Literaturgefluester

2019-01-22

Rosegger Leseausgabe

Die Mangeln an Alternativen haben mich heute, das erste Mal in diesem Jahr, in die „Gesellschaft für Literatur“ verschlagen, denn im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“ kein Programm und in der „Gesellschaft“ wurde die von Karl Wagner und Daniela Strigl herausgegebene vierbändige Werkausgabe zu Peter Roseggers hundertsten Todestag im Jahr 2018 vorgestellt und da war ich ja schon bei der Präsentation der „Buch Wien“ und Rosegger ja der Erfinder des „Waldbauernbuben“ und steirischer Heimatdichter, interessiert die urbane Stadtmenschin ja nicht, lautet das diesbezügliche Vorurteil, obwohl meine Großmutter hat mir eine 1913 erschienene Ausgabe von „Heimgärntners Tagebuch“ vermacht, die glaube ich, nicht sehr gelesen in Harland steht, „Jakob der letzte“ stand in einer „Büchergilde Gutenberg Ausgabe“ in dem berühmten Bücherschrank meiner Eltern und als ich das Buch lange von vor Blogzeiten gelesen habe, war ich sehr sehr begeistert und ich habe auch noch einiges anderes von ihm in den Schränken gefunden.

Das Meiste wahrscheinlich aber stehengelassen, denn ich habe ja schon so viele Bücher, wann werde ich das alles lesen, etcetera und dann habe ich auch vor einigen Jahren diese von „Tag zu Tag-Sendung“ in „Österreich 1“ gelesen wo eine Literaturgeschichte vorgestellt wurde, wo Peter Rosegger und Stefan Zweig aus dem österreichischen Janon hinaus und der Felderer hineingenommen wurde.

Nun das Stefan Zweig ein großartiger Dichter ist, wenn ich mich auch nicht unbedingt für seine Biografien erwärmen kann, hat sich inzwischen erwiesen, Peter Rosegger scheint jetzt zu folgen, denn da ja der 1843 geborene steirische heimatdichter, der wie Manfred Müller, der bekannte, ihn auch nicht sehr gelesen zu haben, einen Großteil seines Lebens in Graz verbrachte, nach Wien ist er offenbar nicht gekommen und nach London oder New York wahrscheinlich sowieso nicht, obwohl er, glaube ich, auch für den Nobepreis vorgeschlagen war, von den Nazis vereinnahmt wurde, 2018 seinen hundertsten todestag hatte, ist der leiter des Krieglacher Heimatmuseums oder der Rosegger-Stiftung zu Daniela Strigl gekommen und hat gesagt, wollen sie nicht einmal, weil sich sich ja vor kurzem mit der Ebner Eschenbach beschäftigt haben

Die hat geantwortet, allein traue ich mir das nicht zu und ist zu Karl Wagner gegangen, der offenbar über Rosegger dissertiert oder habilitiert hat und dann auf Verlagssuche, „Residenz“ zuerst, weil er ja ein Zeitgenoose der Ebner Eschenbach war, die hatten offenbar auch ihre Vorurtele und wollten nicht, „Zsolnay“ dann, die möglicherweise nicht so uninteressiert waren, aber da war das mit der Verlagsförderung noch nicht so geklärt, „Styria“, was mir ja nicht so unlogisch erscheint ist es dann geworden und aus der vierzigbändigen Werkausgabe die 1918 oder 16 herausgegeben wurde, sind vier Bände entstanden  „Waldheimat“, „Jakob der Letzte“, „Die Schriften des Waldschulmeisters“ und „Erdsegen“ und die beiden Herausgeber sprachen darüber heute in der „Gesellschaft“, die erstaunlicherweise sehr sehr voll war, Dine Petrik, Franz Blaha und noch viele mehr, habe ich gesehen, mit Manfred Müller über den großen steirischen Heimatdichters, dessen Werk wie Manfred Müller meinte verkannt sind, obwohl er ja früher sehr gelesen wurde, aber die Literaturwissenschaftler wohl, wie die Verlage und auch das Publkum immer noch die Nase rümpft oder, wie geschehen vor sich hinkicherte.

Es gab aber Leseproben aus jedem der Werke und Franz Blaha erzählte mir auch, daß er und seine Frau Rossegger Spezialisten wären und fast alles zu Hause hätten.

Damit kann ich nicht aufwarten, werde aber vermutlich in Zukunft genauer in den Schränken schauen und höchstwahrscheinlich weniger stehen lassen.

Wann ich das alles lesen werde, ist die Frage, aber spannend allemahl, wie sich der Kanongeschmack ändert kann. Peter Rossegger gehört ohne Zweifel hinein, obwohl ich den „Waldbauernbuben“, höchtwahscheinlich nicht in meinen Regalen suchen werde.

Ich habe aber in meinen Katalog nachgeschaut, ich besitze acht Rosegger-Bücher und da ist außer dem schon erwähnten „Heimgärtner-Tagebuch“ und dem „Jakob“, auch noch die „Schriften des Waldschulmeisters“, das „Rosseger-Hausbuch“ und der „Waldbauerbuch“. glaube ich. sogar zweimal vorhanden.

Franhz Blaha hat mir noch von einem Jesus-Roman namens „I.N.R.I“ erzählt, der höchstwahrscheinlich vergriffen ist und nachher gab es Erfrischungen, wie es so schön im Programm steht. Also Wein und Knabbereien und ich habe mich lange mit Franz Blaha unterhalten, der mein Rosegger-Interesse wecken und meine Vorurteile ein wenig zum Verschwinden bringen konnte.

Mal sehen, wie es weitergeht, ich bin gespannt.

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