Literaturgefluester

2019-02-07

November 1918

Mit dem November 1918, wo die österreichische Republik gegründet wurde, habe ich mich ja im Vorjahr intensiv beschäftigt, bin in die Parlamentsbibliothek gegangen und habe mir da zwei historische Krimis angehört und in die Arena Bar zum „3. November 1918“ dem Theaterstück von Franz Theodor Csokor und im „Doml“ haben wir uns in diesem Semester ja auch mit dem November 1918 allerdings von Alexander Döblin und Alexej Tolstoi geschrieben, beschäftigt, während es in dem von Alexander Weiss herausgegebenen „Tarantl-Band“ um den „November in der österreichischen Literatur“ geht und die ist ja sehr interessant und mir Gerald Grassl das Buch auch freundlicherweise schickte, kann ich mich durch die Gedichte, Prosatexte und Fotografien wühlen und oh Überraschung eines vom Alfred aus dem „Literaturgeflüster“ ist dabei und im Vorwort steht, daß das Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, sondern „bloß ein Lesebuch, das die LeserInnen zur eigenen Lektüre“ veranlaßen soll“, sein will.

Dazu werde ich 2019 ob meiner elendlangen Leseliste, wo ich schon früh sein werde, wenn es  mir gelingen sollte, Gerhard Loibelsberger „Schönbrunner Finale“, das der Alfred in der Krimibuchhandlung der Lisa kaufte, zu lesen, nicht kommen. Also mich durch das Buch gelesen und in die Literatur, um den November 1918 wenigstens ein bißchen hineingetaucht.

Es beginnt mit einem Foto und einem Zitat von Karl Kraus „Österreich ist das einzige Land, das durch Erfahrung dümmer wird“ und „Die letzten Tage der Menschheit“ dienen wohl auch als Vorbereitungsliteratur, um auf den November 1918 hinzuweisen und einem Gedicht von Heinz R. Unger, der 2018 gestorben ist.

Dann kommt das Vorwort und ein Gang durch die Geschichte des Herausgebers, von dem ich leider, wie auch bei den anderen Autoren keine biografischen Angaben finden konnte, was mein Kritikpunkt an die sicher sehr lobenswerte Zusammenstellung ist, denn Google weiß auch nicht alles und einiges kann ich aus dem Geflüster zitieren, vieles aber nicht.

Der 1984 verstorbene Literaturhisotriker und Germanist Friedrich Achberger hat eine Zusammenfassung der Literatur und Politik „Zwischen 1918 und 1948“ gegeben.

Von dem schon erwähnten Franz Theodor Csokor ist das Vorwort aus seinem Theaterstück abgedruckt und dann führt uns ein Artikel aus der Wiener Zeitung in die österreichischen Militärakademien und deren Erwähnung von zwei berühmten halb oder ganz österreichischen Dichtern nämlich Joseph Roths „Radetzkymarsch“ und Robert Musil „Zögling Törless“ ein, wo wir wie auch im nächsten Artikel, wo es um „Das Leben und Sterben des Gavrilo Princip geht, immer noch in der Republikvorbereitung nämlich den ersten Weltkrieg und seine Ingangsetzung geht.

Es gibt dann noch zwei Textauszüge zum Fall Princip, einer ist aus einer unveröffentlichten Erzählung von Lev Detela, der die Zeitschrift „Log“ herausgab, zu der ich früher auch immer meine Texte hinschickte, der Zweite aus dem Roman „Die Schüße von Sarajewo“ des 2005 verstorbenen Milo Dor.

Biografien sind, wie schon erwähnt, leider keine vorhanden, dafür aber öfter ein Bild der Autoren mit den Lebensdaten.

Alfred Polgar hat eine Satire zu den Musterungspraxen, wo auch die Skelette für tauglich erklärt wurden geschrieben, dann gibt es  das wahrscheinlich soäter entstandene berühmte Gedicht „Legende vom toten Soldaten“ von Bertold Brecht und im „Braven Soldaten Schwejk“ gibt es ja auch ein Kapitel über die Musterungen. Der wird in dem Buch nur mit einem Bild erwähnt, wie er brav in Polen auf einer Bank sitzt. Einen Text von Jaroslav Hasek, nicht viel weniger satirisch „Die Schicksale des Herrn Hurt“ gibt es in dem Buch aber auch und dann theoretische Texte, wie beispielsweise über den „Prozess des Dr. Friedlich Adler“, der ja am 21. Oktober 1916 im Wiener Hotel „Meissl & Schan“ den Ministerpräsidenten Stürgkg erschossen hat, von John Zimmermann und Artikel  des 2018 verstorbenen Hans Hautmann, einem, wie ich „Wikipedia“ entnehme“ österreichischen Zeithistoriker, der sehr interessant über die Streiks, die es im ersten Weltkrieg gegeben hat, sowie über die Auswirkungen der „Oktoberrevolution auf Österreich“ berichtet hat. Da gibt es, noch interessanter, ein Plakat zu sehen, auf dem „Denkt an die Arbeitslosen kämpft für den 8 Stundentag“ steht. Den würde ich sagen, wünscht man sich heute wahrscheinlich zurück und Kriegsgesdichte von Ernst Waldinger, der 1896 in Neulerchenfeld geboren wurde und 1970 in New York gestorben ist, weshalb ihm auch bei  einem Ostersapziergang des ersten Wiener Lesetheaters gedacht wurde, gibt es auch.

Es folgen ein paar Texte zum Matrosenaufstand von Cattaro der im Februar 1918 stattgefunden hat,  Hugo Huppert, Bruno Frei, Eva Priester und Franz Xaver Fleischhacker haben darüber geschrieben und wieder  von Hans Hautmann, dein Artikel von  Hans Hautmann, der sich mit den „Staatsverbrechen“, also, wie man mit den Deserteuren, Spionen, etcetera umgegangen ist.

Texte von Franz Kain, Hugo von Hoffmannsthal etcetera folgen und dann gibt es wieder einen Auszug aus einem Pittler Krimi und zwar nicht aus „Chuzpe“ aus dem er ja in der Paralmentsbibliothek gelesen hat, sondern aus dem 2017 erschienenen „Wiener Kreuzweg“ wo es um den Arbeiterrat, der die Ottakringer Brauerei besetzte und den dortigen Besitzer Baron Glickstein umbringen wollten, geht.

Dann gibts einen ausführlichen Karl Kraus Teil, mit Auszügen aus den „Letzten Tagen“ und einen Artikel über die „Schuldfrage“, der Lyriker Theodor Kramer hat in den Dreißigerjahren einige Gedichte über den den Krieg und die „Heimgekehrten“ geschrieben und wir kommen allmählich in den November und können die Monarchie hinter uns lassen, denn der Kaiser dankt ab und verläßt Schönbrunn, während der rasende Reporter Egon Erwin Kisch die „Rote Garde“ gründet und mit der die „Neue freie Presse“ stürmen will, wo sein Bruder offenbar Redakteur war, der ihn dann mit dem Hinweis, das der Mama zu sagen, mit seiner Truppe vertrieb.

Ob das wirklich so stimmte, kann vielleicht bezweifelt werden, Friedrich Torberg, hat es aber in seiner „Tante Jolesch“ so beschrieben und dem Volk ging es schlecht in den Novembertagen. Es gab viel Elend und Hunger, aber auch Aufbruchmomente, so kam Theodor Körner, der spätere Bundespräsident zurck, die Republik hat sich gegründet und Joseph Roth, Franz Werfel, Robert Musil, Elias Canetti, Stefan Zweig, und auch andere, haben darüber geschrieben.

Joseph Roths Reportagen über das damalige Wien, der sich manchmal auch Josephus nannte, sind ganz besonders interessant und eindrucksvoll, die über die „Wiener Schaffnerinnen“, die nachdem die Männer zurückgekehrt waren, ihre Dienstkappeln und Taschen wieder abgeeben und zurück zu Kinder, Küche und Herd gehen mußten.

Eine Chronik der KPÖ, die sich ja auch im November 1918 gegründet hat, gibt es in dem Buch,  aber auch modernere Texte, beispielsweise ein Auszug aus den „Lebenslinien“ von Käthe Kratz, die ich ja im Kreis der Ruth öfter treffe.

Es gibt einen Artikel und Plakate über das Frauenwahlrecht, das ja auch im November 1918 eingeführt wurden und einen aktuellen von  Martina Madner, die in der „wiener Zeitung im Dezember 2917 schrieb „Warum Frauen 2018 nicht nur feiern“ werden und ganz zum Schluß kommen wir zu dem 1913 verstorbenen Rolf Schwendter, der 2012 auf dem Volksstimmefest zum Thema „Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten jahrhunderts“ eines seiner berühmten Langgedichte geschrieben hat, in dem es auch um 1918 geht.

Da ist dann das abgebildete Bild aus dem „Literaturgeflüster“ beziehungsweise aus der „Anthologie“, wo der Alfred auch immer Fotos beisteuert und  habe mich durch ein sehr interessantes Buch geblättert, das ich allen zeithistorisch Interessierten nur empfehlen kann und ihm einen hohen Verbreitungsgrad wünsche.

2017-03-23

Die Stierin

Von Andrea Stift, die ich 2008 kennenlernte und die dann einige Zeit meinen Blog begleitete und auch einige Zeit lang in der „Ohrenschmaus-Jury“ war, habe ich so ziemlich alles gelesen.

Aber jetzt schon länger nichts mehr von ihr gehört und als ich vor kurzem eines Abends von der „Alten Schmiede“, der „Gesellschaft“ oder von sonst irgenwo nach Hause ging, habe ich bei Anna Jeller ihr neues Buuch liegen gesehen. Zuerst habe ich geglaubt, es wäre bei „Kiwi“, es ist aber bei „Kremayr & Scheriau“ erschienen, die in ihrer literarischen Schiene nicht nur Debuts machen und ich kann es gleich verraten, es ist ein sehr dichtes Buch, wahrscheinlich das beste, das ich von der 1976 in der Südsteiermark Geborenen, gelesen habe, obwohl mir, das schreibe ich auch dazu, nicht alles daran gefällt.

Stammleser werden jetzt schon wissen, worauf ich anspiele, bin ich ja nicht nur gegen Sterbehilfe, sondern auch dafür, daß sich Frauen gegen die Gewalt, die die Männer auf sie ausübend, wehren sollen, aber nicht mit jeden Mittel und nicht um jeden Preis.

Mord gehört nicht dazu, da gibt es viel bessere Mittel.

„Nein!“, sagen gehört schon einmal dazu und dann gibt es noch Frauenhäuser, Pfeffersprays, Karategürtel, aber kein Pflanzengift und auch keinen Hammer.

Aber sonst ist es ein sehr vielschichtiges Buch, das in mehreren Ebenen gegliedert ist und bis in die Antike zurückgeht. So gibt es wie in einem der Frischmuth-Bücher, einen Chor, hier ist es vielleicht kein ganz griechischer, sondern einer von irischen Königinnen, die auch einmal Krähen genannt werden und da ist Maeve, eine rothaarige Frau um die Fünfzig, wie uns der Chor schon eingangs verrät.

Andrea Stift, die sich inzwischen offenbar verheiratet hat und sich jetzt Stift-Laube nennt, etwas, was vielleicht auch ganz gut zum Sujet passt, ist rothaarige, aber weil 1976 geboren, etwas jünger und Maeve ist die Besitzerin eines Käseladens.

Da steht sie  mit der Schürze hinter der Budel, schneidet mit scharfen Messern Käse ab, schenkt auch Wein aus und wenn nichts zu tun ist, schnitzt sie aus harten Käseresten Stiere und ein Heer von Krieginnen.

Nach und nach erfährt man ihre Geschichte und die ist auch sehr vielstimmig und diffizif und wird in verschiedenen Ebenen erzählt.

Der Klappentext erzählt von Alli ihrem Mann, den sie nachts besucht und dieser Alli tauchte eines Tages im Laden auf, bestellte eine bestimmte Sorte Käse und lud sie zum Essen ein. Beim zweiten Versuch stimmte sie zu und heiratete ihn  auch bald, er aber behandelte sie sehr schlecht und darin hatte Maeve,  die mit Achtzehn von ihren Eltern weg und in eine Stadt gegangen ist, ob es sich dabei um Graz handelt, wird nicht erwähnt, schon ihre Erfahrungen.

Denn da hat sie eine Weile in einer Pension gewohnt, bis sie der Käsehändler ansprach, sie  in seinem Geschäft arbeiten ließ und sie dann heiratete.

Danach mußte sie zu Hause bleiben, das Haus putzen, der namenlose Käsehändler war da sehr penibel, für ihn kochen und sich am Abend für ihn schön machen.

Als er gestorben ist, hat sie den Laden übernommen und, als sie noch Schülerin war und auf den Schulbus wartete, tauchte eines Tages ein behinderter Mann auf und begann an ihr herumzukrapschen. Sie konnte sich nicht wehren und, wie Andrea Stift hier die Dissoziation beschreibt, sie läßt sich von den Krähen wegtragen und sieht eine irische Königin, die mit ihrem Mann, um die Herrschaft beziehungsweise, um die Stiere streitet, ist wahrhaft meisterhaft. Großes Kompliment, so habe ich das noch nicht gelesen.

Jetzt ist sie aber erwachsen, Witwe, schnitzt in kundenlosen Momenten ihr weibliches Kriegerheer und da taucht eines Tages eine schwarzgekleidete Kundin auf, kauft Käse und erzählt ihr von Frauen, die ihre Gatten ermordet haben.

Am nächsten Tag kommt sie mit ihrer Schwester wieder und lädt Maeve zum Essen in ihre Wohnung ein, da gibt es  noch eine dritte Schwester.

Sie heißen Bod, Morrigen und Macha, das sind irische Namen und  haben ihre irische Vergangenheit und Lebensgeschichte, werden aber auch als Krähen beschrieben und sie helfen, wie ich schon erwähnte, mit für mich sehr unlauteren Mitteln, Maeve sich von der Unterdrückung zu befreien.

Wahre Emanzipation geht, glaube ich, anders und ich denke, die Frauen müssen den Männern nicht jede Gewalt nachmachen.

Sonst ist er aber ein starkes Stück, der kleine Roman, der am Buchrücken noch mit „Ein düsteres Kammerspiel, zwischen Freiheit, Mord und Selbstbestimmung“, beschrieben wird, der mich sehr beeindruckt hat.

2016-06-25

Zum Bachmann-Geburtstag

Am fünfundzwanzigsten Juni 1926 wurde Ingeborg Bachmann in Klagenfurt geboren, die am siebzehnten Oktober 1973 in Rom ihren Brandtverletzungen erlegen ist. Da war sie siebenundvierzig und ich noch nicht zwanzig und hatte gerade mit meinem Psychologiestudium begonnen.

Ob ich vorher in der Straßergasse oder sonstwo viel von ihr gehört habe, weiß ich aber nicht. Die Todesnachricht habe ich wahrscheinlich durch das Fersehen mitbekommen.

„Eine der bedeutendsten Lyrikerinnen und Prsaschriftstellerinnen des deutschsprachigen Raums!“, wie heute in „Wikipedia“ steht.

Damals habe ich mich, glaube ich, noch nicht so sehr für die zeigenössische Literatur interessiert, obwohl ich schon geschrieben habe und mir im Sommer nach meiner Matura auch viele Bücher kaufte.

Stifter, glaube ich, Doderer, Musil.

„Den Mann ohne Eigenschaften“ habe ich, glaube ich im Jahr danach gelesen. Die Grazer Autorenversammlung hat sich im Sommer 1973 gegründet, das habe ich, glaube ich, im Gartenhäuschen am Almweg mitbekommen, aber ich wollte ja von der Bachmann schreiben und, wie sie mich beeinflußt hat?

Den  1976 entstandenen Film „Drei Wege zum See“, mit Guido Wieland, kann ich mich erinnern, habe ich in der Wattgasse im Fernsehen gesehen und er hat mich, glaube ich, mehr beeindruckt, als die Verfilmung des „Radetzkymarschs“, die es wahrscheinlich zeitgleich gegeben hat.

Und eine Bachmann-Gesamtausgabe, vier Bände, von der „Büchergilde Donauland“, wo zuerst meine Schwester, dann meine Mutter Mitglied war, habe ich einmal zu Weihnachten bekommen.

Ich weiß nicht mehr genau, wann, kann mich aber erinnern, daß ich einmal, ich bin in den Ferien, als ich noch in der Wattgasse gewohnt habe, aber auch später, öfter in den Türkenschanzpark gegangen und da den „Fall Franza“ vielleicht oder „Malina“ gelesen habe und das eher altmodisch und nicht so besonders gefunden habe.

So könnte ich auch nicht sagen, daß ich eine besondere Bachmann-Experitin oder Kennerin bin. Aber wenn man sich  für Literatur interessiert, kommt man natürlich nicht darum herum.

Und dann gibt es den „Bachmannpreis“, der 1976, der Klagenfurter Dichterin zu Ehren, die diese Stadt ja, glaube ich, nicht sehr gemocht hat und aus ihr zuerst nach Wien, später nach Rom geflüchtet ist, von Humbert Fink und Ernst Willner gegründet wurde und an den ich gerne teilgenommen hätte.

Was die Bachmann dazu gesagt hätte, ist fraglich und sehr viel hat das, was und wie die heutigen Autoren schreiben wohl nicht mit ihr zu tun, auch, weil dort ja keine Lyrik gelesen wird.

Aber da geht es um den Namen, den die zwei Herren gemeinsam mit MRR, der ja in den ersten Jahren in der Jury war, gewählt haben und die Stadt schmückt sich damit, während es, wie Josef Winkler einmal aufdeckte in der Stadt noch immer keine öffenliche Bibliothek gibt oder gab.

Das hat aber auch nicht sehr viel mit der Bachmann zu tun außer, daß man ihre Bücher dort hineinstellen könnte und ich habe mich in der Erzählung „Wilder Rosenwuchs“ ja mit einer weißhaarigen älteren Frau beschäftigt, die dort plötzlich im Studio auftaucht und sich mit einem geblümten Kleid in die erste Reihe setzt.

Das habe ich 2007 geschrieben und 2006 wäre die Bachmann achtzig geworden und da gab es ihr zu Ehren ein großes Symposium in der „Akademie der Wissenschaften“ und eine Ausstellung im Palais Palfy. Eine Führung durch Bachmanns-Wien hat es auch gegeben.

Da bin ich, glaube ich, an einem Sonntagvormittag zu Pfingsten mit ein paar Interessierten durch Wien herumgefahren, von der Ungargasse zum Cafe Raimund, wo ja einmal der Hans Weigel thronte und die jungen Dichter und Dichterinnen, um ihn herum in seinem Kreis aufnahm oder vielleicht auch nicht.

Die Bachmann hat er aufgenommen und sie zu seinem „Geschöpf“ gemacht, so habe ich gehört und einen Brief gelesen, den ich kopiert, einmal als Geburtstagsgeschenk erhielt, wo er sie aufforderte, sich doch nicht politisch zu betärigen.

Der junge Mann, der uns herumführte, erzählte von Hans Weigels „Unvollendeter Symphonie“, die ich jetzt endlich Dank dem „Atelier-Verlag“ und seiner Wiederauflage gelesen habe.

Und „Mythos Bachmann“ habe ich gelesen und ein Buch über die „Gruppe 47“ und als ich 2005, glaube ich, war es, in der Bücherei Pannaschgasse endlich einmal einen Preis gewonnen habe, die Edith Brozca hat mit zwei Cousinen, glaube ich, für mich gestimmt,  der Alfred und die alte Dame die uns einige Jahre zu einer Frauenlesung in die Galerie Heinrich eingeladen hat, habe ich einen „Thalia-Gutschein“ bekommen und mir dafür ein Bachmann-Bilderbuch eingetauscht und jetzt ist es wieder soweit, die Bachmann wäre neunzig geworden und der ORF hat einen Bachmann-Schwerpunkt.

Eine Veranstaltung im Literaturmuseum hat es vorige Woche auch gegeben, zu der ich leider nicht gegangen bin, weil wir vom Urlaub zurückgekommen, noch schnell den Martin mit der Linda treffen mußten, die zwei Tage später wieder nach Amerika flog.

Aber 2006 hat es, glaube ich, auch eine Veranstaltung im Radio Kulturhaus gegeben, da waren  ihre Geschwister und die hat man gefragt, warum sie keinen Widerstand geleistet hat?

„Meine Schwester war ein Kind!“, hat die jüngere Schwester, glaube ich, geantwortet. Sie hat aber ein Kriegstagebuch geführt, war mit einem jungen Juden befreundet und hat in Wien, wo sie Philosophie studierte, auch beim Sender „Rot weiß Rot“, im heutigen Literaturhaus gearbeit und da angeblich oder tatsächlich an einigen Folgen der „Familie Floriani“ mitgearbeitet. Das gleichnamige Buch habe ich inzwischen gefunden und den Celan-Bachmann Briefwechsel habe ich inzwischen auch gelesen.

So weit, so what und schon wieder was vergessen, denn ich habe ja noch einen Literaturpreisgewonnen, einen „Hörbuchpreis“ in jener „Thalia-Filiale“, wo ich auch den Gutschein einlöste, da gab es einen für Hörbücher und so habe ich eine Originalaufnahme von ihr, wo sie mit dünner Stimme ihre Gedichte liest, die mich sehr an die der Valerie Fritsch erinnert, die auch sehr lyrisch ist und Valerie Fritsch ist die heurige Stadtschreiberin von Klagenfurt. Nadine Kegele war es vor ein paar Jahren und hat jetzt einen Text über die Bachmann geschrieben, der vor ein paar Tagen im Radio zu hören war.

Die CD kann ich wieder hören, vielleicht sollte ich mir auch die Gesamtausgabe, die ich, glaube ich, nicht zur Gänze gelesen habe, wieder zu Gemüte führen.

Vielleicht verstehe und interpretiere ich die Bachmann heute anders. Ganz sicher sogar, aber ich habe wegen meiner langen Leseliste keine Zeit dazu und heuer schon Stefan Zweig und Heimito von Doderer gelesen und die Vicki Baum soll auch noch ihren Schwerpunkt haben.

Interessant dazu, daß es schon zwei neunzigste Geburtstage von Dichterinnen, die älter geworden sind, gegeben hat, deren Werk für die österreichische Literatur wohl die gleiche Bedeutung hat.

2015-12-22

Bora

„Eine Geschichte vom Wind“ oder besser, eine über die Liebe, hat die 1963 in Wien geborene Ruth Cerha, die Tochter des berühmten zeitgenössischen Komponisten, da geschrieben, die diesen Sommer durch alle Blogs gegangen ist und durch Mara Gieses „Herbstraschlgewinnspiel“ auch zu mir gekommen ist.

Ein Buch das man  im Sommer lesen sollte, aber auf meiner Leseliste weit nach unten gerutscht ist, was aber nichts macht, denn siehe da, Weihnachten kommt, obwohl das Buch im Sommer auf einer kroatischen Insel spielt, sogar sehr ausführlich vor, Weihnachten in Manhatten mit dem großen Baum beim Rockefellercenter, wo man auch schlittschuhlaufen kann.

Tobias Nazemi, einer der Oberbuchpreisblogger hat es schon im Sommer gelesen und gerade zu hymnisch besprochen, nur das Cover, rosa Schrift auf hellblauen Untergrund ist es zu seicht gewesen und ich habe das Buch zwar nicht seicht, aber manchmal ein wenig kryptisch und nicht unbedingt logisch gefunden.

Ein Buch, das ich bei meiner Longlistenschätzung im August auch auf diese getan hätte, weil es eines der wenigen in deutschen Großverlagen, Frankfurter Verlagsanstalt, war, das ich damals kannte, es ist aber nicht darauf gekommen und was ich auch erwähnen möchte, am letzten Dienstag ist es im „Wortschatz“ gelegen und ich habe mich, wie immer, wenn da ein Buch liegt, das ich schon habe und  neueren Erscheinungsdatum ist, leicht geärgert, aber Margareten hat großzügige Buchwegleger, die „Kindfrau“ habe ich vor einigen Monaten auch dort gesehen.

Ruth Cerha habe ich bei „Rund um die Burg neu“ kennengelernt, da hat sie aus ihren „Zehntelbrüdern“ gelesen, das  auch vor kurzem auf meiner Leseliste stand und ich schreibe es gleich, mit der etwas verrückten Patschworkfamiliensituation habe ich mehr anfangen können, als mit dieser etwas kryptischen Liebesgeschichte, in drei Teilen, wo mir der dirtte Teil nicht ganz logisch oder nachvollziehbar erschien, aber auch die Mara im ersten Teil, erscheint mir etwas übertrieben, vor allem wenn etwas später steht, daß sie eine Schriftstellerin ist, die bevor sie schreibt, alles über ihre Protagonisten weiß, damit man alle ihre Handlungen versteht, nun ich habe mir ihre Handlungen nicht immer erklären können.

Denn diese Mara, eine Wiener Schriftstellerin, Ende Dreißig, die schon seit Jahren ihre Sommer auf einer kroatischen Insel verbringt, erschien mir anfangs etwas mondsüchtig, denn sie stand um halb acht, wenn das Morgenboot anlegt, am Fischmarkt, um einzukaufen und sieht einen Mann, einen Vierziger aussteigen, ist hinüber und rennt die nächsten Tagen somnabul auf der Insel herum, schläft am Tag, fängt in der Nacht  zu kochen an, ißt aber nicht, sondern verschenkt die Resultate an ihre Nachbarn, darunter an ein Psychotherapeutenpaar, das sie darauf hin mitleidig anschaut.

Schreiben tut sie nicht, denn sie hat eine Schreibblockade, so rennt sie auf der Insel herum, auf der Suche nach Andrej,  so heißt der Ankömmling und der erscheint auch gleich am ersten Tag bei ihr mit einem Fisch und fragt, ob sie eine Bratpfanne hat?

Sie gibt ihm die und sagt, sie hätte schon gegessen, so verschwindet er wieder,  sie trifft ihn aber ein paar Tage später in der Stadt Losinj, wohin sie mit ihrer Freundin Tereza fährt, da weht dann die Bora, der berühmte kroatische Wind, so kann das Nachmittagsboot nicht abfahren, sie müßen sie in der Stadt bleiben, gehen dort in das Wirthaus eines Freundes, wo sie Andrej wiedertrifft und die beiden schauen sich an und betrinken sich.

Dann verschwindet  er, ein Fotograf mit kroatischen Wurzeln, aber schon in Amerika geboren, der jetzt durch die Welt zieht, offenbar keinen wirklichen Wohnsitz hat, nach Montenegro und sie zieht herum auf der Insel und alle wundern sich über sie.

Er kommt zurück und die beiden verfallen in eine wunderbare Liebe, er zieht zu ihr ein und verschwindet wieder, das ist dann schon im zweiten Teil, der ihm zum Protagonisten hat. Da steht er morgens auf und legt ihr einen Zettel auf den Tisch „Bin in Zagreb, meine Mama holen, komme morgen wieder, Kuß A.“ und überlegt, ob er das überhaupt machen soll, denn eigentlich ist er nicht gewohnt, das bei seinen Frauen zu tun.

Die Mutter holt er ab, um sie zu dem jährlichen Emigrantentreffen zu bringen, denn in den Sechzigerjahren sind sehr viele von der Insel, darunter auch seine Eltern mit seinem älteren Bruder auf einem Ruderboot zuerst nach Italien gerudert, um dem Titoischen Regime zu entkommen und das feiern sie jedes Jahr mit einem großen Emigrantenfest. Deshalb ist die Mutter aus Amerika angereist gekommen, der Vater bettlägrig und ein Pflegefall, wurde zurückgelassen.

Während das Fest stattfindet, ist Andrej auf der Suche nach Mara, denn die scheint verschwunden, obwohl er seine Kamera in ihrem Haus hat.

Er findet sie aber und die große Liebe geht weiter, bis zum dritten Teil, wo Mara wieder die Protagonistin ist und der beginnt mit einem eher merkwürdigen Streit.

Andrje hat sie trotz der großen Liebe mit einer Frau betrogen, er wirft ihr ihre Schreibhemmung vor.

Er verschwindet, sie rennt  mit zuwenig Wasser über die Insel, bekommt einen Sonnenstich, muß von Tereza gepflegt werden,  fängt aber zu schreiben an, hat sie sich doch vorher schon mit seiner Mutter, der vierundsiebzigjährigen Ana angefreundet und die erzählt ihr von den Emigrantenschicksalen und so beschließt sie ein Buch darüber zu schreiben. Sie stellt sich auch vor Kinder von Andrej zu haben, schließlich ist sie ja bald vierzig und kommt in die Midlifekrise, traut sich das ihm, dem Beziehungsflüchtigen, aber nicht zu sagen.

Er ist im Moment ohnehin nicht da, kommt aber zurück, die Lebe geht weiter, bis zu seiner endgültigen Abreise, sie muß das auch bald tun, hat sie doch Ende September eine Lesung in Wien. So beschließen sie sich ganz altmodisch mit Briefmarke und Poststempel zu schreiben und so endet das Buch auch mit einem Brief von Andrje an Mara „Denk an mich, wenn du das nächste Mal fisch isst. Love, Andrej“

Ich weiß schon, daß man diese Distanz und die manchmal  unlogisch erscheinende Inhalte, poetisch deuten kann. Der Klappentext lobt auch „Ruth Cerhas Sprache ist ein Bilderstrom und diese Sprache nimmt den Leser einfach mit“.

Der Realistin, die in mir steckt, hat aber mit der handfesterem Geschichte der „Zehntelbrüder“ mehr anfangen können, als mit dieser verschlüßelten Poetik, wo sich Mara und Andrej auch manchmal als „Marquise“ und „Valmont“: „Mein lieber Valmont“ sage ich,“ werden Sie nach Berlin zurückkehren?“ anreden oder ihre Höhlenverstecke haben.

Man lernt aber, das muß ich auch hier zugeben, viel von diesem vielschichtigen Sommerroman, der gar nicht so leicht ist, wie das Cover vielleicht glauben macht, über die Winde, die Flora und die Fauna der kroatischen Insel, ihre Auswanderungsgeschichte und noch mehr und Ruth Cerha scheint eine sehr vielschichtige Schreiberin zu sein, die ihren Ton und ihre Sprache offenbar von Roman zu Roman verändern kann.

2015-11-07

Der Strohmann

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Ein Kriminalroman von Dietmar Füssel, dem 1958 in Wels geborenen GAV-Kollegen, der schon eine ganze Anzahl in Kleinverlagen erschienenen Romane, Gedichtbände, Erzählungen, Satiren, Kinderbücher hat, die er auf seiner Seite regelmäßig vorstellt und die man jedes Monat auch bei einem Gewinnspiel bekommen kann.

So bin ich zu einer ganze Reihe seiner Werke gekommen und kann mich als Füssel-Expertin bezeichnen und das Lesen, seines neuesten Werkes, stimmt nicht ganz, denn wenn ich mich nicht irre, gibt es noch einen Gedichtband, den ich aber erst bekommen muß, war auch sehr spannend, denn Dietmar Füssel ist ein begnadeter Satiriker, macht sich gekommt über alles lustig und so ist das auch bei seinem, wie er mir sagte, ersten Krimi, der wahrscheinlich gar keiner ist, sondern eine Satire auf den amerikanischen Way of life oder auf den amerikanischen Wahlkampf und da sind wir mitten drin in der Satire oder im realen Leben, denn Vorbilder denen Füssel sich bedient haben könnte, fallen einem sofort ein.

Da ist er also der amerikanische Präsident auf dem Weg seine Rede an die Nation zuhalten, aber er ist, wie Füssel schreibt „höflich ausgedrückt ein klein wenig unterbelichtet“, so hat er, weil er auch schlecht lesen kann, Kopfhörer und der Assistent diktiert ihm die Rede, aber leider fällt die Technik aus. Er muß improvisieren und sein Team rauft sich die Haare, denn es ist Wahlkampf und wenn das so weitergeht, verliert er die Wahl.

Hilfe muß her, also macht sich der CIA auf dem Weg, beziehungsweise ein Agent in vorschriftmäßiger Tarnung, die so platt ist, daß ihm eine Menge Neugieriger verfolgt, was der Agent, der vorschriftsmäßig eine Zeitung vor dem Gesicht trägt, nicht bemerkt. Er geht in ein Zierfischgeschäft, denn dessen Inhaber, war einmal ein berühmter Detektiv, wurde aber von der Mafia enttarnt und jetzt kommt der Agent und schlägt ihm vor den Gegenkanditaten, einen begnadeten Bodybildner und Schauspieler mit österreichischen Wurzeln, auch da mag es ein Vorbild geben, zu enttarnen.

James Winston will den Auftrag nicht annehmen, dann lockt es ihm aber doch, sich an dem Mafiaboss Chinchilla zu rächen, läßt sich dafür zwei Millionen Dollar Spesen überweisen, beziehungsweise holt er sich, die selbst bei einem Bankraub.

Füssel strotzt wahrlich vor absurden Einfällen, denn er schickt Winston noch in ein Bordell, um sich dort irgenwelche Tarnausrüstungen liefern zu lassen, beispielsweise Bärte, die sich verfärben oder Pillen mit denen man sich, wenn man sie schluckt, kurzfristig in einen Frosch verwandeln kann.

Er sucht auch ein Gespräch mit dem Mafiaboss, der ihn aber kurzfristig in die Psychiatrie einweisen läßt,  dann nimmt er die Herausforderung an, denn Winston ist der einzige, der ihm Paroli bieten kann und der Kampf beginnt. Denn jetzt gilt es zu beweisen, daß Charlton David Mitglied der Organisation ist, gar nicht so einfach, denn er ist ein Mann ohne Fehl und Tadel, niemand kann ihm etwas Schlechtes nachsagen.

Nur der Hollywood-Priester ist empört, denn David geht zwar jeden Sonntag in die Kirche, er würde auch beichten, hat aber nichts, was er dort sagen könnte, was den Priester ärgert, denn auch der Papst hat ja einen Beichtvater und dann gibt es noch etwas, er sprach immer, wenn es  bei den Drehtagen Schwierigkeiten mit den Schauspielern gab, mit ihnen und alle Probleme waren gelöst.

Also den Schauspieler bzw. Präsidentschaftskanditaten in seiner  gesicherten Villa aufsuchen, der ist sehr freundlich, läßt Winston und die Reporterin, die ihn begleitet, an einer Familienkonferenz teilnehmen und bestreitet  ein Mafiamitglied zu sein.

Jetzt hilft nur noch eines, Winston muß selbst kanditieren und schlägt David im Vorkampf um Runden. Dann tritt er gegen den unterbemittelten Präsidenten an, will aber verlieren, so verwandelt er sich in einen Frosch und dann

Der Strohmann war der Falsche, Winston ist dem Mafiaboß gekonnt in die Falle getappt und begibt sich am Schluß freiwillig wieder in psychiatriesche Behandlung und wir haben ein paar Stunden oder Tage Dank Dietmar Füssel Gelegenheit gehabt, uns über die amerikanischen Zustände köstlich zu amusieren.

Einen kleinen Kritikpunkt kann ich trotzdem anmerken, sie betrifft  die Herstellung des  im „AAVAA-Verlags“ erschienen Buches, denn die Qualität des Drucks, beziehungsweise des Papiers ist erbärmlich, der Umschlag viel zu weich, nach einmal lesen ist das Buch unbrauchbar und mit den Seitendruck stimmt auch einiges nicht, so sind einige Seiten nur halb bedruckt, obwohl das Kapitel noch nicht zu Ende ist.

Dagegen ist das Cover schön, Dietmar Füssel hat mich bei der GAV-Lesung extra darauf aufmerksam gemacht. Er und seine Freundin haben es selber hergestellt und den Fisch im amerikanischen Flaggendesign gezeichnet.

Sehr zu empfehlen, wenn man  Satire mag und es stimmt auch nicht, was am Buchrücken steht, daß „Der Strohmann ein sexistischer und politisch unkorrekter  Kriminalroman über amerikanische Politik, den Kampf gegen den Terror, Hollywood und die Haltung von Zierfischen ist“, wie Dietmar Füssel behauptet.

Ich würde meinen, es ist eine herrliche Leistungsshow und Sammlung der gesammten bedächtig erzählten satirischen Füssel-Einfälle und schade, daß das Buch von so einer schlechten Druckqualität ist, zumindestens ein Hardcover hätte dem Buch gut getan und um die Füsselsche Vielseitigkeit, die auch im Klappentext erwähnt wird, zu beweisen, habe ich den Gedichtband  „Menschenfleisch“ noch auf meiner Leseliste und werde ihn mir demnächst vornehmen.

2015-10-03

Das Tortenprotokoll

„Ein Roman über das österreichische Rezept, sich die Vergangenheit und deren Schmerz mit Torten und Tascherln vom Leib“ zu halten“, steht am Buchrücken von Marianne Jungmaiers bei „Kremayr und Scheriau“ erschienenen Debutroman „Das Tortenprotokoll“, in dem die Ich-Erzählerin Friederike von ihren Eltern aus Berlin in das heimatliche Dorf geholt wird, weil die Großmutter gestorben ist.

Und die 1985 in Linz geborene Marianne Jungmaier, eine sich in einem Polstersessel räkelnde junge Frau mit rot geschminken Lippen, schwarzen Pulli, schwarzen Stiefelchen und Leggings im Leopardenmuster, die digitales Fernsehen, Filmwissenschaften und Journalismus studierte, seit 2011 freischaffende Autorin ist, lebt auch in Berlin und anderswo, wie am Klappentext zu ersehen ist.

Ich habe sie einmal bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ gehört, werde sie wahrscheinlich auch bei ihrer GAV-Antrittslesung am 23. Oktober hören und war vor einigen Tagen bei der Vorstellung des jungen Literaturprogramms, das es jetzt bei „Kremayr und Scheriau“ gibt.

Sie sei auf Marianne Jungmayr bei einer Lesung im Salzburger Literaturhaus aufmerksam geworden, erklärte dort, glaube ich, die Lektorin Ursula Eibel und das Buch ist, wie wahrscheinlich viele Debutromane in einer schönen, vielleicht ein wenig widersprüchigen Sprache geschrieben „Ich habe noch nie jemanden verloren, jedenfalls nicht absichtslos“ oder „Tobi, mit dem ich aufgewachsen war, der mir mehr Bruder war als meine Schwester“, wahrscheinlich hat sie auch an der „Leondinger Akademie“ studiert, auf jedenfalls wird Gustav Ernst am Schluß gedankt und beschrieben wird, wie wahrscheinlich auch in vielen Debutroman, die Kindheit und das Aufwachsen in der Provinz.

Trotzdem ist das Dorf, in dem Friederike, sie heißt so, wie ihre Großmutter, eigentlich keines aus den Achtziger und Neunzigerjahren, zumindest erinnert es mich stark an die, die ich aus den Fünfziger-und Sechzigerjahren kenne.

Da stehen die Marmeladegläster in den Kellern auf den Regalen und die Großmutter, die wieder einerseits als strenge Frau geschildert wird, die Fliegen tötete, andererseits aber der Sehnsuchtsort der kleinen Friederike war, denn bei ihren Eltern ist es noch gefühlloser zugegangen, denn die haben ihr in Friederikes Empfinden immer signalisiert, nicht erwünscht zu sein, stand den ganzen Tage in der Küche, buk Torten, kochte ein, versorgte die Hendln und das Gemüse und sie versorgte auch noch einen anderen Haushalt. Wohnte sie doch in einem Ausziehhäuschen, zwischen dem Haus von Friederikes Eltern und denen von Tobi und der war Friederikes Jugendfreund und Spielkamerad und  dessen Großvater Emil, seine Mutter war depressiv, der Vater sonst irgenwie unbrauchbar, die Großmutter versorgte. Der ist dann gestorben, als die Kinder sechs und sieben  waren und jetzt kommt Friederike heim, um am Begräbnis der Großmutter teilzunehmen, das ihre Eltern und ihre Schwester schon eifrig vorbereiten. Sich darum kümmern, wer eingeladen wird, was es zum Essen gibt. Sonst wird über Gefühle nicht geredet. So geht Friederike in das Haus der Großmutter und sucht nach dem „Tortenprotokoll“, das ist die Rezeptsammlung der Großmutter, in der sie alle Zutaten für die Apfel-und die Eierlikörtorten aufnotierte und in dem findet sie  einen Liebesbrief, in dem ein Mann in schönen Worten von seinen Gefühlen zu der Großmutter schreibt, von Gefühlen für die in der Familie nie Zeit war oder die immer über  das Essen von Torten, Mehlspeisen, Keksen ausgetragen wurden.

Vom Übergewicht ist in dem Buch eigentlich nie die Rede, immer nur von der Gefühls-und Lieblosigkeit und so beliben auch die Gefühle Friederikes zu Tobi, dem Jungenfreund irgendwie vage.

Nach dem Bebgräbnis verläßt sie jedenfalls den Ort mit Gegenständen aus ihrem Jungendzimmer, das sie in der Nacht ausräumte und dem Tortenprotokoll, das inzwischen von anderen Verwandten gesucht und nicht gefunden wurde, um nach Berlin zurück zu kehren, wo sie zwar keine Familie, aber offenbar eher eine Heimat hat und man weiß nicht recht, ob sie ihm böse ist, weil er von dem Geheimnis der Großmutter zu seinem Großvater wußte, es aber niemanden in der Familie verraten wollte und auch den Vater kann sie nicht verstehen, der nicht reagiert, als sie ihm einen der Liebesbriefe vorliest.

Denn das kann es doch nicht geben, eine Liebe zwischen einer alten Frau und einem alten Mann, die Großmutter sollte nach dem Krebstod des Großvaters gefälligst mit den drei Kindern allein zurückbleiben und deshalb hat sie sich in dieser Sprach- und Gefühllosigkeit wahrscheinlich auch für die Heimlichkeit entschieden und darauf verzichtet, mit Emil Reisen auf Reisen zu gehen und ist stattdessen jeden Tag in sein Haus hinübergegangen, um ihm und wahrscheinlich auch Tobi und seinen Eltern, die schönsten Torten, Strudeln, Kuchen zu backen.

Ja Liebe geht durch den Magen und Linz  ist nicht so weit von dem Ort entfernt, wo Thomas Bernhard seine  Schimpftiraden auf dieses böse Österreich und dessen Gefühlskälte schrieb.

Ein Roman in dessen Tradition wahrscheinlich, der mir in seiner österreichischen Art gefallen hat, obwohl es  nicht wirklich etwas Neues ist, was diese junge Frau erlebte. Man kann es wahrscheinlich in vielen Debutromanen lesen und, ob man die zwei Tortenrezepte, die in dem Buch enthalten sind, nachbacken kann, müßte  ich erst ausprobieren.

2015-08-22

Aberland

Nun kommt mein erstes Longlistenbuch, das eigentlich schon ein Vierteljahr in Harland in dem neuen Bücherregal steht, denn Alfred hat es mir in Leipzig gekauft, als Gertraud Klemm dort auf dem blauen Sofa saß und ich habe es in meine 2016 Leseliste eingetragen und liegengelassen, das heißt eigentlich nicht so ganz, denn dazwischen habe ich ja noch ein Stückchen aus „Aberland“ im „Musa“ gehört und bei der „Literatur und Wein“ in  Göttweig.

Gertraud Klemm kenne ich, glaube ich, seit einer Lesung in der „Alten Schmiede“,  sie hat am Volksstimmefest ein paar Mal gelesen und einmal haben mir gemeineisam die „Frauen Anthologie des Linken Wortes“ im „Werkl im Goethehof“ vorgestellt.

Dann ist der Bachmannpreis und der große Aufstieg gekommen und da war ich ganz ehrlich von dem Monolog der Franziska, glaube ich, von dem die Jury damals so begeistert war und gleich Bachmann und Thomas Bernhard zitierte,  nicht so ganz aus den Socken, weil ich dachte die Frauenbewegung hätten wir schon hinter uns und ich habe Svende Merian und Gert Brantenberg ja schon in den Neunzehnhundersiebzigerjahren, als Gertraud Klemm gerade in die Volksschule ging, gelesen.

Jetzt aber „Aberland“ hervorgeholt.

„Das bitterböse Portrait zweier Frauen Generationen“, wie am Buchrückensteht und da ist Franziska eine fünfunddreißigjährige Biologin, die gerade an ihrer Dissertation über Zebrafische schreibt oder schreiben sollte,  Mutter des vierjährigen Manuel und Gattin von Tom, einen erfolgreichen Mann, der es mit der Halbe halbe-Devise der FrauenministerinHelga Konrad nicht so ernst nimmt, obwohl er es ihr doch versprochen hat.

Das Ganze spielt in Baden oder „Kaiserbad“ einer bürgerlichen Gegend NÖs, in einem Haus, das noch zu zwei Drittel der Bank gehört und da gibt es auch Elisabeth, die achtundfünzuigjährige Mutter von Franziska, die mit ihrem Kurt, der sie ständig mehr oder weniger betrog, die Rollen klar teilte.

Er ist fürs Geld verdienen, sie für den Haushalt und die Kinder zuständig. Jetzt sind die Franziska und Elias aus dem Haus. Es gibt einen Künstler zu versorgen, das heißt ihm Apfelkuchen zu backen und die Einladungen zu seinen Vernissagen zu drucken, und dann für die Brötchen und den Sekt dabei zu sorgen.

Es gibt auch die monatlichen Kosmetiktermine, damit die Haut straff und das Altern aufgehalten werden kann, denn wie heißt es doch so schön im Buch, heutzutage hat man zehn Jahre jünger auszusehen, wie man ist, in einer Kleinstadt wie Baden, wahrscheinlich noch viel mehr als in Wien oder in Berlin.

Ja, ja, die Zwänge denen sich die bürgerlichen Frauen anscheinend selber aussetzen, die immer „Ja, aber!“, sagen, deshalb auch der Titel.

Aber bei einer berufstätigen Frau, die zwischendurch den Haushalt und die Kinder schupft, wird das wohl nicht anders möglich sein.

Und so ist dieses „Aberland“ in fünfzehn Kapitel aufgeteilt. Immer abwechselnd Franziska und Elisabeth gewidmet und als Überschrift dienen Anzeigen, Einladungen, Todesnachrichten etc aus dem bürgerlichen Frauenleben, das was einer bürgerlichen Familie halt so im Laufe des Lebens oder besser im Laufe eines Jahres, das ist auch ungefähr der Rahmen des Buches, passiert.

So beginnt es mit der Einladung zum Muttertagsbuffet in einem Chinarestaurant ganz schick mit einem Tepanyakibuffet, denn die Aberlandfrauen aus der bürgerlichen Mittelschicht, wissen das Leben zu genießen, wenn da nicht die in Übersee billig hergestellten Textilien und die Weihnachtsdekorationen aus China wären, die auch von Kindersklaven für das bürgerliche Badener und auch sonst Europäische Weihnachten hergestellt werden, die unglücklichen Hühner in den Legebatterien, die Massentierhaltung, etc, die aus Franziska eine Vegetarierin machten, während Elisabeth noch die erste war, die in Baden Currys ihren Kindern und ihrem Kurt auf dem Tisch stellte.

Es geht dann weiter mit der Verlobungsanzeige des Sohnes Elias, natürlich mit Sekt und Fischbrötchen, die Elisabeth zu besorgen hat und die Schwiegermutter, die fünfundneundzigjährige Cornelia wird von einem slowakischen „Todesengel“ versorgt, das, das möchte ich gleich anmerken, gefällt mir nicht an dem Buch, wenn man es vielleicht auch als Bernhardsche Übertreibung interpretieren könnte, das slowakische Pfelgehelferinnen, die den bürgerlichen Frauen in Baden, in Wien und auch bei meiner Schwiegermutter, die Altenbetreuung abnehmen, Todesengel wären, ist ein Klischee, das ich nicht will, auch wenn die fünfundneunzigjährige Cornelia Ackerl schließlich stirbt und ihre Todesanzeige, ein Elisabeth Kapitel einleitet.

Franziska ist indessen hin und hergerissen, während sie für die Kindergartenabschlußfeier Muffins mit Smarities bäckt und der kleine Manuel, während sie für den Kindergeburtstag das Geschenk einkaufen geht, aus dem Supermarktwagerl kippt, so daß sie mit ihm statt zur Party in die Unfallambulanz muß, ob sie ein zweites Kind bekommen soll oder nicht?

Sie wird dann auch schwanger, das Kind hat aber die Trisomie 18 und wird abgetrieben und Franziska entschließt sich im Laufe des Jahres, da wird dann auch noch das Kind ihres Bruders getauft und Elisabeth muß die Tauffeier richten und dem Kurt seine Pensionsfeier und den siebzigsten Geburtstags eines alten Freundes gibt es auch, ihre Dissertation fertigzuschreiben und während sie einen alkoholfreien Sekt für eine „Babyshower“, keine Ahnung was das ist, einer Freundin besorgen und ihr Kommen zu diesem Ereignis zusagen soll, entschließt sie sich, sich ihre eigene Promotionsfeiereinladung zu schreiben, was ich bezüglich meiner literarischen Karriere im „Literaturgeflüster“ auch schon mal versuchte und so schließt das Buch, das, wie ich nicht umhin komme, festzustellen wirklich ein wenig sowohl an die Bachmann als an Thomas Bernhard erinnert und ich denke, wenn Gertraud Klemm vor einem Jahr in Klagenfurt damit großes Aufsehen erregte, so erregte heurer im Vorfeld dieses Preises eine fünfundzwanzigjährige Jungautorin Aufsehen mit der Feststellung, daß sie keinen Feminismus braucht und sie sich davor ekeln würde.

Die, denke ich, sollte dieses Buch lesen und mit Gertrud Klemm, der ich alles Gute für die Shortliste wünsche und hoffe, sie auch heuer wieder beim Volksstimmefest zu sehen und zu hören, über das „Aberland“, das, wie ich fürchte wirklich nicht nur die Sozialhilfeempfängerinnen betrifft, sondern auch in den bürgerlichen Kreises gehörig umrührt, zu diskutieren.

Deshalb ist es wahrscheinlich fein, daß es auf die „Longlist“ gekommen ist, denn der Feminismus ist noch nicht unnötig, leider und, wie ich fürchte noch sehr lange nicht.

2015-07-10

Nachkommen

Jetzt geht es weiter mit dem „Longlistenlesen“, nämlich mit Marlene Streeruwitz „Nachkommen“, die voriges Jahr auf der Longlist stand und einen Roman über eine Zwanzigjährige geschrieben hat, die mit ihren Roman „Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland“ auf die Shortlist gekommen ist.

Marlene Streeruwitz ist mit der „Schmerzmacherin“ 2011 darauf gekommen.

Ich habe mir beide Bücher zum Geburtstag gewünscht, da mich ja die Griechenland-Krise interessiert und durch die offenen Bücherschränke oder andere Gelegenheiten habe ich in den letzten Jahren sehr viel Streeruwitz gelesen und bin allmählich in ihren Stil hineingekommen.

Auf der „Buch-Wien“ und auch in der „Alten Schmiede“ habe ich sie lesen gehört und mir die Frage gestellt, mit welchen Buch ich jetzt beginnen soll?

Mit dem Roman oder mit der Shortlistverleihung? Wahrscheinlich doch mit dem Roman, weil es den zuerst gegeben hat und ich habe die beiden Bücher auch in meine Sommerfrische mitgenommen, weil ich auch über Griechenland und die Griechenlandkrise an Hand der Studentin Eleni, der Freundin der Sandra Winter schreiben will.

Dann hatte ich in der ersten Sommerfrischenwoche aber nicht sehr viel Gelegenheit dazu, denn da war ja das „Germanisten-Porno“, O-Ton Nora Gomringer über das Bachmannlesen und so habe ich, als ich mit John Knittels „Das Verhängnis“ fertig wurde, mit den „Nachkommen“ angefangen.

Wahrscheinlich wäre es umgekehrt doch besser gewesen, aber das Buch passt wieder gut zum Longlistenlesen, mit dem ich jetzt ja auch angefangen habe.

Also sind die „Nachkommen“, jetzt gelesen und ich sage, es war eines der leichtestens Streeuwitz-Bücher, denn die ist ja manchmal sehr kompliziert und nicht leicht nachzuvollziehen, aber hier erschien mir alles sehr vertraut, vielleicht, weil ich mich schon länger mit dem Literaturbetrieb beschäftige und da auch irgendwie daneben stehe, obwohl Nelia Fehn tut das eigentlich nicht.

Die ist eine Halbwaise, zwanzig Jahre, glaube ich, gerade die Matura gemacht und danach ist sie offenbar nach Griechenland gefahren, hat da aus ihrem Tagebuch den Roman gemacht, mit dem sie gleich auf die Shortlist gekommen ist.

Ein bißchen unrealistisch wahrscheinlich, aber die „Nachkommen“ beginnen an dem Tag, da sie nach Frankfurt zu der Preisverleihung fliegen muß, wenn man nicht hinkommt, bekommt man das Geld nicht, steht in dem Buch, habe ich so gehört, die Herren vom Börsenverein haben das das letzte Jahr bei der Preisverleihung abgestritten.

Nelia will aber hin, denn sie braucht das Geld für ihren Freund Marios, der in Athen oder sonstwo auf einer Demonstration von der Polizei verletzt wurde und für die Operation in der Privatklink Döbling würde sie sechzigtausend Euro brauchen.

Der Preis ist aber nur fünfzigtausend und es ist auch nicht so leicht von Wien oder Kaiserbad oder, wo das Buch beginnt, wegzukommen, denn der Großvater ist gestorben und hat an diesem Tag das Begräbnis.

Sie fliegt aber trotzdem, trifft in Frankfurt ihren Verleger, das ist ein etwas windiger geiziger Mann, der sie auszunützen scheint und fährt in das Hotel, das der Börseverein für die Nacht nach der Preisverleihung für sie gebucht hat. Danach muß sie auf Verlegerkosten, der ihr noch keinen Vorschuß bezahlt hat, umziehen, weil sie auf der Messe Termine, Interwiews, etc hat, der quartiert sie in eine windige Pension ein, wo sie die Farbe des Kastens nicht ertragen kann.

Es ist auch kalt in Frankfurt, sie hat keinen Mantel, offenbar auch nicht viel Geld und so zieht sie herum, denn es gibt auch noch einen Vater in Frankfurt, zu dem sie bisher keinen Kontakt hatte. Er hat nur die Alimente bezahlt, um alles andere hat sich der Großvater gekümmert, hat sie die Matura machen lassen, mit achtzehn hat der Vater zu zahlen aufgehört. Jetzt meldet er sich und will Nelia oder Cornelia treffen.

Sie hat auch Probleme mit ihrer Ernährung, ist sie nämlich Vergetarierin und ein bißchen Messie dürfte sie auch sein, so sammelt sie auf den Empfängen oder, wo sie sich befindet, die Gurkenscheiben und die Baguettestückchen ein, holt sich aus einem Supermarktabfallcontainer das Obst heraus und wird dabei beobachtet.

Ein bißchen trist das Bild, das Marlene Streeruwitz da zeichnet, auf der anderen Seite wird sie überall erkannt und auf den Preis, den sie natürlich nicht bekommt, wie  auch die Streeruwitz zweimal nicht, angesprochen.

Sie muß Interviews geben, auf die Messe gehen und sich dort von der Security untersuchen lassen.

Der „Suhrkamp-Verlag“ und sein Rechtsstreit kommt auch darin vor und, ich glaube, eine enttäuschte Nichtgewinnerin, zwei Jahre später soll das ja Clemens Meyer passiert sein, daß er enttäuscht,  die heiligen Hallen des Römers verlassen hat.

Der Titel „Nachkommen“, bezieht sich wohl darauf, daß Nelia ständig über ihre „Mami“, die hieß, Dora Fehn und war auch eine berühmte Schriftstellerin resumiert, ihrer bürgerliche Familie mütterlichseits, es gibt auch eine Schwester, die in Griechenland leben dürfte und der unbekannte Vater spielen natürlich eine Rolle, der auch seine Familie, Freundinnen, Kinder etc hat.

Es kommt zu einem Treffen, sie läuft dann davon, besucht ihn wieder in seiner Villa, in der gerade ein Empfang stattfindet und das letzte Kapitel spielet in einem Museum, in London wahrscheinlich, wenn ich das richtig verstanden habe, denn Nelia ist von Frankfurt wieder abgereist und betrachtet hier ein berühmtes Bild mit einer „Griselda“.

Marlene Streeruwitz hat da während ihrer Lesung in der „Alten Schmiede“ einiges erklärt.

En spannendes Buch und eine verständliche Streeruwitz würde ich sagen, die politischen Themen sind mir vertraut, wie auch der Literaturbetrieb, der wahrscheinlich im realen Frankfurt nicht so schäbig ist, wie ihn die Streewuwitzt schildert und ich schreibe  auch oft darüber und die Frankfurter Buchmesse habe ich auch in zwei Büchern ein  beschrieben, in der „Mimi“ wo der Johannes Staudinger auch auf der Shortlist steht und in der „Heimsuchung“ kommt Frankfurt ebenfalls vor.

Spannend also das Loglistenlesen 2015 damit zu beginnen und als nächstes oder übernächstes kommt die junge Anarchistin dran.

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