Literaturgefluester

2020-04-10

Karfreitag in der Krise

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse — jancak @ 00:55
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Ich bin ja, wie ich wahrscheinlich schon geschrieben habe, nicht religös, sondern  mit einer wahrscheinlich katholischen Mutter in einem sozialistischen Haushalt aufgewachsen, trotzdem ist mir der Kartfreitag immer besonders wichtig und ich kann mich auch erinnern, daß ich mich wahrscheinlich als Hauptschülerin fragte, ob ich das tun darf, als ich an diesem Tag in ein  Wurstsemmerl biß, das Fleischessen am Karfreitag und die eventuellen Schuldgefühle darüber sind jetzt vorbei, der Alfred ist ja ein großer Fleischkocher, aber das Freihalten des Karfreitags, der ja in Österreich seltsamerweise gar kein Feiertag ist, war mir immer wichtig.

So kann ich mich erinnern, daß ich als ich zwischen 1983 und 1987 Vertragsassistentin an der Sprachambulanu, der  II HNO-Klinik im AKH und daher Angestellte des Bundes war, dort den Karfreitag, wie die Ärzte freihatten, während die Logopäden, als von der Stadt Wien Angestellen da sein mußten.

Da gab es große Diskussionen, ich bin aber 1987 ohnehin in meine freie Praxis zuerst in der Otto Bauergasse, dann in der Gumpendorfterstraße, später in der Reinrechtsdorferstraße, jetzt in der Krrongasse gegangen und habe mir diesen Tag immer freigehalten, beziehungsweise meine Osteferien spätestens da begonnen.

Ich habe ja einen Zweitwohnsitz in Harland bei St. Pölten, weil der Alfred von dort stammt und so verbringen wir die Osterferien immer dort. Als der Alfred noch nicht in Altersteilzeit war, bin ich auch früher, wie beispielsweise manchmal schon am Gründonnerstag dort gewesen, wenn ich keine Stunden hatte. Seit er Montag und Freitag nicht arbeitet, fahren wir am Gründonnerstagabend dort hinaus und dann fahre ich dann Rad in Richtung Wilhelmsburg oder Herzogenburg, pflücke Bärlauch, wenn es ihn noch gibt und höre mir , auch die Ratschenbuam oder Mädeln ab, weil am Karfreitag ja die Glocken nach Rom fliegen und daher nicht läuten.

Der Karfreitag also ein besonderer Tag und ich habe, glaube ich, auch einen Artikel der „Karfreitagszauber“ heißt, das stammt aus dem „Parsifal“ und den habe ich mir früher, als Studentin, als ich noch in die Oper ging, öfter angehört, da allerdings, glaube ich, nicht am Karfreitag, weil es damals an diesem heiligen Tag  keine Aufführungen gab. Das ist jetzt, glaube ich, nicht mehr so, aber heuer in Corona-Zeiten ist sowieso alles anders und die Oper und Theater schon lange geschlossen.

Ich habe meinen Osterartikel ja schon geschrieben und am Wochenende als ich das tat, herrschte  große Aufregeung bezüglich des sogenannten „Ostererlaßes“ oder darüber, daß in Salzburg, der Gaisberg für die Spaziergänger geschlossen werden und die Wiener Bundesgärten sind sowieso zu und da stellt sich die Frage, wo sollen die Leute, die keinen Balkon oder Garten haben mit ihren Kindern hingehen, die bei dem schönen Wetter wohl wirklich nicht in einer kleinen Wohnung zu halten sind, ohne Verhaltensstörungen zu entwickeln.

Wo sollen sie die Ostereier suchen, die in den Lebensmittelsgeschäften ja verkauft werden und auf meinem Küchenfenster stehen auch schon zwei Lindt-Osterhasen, ein großer und ein kleinerer, die mir der Alfred von seinen Einkaufstouren mitbrachte.

Der Bundeskanzler und die Minister reden sich ja auf Pressekonferenzen derzeit den Mund wund, daß die Leute, bitte, bitte, brav sein sollen und Ostern nicht mit ihrer Oma, Tante, Onkel etcetera feiern, sonder brav zu Hause bleiben oder höchstens eine Stunde spzieren gehen sollen, damit nach Ostern, wenn alles das waren, die kleineren Nonfood- Geschäfte natürlich mit Maske zu betreten und Abstand halten, wieder aufsperren können.

Da gab es dann auch Aufregungen, wie die Polizei das kontrollieren soll, daß sich nicht mehr als fünf Personen in meiner Wohnung aufhalten, aber eigentlich darf ich ja gar nicht aus dem Haus gehen und mich daher in keiner anderen Wohnung befinden und weitere Aufregung gab es auch über die sogenannte Rote Kreuz App, die verpflichtet eingeführt werden sollte und die, die kein Handy haben, wie beispielsweise ich, sollen einen Schlüßelanhänger bekommen und wenn man den zu Hause läßt, wenn man seine Milch beim „Hofer“ mit Mundschutz einkaufen geht, soll man vielleicht die Corona-Strafe bezahlen, wie das beispielsweise einige Leute taten, die vielleicht mit nur neunzig Centimeter Sicherheitsabstand auf einer Parkbank saßen und dort Kaffee tranken.

„Gesundheit oder Freiheit? Wir müßen uns entscheiden!“

„Nein, es muß Sicherheit und Freiheit heißen!“, rief da lautstark Exminister Kickl, was ich, wenn mir das vor einem Jahr einer so erzählt hätte, ich auch für eine Fakenews gehalten habe, ihn jetzt aber loben müßte, obwohl ich ganz ehrlich immer noch sehr froh bin, daß er nicht mehr Innenminister ist.

Ostern also ohne Feiern, die Messen auf dem Petersplatz in Rom und in St. Stephan werden ja auch nur mehr online übertragen. Mich trifft das, wie schon angedeutet nicht besonders und da wir ja in der Krongasse einen kleinen Garten habe, gehe ich jetzt eigentlich kaum auf dem Haus, obwohl ich ganz ehrlich nicht so sicher bin, ob das alles wirklich so nötig ist, beziehungsweise, wie schon beschrieben, auf die sogenannte Vernunft und Freiheit des Einzelnen setze, als auf die Polizeikontrolle und es ist ja vielleicht auch nicht wirklich sinnvoll, daß die Kinder und die Eltern jetzt zu Hause sitzen, die Polizei aber jetzt mit Mundschutz den ganzen Tag herumläuft, um das zu überfrüfen, da sind sie wahrscheinlich mehr in Gefahr sich zu infiszieren, als die alte Frau, die sich ihr Päckchen Milch beim „Hofer“ kauft oder eine Stunde im Stadtpark spazierengeht.

Karfreitagzauber also mit Corona und die positive Nachricht, die man auf den Pressekonferenzn hören kann, wäre ja, wir sind gut unterwegs und sehen schon das Licht im tunnel, weil sich alle so gut an die sogenannten Maßnahmen gehalten haben und nur fünf Prozent Corona-Partys feierten oder den Zollstab vielleicht nicht dabei hatten, um den Meter Abstand abzumessen und sich dabei um fünf Centimeter verschätzen.

Boris Johnson der Premier von England, der ja, wie Amerika und auch Schweden, lange an die Herdenimmunität setzte, befindet sich derzeit auf der Intensivstation und in New York soll es inzwischen mehr Tote, als in Italien geben, während in Schweden immer noch die Geschäfte und die Sportplätze offen sind.

Glauben wir also auf die Auferstehung nach Ostern und feiern es allein mit dem Osterei vor der Haustüre, das die freundliche Nachbarin vielleicht hinlegte und Ostereiersuchen mit dem nötigen Abstand ist im Park, wie ich den Innenminister sagen hörte, selbstverständlich erlaubt.

2020-04-05

Ostern in Coronazeiten

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:32
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Ostern naht und das ist für mich ja immer eine sehr strukturierte Zeit, wo wir am Wochenende vor der Karwoche nach Harland fahren, dann meistens am Karfreitag wieder und dort die Osterfeiertage verbringen, also Radfahren, auf die Rudolfshöhe, beziehungsweise ins Donaugasthaus nach Traismauer und vorher am Samstag auf den Markt, etcetera, in den sechs Wochen vorher, also von Aschermittwoch an durch die Fastenzeit, räume ich die Ostersachen aus dem Keller heraus und drapiere sie im Vorzimmer, etwas was ich Vorjahr sturzbedingt ausgelassen habe, weil ich mit dem Gips nicht in den Keller gehen wollte und das Bärlauchpflücken, das ja auch zu den Osterritualen gehört, ist auch ausgefallen, dennals wir am zehnten März auf die Rudolfshöhe gefahren sind, hatte ich das Messer und das Plastiksackerl mit, um das am Rückweg zu tun, bin aber da mit dem Hubscharauber ins Spital geflogen worden und dort war schon alles osterlich dekoriert.

Das war es übrigens, füge ich hinzu, auch im AKH, als damals die kleine Anna ihre Operation dort hatte und auch einige Zeit im Spital verbringen mußte, das ist lange her und heuer gibt es Osterdekorationen im Vorzimmer, denn die haben wir vor einigen Wochen schon heraufgeholt, als der Alfred in den Keller wollte, um dort nach der Bohrmaschine zu suchen, weil wir die Bücherregale, die wir gekauft haben, noch anschrauben müßen.

Seither war ich nicht mehr in Harland, zum Bärlauchsammeln bin ich an dem letzten Montag bevor wir von dort zurückgefahren sind, aber doch gekommen, weil wir da erst später nach Wien gefahren sind, da der Alfred für seine Mutter zum Arzt mußte, da war der Bärlauch aber noch am wachsen, es gab erst die ersten Spitzen, also nur eine Portion mit Schinken,  Spiegelei und Rösti und seither bin ich, wie erwähnt nicht mehr nach Harland gekommen, denn wir wollten ja die Woche darauf nach Leipzig fahren, Corona bedingt ist das ausgefallen, die Woche darauf oder die übernächste wollte der Alfred seine Cuba-Gruppe zum Essen einladen, ist auch Corona bedingt ausgefallen und der Alfred ist nur ein paar Freitage oder an einem Montag dort gewesen, weil da der Betreuerinnenwechsel war und das ist ja Corona bedingt auch sehr schweirg, weil die Slowakei ja ihre Grenze zu hat und die Betreuerinnen, wenn sie zurückkommen vierzehntage in Quarantäne müßen.

Nun gut, nun ja, seither hat sich viel verändert und das Leben hat sich auf den Kopf gestellt, das habe ich in meinen Tagebuchberichten ja beschrieben.

Man soll nur, wenn unbedingt nötig aus dem Haus, die Karwoche betrifft das wohl auch und die hagt ja, für mich ihre besondere Bedeutung, so kann ich mich zum Beispiel an das Jahr 2007 erinnern, wo wir nach Ostern mit Ruths  Dichterkarawane von Ybbs nach Regensburg mitgefahren sind und vorher kann ich mich erinnern, bin ich in Wien an meinem Schreibtisch gesessen und habe eine Aussendung gemacht, weil ich nachher eine Lesung hatte und habe auch ein paar St. Pöltner bekannte angeschrieben, um mit ihren vorher das Ratfahren einzuüben und für den Abend habe ich mir ein besonderes Programm ausgesucht und bin da in der Karwoche in Ermagelung eines literarischen auch öfter in die „Alte Schmiede“ zu den Musikprogrammen gegangen.

Das fällt heuer weg, weil man die Veranstaltungen schon für den ganzen April abesagt sind und auch nachher wahrscheinlich nicht so stattfinden werden, die „Literatur und Wein“ ist abgesagt, da wären wir heuer zwar ohnehin nicht hingegangen und auch, der  „Bachmannpreis“, sollte abgesagt werden, was aber wohl wirklich unnötig wäre, weil man ja einen Preis. wie diesen, wirklich sehr gut und leicht online durchführen kann.

Aber zurück zu Ostern, wo ja  wieder der  Osterspaziergang um den Viehofnersee ausfällt, der ist im Vorjahr auch ausgefallen und da nicht einmal Gips bedingt, weil er im Vorjahr mit der „Literatur und Wein“ zeitgleich stattgefunden hat und da hatten wir schon Karten und da bin ich trotz Gips gewesen.

Ob wir nach Harland fahren ist auch nicht so sicher, denn man soll sich ja nicht so viel hinausbewegen und auch keine Verwandten treffen, also weder das Baby, das ja bald zu laufen anfängt, noch die über achtzigjährige Schwiegermutter, die wahrscheinlich am gefährdestens ist, aber ohnehin nicht mehr aus dem Haus geht, sondern ihr Leben schon sehr lange im Bett, beziehungsweise in der Küche oder höchstens auf der Terrasse verbringt.

Also sehr interessant Ostern zu Hause zu verbringen, wo man den Kindern die Ostereier und die Osterhasen im Zimmer oder auf dem Balkon versteckt und die Osterspaziergänge fallen aus, das Radfahren in Harland wahrscheinlich nicht, in Wien bliebe mir der kleine Garten mit Terrasse, aber da setze ich mich momentan eher nicht hinaus, weil, Pech, wie ich habe, mein Computer beziehungseise, die Stromversorgung wieder ihren Geist aufgibt und man den ja jetzt wahrscheinlich nicht so einfach nachkaufen kann, ich also sehr vorsichtig sein sollte und ich außerdem auch sehr viel oe24 höre, was die Nachbarn stören würde.

Also auf in das Osterfest mit Corona. Voriges jahr ist ja der Gips nach Ostern hinuntergekommen und das normale Leben hat wieder angefangen. Heuer höre ich überall, wird das wahrscheinlich nicht so sein.

2019-04-15

In die Karwoche

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:52
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Die Karwoche ist angebrochen, die für mich immer eine besondere ist, bin ich ja eine Freundin der Rituale und so räume ich zu Weihnachten und zu Ostern immer diverse Dekorationsgegenstände aus dem Keller und baue mir in Wien und Harland immer die Ostereier und die Osternesterln auf dem Fensterbrett oder dem Vorzimmerkästchen auf. In Harland baumlen auch ein paar Osterhasen vom Fensterhacken und ein paar Körbchen sind aufgebaut, in Wien habe ich die Dekorationen unfallbedingt im Keller gelassen und Schokoosterhasen sind bis jetzt auch noch keine zu mir gekommen.

Ein paar Pinzen habe ich in der Fastenzeit zum Frühstück gegessen, Bärlauch  nur den, der noch vom Vorjahr in der Tiefkühltruhe war, denn den ich vor fünf Wochen von der Rudolfshöhe kommend, plücken wollen,  die diesbezüglichen Plastiktaschen schon auf das Rad gepackt, konnte ich ja nicht mehr ernten, habe ich jetzt schon fünf Wochen einen Gips und werde den noch eine Woche haben.

Am Osterdienstag kommt er dann hinunter, wie es dann wird, werde ich sehen und den Osterspaziergang der Litges, der diesmal schon eine Woche früher, nämlich am Palmsamstag war, habe ich auch versäumt.

Hätte das aber ohnehin, weil ja zeitgleich das „Literatur und Wein Festival“ in Krems und Göttweig stattfand, zu dem wir ja Karten hatten. Das habe ich  besucht, weil man da ja mit dem Auto bis vor das Literaturhaus fahren konnte und nur in Göttweig ein paar Stiegen steigen mußte.

Den Osterspaziergang um den Viehofener See, bei dem ich die letzten Jahre war und immer einen eigenen Text dabei vorgelesen habe, aber diesmal ausgelassen, alles ändert sich und auch Eva Riebler war diesmal nicht dort, wie sie uns sagte, als wir sie vor ein paar Wochen zufällig  auf der Rudolfshöhe trafen.

Ich war seit dem Unfall vier Wochen nur am Freitag in  Harland, wenn ich bei den Kontrollen im LKH St. Pölten war, dann sind wir immer nach Wien zurückgefahren. Dieses Wochenende sind wir aber in Harland geblieben und von dort nach Krems und Göttweig gefahren.

Am Montag fahren wir dann wieder nach Wien, wo wir bis Donnerstag bleiben, ich meine Stunden mache und auch zu keine Veranstaltungen gehen werde, aber in der Karwoche sind die erfahrungsgemäß ohnehin eher knapp und da bin ich in den letzten Jahren eher zum Musikprogramm in die AS gegangen, weil es keine andere Alternative gab.

Am Dienstag werden wir mit der Anna, die ja am vierzehnten April ihren fünfunddreißigsten Geburtstag hatte, wieder in die „Hollerei“ essen gehen, da wollte ich ja eigentlich mit dem Rad hinfahren, was genauso wie das Radfahren, ab Karfreitag Richtung Wilhelmsburg, Herzogenburg oder Traismauer ausfallen wird. Alfred will aber am Ostersonntag grillen und dazu die Doris Kloimstein einladen, die mich  ja  im Spital besucht  hat und mir was zum Lesen mitbrachte und am Montag fahren wir vielleicht mit dem Auto ins Donaugasthaus nach Traismauer, da sollte eigentlich der Gips herunter, wurde aber, weil ein Feiertag auf den Dienstag verschoben und ansonsten habe ich inzwischen auch schon ein Osterei in der Harlander Küche liegen und ein kleinerer oder größerer „Lindt-Osterhase“, kommt, wie in den letzten Jahren vielleicht auch noch dazu.

2018-03-31

Osterspaziergang mit Kunst im öffentlichen Raum

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 20:20
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Es gehört  zu meinen Gewohnheiten beim Osterspaziergang der literarischen Gesellschaft mitzugehen. Sonst habe ich ja mit der LitGes der literarischen Gesellschaft, die es in St. Pölten gibt und die das „Etcetera“ herausgibt, nicht so viel zu tun. Robert Eglhofer, der eine Zeitlang Vizeobmann war, hat zwar einmal ein Portrait von mir herausgebracht und ich war auch bei der Veranstaltung, wo das entsprechende Heft vorgestellt worden und einmal, lang lang ists her, hatte ich auch einen Text im „Etcetera“, da war, glaube ich, noch Doris Kloimstein, die Obfrau, noch früher war das Alois Eder und einmal habe ich auch in der LitgGes gelesen. Das hätte ich gemeinsam mit Manfred Wieninger tun sollen, der hat aber abgesagt, so daß relativ wenig Lleute dabei waren, sonst habe ich eher Schwierigkeiten meine Texte im „Etcetera“ vorzustellen und meine Bücher dort rezensieren zu lassen. Denn da gilt ja wahrscheinlich auch das alte Lied „Danke, nein, denn Eigenverlag nehmen wir nicht!“

Beim Oterspaziergang ist das anders, da gehen immer nur ein paar Leute mit und jeder, der das möchte kann einen eigenen oder  einen anderen zum Thema passenden Text lesen und da ich das ja gerne tue, nüze ich die Gelegenheit und frreue mich auch schon immer auf das Highlight vor Ostern.

Zum ersten Osterspaziergang bin ich, glaube ich, 2000 oder 2001 mitgegangen. Da war noch Alois Eder dabei, vielleicht auch Doris Kloimstein und ich habe meine „Eierszene“ aus der „Viertagebuchfrau“ gelesen. Da ging es entlang der Traisen zum Bootshaus und das nächste Mal war schon Robert Eglhofer dabei. Es ging durch den Stadtwald und ein Ostereisersuchen gab es auch.

Ab dann ging es immer um den Viehofersee mit einem Treffen vor der Seedose und ich versuche immer Texte mit St. Pölten Bezug herauszusuchen, obwohl ich ja eigentlich sehr viel über Wien schreibe.

Im Stadtwald habe ich noch den Text „Harland-Stadt“ gelesen, den ich für die „Harland Anthologie“ geschrieben habe, die Alois Eder herausgegeben wollte und, die, glaube ich, nie erschienen ist.

Dann habe ich einmal den „Hochschwabblick“ aus dem „Haus“ gelesen, einmal den „Sommer am Wasser“ und meinen Brief an den Bürgermeister bezüglich der Frequenzy auch einmal und im vorigen Jahr ging es um die „Köpfe“, denn das war ja ein Text, den ich in der Schreibgruppe für das „Etcetera“ geschrieben habe und heuer habe ich lange nicht gewußt, welchen Text ich jetzt nehmen soll, denn über St. Pölten hatte ich nichts Richtiges.

Also vielleicht die Fabian Szene aus dem „Bibliotheksgespenst“, das ist wenigstens politisch originell, dann kam der „Hammer 95“ mit unseren literarischen Stadtspaziergangstexten und ich dachte, nehme ich das, der St. Pölten Bezug sind  Ruth Aspöck und Robert Eglhofer, denn die sind ja manchmal mitgegangen.

Die „Kunst im öffentlichen Raum“ befindet sich zwar in Wien, aber dann kann ich gleich meineKarten und den „Hammer“ verteilen, die Leute, wenn sie das wollen, zu dem Spzaiergang einladen oder am nächsten Mittwoch in die“Alte Schmiede“, wo ich ja das „Literaturgeflüster-Textbuch“ vorstellen werde und richtig das habe ich, wahrscheinlich vor fünf Jahren, auch einmal zum Osterspaziergang mitgenommen und es ist sogar eine sehr schöne Rezension daraus hervorgegangen.

Vielleicht weil das Wetter noch immer nicht so ganz österlich frühlingshaft war, haben heuer nur wenige Leute draran teilgenommen, Manfred Lagler-Regall, den ich, glaube ich, dort kennengelernt habe und der meistens mitging, fehlte und es war auf der Bank, wo wir die erste Station machen wollten, auch sehr windig. So sind wir ein Stück weiter an dem See, bis zu dem Aussichtsturm auf dem ich bei meinen Radtouren gerne hinaufsteiger gegangen, dort hat dann Eva Riebler, die derzeitige <obfrau ein paar Gedichte von Rose Ausländer aus dem „Blinden Sommer“ vorgelesen, die ja heuer ihren dreißigsten Todestag hat, dann kam schon ich mit meinem „Hrdlicka-Denkmal“.

Dann ging es weiter zu einer Bank, wo ein Tischtuch aufgelegt wurde, denn der Höhepunkt ders Spaziergangs ist ja immer das Picknick mit dem Ostereierpecken.

Vorher gab es noch einige Texte, ein paar Lieder aus der „Winterreise“,  Ingrid Messing, die ich schon vom Vorjahr kannte, hat einen Auszug aus einem Roman gebracht und ein Mundartdichter ein paar sehr lustig launige Texte, die ihm zu englischen Songs eingefallen sind.

Dann wurde das Brot aufgeschnitten, die Ostereier ausgepackt, das Salz, die Butter und das Grammelschmalz, ein püaar kleine österliche Süßigkeiten gab es auch, Wein uind Wasser und es begann das österliche Schmausen.

Dann ging es, für die, denen es zu kalt war, zum Aufwärmen in die „Seedose“ zurück und ein paar der „Ecetera-Hefte“ hat mir Eva Riebler auch wieder geschenkt.

2015-04-05

Häschen als Spitzenklöpplerin

Filed under: Bücher — jancak @ 00:30
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Zu Ostern, ein Osterbuch, diese Tradition beginne ich jetzt einzuführen und habe auch keine Ahnung, ob ich sie fortführen kann, denn Osterbücher gibt es nicht soviele, wie die, die um Weihnachten aus dem Boden sprießen und sich dann das Jahr über in den Schränken finden lassen.

Das heißt Bilder- und Kinderbücher gibt es natürlich und da stehen auch ein paar ganz alte in meinen Regalen und sogar solche, die noch von meiner Schwester stammen und der Anna, kann ich mich erinnern, habe ich vor fünfundzwanzig Jahren oder so, sie wird ja jetzt bald einunddreißig, eines von einem Osterfeuer vorgelesen.

Dann gibt es Thomas Glavinic „Kameramörder“, das ja auch zu Ostern spielt und das ich auf meiner Liste haben müßte, so daß ich es  zeitgerecht lesen kann und als ich die „Viertagebuchfrau“ geschrieben haben, in der Zeit der schwarz-blau Regierung ist das gewesen, hat mir einmal ein FPÖ-Werber ein blaues Osterei entgegengestreckt.

„Was haben Sie da Böses?“, habe ich ihn, glaube ich, gefragt, weil ich  auch mal witzig bin und rote Ostereier von der SPÖ gibt es  zu Hauf, gerade liegt ein solches in einem Schüßelchen am Küchentisch, gemeinsam mit einem Prospekt, das zur ersten Mai-Feier am Rathausplatz einlädt.

Über die blauen, roten, grünen Ostereier habe ich also in der „Viertagebuchfrau“ geschrieben, daraus beim ersten Osterspaziergang der LitGes, noch unter Alois Eder und mit Doris Kloimstein machte, vorgelesen und dann noch einmal bei einem des ersten Wiener Lesetheaters durch den dritten Wiener Gemeindebezirk.

Und am Dienstag bin ich in den „Reumannhof“ gegangen um mit Will Heimlich alles für die Lesung zum „Tag des Buches“ am dreiundzwanzigsten April vorzubereiten und am Rückweg beim „Wortschatz“ vorbeigekommen und da lag statt einem Osterei, ein kleines rotes Büchlein „Häschen als Spitzenklöpplerin“ mit einem Häschenbild auf einem Spitzendeckchen als Cover von Alison Uttley mit Bildern von Margaret Tempest aus dem „Anette Betz-Verlag“ darin und ich erfuhr am Buchrücken, daß es sich dabei um die berühmten Häschen-Bücher, der  1884 in Cromford geborenen englischen Autorin handelt.

Nein, das stand nicht dabei in den früher erschienenen Bücher gibt es ja keine biographischen Angaben, das erfuhr ich erst  in „Wikipedia“, das ich, obwohl darin meine neuesten Bücher fehlen, für einen Segen halte, daß „Little grey rabbit makes lace“, so der Originaltitel, 1950 erschienen ist.

Über hundert solcher Häschenbücher scheint es zu geben, auch eines, das „Häschen und die Ostereier“ heißt, das habe ich leider nicht gefunden, was  noch werden kann und Alison Uttley, erfuhr ich weiter, die als Alice Jane Taylor geboren wurde, hat in Manchester Physik studiert und 1911 James Arthur Uttley geheiratet, der 1930 starb, so mußte die alleinstehende Mutter Geld verdienen und begann, wie kann es anders sein, mit dem Schreiben von Kinderbücher, obwohl sie vorher Physik unterichtet hat.

„Häschen und seine zwei Freunde, Lampe, der Hase, und Fräulein Eichkatz, wohnen zusammen in Häschens kleinem Haus am Rande der großen Wiese. Von ihren Erlebnissen und Abenteuern, an denen auch Erdmann, der Maulwurf, Strubbel, der kleine Igel und die vielen anderen Tiere des Waldes Anteil haben, berichtet“, steht weiter am Buchrücken und die Geschichte, mit vielen bunten Bildchen illustriert, Meister Lampe im blauen Anzug, das Häschen mit Schürze ist ganz einfach“ und teilweise auch gereimt.

Da findet Häschen eines schönen Morgens ein Taschentuch und beschließt daraus Frau Schnauz, der Igelmutter ein Nachthäubchen zu nähen, damit sie sich nicht erkältet, wenn sie am Fenster sitzt und den Neumond beobachtet. Gesagt getan, der Hase geht mit dem Eichkätzchen inzwischen spazieren,  das Briefträger-Rotkehlchen kommt und kündet den Besuch, des kleinen Igels Strubbels an und die Idee Spitzen, um das Häubchen zu klöppeln wird auch geboren. Aber wie macht man das?

Das kann keines der Tiere im Wald und auf der Wiese sagen. Also traut sich der mutige Lampe in das Dorf, als die Kinder, die die Hasen jagen, in der Schule sind und trifft dort auf das Fräulein Susanne, eine alte Dame, die in der Sonne sitzt, Spitzen klöppelt und dazu singt „Königin Anne saß in der Sonne, dort wob sie Spitze voller Wonne!“, also redet sie der freundliche Hase, mit Königin Anne an und sie ist auch so nett, ihm das Spitzenklöppeln zu lehren, so daß er dieses Wissen dem Häschen lehren kann und alle Tiere des Waldes und der Wiese helfen mit, so daß es ein schönes Häubchen wird, das Frau Schnauz bekommt und als Fräulein Susanne, das ihren Nachbarn erzählt, glauben sie ihr das nicht und behaupten sie hätte geträumt.

Also klöppeln die Tiere ein Stückchen Spitze als Beweis, das dann ins Museum kommt und neben einem Schilling aus der Zeit von Königin Elisabeth und einer steinernen Pfeilspitze liegt.

So weit, so what und für Englands Kinder aus den fünfziger Jahren und auch für uns, das Büchlein ist 1984 erschienen, sehr erfreulich, beim Googlen findet man viele Bilder der Häschenbücher, allerdings fast alle im englischen Original und nun läßt sich Ostern feiern, beziehungsweise mit dem Rad nach Traismauer zum Donaugasthaus fahren und ich bin sehr gespannt ob ich noch und welche Häschenbücher finden werde?

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