Literaturgefluester

2017-07-18

Cafe Prückl fast ohne Glück

Wieder ein Abend der Sommerlesereihe im Cafe Prückl, die Freitage lasse ich ja Sommerfrischenbedingt immer aus, die Dienstage werde ich mir heuer geben, habe ich mir vorgenommen und diesmal lasen auch zwei mir bekannte Autoren, die einmal, glaube ich, sogar ein Ehepaar waren.

Das Cafe Prückl war, als ich es erreichte fast leer, die Ruth saß an einem Ecktisch und verspeiste einen Vorspeisenteller und erzählte mir, daß zeitgleich eine Gedenkveranstaltung für unseren GAV-Kollegen, den experimentellen Autor Hansjörg Zauner, der am dreißigsten Juni, siebenundfünfzigjährig nach Komplikationen nach einer Hüftoperation verstorben ist, im „Rhiz“ stattfand.

Ich habe ihn, der oft einen rosa Anzug und eine rosa Brille getragen hat, durch den „fröhlichen Wohnzimmerkreis“ kennengelernt, als ich 1987 in die Grazer Autorenversammlung gekommen bin. Er hat den „Priessnitz-Preis“ bekommen und 1996, als ich in Klagenfurt zuschauen war, glaube ich, schon in diesem Anzug, als erster gelesen. Aber nichts gewonnen und jetzt ist er sehr jung gestorben und im Cafe Prückl sollte das Glück mit Stephan Eibel Erzberg und Renata Zuniga weigtergehen und Renate Zuniga sagte mir jetzt noch und das ist ein Glück für mich, daß ich Anfang nächstes Jahres bei den „Textvorstellenungen“ aus „Claire-Klara-Clarisse“ lesen soll, meine Kroatiensommergeschichte, wo es ja auch ein bißchen um das Glück beziehungsweise um Liebe geht.

Christa Nebenführ kündete dann Renata Zunigas Text mit einem Glückstitel an, es geht darum, um eine Frau, die alleine nach Mexiko fliegt, dort von einem verrückten Taxifahrer in ein Hotel gebracht wird und nach indogenen Dörfern sucht, sie die doch nicht findet, also nicht viel Glück bei der Geschichte und, daß das in Stephan Eibel Gedichten auch nicht zu finden sind, habe ich mir schon gedacht und fast vermutet, daß er unter diesem Titel sein Liebesgedicht, wo alles schiefgeht und alle Unglücksfälle passieren, daß er sowohl bei der „Amerlinghaus-Benefiiz-Lesung“ als auch am „Indie-Book-day“ gelesen hat, einschmugglen könnte.

Er bezog sich aber auf seine Gedichte, die in der „Wiener Zeitung“ erscheinen und da war seine Lesung auch angekündigt und so ist einer, den ich sonst immer bei den ÖAAG Treffen des KAV-Supervisiorenpool sehe, zu seiner Lesung gekommen und den hätte ich fast mit Franz Schuh verwechselt, der ja ein Glücksritter ist und bei der Auftaktveranstaltung gelesen hat.

Stephan Eibel Erzberg hat seine Gedichte, wie immer frei vorgetragen und viel dazu erzählt von seiner Lesung mit Renata Zuniga, die damals noch Renat hieß, vor neunundzwanhzig Jahren, seinen Bezügen zu den Dichtern Joe Berger, H. C. Artmann und Ernst Jandl und dann kamen seine politischen Gedichte mit denen er die F-Partei ärgern will, aber alle Prozesse, die die gegen ihn anstrebte, gewonnen hat.

Was hat das mit Glück zu tun?, war meine Abschlußfrage, Stephan Eibel Erzberg hat sie mir, glaube ich, eher ausweichend beantwortet. Seine Verlegerin aus dem „Splitter-Verlag“, die, glaube ich, mit einer Ex-KAV- Supervisorin  nämlich Vera Albert befreundet ist, war da und wenn in diesem Post schon viel von der GAV und GAV–Kollegen zu lesen ist, etwas Erfreuliches gibt es schon zu berichten, nämlich Hanno Millesi, den ich ja sehr mag, wird heuer den „Priessnitz-Preis“ bekommen.

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2017-07-11

Erstes Glück im Cafe Prückl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:04
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Den Freitag bei der Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium zum Thema Glück, wo Georg  Bydlinski und Monika Vasik gelesen haben, habe ich versäumt, weil ich da ja in meiner Sommerfrische in Harland bei St. Pölten war, dafür ist es heute nach einem langen und arbeitsreichen Praxistag, ein wenig Diskussionen mit meinen Leser Uli gab es auf seinem Blog auch, in das Cafe Prückl am Stubenring gegangen.

Ich war früh daran, so waren noch die vorderen Tische des Extrazimmers reserviert und an dem, wo eine Reihe junge Leute saßen, ließ man mich nicht heran, also sich fluchend und schimpfend in den hinteren Teil verziehen, einen roten Spritzer bestellen und darauf kommen, ich habe mein Notizbuch vergessen  und nur zwei von Herbert J. Wimmers Karten „living now nua kan stau!“, die wahrscheinlich von meinem letzten „Alten Schmiede-Besuch“ stammen, in der Tasche.

Dann kam Christa Nebenführ, entfernte die Reservationskärtchen, ich stürzte nach vor, grüßte Fritz Widhalm und Ilse Kilic und nahm an einem der Tische Platz.

Zwei lesende „Podium-Mitglieder“, wie Christa Nebenführ alsbald erkärte und als erstes las die mir unbekannte Linda Kreiss, in Deutschland geboren, seit 2007 in Wien lebend, vorher war sie in Katmandu und von da stammt auch ihre Geschichte „Glück am Ende der Zeit“, die von einem alten Mann handelt, der sich von seiner Familie verabschiedet, noch einen Tee trinkt und sich dann in den Wald zurückzieht um den Rest des Lebens im Sinne der Götter zu verbringen, damit ihm eine gute Wiedergeburt gewiss ist.

Der Kontrast dazu war der mit wohlbekannte Thomas Northoff, der mehrmals bei meinen „Zum Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen“, sowie am Volksstimmefest und bei der „Poet-Night“ mit mir gelesen hat.

Als Besitzer des größten Graffitis-Archivs, hunderttausend Fotografien davon, stellte Christa Nebenführ ihn vor. Das heiß,t sie nannte die Zahl zwanzigtausend, Thomas Northoff korrigerte und seine Texte liefen unter dem Titel „Glück und Elend der Männlichkeit“

Darauf war Christa Nebenführ, wie sie sagte, natürlich n neugierig und Thomas  Northoff befgann mit einem Ausschnitt aus einem Langgedicht und ging dann in den Tiergarten Schönbrunn, wo ein Tierwärter mit einem Hängebauchschwein kämpfte.

Ja die Glücksformen sind  vielfältig und nachher bin ich seit langer Zeit wieder einmal durch den Stadtpark nach Hause gegangen, wo ja im Mai immer das Genußfestival stattfindet und ich im Jahr 1977, also vor vierzig Jahren, wo ich gerade von zu Hause aus und in die Otto Bauer Gasse gezogen war, den Sommer im Stadtpark mit Doderers „Dämonen“ verbrachte und nachher am Freitag immer mit dem Willi in den Volksgarten tanzen ging, was eigentlich auch ein sehr glücklicher und ereignisreicher Sommer war.

2016-07-20

Ins Cafe Prückl zur Sommerlesereihe

Jetzt bin ich doch ins Cafe Prückl zur Sommerlesereihe der Literaturzeitschrift „Podium“ gegangen, da war ich  einmal einmal vor langer Zeit, in den letzten Jahren habe ich es aber nur in die „Alte Schmiede“ geschafft, da aber in diesem Sommer alles ein bißchen anders ist, den Abend im Hinterzimmer des berühmten Kaffeehauses mit der Originaldekoration aus den Fünfzigerjahren, wie ich bei „Wikipedia“ ergooglet habe, verbracht.

Ein paar Stammbesucher aus der „Alten Schmiede“ habe ich getroffen,  Monika Vasik ist vor mir hineingegangen, einen roten Spritzer bestellt, dann kam schon Christa Nebenführ begrüßte und wies auf den Folder und der Podium Adresse hin, wo man  alle Informationen über den „Literaturkreis Podium“, seine Aussendungen und Ausschreibungen erfahren kann.

Dann stellte sie die Krimiautorin Eva Holzmair vor, deren „Rose, Löwe, Romarin“, ich glaube, zum letzten Geburtstagsfest von Judith Gruber-Rizy bekommen habe, diesmal las sie eine Geschichte aus ihrem Erzählband „Heimkommen“, die um das Thema „Arbeitswelt“ ging.

Die Erzählerin besucht einen alten offenbar dementen Mann in seinem Altersheim, einen ehemaligen Streckengeher, das waren offenbar die Bahnbeamten, die die Schienen nach Schäden absuchten, den sie sich sozusagen als Vater adapotierte, weil sie mit ihrer jugendlichen Mutter, die sie bei ihren Bekanntschaften oft vergaß, ihre Schwierigkeiten hatte.

Dann kam als nächster Leser Mathias Mander, ich glaube, ein „Podium-Urgestein“, den ich schon Mal in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und auch einen seiner „Garanas-Bände“ gelesen habe. Ein sehr umtriebiger Autor mit einer sehr langen Werkliste, den Christa Nebenführ sehr genau und sorgsam einführte, wofür er sich auch bei ihr bedankte und das Lob an sie  zurückgab.

Er las zwei Szenen aus einem seiner Theaterstücke, in dem es wieder, um Wirtschaftskorruption, offenbar sein Spezialgebiet ging, eine Glasfirma, soll um Geld zu verdienen, bei Waffenschiebereien mitmachen, der Buchhalter oder Betriebsleister versucht das aber zu verhindern.

Der dritte Autor, ein junger Mann aus Linz, Stephan Roiss, war mir völlig unbekannt.

Sein Text, der Christa Nebenführ sehr gefallen hat „Im Hinterland der Sprache“, war wie er selber meinte sehr schwierig zu verstehen, kein üblicher narrativer Text, aber voll Sprachgewalt und Formulierungskunst, wie Christa Nebenführ abschließend formulierte und nächste Woche geht es noch an zwei Abenden, dem Montag und den Mittwoch weiter, da werden unter anderen noch Margit Hahn und Manfred Chobot lesen, aber höchstwahrscheinlich werde ich nicht mehr hinkommen.

Im nächsten Jahr, das hat Christa Nebenführ auch schon erwähnt, wird „Literatur und Glück“ das Thema sein, was sicherlich interessant werden wird.

2016-07-13

Podium-Sommerlesereihe

Die „Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium“, Lesungen zu einem bestimmten Thema, die meistens im Cafe Prückl, aber auch in der „Alten Schmiede“ und an anderen Orten stattfinden, gibt es seit 1993.

Da hat sie Claudia Erdheim eingeführt, seit 2003 wird sie von Christa Nebenführ weiterorganisiert und da hatte ich, mit meinem  Wunsch auch mitzumachen, Schwierigkeiten, weil ihr meine Art zu schreiben, beziehungsweise meine Texte nicht gefallen und zu jammerig sind.

Ich bin auch kein Mitglied des „Literaturkreises Podium“, habe aber früher einige Texte in der Zeitschrift gehabt und war auch manchmal bei den Abschluß oder Eröffnungsveranstaltungen,  die in der „Alten Schmiede“ stattfanden.

Im Cafe Prückl war ich weniger, bin ich den Sommer  auch meistens in meiner Sommerfrische und nicht in Wien, aber heuer ist es anders, da ist es sich für die letzte Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ ausgegangen und das heurige Podium Thema „Literatur und Arbeit“ ist  auch sehr interessant.

Eigentlich ist es meines, könnte man so sagen, habe ich dazu doch viel geschrieben,  bin  wahrscheinlich auch so gut, wie die die anderen Eingeladenen, schreibe ich ja realistisch und kenne mich bezüglich der Arbeitswelt auch ein bißchen aus.

Die Reihe hat auch auch schon am vorigen Mittwoch im „Vorwärtsgebäude“, der ehemaligen Arbeiterzeitung stattgefunden, da war ich in der „Alten Schmiede“ und am Montag, als die erste Prückl Lesung mit Armin Baumgartner, Elfriede Bruckmaier und Karin Ivancsics war, auch.

Und heute fand die Veranstaltung mit Malte Borsdorf, Konstantin Kaiser und Verena Mermer in der „Alten Schmiede“ statt. Christa Nebenführ moderierte und erzählte von einem Essay den Konstantin Kaiser 1987 für das „Wiener Tagebuch“ geschrieben hat.

„Hinter die Mauer gehen- Exkurs über Arbeitsweltliteratur“, hat er geheißen,  den hat er Christa Nebenführ geschickt, die ihn daraufhin eingeladen hat, Gedichte zur Arbeitswelt zu lesen und den Essay am Ende der Veranstaltung als Diskussionsgrundlage verlas und der war sehr interessant, beziehungsweise sehr polemisch, bezog sich Konstantin Kaiser doch auf den damals existierenden „Max von der Grün Preis“, auf die „Werkkreise der Literatur der Arbeitswelt“ und meinte, daß eine Literatur der Arbeitswelt auch eine „Befindlichkeitsliteratur“ wäre und daher in Frage gestellt werden sollte.

Das sehe ich ein bißchen anders, denn als ich 1973 literarisch zu schreiben angefangen habe, gab es gerade Michael Scharangs „Charly Traktor“ und die realistischen Romane von Wolfsgruber und Innterhofer, die heute vielleicht schon wieder vergessen sind. Sie waren ein realistisches Aufblitzen in einer ansonsten eher experimentellen Literaturszene, aber wahrscheinlich das, wie auch ich schreiben wollte und so habe ich im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ auch begonnen, beziehungsweise habe ich mit ihm, das war, glaube ich, 1982, beziehungsweise Bärbl Danneberg, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Sigrid Faber, Erika Danneberg, Brigitte Gutenbrunner, ein Wochenende in der Steiermark auf einer Alm mit dem „steirischen Werkkreis der Literatur der Arbeitswelt“ verbracht. Dann kam auch der „Max von der Grünpreis“, wo ich regelmäßig meine Texte, zum Beispiel, meine „Slavica“, mit der ich dann auch einmal nach Kärnten, als es dort kurzfristig einen „Preis der Arbeit“ gegeben hat, eingeladen wurde, schickte.

In Linz habe ich nie etwas gewonnen, mit der „Slavica“ nur fast, wie mir einer der Juroren sagte, wurde aber 1987 zu einer Schreibwerkstatt eingeladen, wo ich Traude Korosa und auch den lieben Rudi kennenlernte, der damals Linzer Stadtschreiber war. Ilse Kilic hat in diesem Jahr, glaube ich, einen der Preise gewonnen.

Der „Max von der Grünpreis“ wurde dann auch eingestellt, wie es auch die „Werkreihe zur Literatur der Arbeitswelt“, die in den siebziger Jahren bei „Fischer“, glaube ich, herausgegeben wurde, längst nicht mehr gibt.

Den „Luitpoldt-Sternpreis“, wo ich mich auch beteiligt habe und auch ein paarmal was gewonnen habe, gibt es ebenfalls nicht mehr und vielleicht auch keine Autoren mehr, die sich mit der Arbeitswelt befassen.

Das stimmt, glaube ich, nicht so ganz, denn es gibt ja noch einen Werkkreis um Gerald Grassl und Christian Schreibmüller„Volksstimmefest“ auftreten und es gibt das „Linke Wort“ beim „Volksstimmefest“ und da wird ja auch „Literatur zur Arbeitswelt“ gelesen, aber die Arbeitswelt hat sich seit den Siebzigerjahren sicherlich geändert,  ist glänzender, aber auch viel brutaler geworden.

Die  1984 geborene Verena Mermer, die  auch schon beim „Linken Wort“ gelesen hat und die ich im Rahmen, der von Semir Insaif geleiteten Schreibwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, schreibt, glaube ich, in einer sehr modernen frischen Art von der Welt der Sekretärinnen und Kellner oder Köchinnen in Cateringsfirmen. Während der  1981 in Reutlingen geborene Malte Borsdorf, einen viel konventionelleren Textauszug brachte, schreibt er doch an einem Roman über die Hamburg er Sturmflut von 1962, „Die Arbeit der Scheuerleute“, wo es um Solidarität, Unterdrückung und Ausbeutung ging.

Dazwischen las Konstantin Kaiser seine Stadtgedichte, zitierte Theodor Kramer und Siglinde Bolbecher und in der Diskussion über die Begehrlichkeit und die Befindlichkeit der Arbeiterliteratur ging es auch weit in die Geschichte zurück.

Christa Nebenführ zitierte einen Roman von Alexander Chronin, man könnte aber auch B. Traven oder Hans Fallada anführen oder überhaupt die „Büchergilde Gutenberg Bücher“, die sich in der Bibliothek meiner Eltern in der Wattgasse befanden.

Christa Nebenfür stellte auch die Frage, ob die Arbeiterliteratur nicht auch von bürgerlichen Schriftstellern geschrieben wurde?

Zum Teil sicherlich, zum anderen Teil wurden durch den „Max von der Grün“ und den „Luitpold Sternpreis“ und die „Werkkreise zur Arbeitswelt“, glaube ich, auch Arbeiter zum Schreiben animiert, die aber inzwischen wieder damit aufgehört haben dürften und die „Werkreihe“ hat vielleicht auch nicht so viele Leser gehabt, weil realistische Literatur ja auch nicht für so vollwertig gilt.

So gesehen ist die „Podium-Sommerlesereihe“ sicherlich sehr interessant und wichtig. Montag bin ich ja diesen Sommer nicht so oft in Wien, aber vielleicht geht es sich an den Mittwochen noch aus hinzugehen und das „Linke Wort“ beim „Volksstimmefest“ hat heuer auch ein ähnliches Thema, das allerdings genaugenommen „In Arbeit“ heißt, so daß man hier auch seine „Work in Progress“ vorstellen kann, was zu Christa Nebenführs Eingangsfrage, ob „Literatur nicht vielleicht auch Arbeit“ ist, zurückführt und die Antwort lautet ganz eindeutig ja, in meinen Schreibberichten, kann man die meine ein bißchen nachvollziehen.

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