mit Sicherheit auch nicht alles verstanden, dazu hätte ich mir wahrscheinlich, die zwei drei Jahre Zeit nehmen müssen, die Stavaric wohl zu Schreiben gebraucht hat und ich glaube mich an eine „Alte Schmiede-Lesung“ zu erinnern oder an einen Text, der mit Arno Schmidt zu tun hat. Der Stil würde aber fast an „Kaff mare crisium“ erinnern.

Nein, so schlimm ist es nicht und ich hatte auch Schützenhilfe, denn vor einem Jahr in der „Gesellschaft“ eine Stavaric-Portrait erlebt, wo das Buch auch erwähnt wurde. Im Frühling gab es dann die Corona-Lesungen. Da war Stavaric dabei und im Sommer war er noch einmal mit seinem Buch in der „Gesellschaft“, erklärte einiges dazu im Gespräch mit Manfred Müller und der Eindruck verdichtete sich, sehr kompliziert.

Denn Stavaric ist kein Plotautor, der mir ja irgendwie sehr wichtig ist. Nein, hat er erklärt. Er geht von einer Idee aus. Hier war es, glaube ich, das Licht oder der Schnee und die Kälte und dann hat er, wie Manfred Müller erklärte, zweihundert Seiten lang das Nichts beschrieben.

Das liest sich natürlich schwer und wenn man fragt, welches Genre ist es nun? Geht man und da würde Stavaric jetzt wahrscheinlich lächeln, auch in die Irre.

Ein Scicene Fiction oder dystopischer Roman, da ich ja glaube seit einem dreiviertel Jahr in einem solchen zu leben und ihn auch noch gern beschreiben möchte und nicht recht weiß, wie, da es sich ja doch, um die Wirklichkeit handelt, war es ja sehr spannend sich auf einmal im Weltall zu befinden oder in Grönland bei den Innuits und, um das geht es da eigentlich?

Im ersten Teil, um eine Genforscherin, die einen Großvater in Grönland hatte, aber in der Schweiz, in Winterthur forschte und wir befinden uns, glaube ich, um einige hundert Jahre in der Zukunft und Elaine, so heißt, die Forscherin in einem Raumfschiff. Denn die Welt ist untergangen. Sie ist die einzige Überlebende oder doch nicht so ganz, denn eine Schwester gibt es auch. Sie erwacht jedenfalls im Eis, beginnt sich an ihre Kndheit, ihren Vater und ihren Großvater zu erinnern. Die Mutter ist gestorben und einen Dallas gibt es auch. Der war der Kapitän jenes Raumschiffes, mit dem man dem Weltuntergang entfliehen wollte. Es gab darin aber auch Kapseln, wo man Menschen einfror, um sie später wieder zum Leben zu erwecken. Allerdings war das Schiff mit so vielen Flüchtenden erfüllt, daß das nich thinaute. Elaine hat auch eine Maschine mit dem sie neues Leben erschaffen kann. Manfred Müller sprach Stavaric diesbezüglich auf Kafka an und ich muß gestehen ich habe die diesbezügliche Assoziation nicht bemerkt. Sie irrt jedenfalls im Eis herum, befindet sich dann plötzlich in winthertur oder dort, wo das mal war, versucht neuesLeben zu kreieren und begegnet einem Eisbären, der sich schließlich, als ihr Freund Dallas entpuppt.

Der zweite Teil „Grönland und die weiße Stadt“, ist viel einfacher zu lesen, obwohl es auch hier Tabellen und Worte in der Innuit-Schrift gibt, die manfred <müller auch als Stavarics Spezialität erwähnte.

Da geht es zu Fridtjof Nansen der ja Ende des Neunzehntenjahrhundert nach Grönland kam und dort weil sie seiner Frau Elaine so ähnlich sah, mit dem Innuit-Mädchen Uki Bekanntschaft machte. Dann wird es etwas phantastischer oder auch naiver. Sie, die ihn Vogelmann nennt, weil er Spielautomaten in Vogelform an die Kinder verschenkt und ihr ein Vogelbuch, lernt für ihn bei den Schamanen Englisch und Französisch und begleitet ihn dann nach New York denn sie will zur Weltausstellung nach Chicago, um die weiße Stadt, offensichtlich so genannt, weil in viele Glühbirnen und Elektrizität getaucht, zu besuchen. Nansen schickt sie mit einem Begleiter, der auch ihre Sprach schickt, dorthin. Sie sind auch einen Tag auf der Weltausstellung und bestaunen alles, dann übernachten sie in dem berühmten Hotel von H.H. Holmes oder Jack the Ripper, Stavaric hat also auch reale Eregnisse in seinen Roman verwendet und kommen nicht zur vereinbarten Zeit nach New York zurück, um wieder die Fahrt nach Grönland anzutreten. Sind sie doch dem Serienmörder zum Opfer gefallen und Uki wäre beinahe in seinem Folterkeller erfroren. Sie wird aber gerettet, kommt nach Grönland zurück und wird dort Schamanin. Da gibt es dann auch die Verbindung zum ersten Teil. Denn der Großvater hat Elaine ja viel von Uki erzählt und so endet auch das Buch von dem am Rücken steht „Wenn die Reise in die Zukunft zu einem Blick in die Vergangenheit wird“ und der „Stern“ hat geschrieben „Michael Stavarics Bücher muß man kaufen“.

Man kann sie ja auch in den Bücherschränken finden. Ich habe meines vom Verlag bekommen und geht man zu „Amazon“ findet man auch „Ein Stern- Rezensionen“.

So weit würde ich nicht gehen, kann aber schreiben, daß mich Stavarics Stil vielleicht nicht so sehr erwärmen konnte, aber trotzdem ein interessantes Buch gelesen habe.

2020-10-07

Die österreichische Shortlist

Filed under: Buchpreisbloggen,Uncategorized — jancak @ 13:41
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Hurrah, hurrah, sie ist da die österreichische kurze Liste, obwohl ich sie laut Terminankündigung erst morgen erwartet hätte.

Aber macht ja nichts oder ist überhaupt fein, weil ich ja sehr ungeduldig bin und habe mir auch schon überlegt, was darauf stehen könnte, was aber etwas schwierig war, weil ich habe ja erst zwei Bücher von der Longlist, das Buch der Cornelia Travnicek im Frühling und das der Helena Adler weil es ja auch auf der deutschen Longlist stand.

Gerätselt habe ich aber doch, weil ich ja von den anderen Bücher auch schon einiges kannte, so war ich ja noch kurz vor dem Lockdown im Literaturhaus bei der Präsentation des Bayer- Buchs, von Monika Helfers Buch habe ich schon einiges gehört, vom denen von Michael Stavaric und Karin Peschka. Von denen von Melitta Breznik, Ilija Trovanow, Ludwig Fels und Verena Stauffer noch eher nichts.

Und weil ich ja bezüglich Bücher offenbar sehr tolerant und offen bin, hätte ich mir eigentlich gedacht,daß Verena Stauffer und Cornelia Travnicek vielleicht nicht darauf kommen, die anderen aber vielleicht schon und habe mich wieder einmal geirrt, denn vioila

1. Helena Adler „Die Infantin trägt den Scheitel links“, das mir ja sehr gut gefallen hat.

2. Xaver Bayer „Geschichten mit Marianne“ natürlich, ein „Jung und „Jung Buch gehört darauf

3. Monika Helfer „Die Bagage“ hätte ich mir erwartet

4. Karin Peschka „Putzt euch, tanzt, lacht“, da habe ich auch schon einiges gehört, wurde es ja in der „Gesellschaft“ bei den Schreib Art-Online-Lesungen präsentiert

5. Cornelia Travnicek „Feenstaub“ was sie wahrscheinlich freut

Der österreichische Buchpreis wird laut Website, also keine Gewähr, ob auch das noch stimmt, am 9. 11., meinem Geburtstag, vergeben.

Da werde ich, weil man wahrscheinlich eine Maske braucht und wahrscheinlich, wie auch bei der Debutpreisllesung wegen Corona nur ein engerer Kreis geladen wird, nicht hinkommen und sollte am 12. 11. bei der „Buch Wien“ präsentiert werden, die ja, das habe ich noch nicht geschrieben, vor cirka zwei Wochen ebenfalls abgesagt wurde.

Aber vielleicht kann man das, wie die Debutlesung per Livestream hören, weil ja heuer alles anders ist und jetzt Gratulation und wenn ich wieder schätzen sollte, Monika Helfer vielleicht, weil sie wäre ja die Promienteste, obwohl ich mich da ja beim Josef Winkler vor zwei jahren sehr verschätzt habe oder vielleicht doch Cornelia Travnicek und und…

Mal sehen, ich bin sehr gespannt und bis dahin heißt es, lesen, lesen und bin jetzt gerade beim dreizehnten deutschen Longlistbuch.

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