Literaturgefluester

2018-07-17

Von der Sommerlesereihe ins Sommerkino

Die ersten drei  Podiums Sommerlesungen zum Thema „Lebenslang“ im Cafe Prückl habe ich ja wegen meiner Stunden bezeihungsweise den Sommerfrischenfreitagen in Harland bei St. Pölten versäumt und bin heuer nur bei der Eröffnungsversantaltung in der „Alten Schmiede“ gewesen, aber heute ist es sich ausgegangen ins Cafe Prückl zu gehen und da gab es Lesungen von zwei mir bekannten Autorinnen aus zwei unterschiedlichen Büchern.

Habe ich doch die  1957 geborene Patricia Brooks, die bei meiner letzten „Mittleren Veranstaltung“ gelesen hat, für eine eher experimentelle Autorin gehalten, die ja im Amerlinghaus ihre Radio Rosa Reihe hat und auch einmal mit dem „Fröhlichen Wohnzimmer“ im „Readingroom“ aufgetreten hat, sie hat aber auch bei der“ Edition Wortreich“ einen eher realistischen Roman herausgebracht  „Der Flügelschlag einer<Möwe“ in dem es um die Veränderungen, die ein Flügelschlag auslösen kann, geht.

Hat da doch eine junge Frau  bei ihrer Maturareise einen Mord beobachgtet und der hat ihr Leben verändert, Panikattacken und Angstzustände ausgelöst, so daß sie zu einer Therapeutin geht und ihr erzählt, daß sie dadurch ihren Freund verlassen hat und ihre Schwester hat dann ein Kind von ihm bekommen und die Therapeutin entdeckt, als sie nach der Stunde nach Hause fährt, im Auto ihres Mannes einen Slip der nicht ihr gehört, nun ja, vielleicht  ein wenig reißerisch, dafür war Gabriele Petricek, die auch bei den „Mittleren“ gelesen hat, schon öfter WienStpendiatin und auch Besuchderin des Musas und anderer Literaturveranstaltungen ist,  viel sprachexperimenteller. Das Buch aus dem sie gelesen hat, wird demnächst bei „Sonderzahl“ erscheinen, heißt die „Unerreichbarkeit von Innsbruck“ und wird in der Verlagsvorschau, als ein Reigen von  Verfolgungsritualen angekündigt.

Danach habe ich noch ein bißchen mit der Ruth geplaudert, die trotz ihres Griechischkurses im Publikum war und bin dann wieder auf den Karlsplatz gegangen, wo bald der in im besetzten Nachkriegswien von 1955 spielende Film „O Rosalinda“ beonnen hat, der nach der „Fledermaus“, die Hauptfiguren, als die vier Besatzungsmächte auftreten ließ. OskarSima war ein „Frosch“ im Steiereranzug, es wurde auf Englisch gesungen und auf die Idee mir diesen Film anzuschauen, bin ich vorigen Mittwoch gekommen, wo ich auch im „Kino unter Sternen“ war und es, als Vorgprogramm ein Quiz gegeben hat und weil ich die Melodie der „Fledermaus“ und noch etwas anderes erkannte, habe ich zwei Bücher von und über Florian Flicker gewonnen und bin auf den Geschmack mir diese Fledermausversion anszusehen gekommen, die mir aber, schreibe ich hinzu, nicht sehr gefallen hat, weil sie mir zu klischeehaft war.

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2016-04-11

Weiter mit dem „Damendoppelpingpong“

Im Jänner hat es bei den „Wilden Worten“ ein Damendoppel aus der „Sprache-Anthologie“ gegeben. Erika Kronabitter und Marianne Jungmaier haben ihren Schlagabtausch gelesen und jetzt gabs bei Richard Weihs die Fortsetzung mit Patrica Brooks und Judith Nika Pfeifer, an der ich ja am letzten Donnerstag vorbeigegangen bin, als ich zu „Westbahn-Spontan“ in Cafe Fortuna ging.

Das Thema war Reisen oder auf Englisch ausgedrückt „on  a bling bling trip“ und das bedeutet, wie jemand aus dem Publikum erfragte, etwas Glamouröses, Schein und Glimmer und die beiden Damen haben sich sowohl offenbar am Donaukanal getroffen, als auch gegeneinander Mails geschrieben, die sie dann in einer Word Datei gesammelt haben.

Sie haben auch gewürfelt und sich auf der Landkarte blind einen Ort ausgesucht und dann „schwesterlich“ aufeinander Bezug genommen. Regeln und Vorschriften tauchen auf, was man in Hotels und in der Öffentlichkeit alles nicht machen darf, rauchen, lachen, lieben, essen, beispielsweise und von mir erfunden und in Island war die Marmelade zu erraten, die nach Rharbara klang und offenbar auch so schmeckte.

„eine münze werfen. mit dem finger tippen. zum flughafen fahren. sich keine gedanken machen. reisen ohne plan. herumkommen. immer neu vernetzt. schauen, wo es eine/n hinführt. zwei machen sich auf dem weg, rechnen mit dem unvorhersehbaren.

die autorinnen nehmen den zufall als ausgangspunkt für reisen in unterschiedliche gebiete, mit dem kofferradio in der hand schicken sie randnotizen aus macao, reisen auf den spuren von alvar aato nach jyväskyla, rekapitulieren versäumnisse, versäumte flüge und irrwege“

Steht so am Flugblatttext. Nachher gab es viele Fragen im Publikum und Fragen von Judith Nika Pfeifer, glaube ich an Richard Weihs, wohin er reisen würde?

Er ist aber nicht so ein Reisefanatiker, sondern reist  nur zum Semmerling oder mit dem Kopf.

„Vom Semmering nach Simmering“, wurde dann geunkt und in dem Büchlein, in dem ich mir Notizen machte, stand sinnigerweise „Meine weiteste Reise war nach..“

Japan würde wohl die Antwort lauten oder auch Hongkong, Bali, Malysia, Mexiko, New York  und zwei freie Wildbahngäste hat es auch gegeben.

Einen Herrn, der betonte kein Magister zu sein und Werner Grüner, der wieder seine gesammelten Gedanken zum Ausdruck brachte und beim Lesen  bemerkte, daß sie ein bißchen ordinär ausfielen.

„Immer diese Männerwitze, ich verstehe sie nicht!“, stöhnte so auch, glaube ich, Gabriele Petricek.

„Aber auch zum Nachdenken!“, lautete die gemütliche Antwort.

Wunschgedichte hat es auch gegeben, ich habe mir sinnigerweise eines zum Thema „Wurfgeschichte“, mit dem Beginn „Heute-“ und den Worten „Dosenbier“, „berühren“, „Rasierklinge“ und „Lügen der Frauen“ gewünscht.

Man sieht ich habe meine gegriffenen Worte inzwischen ein wenig abtewandelt und werde die sechzehnte Szene demsächst Anna Augusta über „Dosenbier“ und „Rasierklinge „bezeihunsweise Zoran und Stefan Zweig schreiben oder das von Anna  Augusta machen lassen und da ich diesbezüglich wahrscheinlich etwas mehr über Stean Zweig wissen sollte, bin ich zu meiner Leseliste, beziehungsweise meinen Regale abgegangen und  haben „Josef Fouche – das Bildnis eines Politischen Menschens“, ein Fischer TB aus dem Jahre 1964, und  zwei Novellenbände gefunden.

Zu den Autorinnen sollte ich noch anmerken Patricia Brooks wurde 1957 geboren und ist vielleicht auch eine die inzwischen Karriere machte, ich habe sie, glaube ich, durch ein gemeinsames Portrait in der Zeitschrift „Buchkultur“ kennengelernt. Dann hatte sie ein paar Bände in der „Edition Selene“, macht die „Radio Rosa-Reihe“, die im Oktorber ein Jubiläum hat, bei den „Mittleren VI“ hat sie gelesen und vor Weihnachten habe ich sie im „Read!!ingroom“ mit dem fröhlichen Wohnzimmer gehört.

Judith Nika Pfeiferwurde 1975 geboren, kennengelernt habe ich sie im Literaturhaus, bei dem „Lyric Festival“, wo sie mir im Lyrikautomat ein Gedicht zu meinem Foto schrieb, sie ist Priessnitzpreisträgerin und hat, wie schon oben erwähnt, am Donnerstag im Literaturhaus gelesen.

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