Literaturgefluester

2020-11-12

Literarische Praxis in Zeiten der Pandemie und zwölfter Nanotag

Das ist ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich ein Thema das mich sehr interessiert, bin ich ja eine sehr gesellschaftsbewußte schreibende Frau, die sich von Anfang an mit dem Thema Corona auf sehr vielfältige Weise beschäftigt hat, in Form meines Blogs. Da gibt es inzwischen schon unzählige Artikel, in meinem Schreiben, der achte „Nanowrimo“ ist meinen dritten Corona-Text gewidmet und ein paar kurze Texte sogar ein Gedicht gibt es auch und auch im Lesen, habe ich mich ja auch schon mit einigen CoronaBüchern beschäftigt, mit den sogenannten literarischen und den wissenschaftlichen, den Sachbüchern und der Literatur und da war ja Marlene Streeruwitz, die ja schon vier Wahlkampfromane geschrieben hat, eine der ersten, die einen Corona-Roman verfaßte und auf ihrer Website veröffentlichte.

Inzwischen ist „So ist die Welt geworden“ auch bei „Bahoe Books“ erschienen und sie sollte gemeinsam mit Daniel Wisser unter der Moderation von Norbert Christian Wolf am dritten November in der „Alten Schmiede“, sozusagen als erste Lockdown-Veranstaltung ohne Publikum auftreten und zu diesem Thema diskutieren. Die Veranstaltung wurde aber verschoben, was vielleicht auch zu den „Literarischen Praktiken in Zeiten der Pandemie“ zählt und wurde heute nachgeholt und eher ich mich der Livestreamveranstaltung widme, merke ich vielleicht noch an, daß ich mich ja in meinem zweiten Corona-Text mit der Frage beschäftigt habe, ob man mit Corona schreiben kann und ob das als literarisch gilt?

Irgendwo hatte ich da die These aufgeschnappt, daß das nicht so ist, ein Lektor oder Literatuwissenschaftler hat da irgendwo gesagt, daß er sich vor den vielen Corona-Romanen fürchten würde, die da im Herbst wahrscheinlich auf seinen Schreibtisch landen.

Denn nein, so etwas ist und kann nicht als literarisch gelten, weil höchst wahrscheinlich zu wenig abgehoben und das merke ich auch beim Schreiben meiner Texte, daß ich die Grenzen kenne, denn ich stecke mitten drin, wie kann ich da objektiv darüber schreiben? Kann es also nicht und tue es trotzdem, weil es mich ja interessiert und es sind schon im Frühling Corona-Texte und Gedichte entstanden, Thomas Gavinic hat, glaube ich, einen geschrieben, Marlene Streeruwitz, wie schon erwähnt und interessant ist auch, daß sich Andreas Unterweger, der neue „Manuskripte- Herausgeber“ bei der Veranstaltung am Montag zu „Sechzig Jahre Manuskripte“ auch ein wenig über die vielen Corona-Erlebnisberichte mokierte, die da täglich auf seinen Schreibtisch landen.

Aber es gab im Frühling ja auch die Corona-Tagebücher, wo Klaus Kastberger, der Leiter des Literaturhauses Graz eine Reihe von Autoren, mich natürlich nicht, eingeladen hat Corona-Tagebücher zu schreiben, für die er dann Honorar bezahlt hat. Daniel Wisser war einer dieser Autoren und er wurde auch in diesem Sinne von der „Alten Schmiede“ für diesen Abend eingeladen und da kann ich nur anmerken, daß die „Alte Schmiede“ ja mein „Frühlingserwachen“ auch schon auf einem Schreibtisch oder Regal haben muß.

Nun gut, wurde wahrscheinlich nicht beachtet und ich gelte wahrscheinlich auch nicht als literarisch und Daniel Wisser war im Frühling in der „Gesellschaft zu Gast“ und hat auch Online oder mit nur wenig Publikum über seine neuen Romanideen gesprochen und die Veranstaltung, die mich sehr interessierte und auf die ich mich schon freute, war ein wenig widersprüchig, beziehungsweise war mir lange nicht klar, worüber wird da jetzt gesprochen und das ist das Thema.

Interessant auch Marlene Streeruwitz, die ja manchmal etwas unverständliche Thesen hat, Behauptung, daß da im Frühling alle in den Status der Literatur gegangen wären und man diese Chance versäumt hat. Was meint sie da, daß sich da alle, wie die Autoren, wenn sie an einem Roman schreiben, in den sozialen Rückzug begeben haben müssen, aber jetzt waren sie inzwischen draußen und sind schon wieder drinnen und haben trotzdem nichts gelernt davon.

Interessant auch, daß sie meint, daß die Leute jetzt nichts mehr lesen würden, obwohl die Autoren ja viel schreiben, da habe ich schon anderes gehört, nämlich, daß die Verlage eine der wenigen Gewinner wären, denn was soll man in Zeiten der Ausgangssperre schon anderes machen als lesen? Die Autoren, die aber im Frühling oder auch jetzt auf Lesereise gehen wollten, haben es vermutlich schwer und ich stelle mir auch die Frage wieviel Zuhörer diese Onlineveranstaltungen haben. Ich würde meinen, die turnen eher ab und habe beobachet, daß in den Zeiten, wo man sie mit Maske noch besuchen konnte, eher vier oder fünf leute Online waren, heute waren es etwa zweiundzwanzig. Aaber irgendwie ist es schon eine komische Situation, da sitzen zwei drei leute in einem leeren Raum und reden über Literatur und eine Handvoll Leute schaut irgendwie zu und das gleiche betrifft ja den „digitalen Bachmannpreis“ die „Digitale Buchmesse“ etcetera.

Aber andererseits ist ja einiges auch gelaufen, Bücher sind erschienen, das der Ruth und des Beppo Beyerl, die die auf den Buchpreislisten stehen, Daniel Wisser hat erwähnt, daß sein neuer Roman, der offenbar über den er in der „Gesellschaft“ gesprochen hat, vom Verlag veschoben wurde. Es hat sich also in den neuen Zeiten viel verändert und die Kultur heißt es ja gehört zu den Leidtragenden. Viele Künstler können nicht überleben und ich war auch auf einigen Demos, wo es hieß „Ohne kunst wird“ still. Ich war auch auf einigen anderen, denn ich bin zwar keine Verschwörungsgegnerin oder, wie das so schön heißt, auch keine Rechte, stehe dem Ganzen was die Freiheitsrechte und die Entmüdigung betrifft aber schon sehr kritisch gegenüber und vor allem sehr viele Widersprüche.

Daniel Wisser scheint zu denen zu gehören, die das strikt negieren und meinte, daß es ihn sehr erstaunt, wenn sich jemand nicht impfen lassen will. Das denke ich, kann man aber bei einem sehr schnell hochgepushten Impfstoff, der noch dazu auf einer neuen Technoloige beruht schon sein und erinnere auch an Impf- oder Medikamentenschäden, die, wie bespielsweise bei den kindern aufgetreten sind, deren Mütter, die vor fünfzig Jahren Contergan nahmen.

Aber das gehört wahrscheinlich nicht zu der literarischen Praxis in Zeiten der Pandemie, da gehört eher dazu, ob die autoren jetzt durch die Krise am Schreiben behindert oder dadurch, weil man nichts anderes machen konnte und weil das thema einen eigentlich beschäftigt eher beschleunigt wurden.

Bei mir trifft, wie erwähnt das Zweitere zu und ich wundere mich auch, daß man das Leben in Filmen beispielsweise so maskenlos darstellt, denn das trifft ja nicht auf die derzeitge Realität zu. Alle müssen sie jetzt tragen, auf den Wahlplakaten aber sah man beispielsweise selten welche. Also würde ich das auch in den Romanen lesen wollen, Daniel Wisser wünscht sich, glaube ich, das Gegenteil und bezieht die Pandemie in seinen Corona- Tagebücher auch nichtsehr ein und war auch, wie ich merken konnte, in manchen der gegenteiligen Meinung, wie Marlene Streeruwitz und dann ging es auch, um die Frage, ob nun so ein Pandemieroman literarisch ist oder nicht? Das hat Marlen Streeruwitz angesprochen, die, das wohl schon öfter von Kritikern gehört hat und interessant ist auch, daß sie sagte, daß sie den Pandemie- und die Wahlkampfromane nicht überarbeitet, ihre literarischen Bücher aber schon, würde, wo Daniel Wisser wieder sagte, daß er das selbstverständlich täte.

Interessant, interessant und ein sehr vielschichtiges Thema, über das man sehr viel schreiben und diskutieren kann, was ich, wie ebenfalls erwähnt, hier auch viel tue und heute habe ich auch sehr viel, da ich nur am Vormittag Stunden, bei meinem achten „Nanowrio“ und driten Corona- Roman weitergebracht und kann hier stolz vermelden, daß ich intzwischen 40 117 Worte und fünfundachtzig Seiten habe. Szenen gibt es da ja nicht und inzwischen beim zweiten oder dritten November, also der Nacht des Terroranschlages und Beginn des zweiten Lockdown light angekommen bin. Ich habe noch immer das Ganze nicht durchkorrigiert, sondern nach wie vor nur jede Szene einmal, bevor ich weiterschreibe und habe nicht jeden Tag geschrieben, sondern am letzten Samstag wo ich den „Openmike“ verfolgte und am Montag, meinem Geburtstag nicht und wie es weitergeht finde ich auch sehr spannend, denn wir haben heute den zwölften November, also habe ich eigentlich nicht mehr sehr viel Material und müßte etwas erfinden, bis ich, ich glaube, da habe ich ja Ende 21 terminisiert, die Mathilde in das“ Nichtgeimpfteghetto“ schicken kann.

Wie ich das machen werde, finde ich sehr spannend und ist noch ein offenes Buch. Mein Ziel ist ja nach wie vor, daß ich jeden Tag etwas schreibe, also Material ansammle und dann versuche aus dem Ganzen etwas mache. Ob ich das schaffe ist fraglich, weil ich beim meinen sieben anderen „Nanowrimos“ ja meistens so, um den Fünfzehnten fertig war. Hier hätte ich dann die Alternative, erstens durchkorrigieren und weil ich Zeitsprünge habe, da Szenen einzufügen, der Barbara, Hilde, Aloisia-Strang fehlt mir noch zur Gänze und die Mathilde will ich ja jetzt auch bald ihren dystopischen Roman schreiben lassen. Aber ob mir das gelingt?

Und etwas kann ich noch anmerken, was sehr interessant ist. Ich habe ja jetzt sehr viel Zeit, weil keine Veranstaltungen höchstens ein paar Livestreams, meine Bücher und meine Stunden, aber keine „Buch-Wien“, die mich ja normalerweise jetzt beschäftigen würde, also viel Zeit den Roman kommen zu lassen und da ich da ja auch noch die Struktur, Erstens wegen des zeitlichen, also realen Rahmens und dann die des „Nanorahmens“ habe, merke ich da schon den Unterschied.

Ronny Rindlerm der ja wieder Videos über den „Nano“ macht, merkte für seine Hörer, die er zum Schreiben gewinnen will ja an, daß man in der „Nanoform“ schneller und mehr schreibt, weil man an den zeitlichen Rahmen gebunden ist und das kann ich bestätigen und der „Nanowrimo“ gehört zwar nicht zu den literarischen Praktiken des Lockdown, aber einen „Naowrimo“ in Zeiten der Pandemie, wo es keine „Buch-Wien“ und andere Ablenkungen gibt, ist sicher sehr produktiv.

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