Literaturgefluester

2018-05-26

Drei Todesfälle

Nun wird er also nicht mehr, wie immer spekuliert und darüber gelächelt, daß er angegeblich jedes Jahr am Tag der Nobelpreisvergabe zu Hause bleiben und auf den Anruf warten würrrde, den Nobelpreis bekommen und das nicht nur, weil der, da die Kommission zerstritten und Skandal geberutelt, diesen heuer nicht vergeben wird, denn der 1933 in Newark geborene große Amerikaner, Philip Roth, ist am 22. Mai in New York gestorben.

Von der Literatur, beziehungsweise dem Schreiben, hat er sich schon 2012 zurückgezogen. Ich habe von ihm, obwohl ich  die großen amerikanischen Literaturvorbilder, weil mir zu sexlastig, nicht so gerne mag, einige Bücher gelesen. Auf seine Spur bin ich vor einigen Jahren gekommen, als es die „Libro-Bestselleraktion“ gab.

Damals gab es noch keine offenen Bücherschränke, ich war aber schon immmer eine Büchersammlerin und es war für mich, da etwas schüchtern, auch eine gute Übung in die Filiale zu gehen und nach dem Buch zu fragen. Denn war es auf der Bestsellerliste und nicht in die Filiale, hat man es geschenkt bekommen. Das hat beim „Amerikanischen Idyll“ zwar etwas und einige Nachfragen gedauert, aber das war mein erster Roth, den ich damals, das war Ende neunzig, gelesen habe und damals habe ich den Philiph sogar noch mit dem Gerhard verwechselt, beziehungsweise nur den letzteren wirklich gekannt.

Drei Todesfälle heißt der Artikel in dem ich wieder etwas allgemeiner über die Literatur und meine Ansichten über das literarische Geschehen schwatzen möchte und der Erste von dem ich erfahren habe, war der 1933 geborene Tom Wolfe, von dem ich 1989 sehr eifrig und sehr beeindruckt, das „Fegefeuer der Eitelkeiten“ gelesen habe.“

Der ist auch ein großer Amerikaner und am 14. Mai gestorben. Davon habe ich, glaube ich, durch „Lit 21“ den Mega-Literaturblog erfahren, der die wichtigsten literarischen Blogartikel zusammenfaßt.

Philip Kerr, der große Schotte, 1956 in Edinburgh geboren, von dem ich das „Wittgensteinprogramm“ gelesen und den ich sogar einmal bei einer dieser Kriminächte in der Hauptbücherei  gesehen habe, ist  schon am 23. März, in London gestorben. Davon habe ich aber,  glaube ich, erst vor ein paar Tagen durch einen Booktuber gehört, der in seinem Nachruf eine Zusammenfassung seiner wichtigsten Bücher gegeben hat, die er, wie er dazu sagte, sehr gemocht hat.

Mir hat das „Wittgensteinprogramm“, glaube ich, gar nicht so sehr gefallen, habe aber noch ein paar anderer Kerr-Bücher auf meiner Liste beziehungsweise mal im Schrank gefunden. Mal sehen, wann ich zum Lesen komme, das ist ja bei mir nicht immer so einfach, aber der Tod, der drei bekannten internationalen Autoren von denen ich einiges gelesen und gesammelt habe und den jüngeren der drei sogar einmal selbst gesehen habe, hat mich sehr beeindruckt.

Von Tom Wolfe, den man nicht mit dem anderen großen Amerikander, Thomas Wolfe, von dem ich „Schau heimwärts Engel“ in der Altausgabe gelesen habe, verwechselt sollte, was mir ja immer sehr leicht passiert, weil ich auf Philip Kerr ja auch erst durch Judith Kerr, deren „Rosa  Kaninchen“ ich vor langer Zeit im Radio hörte, gekommen bin, beziehungsweise deshalb im Bücherschrank nach dem „Wittgensteinprogramm“ gegriffen und gedacht habe, das ist vielleicht ein Verwandter, habe ich auch noch einige ungelesene Bücher.

Mal sehen, ob ich sie lesen werde. Es ist aber sicher gut, sich von den drei großen Schriftstellern zu verabschieden, in dem man an sie und an die Bücher, die man von ihnen gelesen hat, denkt und sich vornimmt, die ungelesenen zu lesen, obwohl das angesichts der Bücherflut von der wir umgeben sind, sicherlich nicht so einfach ist, aber vielleicht nehmen die Büchhandlungen, die Bücher der drei von der Backlist und legen sie auf ihre Hauptstapel auf.

Bei Philip Roth, dem bekanntesten der drei, wird das wohl so sein. Zumindest hat Gunnar Kaiser, dessen Debut ich kürzlich gelesen habe, das schon mit dem „Menschlichen Makel“, den ich ebenfalls gelesen habe,  getan und das Buch in seinem „Kaiser TV “ besprochen.

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2015-10-07

Wiener Kriminacht

Die Wiener Kaffeehäuser veranstalten ja seit einigen Jahren die „Kriminacht“, wo  an vielen Orten gleichzeitig Krimis gelesen werden und manchmal ist es dabei sehr voll.

Vor dem Cafe Museum bin ich vor ein paar Jahren solange gestanden, bis mir dann einer der Secruities, die Türe vor der Nase zugemacht hat, im Radiokulturcafe stand ich einmal bei der Türe als Thomas Raab gelesen hat und seine Leser fragte, wer kein Handy hat?

Beim „Morawa“ bin ich einmal gewesen und in der Wien Bibliothek bei Edith Kneifl, weil ich nicht so gerne in Cafehäuser gehe und wahrscheinlich auch nicht so gerne zu der Kriminacht, eben wegen des Andrangs, obwohl ich mich für Krimis interessiere.

Sie zwar nicht schreibe, aber gerne selber lese und diese Kriminacht hätte ich fast übersehen, obwohl das Programm an der Pinwand hing, dann habe ich aber nachgeschaut, was es für ein Programm heute in der Hauptbibliothek gibt und habe gesehen, Philip Kerr liest und erst etwas später, daß das im Rahmen der Kriminacht standfindet.

Und von Philip Kerr, den 1956 in Edinburgh geborenen und in London lebenden Autor, habe ich das „Wittgensteinprogramm“ gelesen, wofür er den Deutschen Krimipreis bekommen hat. Es hat mir aber, glaube ich, nicht so gefallen.

Der Name hat sich aber eingeprägt, klingt interessant, habe ich gedacht und wahrscheinlich, die einmalige Gelegenheit den Autor live zu erleben und weil ich ja nicht so gerne in die Kaffeehäuser gehe, wo die üblichen österreichischen Verdächtigen Andreas Pittler, Alfred Komarek, Claudia Rossbacher, Beate Maxian etcetera lasen und im Hotel Imperial Cafe welch Überraschung Marijana Gaponeko, aus „Wer ist Martha“, höchstwahrscheinlich, was zwar kein Krimi ist, aber dort die Handlung hat und in der Hauptbücherei war es dann gar nicht so voll, wie befürchtet, also gut einen Platz bekommen, mich mit  Christian Jahl über den „Alpha-Literaturpreis“ und ob den Valerie Fritsch gewinnt, was er mir natürlich nicht verraten hat, unterhalten und dann ging es los mit der Lesung, beziehungsweise einem Gespräch über Fußball, denn Christian Jahl hat mir verraten, daß es in „Der Wintertransfer“ darum geht, ein Thema das mich bekannterweise nicht so sehr, aber gut, ein Krimi, der auf einem Fußballplatz spielt oder über eine Fußballmannschaft handelt und Sebastian Fasthuber vom „Falter“ moderierte auf Englisch,  der Autor entschuldigte sich nicht so gut  Deutsch zu können, während die Deutschen und die Österreicher so gut Englisch könnten, daß sie ihm nie seine Sätze probieren lassen.

Das kann ich mir vorstellen, habe es in der „Dora Faust“ auch bei der Suzie Holland so beschrieben und in Griechenland einmal erlebt, als ich meine, bei einem Wochenendkurs erworbenen Griechischkenntnisse ausprobieren wollte und so erzählte der sehr gesrpächige Autor sehr viel über Fußball, Hitler und Obersalzberg, was eigentlich nicht zum Thema passt und auch über seine Schreibbessenheit, was wiederum  zur „Dora Faust“ passt.

Seltsamerweise hat er nicht auf Englisch gelesen, nur Robert Reinagl drei Passagen auf Deutsch und da geht es um einen von einem Russen subventionierten Fußballclub und seine Trainer.

Der Co Trainer, ein Weihnachtshasser, ist der Erzähler und der hasst Weihnachten, weil er da einmal ins Gefängnis mußte und die Mannschaft offenbar zu dieser Zeit sehr viel spielen muß, das tut sie so schlecht, daß der Hauptrainer einen Spieler provoziert, dann wird er ermordet, auf dem Fußballfeld wird ein Grab ausgebrachen und der Co Trainer muß die Sache offenbar unter Zeitdruck aufklären.

So weit so what und wenn man sich für Fußball interessiert sicher interessant, man konnte sich das Buch natürlich  kaufen und signieren lassen, aber wenn mich nicht alles täuscht, habe ich jetzt einen türkischen Krimi zugeschickt bekommen, den ich zwischen dem Setz und meinen vier anderen Long– und Shortlistbüchern, die ich noch nicht gelesen habe, einschieben muß und Christian Jahl hat sich ohnehin gewundert, daß ich mich für Krimis interessiere, ich war aber schon in der Hauptbücherei bei einigen Krimiveranstaltungen.

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