Literaturgefluester

2023-01-20

Lektionen in dunkler Materie

Nachdem ich nach Weihnachten auch noch die Schweizer Buchpreisliste soweit vorhanden fertiggelesen habe, ist jetzt die Bloggerdebutshortlist

an der Reihe. Da habe ich ja fünfzehn der Longlisttitel, die man melden konnte gelesen. Bozena Bandura und Janine Hasse haben fünf davon ausgewählt und bis Februar hat man Zeit, die zu lesen. Das verschiebt sich nach hinten ich weiß, am Anfanghabe ich im November gelesen.

Aber fünf Titel sind für mich kein Problem, obwohl ich von der 2022 Liste ja noch drei Bücher zu lesen hätte.

Eines der fünf, die Slata Roschal kenne ich schon und jetzt als nächstes „Die dunkle Materie“ der 1981 in Wien geborenen Ursula Knoll mit der ich schon am „Volksstimmefest“ gelesen habe. Von den Buch habe ich schon gehört, mich aber nicht näher in es vertieft.

„Atelier“ hat es mir aber sehr schnell geschickt und jetzt hinein in die Matierie, die nicht dunkel sein muß, aber ein wenig schwer zu lesen, zumindestens am Beginn, weil sehr theoretisch, war das Buch schon, das ich eher, als eine in sich verknüpfte Personen oder Episodenansammlung bezeichnen will. Eine wirklich Handlung mit Plot und Spannungsbögen hat es nicht wirklich. Das entspricht auch meiner Schreibweise. Es ist aber erstaunlich modern und aktuell und vielleicht auch darüber hinaus denn am Cover ist ein Astronaut zu sehen, der ein Kind hinter sich herzieht. Eine Astronautin natürlich, denn in dem Buch wird nicht nur gegendert. Es scheint auch in der Zukunft zu spielen, denn so weit ich weiß, werden wir noch nicht von Astronautinnen im Weltall umkreist, die dann auch noch ihre Bordcomputer oder KIs in ihren Emotionen zerstören und dabei fast eine Katastrophe auslösen.

Gemeinsam am Volksstimmefest gelesen? Ja natürlich, denn das Buch ist sehr sozialkritisch, das geht schon am Klappentext hervor.

Da gibt es zum Beispiel eine Asylverfahren bearbeitende Fachkraft, wahrscheinlich eine Richterin, namens Ines, die im Laufe des Geschehens entlassen wird, weil sie nur mehr positive Bescheide ausstellt. Die trifft eine Fatima, die sie per einer Datingapp kennenlernte und die ist Kindergärtnerin und der passiert plötzlich, daß eine Mutter beschließt mit ihrem Sohn Linuns nicht mehr nach Hause zu gehen, sondern den Kindergarten besetzt, weil dessen Öffnungszeiten sich mit denen ihrer Arbeit nicht decken und sie daher ständig zuspätkommen oder sich abhetzen muß und die, namens Heide ist Zimmermädchen in einem Hotel und wurde von Katalin ihrer Lebenspartnerin, das ist die Astronautin verlassen.

Man sieht sehr realistisch sind die Verhältnisse vielleicht doch nicht zusammengewürfelt oder zu utopisch ausgelegt. Es gibt aber eine sehr spannnende Szene, wo Linus mit seiner Mutter in den Supermarkt geht und die hat nicht genug Geld im Börserl, bezahlt sie in dem Zukunftsszenari noch bar-? Nein auf dem Konto natürlich. Muß also die Bananen und was anderes zurückgeben. Hat aber Glück, denn in dem Supermarkt wird in diesem Augenblick mit Tomaten herumgeschmissen, so daß die Kassiererin keine Augen dafür hat, daß Heide sich die Sachen zurückholt und Katalin hat inzwischen vom Bordcomupter Simon zuerst daran gehindert, dann unterstützt, in ihrem Konto herumgeschnüffelt.

Es gibt dann noch eine Milka, das ist die Tomatenschmeißerin oder auch Umweltaktivistin, die sich für die, die die Tomaten im fernen Italien ernten und dabei ausgenützt werden und die erfährt, daß ihr Freund umgekommen ist. Da dreht sie durch und schmeißt mit den Tomaten, wird dabei von der Polizistin Esther verhört, die Katalins Schwester ist und die erfährt, während des Verhörs, daß im Weltraum ein Unglück geschehen ist.

Sie kann dann noch mit ihrer Schwester telefonieren und so weiter und so fort und, wie geschrieben am Anfang habe ich mir mit dem Lesen schwer getan, weil zu theoretisch und auch noch wegen der Handlungssprünge, die Ursula Knoll vor allem zu Beginn manchmal hat, unverständlich und habe mir gedacht, wieso haben die Frauen dieses Buch ausgesucht?

Dann bin ich aber in den Sog hineingekommen und finde es hochaktuell, sehr realistisch, die, die Probleme unserer Gesellschaft anreißen und in Frage stellen, wenn auch, wie schon geschrieben ein paar Unklarheiten bleiben, weil die Zukunft ist ja unserer Gegenwart voraus und ob die Welt, wenn es so weit ist, daß die Astronautinnen uns umkreisen, dann noch besteht oder nicht schon verglüht ist, stellen die Umweltaktivistinnen der „Letzten Generation“ ja in Frage und ob, die Zimmermädchen, die Schwierikgeiten mit den Kindergartenöffnungszeiten haben und ihre Einkäufe nicht bezahlen können, wirklich alle mit den Topaustronauten zusammenleben, glaube ich auch nicht wirklich und von der Kindergärtnerin Fatima hätte ich gerne mehr bezüglich ihrer Geschichte erfahren.

Wer Lnus Vater ist würde mich auch interessieren. Aber vielleicht ist das in der Zukunft nicht mehr wichtig oder schon geklärt, wie zwei Frauen zu einem Kind kommen können.

Ein spannendes Buch, sehr realistisch, denn diese Themen interessieren mich ja sehr. Bis jetzt also Buch eins auf meinen Ranking. Ich habe aber drei andere noch nicht gelesen.

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2022-11-06

Die Kuratorin

„Geplatzt. Nicht der Traum, sondern das Mon dom“, ist der erste Satz des neuen Romans des 1981 geborenen Norbert Maria Kröll, von dem ich schon einiges gehört, mit ihm einmal gelesen und ihn eher für experimentell gehalten hätte und der letzte des vorletzten Kapitels „Ich sterbe einen langsamen qualvollen Tod.“

Dazwischen liegt eine herrliche und wahrscheinlich nur manchmal bösartige Satire auf den Kuturbetrieb. Ein sanfterer Bernhard würde ich sagen mit einer Frau als Antiheldin und diese über vierzig, Regina Steinbruch, ist die Kuratorin der Außenstelle der „Belvertina“. Die liegt in Simmering und in der gibt es keine Bilder sondern Performances die sich „money sells“ oder „three mothers“ betiteln“ und diese Regina macht in dem Buch eine Wandlung durch.

Auch nur eine sanfte, halbe, sonst wäre der Roman wahrscheinlich kitschig geworden und die sanfte Abrechnung mit dem Kulturbetrieb hat es wahrscheinlich in sich. Ich kenne ja nur eher den Literaturbetrieb. Der der bildenden Kunst ist wahrscheinlich noch härter und erbarmungsloser und man kann als Frau, die Kunstgeschichte studierte, wahrscheinlich darin Karriere machen. Besagte Regina wurde als Kind natürlich vergewaltigt und sie hat noch andere Traumen. So stellt sie sich und das ist köstlich abartig immer ihr eigenes Sterben vor.

Sie hat auch einen behinderten Bruder und nach der Gewalterfahrung mit dreizehn Jahren, hat sich das brave Schulmädchen vorgenommen, sich ab nun nie mehr als Frau etwas gefallen zu lassen, sondern aufzusteigen und Karriere zu machen und ist dabei hart und bösartig geworden. So hält sie dem Bettler an dem sie vorübergeht einen hundert Euroschein hin und steckt ihn dann genüßlich ein. Bei Heinz Strunks Satire auf den Literaturbetrieb habe ich auch schon so was gelesen. Aber da geht der Held schließlich zu Grunde. Regina, so viel sei verraten, kehrt ganz, fast oder halb ins normale Leben zurück und am Anfang ist ein Kndom geplatzt, das sie mit Marvin einen gegenständlichen <maler fast zufälig gebrauchte. Sie gibt ihm eine Ohrfeige, schmeißt ihn hinaus, um dann doch den Ankauf eines seiner Bilder zu organisieren. In ihrem Büro liest sie die Mails zwischen einem anderen Kurator und ihrer Assistentin und als sie schwanger wird, beschließt sie die Abteibung, um die Klinik oder Ordination dann doch zu verlassen. Hat sie doch eine bessere Idee. Näämlich eine Freundin namens Sue, die mit einer Jen verheiratet ist und die wollen, weil es nicht anders geht, ein Kind adoptieren.

Also wird das beschloßen, nach dem Vater gefragt, Marvin auch einmal unverbindlich eingeladen und dazwischen wurde die Ausstellung „money sells“ kuratiert, wo ein Künstler ständig fünfzig Euro an die Wartenden verschenkt und damit ein großer Erfolg wurde. Woher das Geld kam, wurde mir nicht ganz klar. bei der nächsten Vernissage ist Regina schon im Mutterschutz, darf daher nicht die Eröffnungsrede halten und verrät um einen Verehrer abzuschütteln, Marvin, daß er der Vater ist, dann platzt die Fruchtblase und Marvin muß die Rettung holen. Das Kind, Tom, kommt per Kaiserschnitt zur Welt und als er ungefähr ein Jahr ist, darf die Tante Regina das Baby hüten, weil die beiden Frauen ins Theater gehen wollen.

Das ist, glaube ich, eine rührende Szene. Der Kleine lacht und brabbelt „Mama“ und fürchtet sich gar nicht vor der fremden Frau, die er noch nicht oft gesehen hat. Regina spult die ganzen Tätigkeiten, füttern, Märchen vorlesen, das Wickeln läßt sich aus, intellektuell hinunter und als sie das Kinderzimmer verlassen will, fängt der Kleine zu schreien an und hört nicht mehr auf damit, so daß ihr nichts anderes einfällt, als Marvin anzurufen, der dann weinend seinen Sohn zum ersten Mal in den Armen hält. In diesem Moment, der Kleine hat sich schon beruhigt, erscheint Sue, die sich mit Jen zerstritten hat und reißt den Beiden böse das Kind aus der Hand.

Regina fährt daraufhin nach Kärnten ins Elternhaus. Da gibt es noch eine Phantasie wo sie den behinderten Bruder ertränken will, ihm dann aber ihre Lebensgeschichte erzählt und der trinkende Vater hat ihr vorher erzählt, daß er gerne Künstler geworden wäre, sein Vater aber seine Zeichnungen verbrannt hat, damit aus dem Buben was Richtiges wird.

Dann geht es nach Wien zurück. Regina ist ein bisschen geläutert, das heißt, sie gibt dem Bettler zwanzig Euro und verspricht ihm zu Weihnachten fünfzig. Dann ruft sie Marvin an, erzählt ihm, sie hätte die Pille genommen und er braucht kein Kondom mehr, der ihr das nicht glaubt und nachdem er ihr verraten hat, in welcher Stellung man ein Mädchen oder einen Jungen zeugt und dann noch, daß er inzwischen eine Freundin hat, geht es los oder mit der schon zitierten Erhängungsphantasie weiter, weil der Bruder offenbar gestorben ist, wie sie an den Anrufen ihrer Eltern vermutet. Dann wird es doch eine Thelma und ich habe einen sehr realistischen satirischen Roman gelesen von dem ich es nur sehr schade finde, daß er nicht auf der Öst gelandet ist, aber richtig, ein wenig konventionell ist er vielleicht schon. Also bin ich sehr gespannt, wie ihn die Literaturkritik aufnehmen wird?

2022-02-10

Nachruf auf Gerhard Roth

Der 1943 in Graz geborene Gerhaird Roth ist, wie ich im Morgenjournal hörte, am achten Februar in Graz gestorben und ist wahrscheinlich ein Doyen der österreichischen Literatur, der, glaube ich, in den Siebzigerjahren zu der Grazer Gruppe wie Wolfgang Bauer, Peter Handke, Alfred Kolleritsch, Alfred Paul Schmidt, Barbara Frischmuth, etcetera gehörte und experimentell angefangen hat, so kann ich mich erinnern, daß ich mir einmal ein TB von ihm kaufte mit dem ich nicht sehr viel anfangen konnte, wahrscheinlich war das, was ich aus meinem Bibliothekskatalog eruierte wahrscheinlich „Ein neuer Morgen“ war, denn unter Roth finde ich da viele Eintragungen, gibt es ja auch noch einen Philip Roth, Eugen Roth und einen Joseph Roth, einen Ralph Rothmann gibt es auch und ich habe von Gerhard Roth eif Bücher in den Regalen, denn das zwölfte, das, wie ich aus dem Morgenjournal erfuhr, zur Venedig- Trilogie gehört „Der Himmel ist leer, die Teufel sind alle hier“ und das auf der öst Buchpreisliste stand, habe ich als E- Book gelesen und was ich von den elf anderen Eintragungen gelesen habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Ein paar vielleicht, die meisten wahrscheinlich nicht, ist er ja ein österreichischer Klassiker, der in vielen Bücherschränken zu finden ist und ich greife dann auch danach und denke, werde ich lesen. Gehört habe ich ihn wahrscheinlich bei „Rund um die Burg“ in der alten Form, denn da haben ja die Großen der Literatur gelesen und eine Psychologenkollegin hat mir einmal gesagt, daß sie als eines seiner Bücher erschienen ist, ihm einen Brief geschrieben und er ihr auch geantwortet hat.

„Wow!“, kann ich da nur sagen Aber Peter Turrini hat das auf einen meiner Briefe auch einmal getan und, wie ich weiter im Morgenjournal hörte, hat Gerhard Roth unzählige Bücher geschrieben, wo er in einem Interviewausschnitt auch sagte, daß er die letzten dreißig Jahre mit seinen Figuren gelebt hat, was ich sehr eindrucksvoll gefunden habe. und nachahmen sollte.

Schaut man bei „Wikipedia“ nach, Kristina Pfoser hat das auch berichtet, gibt es zwei Romanzyklen, „Okus“ und die „Archive des Schweigens“, von beiden habe ich einige Bücher in meinen Regalen.

Den „See“, der „Berg“, den „Strom“, das „Labyrinth“ beim „Orkus“ bei den „Archiven“ den „Am Abgrund“ und „Die Geschichte der Dunkelheit.“

Fotobücher gibt es auch und dann noch Einzelromane, Erzählungen, Theaterstücke und die schon erwähnte „Venedig-Trilogie“. Die Steiermark hat er, glaube ich, in seinen Fotobüchern bearbeitet und die österreichische Vergangenheit in seinen Zyklen.

Preise hat er auch sehr viele bekommen, den „Österreichischen Staatspreis“, 2016, den „Rosegger-Preis“ und sogar den „Preis der Stadt Wien“.

In der letzten Zeit habe ich, eher wenig von ihm gehört, so daß mich die Todesnachricht überrascht und betroffen hat und ihn natürlich lesen, wenn mich meine Leseliste das läßt.

2021-02-10

Ricardi

Den 1958 in Wels geborenen Dietmar Füssel habe ich, glaube ich, 1987 kennengelernt, als ich in die Schreibwerkstatt der AK im Römerhof in Linz eingeladen wurde, kennengelernt oder habe da von ihm gehört, denn er hat, im Gegensatz zu mir, glaube ich, den „Max von der Grün-Preis“ gewonnen, ich bin laut einem Juror mit meinem „Slavica-Text“ nur in die engere Auswahl gekommen und bin , als ich schon bloggte auf seine Website gestoßen, wo es immer Gewinnspiele gab oder noch gibt.

Ich habe auf diese Artund Weise ein paar seiner Bücher gewonnen und bin mit ihm, weil er auch GAV-Mitglied ist mit ihm dann auch in Kontakt gekommen, so daß er mir jetzt seine Bücher schickt, die ich nicht alle, aber sehr viele gelesen habe und ich kann nur wieder sagen, daß der ehemalige oder noch Bibliothekar der im Ried am Innkreis mit seiner Moni wohnt ein sehr rühriger Autor ist, ich würde ihn einen bemühten „Mittleren“ nennen, also einen, den, wie mir die große Karriere nicht gelungen ist, aber trotzdem unermüdlich schreibt, sich von einem kleinen Preis zum nächsten hantelt, einer meiner Leserinnen hat ihn, glaube ich einmal skurril oder schräg genannt, das ist er nicht wirklich oder doch vielleicht, wahrscheinlich schreibt er so in seinen Lyrik, Prosa, Krimi, Roman und Kinderbuchprojekten.

Und das mit dem Humor und der Ironie ist etwas, was mir nicht so liegt. Ich mag es ja ernsthafter pschologisch, realistischer. Kunststück bin ich ja Psychologin vom Brotberuf, aber die Skurrilität ist sicher auch etwas mit dem man schreiben kann und jetzt nach dem Gedichtband vom letzten Jahr ein Roman, „Ricardi“ genannt und da würde ich mir immer noch etwas schwer mit der Zuordnung tun.

Das Buch ist im letzten Herbst erschienen, spät zu mir gekommen und weil ich da noch Buchpreis las, habe ich es erst jetzt gelesen. Der „Sisyphus-Verlag“, wo es erschienen ist, hat es im Oktober in der Amerlinghaus vorgestellt. Da hat mich Dietmar Füssel zu der Lesung eingeladen und da war ich ja noch zweimal bei den „Wilden Worten“, natürlich ohne Maske, weil das Richard Weihs offenbar egal war und man sich gleich nach Eintritt ohnehin auf einen Sessel setzen und damals noch die damals noch erlaubte, gewöhnliche Maske abnehmen konnte, aber weil ich nicht sicher war, ob nicht beim Eingang jemand steht, der meine Daten haben wollte. Ein Tisch mit Masken, Regeln und Desifektionsmittel stand da ja davor, bin ich nicht hingegangen. Inzwischen hat Richard Weihs seine „Wilden Worte“ für das erste Halbjahr abgesagt, weil er offenbar auch keine Masken will und ich habe „Ricardi“ gelesen und ich muß sagen, es gefällt mir sehr, weil man es wahrscheinlich weniger klamaukhaft, als andere Füssel-Bücher interpretieren kann, um die Gattung mache ich mir noch immer Gedanken. Was sind sie bloß die Jugenderinnerung des Protagonisten, der in den Siebzigerjahren, wie ich studierte, da in einer Künstler-WG lebte, ein berühmter Autor werden wollte und es dann doch nur zu einem Sportjournalisten in einer mittelmäßigen Kleinstadt gebracht hat?

So geht es vielen und wenn man sich, wie ich für das Schreiben interessiert, kann man in dem Buch auch eine Schreibanleitung entnehmen und weiß inzwischen auch, daß das die Literaturwissenschaftler und Rezensenten wahrscheinlich am wenigsten interessiert. Die ebenfalls Schreibenden wahrscheinlich schon und ob man aus der Erzählung eine Allegorie für das Leben mitnehmen kann, wie am Buchrücken steht, würde zumindest ich bezweifen oder sagen mir das wäre mir nicht aufgefallen, weil ich alles, meiner Professionen nach, eher von der schrebtechnischen oder psychogischen Seite interpretiere und da wäre die Frage, wie das jetzt mit dem Zusammenhang Drogen und Psychose ist, interessant und da kann man durchaus Schlüße daraus ziehen. Was mir ebenfalls noch aufgefallen ist, ist der lakonische Stil, den man wahrscheinlichin vielen oder allen Füssel-Bücher finden kann und auch, daß er seinen Helden oft sehr große Schwächen oder Tolpatschigkeit unterstellt, die mir dann meistens nicht so gefallen, aber diesmal ist das nicht einmal so arg.

Da gibt es den Ich-Erzähler Franz Pospischil, der, der in den Siebzigerjahren wahrscheinlich, nach der Matura nach Wehrstadt zog, das ist offenbar eine österreichische Provinzstadt, die es wahrscheinlich nicht gibt, um dort Germanistik zu studieren und nicht nach Wien oder Graz und die Realistin merkt in mir an, daß es dort wahrscheinlich weder eine Uni noch eine Kunstakademie gibt. Es gibt dort aber ein Studentenheim und das hat nur Zweibettzimmer. So zieht er mit Baccu oder Martin Bachmüller zusammen, der Maler werden will. Der war in Wien an der Kunstakademie zur Aufnahmsprüfung, wurde aber abgelehnt. So zieht er nach Wehrstadt, um dort Soziologie zu studieren, was wahrscheinlich wieder eine der Ironien Dietmar Füssels ist. Sie lernen bei einem Fest Marie kennen, die eigentlich Eduarda nach ihrem Vater heißt und ziehen mit ihr in eine Künstler-WG, die befindet sich in einem geheimnivvollen Haus, mit einer Dachstube, die gleich Baccu bezieht. Einen geheimnisvollen Keller gibt es auch. Aber das erst später.

Zu Beginn ist Pospischil ein mehr oder weniger erfolgreicher Sportreporter und räumt seinen Keller auf. Da findet er eine Schachtel mit seinen schriftstellerischen Ergüßen, fängt zu blättern an und stolpert über die „Ricardi-Notizen“, denn das Haus hat sich in der Ricardigasse befunden und das war ein italienischer Maler des siebzehnten Jahrhunderts, der eine Zeitlang in der Stadt lebte und drei Bilder malte, die im Schloßmuseum zu besichtigten sind. Das bringt den angehenden Schriftsteller auf die Idee einen Roman darüber zu schreiben, geht in das Museum schaut sich die Bilder an. Überlegt, wie er einen Roman über den geheimnisvollen Maler, wie in dem Führer, den er im Museum kauft, steht, anfangen kann und überredet dann sowohl Marie, als auch Baccu mit ihm in das Museum zu gehen, um sich die drei Bilder anzusehen, beziehungsweise eines von ihnen, das geheimnvsolle Blaue, das drei Herzogtöchter zeigt, die etwas später gestorben sind.

Franz erkennt in der Mittleren Marie. Die ist empört darüber. Bei Baccu löst der Anblick aber einen Anfall aus, der ihn etwas später in die Psychiatrie und zu einer Schizophrenie-Diagnose bringt. Bei Franz löst sie Alpträume aus und die WG wird aufgelöst. Franz kehrt in seine Vaterstadt zurück, wird Sportjournalist und findet dreißig Jahre später die Mappe, um all das zu erzählen und wir haben einen spannenden Roman gelesen, den ich empfehlen kann, wieder einmal bedaure, das das wahrscheinlich nur sehr wenige tun werden, weil wahrscheinlich nur mehr sehr wenig Leute lesen, die sich dann wieder wahrscheinlich auf die Mainstreamliteratur stürzen, die auf den Buchpreislisten steht, wenn sie überhaupt Belletritik und nicht nur Sachbücher lesen und das ist schade, denn es gibt ja, wie Dietmar Füssel beweist, einige Autoren, die bemüht jenseits des Mainstreams schreiben und die zumindestens mir interessanten Aufschluß über die österreichische Gegenwartsliteratur geben.

2019-12-27

Wie man Dinge repariert

Jetzt kommt Buch drei der „Bloggerdebutshortlist“, schon oder erst, denn in den letzten Jahren habe ich die Shortlistbücher gleich nach Bekanntgabe der Liste gelesen und war Ende November, Anfang Dezember damit fertig, da man aber diesmal seine Jurybegründung erst am sechsten Jänner veröffentlichen soll, habe ich zuerst die die öst und die Schweizer Buchpreisliste fertig gelesen und werde mich jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr den drei noch nicht gelesenen Debutbüchern widmen.

Martin Peichls „Wie man Dinge repariert“ erschienen in der „Editon Atelier“ mit einem ästehtisch schönen Cover, eine zerdrückte Bierdose „Peichl Bräu“ und „Reparaturseidl“ steht darauf und aus der Dose ragen ein paar zerknickte Rosenknospen heraus, die man als Metahper für den Roman verstehen könnte, der natürlich  wieder einmal keiner ist, ist also nach den SchweizerDystopien als Nächstes an der Reihe und ich habe aus dem Debut des 1983 in Waldviertel geborenen und in als Lehrer in Wien lebenden Martin Peichl schon ein Stück bei der „Alpha-Preisverleihung“, wo er neben Angela Lehner und  Malte Borsdorf auf der Shortlist gestanden ist, schon ein Stück gehört.

Das Buch, das ich benützte, stammt auch von dort her und ich kann wieder schreiben, daß ich bei der Lesung von dem Buch, von dem ich durchaus sehr beeindruck bin, wieder nicht viel mitbekommen habe und erst jetzt, ähnlich wie bei der Marie Gamilschegg seine poetischen Vorzüge erkenne, denn es ist ein durchaus lyrisches von der Sprache lebenden Buch, wie Martin Peichl auch im Interview auf der Debutseite bekennt, daß ihm die Sprache mehr als der Inhalt interessiert, allerdings würde ich das Buch, das wohl aus einer Reihe von Metapher über das Gelingen oder Mißlingen des Lebens garniert und umrankt von diversen Statusmeldungen, auch als ein, wie schon die Bierdose verrät,  etwas Zerdrücktes und Zerknautschtes beschreiben, eben eines, das man reapieren muß, wie das bei den Leben und den Lebensläufen halt so ist.

„Beziehungsstatus: Es gibt die große und die kleine Liebe so wie es im Wirtshaus  ein großes und ein kleines Bier gibt“, steht am Buchrücken und klappt man das Buch auf, findet man als Nächstes wieder einen „Beziehungsstatus: Ich schreibe schon wieder einen Text über dich“, heißt es da und das ganze Buch, das ich nicht als Roman, sondern eher als eine poetische Bestandsaufnahme bezeichnen würde, besteht aus Monologen an  ein vielleicht wechselnden oder auch bleibendes „du“, umrankt von den schon erwähnten Statusmeldungen, des Dreißigjährigen, wie ich im Netz, nicht im Buch, gelesen habe, der sein Leben leben, reparieren oder verweigern will, immer auf der Suche nach dem du, ist er vom Waldviertel aufgebrochen, nach Wien zum Studium, könnte man so sagen und nun sitzt er da, zählt seine Bierflaschen, schreibt seinen Roman, erzählt von seiner Lektorin, zitiert Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, dabei ist er auch, was mir naturgemäßt sehr gefällt, sehr politisch dabei und der „Krebs“ ist auch so eine Metapher für das Leben oder das Buch.

„Der Nachbar hat Krebs“, hat die Mutter dem kleinen Buben erzählt und ist mit ihm ihm besuchen gegangen. Der findet dann ein Pornoheft in seiner Lade, sieht, was ihm auch sein Leben begleitet, den schönen Frauen auf den Busen. Später stirbt der Vater wahrscheinlich auch an dieser Krankheit, vermacht ihm den Wald, wo er früher den Großvater auf einem Baum höngen gesehen hat und noch später hat er sein Leben gelebt, die Haare gehten ihm aus und er braucht eigentlich nicht mehr zur Frisörin gehen, weil es gar nichts mehr zum Wegschneiden gibt und das Ganze wird in einer Reihe von poetisch schönen Geschichten erzählt, wo man gar nicht nachkommt, die schönen Sätze und Formulierungen aufzuschreiben und zu unterstreichen.

Kein Roman, aber eine Statuserklärung eines wegen der vielen Bierflaschen wahrscheinlich doch nicht so geglückten Lebens, obwohl die Lektorin begeistert ist und das Buch, wie man sieht, schon das zweite Mal auf einer Shortlist gelandet ist und ich es, weil ich ja wahrscheinlich, die kleinen feinen poetisch formulierten Bücher doch sehr mag, bis jetzt nach Angela Lehners“ Vater unser“, an zweiter Stelle reihen  würde.

2019-09-28

Das flüssige Land

Jetzt kommt das sechste dBp und dritte Shortlistbuch, nämlich das Debut, der 1990  geborenen Raphaela Edelbauer, die die Sprachkunst studierte und vor einem Jahr in Klagenfurt gelesen hat, ein Buch das auch auf der öst Longlist steht und von manchen schon als Sieger gehandelt wird.

„Wow!“, könnte man sagen.

So ein Erfolg für eine noch nicht Dreißigjährige, die ich auf der zehnten „Buch-Wien“ aus einem mir sehr theoretischen erscheinenden „Klever-Buch“, lesen hörte, das ich fast angefragt hätte, das dann aber doch nicht tat.

Da hat sie schon gesagt, daß sie an einen „Antiheimatroman“ schreiben würde, aus dem hat sie dann 2018 beim „Bachmann-preis“, gelesen.

„Das Loch“, hat die Geschichte geheißen, mit der sie Publikumspreisträgerin wurde. Da ging es, zumindest habe ich das so gebloggt, um die NS-Vergangenheit. In „Rauris“, hat sie,  glaube ich, auch daraus gewonnen und jetzt „Das flüssige Land, das in den Rezensionen, sowohl mit „Alice im Wunderland“, als mit Kafka verglichen wird.

Ein phantastischer Roman der Vergangenheitsbewältigung mit einer Unzahl an Ideen und  Materialen, die manchmal etwas unausgegoren wirken, sich auch etwas widersprechen, könnte man so sagen und auch, daß das Buch einen unheimlichen Sog hat, der auch mich erfaßte.

Das flüßige Land ist Groß-Einland, ein Ort, den es nicht gibt und Ruth ist Physikerin, theoretische, nicht praktische, wie sie betont und schreibt gerade an ihrer Habilitation, als sie einen Anruf der Polizei bekommt.

Ihre Eltern sind bei einem Autounfall gestorben. Sie muß nun das Begräbnis organiseren. Es kommt eine Tante mit zwei Cousinen, die wirken ein wenig altmodisch mit Dutt und schwarzen Kleidern, obwohl das Buch in Jetztzeit, nämlich 2007 beginnt und die Tante sagt ihr, ihre Eltern würden in Groß-Einland begraben werden wollen.

So läßt sich Ruth auf der Uni beurlauben, packt ihre Sachen in ihr Auto, als würde sie für eine Expediton aufbrechen und fährt los.

Aber wohin? Wo ist Groß-Einland? Verschiede Anrufe in der Landesregierung oder Fremdenverkehrsamt in Nö und in der Steiermark belehren, denOrt gibt es nicht.

So kurvt Ruth einige Tage herum, will schon umkehren und das Begräbnis in Wien organisieren, als sie auf einer Tankstelle das Gespräch zweier Männer belauscht, die von Groß-Einland reden. Ihnen fährt sie so schnell nach, daß der Tankschlauch noch im Auto steckt. Das Auto ist auch ziemlich ramponiert, als  sie den Ort erreicht, wo ihr gleich ein Nachtwächter mit einer Hellebarde begegnet, der ihr sagt, daß hier Fremde ohne Passierschein und Erlaubnis der Gräfin nicht übernachten dürfen.

Das geht dann aber doch und Ruth wird im „Fröhlichen Kürbis“ einquartiert, wo sie sehr gastfreundlich empfangen wird. Man sieht schon die Widersprüche, die das ganze Buch begleiten.

Ruth bringt das Auto am nächsten Tag in die Werkstadt und es ist auch nicht ganz klar, ob es sich bei Groß- Einland um ein Dorf  oder eine Großstadt handelt und ob dieses im Mittelalter oder in der Neuzeit liegt?

Denn es gibt  sehr bizarre Dinge, die Autobahn ist ein Kreis, das Coca Cola wird künstlich hergestellt und der ganze Ort wird sowohl von einem riesigen Loch, das sich immer mehr ausbreitet, als von dieser geheimnisvollen Gräfin dominiert, die die ganze Stadt zu beherrschen scheint, obwohl sie sich sehr freundlich gibt.

Ruth läßt sich Zeit das Begräbnis zu organiseren und als sie endlich im Bestattungsunternehmen angelangt ist, erklärt ihr die Tante am Teleon, die Eltern wären schon in Wien begraben worden, was Ruth wieder seltsam  ambivalent veranlaßt, statt abzureisen, in dem Ort zu bleiben und sich dort anzusiedeln.

Vorher war sie schon bei der Gräfin, die ihr angeboten hat, eine Art Sekretärin zu werden und das Haus, das sie sich dann kauft oder tauscht, denn auch die Geldangelegenheiten sind in dem Ort sehr geheimnisvoll, ist das in dem ihre Eltern gelebt haben und die stellt sich heraus, haben jede Woche Groß-Einland besucht und waren auch am Tag des Unfalles dort.

Ruth forscht zum Thema Zeit und die wird hier auch sehr verschoben, denn sie bleibt schließlich sechs Jahre in dem Ort, obwohl sie glaubt, daß es nur drei gewesen wären und ihr Auto bekommt sie auch erst nach zwei Jahren zurück.

Noch merkwürdiger ist das Loch, das die ganze Stadt kaputt zu machen scheint, denn unter dem Ort befand sich ein ehemaliges Bergwerk und in dieses wurde 1945 Zwangsarbeiter umgebracht und dort begraben.

Nun scheint sich die Vergangenheit über die natürlich niemand spricht, über den ganzen Ort auszubreiten und die Gräfin organisiert ein großes Fest, obwohl inzwischen Kirchtürme umfallen und ganze Häuser versinken.

Ruth findet auch ein Mittel dagegen, aber das zerstört die Natur. Man sieht, Raphaela Edelbauer kommt auch auf  die Klimafrage, die uns momentan sehr erschüttert und auf noch hunderttausend andere Dinge, die ich gar nicht alle aufzählen kann.

Das Buch selber lesen, würde ich raten. Es ist wirklich sehr dicht und bringt einen neuen ungewöhlichen Ton in die Literatur. Ein Buch, das mir auch sehr gefallen hat und ich spoilere nur noch, das Ruth, die das Ganze aufdecken will, ihre ohnehin sehr lückenhafte Unterlagen, schließlich auch in das Loch wirft, statt ihre Enthüllungsrede bei dem großen Fest zu halten und nach sechs Jahren die Stadt endlich verläßt

„Der Wald , hinter dem ich solange gelebt habe, spaltet sich zur Seite hin auf, lichtete sich und machte einer großen, klar bestellten Ackerfläche Platz, hinter die Wien angeschrieben war.

Nichts, was im Unklaren verblieben wäre.“, lautet der letzte Satz.

Doch, würde ich meinen und das hat wahrscheinlich nicht nur mit Waldheim angefangen.

Raphaela Edelbauer hat  einen großen Roman darüber geschrieben, sich vielleicht auch über das Verdrängen und das Schweigen lustig gemacht und dafür einen ungewöhnlichen Ton und einen ungewöhnlichen Stil gefunden.

Interessant ist auch, daß zwei Sprachkunststudenten auf der deutschen Shortlist stehen.

2019-09-27

Die untalentierte Lügnerin

Buch fünf der deutschen Liste, das vierte österreichische Buch und wieder das von einer Frau, der 1952 in Lustenau in Vorarlberg geborenen Eva Schmidt, Jochen Jungs Quotenfrau könnte man so sagen, da der relativ kleine „Jung und Jung Verlag“ mit seinem wahrscheinlich einflußreichen Verleger ja sehr oft auf der deutschen Liste steht und den Preis auch schon gewonnen hat.

Eva Schmidt ist auch schon sogar auf der Shortlist gestanden, diesmal hat das nicht geklappt, obwohl mir das leise feine Buch, wie ich es nennen würde, gut gefallen hat.

Eine Coming of age Geschichte könnte man es nennen und interessant ist, daß die, die es schon gelesen haben, das Buch oft verstörend genannt haben.

Das finde ich eigentlich nicht und auch mit dem Titel habe ich keine Schwierigkeiten, denn Maren, die Hauptfigur lügt ja eigentlich gar nicht so viel, nicht öfter als andere, würde ich sagen und sie ist auf dem Weg sich in ihrem Leben zuerecht zufinden, was ihr im Gegensatz zu den anderen Büchern, wo ja alles das Schlimmste vom Schlimmste sein muß, eigentlich auch gelingt.

Wenn mich etwas stört, daß ist es wieder die Mittel- oder sogar Oberschicht in der das Buch spielt. Das muß in der Literatur offenbar ebenfalls so sein und Maren ist auch keine Schauspielerin, wie die die Longlist besprechen, oft erwähnen.

Sie ist ein junges Mädchen, ihr Alter wird nicht genannt, sie dürfte aber Anfang zwanzig sein, das sich noch nicht gefunden hat.

Am Beginn des Buches kommt sie  in ihr Elternhaus zurück, vorher war sie auf einer Schauspielschule in München, in die sie ihre Mutter, eine Malerin gedrängt hat, weil sie nach der Matura noch nicht wußte, was sie mit ihrem Leben anfangen soll?

Dort ist sie nicht zurechtgekommen, hat sich zurückgezogen, nichts gegessen, so daß sie  ihre Eltern, das heißt wahrscheinlich, die Mutter und Robert der  Stiefvater,  zurückholen und ein halbes Jahr in eine Klinik steckten.

Von dort kommt sie als gesund zurück. Sie ist sich da nicht so sicher und weiß noch immer nicht, was sie von ihrem Leben will?

Robert holt sie vom Bahnhof ab, da passiert gleich ein Unfall, eine junge Frau, die offenbar auch nicht wußte, wie es weitergehen soll, ist vor dem Zug gersprungen. Solche Katastrophe kommen in dem Buch auch immer vor, das eigentlich rasant weitergeht.

Maren findet eine Stelle in einer Kunsthalle, der Stiefvater, der sich um alles kümmert und die Stieftochter, das ist in Zeiten, wie diesen wahrscheinlich zu erwähnen, nicht mißbraucht, läßt sie in einer seiner Wohnungen wohnen. Es ist eine Geschöftswohnung sagt er, sie bekommt aber heraus, daß er sich dort zurückzieht, wenn ihm das Leben und die Mutter zuviel wird. Die ist eine nicht so erfolgreiche Malerin, das heißt, sie verkauft keine Bilder, hat aber eine Galerie und verbringt dort ihre Tage.

Maren beginnt in dieser Tristesse, die abgesehen von der großen Villa, die wir schon von Mareike Fallwickl kennen,  es gibt auch Paralellen zu ihrem Buch, wahrscheinlich das ganz normale Leben ist, sich langsam zu orientieren.

Es gibt zwei Brüder, einen älteren und einen jüngeren, der ältere hat in Finnland ein Hotel und eine Frau. Der Jüngere interessiert sich für Vögel und studiert Biologie, ich glaube, in Salzburg, der Vater lebt in Wien und kümmert sich nicht viel um seine Tochter, was eigentlich nur Robert tut.

Es gibt ein paar Freunde mit denen sie Weihnachten verbringt, einen homosexuellen Schauspieler, der später auch bei einem Unfall stirbt, eine Freundin Lisa, die einen solchen erlebt und sich dann zurückzieht. Die Mutter verkauft ihre Galerie und hört zu malen auf, der ältere Bruder bekommt ein Kind, Robert verläßt die Familie und Maren fängt sowohl zu schreiben, als auch zu fotografieren an, was ja auch die Zoey bei Mareike Fallwickl tut.

Wenn man das so aufzählt, klingt es fast zu konstruiert. Es liest sich aber gut, ist fein, leise und tröstlich auch, daß Maren ihren Weg gehen wird.

Am Schluß fährt sie nach Wien, um eine Abtreibung vorzunehmen. Von wem das Kind ist, wurde mir nicht  klar, von Thomas den Fotografen, zu dem sie schließlich findet? Vielleicht noch von Max dem früheren Freund oder gar von Robert?

Das wird nicht erwähnt, sie sagt nur es wäre ihre letzte Lüge, bevor sie in die Klinik geht, um sich von dort die Tablette zu holen, die sie schließlich in die Toilette kippt.

Ein leises stilles Buch, über etwas, das schon erwähnt wurde, schon oft in allen seinen Formen und Varianten gelesen habe. Cornelius Hell, der es für den ORF  „gespoilert“  hat, hat es gut gefallen. Mir eigentlich auch.

2019-09-22

In den kommenden Nächten

Jetzt kommt eine kleine Pause beim Buchpreislesen, denn Irmgard Fuchs Debutroman „In den kommenden Nchten“, steht weder auf der deutschen noch der österreichischen Liste, er passt aber thematisch ganz gut zu der Frauenschiene der österreichischen Gegenwartsliteratur, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und da die Autorin, von der ich schon einen Erzählband gelesen habe und die ich, glaube ich, seit der ersten Studentenlesung des“ Instituts für Sprachkunst“ im Literaturhaus kenne, 1984 geboren wurde, also Mitte Dreißig ist, geht es hier nicht, um eine Midlifekrise sondern in sehr märchenhafter poetischer Weise geschildert, wahrscheinlich, um eine Sinnkrise oder ein Burnout.

Auf jeden Fall wirkt das Buch schon rein optisch sehr ästhetisch. Das ist Erstens den meistens sehr schönen Covers der „Kremayr& Scheriau- Literaturschiene“ geschildert und dann sieht man, wenn man das Buch aufschlägt schon für einen Roman vielleicht sehr ungewöhnlich, lauter sehr kurze Kapitel, die oft mit Gedichten und Dialogen zwischengeschaltet sind und die Kapitel tragen Überschriften, wie „Sonntag vor nicht ganz dreißig Jahren“ oder „Mittwoch“, etcetera und gleiten so durch das Leben von Doro Grimm, Anfang Dreißig, die eigentlich ein schönes Leben hätte, einen Beruf, einen Freund, eine Wohnung, etcetera.

Trotzdem haut sie von einem Tag auf den anderen alles hin, das heißt sie macht, sie ist technische Zeichnerin, das Projekt ihres Chefs, ein Männerwohnheim, der es ihr überlassen hat, weil er sich bezeichneter Weise, in einem Burnout befindet, fertig, dann packt sie ihre Reisetaschen und formuliert Briefe an ihren Freund Elmar, die sie aber nicht fertig bringt, weil er zwischendurch von einer Migräne geplagt, erscheint und nach einer Tablette verlangt.

So will sie ohne Abschied mit den Taschen die Wohnung verlassen, was auch nicht klappt und, als sie sagen will, sie hätte von einer Frau, die auf Weltreise geht, eine Wohnung gemietet, glaubt er, sie würde auf Weltreise gehen und wird noch wütender.

Sie bleibt bei der Geschichte, zieht in die wohnung, wo die Vormieterin alles, sogar die schmutzigen Unterhosen und die Nudeln am Herd zurückgelassen  hat, was ein wenig  ungewöhnlich wird und formuliert  SMSs an elmar, die sie aber nicht absendet.

Sonst beobachtet sie ein Paar, das ihr gegenüber wohnt. Sie nennt sie Maro und Kuki und führt mit ihnen imaginierte Gespräche. Andere Kapitel gehen in ihre Kindheit zurück, sie ist bei ihrer sehr jungen Mutter und ihren Großeltern aufgewachsen. Die Märchen, die ihr die Mutter vorgelesen hat kommen vor und auch Vögel.

So gibt es in der gemieteten Wohnung eine Vogeltapete und sie kauft auch für die Vögel, die an ihr Fenster fliegen Hirse.

Sonst ist sie ziemlich ratos und weiß nicht, was sie sich zum Essen kaufen soll, hat das Elmar doch für sie bisher besorgt und von einer Hitzewelle wird die Stadt auch getroffen.

Im  vierten Teil ist dann hauptsächlich davon die Rede, Menschen sterben,  Regen wird im Radio angekündigt, kommt aber nie, der Strom fällt aus, etcetera, es macht auch den Eindruck als wäre Maro in der gegenüberliegenden Wohnung schon verstorben. Dann regt er sich wieder und es kommen Leute, um die Wohnung zu besichtigen. Sie geht auch hinüber und sieht dann in ihrer Wohnung einen Mann, der sich als Elmar entpuppt. Er, der sich bisher nicht bei ihr gemeldet hat, kommt doch zu ihr und macht sich, um sie Sorgen.

„Komm, wir fahren nach Hause, sagt Elmar zu dir und fasst dich an der Hand. doch da begreifst du: Du willst nicht. Du kannst nicht. Es hat ja noch nicht einmal angefangen.“

Dann kommt der letzte und fünfte Teil, der nur aus einem einzigen Satz, nämlich“Ich bin Doro Grimm“ und die Leserin bleibt etwas ratlos zurück und muß sich das Weitere denken. Die poetische Sprache aber bleibt im Kopf und auch die schönen Zeichnungen im Pflanzendesign, die die Teile voneinander abgrenzen.

Die Psychologin würde sagen, sie hat das Protokoll eines Burnouts gelesen, was Iris Grimm, der Zusammenhang mit dem Märchenbuch scheint gewollt, eigentlich will und, wie ihr Leben in dem Chaos einer in der Hitze zerfließenden Stadt, wo ihr Geld und die gemietete Wohnung gerade für sechs Monate reicht, ist auch nicht ganz klar.

Der Buchrückentext „Was, wenn der Alltag nicht mehr zu ertragen ist? Ein Roman über einen Ausbruch: Märchenhaft und von beklemmender Schönheit“, hilft auch nicht wirklich weiter.

Ebenso ist mir der Titel nicht ganz klar, obwohl die Nächte in den Kapitelüberschriften immer wieder vorkommen und auch der vierte Teil, der von der Hitzewelle, so heißt.

2019-07-14

Die Wahrheit ist ein Heer

Die 1979 in Wiener Neustadt geborene Tiwald habe ich, glaube ich, bei einer IG-Autoren Veranstaltung im Augarten Spitz kennengelernt, wo sie erzählte, wie so der Alltag einer schreibenden Jungautorin aussieht: Reden bei Begräbnissen, das hat mich so beeindruckt, daß ich in der „Sophie Hungers“ eine solche Figur einbaute, Deutsch und Analphabetisierkurse und dazwischen schreiben und verschicken der Texte an Zeitschriften und Verlagen, das füge ich jetzt frei hinzu, weil ich das so am Anfang meiner literarischen Laufbahn so gemacht habe.

Dann kann ich mich erinnern, daß ich sie gesehen habe, als ich 2009 Gästin bei der damals von Franz Blaha geleiteten „Augustin Schreibwerkstatt“ war. Da ist sie im Hof gesessen und hat mit Franz Blaha etwas gesprochen, denn es gibt auch Connections zum Burgenland, inzwischen ist Katharina Tiwald, glaube ich, Präsidentin des burgenländischen PEN und das von den Deutschkursen hat mich auch sehr fasziniert. In meinen Texten kommen auch immer wieder solche Sprachlehrerinnen vor und Katharina Tiwald hat Sprachwissenschaften und Russisch studiert, die Hauptschullehrerzusatzprüfung gemacht und, glaube ich, auch dort unterrichtet und immer wieder Berichte über die Zustände in den Schulen gegeben, daß sie an einem Buch darüber schreibt, habe ich auch gehört, beziehungsweise hat sie dieses, glaube ich, vorgestellt, als sie Gästin bei den „Wilden Worten“ war, das ist dann 2012 bei „Styria“ erschienen und da hat mich der Titel verwirrt, weil ich mir den nicht zum Schulalltag in Beziehung setzen konnte.

2015 habe ich das Buch dann in der „Morawa-Abverkaufskiste“ um zwei Euro gefunden und jetzt erst gelesen, obwohl es ja auch nicht ganz in den Sommer, wo ja Ferien sind passt, aber erfahren, was es mit dem Titel auf sich hat, das ist eine Metapher die Nietzsche einmal gebrauchte und jetzt wissen wir schon viel über das Buch und was es von dem unterscheiden würde, das ich über den Schulalltag schreiben würde und da kommt ja einiges in der „Pensionsschockdepression“ vor.

Katharina Tiwald macht es natürlich sprachlich viel genauer und abgehobener und so steht auch in der einzigen „Amazon-Rezension“, die es zu finden gibt, etwas, daß es schwer zu lesen ist.

Darüber bin ich dann auch gestopert und fast gescheitert, habe ich doch fast ein verlängertes Wochenende für die zweihundert Seiten gebraucht, denn man kommt nur schwer hinein und Katharina Tiwald macht es wirklich sehr kompliziert und der Leserin und ich bin ja eigentlich eine geübte, nicht sehr leicht.

Die Vergleiche zum „Schüler Gerber“, stehen natürlich auch im Klappentext und da könnte man denken, was hat das Schulsystem des vorigen Jahrhunderts mit dem heutigen zu tun? Da hat sie sich ja  viel verändert und das wird dann auch, wenn auch, wie erwähnt sehr abgehoben, von Katharina Tiwald auch  thematisiert.

Es geht um das Mädchen G. Interessant, beziehungsweise wieder sehr viel von Katahrina Tiwald, die sich immer wieder als die von außen kommende Erzählerin im Wir-Stil in die Handlung einmischt, daß das Mädchen keinen Namen hat.

G. ist die Abkürzrung des Nachnamens. Ernst G. heißt der Vater und ist Arzt in einer Provinzstadt. Die Mutter hieß Martha Vogelbauer bevor sie ihren Ernstl heirate, beschloß dann, nicht mehr als ein Kind zu bekommen und ist diesem eigentlich eine recht liebevolle Mutter.

Kurz wird noch etwas vom Kindergarten und der Volksschule philosophiert, bevor es in das Provinzgymnasium und in Gs Pubertät hineingeht und dieses Mädchen wird von der Autorin auch sehr widersprüchig und keineswegs, wie man es eigentlich erwarten könnte, nur als Opfer geschildert.

So fordert sie die Mutter eimal auf, eine Freundin zum Essen mitzubringen, sie lädt dann ein Mädchen ein und sagt dem zweiten, das auch dazu möchte, schroff ab.

Die Lehrer werden geschildert. Die „Cinderella“ genannte Englischlehrein, die ein Herz für ihre Schüler hat und dann an einem Burn-out endet. Die strenge Mathemathiklehrerin und G. ist natürlich eine schlechte Schülerin in diesem Fach, was den Vater in Verzweiflung bringt und er mit seiner Autorität droht. Die Mutter ist da viel verständiger und sagt „Schreib halt nicht so schön, dann hast du mehr Zeit!“

Die Deutschlehrerin, die daran verzweifelt, daß die Schüler keine Phantasie haben und nicht erzählen können, ruft „Eure Eltern sollen euch doch ein Buch kaufen!“,  verzweifelt ruft. Da zeigt G. auf und sagt: „Wie sollen wir das können, wenn keiner mit uns spricht?“

Es werden dann auch die Schüler geschildert. Da gibt es den „Paten“, den Gottfried Blech, der alle schikaniert, aber dann mit Vierzehn seltsamerweise abstürzt und seine Macht verliert, den Bosnier Nebojsa Cvijetinovic, als einzigen Migranten und mit dem und zwei anderen Burschen, „Die Ritter von der Tafelrunde“ genannt, freundet G. sich auch an.

Die erste Regel kommt, glaube ich, mit Dreizehn und als sie vierzehn wird, will die Mutter unbedingt eine Party starten. So lädt G. die drei Freunde ein, nur einer sagt zu. Nebojsa kommt zu spät, der Dritte mußte mit seinen Eltern auf einen Berg und widerwillig ein paar Mädchen der Klasse.

Es kommt zu den ersten Liebesbeziehungen mit Nebojsa und dann zu einer mit Gottfried Blech und das ist der Untergang und das, woran G. scheitert. Sie wird krank, geht nach Hause, ruft die Großmutter an, die aber auch nicht versteht und nur „Alles Gute!“, wünscht. Dann geht sie ins Schlafzimmer der Eltern, holt sich dort die Schlafpulver, der Mutter und ein Fensterputzmittel, ruft dann noch einmal ihre Freunde an, die sich nicht melden.

Nebojsa will nicht mit ihr sprechen. Gottfried Blech ist schon in den Ferien so daß nichts überbleibt, als daß sich die allwissende Erzählerin wieder einmischt und den letzten Satz hinschreibt:

„Ich sage noch“, jetzt verwendet sie die Einzahl „dass sie noch einmal den Korridor entlanggegangen ist, ins Schlafzimmer der Eltern. Sie hat das Fenster dort aufgerissen.“

Der Schüler Gerber hat sich, glaube ich,  ja auch aus dem Fenster gestützt, aber der hat und das ist der Clou der Torberg-Geschichte, seine Matura bestanden. Das Mädchen G.  dagegen die Unterstufe gerade erst abgeschlossen und ich schließe mit der Betrachtung, daß Katharina Tiwald zwar ein sehr sperriges Buch mit all seinen Ecken und Kanten, die ja auch von mir immer gefordert werden, geschrieben hat, daß aber trotzdem, gerade in Zeiten wie diesen, also wahrscheinlich zehn Jahre nach dem Schreiben, noch sehr aktuell und für die etwas im Lesen geüberten, sehr zu empfehlen ist. Ich hoffe es gibt es noch und ist noch nicht vergriffen oder ausverkauft und ansonsten bin ich sehr gespannt was ich noch von Katharina Tiwald lesen und hören werde.

„Die Messe für eine“ habe ich zu Hause, sie ist aber glaube ich in meinen Bücherbergen sehr vergraben und ich müßte erst danach suchen und sie wieder auf meine Leseliste setzen.

2019-07-07

Im Inneren des Klaviers

Jetzt geht es noch weiter mit dem Backlistlesen, obwohl Mario Wurmitzers „Im Inneren des Klaviers“ erst vor einem Jahr erschienen ist. Da stand das Debut des 1992 in Mistelbach geborenen auf der Longlist des Bloggerdebuts, obwohl er schon ein Jugendbuch geschrieben hat, ich war bei einer Lesung in der „Gesellschaft“, der Co-Leser war Lukas Meschik, den ich erst vor einer Woche beim Bachmannlesen hörte und das Buch habe ich auch ziemlich genau vor einem Jahr im „Seedosenschrank“ gefunden. Noch eine Besonderheit gibt es, da ich es ja gleich in mein damaligen „Work on Progress“ eingebaut habe, das heißt Magdalena Kirchberg zu einer Lesung daraus ins Literaurhaus gehen habe lassen.

Das Buch ist eine Mischung zwischen Märchen und surrealen Elementen, steht in der Beschreibung, ich füge hinzu, es ist eigentlich ein Fantasyroman, könnte daher auch in den entsprechenden Verlagen erscheinen und daher wahrscheinlich auch ein anderes Publkum, als das, das zu den „Luftschacht-Bücher“ greift, haben.

Die Handlung ist einfach. Da gibt es einen Ich-Erzähler, der mit einem „du“ spricht und die beiden haben sich in einem Wald gefunden und wollen das korrupte Königreich, in dem sie bisher lebten, verlassen. Die namenlose Frau, da heißt sie nennt sich,  sowohl Nelly Nightingale als auch Petra Blocksberg und noch ein anderer Name kommt vor, das ist interessant weil wir da bei den sprechenden Namen wären, ist, stellt sich bald heraus, die Tochter des Tyrannenkönigs, zuerst weiß das aber der Erzähler nicht.

Sie nächtigen bei einem Paar namens Lucy und Simon, das ist interessant, daß es im „Flugschnee“ ein gleichnamiges Geschwisterpaar gibt. Aber das ist Zufall, daß ich die beiden Bücher so nacheinander gelesen habe.

Dann ist  noch interessant, daß Lucy sich für denKönig die Finger wund, um Gold zu erzeugen, spinnen muß.

Es gibt aber auch in Computer in der Welt, in der die Beiden leben und Comics, aber auch Kutschen und in einer solchen finden sie einen Stapel Lucky Luke-Hefte.

Da sind sie schon auf der Flucht über die Grenze in die Freiheit und in eine Stadt namens Port Robinson. Dort ist aber nicht soviel mit der Freiheit, denn die Königstochter wird gleich verhaftet und der Erzähler gerät in einen revolutionären Club und kommt da mit einem Max zusammen, der sich für Nellys Freilassung einsetzt. Sie flüchten  weiter in eine Hütte, werden wieder verhaftet und amSchluß kommen sie ins Königsreich zurück, da springt der Tyrannenkönig aber aus dem Fenster, Max wird sein Nachfolger und die Beiden bekommen eine Villa in der ein Klavier steht, in dessen Inneren sei für die gespoilert, die sich schon fragen, warum das Buch so heißt, sich die Beiden sich dann mit einer Kerze und einem Apfel verziehen.

Interessant, schließe ich meine Besprechung, interessant, daß „Luftschacht“ eine solche märchenhafte Mischung bringt, als Fantasyroman hätte es vielleicht größer hinauskommen können, dann hätte man aber die Gedichte weglassen müssen, die Petrus, der Gedichteaufhänger an die Wände von Port Robinson anbringt und die Anspielungen auf den „Club der toten Dichter“, denn Mario Wurmitzer hat ja Geschichte und Germanistik studiert und schreibt vielleicht auch Gedichte.

Ein interessantes Debut allethalben, auf die Shortlist des Bloggerpreises ist es nicht gekommen und auch nicht auf die des östBp, so bin ich gespannt was ich noch von dem jungen Mann hören werde, ob er vielleicht in den nächsten Jahren in Klagenfurt lesen wird und was ich noch so im „Seedosen- und in den anderen Bücherschränken“ finden werde.

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